Kommentare zu den eingescannten CV-Ausgaben
CV 192
Ziemlich
„durchsichtig" und heuchlerisch, wirkt auch die in dieser Ausgabe abgedruckte
Behauptung:
„Es ist geradezu erstaunlich,
wie wenig Zeit die Ältesten für den Predigtdienst einsetzen. Meist
sind es die einfachen Verkündiger, insbesondere die, die an materiellen
Dingen wenig besitzen, die die Hauptarbeit leisten. ... So gibt es viele
Alteste, die in ihren Betrieben dafür bekannt sind, regelmäßig,
ja oft mehr als sogenannte "Weltmenschen", Überstunden machen. Was kommt
dabei heraus? Die meisten Altesten sind PKW-Besitzer, oft fahren sie teure
Wagen, wie Dacia, Shiguli usw. Als Entschuldigung wird dann angeführt,
dieser Wagen sei unerläßlich für den Predigtdienst. Nur wie
wollen sie es rechtfertigen mit dem geringen Aufwand an Predigtdienststunden?"
Selbst wenn es denn
so gewesen wäre, was in dieser kategorischen Form zweifelhaft ist, stellt
sich die Frage nach dem „Na und?..."
Wollte die CV nicht
gerade dabei mithelfen, die Predigttätigkeit der Zeugen zu reduzieren?!
Dann könnte genau das ihr doch nur recht sein.
CV CHRISTLICHE VERANTWORTUNG
MONATSSCHRIFT DER STUDIENGRUPPE CHRISTLICHE VERANTWORTUNG
BEGRÜNDET 1959 VON WILLY GD, GERA/THÜR, DDR
NR. 192 GERA JULI 1985
EDLER GESINNT SEIN UND PRÜFEN
Wir prüfen die WT 3 und 4/85
DIE DIENSTBERICHTTABELLE
Zeugen schreiben uns
WAS BEDEUTET ES, CHRIST ZU SEIN
Wie steht es mit den Ältesten?
WTG-KONGRESSE UND DER FRIEDEN
Von der CV-Beratung in Berlin
DER GÖTTLICHE NAME, DER FÜR IMMER BLEIBEN WIRD
WEITER CHRIST SEIN NACH DER ABKEHR VOM
WT-GLAUBEN
- Forum für die Neuorientierung -
Liebe Brüdern und Schwestern!
WIR eröffnen hiermit ein Forum für Anregungen,
Hinweise, Überlegungen und Gedanken, die der nun fälligen Neuorientierung
nach der inzwischen 100jährigen WT-Endzeitirrfahrt dienen sollen. Jeder
möge das durchaus als Herausforderung sehen. Sollen ruhig alle die Dinge
zur Sprache kommen, die da als Hindernis weiter im Wege stehen und hemmen.
Soweit wir sie kennen, werden wir jegliche Einwände vorwegnehmen, weitere
sollten freimütig gemacht und mitgeteilt werden. Natürlich kann
nicht alles auf einmal behandelt werden. Doch viele sitzen gleichsam auf
dem Zaun und fragen sich, wohin? Was tun? Da ihnen die WTG alles andere gründlich
verteufelt hat, erscheint ihnen die WT-Organisation immerhin als das kleinere
übel, alles andere sei viel schlimmer. Und so keuchen sie weiter unter
ihr dahin, doch voller Fragen. Ist das so? Man möge antworten!
In christlicher Verantwortung bleiben
CV weist ununterbrochen nach, daß die WT-Verkündigung
einer Endzeit heute, bunter denn je ausgemalt, unglaubwürdig und haltlos
ist und niemanden ernsthaft als Lebensorientierung gepredigt werden kann.
Jeden Aufrichtigen zwingt das zu einer gründlichen Überprüfung.
Zwar spricht die WTG jeden persönlich und familiär an. Sie zielt
mit ihrer Endzeitfalschverkündigung jedoch grundsätzlich auf das
gesellschaftliche Verhalten und die gesellschaftlichen Verhältnisse
überall. Damit stellt sich jedem automatisch auch die Frage nach einem
neuen gesellschaftlichen Denken und Verhalten als Christ. Denn auch der Christ
ist ein soziales oder gesellschaftliches Wesen. Oder etwa nicht? Keiner kann
sein Brot allein backen. Aber jeder lebt (zwar nicht allein, Jesus) buchstäblich
zuerst vom Brot. Muß sein Brot verdienen. Ist existentiell auf die
anderen Mitmenschen, als Gesellschaft, angewiesen. Das auftauchende Grundproblem
ist also eine gesellschaftliche Neuorientierung als Christ, durch den WT-Endzeitirrweg
aufgezwungen. Wohl an denn!
Eine neue Endzeitdeutung vornehmen?
ES sollte genügen, daß die WTG schon dreimal
gezwungen war, die gesamte Offenbarung der Bibel neuzeitlich umzudeuten:
Band VII Schriftstudien, Licht I/II, Babylon-Bücher. Es hat wirklich
keinen Zweck, einen neuen Propheten spielen zu wollen, sich in neuen Weltprophezeiungen
zu ergehen und neue "Erfüllungen" zu konstruieren und zu verbreiten.
Die Zeit dieser geistigen Gaben ist seit dem Urchristentum vorbei (1. Kor.
13:13). Nur in Naivität, Verantwortungs- oder Skrupellosigkeit und in
Mißachtung dessen könnte man das tun und damit von Haus zu Haus
laufen. Ein Christ muß sich auf Glaube, Hoffnung und Liebe, wirklich
gemäß der Bibel, beschränken und bescheiden. Wer darüber
hinausgeht, muß wie die WTG zum falschen Propheten werden. 5. Mose
18:20-22; Sprüche 30:6; 1. Kor. 4:5, Christliche Verantwortung verbietet
also jedes heutige Prophetspielen als Prophetarrogonz. Es bleibt nach dem
Evangelium nur Glaube, Hoffnung und Liebe, wobei Erkenntnisse , also Konfessionen
untergeordnetes Stückwerk bleiben, 1. Kor. 13;9, man darin also tolerant
werden muß.
Was das Leben einfach gebietet
WIE gesagt, es ist nach dem "WTG-Irrweg eine grundsätzlich
soziale Neubesinnung erforderlich, Spricht doch die WTG jeden selbst an auf
seine Sehnsucht nach Glück, Gerechtigkeit, Frieden, Wohlfahrt, packt
ihn bei seinen nur zu berechtigten menschlichen sozialen Bedürfnissen,
wie ihre neuen bunten Bilder unübersehbar zeigen. Der 100jährige
Bankrott dieser Paradiesprophetie läßt grundsätzlich keinen
anderen Ausweg.
NATÜRLICH ist diese Neubesinnung ein bestimmter längerer
Prozeß des Prüfens, Begreifens, auch der Beobachtung, ehe innere
Neuentscheidungen fallen mögen. Niemand fällt nach der WTG in einen
Abgrund. Die WTG möchte das zwar, um abschreckende Beispiele zu haben.
