Kommentare zu den eingescannten CV-Ausgaben
CV 196
Wohl als etwas zu spekulativ und vom Wunschdenken geprägt, hat sich die in dieser Ausgabe verbeitete Spekulation erwiesen:
„Wie schon verlautbarte, fällt wahrscheinlich das WTG-Blutkultdogma, wenn WTG-Präsident F. W. Franz stirbt, auf den man alle Schuld wälzen kann, und einem Toten kann keiner mehr den Prozeß machen."
Ohne nachhaltigen, die WTG besonders an ihren finanziellen Interessen packenden Druck von außen, wird das wohl auch weiterhin Wunschdenken bleiben


CV CHRISTLICHE VERANTWORTUNG
MONATSSCHRIFT DER STUDIENGRUPPE CHRISTLICHE VERANTWORTUNG
BEGRÜNDET 1959 VON WILLY MÜLLER, GD, GERA/THÜR. DDR

NR. 196 GERA NOVEMBER 1985

EDLER GESINNT SEIN UND PRÜFEN
Wir prüfen die WT Nr. 11 und 12/85
"PREDIGTDIENSTSCHULE" 1985
Eine Zumutung
DER GÖTTLICHE NAME IM LAUFE DER ZEITALTER
FRAUEN UNTER DER WTG
Zum Gehorchen und Dienen verurteilt
BOMBENEXPLOSION IM KÖNIGREICHSSAAL
Keine Engel Gottes mit der WTG

DIE NEUE "ZEIT DES ENDES"
Von der leitenden Körperschaft bisher verheimlicht
"Sputnik-Schock"
in der leitenden Körperschaft der WTG
MIT dem Aufstand des Gewissens zu Beginn der 80er Jahre in der leitenden Körperschaft der WTG um Raymond Victor Franz, Mitglied bis 1981, kam es 1984 anläßlich der internationalen Demonstration für Gewissensfreiheit vor dem WTG-Hauptbüro auch in die internationale Öffentlichkeit:

IM Jahre 1980 fand eine Sitzung der leitenden Körperschaft in Brooklyn statt, wo drei Mitglieder der Körperschaft vorschlugen, es müsse erklärt werden, daß die Generation, die 1957 Zeuge des Sputniks war, die sei, die Zeuge, des 'Weltendes" wird. (News Week, New York, 15.10.1984.)
Da 1975 die Welt nicht geendet habe, wie von der WTG prophezeit, wollte man in der WTG-Führung versuchen, den Beginn des Datums der "Endzeit" von 1914 auf 1957 zu verschieben! (Sunday Independent 2.1.84.)

BEKANNTLICH war am 4. Oktober 1957 der Start einer ersten sowjetischen "interkontinentalen" ballistischen Mehrstufenrakete erfolgt, Sputnik genannt, der "erste Start eines unbemannten künstlichen Erdtrabanten", was man im Westen als einen Schock empfand. In der Tat "von weltgeschichtlicher Bedeutung, denn die USA hatten damit den entscheidenden, strategischen Vorteil der militärischen Unverwundbarkeit ihres Territoriums erstmalig und für immer verloren." (IPW Hanisch/Püschel, Erringung der militärischen Parität entscheidende Friedenstat der UdSSR, 4/1985.)

In der Tat war damit das Weltraumzeitalter eröffnet. Im amerikanischen religiösen "Fundamentalismus" insbesondere spielte dieser "Sputnik-Schock" eine aktivierende Rolle (Urania 5/1982, Prof. Dr. Geißler).
WIE in den Veröffentlichungen in den USA herausgestellt wird, wurden die ZJ über dieses Vorhaben, das Enddatum von 1914 im Zusammenhang damit auf 1957 zu verschieben, völlig in Unkenntnis gehalten.

Da die Mehrheit der leitenden Körperschaft nicht zustimmte, blieb dieses Vorhaben in der Schublade. Doch was bedeutet das?
Das geht doch nicht mit rechten Dingen zu!

WIE kann denn überhaupt in der leitenden Körperschaft jemand auf die Idee kommen, die "Zeit des Endes" zu verschieben.
Das beweist doch, daß sie in der leitenden Körperschaft selbst überhaupt nicht an göttliche Ursprünge ihrer Endzeitlehre glauben, sondern sie selbst fabrizieren Daß das eine Legende ist.
Man überlege, was sie denn machen müßten: Sie müßten Christus im Himmel erneut verschieben, der da lt. WT seit 1914 sitzen soll? Das haben sie doch schon einmal gemacht. Wer die WTG-Lehrgeschichte kennt, weiß, daß C.T. Russell ihn ursprünglich 1874 "wiederkommen" ließ. So sitzen sie da in der WTG-Führung und "formen Gott nach ihrem Bilde", so wie sie es haben wollen und jeweils brauchen.

MEHR noch! Sie stecken in der leitenden Körperschaft alle unter einer Decke!
Die da noch sitzen ohne Raymond V. Franz. Denn von Rechts wegen müßten die drei doch in hohem Bogen hinausgeworfen werden, die da 1914 und 1957 verschieben wollten!
Denn das würde ja bedeuten, das "Vorhaben Gottes" zu verändern, Gott zu spielen! Nein, sie werden von den anderen gedeckt, den Zeugen wird alles verheimlicht.

Mit dieser gemeinsamen Verschwörung des Schweigens machen sie sich jedoch alle zum bloßen Scharlatan! Denn alle in der Körperschaft wissen doch um 1914 - 1957 Verschiebungsabsicht. Ist keiner weiter da, dem das Gewissen ob solcher Vortäuschung einer Anmaßung von Gottgleichsein schlägt?

Wird der Termin 1957 dennoch kommen?
UM die Termine in den Köpfen der Zeugen zu „befestigen", wurden immer verblüffende politische Vorgänge zitiert.
So mußte für den Beginn der Zeit des Endes 1799 z. B. Kaiser Napoleon von Frankreich mit seinen Kriegszügen herhalten (Die Harfe Gottes).
Auch von 1914 muß die WTG wieder weg. Das wird jetzt wie eine Schlinge um den Hals. Was sich für 1914 abzeichnet, ist zunächst nicht 1957 sondern 1935, als sie begannen, das Sinnen und Trachten, die Gedanken aller, nur noch „auf das Irdische zu richten", nach Phil. 3:17-19 (Me), was aber auch nur eine Zeitbombe ist.

Denn damit wurde die eine und einzige Hoffnung verworfen, die allein zu Christen macht (Eph. 4.3-5). Wird 1935 tatsächlich zugrunde gelegt und sie erfinden keine neuen 'ÜberrestgIieder" für eine „christliche" Alibifunktion, dann sind die WT-Zeugen nämlich nichts weiter mehr als eine bestimmte religiös-politische Alternativbewegung zur jeweils bestehenden gesellschaftspolitischen Ordnung. Alles andere kann man sich dann ausrechnen.

