CV CHRISTLICHE VERANTWORTUNG
MONATSSCHRIFT DER STUDIENGRUPPE CHRISTLICHE VERANTWORTUNG
BEGRÜNDET 1959 VON WILLY MÜLLER, GD. GERA/THÜR. DDR
NR. 188 GERA MÄRZ 1985
EDLER GESINNT SEIN UND PRÜFEN
Wir prüfen die WT Nr. 19 und 20/84
GEDANKEN ÜBER JEHOVAS ZEUGEN
Die Armen, wie wurden sie übertölpelt
DIE GROSSE DRANGSAL
Zum Nachdenken für Jehovas Zeugen
WIR WAREN 20 JAHRE ZEUGEN JEHOVAS
Zeugen schreiben uns
WAS HAT DENN NUN DAS JAHR 1975 WIRKLICH GEBRACHT?
PRÜFE UND HANDLE GEMÄSS GENAUER ERKENNTNIS
Zu den WTG-Falschlehren über das Gedächtnismahl
Es wurde in der Vergangenheit schon viel darüber geschrieben,
wie die Gedächtnismahlfeier durchzuführen ist.
Natürlich gibt es in den verschiedenen Glaubensbekenntnissen einige
Unterschiede darin, wie sie gehandhabt wird. Die WTG aber ist wohl am weitesten
davon entfernt, das Gedächtnismahl so zu begehen, wie es sich für
wahre Christen ziemt.
WTG-Funktionäre sollten sich eines merken:
Christus ist für alle Menschen, die ihn annehmen, gestorben, gleich
welcher Konfession, ob katholisch, evangelisch, neuapostolisch, Adventisten
oder welchen Glauben sie immer haben mögen.
Jeder, der an ihn glaubt und dies durch seine Taufe bezeugt, ist in
seinen Tod getauft und dadurch von Sünde und Tod erlöst. Darum
muß auch jeder von den Symbolen genießen und sie nicht nur
weiterreichen, denn dadurch wird seine Anwesenheit beim Gedächtnismahl
nutzlos, verfehlt ihren Zweck, ja dadurch lehnt er das Loskaufopfer Jesu
Christi ab.
Mittler zwischen Gott und den Menschen ist nicht eine von der WTG anerkannte
"Elite" von Überrestgliedern, sondern allein Jesus Christus. Wer ihn
ablehnt, indem er die Symbole, ohne davon zu nehmen, weiterreicht, wie
will derjenige sich seine christliche Hoffnung erhalten?
- Was nützt es der WTG da, wenn sie wieder auf neue Rekordzahlen
der beim Gedächtnismahl Anwesenden verweisen kann, wenn bis auf einen
geringen Prozentsatz alle anderen durch Nichtgenießen der Symbole
Jesus Christus auf Grund der Falschlehre der WTG ablehnen?
- Was nützt es der WTG. wenn sie immer wieder vielfältige
Vorbereitungen zur Gedächtnismahlfeier trifft, so wie zum Beispiel
im KD III/84 beschrieben wird, wie die Symbole beschaffen sein sollen,
welchen Wein man verwenden darf und wie das ungesäuerte Brot gebacken
werden soll, wenn doch nur wenige davon essen und trinken sollen?
Ja, dann ist es für alle anderen, für die sogenannte große
Volksmenge umsonst sich abzumühen, da sie so nie Rettung erlangen
werden.
In der Bibel wird die große Volksmenge beschrieben als eine Gruppe
von Menschen, die große Vorrechte zu erlangen hat. Diese können
sie aber nur dann erlangen, wenn sie nicht mehr den WTG-Menschenlehren
folgen, die immer wieder geändert werden, je nachdem wie die WTG-Oberen
es für notwendig halten, sondern sie müssen Jesus Christus annehmen.
Dazu muß man sich vergewissern, was die Bibel sagt, nicht was die
WTG, die zuviel vom Geiste eines falschen Propheten hat und Menschenwerk
ist, zu tun gebietet. Hierzu seien einige Bibelstellen angeführt.
- Apostelgeschichte 5:29
Man muß Gott mehr gehorchen als Menschen.
- 1. Korinther 7:23
Werdet nicht der Menschen Knechte.
- Johannes 6:53
Werdet ihr nicht essen das Fleisch des Menschensohnes und trinken sein
Blut, so habt ihr kein Leben in euch.
Hier wird also klar dargelegt, daß wir nicht Knechte von Menschen
werden sollen (der WTG), sondern danach handeln, was Gott uns gebietet:
Von den Symbolen zu genießen, sonst ist alles umsonst.
Ja, wir sollten so handeln, wie die Bibel es laut Epheser 4:4 aussagt:
Es gibt nur; EINE Hoffnung,
EINEN Herrn,
EINEN Glauben und
EINE Taufe,
Aber leider verleumdet die WTG alle ihr nicht hörigen Christen
und predigt immer wieder den Haß gegen Menschen, die ihre Glaubensansichten
nicht teilen und trägt so absichtlich zur Spaltung des Leibes Christi
bei.
So sei nun jeder aufrichtige Christ aufgerufen, nicht den Falschlehren
der WTG, die nicht viel von unvoreingenommenem Bibelstudium hält,
zu folgen, sondern Jesus Christus so nachzufolgen, wie es die Bibel aussagt.
Jeder Christ sei aufgerufen, nicht den Zweck seiner Anbetung zu verfehlen
und sich von der WTG vom ewigen Leben abschneiden lassen, sondern ein aktiver
Teilnehmer am Abendmahl zu sein.
-RSW-
DIE GROSSE DRANGSAL
Worüber Zeugen Jehovas einmal nachdenken sollten
JEDE Prophezeiung erweist sich früher oder später als das,
was sie in Wirklichkeit ist, entweder als falsch oder als wahrhaftig. So
ist es auch mit den Prophezeiungen der WTG betreffs der „großen Drangsal"!
SCHON ein Jahrhundert prophezeit sie der Menschheit diese große
Drangsal (Harmagedon), in der diese (Menschen) Welt vernichtet werden soll.
Ausgenommen sind natürlich diejenigen, die sich noch schnell unter
den Schutz der „theokratischen Organisation Jehovas" als den einzigen „Ort"
der Rettung begeben. Diese Behauptung zeigt deutlich der, messianischen
Anspruch der WTG, wo doch Apg. 4:12 Jesus Christus als den Messias zu erkennen
gibt.
