Kommentare zu den eingescannten CV-Ausgaben
CV 191
Dem Thema der wechselnden Generationen-Theorie der WTG widmet sich der einleitende Beitrag in dieser Ausgabe.
In Bewertung des damals neuen WTG-Buches „Überleben und dann eine neue Erde", konstatiert die CV den Gleichklang mit der damaligen USA-Politik, den Ostblock „totzurüsten". Ihr Kommentar dazu:
„DIE 1984-Kernaussage der WTG, das angeblich unvermeidliche gegenseitige Nationengemetzel des globalen WT-Harmagedonkrieges (WTG-„Überleben„-Buch), ist eine Neuauflage der WT-Harmagedon- Atomkriegsverkündigung von 1953.

Äpfel sollte man bekanntlich nicht mit Birnen vergleichen. Diesen kardinalen Fehler muss allerdings die CV sich in dieser Ausgabe vorhalten lassen.
Es ist richtig, dass Fanatismus, gleich welcher Art, kritisch, sehr kritisch gewertet werden muss. Indes bei der Wahl der Vergleiche ist Sorgfalt schon einzufordern.
Michael Kater etwa, verglich den Fanatismus der Zeugen Jehovas mit dem der Nazis. Und er konnte sich dabei auch darauf berufen, dass selbst Himmler die Zeugen Jehovas als „leuchtendes Beispiel" des angestrebten Fanatismus erschienen. Kater ging aber bewusst nicht soweit, Himmlers berüchtigte Panzergrabenrede zu zitieren, nach dem es ihm Himmler nicht interessieren würde, ob beim Bau eines Panzergrabens, „10.000 russische Weiber vor Entkräftung umfielen". Ihn, Himmler würde nur interessieren, ob dieser Panzergraben auch tatsächlich für Deutschland fertig würde.

Heutzutage schätzen kommunistische Kreise es nicht sonderlich, werden sie in einem Atemzug mit den Nazis genannt. Sie verweisen (nicht ganz zu unrecht) darauf, dass müsse differenzierter gesehen und dargestellt werden. Die CV aber setzt dieses berüchtigte Himmlerzitat in den direkten Kontext einer Gleichsetzung mit der WTG-Ideologie, in dieser CV-Ausgabe. Sie geht damit zu weit. Entschieden zu weit!
Gezeichnet ist der eben kritisierte CV-Artikel mit - P - was wohl für Pape stehen soll. Auch das wird man sagen müssen.



CV CHRISTLICHE VERANTWORTUNG
MONATSSCHRIFT DER STUDIENGRUPPE CHRISTLICHE VERANTWORTUNG
BEGRÜNDET 1959 VON WILLY MÜLLER. GD, GERA/THÜR, DDR

NR. 191 GERA JUNI 1985

EDLER GESINNT SEIN UND PRÜFEN
Wir prüfen die WT Nr. l und 2/85
CHRISTLICHE MANIEREN?
Handlungsweisen von ZJ
WTG-KONGRESSE UND DER FRIEDEN
Von der CV-Beratung in Berlin
EIN WUNDERBARES ZUGESTÄNDNIS!
Zeugen schreiben uns
DER GÖTTLICHE NAME, DER FÜR IMMER BLEIBEN WIRD (l)

HARMAGEDON BIS AUF DAS JAHR 2014 VERSCHOBEN!?
„Neues Licht" der leitenden Körperschaft
Liebe Schwestern und Brüder!
WIR möchten uns an jene unter euch wenden, die schon jahrelang im Predigtdienst stehen, die als Älteste, Dienstamtgehilfen und Studienleiter hart im Dienst arbeiten.
IHR leistet diese schwere Arbeit in dem Bewußtsein, dem Schöpfer Jehova und seinem Sohn Jesus wohlzugefallen und den versprochenen Lohn, das ewige Leben auf einer paradiesischen neuen Erde, zu erhalten.

Diese Belohnung ist es auch, die euch aufrechterhält, trotz der ungeheuren Belastung, die ihr bewältigen müßt. Und so ist eure Frage, wann diese „Dinge" geschehen werden, nur verständlich.
Versprechungen von selten der leitenden Körperschaft gab es einige. 1914, 1925, das Ende des 2. Weltkrieges, 1972 und 1975 sind Meilensteine, die etliche von euch miterlebt haben. Übrig blieb nach den Enttäuschungen die Hoffnung, Jehova möge diese „Dinge" innerhalb der 1914-Generation herbeiführen.

„Neues Licht"
VON dem treuen und klugen Knecht werden diese Hoffnungen auch genährt, neuerdings aber mit ungewohnten Färbungen. Lernten wir vor Jahren noch, daß die Generation, welche 1914 bewußt miterlebt hat, Zeuge von Harmagedon wird, setzt die leitende Körperschaft jetzt andere Akzente.
EINBEZOGEN werden nun in „diese Generation" auch solche Menschen, „die um die Zeit eines historischen E'reignisses geboren" wurden. (Erwachet 20/84, S. 5)

Weiter heißt es an dieser Stelle:
„Wenn Jesus den Begriff 'Generation' in diesem Sinne gebrauchte und wir ihn auf das Jahr 1914 anwenden, dann sind diejenigen, die damals Babys waren, heute 70 Jahre oder älter."
Viele Millionen aus jener Generation sind noch am Leben, und einige von ihnen werden am Leben bleiben, so daß man wirklich sagen kann:
„Diese Generation wird auf keinen Fall vergehen, bis alle Dinge geschehen."
(Lukas 21:32)
Erkennst du in diesen Sätzen das „neue Licht"?

NATÜRLICH kennen die leitenden Brüder in Brooklyn die Bibelstelle Psalm 90:10, in der sehr richtig das Durchschnittsalter eines Menschen mit 70, höchstens mit 80 Jahren festgestellt wird. Somit sind die Menschen, die 1914 etwa 14 Jahre alt waren und die Geschehnisse bewußt miterlebt haben, heute 85 Jahre alt.
Mit anderen Worten:
„Diese Generation" ist längst vergangen!

Noch 29 Jahre bis Harmagedon
ZWEI neue Aspekte greift man in Brooklyn auf :
Indem man erklärt, daß auch die 1914 geborenen Babys zu „dieser Generation" gerechnet werden, spart man die zuerst genannten 14 Jahre ein. Diese Menschen sind jetzt „erst" 71 Jahre alt.
NOCH folgenschwerer ist der Satz in diesem Erwachet:
„Die Bezeichnung Generation bezieht sich jedoch auf Menschen und Ereignisse, nicht auf eine bestimmte Zahl von Jahren."