NATÜRLICH ist der Beginn des Raumfahrtzeitalters 1957 eine faszinierende oder auch schockierende Sache gewesen, für die WTG-Legendenbildner durchaus verführerisch, dieses mittels neuer „Erfüllungen" zu einer neuen „Zeit des Endes" umzudeuten. Was 1957 und die Verschwörung des Schweigens darüber in der WTG-Führung betrifft, so ist damit einmal mehr offenbar, daß sie in keiner Weise ein „Werk Gottes" betreibt, sondern ihr eigenes Werk für alles andere als göttliche Zwecke und Ziele, allerdings unter Mißbrauch des Wortes Gottes.
-CVN-

„THEOKRATISCHE PREDIGTDIENSTSCHULE" 1985 - EINE ZUMUTUNG!
Zehn Jahre nach „1975"
WAS DA UNBEDINGT GESAGT WERDEN MUSS
SCHENKEN wir uns die minutiösen Anweisungen dieser mündige Christen entwürdigenden Kindergartenmethodik, die Verkündiger im WT-Sinne zu schulen. Auch die entwürdigende Behandlung der christlichen Frau wiederholt sich, die nach altjüdischer Tradition degradiert bleibt, dieweil Mann und Weib „in Christus", also in seiner Gemeinde, eigentlich gleich sein sollten. (Gal. 3:28)

HALTEN wir uns an die Aussagen des Programms, was darin zum Schlucken verpackt ist 10 Jahre nach dem berüchtigten „1975", was keiner wider besseres Wissen mehr wahrhaben will. Stellen wir die Dinge offen gegenüber.
„Warum soll Gottes Name bekanntgemacht werden?" - fragt die WTG. Es gibt keinen richtigen Gottesnamen mehr, so daß nur falsche Gottesnamen bekanntgemacht werden könnten, ist zu antworten.
„Wieso wissen wir, daß Gott existiert?" - fragt die WTG.

Wissen? „Wer Gott naht, muß glauben, daß er ist"! - muß mit der Schrift entgegengesetzt werden. (Hebr. 11:6)
„Warum können Abgefallene Gottes Schafe nicht am Hören hindern?" - fragt die WTG. Das ist ein vergifteter Pfeil ins Herz der WT-Schafe, da es sich nur um Abfallen vom WT-Organisationsglauben handelt, und nicht um Abfallen von Gott und Christus, muß geantwortet werden.

„Was bedeutet es, 'wiedergeboren' zu sein?" - fragt die WTG.
Das bedeutet. daß die ca. 2 Millionen heutiger WT-Schafe streng genommen überhaupt keine Christen sind!
„Was müssen wir entscheiden, da das Ende des Bösen naht?" - fragt die WTG. Die WTG ließ das Ende des Bösen schon ein halbes dutzendmal nahen: 1914, 1915, 1918, 1921, 1925, 1941, 1972, 1975, um nur einige falsche Termine zu nennen. (Lies 5. Mose 18:20-22.)

„Warum müssen wir unablässig Zeugnis geben - fragt die WTG.
Damit keiner nach über 100 Jahren nun zur kritischen Besinnung kommt!
„Warum wird Har-Magedon ein Akt der Liebe Gottes sein?" - fragt die WTG.
Ein blutiges Massenmorden von Jünglingen, Jungfrauen, Kindern, Säuglingen und Greisen ohne Mitleid, Schonung und Erbarmen, nur weil sie keine WT-Zeugen sind, nach dem „Vorbild" des göttlichen Racheaktes in Hesekiel 9 kann niemals ein Akt der Liebe Gottes sein. Gnadenlosigkeit, mitleidslos, Erbarmungslosigkeit und Rache selbst an Säuglingen Liebe zu nennen ist Orwellsches Zwiedenken, zerbrochene Moral und heute nach Majdanek, Auschwitz, Treblinka, Sachsenhausen, Ravensbrück, Buchenwald und Dachau faschistoides Denken von KZ-Henkern. Wahre Liebe empfindet und praktiziert Mitleid, Erbarmen, Schonung. Sollte Gott die Liebeseigenschaften, die er in 1. Kor. 13 verlangt, selbst nicht besitzen?

„Wodurch zeichnet sich die Anbetung aus, die Gott gutheißt?" - fragt die WTG.
Durch WT-Hörigkeit, nur darauf läuft diese Frage doch hinaus!
„Ist es schriftgemäß, die Rettung von Leben dem Gesetz Gottes voranzustellen?" fragt die WTG.
Da die WTG praktisch bestimmt, was dem Gesetz Gottes entspricht, läuft das darauf hinaus, daß sie bestimmen will, wofür zu leben und zu sterben ist.

„Stimmt die Schöpfung mit der Wissenschaft oder mit der Evolution überein?" fragt die WTG.
Die Bibel lehrt ein Hervorbringen der Tiere durch die Erde (l. Mose 1:24) und C. T. Russell lehrte eine Evolution! (Fotodrama der Schöpfung, 5. Tag.)

„Ist es für Christen angebracht, sich ökumenischen Bewegungen anzuschließen?" - fragt die WTG.
Wenn die Erkenntnis an zweiter Stelle steht, wie es 1. Kor. 13 lehrt, dann ist Erkenntnisunterschied oder Ökumene nur folgerichtig für Christen. Die WTG will hier nur ihre Glaubensintoleranz rechtfertigen.

„Welcher Gedenkfeier sollten alle Christen beiwohnen?" - fragt die WTG.
Nur beiwohnen? Das gesamte Neue Testament lehrt, daß zum Christsein die Teilnahme an den Symbolen gehört!

ALLEIN diese wenige Auszüge aus der WTG-Predigtdienstschule 1985 zeigen die ganze Fragwürdigkeit des WTG-Christentums, das keiner wirklich schriftgemäßen Prüfung standhält.
Damit unter die Menschen gehen? -
-P.-

EDLER GESINNT SEIN UND PRÜFEN APG. 17:11
DER WACHTTURM
WIR PRÜFEN DIE WT NR. 11 UND 12/85
STUDIENARTIKEL
„Wandle durch Glauben.'
„VERZÄRTELTE" ZJ WERDEN ZURECHTGEWIESEN
„Es besteht auch die Gefahr, daß wir uns selbst verzärteln. Wir könnten uns einreden, leichte Kopfschmerzen oder ein ähnliches Problem sei schlimmer, als es in Wirklichkeit ist. Bedingt durch unser unvollkommenes Fleisch, mögen wir geneigt sein, das als eine Antwort zu gebrauchen, um einer Verpflichtung auszuweichen, wie zum Beispiel einer Aufgabe in der Theokratischen Predigtdienstschule. Würden wir uns jedoch durch dieselbe Unpäßlichkeit davon abhalten lassen., irgendeiner Art von Entspannung nachzugehen?" (S. 13)

„Wenn wir eine solche Einstellung entwickeln, könnte es so weit kommen, daß wir 'mehr Vergnügungen lieben als Gott', indem wir womöglich fast jedes Wochenende für Entspannung reservieren, statt diese Zeit für den Predigtdienst und andere theokratische Betätigungen zu nutzen, die ein Zeichen ganzherziger Ergebenheit gegenüber Jehova sind (2. Timotheus 3:1,4)." (S. 12)

SO weit ist es nun schon gekommen Das muß sich der Zeuge von seiner „liebevollen" Organisation sagen lassen!
„Verzärtelt" wurde der ZJ noch nie von der leitenden Körperschaft. Reichlich beschäftigt im Herrn, hatte er schon früher alle Hände voll zu tun, um dem umfangreichen ,Veranstaltungsprogramm gerecht zu werden. Mittlerweile schält sich der Predigtdienst zum Dogma, zur Seligmachung heraus, nach der Devise: Je mehr Verkündigerstunden, umso größer die Überlebenschance in Harmagedon.