Immer wieder Ausreden
NICHT weniger anmaßend ist die Behauptung der WTG, sie allein
sei „in der Wahrheit", d.h. sie sei der „Kanal Jehovas", das Sprachrohr
Gottes. Wie menschlich unvollkommen und nach kurzer Zeit überholt
aber ihre Prophezeiungen sind, auch die, die Harmagedon betreffen, erleben
wir immer wieder. Erst leuchtet das Licht Jehovas hell und klar und wehe
dem, der es wagt, daran zu zweifeln, trifft es aber nicht ein, dann haben
einige (einfache Brüder) möglicherweise (in privater Auslegung)
etwas Falsches geglaubt, oder Jehova hat es sich in seiner liebenden Güte
zur Rettung weiterer Schafe plötzlich anders überlegt, oder wie
die Ausreden sonst noch alle heißen mögen.
Ein Wust haltloser Behauptungen
SO war es 1914, 1925, 1945 und 1975. Vergleicht man die WTG-Literatur
aus der Vergangenheit bis zur Gegenwart in Sachen große Drangsal,
so steht man vor einem Wust haltloser Behauptungen und Bibelverdrehungen,
die seinerzeit immer als die volle Wahrheit Jehovas gegolten hatten.
SELBST in den neueren Veröffentlichungen wird deutlich, wie schwer
sie sich mit dem Thema „große Drangsal" tut. In den Büchern:
„Dann ist das Geheimnis …„, Seite 237, Abschnitt 15 und „Babylon die Große
…„, Seite 574, Abschnitt 2 heißt es wie folgt:
„Daher bedeutet diese 'große Drangsal' die Vollstreckung des
Urteils Gottes an der ganzen Menschheit, …„ „… veranschaulicht die letzte
Drangsal dieser Welt, die große Drangsal … wie es seit Anfang der
Welt bis jetzt noch keine gegeben hat, nein, noch je wieder geben wird"
(Matthäus 24:21 NW). „Es wird die 'Städte der Nationen' in Ruinen
legen und die Regierungen dieser Welt vernichtend erschüttern."
HIER wird eindeutig von einer letzten, also noch vor uns liegenden „großen Drangsal", wie es bis jetzt noch keine gegeben hat, unter Bezugnahme auf Matthäus 24:21 gesprochen. In dem Buch: „Gottes tausendjähriges Königreich …„, Seite 322, Abschnitt 65 lesen wir aber zu unserem Erstaunen von einer anderen, also der Harmagedondrangsal vorausgegangenen Drangsal, die im Jahre 70 u. Z. in Jerusalem stattfand.
ES gibt demnach lt. WTG zwei Drangsale. Eine „Vorbilddrangsal" 70 u.
Z. und Harmagedon selbst.
Merkwürdig ist nur, daß Matthäus 24:21 von nur einer
großen Drangsal spricht, „wie es seit Anfang der Welt bis jetzt keine
gegeben hat, nein, noch wieder geben wird", also von einer, die ihresgleichen
in der Menschheitsgeschichte sucht.
WENN Harmagedon diese große Drangsal sein soll, wie wir gelesen
haben, kann damit nicht die Zerstörung Jerusalems 70 u. Z. gemeint
sein.
Umgekehrt gilt das gleiche.
Sogleich heißt nicht sogleich
IN den folgenden Abschnitten dieses Buches wird nun mit viel Mühe
versucht, dem Leser klarzumachen, daß das Wort „sogleich" nicht sogleich,
sondern fast 2 000 Jahre Zeitunterschied bedeutet. Wir lesen aus den Abschnitten
65 und 67 folgende Worte:
Mit den Worten „sogleich nach der Drangsal jener Tage" bezog sich Jesus
offenbar auf die Tage der „großen Drangsal", die die Römer im
Jahre 70 u. Z. über die Stadt Jerusalem im Nahen Osten brachten. „Das
Zeichen des Sohnes des Menschen" erschien nicht unmittelbar nach der „großen
Drangsal", die mit der Zerstörung Jerusalems endete, „im Himmel, …"
UM die prophetischen Worte Jesu gemäß Matthäus 24:29
mit den bekannten Tatsachen in Übereinstimmung zu bringen, müssen
wir Jesu Ausdruck „sogleich nach" so verstehen, daß damit eine Zeitspanne
von Jahrhunderten übersprungen wird, die bis in unser Jahrhundert
hineindauert.
IN der Tat, es gehört schon viel Mut seitens der WTG dazu, die
prophetischen Worte Jesu mit der WTG-Lehre in Übereinstimmung zu bringen
und so als Gipfel des Ganzen Jesus unterschwellig als falschen Propheten
zu brandmarken.
Wir lesen:
„Nein, Jesus war in dieser Beziehung kein falscher Prophet."
ER ist es weder in „dieser Beziehung" noch in einer anderen. Die WTG
ist der falsche Prophet, in „dieser Beziehung" und in vielen anderen auch.
DABEI ist die Übersetzung des griech. Wortes „eutheos" in „sogleich"
korrekt. Es bedeutet auch „ohne Verzug" und läßt damit unmöglich
einen zeitlichen Spielraum von annähernd 2 000 Jahren zu. Die Zerstörung
Jerusalems 70 u. Z. kann, wie wir bereits feststellten, laut WTG-Lehre
unmöglich diese „große Drangsal" sein.
Die „Schlacht" von Harmagedon kommt dafür auch nicht in Frage,
denn die Formulierung „sogleich nach der Drangsal jener Tage …„ hieße
doch die sogenannten „bekannten Tatsachen" oder die „Endzeitzeichen", die
angeblich erst ab 1914 eingetreten sind, erst nach Harmagedon geschehen
.
FRAGEN wir nun die Schrift nach der Drangsal, so helfen uns die Verse 5-28 des Matthäus-Evangeliums, Kapitel 24, sie zu verstehen. Die Drangsal beginnt mit den Ereignissen ab Vers 15 und beinhaltet alles, was in den Versen 5-28 zu lesen ist. Jesus warnt besonders vor falschen Christussen und falschen Propheten. Auch wird das Evangelium Jesu Christi, nicht das Falschevangelium von 1914, in der gesamten Endzeit gepredigt. Die Verse 21,22 weisen auf die Besonderheiten dieser Zeit in der Menschheitsgeschichte hin. Ohne Verzug oder nach der Drangsal beginnen die Ereignisse der sichtbaren Wiederkunft Jesu Christi, die in den Versen 29-34 beschrieben werden und noch zukünftig sind. Die gesamte Weltendeeuphorie der WTG hat nur den Zweck, eine künstliche Dringlichkeit und angeblichen Zeitdruck vorzutäuschen, um das „Werk" weiter voranzutreiben.