Und sie versucht auch, jeden so abzurichten, daß er sich nach ihr nicht
mehr zurechtfindet, und so auf Gedeih und Verderb bei ihr bleibt. Aber es
gibt ein Christsein nach ihr! Wie es das auch schon hundert und tausend Jahre
vor ihr gab! Das Leben in seinen menschlichen, persönlichen, familiären
und existentiellen Forderungen ist stärker! Praktisches Christsein ist
also weiter möglich! Darauf sollte man sich zunächst besinnen und
orientieren. Praktisches christliches Leben jenseits der WTG ist möglich
wie hundert und tausend Jahre vor ihr schon! Nach und nach begreift man auch
die sozialen und gesellschaftlichen Zusammenhänge, in denen sich das
alles unabdingbar vollzog und vollzieht. Jede CV-Ausgabe hilft ein Stückchen
mehr, hinter die WTG-Kulissen zu schauen und das Leben als Christ neu in
den Griff zu bekommen.
Die Augen offen halten
WER auch immer in unserem Lande Christ sein und bleiben
will, muß dies als Bürger eines sozialistischen Staates tun. Für
Millionen ist das kein Problem. Doch die WTG hat es mit ihrem Antikommunismus
zum Problem gemacht. Andere natürlich auch. So stellt sich auch diese
gesellschaftliche Frage. Natürlich wird sich CV weiter ständig dieser
Frage speziell widmen. Doch man zu sich weiter umschauen. Wie Christsein
jenseits der WTG möglich ist, praktisch wie theoretisch, kann man u.a.
auch ständig in der NEUEN ZEIT, der Tageszeitung der CDU lesen und verfolgen.
Es dürfte außer Frage stehen, daß man als Erwachsener sich
von der WTG nicht das Zeitungslesen verbieten läßt. Die CDU hat
die Aufgabe, nicht jeden für sich zu gewinnen, wohl aber jedem Christen
zu helfen, welchem Konfessionsstückwerk er auch immer angehört,
sich in einer sozialistischen Gesellschaft zurechtzufinden und ihn darin
zu begleiten und Weggefährte zu sein. Man könnte auch die katholische
BEGEGNUNG lesen; den evangelischen STANDPUNKT, das katholische ST. HEDWIGSBLATT,
das ev. freikirchliche WORT UND WERK und die Zeitungen der evangelischen
Kirchen. Jeder Pfarrer wird da gern aushelfen. Vor dem Hintergrund des 100jährigen
WT-Endzeitirrwegs sollte das alles nicht schwerfallen. Alles kann man mit
großem Gewinn lesen, um sich den Weg als Christ in Glaube, Hoffnung
und Liebe neu zu ebnen. "Zu starker Tobak" diese Hinweise? Auch das ist zu
klären. Was steht dem angesichts des 100jährigen WT-Endzeitirrwegs
entgegen?
ES bleibt der Zwang aus diesem Irrweg, über Christenpflicht
und Bürgerpflicht neu nachzudenken, und ganz besonders da, wo man Familien-
und Erziehungspflichten hat! Ja, da ganz besonders!
Mit CV den künftigen Weg finden
DER Countdown der haltlosen WT-1914-Endzeit läuft!
1994 kommt der Kollaps (Psalm 90:10). So ist die Zeit für die Neuorientierung
endgültig herbeigekommen! Unser Forum wird dazu die verschiedensten
Gesichtspunkte behandeln, vorstellen,- in den Raum stellen, diskutieren,
aufwerfen, Wer CV ständig liest, wird damit nicht-nur zu den Bestinformiertesten
über die WTG gehören. Er wird sich nach und nach herausfinden aus
den WT-Bindungen, die ihn da bei seinen andererseits verständlichsten
Sehnsüchten packen, und von Illusion zu Illusion, zu Fata Morgana, zu
Trugschluß und Enttäuschung führen, über 100 Jahre schon,
Sicher wird CV einmal überflüssig werden, wenn der Weg gefunden
ist. Jetzt aber sollten alle danach trachten, in allem festen Grund unter
die Füße zu bekommen, bevor das WT-1914-Endzeitgebäude nach
Psalm 90:10 unabwendbar 1994 ausgehöhlt und inhaltsleer den Kollaps
bekommt und zusammenbricht. Macht eure Einwände, stellt eure Fragen!
- Eure CV-Geschwister -
WTG-KONGRESSE "KÖNIGREICHSMEHRUNG"
1984 UND DER FRIEDEN
Mit Ausführungen von einer CV-Beratung in Berlin
Gegen die Friedensbewegung
DIE WTG-Harmagedonkriegsmoral bewirkt natürlich eine
absolute Gegnerschaft zur gegenwärtigen internationalen Friedensbewegung
gegen Atomrüstung, und Atomkrieg. So findet man keinen einzigen WT-hörigen
ZJ in dieser Friedensbewegung. Schon seit Jahrzehnten verhöhnt die WTG
in Mißbrauch der Bibel jede menschliche humanistische Friedensinitiative,
man meint, dabei Himmler herauszuhören: "Siehe, ihre Helden schreien
draußen, die Friedensboten weinen bitterlich,' (Jesaja 33:7) Doch ringe
nicht die Hände, noch weine um sie. Die sich zur Bibel bekennenden Christenheit
offenbart ihre Verachtung für Gottes Wort durch ihre krasse Unwissenheit
über die wahren biblischen Lehren. Sie verdient nichts Besseres als
die barbarischen Kriege, die Flut von Verbrechen, die Kriminalität,
die allgemeine Unsittlichkeit und die sich mehrenden Drangsale, in die sie
geraten ist." (Die einzige Hoffnung auf Frieden. WTG Wiesbaden T 10-X)
1983 wurde in der WTG-Zeitschrift "Erwachet" für Öffentlichkeitsarbeit (8. April 1983) eine Kampagne gegen die Friedensbewegung gestartet, buchstäblich unter einer falschen, scheinheiligen Alternative: "Wahrer Friede und Sicherheit - Durch Einfrieren der Atomwaffen oder durch Gottes Königreich?" Das kann man ehrlicherweise doch überhaupt nicht anbieten! Ist doch das Kommen dieses WT-Königreiches Gottes bald ein halbes dutzendmal als falsche WT-Prophetie und damit als bloße Legende erwiesen: 1914, 1925, 1945, 1975. Wer soll denn das noch glauben! (5. Mose 18:20-22.) Andererseits bedeutet diese WTG-Fragestellung, daß sich kein wahrer Christ an der Friedensbewegung zum Einfrieren (Freeze) der Atomwaffen beteiligen darf, da er sonst gegen das Königreich Gottes sei, was seine Vernichtung bedeute. So ist dieses obendrein sogar noch Glaubens- und Gewissenszwang.