D.h.. für die Wachtturm-Gesellschaft ist erst dann „diese Generation" vergangen, wenn der letzte Vertreter des Jahrganges 1914 verstorben ist. Und da es durchaus auch einige wenige Menschen gibt, die 100 Jahre alt werden, wird nach Meinung der Gesellschaft etwa im Jahre 2014 „diese Generation" vergangen sein. (Siehe den Bericht eines 100 jährigen ZJ im WT 23/84.)

Harmagedon kann sich bis zum Jahre 2014 Zeit lassen, also noch 29 Jahre!
Welche Chance hast d u nun, Harmagedon zu überleben?
Was aber noch wichtiger erscheint:
Ist deine leitende Körperschaft mit diesen Berechnungen in Einklang mit der Bibel?
Offensichtlich nicht, denn sie ignoriert Psalm 90:10. Und auch in Lukas 21;32 wird nicht gesagt, daß nur einige wenige „dieser Generation" die Dinge erleben werden.

GANZ wohl ist dem klugen Knecht selber nicht in seiner Haut. Der Satz:
„Wenn Jesus den Begriff 'Generation' in diesem Sinne Gebrauchte und wir ihn auf das Jahr 1914 anwenden …„, läßt seine Unsicherheit deutlich erkennen.
Wenn Harmagedon selbst bis zum Jahre 2014 nicht eintreffen sollte, kann er sich allerdings damit rechtfertigen, früher ja nur Vermutungen geäußert zu haben.

Erlebst du das Jahr 2014?
JA ihr Lieben, Harmagedon ist für euch Ältere in weite Ferne gerückt. So bitter diese Tatsache auch ist, ihr müßt der Realität ins Auge blicken. Nicht umsonst heißt es im WT 23/84 auf Seite 24:
„Entweder überleben wir das Ende des Systems, oder unser Leben geht vorher zu Ende. Das Leben ist von kurzer Dauer; es fliegt dahin. Niemand weiß, ob er morgen noch lebt."
-G.R.-

WTG-KONGRESSE "KÖNIGREICHSMEHRUNG" 1984 UND DER FRIEDEN (l)
Mit Ausführungen von einer CV-Beratung in Berlin
Mehrung - was beweist das?
DIE WTG-Kongresse waren wieder nichts Geringeres als Ausrichtung und Marschrichtung für die ZJ. Die CV-Beratung dagegen war nichts Geringeres als eine gebührende Antwort darauf. In Selters und Brooklyn lächelt man keineswegs über den CV-David gegen den WT-Goliath. Kommt es doch nicht auf Quantität, sondern auf Qualität an.´

Auf Wahrheit und Glaubwürdigkeit, und nicht auf Zahl und Mehrung. Andere Bewegungen mehrten und mehren sich noch viel mehr! Was beweist das schon! In diesem Sinne also ein weiterer WTG-Kongreßschwerpunkt im Blickpunkt. Wozu bemerkt werden muß, daß die Auseinandersetzung auf Grund der WTG-Politik härter wird.

Religiöse Rechtfertigung von Krieg
AM 7. Okt. 1984 trafen sich über 100 andere Christen, Theologen, aus der BRD und anderen Ländern in Hamburg zu einem Kongreß „Christen für die Abrüstung". Sie verurteilten jede religiöse Rechtfertigung von Aufrüstung und möglicher Kriegführung.
Christen haben eher eine hohe Verantwortung für die Erhaltung des Friedens (NZ 8.10.84). Die WTG war nicht dabei.
Doch gerade diese Verurteilung trifft wie nichts anderes die WTG! Ist sie doch diejenige, die im Namen Gottes und Christi den größten Vernichtungskrieg aller Zeiten religiös rechtfertigt, in dem (ausgenommen die Minderheit von WT-Hörigen) die ganze Menschheit vom Säugling bis zum Greis ausgerottet werden soll.

Es handelt sich um die Kernaussage in dem auf den WT-Kongressen-1984 freigegebenen Buch „Überleben und dann eine neue Erde", die da lautet:
„Die Nationen werden wissen, daß Jehova zur Tat schreitet, wenn seine Hinrichtungsstreitkräfte ans Werk gehen. Während die staatliche Autorität zusammenbricht, wird sich die Hand eines jeden gegen seinen Gefährten wenden. Vom Himmel her wird Gottes Sohn den Ausgang überwalten (Offenbarung 6:16,17; 19:11-13; Sacharja 14:13). Im Gegensatz zu den Folgen eines von Menschen geführten Atomkrieges wird diese Vernichtung nicht wahllos jeden treffen." (S. 20) Wie gesagt, die WT-Hörigen nicht.

Zunächst die Schriftstellen
WER sie in der Bibel ohne WT-Brille betrachtet, erkennt ein willkürliches Herausreißen aus dem Zusammenhang. Gibt schon die Offenbarung überhaupt keine Völkervernichtung her (Offb. 16:14-16; 21:24), so daß sich das WT-Harmagedon immer als Irrlehre und falsche Prophetie erweisen mußte wie 1914, 1925, 1945 und 1975, so - paßt das Sacharja-Kapitel überhaupt auf kein WT-Harmagedon, so daß man den Vers 13 herausreißen muß! Offenbarung 21:24 beweist es, daß es überhaupt keinen Vorsatz Gottes gibt, alle anderen Völker und Nationen und ihre „Könige" zu vernichten. So mußte sich das schon über 100 Jahre als WT-Legende erweisen. Doch nichts ist ohne Zweck.