AUF dieser Grundlage entwickelt sich die „liebevolle" ZJ-Organisation zur Sklavenhalter-Organisation. Sieht man unter den religiösen Deckmantel, kommt unterm Strich nur das Bestreben nach einer möglichst hohen Mitgliederzahl heraus, die mithelfen sollen, den Profit der WTG zu mehren.

OHNE PAUSE SCHUFTEN FÜR BROOKLYN
DU hast Kopfschmerzen? Beim Predigtdienst werden sie schon vergehen.
DU willst dich am Wochenende erholen? Schämst du dich nicht, deine Brüder gehen in den Felddienst und du faulenzt?! Nimm dir ein Beispiel an dem alten Bruder, der mit 92 Jahren in dem Monat, in dem er an Krebs starb, noch 40 Stunden im Predigtdienst tätig war. (Siehe Seite 14.)

Das ist die richtige Einstellung.
WELCH eine Vergewaltigung des Wortes Gottes! Wohin wird dies führen?
Denkbar ist eine Tabelle, in der der „kluge Knecht" kraft seiner Inspiration altersgerechte Minimalpredigtdienstzeiten aufführt, bei deren Nichteinhaltung das ewige Leben nicht erreicht wird.

DER ALLMÄCHTIGE ÄLTESTE -
RICHTER VON TOD UND LEBEN
Moses , Aaron, Saul, David und sogar Jesus Christus wurden von Jehova ernannt.
„Ebenso werden heute in Gottes Organisation im Einklang mit biblischen Erfordernissen und unter der Leitung des heiligen Geistes Jehovas Ernennungen vorgenommen." Welch ein erhabenes Gefühl für einen Ältesten, in einem Atemzugs mit diesen hervorragenden biblischen Persönlichkeiten genannt zu werden. Und wie seine berühmten „Kollegen" wird auch er mit Macht ausgestattet. Keiner darf ihm ungestraft widersprechen. Sofort wird diesem das Schicksal Korahs als Warnung vorgehalten. (S.18)

Wer geringschätzig über einen Ältesten spricht, ist unmoralisch. (S. 18)
Selbst wenn ihm von einem Ältesten Unrecht widerfahren ist, hat er sich nicht zu beschweren, geschweige denn, die Gemeinschaft der ZJ zu verlassen. Dies würde „Untreue gegenüber Gott und Undankbarkeit gegenüber seiner Führung bedeuten". (S.20)
WELCH ein Vorrecht, heute ein Ältester zu sein. Man lebt als solcher wirklich schon jetzt in einem geistigen Paradies!

WACHTTURM NR. 12/85
STUDIENARTIKEL
„Tiefer im Wort Gottes schürfen"
DIE WTG FÜHRT KLAGE
„Heute hat es den Anschein, daß einige, sobald sie genügend Erkenntnis erworben haben, um sich Jehova hingeben zu können, und die Hoffnung auf ewiges Leben in einem irdischen Paradies erlangt haben, keine ernsthaften, ausdauernden Studiengewohnheiten entwickeln." (S. 8)

„Wir sollten gute geistige 'Eß'gewohnheiten entwickeln, indem wir genügend Zeit dafür reservieren, all den vorzüglichen Stoff zu lesen und zu studieren, der in dein Büchern und Zeitschriften der Wachtturm-Gesellschaft veröffentlicht wird. Die geistige Speise wird zu geregelten Zeiten in den fünf wöchentlichen Zusammenkünften 'serviert', die weltweit in den Versammlungen der Zeugen Jehovas, abgehalten werden." (S. 10)

„Entspräche es nicht eher der Wahrheit, zu sagen, daß du den Stoff häufig nur überfliegst und schnell die Antworten zu den Fragen unterstreichst, ohne wirklich ins Detail zu gehen und dich mit den Gründen für die dargelegten Erklärungen zu befassen?" (S. 11)

FREIZEIT NOCH MEHR BESCHNEIDEN
NACH Meinung der leitenden Körperschaft tun also viele Zeugen Jehovas zu wenig. Trotz des wöchentlich fünfmaligen Besuches der Versammlungszusammenkünfte.
Trotz des Predigtdienstzwanges.
Der WTG-Ratschlag liegt beinahe auf der Hand:
„Das kann bedeuten, daß du den Zeitaufwand für andere, weniger wichtige Betätigungen drastisch beschneiden mußt." (S.11)

Im Klartext:
DIE schon karge Freizeit der ZJ muß noch mehr beschnitten werden. Da die Wochentags ausgebucht sind, liegen also die Reserven an den Wochenenden und im Urlaub.
Und sollte sich zufällig doch noch Zeit für ein wenig Entspannung finden, dann gäbe es lt. S. 11 dieses WT nichts schöneres, „als ein oder zwei Stunden in bequemer Haltung einen Bericht aus dem Jahrbuch der Zeugen Jehovas oder eine Ausgabe der Zeitschrift Erwachet! zu lesen".
Diese Form der Erholung ist also das „Non-plus-Ultra" für einen Zeugen.