Es stimmt: „Im vergangenen August sprach der amerikanische Präsident Ronald Reagan zu einer internationalen Gruppe hochgestellter Vertreter der katholischen Hierarchie… und brachte diesen Punkt - einen der Hauptinitiatoren der Friedensbewegung, die Geistlichkeit, zum Schweigen zu bringen - zur Sprache. Er appellierte an die Katholiken, das Einfrieren von Atomwaffen abzulehnen" (Erw. 8.4.1983). An die WTG braucht er wahrlich nicht zu appellieren. Die hat er hier auf seiner Seite, wie wir sahen. Mehr! Sie prangert alle an, die die Friedensbewegung unterstützen: „Wissenschaftler, Ärzte, Katholische Initiativen, Protestantische Initiativen, Initiativen der orthodoxen Kirche, Buddhistische Initiativen" „Gott wird … alle Nationen vernichten, die sich s e i n e r Friedensbewegung widersetzen" (Erw. 8.4,1983), d.h., den heutigen WT-Zeugen, deren „Friedens„-Predigt letztlich darin besteht, daß alle anderen „nichts Besseres" verdienen als „barbarische Kriege, Verbrechen, Unsittlichkeit und sich mehrende Drangsale", wie wir sahen.
AM SCHEIDEWEG
WIR sehen, die WTG bekennt Farbe. Ihre unglaubwürdige
Königreichsprophetie kannst du dabei vergessen. Als ZJ mußt du
dich entscheiden, ob du mit ihrer Friedensdemagogie auf den Lippen weitermarschieren
willst. 1985 ist es für die WTG später als du denkst.
-P.
EDLER GESINNT SEIN UND PRÜFER APG.
17:11
WIR PRÜFEN DIE WACHTTÜRME NR. 3 UND 4/85
NEBENARTIKEL
„Harmagedon von einem Gott der Liebe?"
„Warum Harmagedon kommen muß"
EIN MASSENMORD - DIE WTG FROHLOCKT
„Ja, Blut wird in Strömen fließen, wenn Gottes
Hinrichtungsstreitkräfte zur Tat schreiten. Die 69 Millionen Toten der
zwei Weltkriege werden nichts sein im Vergleich zu den Opfern des Krieges
Gottes von Harmagedon …"
„Die Menschheit wird weltweit durch brennende Geschosse,
Feuerregen und andere verheerende elementare Kräfte, die mit dem Gericht
Gottes einhergehen, in Schrecken versetzt werden. In der allgemeinen Verwirrung
wird sich ein jeder gegen seinen Nächsten wenden." (Seite 4)
EINE Massenmordankündigung, die ihresgleichen auf der
Erde entbehrt! Im Vergleich hierzu verblaßt selbst die Version eines
begrenzbaren Atomkrieges in Mitteleuropa des USA-Präsidenten Reagan.
MILLIONEN MENSCHEN KRIMINELL?
UND doch behauptet dieser WT:
„In Wirklichkeit, muß die Schlacht von Harmagedon
gekämpft werden, w e i 1 Gott Liebe ist. Es ist Jehovas Vorsatz, auf
der Erde den ursprünglichen paradiesischen Zustand wiederherzustellen
und die Menschheit in Frieden und Vollkommenheit darauf leben zu lassen,
'ohne daß jemand sie aufschreckt' (Hesekiel 34:28; Micha 4:3,4; Offenbarung
21:4). Was muß daher mit denjenigen geschehen, die die Sicherheit des
wiederhergestellten Paradieses durch ihre kriminellen Handlungen und ihre
Gewalttätigkeit gefährden würden?" (Seite 5)
Die Schreiber dieses Wachtturms müssen sich wirklich
in sehr schlechter Gesellschaft befinden, da sie behaupten, Millionen, ja
sogar Milliarden von Menschen wären kriminell und gewalttätig.
Zwar könnte diese Behauptung u.U. das angebliche Vorhaben
Jehovas, die „Weltmenschen" zu vernichten, rechtfertigen.
GLAUBE AN 1914 - ODER TOD
EINE derartige Unterstellung entbehrt aber jeder Grundlage
und das wissen die Brooklyner ZJ auch. Stellen sie doch auf. Seite 23 eine
andere Version auf:
„Während des 'Abschlusses des Systems der Dinge', der
seit dem Ende der Heidenzeiten im Jahre 1914 andauert, unterscheiden sich
die 'Schafe' von den Böcken in der Deutung des 'Zeichens' der 'Gegenwart'
Jesu . "
Hier liegt der „springende Punkt": Laut WTG-Lehrmeinung
werden all die vernichtet, welche nicht an die WT-Jahreszahl' 1914 und dessen
angebliche Bedeutung mit den Folgeerscheinungen glauben. Diese Personen (von
der WTG „Böcke" genannt) sind dann eben kriminell und gewalttätig
- sie müssen es sogar "ein. Eine andere Möglichkeit läßt
die leitende Körperschaft nicht zu.
Wird an diesem Beispiel nicht ihre arrogante
und selbstsüchtige Haltung deutlich? Wer sind die Zeugen Jehovas im
Weltmaßstab gesehen?
Wieviel Millionen Menschen gibt es, die von den Zeugen Jehovas
noch nie etwas gehört haben! Und wenn sie dann mehr oder weniger zufällig
von dieser Organisation etwas vernehmen - sollen sie sich dann sogleich „mit
fliegenden Fahnen" ihr anschließen?
Ihnen wird nichts anderes übrigbleiben, da sie sonst
vernichtet werden.
So jedenfalls die Logik der WTG,
WACHTTURM NR. 4/85
STUDIENARTIKEL
„Die 'anderen Schafe' und das Abendmahl des Herrn"
KRITIK AUS DEN EIGENEN REIHEN
BEZÜGLICH ihrer eigenwilligen Betrachtungen zum Abendmahl
gerät die WTG zunehmend in das Kreuzfeuer öffentlicher Kritik.
Im Mittelpunkt steht dabei die Tatsache, daß, außer den sogenannten
Überrestgliedern, allen anderen Menschen die Teilnahme an den Abendmahlsymbolen
verweigert wird. Unruhe macht sich in den eigenen Reihen bemerkbar:
„Einige haben den Gedanken geäußert, die immer
zahlreicher werdenden 'anderen Schafe' sollten von den Symbolen nehmen. Ihre
Begründung lautet: Da 'das Gesetz' einen Schatten der künftigen
guten Dinge' hat und da es eines der Erfordernisse des Gesetzes war, daß
sowohl die Israeliten als auch die beschnittenen ansässigen Fremdlinge
am Passah teilnahmen, müßten eigentlich beide Klassen schafähnlicher
Personen in der 'e i n e n Herde' unter dem 'e i n e n Hirten' von den Gedächtnismahlsymbolen
nehmen"" (Seite 17)
EINE SCHWACHE WTG-ARGUMENTATION
Eine logische Schlußfolgerung! Allerdings wäre
dann die beanspruchte Vormachtstellung des „Überrestes" und besonders
des „klugen Knechtes" in Frage gestellt. Dies kann z.Zt. die leitende Körperschaft
auf keinen Fall zulassen. So bastelte sie sich eine Argumentation zusammen,
die aber nur auf „wackligen Beinen" steht:
„Dennoch war das Passah strenggenommen kein Vorbild vom
Abendmahl des Herrn. Warum nicht? Bei der Einsetzung des Passahs in Ägypten
wurde zwar das Fleisch des gebratenen Lammes gegessen, aber nicht sein Blut.