Eine religiöse Rechtfertigung von Atomkrieg!
DIE 1984-Kernaussage der WTG, das angeblich unvermeidliche gegenseitige Nationengemetzel des globalen WT-Harmagedonkrieges (WTG-„Überleben„-Buch), ist eine Neuauflage der WT-Harmagedon-Atomkriegsverkündigung von 1953. Wonach Christus und die Engel alle Völker „in Verwirrung stürzen und sie im ersten Teil des Kampfes ihre Zerstörungswaffen blindlings gegeneinander wenden lassen, worauf sie allen, die zu entrinnen versuchen, ein Ende bereiten."
(Nach Harmagedon Gottes neue Welt, WTG/1953)

Hieß es 1953, Christus stürzt sie in Verwirrung und läßt sie ihre Zerstörungswaffen gegeneinander wenden, wozu 1953 schon Atomwaffen gehörten, so heißt es 1984, Gottes Sohn überwalte vom Himmel her dieses gegenseitige Gemetzel, damit die WT-Zeugen überbleiben, überleben. Ein Atomkrieg also, nicht von Menschen geführt, sondern von Gott überwaltet. Ähnlich wurde seinerzeit auch der 2. Weltkrieg von der WTG religiös gerechtfertigt, indem sie die ZJ predigen ließ, „daß der 2. Weltkrieg in dem universellen Krieg von Harmagedon enden würde."
(Dein Name werde geheiligt, S. 329)

Nun soll ein atomarer 3. Weltkrieg von Gott überwaltet im universellen Krieg von Harmagedon enden. Damit habe man sich abzufinden, eben, weil Gott den entsprechenden atomaren und anderen gegenseitigen Waffengang der Menschen durch Verwirrung bewirkt, aber vom Himmel her überwaltet, um die WT-Hörigen überleben zu lassen.

Eine moralische Wertung
AUF den Kongressen in Frankfurt/Main war es der WTG-Ostspezialist Willy Pohl, der mit seinen Ansprachen "Überlebende, die an einer neuen Erde teilhaben", die religiöse Rechtfertigung dieses angeblich unvermeidlichen Völkermordes an allen Andersdenkenden und Andersglaubenden vornahm, was es nach Offenbarung 21:24 überhaupt nicht geben kann. Und die verantwortlichen WTG-Führer haben keine Skrupel und Hemmungen, die ZJ innerlich auf dieses von ihnen bestimmte Niveau mit ihrer Literatur abzurichten, So heißt es in dem Kongreß-1984-Buch, alle ZJ vereinnahmend: "Sie zögern nicht, kundzutun, daß sie mit dem Vorsatz Jehovas, all seine Feinde zu vernichten, in völliger Übereinstimmung sind" (S.128).

Wirklich? Nach dem WT "Warum Jehovas Zeugen keine Pazifisten sind" (15.5.51, S.86, Abs. 12) hätten sie gegebenenfalls selbst an diesem Gemetzel teilzunehmen!
Automatisch drängt sich hier, soweit bekannt, folgender Vergleich auf:
DER ganze Erziehungsprozeß innerhalb der faschistischen Eliteorganisation beruhte darauf, willenlose und gewissenlose Werkzeuge für die verbrecherischen Pläne der Nazi Clique und ihrer Hintermänner zu gewinnen. Systematisch wurden der Chauvinismus, die Lehre von "Herrenrassen" und "Untermenschen" gepredigt. "Ein Grundsatz muß für den SS-Mann absolut gelten: ehrlich, anständig, treu und kameradschaftlich haben wir zu den Angehörigen unseres eigenen Blutes zu sein und zu sonst niemandem", erklärte Himmler. "Wie es den Russen geht, wie es den Tschechen geht, ist mir total gleichgültig. Das, was in den Völkern an gutem Blut unserer Art vorhanden ist, werden wir uns holen, indem wir ihnen, wenn notwendig, die Kinder  rauben und sie bei uns großziehen. Ob die anderen Völker in Wohlstand leben oder ob sie verrecken vor Hunger, das interessiert mich nur soweit, als wir sie als Sklaven für unsere Kultur brauchen, anders interessiert mich das nicht. Ob bei dem Bau eines Panzergrabens 10 000 russische Weiber an Entkräftung umfallen oder nicht, interessiert mich nur soweit, als der Panzergraben für Deutschland fertig wird.

Das ist es, was ich dieser SS einimpfen möchte und - wie ich glaube - eingeimpft habe, als eines der heiligsten Gesetze der Zukunft ... Von euch werden die meisten wissen, was es heißt, wenn 100 Leichen beisammenliegen, wenn 500 da liegen oder wenn 1000 daliegen. Dies durchgehalten zu haben, und dabei - abgesehen von Ausnahmen menschlicher Schwächen - anständig geblieben zu sein, das hat uns hart gemacht. Dies ist ein niemals geschriebenes und niemals zu schreibendes Ruhmesblatt unserer Geschichte."

Das war eine Lektion über faschistische Moral, die den Massenmord als "Ruhmesblatt der Geschichte" bezeichnet und Humanismus und Menschenwürde als verbrecherisch erklärt. (H. Kühnrich, Dietz Verlag 1961)
Was trifft bei diesem Vergleich so oder so zu? Würden im WT-Harmagedon nicht auch die Juden, die den Nazismus überlebten, auf Grund ihres anderen Glaubens ausgerottet werden? Und würden die ZJ wirklich dabei mitmachen wollen, '"wenn Gott ihnen dies zu tun gebietet" durch seinen "Sklaven", die WTG? (WT 15.3.51, S.86, Abs. 12)
Fortsetzung in CV Nr. 192/85.
- P-

EDLER GESINNT SEIN UND PRÜFEN APG. 17:11
DIE GEBURTSTAGSFEIER DER WTG
DENN nichts anderes war diese Veranstaltung, die am 6. Oktober 1984 in Pittsburgh stattfand.
Und plötzlich erinnert man sich:
„Da man, auch in alter Zeit wichtiger Ereignisse gedachte, war es angebracht, daß Jehovas Zeugen anläßlich dieser Hundertjahrfeier der Watch Tower Society eine besondere Zusammenkunft abhielten." (S.16)
WAS der WTG erlaubt ist, gestattet sie natürlich dem einzelnen Zeugen weiterhin nicht: persönliche Geburtstage sind auch in Zukunft passe!
Alljährlich wird bei den Zeugen Jehovas gewählt. So nutzte man die Gelegenheit, um auf dieser Hundertjahrfeier vier Direktoren dieser Gesellschaft zu wählen.
Von derzeit 429 stimmberechtigten Mitgliedern der Körperschaft waren 259 persönlich zugegen (S.16). Die nichtangereisten Mitglieder haben das Recht, durch Vertretung zu stimmen.

EIN BLICK HINTER DIE KULISSEN
DIE geschilderten Vorgänge sind für viele Verkündiger unverständlich. Ist ihnen doch jegliche Teilnahme an einer Wahl untersagt. Dieser Vorgang wird von der leitenden Körperschaft als „demokratisch" verschrien, der im Gegensatz zur „theokratischen" Handlungsweise der Organisation steht. Und trotzdem wird die höchste Führungsspitze der WTG gewählt.