VORHER DIE KOSTEN BERECHNEN!
WIE die WTG mit der Gesundheit ihrer Mitverbundenen spielt, ist verbrecherisch. Selbst im Altertum gab es für Sklaven Ruhetage. Ganz im Gegensatz dazu müssen die Zeugen Jehovas für ihren „christlichen Konzern" schuften bis zum Umfallen.
Besonders die Interessierten sollten vorher die Kosten überschlagen (Lukas 14:28). Sind sie erst einmal vollends in der Mühle drin, werden sie erbarmungslos getreten entweder weitergetreten oder rausgetreten. Und all das für einen angeblichen Endzeittermin, der sich durch nichts beweisen läßt.
- G.R.-

HUNDERT JAHRE WACHTTURM-GESELLSCHAFT
Im vergangenen Oktober fand die 100. Jahresversammlung der eingetragenen Mitglieder der Wachtturm-Gesellschaft (WTG) in Pittsburgh statt. Von den insgesamt 429 Mitgliedern dieser Körperschaft waren 259 aus aller Welt angereist. Mit den geladenen Gästen zusammen hatten sich insgesamt 1615 Zeugen Jehovas versammelt. Diesmal ging es nicht allein um die formelle Wahl der vier Direktoren um die Entgegennahme des Jahresberichtes und um ein „in geistlicher Hinsicht stärkendes Programm". Vielmehr gedachte man - in aller Stille, könnte man hinzufügen - der vor hundert Jahren, am 13. bzw. 15. Dezember 1884, erfolgten gesetzlichen Eintragung der „Zion's Watch Tower Tract Society" im US-Staat Pennsylvanien. Sie-war bereits im Frühjahr 1881 als ein Schriftenmissionsverlag gegründet worden, dem es um die „Verbreitung biblischer Wahrheiten in verschiedenen Sprachen mittels Herausgabe von Traktaten, Flugschriften, Zeitungen und anderer religiöser Literatur" ging. So stand es in der ursprünglichen Satzung.

Bis heute hat die „Watch Tower Society" den Status einer nichtkommerziellen Gesellschaft. Und in der Tat kann in dieser Gesellschaft niemand reich werden. Ob es die 14 Glieder der „Leitenden Körperschaft" oder die „über 3000 freiwilligen Mitarbeiter" sind - alle erhalten dieselbe Zuwendung: Verpflegung, Unterkunft und ein monatliches Taschengeld. Die nicht unerheblichen Gewinne werden sogleich wieder in das Unternehmen gesteckt. Die Zeitschrift „Erwachet!" vom 8. 3. 1985 berichtet, wie man stets neue technische Möglichkeiten nutzte, um „die gute Botschaft vom Königreich Jehovas" zu verbreiten. Darüber hinaus ist es auch Zweck der Society, „Männer, Frauen und Kinder geistig und sittlich zu heben durch christliche Missionsarbeit und durch karitative und wohltätige Unterrichtung des Volkes über die Bibel'" (aus der Satzung der heutigen Gesellschaft).

Natürlich ist eine Hundertjahrfeier auch Anlaß, Bilanz zu ziehen. Die grundlegende Zeitschrift „The Watch Tower" erschien in ihrem Gründungsjahr 1879 monatlich in 6000 Exemplaren; heute hat sie eine durchschnittliche Auflage von über 11 Millionen in 102 Sprachen. Sie erscheint teils halbmonatlich, teils monatlich, oder auch sporadisch. Die als „The Golden Age" 1921 begonnene Zeitschrift „Awake!" (Erwachet!) hat heute eine Durchschnittsauflage von 9, 8 Millionen in 54 Sprechen. Erwähnt sei auch die seit 1961 als Gesamtausgabe erscheinende „Neue - Welt - Übersetzung der Heiligen Schriften", die bisher in 40 Millionen Exemplaren (in 11 Sprachen) verbreitet wurde …
-rei-
(Auszugsweise aus dem MD der EZW Nr. 5
1. Mai 1985.)

DIE ANGST MIT DEM GLAUBEN
DER äußere Schein kann trügerisch sein. Besonders neu getaufte Zeugen Jehovas merken bald mit Entsetzen, daß die so glorreich beschriebene Einigkeit in den Versammlungen an Glanz verliert je länger sie mit ihren Brüdern und Schwestern Umgang haben. Aber jetzt ist es zu spät. Nun ist man integriert in die Gemeinschaft der ZJ und statt des Zuckerbrotes bekommt man die Peitsche zu spüren. Oder anders ausgedrückt: die „liebevolle Zucht" der Organisation bekommt man zu spüren. Und immer wieder kann man im vertrauten Gespräch mit seinen Glaubensbrüdern oder -schwestern feststellen, daß sie sich weniger vor Gott als vor den Ältesten fürchten, die jeden Fehltritt mit entsprechenden Sanktionen ahnden. Aber was heißt das schon: Fehltritt. Darunter-kann die WTG schon leise Zweifel an bestimmten Lehren, Widerspruch gegen Ansichten der Ältesten, unregelmäßiges Erscheinen zu den Zusammenkünften oder dergleichen verstehen. Und diese Sanktionen bedeuten einen Spießrutenlauf für den Betroffenen. Über das Bloßstellen in der Studiengruppe, in der Versammlung, das demütigende Gespräch mit der Ältestenschaft, das „Bezeichnen" eines „Sünders", indem er von ZJ nicht mehr besucht werden darf, bis hin zum Ausschluß, dem Nicht-Grüßen, reichen die Maßnahmen der Gesellschaft. Und davor fürchten sich verständlicherweise viele. Also werden bestehende Zweifel an bestimmten Lehren, bzw. Ärger über Älteste oder andere Geschwister lieber heruntergeschluckt. . Diese Menschen sind zu Mitläufern geworden, die nur noch das tun, was unbedingt von ihnen verlangt wird. Sie kommen in die Versammlung geben ihr obligatorisches G-H-Geld am Monatsende ab und berichten über ihre 3 oder 4 Predigtdienststunden (ob wirklich geleistet oder nicht - wenn berichtet, sind alle zufrieden). Und wenn es ihnen doch einmal zu bunt wird, sagen sie sich: Die können erzählen, was sie wollen. Ich mache es doch so, wie ich es will. Aber es gibt auch einige, die schon zu viel schlucken mußten. Und plötzlich läuft ihnen - wie man sagt die Galle über. Sie üben Kritik an der WTG, und einige bilden ihre eigenen Studiengruppen, wo sie versuchen, die wahre biblische Lehre vorurteilslos zu studieren. Solche aber sind die Todfeinde der Gesellschaft. Diese bewirft man mit jedem Dreck, wenn - es sein muß, auch mit aus dem Zusammenhang gerissene Bibelstellen.

„Vernunftlose Tiere" wider die WTG
IN dem WT 23/82 geht es um den Judasbrief 14,15 und 20,21. Wer sind denn die „gottlosen Sünder", die hier erwähnt werden? Bestimmt sind es nicht jene, die die WTG auf bestimmte falsche Lehren oder Haltungen aufmerksam machen möchten.

Aber man wettert gegen diese im 1. Teil Abschnitt 3 schon los:
„Und gewiß sind die Worte des Judas für all diejenigen eine eindringliche Warnung, die sich als Zeugen Jehovas ausgeben und dennoch gegenüber Gottes heutiger theokratischer Einrichtung eine kritische oder unehrerbietige Haltung einnehmen."

Man vergißt aber bewußt zu erwähnen, daß Zeugen Jehovas, die Kritik üben, es meistens ehrlich und aufrichtig meinen und sich nicht nur als Zeugen Jehovas ausgeben, sondern bestrebt sind, auch wirklich gottgefällige Christen zu sein. Und sie studieren auch in der Gemeinschaft die Bibel.