Im Gegensatz dazu gab Jesus bei der Einsetzung des Mahles zum Gedächtnis
an seinen Tod den damals Anwesenden eigens die Anweisung, sein Fleisch zu
essen und sein Blut zu trinken, dargestellt durch das Brot und durch den
Wein (2. Mose 12:7, 8; Matthäus 26:27,28). In diesem sehr wichtigen
Punkt, hinsichtlich des Blutes war das Passah kein Vorbild vom Abendmahl
des Herrn." (Seite 18)
BIBEL WIDERLEGT FALSCHE ANSICHT
DER letzte Satz läßt aufhorchen. Liest man doch
in Hebräer 9:15-27 etwas ganz anderes.
„Demzufolge wurde auch der frühere Bund nicht ohne
Blut eingeweiht. Denn als jedes Gebot gemäß dem Gesetz von Moses
zum ganzen Volk gesprochen worden war, nahm er das Blut der jungen Stiere
und der Ziegenböcke mit Wasser und Ysop und besprengte das Buch selbst
und das ganze VoIk, indem er sprach: 'Dies ist das Blut das Bundes, den Gott
euch als Gebot auferlegt hat.', Und er besprengte das Zelt und alle Gefäße
des öffentlichen Dienstes glücklicherweise mit dem Blut Ja, fast
alle Dinge werden mit Blut gereinigt nach dem 'Gesetz', und ohne Blutvergießen
gibt es keine Vergebung." (Hebräer 9:18-22; NW)
Man erkennt eindeutig: Das Blut spielte
schon beim Passah eine überragende Rolle, Natürlich durfte es nicht
getrunken werden; für den Israeliten wäre dies eine Todsünde
gewesen. Ebenenwenig tranken während des Abendmahls Jesu Jünger
sein Blut; Wein ist schließlich „nur" das Symbol des Blutes.
Das wichtige aber bleibt erhalten:
Die reinigende Wirkung des Blutes.
Somit kann das Passah sehr wohl als Vorbild vom Abendmahl
gesehen werden.
Die Schlußfolgerungen aus dieser Erkenntnis sind für
jeden ZJ tiefgreifend. Um so mehr möge er seinen Standpunkt in dieser
Frage überprüfen.
NUN ENDLICH RICHTIG
„Schon oft wurde darauf hingewiesen, daß Kriege von
Menschen geführt werden, nicht von Waffen." (Seite 7)
SO? Zwar ist diese Deutlichkeit lobenswert. So sehr o f
t wurde aber darauf im WT noch nicht hingewiesen.
Im Gegenteil! Diese Tatsache wurde sogar bewußt verschleiert.
Und dies erst im WT 2/85!
„Durch die Technologie wird noch etwas anderes verschlimmert,
was Regierungen nicht verhindern können; Kriege! Es war die Technologie,
die die Erde im Ersten Weltkrieg durch die Einführung des Maschinengewehrs,
des Unterseebootes, des Kampfflugzeugs, des Panzers und des Flammenwerfers
in ein Schlachthaus verwandelte."
(Seite 12)
- G. R. -
DER GÖTTLICHE NAME, DER FÜR
IMMER BLEIBEN WIRD (II)
Jahwe ist immerhin noch ein Name
Der neuzeitliche Stand der Forschung ist der, so wie er
zu Lebzeiten des Mose noch tatsächlich gesprochen wurde, nicht wiederherstellen
läßt. Diese Erkenntnis bewog darum auch den Brockhaus Verlag,
die alte Elberfelder Übersetzung einer Revision zu unterziehen, Das
Wort Jehova wurde durch HERR ersetzt, womit durchaus korrekt die Wiedergabe
des Tetragrammatons aus dem Grundtext gewährleistet ist. Durch die Großbuchstaben
HERR werden dem Leser die betreffenden Stellen mit dem Vorkommen des JHWH
deutlich genug angezeigt.
Die verzerrende Polemik der WTG ist auf
diesem Sachgebiet also völlig absurd und muß entschieden zurückgewiesen
werden.
Wenn schon vom Aussprechen eines Namens die Seligkeit abhinge,
wie das die WTG darzustellen versucht, dann käme am ehesten noch der
Name Jahwe in Betracht, denn diese Aussprache des JHWH ist immerhin tatsächlich
noch ein Name, wohingegen Jehova überhaupt kein Name ist, sondern ein
zusammengesetztes Wortgebilde aus verstümmelten Silben verschiedener
Herkunft. Im Kirchenlexikon von Wetzer und Westes (Verl. Herder, Freiburg
im Breisgau, 1889) findet sich diesbezüglich auch ein reichhaltiges
und den Leser völlig überzeugendes Anschauungsmaterial. Zu Jahwe
sei hier die kleine Passage vermerkt:
„Über die Aussprache des Tetragramms
berichten Einiges die Kirchenväter. Das Wichtigste ist, daß nach
Theodoret die Samaritaner das selbe 'laße auch 'laßa aussprachen,
und daß Epiphanius (Adv. Heer 40,5) unter anderen Namen der jüdischen
Gottheit 'laße anführt. Denn hier tritt ganz offenbar die Lesung
Jahve hervor" (1277).
Und nach Aufzeigen einer Fülle von Kurzformen hier
die knappe Feststellung:
„Aus Jehova erklärt sich keine, aus Jahve jeder der
mit dem Wort vorgenommenen Abkürzungen" (1278)
Jehova ist eine künstliche Formel
„Um das Aussprechen des Jahewnamens zu vermeiden, haben
die Masoreten zwischen die vier Konsonanten („Tetragramm") des heiligen Namens
JHWH die Vokale e-o-a (bzw. e-o-a) des Wortes Adonai eingefügt. Daraus
ist die künstliche Namensform 'Jehova' entstanden" (Lexikon der biblischen
Eigennamen, Patmos Verlag Düsseldorf). Claus Westermann/Gerhard Gloege:
„Tausend Jahre und ein Tag", Kreuz Verlag Stuttgart - Berlin 1982, Seite
78:
„Von daher (dem Herabsteigen Jahwes) ist
es zu verstehen, daß die Israeliten in späterer Zeit diesen Namen
nicht mehr auszusprechen wagten und statt dessen überall dort, wo im
Text dieser Name Jahwe stand, 'der Herr' sagten. Dadurch, daß den Konsonanten
des Namens Jahwe die Vokale des Wortes für 'Herr' untergelegt wurden,
wurde von Späteren, die den Zusammenhang nicht mehr kannten, der Name
'Jehova' ausgesprochen. Diese Aussprache beruht auf einem Irrtum, es hat
sie in Israel nie gegeben."