Stimmberechtigt sind theoretisch max. 500 Mitglieder. Im Jahre 1984 waren es offensichtlich nur 429. Dies sind bewährte, kampferprobte und loyale ZJ, die kritiklos zur WT-Gesellschaft halten. (Siehe „Jehovas Zeugen in Gottes Vorhaben", S. 272.)
„Jedes Jahr wählen die Mitglieder der Gesellschaft Vorstandsmitglieder, und die Vorstandsmitglieder die Beamten."
(Jahrbuch der Zeugen Jehovas 1965, S. 53) Lt. Statuten sind drei Beamte vorgesehen:
Präsident, Vizepräsident und Sekretär-Kassierer.

DAS GELD BESTIMMT DIE EIGENE KARRIERE
BIS zum Jahre 1944 galt allerdings ein noch anderer Wahlmodus. Jeder Zeuge, der der Gesellschaft einen Beitrag von zehn Dollar leistete, erhielt das Anrecht auf eine Stimme. Spendete er das Vielfache davon, erhielt er auch dementsprechend mehr Stimmen.
Da beispielsweise Russell selber 250 000 Dollar eingebracht hatte, erhielt er das Mehrheitsstimmrecht von 25 000 Stimmen und verschaffte sich damit den Präsidentensessel.
1944 wurde diese Wahlmethode geändert, so daß jede Person nur noch eine Stimme besitzen kann. (Jehovas Zeugen in Gottes Vorhaben, S. 64)
Das Prinzip der Wahl ist aber geblieben und durch die Auswahl loyaler „Wahlmänner" ist der Erfolg der Wahl stets gesichert.

DEMOKRATIE ERSETZT DEN HEILIGEN GEIST
SO wurde nach der beschriebenen Art auch zur Geburtstagsfeier der WTG 1984 gewählt.
Und deutlich wurde wieder einmal:
Wo Gottes heiliger Geist am wirksamsten sein sollte, da es um die Ernennung der Führungsspitze der Zeugen Jehovas geht, wird ganz demokratisch abgestimmt!

WACHTTURM NR. 2/85
NEBENARTIKEL
„Kann durch menschliche Anstrengungen die Katastrophe abgewendet werden?"
und
„Die Kongresse 'Königreichsmehrung' Welch reichhaltige geistige Festmähler!"

DER MENSCH IST NICHT MACHTLOS
„Kann durch menschliche Anstrengungen die Katastrophe abgewendet werden?" (S. 10)
Eine polemische Frage!
WELCHE Katastrophe ist gemeint, Krieg, Hungersnot, Seuchen …?
Dagegen kann sehr wohl der Mensch erfolgreich sein. Das Resultat hängt u.a. wesentlich von der Gesellschaftsordnung ab, in der er lebt. Es hängt davon ab, auf welcher Seite das Kapital angehäuft wurde. Denn nur mit schönen Worten allein läßt sich nicht viel ausrichten.

Nein; der Mensch ist nicht der Spielball der Technologie, wie dieser WT auf Seite 19 versucht zu behaupten:
„Durch die Technologie wird noch etwas anderes verschlimmert, was Regierungen nicht verhindern können: Kriege. Es war die Technologie, die die Erde im Ersten Weltkrieg durch die Einführung des Maschinengewehrs, des Unterseeboots, des Kampfflugzeugs, des Panzers und des Flammenwerfers in ein Schlachthaus verwandelte."

Ein himmelschreiender Unsinn!
MIT gleicher bzw. ähnlicher Technologie lassen sich ein Unterseeboot für Forschungszwecke oder eines für Kriegszwecke, ein Kernkraftwerk oder eine Atombombe herstellen.
Nicht die Technologie, sondern der Mensch entscheidet, ob er dieses oder jenes produziert.
AUCH die Hungersnot könnte erfolgreich bekämpft werden. Um des Profites willen werden in kapitalistischen Staaten Getreideernten vernichtet, Südfrüchte unbrauchbar gemacht, Milch ins Meer gegossen. Butter sinnlos eingefroren.

Menschliche Regierungen können die Armut in der Welt nicht beheben? (Siehe S. 12.)
Jeder blicke sich um und derjenige, welcher keine Scheuklappen vor den Augen hat, muß erkennen, daß es auf einem bedeutenden Teil der Erde keine Armut und keinen Hunger mehr gibt.
Wie gesagt:
Auf die Gesellschaftsordnung kommt es an!

EINE KLEINE ANALYSE
WORAUF kommt es der WTG bei der Berichterstattung über die Kongresse „Königreichsmehrung" an?
l. Anzahl der Personen
In den USA waren 1 159 898 Personen anwesend ( S. 22) .
Oder waren es sogar zwei Teilnehmer mehr? Wer weiß!
2 Die weltlichere Medien hätten über die Kongresse berichtet. (S. 22)
Darunter sogar das Fernsehen, normalerweise als das „Glasauge Satans" verschrien. Für dien eigenen Zwecke wird offensichtlich sogar Satan vor den WTG-Karren gespannt.
3 Die aktive Rolle der leitenden Körperschaft wird hervorgehoben. (S. 23)
Obwohl zwischen 59 und 91 Jahre alt, wären ihre Glieder immer noch tätig.
In den komfortablen Büroräumen der Watch Tower Society dürfte die Arbeit auch leichter und angenehmer sein als beim Haus-zu-Haus-Dienst.
4. Empfohlenes Ziel für jeden ZJ:
der Vollzeitdienst. (S. 23)
Jeder soll über diese Möglichkeit „ernsthaft nachdenken".
5. Studium an Hochschulen und Universitäten ist mit „Gefahren" verbunden. (24)

Untersuchung gipfelt in den Fragen:
„Was ist mein Ziel? Ist es eine weltliche Karriere, oder möchte ich versuchen, Jehova zu erfreuen?"
Erstrebenswertes Ziel für Jugendliche: der Vollzeitdienst.
6. Das Wochenende soll dem heiligen Dienst vorbehalten sein. (S. 25}
Entspannung ist fünfrangig.
7. Nur einer Organisation gegenüber kann man loyal sein?! (S. 25)
8. Unterwerfung unter die Ältesten der WTG für jeden ZJ Bedingung (S.26).
9. Anschwärzen seines geistigen Bruders oder seiner Schwester
bei den Ältesten ist dann Pflicht, wenn diese ihre „Sünde" nicht selber melden. (S. 26)
10. Die wichtigste Wahrheit der Bibel ist nicht das Lösegeld oder die Hoffnung auf ein Leben im Paradies, sondern die Tatsache, daß Jehova der einzig wahre Gott ist. (S. 27)
-G.R.-