Aber wie kann man nur getrennt von der WTG Gottes Wort lesen!
„Selbst heute versuchen einige, die Unbefestigten in private Gruppen zu locken, angeblich zum 'Bibelstudium'. Doch dadurch könnte niemals die Liebe zu Gott, zu Christus und zur Christenversammlung gefördert werden (Lukas ' 11:23)."

Man beachte die Ironie und die Selbstherrlichkeit, die in diesen zwei Sätzen steckt: „angeblich", Bibelstudium in Anführungsstrichen, „Unbefestigte anlocken", „niemals gefördert werden".
Woher wissen denn das die Artikelschreiber? Mit welchem Recht beschimpfen sie das Bemühen von Menschen, die Christus nachahmen möchten? Die Bibelstelle trifft auch hier nicht den Inhalt, den die WTG hier beweisen möchte. (Lies sie dir im Zusammenhang durch.) Und dann haut sie in Abschnitt 7 ordentlich vulgär zu:

„Tatsächlich hatten diese 'animalischen Menschen' den Geist Jehovas nicht, und daher konnten sie auch geistige Dinge nicht verstehen und sich kaum über das Niveau vernunftloser Tiere erheben."
So, da haben es jene, die sich von der WTG trennen. Es sind vernunftlose Tiere". Nur, wer sind die, die solche Gedanken in sich tragen und im WT formulieren? Tragen sie nicht einen Haß in sich, der nur vergleichbar ist mit dem, der vernunftlosen gefräßigsten Tiere?

Und wieder im Abschnitt 9 die Ermahnung, mit der „Versammlung", d.h. mit ZJ, gründlich Gottes Wort studieren. Die Frage ist nur: meint man hier wirklich die Bibel oder den von Menschen herausgegebenen WT?
Jeder ehrliche Zeuge kennt aus seiner Praxis die Antwort.

Die Statistik und die Angst
DIE Drohungen sind offensichtlich. Sie gehen einher mit Verleumdungen und Schmähungen derer, die so viel Schlechtes in ihrer Tätigkeit als Zeugen in vielen Jahren erlebt haben und in harten Kämpfen mit sich zu dem Entschluß gekommen sind, der WTG den Rücken zu kehren.
Und jene, die auf dem Absprungbrett stehen, versucht man einzuschüchtern. Man redet ihnen ein, daß sie in die Vernichtung gehen werden, wenn sie …
Und dies ist eine Organisation, die sich preist, jährlich steigende Mitgliederquoten zu haben.
Die Statistik ist das EINE, die Herzenseinstellung das ANDERE.
Jedenfalls wären viele Zeugen lieber keine mehr.
WÄRE DA NICHT DIE ANGST!
-G.R.-

DER GÖTTLICHE NAME IM LAUFE DER ZEITALTER
Aus der Broschüre „Der göttliche Name …"
DER gewählte Titel für das 3. Kapitel erhebt bereits das Postulat, das bisher gebotene dürftige Material der Broschüre als ausreichend für die Richtigkeit der Formel Jehova anzuerkennen. Das Einverständnis des Lesers wird als Tatsache einfach vorausgesetzt und die WTG hält den Zeitpunkt für gekommen, frechen Angesichts den nächsten Schritt in die gewünschte Richtung zu tun. Deshalb wird gleich zu Beginn eine kühne Behauptung aufgestellt, schon in Eden habe Gott die WTG-Wunschformel offenbart!! Die für Sektierertum typische Konfessionsdialektik liest sich mit Bezug auf den Gegenstand auszugsweise so.

… denn nachdem Eva Kain geboren hatte, sagte sie gemäß dem hebräischen Urtext:
„Ich habe mit der Hilfe Jehovas einen Mann hervorgebracht" (1. Mose 4:1).

ABGESEHEN davon, daß mit Hilfe Satans und nicht mit Hilfe des JHWH der Kain gezeugt wurde, wie die Gesamtausgabe der Schrift zu dieser Lüge Evas vermeldet, müssen 2 unanfechtbare Tatsachen unbedingt auf den Leuchter gestellt werden:
1. Die Bedeutung des Namens JHWH wurde erstmals dem Mose offenbart:
„Ich bin Abraham, Isaak und Jakob erschienen als Gott, der Allmächtige
(hebräisch: El Schaddai); aber mit meinem Namen JHWH habe ich mich ihnen nicht offenbart" (2. Mose 6:3).
2. Und ist gemäß dem hebräischen Urtext an keiner Stelle der Schrift die WTG-Wunschformel zu finden.
VERBLÜFFEND dreist setzt die WTG diese jeglicher Grundlage entbehrende Argumentation auch in den nächsten Absätzen fort. Mit Entschiedenheit muß deshalb die aus der Luft gegriffene neuerliche Behauptung (auch wenn sie diesmal abschwächend als Klammersatz erscheint) zurück gewiesen werden, Boas habe gemäß dem hebräischen Urtext seine Schnitter gegrüßt: „Jehova sei mit euch", und diese hätten erwidert: „Jehova segne dich" (Ruth 2:4).

Der masoretische Text der Biblia Hebraica von Rudolf Kittel entlarvt diese Nuance einer Konfessionsdialektik ohne Beispiel als Hirngespinst manipulierten Gimpelfangs. In diesem Zusammenhang ist es für den Leser äußerst wichtig zu wissen, daß gerade diese „Biblia Hebraica" nach eigener Aussage der Wachtturm-Gesellschaft als Grundlage für die Übersetzung des hebräischen Teils ihrer NW-Bibel gedient hat!!

AUCH auf der abgebildeten Tonscherbe aus dem 7. Jahrhundert v. u. Z. ist Gottes Name "Jehova" keinesfalls eingegraben. Daran ändert auch nichts der in Klammern gesetzte irreführende Hinweis: "Abbildung mit Erlaubnis des Amts für Altertümer und Museen in Israel". Alle angeführten außerbiblischen Quellen sind ausnahmslos entstellt. Mit einer Unverschämtheit, die einem die Sprache verschlägt, führt die WTG zum Beispiel das "Israel Exploration Journal" Nr. 2 aus dem Jahr 1961 an und behauptet: Die Inschriften enthalten Äußerungen wie "Jehova ist der Gott der ganzen-Erde" (II). - Scheinbar hält die WTG die Mehrheit der Leser für schwachsinnig, wenn sie sich in diesem Punkt sogar selbst widerlegt, indem sie erneut die erwähnte Fachzeitschrift: diesmal Nr. 1 aus dem Jahre 1966 bemüht und folgendes als Beweis zitiert: Der Brief beginnt mit den Worten: "An meinen Herrn Eljasib. Möge jhwh deinen Frieden suchen". Und er endet: "Im Hause des jhwh bleiben".