Die Gegenwart
DAS griechische Wort „parusia" bedeutet sowohl Gegenwart als auch Wiederkunft.
Was von beiden Bedeutungen von den Jüngern erfragt wurde, ergibt sich
aus dem Zusammenhang ihrer Frage. Sie interessierten sich für den
Zeitpunkt, an dem der Herr wiederkommt. Jede Gegenwart beginnt mit der
Ankunft des Betreffenden.
In Matthäus 24.42-44, 46, 47 ist eindeutig vom Kommen des Herrn
die Rede und nicht von seiner Gegenwart.
WEITERHIN sagt Jesus anläßlich seiner Himmelfahrt zu seinen
Jüngern:
„Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an das Ende der Welt." (Matth.
28:20)
DAMIT ist die WTG-Lehre von der seit 1914 unsichtbaren Gegenwart Jesu
Christi unlogisch, da diese nicht zweimal beginnen kann. Weiterhin, warnte
Jesus davor, denen Glauben zu schenken, die von einem verborgenen Gekommensein
zu wissen vorgeben.
(Matthäus 24:24-27)
Eine unsichtbare Ankunft kann nicht wie ein Blitz erfolgen. (Matthäus
24:27)
Nachwort:
ES ist nun wirklich an der Zeit für jeden aufrichtigen Verkündiger,
das gefährliche Bibelverdrehspiel der WTG zu durchschauen und den
Mut zur biblischen Wahrheit zu finden.
Zwischen Bibel und Wachtturm besteht ein gewaltiger Unterschied.
Gottes Wort öffnet den Weg in die Freiheit Gottes durch den Glauben
an Jesus Christus. Der Wachtturm öffnet den Weg zu Widerspruch, Konflikten,
Stress und geistiger Gefangenschaft. Dieser Weg führt an Christus
vorbei, direkt in die Arme gewissenloser geistiger Verführer hinein.
-MHP-
EDLER GESINNT SEIN UND PRÜFEN APG. 17:11
DER WACHTTURM
WIR PRÜFEN DIE WACHTTÜRME NR. 19 UND 20/1984
STUDIENARTIKEL
„Sich 'von der Welt ohne Flecken' bewahren"
"EIN OCHSE VOR- UND EINER HINTER DEM PFLUG"
WIEDER einmal die Warnung an Jugendliche, einen höheren Schulbesuch
zu meiden. Wesentlichste Begründung; Der „weltliche" Einfluß
bei einem Studium an Hoch- oder Fachschulen wäre .zu stark. Dort gelehrte
Theorien oder Philosophien könnten den „wahren Glauben" untergraben.
(S. 17) Tatsächlich besteht für einen Zeugen Jehovas bei dem
Besuch derartiger Bildungsanstalten die „Gefahr", die Machenschaften der
WTG-Führung besser zu durchschauen und zwangsläufig bestimmte
Lehren in Frage zu stellen.
Zweifler oder gar Kritiker werden in den Reihen der ZJ nicht geduldet.
Soll doch jeder ein „Schaf" sein. Und so rät der „kluge Knecht" nur
zu einem Grundschulbesuch. Reden, lesen, schreiben und ein bißchen
rechnen reichen dem Zeugen zu einem linientreuen Predigtdienst aus. Wobei
sich das Rechnen auf das Abzählen der allmonatlich geleisteten Verkündigerstunden
beschränken könnte.
„Ein Ochse vor- und einer hinter dem Pflug" ist auch die Devise der
leitenden Körperschaft. Ihre Pseudo-Bibelkenntnis kann an dieser Tatsache
nichts ändern.
EHE NUR ALS DIENSTLEISTUNG?
EHEMÄNNER dürfen die Ehe „nicht als das Wichtigste im Leben
betrachten." Schon morgen könnten sie ihre Ehefrau durch den Tod verlieren.
Allerdings sollten die Männer die Ehepflichten nicht vernachlässigen.
(S. 15)
Wird mit einer solchen Einstellung Gottes Einrichtung, die Ehe, nicht
mit Füßen getreten?
Besteht die Ehe nur in der Wahrnehmung von Pflichten?
Ist Liebe nicht weit mehr als bloße Pflichterfüllung?
„Ihr Männer, liebet eure Frauen und seid nicht bitter gegen sie.„(Kol.3:19;
Luther) Heißt dies nicht auch, das Bedürfnis der Frau in kommunikativer
Hinsicht zu erfüllen?
Oder sind die ZJ-Frauen tatsachlich nur dazu da, um ihren Ältesten
- Ehegatten Unterwäsche und die Socken zu waschen?
Anscheinend ja, denn der ehemalige Zweigdiener Frost gab der Schwester
Pötzinger auf deren diesbezügliche Frage die Antwort „sie solle
sich darüber freuen, wenigstens das tun zu können". (S. 31)
Erübrigt sich hier nicht jeder Kommentar? Ist es nicht ein Hohn,
wenn der Titel dieses WT heißt; „Kritische Zeiten heute - Wird die
Familie sie überleben?"
Der Bestand von Ehe und Familie seien in der heutigen Welt gefährdet,
wird behauptet.
Welchen Stellenwert nimmt aber die Ehe bei den Zeugen Jehovas ein?
Die Scheidungsraten in der „Organisation Jehovas" sprechen für
sich. Ganz zu schweigen von den Streitigkeiten in diesen Familien, die
trotz großer Anstrengungen, sie nicht an die Oberfläche kommen
zu lassen, immer häufiger ruchbar werden.
WACHTTURM NR. 20/84
NEBENARTIKEL
„Glücklich trotz einer gesetzlosen, lieblosen Welt"
„Ein großer Schritt für ein kleines Land"
„DEN FRIEDEN KAUFT MAN NIE ZU TEUER-
INTERESSANT, einmal die Argumentationsweise der WTG zu verfolgen:
„Nur wenn wir Gottes Gesetz halten, haben wir Grund zu der Erwartung,
für immer gerettet zu werden. Wir sehnen uns danach, in Gottes neues
System mit neuen Himmeln und einer neuen Erde hinübergerettet zu werden.
Diese Empfindung kommt gegen Ende des 119. Psalms, in Vers 174, zum Ausdruck:
'Mich hat nach deiner Rettung verlangt, o Jehova, und dein Gesetz ist mir
lieb.' Daher lehnen wir die von Menschen ersonnenen Pläne und Vorkehrungen
zur Errettung der gesetzlosen, lieblosen Welt ab." (S. 25) „Daher …"?