DER GÖTTLICHE NAME, DER FÜR IMMER BLEIBEN WIRD (l)

CV191.jpg (52752 Byte)

DIE Leitzentrale der Zeugen Jehovas ist nach ihrem Debakel von 1975 wieder in die Offensive gegangen. Erneut wird der Drang nach Expansion in den Ländern ihres Einflusses spürbar. Nachdem ihre makabre Zeitrechnung (mit der sie allerdings unter Verfälschung des Bibelkalenders und der anerkannten Zeitgeschichte einen sehr ergiebigen Fischzug erzielt hatte, ehe der September 1975 ein energisches Halt gebot) auf Sparflamme gesetzt wurde, versucht sie nun mit dem altbackenen Thema „göttlicher Name", natürlich frisch aufpoliert, ihre Erfolgschancen in ähnlichem Stil fortzusetzen.

DIE jüngsten Kongresse bescherten den Zeugen und der Öffentlichkeit eine neue Broschüre mit dem zuvor erwähnten Titel. Veröffentlicht wurde diese Broschüre, wie die Innenseite des Titelblattes ausweist, in Englisch von der Watch Tower Bible & Tract Society of New York, Inc. (Inc. = Aktiengesellschaft!) für das Jahr 1984, und ebenso gleichen Datums in Deutsch von der Wachtturm Bibel- und Traktat-Gesellschaft, Deutscher Zweig e.V. (e.V. = eingetragener Verein!) Selters/Taunus.
DER auf der Innenseite des Umschlagblattes abgebildete junge Mann denkt intensiv über den göttlichen Namen nach, der für immer bleiben wird. Obwohl im Grundtext der 'Bibel nur das Tetragramaton (die Buchstaben JHWH ohne jede Vokalisierung) erhalten geblieben ist und die Gelehrten sich noch heute darüber den Kopf zerbrechen über die richtige Aussprache des verlorengegangenen Namens (denn es gibt 125 Möglichkeiten!), ist natürlich klar, daß nur die Formulierung Jehova von vornherein die einzig richtige sein kann. Dies völlig überzeugend aufgrund der Tatsache, weil ein gewisser Staatsanwalt mit dem biblisch verbrämten Namen „Richter Rutherford", weiland Präsident der Watch Tower Bible & Tract Society in Brooklyn, seine Irreführung von 1925 bemänteln mußte und deshalb den in Verruf geratenen Namen „Internationale Vereinigung ernster Bibelforscher e.V." in den Namen „Zeugen Jehovas" abwandelte!! Wie die alte Literatur der Gesellschaft bezeugt, benutzte er dazu den Text von Offb. 2:17, wo geschrieben steht, daß der Sieger für Christus einen weißen Stein erhält mit einem darauf geschriebenen Namen , den nur der Empfänger kennt! Aber Herr Rutherford mit seinem Sonderverhältnis zu Gott kannte selbstverständlich diesen verborgenen Namen jedes einzelnen Empfängers und zeigte, daß er gemäß Jesaja 43:10+12 Allgemeingut für die WTG sei und ihrem Anhang. Der Wortlaut der Elberfelder Bibelübersetzung (also nicht der Grundtext!) mußte für diesen Trick herhalten.

DIE supermoderne Armbanduhr des jungen Burschen fällt besonders effektvoll ins , Blickfeld des Betrachters. Die ständig ablaufenden Sekunden und Minuten sollen ihn wohl mahnen, den Namen Jehova, der für immer bleiben wird, zu heiligen bzw. heilig zu halten. Wahrscheinlich geschieht das am besten dadurch, daß man ihn bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit ausspricht: ähnlich tibetanischen Mönchen, die ihre Gebete auf der Gcbetsmühle ununterbrochen ableiern. Der Name Jesu, der a l l e i n als Mittler zwischen Gott und Menschen steht, ist dabei absolute Nebensache (l. Tim. 2:5).

DER Inhalt der WTG-Broschüre ist wie folgt gegliedert:
1.) „Dein Name werde geheiligt" - Welcher Name? Seite 3
2.) Gottes Name - seine Bedeutung und seine Aussprache. Seite 6
3.) Der göttliche Name im Laufe der Zeitalter . Seite 12
4.) Christus und der Name. Seite 14
5.) Gottes Name und Bibelübersetzer. Seite 17
6.) Der Name Gottes und das „Neue Testament". Seite 23
7.) Weshalb wir den Namen Gottes kennen müssen. Seite 28

DIE Vielfalt dieses Materials zeigt schon, daß man keine Mühe gescheut hat, angebliche Beweise für die Richtigkeit des Namens Jehova zusammenzutragen. Alte Münzen und Inschriften werden herangezogen, Denkmäler und Kirchenbauten mit dem eingemeißelten Tetragramm; ja man hat sogar in Europa alte Friedhöfe abgeklappert, bis man endlich einen Grabstein fand, auf den ein alter Liebhaber für Altertumsforschung sich den Namen Jehova eingravieren ließ, um auch dem zukünftigen Besucher seiner Ruhestätte in Erinnerung zu bleiben. All diese sogenannten Beweismaterialien sind für den Kenner der Materie selbstverständlich in keiner Weise überzeugend, aber für den Unkundigen sind die raffiniert verpackten Weisheiten derart verwirrend und zugleich verlockend, daß er im Nu an der gut getarnten Leimrute klebt. In Wirklichkeit handelt es sich um alte Kamellen, die in der Vergangenheit beispielsweise von H. J. Twisselmann und Günther Pape („Die Wahrheit über Jehovas Zeugen") längst widerlegt wurden und jetzt mit modernster Reklametechnik in gleißender Aufmachung erneut angeboten werden. Im Rahmen dieses Beitrages ist es daher wenig sinnvoll, auf jedes einzelne Zerrargument der Broschüre einzugehen. Zweckmäßiger ist es, für den suchenden Leser eine sachkundlich kurzgefaßte Grundlage zu schaffen, ehe er es wagen kann, einen derart vergifteten Stoff in die Hand zu nehmen.
(Fortsetzung in CV 192/85) Frank Petavius
Illustration: Martina Funke

GOTTES REGIERUNG KOMMT ZUR MACHT (l)
16. Kapitel „Du kannst für immer im Paradies auf Erden leben"
WÜRDEN wir der Wachtturm-Gesellschaft glauben, dann müßten wir eigentlich schon im 1000jährigen Reich leben. Wieso eigentlich? Nun deshalb, weil die Gesellschaft das Datum 1975 nach wie vor aufrecht erhält. Natürlich versucht sie, dies vor ihren Verkündigern zu verschleiern, um bei ihnen eine derartige gedankliche Konsequenz zu unterbinden. Jedoch bei genauerer Betrachtung dieses Kapitels könnte eigentlich auch von den WT-Verkündigern keine andere Schlußfolgerung gezogen werden, als allein diese, daß seit 1975 die „Regierung Gottes" die Macht des 1000jährigen Reiches direkt auf Erden übernommen habe.