DIE Interpretation der Lachis-Briefe und des Mesa-Steins liegen ungeachtet unterstützender Abbildung auf der gleichen Ebene und beweisen im WTG-Sinne gar nichts, sondern umgekehrt sind diese Dokumente eine Widerlegung des gesamten im 3. Kapitel dargelegten Stoffes. Dennoch behauptet die WTG mit einem nicht zu überbietenden Zynismus (Seite 13): ... was deutlich zeigt, daß der Name Jehova gegen Ende des 7. Jahrhunderts v. u. Z. allgemein in Gebrauch war.

BEI einer derart dubiosen "Beweisführung" kann man nur noch von Gehirnverkleisterung sprechen. Niemals hat z. B. der König Hiskia, der noch gegen Ende des 7. Jahrhunderts v. u. Z. lebte, den Namen Jehova gekannt. Wohl aber wär ihm die richtige Aussprache des JHWH noch geläufig, die für uns heute im Gegensatz dazu nicht mehr erfaßbar ist. Und was den Mesa-Stein angeht, so hat die Anführung des Gelehrten K. Galling keinerlei Beweiskraft. Er hat die Erwähnung des Gottes Israels Vom Denkmal des "Hammelkönigs" Mesa von Moab mit "Jahwe" übersetzt! Ebenso tat dies der Gelehrte Neugebauer und auch ein Dr. Werner Keller in seinem Werk "Und die Bibel hat doch recht". Mit einer Wiederherstellung der verlorengegangenen Aussprache des JHWH hat das aber nichts zu tun, wenn auch die WTG dialektisch versucht, eine solche Sinngebung dem Leser zu suggerieren.

ABSCHLIESSEND zu diesem Kapitel sei noch bemerkt, daß wir schon mehrfach Beweis führten über die Identität des JHWH mit Jesus Christus. Diese logische Schlußfolgerung ergibt sich aus der einfachen Tatsache, daß die Bibel mittels JHWH im AT den verhüllten und im NT mittels JESUS den enthüllten Christus zur Darstellung bringt. Friedrich Bettex und L. R. Conradi - in der Neuzeit Günther Pape - haben zum Beispiel auf 2. Mose 3:13-15 (Lieblingsbeweis der WTG!) aufmerksam gemacht.

Tatsächlich wird hier der Gedenkname JHWH von Gott selbst mit "Ich bin, der ich bin" interpretiert. Wenn nun Jesus, wie aus zahlreichen Stellen des Johannes-Evangelium ersichtlich - diese Gottesoffenbarung "ich bin" auf seine eigene Person bezieht, dann dürfte endgültig klar sein, daß der hebräische JHWH nur unser HERR (griechisch: Kyrios) und RETTER (griechisch: Soter) Jesus Christus sein kann.
-Frank Petavius-

FRAUEN UNTER DER WTG
Sie sind zum Gehorchen und Dienen verurteilt
SCHON die sogenannte theokratische Reihenfolge der WTG drückt es aus, wieviel Frauen unter dem Wachtturm, wie WTG-Älteste es gerne sehen, wirklich wert sind:
1. Jehova
2. Jesus Christus
3. Leitende Körperschaft
4. Versammlung (Älteste)
5. Ehemann
6. Ehefrau
7. Kinder

FRAUEN haben sowieso schon eine Doppelbelastung zu tragen, nämlich Beruf und Haushalt, die WTG aber legt ihnen noch mehr Pflichten auf, als sie ohnehin schon haben. Da ihre Ehemänner, sofern sie die WTG ernst nehmen und sich voll anspannen lassen, eventuell sogar Ältester oder Dienstamtgehilfe sind, nur wenig oder gar keine Zeit für die Familie haben, müssen Frauen unter der WTG auch noch für fast alle in der Familie anfallenden Sorgen und Probleme aufkommen. Sie stehen mit den Haushaltspflichten alleine da - alles im Haus muß stets sauber und ordentlich sein, damit die "Wahrheit" nicht verlästert werde, müssen die Kinder zu guten Zeugen Jehovas heranziehen, denn Kinder sind ja eine gute und unverzichtbare Kaderreserve für die WTG. Außerdem haben sie im Predigtdienst meist die Pflicht der Neuarbeit, manchmal mit einer anderen Schwester zusammen, damit den Männern bzw. den Altesten praktisch "fertige Arbeit" vorgesetzt werden kann und diese gleich mit dem sogenannten Heimbibelstudium beginnen können. Dabei wird den Frauen von der WTG angeraten, ihre weltliche Arbeit auf möglichst halbtags zu beschränken, damit die Möglichkeit der Aufnahme des Pionier- oder Hilfspionierdienst besteht. Dazu gehört ja laut der WTG nicht viel, es wären ja "nur" 2 Stunden täglich zu leisten. Auch bekommen die Frauen noch den Rat mit auf den Weg, "keine Schlafmütze" zu sein. (Siehe WT 13/84, Seite 17.)

Daß eine Frau sich auch danach sehnt, eine glückliche Ehe zu führen und "IHN" nicht nur nachts quasi als Schlafgast haben möchte und bestimmte Sehnsucht nach Geborgenheit und Sicherheit, die der Ehemann ihr geben soll und zu der er laut Bibel verpflichtet ist, interessiert die WTG sehr wenig. Die WTG hat ihre Interessen nur auf Erfolgszahlen ausgerichtet, bei denen Frauen ein Hauptteil der Arbeitslast zu tragen haben, damit die WTG-Männergesellschaft es leichter hat und es ihnen so bequem als möglich gemacht wird. Für die Frauen aber gibt es keine Bequemlichkeit. Für sie heißt das von der WTG herausgegebene Motto: arbeiten, arbeiten und Pflichten erfüllen.

WIE ehefeindlich die WTG ist, macht sie uns selbst im WT 19/84 auf Seite 15. deutlich, wo es heißt:
"Christliche Ehemänner sollten die Ehe nicht als das wichtigste im Leben betrachten, schon morgen könnten sie ihre Frau durch Tod verlieren..."

Weiter heißt es im WT 17/83:
"Ehemänner haben größere Pflichten in der Versammlung zu erfüllen und können nicht alle seelischen Bedürfnisse ihrer Frauen befriedigen."
WIEVIEL Verachtung für die Ehe und die Bedürfnisse der Frauen spricht doch aus diesen von der WTG formulierten Worten. Wie viele Frauen, die seit ihrer Jugend Zeugen sind, sind bereits mit 40 oder 45 Jahren „abgewirtschaftet" bzw. ernstlich krank (siehe CV 179/84).

Wie die WTG sich dann dankbar erweist für all das, was man für sie getan hat, ist hinreichend bekannt. Ihre Alten und Kranken, leider nur allzuoft Frauen, werden dann wie der letzte Dreck behandelt und man überläßt die Fürsorge für sie dem Staat oder kirchlichen Hilfsorganisationen. Die WTG kann keine hilfsbedürftigen Leute gebrauchen, nur solche, die noch mithelfen können, für neue Erfolgszahlen zu arbeiten.