Wenn die WTG dem allseits bestätigten Irrtum bezüglich
der Formel Jehova dennoch huldigt, muß sie eine bemerkenswerte Vorliebe
für den von der Bibel gekennzeichneten großen Irrtumstifter entwickelt
haben. (2. Kor. 4:4)
JHWH - der verhüllte Christus
im Alten Testament
DER göttliche Name, der für immer bleiben wird,
soll Jehova sein? Wie erbärmlich ist doch die offenkundige Absicht der
WTG, den von Gott selbst verordneten und heute für uns allein gültigen
Namen Jesus Christus mit verzerrender Polemik in den Schmutz zu ziehen. Schon
im AT war ER als das, ausgesandte „Wort" der Träger des Namens seines
göttlichen Vaters. Für die Zeugen Jehovas wäre es ratsam,
in der konfessionseigenen NW-Bibel einmal den Text von 1. Mose 19:24 sich
sehr genau anzusehen! Und wenn es in Joh. 1:18 heißt:
„Niemand hat Gott jemals gesehen; der eingeborene Sohn hat ihn kundgemacht", dann ist jedem gesund denkenden Menschen klar, daß der im AT auftretende sogenannte Jehova kein anderer sein kann als. der SOHN, und zwar schon von Adam an. Dieser Bibelbefund ist auch allen Ernstes Tatsache. Aus der Fülle der Beweise hier zwei Beispiele:
1.) Mose spricht mit JHWH von Mund zu
Mund und sieht sein „Bild" (4. Mose 12:8), Paulus sagt, das „Bild" Gottes
ist Christus (Kolosser 1:15).
2.) Das Volk murrt wider Mose und verlangt Wasser.. Jehova
stellt sich als Fels am Horeb auf und Mose schlägt mit dem Stab auf
den natürlichen Felsen, worauf Wasser aus dem Felsen kommt (2. Mose
17:3-7). Paulus erklärt den stets anwesenden Jehova zu einem geistigen
Felsen, aus dem alle tranken, und er sagt dieser Fels sei Christus (1. Kor.
10:1-4)!
IN diesem Zusammenhang ist es nützlich, sich die Meinung des zuletzt zitierten Buches („Tausend Jahre und ein Tag") für das soeben Dargelegte als zweites Zeugnis einzuholen: „Der Name selbst, Jahwe (2. Mose 3:15), ist ungedeutet bis auf den heutigen Tag. Es gibt eine Fülle von Deutungsversuchen, keiner von ihnen konnte bisher volle Sicherheit beanspruchen. Doch ist es ein wirklicher Name, ein Eigenname wie Zeus oder Wotan oder Jupiter. Er entspricht nicht genau unserem Begriff Gott (im Alten Testament elohim), auch nicht unserem Begriff Herr (im Alten Testament adonai), sondern eher einem Namen wie Jesus," (77) Und tatsächlich, dies ist auch wirklich der Fall. Mehr noch: in Anbetracht von 2. Mose 23:21 hat sich der verloren geglaubte Name Gottes, im Text des AT nur noch durch das JHWH als „Tetragramm" erhalten, im Namen JESUS in seiner vollen Bedeutung erneut kundgetan. In Jesus selbst ist ja der alte Name enthalten, wie auch jedes Lexikon ausweist. Diesen Namen schenkte der Vater seinem Sohn bei der Geburt zwecks Stiftung des Neuen Bundes (Lukas 1:31,32) als Mensch und Mittler (1. Tim. 2:5). Und erneut bestätigte der Vater die Schenkung dieses Namens für den Sohn, nachdem dieser das Werk vollbracht hatte und sich als erhöhter Herr neben den Vater setzte. Darum -muß sich im Namen JESUS als allein gültigen Namen unter dem Himmel jedes Knie beugen gemäß Philipper 2:9-11. Ein Vergleich mit Jesaja 45:23 ist hier lohnenswert.
Zum Abschluß nochmals das letztzitierte
Buch:
„So wie der eine, durch den Gott sein Werk der Heilung der
Welt tat, einen gewöhnlichen Menschennamen trägt: Jesus, so hat
Gott sich seinem Volk am Anfang in einem Namen offenbart, der einer unter
anderen ist. Er hat dem Mose nicht einen hohen Gottesbegriff gesagt, sondern
einen gewöhnlichen Namen. Schon dieser Anfang der Offenbarung hat etwas
von dem Herabsteigen, von der Erniedrigung Gottes, die in Jesus Christus
zu ihrem Ziel kam" (S. 78).
-Frank Petavius-
Illustration von Martina Funke.
GOTTES REGIERUNG KOMMT ZUR MACHT (II)
16. Kapitel „Du kannst für immer im Paradies auf Erden
leben"
Das absolute Datum 607 v .u. Z.
Gerade dieses gravierende Datum ist der zentrale Dreh- und
Angelpunkt der gesamten WT-Chronologie. Mit ihm steht und fällt jede
WT-Lehre, und dazu der einzigartige endzeitliche Missionsanspruch, zu dem
ja diese Gesellschaft im Namen Jehovas angetreten ist. Eine so hohe Missionsberufung
muß allerdings in der Schrift erkennbar sein, deshalb wollen wir in
ihr dem Jahre 607 v u. Z. einmal gezielt nachgehen. Zunächst wird es
nötig sein, den Herrscher des neubabylonischen Weltreiches Nebukadnezar
zeitlich richtig den drei letzten jüdischen Königen, Jojakim, Jojakin
und Zedekia zuzuordnen.
Laut Jeremia 25:1 war das erste Jahr der Herrschaft Nebukadnezars das vierte Jahr des Königtums Jojakims. Er besiegte bei Karchemis den Pharao Necho und trat eben in diesem Jahr seine Herrschaft an (Jer. 46:2). Jojakim regierte insgesamt elf Jahre und davon verbrachte er sieben unter den Augen Nebukadnezars (2. Kön. 23:36). Nach seinem Tode setzte sich sein Sohn Jojakin auf den Thron in Jerusalem (2. Kön. 24:6). Allerdings regierte dieser nur drei Monate und zehn Tage, denn im 8. Jahr seines Königtums führte Nebukadnezar Jojakin zusammen mit seinen Edlen nach Babylon ins Exil (2. Kön, 24:8-12; 13:17; 2. Chron. 36:9,10).