Wann Gottes Regierung zur Macht kommt
DRINGEN wir doch einmal schrittweise in diese Materie ein! Zunächst behauptet der „treue und verständige Sklave", daß die ältere WT-Literatur bei weitem nicht dem Helligkeitsgrad des Lichtes Jehovas entspricht, das heute dem „Sklaven" leuchtet. Deshalb sei diese ältere WT-Literatur beim besten Willen nicht mehr zeitgemäß. Aber gerade deshalb wird es uns so unverständlich, daß sich dieses 1982 erschienene „Paradiesbuch" peinlichst genau an das 1967 herausgegebene Buch „Ewiges Leben in der Freiheit der Söhne Gottes" anlehnt. Auf den Seiten 40/41 dieser Neuerscheinung finden wir genau die gleichen Daten, -wie sie im „Söhne-Gottes„-Buch in der Chronologietabelle auf den Seiten 32-36 enthalten sind. Diese Tabelle führte damals zu dem zwingenden Schluß, daß 1975 die 6000 Jahre Menschheitsgeschichte abgelaufen seien und der dann folgende siebente Tausendjahrtag menschlicher Existenz zur 1000jährigen Sabbatperiode Jesu Christi parallel verlaufen würde.
(Seite 30/31, Abschnitt 43)

Das bedeutete doch damals nichts anderes, als daß sowohl das siebente Jahrtausend der Menschheitsgeschichte, als auch das tausendjährige Reich Jesu Christi gleichzeitig, also 1975, beginnen würde. Demnach hat auch heute dieses alte und nicht so hell leuchtende „Söhne-Gottes„-Buch an seiner Aktualität nichts eingebüßt. So wie damals das angeblich absolute Datum 607 v. u. Z. zur Berechnung der Erschaffung Adams und zur Ermittlung der 6000 Jahre Menschheitsgeschichte nötig war, so wird es auch heute noch von der WTG verwendet, um die „sieben Zeiten der Nationen" (607 v. u. Z. bis 1914 u .Z.) zu berechnen. Anders ausgedrückt: Damals wie heute wurde die gleiche Chronologie verwendet und damit sind konsequenterweise die Jahre 4026 v.u. Z., 607 v. u. Z., 1914 u. Z. und auch 1975 u. Z. laut WTG nach wie vor aktuell und im Gespräch. (Fortsetzung CV Nr. 192.)

CHRISTLICHE MANIEREN AN DEN TAG LEGEN
IN der Bibel heißt es in 2. Kor. 6:3-6:
„Auf keine Weise geben wir Ursache zum Straucheln, damit unser Dienst nicht bemängelt werde, sondern in jeder Weise empfehlen wir uns durch Langmut, Güte, heiligen Geist und Liebe, die frei von Heuchelei ist."
DIESE Bibelworte sollten für alle Christen zutreffen, insbesondere für Zeugen Jehovas, die ja bekannterweise der Meinung sind, sie seien die einzigen, die die wahre Religion ausüben und alle anderen handeln falsch. Macht man aber die Probe und vergleicht Reden und Handeln von ZJ mit dem von Andersdenkenden, wie zum Beispiel Andersgläubigen, so kommt man aus dem Staunen nicht heraus. Man vergleiche dazu nur, was in Familien von ZJ bzw. ZJ-Kreisen vor sich geht. Dort passieren gemessen an dem, was sie vorgeben zu sein, erstaunliche Dinge wie zum Beispiel, daß Ehefrau und Kinder verprügelt werden, wenn sie nicht auf die „gute Botschaft" hören wollen. (Siehe CV 175/84 - Brutales Vorgehen eines ZJ in Rostock.)

Wo bleibt hier in diesem konkreten Fall die Langmut, die Höflichkeit und die Liebe zu seinen Familienangehörigen? So benimmt sich kein christliches Familienoberhaupt, das Vorbild sein möchte und laut Bibel der Frau als dem „schwächeren Gefäß" Ehre erweisen möchte. Aber das stört die verantwortlichen Ältesten überhaupt nicht.
Hauptsache ist, man kann auf Andersgläubige mit Fingern zeigen. Auch Selbstmorde, hervorgerufen durch unkorrektes Benehmen anderer ZJ, meist von Ältesten, stehen zur Debatte. Nachzulesen in CV Nr. 174/84. In diesem Falle blieb einem Bruder in Rostock kein anderer Ausweg als der Freitod, da er statt echter christlicher Hilfe Züchtigung durch die Ältesten erdulden mußte.

Nicht viel besser erging es einer Schwester in Wismar, nachzulesen in CV 179/84, die von den Ältesten über ein Jahr mit ihren Problemen alleingelassen keinen Ausweg mehr wußte, sich so in ihrem Vertrauen zu den Ältesten enttäuscht sah und ihr Leben durch Selbstmord beendete. Man kann wohl kaum noch von den verantwortlichen Ältesten in den betreffenden Versammlungen mit Fug und Recht behaupten, daß sie Christen sind und christliche Manieren wie Nächstenliebe und Gerechtigkeit an den Tag legen. Wer das aus Zeugenkreisen trotzdem noch behauptet, hält sich Augen und Ohren zu.

WIE steht es nun mit der Ehrlichkeit der ZJ? Es heißt im WT 8/84 auf Seite 6:
„Eine ehrliche Person schmuggelt nichts durch den Zoll …„ usw.
WAS aber tun ZJ, zumeist Rentner, die in die BRD reisen? Es wurden schon viele dabei ertappt, als sie GH-Geld illegal aus- und Literatur illegal einschmuggeln wollten und dann vom Gesetzgeber zur Verantwortung gezogen wurden. Dies trifft nicht nur für einige wenige zu, sondern für ZJ aus allen Teilen unseres Landes, obwohl sie weiterhin behaupten, der Obrigkeit loyal ergeben zu sein.