Deshalb seien alle Frauen aufgerufen:
Laßt euch nicht mehr von der WTG für zweifelhafte Ziele einspannen und euch zum Dank dafür minderwertig behandeln.
Zieht aus der erlangten Erkenntnis die Konsequenzen, CV hilft gern dabei, denn die WTG ist nicht an eurem Wohl und einer glücklichen Ehe interessiert.
Handelt, bevor es zu spät ist!
- R.S.W.-

MISSETÄTER (I)
Zeugen schreiben uns
WÄHREND des Studiums des Wachtturm Nr. 24/84 ist mir einiges unangenehm aufgefallen, und so meine ich, daß es hier nicht genügt, nur einige mündliche Kommentare zu einzelnen Abschnitten zu geben, sondern man dazu auch etwas schreiben sollte. Besonders die Abschnitte 11 und 12, S. 18 haben es wieder in sich, daß es förmlich die Finger kitzelt, zur Feder zu greifen. Es heißt da: „Wende dich von Abtrünnigen ab". Da hier nicht genau gesagt ist, wer die Abtrünnigen sind, darf sich wohl jeder seine eigenen Gedanken machen und eigene Schlußfolgerungen ziehen.

NATÜRLICH gehört dazu eine gehörige Portion Wachtturm- und Bibelkenntnis, um zu verstehen, worum es hier geht. Aber ich habe seit meiner Jugend mich mit dem Worte Gottes vertraut gemacht, indem ich es erforscht habe und nebenbei den Geist des Wachtturm gut kennengelernt. Ich habe mir Zeit zum Studium, zum Überlegen und Nachsinnen genommen und mich bemüht, alles gut zu verstehen. Also erfülle ich wohl die Bedingungen, die an einen Diener Gottes in Form eines Zeugen Jehovas gestellt werden, wie Abschnitt 8, S. 18 es zeigt und bin mit den Lehren der „Wahrheit" gut vertraut. Aber was ist nun Wahrheit gemäß dem Verständnis unserer Wachtturm-Gesellschaft? Wer beides gut kennt, bemerkt wenn er gut überlegt und nachsinnt, die vielen großen Unterschiede in den beiden Wahrheiten. Da sagt z. B. die Schrift:
„Prüfet alles und das Gute behaltet" und der Wachtturm sagt:
„Ebensowenig kaufen oder lesen wir ihre Schriften."

Um welche Schriften es hier geht, ist nicht deutlich gesagt, wie ja auch nicht, wer die Abtrünnigen sind, aber es handelt sich wohl um bibelerklärende Schriften, die nicht von der Feder der WTG sind.

Weiter. Die Schrift sagt (2. Joh. 10,11):
„So jemand zu euch kommt und bringt diese Lehre nicht, den nehmt nicht ins Haus und grüßt ihn auch nicht. Denn wer ihn grüßt, macht sich teilhaftig seiner bösen Werke."
Und der Apostel Paulus lehrt in seinem Brief an die Galater, daß niemand das Recht hat, ein anderes Evangelium zu lehren, als schon gelehrt worden ist; ja, daß derjenige sogar verflucht sei, sei es Mensch oder Engel. Es ist wirklich schon ein böses Werk, die Lehre Jesu Christi und seiner Apostel zu verdrehen; die schlechten Früchte, die so etwas hervorbringt, beweisen es. Und trotzdem lehrt der Wachtturm uns Zeugen Jehovas weiterhin hartnäckig Dinge, die einwandfrei unbiblisch sind. Da werden z.B. in Verdrehung dessen, was der Apostel Johannes meinte, diejenigen zu Missetätern gestempelt, die gemäß ihrer Erkenntnis der Heiligen Schrift und ihres Gewissens auf Bibelverdrehungen der WTG hinweisen und verlangen, daß aus der Bibel gelehrt werden soll wie sie sich selbst zu verstehen gibt, ohne eigenes menschliches persönliches Wunschdenken. Das kann nur dann die Wahrheit sein, von der man sich nicht abwenden darf; doch tut es einer trotzdem, so ist er auch noch kein Missetäter zu nennen, solange er nicht kriminell wird.

Doch wir Zeugen Jehovas werden durch unsere Gesellschaft gelehrt, jeden als Missetäter anzusehen, der in unseren Reihen nicht alles bedingungslos glaubt, was die Gesellschaft „der kluge und treue Sklave des Herrn" lehrt. Wehe, er wagt es, sich gegenüber den „Ältesten" - eine Art dritte, oder genauer erste Klasse unter uns - zu äußern, daß er nicht alles glauben kann, was in den Schriften unserer Gesellschaft, die jeder Zeuge Jehovas obligatorisch studieren muß, geschrieben steht. Oder noch schlimmer, er wagt es, zu kritisieren. Unweigerlich wird er, wenn er seine „Missetat" nicht einsieht und bereut, als Missetäter und Rebell bezeichnet und ausgeschlossen. Sein christlicher Wandel mag noch so vorbildlich sein, es nützt ihm nichts. Es bedeutet fortan: er darf von seinen eigenen Glaubensbrüdern nicht mehr gegrüßt werden und sein Gruß darf nicht erwidert werden. Jeder, der das tun würde, riskiert eine unangenehme Zurechtweisung von seiten seiner Ältesten und, würde er das ignorieren, seinen eigenen Ausschluß. Und dann ist er eben auch wieder ein Missetäter.

DIE Schrift lehrt, daß jeder Vater und Mutter ehren soll. Doch der Wachtturm lehrt, daß, wenn Vater oder Mutter in oben verstandenem Sinne Missetäter geworden sind, nicht mehr geehrt,. gegrüßt werden dürfen. Es darf nur noch ein auf das Notwendigste beschränkter verwandtschaftlicher Kontakt geduldet werden, kein geistiger Kontakt! Jeder Zeuge Jehovas, der die Schriften seiner Gesellschaft im Rahmen der obligatorischen Studienstunden kennen und verstehenlernt, weiß, daß das so ist. Außenstehende, die das hier geschilderte lesen würden, würden wohl sagen: das ist ja absurd, wohl ein schlechter Scherz, so was kann es ja nicht geben, weil Menschen von Natur aus nicht so sind.
Menschen können aber so werden.
- J. M.-
Fortsetzung in
„Christliche Verantwortung" Nr. 197/85.