Dies war bereits die zweite Wegführung von Juden nach Babylon. Der ersten Wegführung, die unmittelbar beim Machtantritt Nebukadnezars stattfand, fielen Daniel und drei seiner Gefährten zum Opfer (Dan. 1:1-7). Jojakins Bruder Mattanja, der von Nebukadnezar unter dem Namen Zedekia auf den Thron in Jerusalem gesetzt wurde, regierte insgesamt 11 Jahre (2. Kön. 24:17,18; 2. Chron, 36:11; Jer. 52:1). Aber bereits im neunten Jahr seiner Regierung fiel er von Nebukadnezar ab und dieser kam und belagerte Jerusalem vom neunten bis ins elfte Jahr hinein, um es dann nach zweijähriger Belagerung einzunehmen und zu zerstören (Jer. 52:4,5; 2. Kön. 25:1,2; Jer. 52:12; 2. Kön. 25:8). Das war auch der Zeitpunkt der dritten und letzten Wegführung der Bewohner Judas und Jerusalems nach Babylon (2. Kön. 25:11; 2. Chron, 36:20). Demnach hatte Nebukadnezar im neunzehnten Jahr seiner Amtszeit den Staat Juda ausgelöscht (Jer. 52:12). So lautet der unumstößliche Bibelbericht. Versucht man nun die WT Chronologie in Harmonie mit der Bibel zu bringen, so entstehen kuriose Zeitgebilde ohne Sinn und Verstand. Der Prophet Daniel soll uns hier einmal stellvertretend für alle anderen Zeitmanipulationen des WT„Sklaven" als Beispiel dienen. Laut Tabelle im „Söhne-Gottes„-Buch Seite 53 trat Nebukadnezar seine Herrschaft im Jahre 625 v.u. Z. an. Es muß der Schrift entsprechend das Jahr der Gefangennahme Daniels und seiner Gefährten gewesen sein (Jer. 25:1; Dan. 1:1-7). Nehmen wir ein Lebensalter des Daniel von 20 Jahren zum Zeitpunkt seiner Verschleppung an, so war der Prophet im Jahre 607 v. u. Z. ungefähr 39 Jahre alt. Zu den laut WTG 70 Jahren Gefangenschaft, die von da an bis 537 v. u. Z. folgten, müssen noch einige Jahre des Wirkens Daniels im neuen Reich der Meder und Perser zugezählt werden. Auf diese Weise kommt für Daniel eine ungefähre Lebenszeit in vollster Aktivität von 115 bis 120 Jahren zustande. Dem steht aber das Schriftwort Psalm 90:10 gegenüber, in dem es heißt: „Unser Leben währet siebzig Jahre, und wenn's hoch kommt, so sind's achtzig Jahre, …"
Diese eindeutige Aussage trifft auch für den Propheten Daniel zu und damit ist wohl die Glaubwürdigkeit dieser WT-Rechnung zerstört. Das angeblich absolute Datum der WT-Gesellschaft, 607 v. u Z., ist und bleibt ihre eigene Erfindung. Folgerichtig sind die Daten der Erschaffung Adams, 4026 v. u. Z., die das Ende der bestimmten Zeiten der Nationen, 1914 u. Z., und die der Vollendung. der 6000 Jahre Menschheitsgeschichte, nämlich 1975 u. Z., in das Reich der Phantasie zu verweisen.
Das Jahr 605 v. u. Z.
ES ist eine schriftgemäße und historisch gesicherte
Tatsache, daß Nebukadnezar sein Königtum über das neubabylonische
Weltreich im Jahre 605 v. u. Z. angetreten hat. Erst von diesem Zeitpunkt
an sind die neunzehn Jahre währenden Ereignisse, die vom Exil Daniels
bis zur Zerstörung und Verödung Jerusalems währten, einzuordnen.
Im einzelnen teilen sich diese neunzehn Jahre wie folgt auf: Von 605 v.u.
Z, bis 597 v.u. Z. herrschte König Jojakim. Nach der dreimonatigen Amtszeit
seines Sohnes Jojakin kam Zedekia zur Macht und herrschte elf Jahre lang
bis hin zur Zerstörung Jerusalems im Jahre 586 v.u. Z., nachdem die
Stadt bereits von 588 v. u. Z. durch Nebukadnezar belagert wurde.
Klüger als Daniel
Jemand mag aber fragen:
„Wo steht denn in der Bibel, in welchem Jahr der Messias
auf der Erde erscheinen sollte?"
So beginnt der WT-„Sklave" den 13. Abschnitt seines 16. Buchkapitels
und zitiert dann Dan. 9:25 aus der wachtturmeigenen NW-Übersetzung.
Wir dagegen wollen diese Schriftstelle aus der Einheitsübersetzung wiedergeben:
„Nun begreif und versteh: Von der Verkündigung
des Wortes über die Rückführung des Volkes und dem Wiederaufbau
Jerusalems bis zur Ankunft eines Gesalbten, eines Fürsten, sind es …"
In der Tat, es ist nur von Rückführung des Volkes
und Wiederaufbau Jerusalems, keinesfalls vom Mauerneubau um die Stadt, die
Rede. Der WT-„Sklave" jedoch verbindet all diese Geschehnisse einfach miteinander
und mogelt sie dann in das 20. Regierungsjahr Arthahsasthas (Artaxerxes)
hinein. Aber bekanntlich regierte Arthahsasthas von 465 v. u. Z. bis 424
v.u. Z. und so liegt der Beginn der Prophezeiungserfüllung aus Dan.
9:25 schon im siebenten Jahr Arthahsasthas (Esra 7:1-10), während der
Mauerneubau Jerusalems erst im 20. Regierungsjahr Arthahsasthas, also 445
v.u. Z., zu suchen ist (Neh. 1-3). Diese Jahreszahl 455 v. u. Z., welche
der WT-„Sklave" als Datierung für den Mauerbau angibt, ist reine WT-Erfindung
und damit als unseriös abzulehnen. So beginnen demnach die siebzig Jahrwochen
im siebenten Herrschaftsjahr Arthahsasthas, also 458/57 v.u. Z. und diese
Tatsache ermöglicht es, den Erscheinungstermin Jesu Christi genau zu
ermitteln. Angesichts dieser von der WTG betriebenen Datenmanipulierung und
-verfälschung stellt sich dem aufmerksamen und an der Wahrheit interessierten
Bibelleser die Frage: Mit wem soll man nun den WT „Sklaven" vergleichen?
Vielleicht mit dem Fürsten von Tyrus, von dem es heißt:
„Weil sich dein Herz überhebt und
spricht: Ich bin ein Gott, und sitze auf einem Göttersitz mitten im
Meer, während du doch ein Mensch und nicht Gott bist; dennoch überhebt
sich dein Herz, als wäre es eines Gottes Herz -, siehe, du hälst
dich für klüger als Daniel, daß dir nichts verborgen sei,
und durch deine Klugheit und deinen Verstand habest du dir Macht erworben
und Schätze von Gold und Silber gesammelt und habest in deiner großen
Weisheit durch deinen Handel deine Macht gemehrt; nun bist du so stolz geworden,
weil du so mächtig bist;…" (Hes. 28:2-5)?
-MSH-
ZUR JETZIGEN WEITERVERSCHIEBUNG
AUF DIE NÄCHSTE GENERATION
Mit der nach 1914, 1925 und 1945 letzten Täuschung
der Hoffnung auf 1975 als Beginn des Tausendjahrreiches hat sich das gesamte
WT-Endzeitwerk endgültig als Fehlschlag erwiesen. Für alle Betroffenen
stehen also grundsätzliche Änderungen an. Neue mögliche Termine,
1994, 1996 oder 2000 machen das nur dringlicher. Über 100 Jahre geht
der WT-Mißbrauch von Matthäus 24:34 nun schon! Damit hat die WTG
jeden Anspruch auf Glaubwürdigkeit endgültig verspielt.
WAS BEDEUTET ES, CHRIST ZU SEIN?
JESUS CHRISTUS sagt in der Bibel über seine wahren
Nachfolger:
„Sie sind kein Teil der Welt, so wie auch ich kein Teil
der Welt bin" (Johannes 17:16).