EIN weiteres Beispiel für angebliche Ehrlichkeit von Zeugen findet man in CV Nr. 184/84 in dem Artikel „Wie ein hilfsbereiter WTG-Ältester Wohnungsprobleme löst". Dort wird berichtet, wie ein junger Bruder von einem Ältesten!! dazu angehalten wurde zu lügen, um eine Wohnung zu bekommen. Ja, hier kann man ganz deutlich die doppelte Moral der WTG sehen, wie man versucht, andere zu täuschen und zu mißbrauchen, Hauptsache es gereicht zum eigenen Vorteil, dann sind alle Mittel recht. Der Öffentlichkeit gegenüber aber zeigt man sich stets unschuldig wie ein Lamm und so manches wird verschwiegen und verheimlicht, darum wird auch in den Versammlungen der ZJ immer wieder auf die sogenannten „Brandmauer-Bestimmungen" von den verantwortlichen Ältesten hingewiesen, damit nur nichts an's Tageslicht kommt. Statt also mit dem Finger auf Andersdenkende zu zeigen, sollten die ZJ, insbesondere die Ältesten, sich lieber ein Beispiel an dem nehmen, was andere ihren Mitmenschen Gutes tun ohne nach dem Glauben zu fragen. Die WTG-Anhänger, insbesondere die Ältesten, sollten nicht mehr für die Sorgen ihrer Mitgläubigen „blind und taub" sein, um nicht eines Tages in aller Öffentlichkeit zu Recht angeklagt zu werden, denn auch in den Reihen der einfachen Verkündiger gibt es Menschen, die nicht bereit sind, alles tatenlos hinzunehmen. Die jüngste Vergangenheit und die Gegenwart beweisen es, daß immer mehr aufbrechen, um sich gegen Bevormundung und Unrecht seitens der WTG zur Wehr zu setzen, was unter anderem auch die CV-Serie „Unruhen unter Zeugen Jehovas" beweist.

Jeder, der die Vorgänge in den Versammlungen der ZJ genau beobachtet, muß zu dem Schluß kommen:
„Sie sagen sie kennen Gott, aber mit den Werken verleugnen sie ihn." (Titus 1:16)
DIE Personen, die im Predigtdienst der Zeugen besucht werden, sollten wachsam sein und den Bibelspruch beherzigen:
„An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen."
WER allerdings als Zeuge Jehovas schon schlechte Erfahrungen mit der WTG gemacht hat, sollte sich endlich ein Herz fassen und seinen Leidenszustand beenden, denn „HINAUS AUS DER WTG", das ist eine Verfahrensweise, die ihm garantiert hilft.
-R.S.W.-

EIN WUNDERBARES ZUGESTÄNDNIS!
Zeugen schreiben uns
IM Erwachet Nr. 24/84, Seite 28 las ich zu meinem Erstaunen folgendes:
„Wir haben ganz gewiß nicht versucht, den Papst oder die katholische Kirche schlechtzumachen, noch haben wir die Katholiken kritisiert. Die katholische Kirche nimmt in der Welt eine sehr bedeutsame Stellung ein, denn sie beansprucht für Hunderte von Millionen Menschen, der Weg zum Heil zu sein. Eine Organisation, die diesen Standpunkt einnimmt, sollte bereit sein, sich einer kritischen Prüfung zu unterziehen. Jeder, der kritisiert, ist verpflichtet, die Tatsachen wahrheitsgetreu zu unterbreiten und sie gerecht und sachlich zu bewerten. Wir sind bemüht, dieser Verpflichtung nachzukommen."

NUN, hier meine Meinung und Kritik aus Anlaß dieses Artikels:
Das ist doch glatte Heuchelei und Tatsachen werden bestritten! Es stimmt tatsächlich, daß wir Zeugen Jehovas in der Vergangenheit, und tun es heute noch, die Christenheit und darin besonders die katholische Kirche mit ihrem Papst als Oberhaupt, nicht schlecht genug machen konnten, um wohl damit zu beweisen, daß wir mit unserer Wachtturm-Gesellschaft viel besser sind als alle anderen. Und .das ist doch auch der wahre Grund, warum wir ZJ nicht gemocht werden, doch keinesfalls deswegen, daß wir die biblische Botschaft predigen. Übrigens eine Methode - das andere SCHLECHTMACHEN meine ich, die in der Welt seit eh und je üblich ist; ein Beweis, daß auch wir je ein Teil dieser Welt sind und im gleichen Dreck stecken.

Daß aber in diesem Artikel zugegeben wird, daß eine Organisation, die von sich behauptet der Weg zum Heil zu sein, bereit sein sollte, sich einer kritischen Prüfung zu unterziehen, also sich Kritik gefallen lassen soll, ist wirklich neu in unseren Schriften und gefällt mir sehr.
Unsere Wachtturm-Organisation behauptet ja von sich das gleiche, noch sogar, der einzige Weg zum Heil zu sein. Es ist mir jetzt gleich leichter ums Herz geworden, darf ich doch von nun ab ruhigen Gewissens unsere „geistige Speise" auch kritisch prüfen, trotzdem ich selbst ein Zeuge Jehovas bin und niemand darf es mir mehr verübeln, solange ich sachlich und bei der Wahrheit bleibe. So eine gesunde Kritik von unten kann doch nur helfen, unseren Brüdern da oben die Realitäten besser zu erkennen, zumal sie doch von sich auch noch behaupten, sowieso nicht vollkommen zu sein, noch direkt vom heiligen Geist inspiriert zu sein, was übrigens der Papst auch noch nicht von sich behauptet hat. Daß wie der Papst so auch die WTG-Zentrale für sich die Unfehlbarkeit beanspruchen, darf man wohl nicht so wörtlich nehmen. Zum Kritisieren bleibt trotzdem noch genug. Und darf man jetzt hoffen, daß immer mehr ZJ den Mut aufbringen werden, zu den Mißständen nicht zu schweigen, die in unseren Reihen himmelschreiend sind. Zu wünschen wäre es. Den Rücken deckt uns ja der zitierte Artikel aus der eigenen Literatur. Man soll doch gerecht sein und seiner Verpflichtung nachkommen.
Wollen wir uns also bemühen, diese Pflicht zu erfüllen !?
-J.M.-

EIN HILFESCHREI AUS DER VERSAMMLUNG RATHENOW
Ein prügelnder ZJ-Stiefvater
Ein Brief aus Rathenow:
An die „Christliche Verantwortung"!
Da wir keinen anderen Weg mehr wissen, um einem Kind aus unserer Versammlung zu helfen, wenden wir, uns an Sie.
Mut dazu haben wir bekommen, weil Sie ja des öfteren Briefe aus den Versammlungen veröffentlicht haben.
Haben Sie bitte Verständnis dafür, daß wir anonym schreiben, aber wir haben Angst, daß auch wir geschlagen werden, von dem Bruder Reinhold P., wie er laufend seinen Stiefsohn Sven schlägt. Auch haben wir Angst, daß wir deswegen aus der Gemeinschaft ausgeschlossen werden könnten. Wir können aber nicht länger schweigen, denn wir sind nicht nur Zeugen Jehovas, sondern auch Mütter!