VERGLEICH EVANGELISCHE GEMEINDEN - ZJ-VERSAMMLUNGEN
DAS neue Pfarrerdienstgesetz des Bundes der evangelischen Kirchen in der DDR vom 28. September 1982 sagt über den Dienst des Pfarrers in der Gemeinde und über die Rechte der Gemeinde:
„Der Pfarrer ist gemäß dem in der Ordination erteilten Auftrag an die Gemeinde gewiesen und ihr für die Führung seines Dienstes verantwortlich.
Die Gemeinde ist an den Pfarrer gewiesen und trägt seinen Dienst durch Fürbitte, Rat, Mahnung und Fürsorge. Sie soll den Verkündigungsdienst des Pfarrers. an der Heiligen Schrift prüfen und falscher Lehre widerstehen."
(Mitteilungsbl. d. Kirchenbundes 10.9.84)

SIND die WTG-Aufseher an die ZJ-Versammlung gewiesen und ihr für die Führung ihres Dienstes verantwortlich? Tragen die ZJ-Versammlungen den Dienst der WTG-Aufseher durch Rat und Mahnung? Haben die ZJ-Versammlungen das Recht, die Lehre der WTG an der Heiligen Schrift zu prüfen und falscher Lehre der WTG zu widerstehen?
NEIN! Es gibt weder eine Verantwortung der WTG-Aufseher gegenüber den Versammlungsgliedern noch dürfen sie dem Aufseher Rat und Mahnung erteilen, und schon gar nicht dürfen sie die WTG-Lehren an Hand der Heiligen Schrift kritisch überprüfen, um etwaigen falschen WTG-Lehren zu widerstehen! Allein die von den ZJ verkündigten WTG-Falschlehren über 100 Jahre lang füllen schon ganze Bücher! Wer dagegen je Widerstand geleistet hat, wurde und wird unnachsichtig von der WTG als „Rebell gegen Gott" ausgeschlossen, weil sie sich in Brooklyn letztlich selbst an die Stelle Gottes gesetzt haben:

„Der Wille des Sklaven ist der Wille Gottes. Rebellion gegen den Sklaven ist Rebellion gegen Gott." (WT 1.8.1956)

SO muß man erkennen, daß evangelische Christengemeinden sehr wohl echte Christengemeinden sind mit dem Recht, alles zu prüfen, was ihnen vorgesetzt wird, ob es schriftgemäß ist, Apg. 17:11, was die WTG nur zum Schein nach außen gelten läßt. Welchen Grund gibt es für einen evangelischen Christen, sich unter die organisatorische und geistige WTG-Diktatur zu begeben, fälschlich als „Wille Gottes" ausgegeben?
-eingesandt-

ZJ-VERSAMMLUNG TREIBT ZEUGIN IN DEN TOD
CVN aus der BRD. - Wie erst jetzt bekannt wurde, hat die WTG, in Riedlingen/Donau, eine Ehefrau zum Selbstmord getrieben.
Es war im Herbst 1984. Einem ZJ wurde wegen Trunkenheit die Gemeinschaft entzogen. Es kam zur Ehescheidung. Die Frau erhielt als ZD von ihrer Versammlung „Auflagen", ging aber doch zu ihrem Mann.
Die einsetzenden WT-Maßregelungen hatten zur Folge, daß sie verzweifelte, in der Garage das Auto anließ und durch die Autoabgase Selbstmord beging Sie hinterließ 2 Kinder, die von einer Katholischen Frau aufgenommen wurden, die selbst schon 3 Kinder hat, weil von der WT-ZJ-Organisation sich keiner um sie kümmerte.

BOMBENEXPLOSION IM WT-KÖNIGREICHSSAAL
CVN aus Sydney. - Wie am 22.7.1985 bekannt wurde, explodierte an diesem Wochenende in einem WT-Königreichssaal in Sydney/Australien eine Bombe, die unter dem Podium gelegt worden war. Es gab, soweit bisher bekannt, einen Toten und 43 Schwerverletzte unter den anwesenden ZJ. Der katholische Malteser-Hilfsdienst leistete sofort die erste Hilfe. Der Bombenleger und seine Motive wurden bisher nicht genannt. Eine zusätzliche Problematik entstand dadurch, daß für die Schwerverletzten lebensrettende Bluttransfusion nach dem WTG-Blutkult für Blut verweigert wird, so daß mit weiteren Toten gerechnet werden kann.

Unvermeidlich ergeben sich aus diesem Vorfall ernste Überlegungen. Einmal mehr erwiesen ist, daß keine Engel Gottes mit dieser Organisation sind. Wenn, dann müßte es hier der Fall sein. Im Grunde werden die ZJ unter der WTG vor nichts bewahrt, was irgend menschenmöglich oder durch Naturgesetz oder Naturgewalt möglich ist. Hier nicht mal vor einem beliebigen Verbrecher. Die WT-behauptete „Leitung durch Engel" sowie WT-gemäße Gebete, die sicher für jene Zusammenkunft in Sydney zuvor gesprochen wurden, sind WT-Illusionen. Die gesamte WTG-Geschichte in ihren Irrungen und Wirrungen beweist das schließlich.

Was könnte man über den Bombenleger sagen? Es gibt ungerechte WT-Ausschlüsse, ungerechte Gemeinschaftsentzüge, die immerhin für die Betroffenen den „zweiten Tod". bedeuten oder ankündigen lt. WT. Wie der WT vom 15.1.53 auf Leserfrage erklärte, haben Gemeinschaftsentzogene den Tod verdient und sollten nach dem AT „gewißlich" getötet werden, wofür den ZJ allerdings „Schranken auferlegt" seien. Dann kann jemand schon in Empörung, Wut und Rache an der WT-Organisation verfallen. Andere mögen im einfältigen WT-Glauben ihr Kind auf dem Altar des WT-Blutkultes geopfert haben und nun erkennen, daß das nicht Gottes Wille, sondern WT-Willkür war, gibt es doch selbst in der leitenden Körperschaft der WTG Uneinigkeit über diesen Kult. Auch dadurch kann jemand hingerissen werden, als Vergeltung zu einer Bombe zu greifen. Es kann auch das Zurückschlagen des Hasses sein, den die WTG durch die ZJ verbreitet, wenn sie Andersglaubende als geistige Hurer und vernichtungswürdige Feinde Gottes anprangert.

Auf jeden Fall hat dieser Bombenanschlag noch seine Folgen! Wenn der WTG-Blutkult eine Rolle spielen sollte, dann kann es gar soweit kommen, daß sich Zeugen finden, die ihre geopferten Kinder in Blutkultprozessen gegen die WTG rächen wollen! Wie schon verlautbarte, fällt wahrscheinlich das WTG-Blutkultdogma, wenn WTG-Präsident F. W. Franz stirbt, auf den man alle Schuld wälzen kann, und einem Toten kann keiner mehr den Prozeß machen. -

„Christliche Verantwortung," Herausgeber Henry Werner; DDR 6500 Gera, Otto-Dix-Str. 6
Preis: 0,20 M; Jahresabonnement; 2,- M; Versand auch kostenlos
Konto-Nr, 4564-30-1952; Genossenschaftskasse für Handel und Gewerbe, Gera

A 1117/85 V 7 1 1824 N 2

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