Die ersten Christen hielten sich in vielerlei Hinsicht eng
an die christlichen Gebote und an das Beispiel, das Jesus Christus ihnen
gab. Joh. 18:36; Offb. 3:7-12; 3:14-18; Apg. 17:11. In der zuletzt aufgeführten
Bibelstelle heißt es:
„Diese nun waren edler gesinnt (die Beröer) als die
zu Thessalonich, denn sie nahmen das Wort mit der größten Bereitwilligkeit
auf, indem sie täglich in den Schriften forschten, ob sich diese Dinge
so verhielten."
Das ist eine Bibelstelle, die leider zu oft von der WTG mißbraucht wird, um alle, die ihr hörig sind, dazu anzuhalten, mehr den Wachtturm zu studieren, nicht etwa die Bibel. Die Bibel selbst studieren ohne WTG-Anleitung kann sogar zum Gemeinschaftsentzug führen. Die vielen Gemeinschaftsentzüge im Bethel in Brooklyn, die in letzter Zeit aus diesem Grunde vorgenommen wurden, beweisen es eindeutig!
Darüber sollte jeder Zeuge Jehovas
einmal unvoreingenommen nachdenken und er wird nicht umhinkommen zuzugeben,
daß die WTG ein falsches Spiel treibt. Auch gab es unter den ersten
Christen viele Arme. Offenbarung 2:9 beweist es:
„Ich kenne deine Drangsal und Armut …" Die ersten Christen
hielten sich auch streng an Römer Kapitel 13 und gaben dem Kaiser, was
des Kaisers ist. Sie waren dem Staat untertan, überprüften täglich
in der Bibel, ob ihre Handlungsweise richtig war (Apg. 17:11) und waren zumeist
sehr arm, wie bereits in Offenbarung 2:9 angeführt. Wie sieht es nun
aber heute bei den Zeugen Jehovas aus, die ja von sich behaupten, sie handeln
genauso und seien die wahren Nachfolger Jesu Christi? Halten sie sich jederzeit
an die Worte Jesu Christi in Matthäus 6:33.
„So fahrt denn fort, zuerst das Königreich und seine
Gerechtigkeit zu suchen, und alle diese Dinge werden euch hinzugetan werden."
Wie steht es in dieser Sache mit den Ältesten,
die ja der Versammlung Vorbild sein sollen?
Sie predigen den Interessierten und den einfachen Verkündigern
in der Versammlung das, was laut Bibel für wahre Christen gefordert
wird, wie zum Beispiel die Freizeit für den Predigtdienst einsetzen,
möglichst den Pionierdienst aufnehmen und sich mit dem Notwendigsten
zufrieden geben und nicht nach materiellen Dingen streben, wie etwa Überstunden
machen, sich mit Kleidung und Obdach zufrieden geben usw. (Matthaus 6:25,26).
Was aber sieht man, wenn man sich gerade die Predigtdienstberichte aus den meisten Versammlungen in der DDR ansieht? Es ist geradezu erstaunlich, wie wenig Zeit die Ältesten für den Predigtdienst einsetzen. Meist sind es die einfachen Verkündiger, insbesondere die, die an materiellen Dingen wenig besitzen, die die Hauptarbeit leisten. Haben die Ältesten soviel mit anderen Aufgaben in der Versammlung zu tun, wie so oft von ihnen behauptet wird?
Ihnen sei zugestanden, in gewissem Maße schon, aber wie sieht oft die Wirklichkeit aus? So: gibt es viele Alteste, die in ihren Betrieben dafür bekannt sind, regelmäßig, ja oft mehr als sogenannte „Weltmenschen", Überstunden machen. Was kommt dabei heraus? Die meisten Altesten sind PKW-Besitzer, oft fahren sie teure Wagen, wie Dacia, Shiguli usw. Als Entschuldigung wird dann angeführt, dieser Wagen sei unerläßlich für den Predigtdienst. Nur wie wollen sie es rechtfertigen mit dem geringen Aufwand an Predigtdienststunden?
Eigentlich müßten sie doch
gerade dadurch, daß sie mit einem guten Auto schneller an ihren Bestimmungsort
gelangen, mit ihrem Stundenanteil. einsam an der Spitze der Versammlung stehen.
Nicht viel anders sieht es aus mit der Wohnraumgestaltung,
denn bei vielen Ältesten ist zu beobachten, daß sie sich alle
5 bis 7 Jahre eine neue Wohnungseinrichtung zulegen. Ist das zu schaffen
mit nur einem Mindestaufwand an Arbeitsstunden? Wohl kaum. Es ist außerdem
für die Altesten sehr gut möglich Geld aus der „GH" abzuzweigen,
was sich die einfachen Verkündiger vom Munde abgespart haben. Einige
Beispiele in der DDR beweisen es eindeutig. Den einfachen Verkündigern
aber wird gesagt, sie sollen als Christ ehrlich leben.
In den kapitalistischen Ländern, in der BRD beispielsweise, legt die WTG ihr Geld in Prunkbauten wie Selters/Taunus an und hat dort bei den erforderlichen Arbeiten viele Zeugen Jehovas für ein Taschengeld beschäftigt. Sie denken gar nicht daran, daß Harmagedon so schnell kommt wie sie es selbst verkündigen. Sie planen viel weiter voraus. Das einfache „Fußvolk" wird dabei regelrecht zum Narren gehalten. Ebenso die meisten wohlhabenden Ältesten in der DDR; wenn sie wirklich glauben, daß Harmagedon schon morgen kommt, warum legen sie dann noch kurz vor Toresschluß soviel Wert auf materielle Dinge?
Allen sei gesagt, wer diese Dinge bei
WTG-Ältesten beobachtet; denke an die Worte aus Matthäus 23:3:
„Alles daher, was sie euch sagen, tut und haltet, aber handelt
nicht nach ihren Taten, denn sie sagen es wohl, handeln aber nicht entsprechend."
Es ist traurig genug, daß diese Worte einst auf die
Pharisäer und Schriftgelehrten gemünzt, heute auf die WTG-Ältestenschaft
angewandt werden müssen. So sei allen, die nicht entsprechend handeln,
gesagt: „WAS DER MENSCH SÄT, WIRD ER AUCH ERNTEN."
(Galater 6:7)
-RSW-
DIE DIENSTBERICHTTABELLE
Zeugen schreiben uns
NACH dem Durchstudieren. des WT Nr. 1/85 stellte ich wiederum
fest, daß einiges seines Inhalts eines besonderen Interesses würdig
ist und somit nicht nur mündliche Kommentare auf seine Studienfragen,
sondern ebenfalls schriftliche angebracht sind, was wohl ein besserer Beweis
eines gründlichen Wachtturm-Studiums ist.
So wird dem aufmerksamen Studierer zuerst die umfangreiche
Dienstberichttabelle ins Auge fallen.