Was hat das eine mit dem anderen zu tun?
Kann man nicht für das Glück und Wohlergehen anderer Menschen
arbeiten und gleichzeitig Gottes Willen tun?
Ja, bildet beides zusammen nicht eine Einheit?
„Zahlt daher Cäsars Dinge Cäsar zurück, Gottes Dinge
aber Gott."
(Matthäus 22:21; NW)
Starb nicht auch Jesus für alle Menschen, obwohl er wußte,
daß viele ihm nicht nachfolgen würden?
Oder bildet ein Zeuge sich etwa ein, Harmagedon käme früher,
wenn er für die Welt keinen Finger rührt?
Es wird deutlich: Christliches Handeln beinhaltet die Sorge um das Wohlergehen
von Menschen - von allen Menschen l
„DEN FRIEDEN KAUFT MAN NIE ZU TEUER, DENN ER BRINGT DEM, DER IHN KAUFT,
GROSSEN NUTZEN." (Dr. Martin Luther)
EIN WEITERER ZJ-PALAST IN DEN NIEDERLANDEN
„Jehova erhörte die Gebete …; die Engel bauten … Jehova gab das
Wachstum."
(S. 28 bis S. 31)
Und trotzdem mußten 120 Vollzeitarbeiter und bis zu 150 Freiwillige
an den Wochenenden von August 1980 bis Oktober 1983 'stramm arbeiten, um
das neue Zweigbüro der ZJ in den Niederlanden fertigzustellen.
Der reinste Prunkbau, wie Bilder und Artikel belegen. Die Büros
bieten „für 30 Mitarbeiter angenehme Arbeitsbedingungen".
Der von Haus zu Haus gehende Zeuge würde zweifellos solch eine
Arbeitsstelle auch schätzen.
HOCH- UND FACHSCHULKADER MUSSTEN RAN
ÜBRIGENS konnte beim Bau auf die ZJ-Intelligenz nicht verzichtet
werden. Sonderpioniere wurden in Abendkursen (man vermeidet das Wort „Studium")
extra hierfür ausgebildet. Und dann gab es verschiedene Spezialisten,
die - Gott sei Dank - „vor nur wenigen Jahren in die Wahrheit" gekommen
waren.
Gabe es diese ZJ-Anfänger nicht, hätte man womöglich
noch auf Weltmenschen zurückgreifen müssen, da im allgemeinen
dem jugendlichen Zeugen nur ein handwerklicher Beruf gewährt wird.
Ohne Spezialisten ist aber die WTG trotz Jehovas Leitung bei einem
solchen Unterfangen aufgeschmissen.
-G.R.-
WAS HAT DENN NUN DAS JAHR 1975 WIRKLICH GEBRACHT?
Eine Ansprache von F. W. Franz
Für ZJ gab es eine wichtige Sonderzusammenkunft in Gelsenkirchen.
Eine Ansprache des damaligen WT-Vizepräsidenten Franz - inzwischen
wurde er Präsident der Wachtturm-Gesellschaft - stand auf dem Programm.
Die entscheidende Frage aller dort versammelten ZJ war: Wird er jetzt über
1975 das letzte und entscheidende Wort sagen? Läutet am Ende der Sonderkongreß
am 30.8.1975 das lang erwartete Ende dieser alten Weltordnung und den Beginn
des Tausendjährigen Reiches ein? Alles wartet auf „ein klares Wort"
von Mister Franz.
Franz macht zunächst darauf aufmerksam:
Am Montag, dem 1. September, beginnt das neue Dienstjahr der Zeugen
Jehovas: 1976. „Das ist wirklich sehr interessant", stellt er fest, aber
es gebe noch etwas Interessantes hinzuzufügen:
„Am nächsten Freitag, dem 5. September, mit Sonnenuntergang muß
etwas Bestimmtes geschehen. Was wird das sein?
Nun, nach der biblischen Chronologie, die wir haben, enden 6000 Jahre Menschheitsgeschichte am Freitag, dem 5. September, mit Sonnenuntergang. Das bedeutet, daß mit diesem Zeitpunkt das 7. Jahrtausend, oder Millennium, das Dasein der Menschen beginnt. Und wir sind alle entschlossen, fortzufahren, Jehova zu dienen in diesem 7. Jahrtausend des menschlichen Daseins auf der Erde."
Beifall brandet auf. Kein Wundert Wenn am Freitag, dem 5. September,
das Millennium anbricht, dann müssen doch die Herzen all derer höher
schlagen, die nichts sehnlicher erwarten als dies.
Der Beifall verebbt, und Franz fährt fort mit einer komplizierten
und reichlich spekulativ anmutenden Überlegung darüber, daß
„die Jahreswiederkehr der Erschaffung Adams" möglicherweise erst 14
Tage später, also am 18. bzw. 19. September (denn der jüdische
Tag beginnt abends um 6 Uhr) zu datieren ist. Und nun kommt er zu Schlüssen,
die nach dem Bisherigen weder zu erwarten sind noch sich aus den undurchsichtigen
Spekulationen um Adams Geburtstag ergeben könnten. Franz fährt
fort:
„Nun, das bedeutet nicht (!). daß damit der 7. Ruhetag Jehovas, der Sabbattag seiner Schöpfung, beginnt. So können wir dann auch nicht sagen, daß diese Dinge nun während des Monats September zu Ende gehen, und daß wir dann in das 7. Jahrtausend des großen Ruhetages Gottes eingehen, und daß wir dann zur Ruhe gelangen von all unserer Mühe, und daß dann auch 'der letzte Feind, der Tod', von dieser Erde weggenommen wird. Nein, wir müssen abwarten und sehen, wann nun das Millennium des großen Ruhetages Gottes beginnen wird. Und wenn dieser Tag beginnt, dann wird die Tausendjahrherrschaft Jesu Christi beginnen, und dann wird die Segnung der ganzen Menschheit beginnen für alle diejenigen, die Jehova Gott gehorchen und ihn segnen."
Mit welch zwiespältigen Gefühlen mögen die ZJ nach Hause gefahren sein? Sie hatten mit Recht in Gelsenkirchen ein klares Wort erwartet. Wenn sie sich nun von ihrer Führung verschaukelt fühlen, wer könnte es ihnen verargen? Man wird den Eindruck nicht los, daß das ganze Manöver von Gelsenkirchen das eine Ziel hatte, daß weiterhin fleißig die Werbetrommel gerührt wird. Daher Franz' Appell in Gelsenkirchen : Predigen!