Direkt können wir leider dem Kind nicht helfen, das laufend von seinem Stiefvater geschlagen wird. Veröffentlichen Sie aber unsere Zeilen, haben wir Hoffnung, d. sich besagter Bruder besinnen wird; denn das Ausmaß ist ja so, daß das Kind fast täglich geschlagen wird. Die Schläge sind so hart und brutal, daß das Kind oft hinschlägt und sich noch zusätzlich Wunden an Wänden und Möbeln zuzieht. Aber nicht nur der Stiefvater schlägt das Kind, nein. sogar seine eigene Mutter schlägt noch auf das Kind mit ein.

Brutale Gewalt, statt elterliche Liebe!
Wir hoffen, daß Ihre Veröffentlichung auch unsere Ältesten so weit bringen, daß sie dem unmenschlichen Treiben dieses „Bruders" Einhalt gebieten, denn dieser „Bruder" ist eine Schande für uns Zeugen Jehovas und bringt unsere Gemeinschaft in großen Verruf. Man wird mit den Fingern auf uns zeigen. Bitte helfen Sie uns!
Wir hoffen auf Ihre Hilfe!

CV-Anmerkung:
Immer wieder bekommen wir Briefe, in denen uns mitgeteilt wird, daß Kinder geschlagen und mißhandelt werden - von ihren Eltern, die Zeugen Jehovas sind.
Die Hauptursachen dafür sind, daß sie ein bißchen mehr Freiheit haben wollen und Freude. Nur Bibelstudium, Versammlungen, Felddienst, keine Feiern, keine Freunde außerhalb der ZJ-Gemeinschaft u.v.a., ist für Kinder und Jugendliche nicht „ihre" Vorstellung vom Leben, Aber ihre Wünsche zählen nicht, wenn sie nicht wollen, werden sie in die „Wahrheit" geprügelt.
Das ist ein Mißbrauch „alttestamentlichen" Prügelrechts.
Eines Christen unwürdig!

IM „ERWACHET!" Nr. 13/1984 schreibt die Wachtturm-Gesellschaft:
… In der Bundesrepublik werden jährlich etwa 30 000 Fälle schwerer Kindesmißhandlung registriert. (Gemäß Schätzung sollen in Wirklichkeit sogar bis 400 000 Kinder jedes Jahr körperlich mißhandelt werden.)
… Vorgetäuscht werden häufig „Sturz von der Treppe oder vom Stuhl", „Blutungsneigungen" oder der bedauerliche Zufall, daß das Kind … sich an der Ofenkante oder an der Badewanne gestoßen habe …

Das schreibt die WTG den „anderen" ins Stammbuch. Sie sollte doch wissen, daß ein Anteil (und kein kleiner) an diesen Zahlen den Zeugen Jehovas zuzurechnen ist.
Sie sollte in ihren Jahrbüchern in Zukunft auch veröffentlichen, wie viele Kinder und Jugendliche in die „Wahrheit" geprügelt worden sind.

Wir haben lange überlegt, wie wir helfen könnten,
Eine Gruppe von CV-Geschwistern hat sich nun zusammengetan, Eltern, die in ihrer ehemaligen ZJ-Zugehörigkeit selbst Erfahrungen auf diesem Gebiet gesammelt haben.
Sie erlassen dazu folgenden Aufruf:

AN ALLE .UNSERE LESER!
Da die Kindesmißhsndlungen bei den Zeugen Jehovas im erschreckenden Maß zunehmen, wenden wir uns an die ZJ-Eltern, die ihre Kinder in Liebe erziehen. Bitte helft den Kindern, deren Eltern glauben, ihre Kinder in die „Wahrheit" prügeln zu müssen. Sollten sie selbst nicht helfen können, schreiben sie an das CV-Büro Gera, Otto-Dix-Straße 6. Sie können auch anrufen unter der Nummer - Gera.. 66 419.

Das gleiche gilt für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die Kenntnis haben von Mißhandlungen oder selbst geschlagen oder mißhandelt werden bzw. wurden!
CV wird dann alle ihr möglichen Maßnahmen einleiten, um so schnell wie möglich zu helfen.
ELTERN, DENKT IMMER DARAN. DASS GOTT EUCH EURE KINDER ANVERTRAUT HAT!
CV-Initiative „Kinderhilfe"

UNRUHEN UNTER ZJ IN DER BRD
Mehrfach, auch aus dem Ausland, erreichen uns Anfragen über Unruhen unter den ZJ, die auf den Kongressen 1984 wie auch im Bethel in Wiesbaden/Selters aufgebrochen sein sollen. Sie sollen in Zusammenhang stehen mit den internationalen Aufbrüchen, die sich jetzt mit Beginn der 80er Jahre weltweit vollziehen, und deren Höhepunkt der Gewissensaufstand des Mitgliedes der leitenden Körperschaft der WTG Raymond V. Franz ist, worüber schon in CV mehrfach berichtet wurde. Überall sollten entsprechende Anfragen gestellt werden. Es wäre wirklich erstaunlich, wenn im BRD-Zweig der WTG niemand zum Nachdenken kommen sollte.
-CVN-

„Christliche Verantwortung": Herausgeber Henry Werner; DDR 6500 Gera, Otto-Dix-Str. 6
Preis: 0,20 M; Jahresabonnement; 2.- M; Versand auch kostenlos
Konto-Nr.: 4564-30-1952; Genossenschaftskasse für Handel und Gewerbe, Gera
A 948/85 V 7 1 1091 N 2

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