Demjenigen, der sie versteht und das sind ja wohl Zeugen Jehovas - kann .sie sehr aufschlußreich sein. Interessiert es ihn doch, wieviel geistige Brüder er doch schon auf der Erde hat und unter welchen Völkern die meisten zu finden sind. Erfreut stelle ich fest - die Tabelle beweist es - daß doch die meißten ZJ unter den typisch christlichen Nationen zu finden sind und verhältnismäßig wenig unter Völkern anderer Religionsgemeinschaften. Das moslemische Bangladesh z.B. schneidet da ganz schlecht ab: 1:5000000 im Gegensatz z.B. zum katholischen Italien mit 1: 500 ungefähr. Woran liegt das, wie kann man sich das erklären?
In Bangladesh, glaube ich, hätte
auch ich als ZJ wohl keinen Erfolg, „wie z. B. im eigenen Land, wo schon
andere christliche Konfessionen vor ZJ ihre eigene Pionierarbeit geleistet
haben und wir sozusagen auf fremden Grund bauen. Sollten, in Anbetracht dessen,
ZJ in solch schwierigen Ländern wie Bangladesh nicht lieber aufgeben
und warten bis die sog. Christenheit ihre Missionare dorthin schickt und Vorarbeit
leistet, oder besser noch, sie zur Hilfe rufen, sie hätten bestimmt
mehr Erfolg. Und wir ZJ könnten dann den Rest geben. 0,5 % ließe
sich dann bequem rausschlagen! Aber was lese ich da noch im WT, was im Abschnitt
7, Seite 19 steht:
Die Christenheit sagt keinen Ton über die herrliche
gute Botschaft? Sie haben keine Hoffnung für die Zukunft? Sie geben
kein Zeugnis? Ihnen wäre das aufregendste Ereignis der ganzen Geschichte
entgangen - nämlich das Kommen des Sohnes des Menschen in Königreichsherrlichkeit
usw.?
Das ist doch glatte Verleumdung! Bis auf
den letzten Satz stimmts doch gar nicht. Ich selbst bin im katholischen Glauben
aufgewachsen und erzogen worden. Sie lehrte mich, an Gott zu glauben und
ihn zu fürchten. Ohne sie wäre ich heute wohl kaum ein Zeuge Jehovas.
Und was das zweite betrifft, das aufregendste Ereignis,
so ist das ZJ ja auch entgangen: Erstens, weil es Zeugen Jehovas namentlich
erst seit 1931 gibt (bis dahin waren es Bibelforscher) und zweitens wurde
erst viele Jahre später als 1914 durch den Wachtturm gelehrt, daß
Jesus Christus schon seit 1914 als König herrscht usw. Aus welchen Schlußfolgerungen
man zu dieser Feststellung kommen konnte, ist ein Rätsel und mir auch,
aber das ist nicht so schlimm. Viel schlimmer ist, daß durch die Wachtturm-Gesellschaft
in ihrer Literatur und ihren Predigten immer wieder andere, besonders christliche
Religionen schlechtgemacht und verleumdet werden. Völlig zu Unrecht.
Denn sie sind es doch, die Zeugen Jehovas den Boden vorbereiten für
ihr Wirken. Und so bestätigt sich das, was der Apostel Paulus an die
Korinther schrieb, nämlich, daß einer pflanzt, ein anderer begießt,
doch Gott ist es, der es wachsen läßt, oder nach meinem Verständnis:
Gott duldet, daß es so ist. Aber ich glaube nur bis zur Zeit der Ernte,
um dann einem jeden seinen Lohn zu geben. Doch Verleumder werden für
ihr negatives Wirken wohl auch einen negativen Lohn empfangen, d.h. werden
zahlen müssen.
Aber der Gipfel der Dummheit der Wachtturm-Redakteure
zeigt sich auf Seite 27, wo die Äußerung einer Pionierin aus Sierra
Leone wie folgt wiedergegeben ist:
„Ich habe mir den Pionierdienst erwählt, weil der Besuch
einer höheren Schule oder einer Universität eine Verschwendung
wertvoller Zeit wäre, die man besser dazu nutzen kann, aufrichtigen
Menschen zu helfen, eine genaue Erkenntnis über Jehova und seinen Sohn
Jesus Christus zu erlangen, bevor das Ende kommt."
Wahrhaft sehr weise! Nichts ist dagegen einzuwenden, anderen
behilflich zu sein Erkenntnis zu erlangen, doch sich so negativ über
Schulbildung zu äußern kann nur der, der selbst keine Bildung
hat.
„Wenn ein Blinder einen Blinden führt, fallen beide
in die Grube" sagte Jesus.
Ja, und wenn ein Schafskopf einen anderen Schafskopf lehren
will, was kommt da heraus?
Wohl zwei Schlauköpfe, die dann andere für dümmer
halten als sich selbst. Guten Tag!
-J. M .-
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EIN WEITERER BRIEF AUS GREIFSWALD
Durch einen Zufall ist mir ihre „'Monatszeitschrift „Christliche
Verantwortung" in die Hände gefallen. Mit großem Interesse mich,
für meine Probleme ist. habe ich sie gelesen, ja ich muß sagen,
habe ich sie studiert. Ich hatte mich hier in Greifswald der Gemeinde Jehovas
angeschlossen, da ich hoffte und glaubte, ihre Gemeinschaft, ihre Gespräche
usw. würden mir Verständnis, Hilfe und Zuversicht für mein
weiteres Leben geben. Durch das Studium Ihrer Zeitung bin ich jetzt in argen
Zweifel über diese Gemeinde gekommen und habe mich auf der Suche nach
der Wahrheit von ihr gelöste Ich hatte mich der Bibel als das Buch für
mein Leben zugewandt und von CV mich Jehovas Willen untergeordnet. Zweifel
habe ich jetzt deshalb, weil ich feststellte, daß Unterordnung mehr
gefordert haben, war als Zuversicht und Hilfe für mich. Ich gewann den
Eindruck, daß die Prediger des Wortes Jehovas in diesem Sinne nicht
ehrlich waren.
Leider weiß ich nun nicht, ob die
„Christliche Verantwortung" der richtige Weg für mich, für meine
Probleme ist.
Ich habe einen Jungen, mit dem ich viele Sorgen habe, da
er krank ist. Für ihn brauche ich viel Kraft. Wer kann mir die geistige
Kraft geben? Vielleicht die Gemeinschaft der „Christlichen Verantwortung"?
Ich bin auf der Suche nach dem ehrlichen Glauben. Bitte helfen Sie mir.
Ich würde mich freuen, von Ihnen zu hören.
Frdl. Ingrid L.
CV-Anmerkung:
Ingrid L. wurde durch die Geschwister von CV besucht und
betreut, wie alle ZJ oder ehemalige ZJ, die sich an CV um Hilfe wandten.
Kein Zeuge Jehovas muß mehr Angst haben, daß er bei einem Austritt
aus der WTG oder einem „Gemeinschaftsentzug" allein und verlassen ist.
Die Geschwister von CV sind für ihn da!
„Christliche Verantwortung": Herausgeber
Henry Werner; DDR 6500 Gera, Otto-Dix-Str. 6
Preis: 0,20 M.; :Jahresabonnement: 2.- M. Versand auch kostenlos
Konto-Nr.: 4564-30-1952; Genossenschaftskasse für Handel
und Gewerbe, Gera
A 967/85 V 7 1 1092 N 2