„Werden wir fortfahren, das zu tun während des übrigen Teils
des Jahres 1975?" -
Antwort: Beifall!
„Und wenn es Gott gestaltet, auch in das Jahr 1976 hinein?" -
Antwort: Beifall!
Lies Römer 16: 17 und 18.
(„Vom Zeugen Jehovas zum Zeugen Jesu Christi", 1980, .H. J. Twisselmann)
SIE FUHREN ÜBER DIE MEERE UND SAMMELTEN REICHE SCHÄTZE…
Die Wirtschaftspraktiken der WTG
IN den Reihen der Zeugen Jehovas wird der Begründer der „Bibelforscher-Bewegung",
Charles Taze Russell (1874-1916 leitete er die Bewegung), als Pastor bezeichnet,
desgleichen erhielt Joseph Franklin Rutherford den Beinamen „Richter".
Er leitete die Bewegung der „Zeugen Jehovas" im heutigen Sinne von 1916
bis 1942.
NUN hat sich der Verfasser dieser Zeilen einmal die Mühe gemacht und 25 ihm schon länger bekannte Brüder und Schwestern der Zeugen Jehovas befragt, was sie eigentlich Genaues über die Herkunft dieser beiden Begründer wissen. Nur vier konnten darauf verweisen, daß Russell aus einer sehr wohlhabenden Kaufmannsfamilie stammte und daß er selbst Kaufmann war, immerhin 6 hatten, eigentlich mehr durch Zufall, gehört, daß Rutherford von Beruf Anwalt und zeitweise Richter war und sein Beiname nichts zu tun hat mit jenen Richtern der Bibel, obwohl gerade dies von 15 der Befragten behaupteten: „Richter" sei ein ehrender Beiname auf Grund seiner Gerechtigkeits- und Wahrheitsliebe.
Macht ist gefährlich in der Hand der Bösen
DER „Pastor" Russell, so zeigen Aufzeichnungen aus seiner Zeit und
die in verschiedenen Werken zu findenden biographischen Daten, war alles
andere als ein gütiger, väterlicher, christlich denkender Seelenhirt.
Seine Herkunft und seine kaufmännische Erfahrung, die Vielzahl der
in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts entstehenden oder sich bereits
festigenden religiösen Gemeinschaften ließen ihn eine Gelegenheit
sehen, selbst in das Geschäft mit dem Glauben einzusteigen.
IN einer späteren Darstellung wird CV einmal belegen, wie die Bibelforscher und späteren Zeugen Jehovas „gemacht" wurden. Schon der kurzzeitige Wechsel der religiösen Ausrichtung bei Russell, das bewußte Herumsuchen nach ihm genehmen Gemeinschaften, zeigen, daß er, unzufrieden mit dem Bestehenden, darauf aus war, sich selbst ein ergiebiges Betätigungsfeld zu schaffen. Ein Kaufmann, und offensichtlich war er das nicht in ungeschickter Weise, will Erfolgsbilanzen sehen, sei es zunächst kein Geld, dann doch Anerkennung, sei es keine wirtschaftliche Macht - zunächst - so dann die Macht über Menschen.
Hier sei betont, daß der wirtschaftliche Aufstieg der WTG nie
zum Selbstzweck erfolgte. Nein, Gewinnstreben und Gewinn dienten - so wurde
es offiziell immer betont - dem großen Werk im Sinne Jehovas.
Der Weg der WTG aber beweist, verfolgt man ihn genau und sieht hinter
die schöne Fassade, daß es Russell und Rutherford um die Macht
ging, um politische, um psychologische, um geistige Herrschaft über
den Glauben und damit über Gläubige weltweit.
Und Russell wie Rutherford erkannten in einer Zeit ständig schneller fortschreitender Industrialisierung, daß das Erhalten und Vergrößern der Macht immer mehr Aufwendungen mit sich bringen wird. Also ging es um eine immer bessere und gewinnbringendere Arbeit innerhalb der WTG, um diesen Gewinn und dazu noch genügend Reserven aufzubauen.
Geschäftstüchtig war auch genügend Voraussicht vorhanden,
daß der Machtbereich nicht nur die USA sein konnte. Weltweite Ausdehnung
war schon langfristig voraus geplant. Schon „Pastor" Russell baute entsprechend
der Praktiken amerikanischer Geschäftsleute seine Bewegung auf.
Russell unternahm zum obengenannten Zweck 1911/12 eine ausgedehnte
Weltreise - er sondierte den Markt und fand bald heraus, wie durch weltweite
Verkündigung überall Einfluß zu nehmen war.
DIESE Reisen setzte Rutherford später fort, nachdem es ihm in einem langwierigen, aber dank seiner Justizerfahrung erfolgreichen Machtkampf gelungen war, Russells Nachfolger zu werden und alle Konkurrenten auszuschalten. Trotz riesiger innerer Streitigkeiten in der Leitung, trotz Verbot und Inhaftierung 1918, behielt er, clever wie er schon als Anwalt war, die Fäden in der Hand, benötigte dafür nachweisbar niemals und nirgends Jehovas Hilfe, sondern machte sich, ähnlich wie in anderen Bereichen üblich, das amerikanische Gesetzeswesen zunutze, welches er bestens kannte .
1920 reist Rutherford langzeitig durch Europa. Nach der nicht erfolgten Einhaltung der gepredigten Jahreszahl 1925 gelingt es ihm, bereits erfahren in solchen Dingen, die Bewegung wieder zusammenzuhalten. Und er erkennt die überaus große Bedeutung des weltweiten kostenlosen Literaturvertriebes durch die WTG und die Magie der Zahlen. Denn nichts wirkt auf den ersten Augenblick bestechender auf einen unvoreingenommenen Menschen, als wenn man mit großen Zahlen jongliert.
Daß bei solchem Jonglieren auch Bruch entsteht, wurde wohl zunächst
nicht beachtet.
Heute kann man eine eindrucksvolle „traurige" Bilanz ziehen.
Doch dazu das nächste Mal:
„Ihre Namen sind wie die Sterne am Himmel"
-Hermes-
DER BOXER-BRUDER MIT DEN (SCHLAG)KRÄFTIGEN ARGUMENTEN
Jesus als Vorbild für Christen
IN die Fußstapfen Jesu treten - viele Christen haben sich dieses
hohe Ziel gesetzt . Wie schwer ist es aber, dessen hohen Maßstäben
auch nur annähernd gerecht zu werden!
MICH beeindruckten von kleinauf immer wieder seine Eigenschaften der
Milde, Demut, seine Aufopferungsbereitschaft.
„Als er beschimpft wurde, gab er nicht schimpfend zurück. Als
er litt, begann er nicht zu drohen, sondern übergab sich weiterhin
dem, der gerecht richtet!"
(1. Petrus 2:23, NW)
Welch eine edle Gesinnung!
Selbst als Jesus seinen baldigen Tod voraussah, heilte er einen Sklaven
des Hohenpriesters, der gekommen war, ihn zu verhaften. Diesem war von
einem Jünger Jesu ein Ohr abgehauen worden. Jesus mißbilligte
diese menschlich durchaus verständliche Tat und heilte das Ohr durch
ein Wunder wieder an. (Lukas 22:47-53)
JESUS ließ sich nie zu unkontrollierten Äußerungen,
geschweige denn Taten gegenüber seinen Feinden hinreißen (vgl.
Lukas 4:28-30; Matth. 5:44).
UND auch Paulus zeigte später in seinem Brief an die Korinther
die gleiche Einstellung:
„Wenn beschimpft, segnen wir; wenn verfolgt, halten wir stand; wenn
verunglimpft, flehen wir …„ (1. Kor. 4:12,13)
Eine ganz andere Einstellung
IN diesem Licht besah ich mir einmal das „Jahrbuch der Zeugen Jehovas
1983" und stieß auf S. 92 auf folgende Schilderung:
„Eine Gruppe stürzte sich auf die Lautsprecheranlage. Doch der
Bruder, der sie bewachte, war früher ein bekannter Boxer gewesen.
Er warnte die Männer und sagte ihnen, daß er die Anlage beschützen
werde, falls sie versuchen würden, das Eigentum der Gesellschaft zu
beschädigen. Nachdem zwei von ihnen die Warnung ignoriert hatten,
wichen die anderen schnell zurück und riefen: 'Wir dachten, sie würden
sich nicht wehren!'"
Auf gut deutsch:
Der Bruder - Boxer bewies gegenüber zwei Menschen seine diesbezüglichen
Fähigkeiten, sozusagen schlagkräftig. Noch nicht einmal, weil
e r angegriffen wurde. Er verteidigte materielle Werte, die Lautsprecheranlage
der WT-Gesellschaft.
UND welche Haltung nimmt diese bezüglich des merkwürdigen
christlichen Verhaltens ihres Mitverbundenen ein?
Zwei Seiten weiter kann ich es lesen:
„Es war niemand anders als der ehemalige Boxer, der anläßlich
der ersten Versammlung die Lautsprecheranlage der Gesellschaft so gut beschützt
hatte."
DEUTLICHER kann man nicht Stellung beziehen. Ist das nicht auch ein
Hinweis für Zeugen, wie sie in Zukunft mit Menschen umzugehen haben,
die ihnen nicht gleich freundlich gesonnen sind?
Zurück zu Jesus
WIE hätte er in einer solchen Situation gehandelt?
Wie hieß es noch: „Als er litt, begann er nicht zu drohen …"
-G.R.-
VATIKAN UND DIE WTG IM ZWEITEN WELTKRIEG
Aus dem Vatikanischen Geheimarchiv
Wann öffnet die WTG ihr Geheimarchiv?
ES geht um die Rolle des Vatikans in den Jahren 1933 - 1945. Prof.
Herbert Melzig, Sydney/Australien, konnte im Geheimarchiv des Vatikan und
im politischen Archiv des Auswärtigen Amtes in Bonn/BRD darüber
Forschungen durchführen. In der kath. „Begegnung" 11/1982 wird darüber
berichtet. Zum Thema „Der Papst kalkulierte einen Sieg Hitlers ein" lesen
wir:
„… 1940 und 1941. Es waren die leichten Siege der Naziwehrmacht, die
ihr bei vielen westlichen Diplomaten den Nimbus der Unbesiegbarkeit einbrachten.
Auch die Römische Kurie schloß die Hypothese eines Sieges der
Achsenmächte (Hitler und seine Verbündeten) nicht aus. Der Papst
dachte nicht, dieses Ungeheuer von Hitler, der die Kirche in Deutschland
und in den besetzten Ländern verfolgt, dürfe nicht siegen, vielmehr
rechnete er damit, daß er siegen könnte und längere Zeit
über Europa herrschen würde. Die Römisch-Katholische Kirche
müsse auf diese Eventualität vorbereitet sein und, wenn der Fall
eintritt, versuchen, das Beste daraus zu machen."
U.a. war der Päpstliche Legat in der Türkei, Roncalli, mit
dieser Sache befaßt.
DIE Achsenmächte siegten bekanntlich nicht. Es war also eine riesige
Vatikanische Fehlkalkulation. Immerhin war das zuvor nicht als unfehlbare
göttliche Wahrheit prophezeit worden.
DIE WTG kalkulierte einen Sieg des totalitären Hitlerfaschismus
nicht nur ebenfalls ein. Sie prophezeite das sogar als endgültige
Erfüllung göttlicher endzeitlicher Voraussagen nach Daniel 11
(Nordkönig Hitlerfaschismus, Südkönig Anti-Hitlerkoalition),
WTG-Predigtbuch „Die Neue Welt", 1942! Die WTG-Prophezeiung:
„Man beachte, daß der 'König des Südens' vom vierzigsten Verse an aus der Prophezeiung ausscheidet. Dies ist ein schlechtes Zeichen. Dies und andere Schriftstellen deuten darauf hin, daß vor dem endgültigen Ende alle Nationen totalitär werden und die Interessen des Nord- und Südkönigs unter Religion als Bindeglied eins werden. Es bedeutet einen Weltbund, und schon zeigen kundgegeben Worte und Zeichen an, daß dies an der Weltfriedenskonferenz stattfinden wird, für die sich das Haupt des Vatikans herausputzt" (S.344).
NUN, die Welt wurde nicht totalitär, der totalitäre Hitlerfaschismus
wurde durch den angeblichen Südkönig, die Anti-Hitlerkoalition,
vernichtet.
BEI der WTG war das jedoch nicht nur eine politische Fehlkalkulation.
Es war eine Verkündung falscher "Erfüllungen" falsche Prophetie
also! Falsches "Licht"! Lies dazu 5. Mose 18:20-22! Gott wäre hier
wieder einmal mehr durch die WTG zum Lügner geworden. Also war das
nicht von ihm. Wann öffnet die WTG ihr Geheimarchiv den Forschern,
damit man nachprüfen kann, wer bei ihr damals die wahren diplomatischen
bzw. politischen "Inspiratoren" dessen gewesen sind, was sie da als unfehlbare
göttliche Wahrheit, als unfehlbares göttliches Licht über
Daniel proklamierte?
Könnte sie sich nicht ein Beispiel am Vatikan nehmen? -
GEFAHR ZU LANGE VERHARMLOST
"Wir werden die Sekten dazu zwingen, für ihre Mitglieder Kranken-
und Rentenversicherungen abzuschließen. Bisher wurden sie körperlich
und finanziell ausgebeutet, und wenn sie nichts mehr konnten, einfach abgeschoben."
DIES erklärte auf Anfrage im Juni dieses Jahres der Vizepräsident
der EG-Jugendkommission, Europa-Abgeordneter, Dr. Olaf Schwencke.
Und weiter:
"Die Gefahr ist zu lange verharmlost worden. Wir Politiker haben durch
Untätigkeit das Sektenunwesen begünstigt."
AUF die Frage, wer bisher den "Sektenopfern geholfen hat", wurde gesagt:
Die Eltern und die Allgemeinheit durch die aus ihren Steuergeldern finanzierte
Sozialhilfe. Der BRD-Familienminister R. Geißler habe einen durchdachten
Plan fertig in der Schublade.
EINES der "Sektenopfer", das sich mit der Familie wieder versöhnt
hat, sagte:
"Nach der Gehirnwäsche (durch die Sekte) verfluchte ich meine
eigenen Eltern."
FÜR alle, die in der BRD "Kummer durch die Sekten" haben, hat
sich in Bonn eine "Arbeitsgemeinschaft der Elterninitiativen" gebildet.
SOWEIT bekannt, zahlt auch die WT-Organisation für ihre hauptamtlichen Mitarbeiter keine Kranken- und Rentenversicherung, während sie für ihre Arbeit nur ein Taschengeld bekommen. Wenn sie ausscheiden oder ausgeschlossen werden, stünden sie völlig mittellos da, würde nicht die Gesellschaft und auch die "verfluchte" Kirche helfen. Und alle Bethelmitarbeiter mußten bekanntlich unterschreiben, daß sie an die Organisation keinerlei finanzielle Ansprüche stellen. Aber andererseits ist das doch ein rechtliches Arbeitsverhältnis für die Betroffenen.
So aber sind sie "auf Gedeih und Verderb" von ihrem "Arbeitgeber" abhängig.
Steht beim Familienminister der BRD auch die WT-Organisation auf der Liste?
-CVN-
GEDANKEN ÜBER JEHOVAS ZEUGEN
Die Armen, wie wurden sie übertölpelt
Das schlimme ist, daß es mit dem Zeitungslesen, Radiohören,
Fernsehen usw. sehr arg bestellt ist bei unseren lieben Zeugen-Mitbürgern.
Sie wähnen sich dabei zwar weiser als alle anderen Menschen, aber
sie betrügen sich doch selbst. Wie wurden vor 1975 durch ihre Leitung
die unmöglichsten Pressemeldungen, "Experten"-Meinungen und Journalisten
zitiert, wenn sie nur etwas über die miese Welt- und Wirtschaftslage
zu sagen hatten, als ob die Welt bis 1975 sowieso in Elend und Hungerkatastrophen
zusammengebrochen sei. Katastrophenbesessen wurde die Presse ausgeschlachtet.
Viele dieser lieben Mitbürger legten sich kleine Presseausschnittsammlungen
dazu an, die sie eifrig als 1975-Beweise parat hatten. Das können
sie in den Ofen stecken.
Ihre ganze Wahrheit
Diese lieben Zeugen-Mitbürger tun nun, gefragt, und ungefragt,
allenthalben kund, was für ein Interesse sie an den Sorgen, Leiden,
Problemen und Bedürfnissen aller Menschen hätten. Wenn man sich
aber genauer in ein Gespräch mit ihnen einläßt, dann merkt
man, daß das gar kein echtes oder hilfreiches Interesse ist. Das
ist nur ein Mitjammern und Mitseufzen, ein Mitklagen und Mitstöhnen.
Kommt die Frage darauf, wie man denn nun helfen kann, dann erschöpft
sich ihre ganze Wahrheit darin, zu erklären, daß es keine Hilfe
gibt, daß kein Mensch hier erfolgreich sein kann, daß man da
nichts tun kann und sollte, die Zustände zu verbessern. Da würde
irgendwann eine "himmlische Regierung" einschreiten, "von oben" her. Und
wann das sei? Bei dieser Frage werden sie vollends hilflos. Haben sie doch
sich und ihre Mitbürger da immer nur mit Terminen betrogen - über
100 Jahre schon. Eilfertig versuchen sie darum, dieser korrekten Frage
aus dem Wege zu gehen und in den "künftigen Segnungen" zu schwelgen.
Die ganze Obrigkeit wird verdammt
Ist denn ihr menschliches und soziales Gewissen ganz tot? Sie wollen
doch auch in gesicherten und sozialen Verhältnissen leben, sich sattessen
können, eine warme Wohnung haben. Schon wenn es da mal nur ein bißchen
nicht klappt, sind sie die ersten, die schimpfen, die Regierung anklagen,
die ganze Staats- und Parteiführung verdammen, die nichts tut, das
zu verbessern oder abzustellen. Sie sind also ganz schön auf ihre
eigenen Interessen bedacht! Aber es haben doch alle soziale Lebensinteressen
dieser Art!
Macht die Staats- und Parteiführung aber nun Pläne, wie es
am besten für alle gemacht werden kann und sollte, dann schimpfen
sie wieder los, des Menschen Pläne seien nutz- und zwecklos.
Man braucht nur einmal in einer der lieben Zeugen-Familien zu Gast
zu sein, wenn im Fernsehen die Nachrichten laufen oder ähnliche Sendungen.
Da gibt es nicht wenige hämische, lächerlichmachende, ja gehässige
und feindselige "Kommentare" und Bemerkungen aus einem solchen Zeugenmund
dazu, auch Spott und Hohn. Da denkt man, sie wissen nicht, was sie da reden.
Warum, warum, warum nur?
Sie müssen doch merken, daß den Menschen gar nichts anderes
übrig bleibt, als „sich selbst zu helfen", sind sie doch von unseren
lieben Zeugen-Mitbürgern schon über 100 Jahre lang nur hingehalten
und vertröstet worden. Zuletzt wieder auf 1975. Warum nur merken sie
das nicht? Warum nur können sie nicht so weit denken. Warum reicht
ihre Überlegung von ihren eigenen sozialen Bedürfnissen, die
sie bei Verdammung des ganzen Staates berücksichtigt haben wollen,
nicht auch zu den sozialen Bedürfnissen aller anderen?
Ihre Führung hat sie doch auf ein Niveau von politischer Kinderei
gebracht, politischer Naivlinge, politischer Einfalt im buchstäblichen
Sinn des Wortes, was ihr soziales Bewußtsein betrifft.
Man sollte ihnen förmlich einhämmern, daß jeder Mensch
zuerst ein soziales Wesen ist, auch ein Christ.
Mit der gleichen Empörung, wie sie irgendein Bild menschlichen,
sozialen Elends anschauen, müßten sie sich über ihre Organisation
empören, die sie von jedem „Verbessern dieser Zustände" abhält!
-eingesandt-
WIR WAREN 20 JAHRE ZEUGEN JEHOVAS
Zeugen schreiben uns
20 JAHRE fest zu sein, das will schon etwas heißen. Wir möchten
in Kurzfassung von diesen 20 Jahren berichten.
ZU diesem Glauben kamen wir wie üblich durch Hausbesuche. Solange
wir noch Interessierte waren, bemühte man sich sehr um uns.
Nach der Taufe gab es dann nur noch Pflichten, Wir nahmen alles sehr
ernst und sind sogar nach Berlin gefahren, weil es dort Bockwurst zu kaufen
gab, die kein Blutplasma enthielt.
Doch waren wir im Innersten nie recht zufrieden. Die Geschwister waren
zu sehr auf ihr Ich bedacht.
Die Schwestern waren sich nicht gut. Jede versuchte die andere zu ärgern.
Ja, es kam soweit, daß die Ältesten Bibelstellen suchten und
sie zu einem Schreiben zusammenfaßten, um die Schwestern wieder auf
Vordermann zu bringen.
Geholfen hat es nicht viel. Die Schwestern trugen nun ihren Streit
nicht mehr offen aus.
War jemand krank und kam nicht zur Versammlung, lästerte man über
ihn.
Der Wettstreit um Verkündigerstunden nahm Formen an, die bis zum
Betrug ausarteten. Schwestern verkündigten 3 Jahre und mehr bei einem
Interessierten. Andere besuchten eine alleinstehende Frau, blieben dort
den ganzen Tag, aßen und verkündigten. Die Stunden wurden als
Nachbesuche verzeichnet. Erst nach langer Zeit kamen die Ältesten
dahinter.
Es wurde festgelegt, daß eine Person nur noch ein halbes Jahr
betreut werden darf.
Da sahen wir aber alt aus!
Es ist auch vorgekommen, daß Stunden angegeben wurden, welche
gar nicht gemacht wurden .
Ist dieser Betrug im Sinne Jehovas?
DANN KAM DAS JAHR 1975
ES war für uns alle ein Jahr der großen Hoffnung. Aber auch
ein Jahr der großen Enttäuschung.
Denken wir daran, die Bibel sagt, nicht mal Jesus weiß den Tag,
die Zeit und die Stunde, wann Harmagedon kommt.
Die Bibel sagt auch am Ende der Schrift, niemand soll etwas hinzufügen
oder etwas weglassen.
Nun, wer hat gesagt, das Ende der Welt kommt im Frühjahr, im Herbst
oder im Spätherbst? Wir wissen es ganz genau.
Alle, die das gesagt haben, sind laut Bibel in die ewige Vernichtung
gegangen, denn sie taten Sünde wider dem heiligen Geist.
Da hat aber kein WT darüber berichtet.
Leider!
Aber seid beruhigt, ihr geht nicht allein in den ewigen Tod. Die Leitung
in Brooklyn und Selters ist auch dran.
1976 waren wir auf dem Kongreß in München. Dort sprach Bruder
Willy Pohl wörtlich:
Einige übereifrige Brüder haben berichtet, daß 1975
das Ende kommen soll. Wir als Leitung haben das unterstützt, weil
wir nichts dagegen getan haben. Somit sind wir auch schuldig geworden.
Wir werden sicherlich von Jehova zur Verantwortung gezogen werden.
Bei uns hat aber kein WT darüber berichtet, das ist Tatsache.
Weiter berichtet kein WT darüber, daß in der BRD Polizeioffiziere
Zeugen sind und Waffen tragen.
Wir fragten gleich unseren Gastgeber Bruder Roland danach. Er sagte,
sie tragen wohl Waffen, aber sie gebrauchen sie nicht.
Das wäre eine Kompromißlösung.
Die Bibel sagt aber, wir sollen keine Kompromisse eingehen.
Im letzten Krieg wurde kein Bruder Soldat. Das stimmt.
Aber die Brüder, die in der Schweiz lebten, durften laut ZJ-Leitung
Soldat werden .
Sicher wißt ihr nichts davon, woher auch?
Es sind aber Tatsachen!
ZU DUMM UND NICHTS GELERNT
IN unserer Versammlung hat der Leiter Bruder N, nacheinander alle Anwesenden
schlecht gemacht, indem er zum Ausdruck brachte, daß wir zu dumm
seien und trotz unserer langjährigen Zugehörigkeit zu den Zeugen
Jehovas noch nichts gelernt hätten.
Da spielte das Alter keine Rolle für ihn.
Ist so etwas normal?
Bruder S. wollte nach dieser Beleidigung Schluß machen.
Noch eins, liebe Brüder und Schwestern!
Mit den Überrestgliedern kommt ihr in Druck. Sie sterben alle
weg. Sie sollen euch aber durch Harmagedon bringen. Was wird die Leitung
sich nun wieder ausdenken? Irgendein neues Zugpferd muß kommen, denn
ihr sollt ja treu und ohne euch umzusehen weiter verkündigen. Wehe,
ihr stellt Fragen zu alledem oder meldet sogar eigene Gedanken an! Selber
denken ist für die WTG eine Todsünde.
-E.B.T.-
„Christliche Verantwortung": Herausgeber Henry Werner; DDR 6500 Gera,
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Gera
A 861/85 V 7 1 533 N2