NR. 186 GERA JANUAR 1985
EDLER GESINNT SEIN UND PRÜFEN
Wir prüfen die WT Nr. 15 und 16/84
WER KOMMT IN DEN HIMMEL, UND WARUM?
14. Kapitel „Du kannst für immer…"
BRIEF AN CHRISTEN
Eine mutige Stimme aus Polen
BESUCH IM BROOKLYNER BETHEL
Eindrücke eines Außenstehenden
DRESDEN-LEUBEN: WIE EINE EHE IN DIE KATASTROPHE GEFÜHRT
WURDE
WAS BRACHTE UNS DAS "NEUE LICHT"
IM DIENSTJAHR 1983/84?
„Was brachte uns das letzte Dienstjahr an neuen Gedanken?",
mag sich mancher Zeuge Jehovas rückblickend fragen.
Neun Jahre nach dem legendären Jahr 1975 glaubt
wohl auch der Standhafteste nicht mehr an die von der WTG vorausprophezeite
Bedeutung.
Galt also für das letzte Dienstjahr in vollem Umfang
das, was die Organisation im WT 7/84 sehr richtig bemerkte:
„Der Fortschritt während der letzten zehn Jahre
ist für uns von besonderem Interesse. Es waren Jahre der Prüfung
und des Sichtens, da einige Verärgerte abtrünnig wurden und die
Organisation verließen. Aber es waren auch wunderbare Jahre weltweiten
Bauens und einer weltweiten Reorganisation, Jahre, in denen die Brüder
für das zukünftige Werk gestärkt wurden." (12)
Weltweite Reorganisation
DIE Reorganisation wurde eingeleitet mit der streng vertraulichen
Sonderausgabe zum 10.4.1983. Wesentlicher Gesichtspunkt:
Der turnusmäßige Wechsel des vorsitzführenden
Aufsehers entfällt.
In dem kurz danach erschienenen neuen Organisationsbuch
wurde weiter angeordnet, die Dienstämter des Dienstaufsehers, WT-Studienleiters,
des Aufsehers der Theokratischen Predigtdienstschule und des Sekretärs
(wie bisher) jeweils einer Person bis auf Widerruf anzuvertrauen.
Der turnusmäßige jährliche Wechsel der
Ältestenposten hatte sich nicht bewährt.
Gleichzeitig wurden mit dieser Maßnahme der WTG
unliebsame Älteste von ihrem „Vorrecht" entbunden und andere dogmatische
in die verschiedenen Funktionen eingesetzt.
Jahre der Prüfung und des Sichtens
FEHLER werden von der Wachtturm-Gesellschaft und leider
auch von den meisten Zeugen Jehovas nicht zugegeben.
Erst nach fahren, wenn man meint, es sei „Gras über
die Sache gewachsen", läßt man manches durchblicken. In dieser
Beziehung war der WT 10/84 bemerkenswert. Mußte man doch eingestehen,
unberechtigte Erwartungen bezüglich des Jahres 1925 geweckt zu haben.
Allerdings mit dem Pferdefuß:
„Auch die Apostel hatten ähnliche unangebrachte
Erwartungen gehegt." (!) (S.24)
Zu 1975 wurde danach ausgeführt:
„Gemäß unserer Erkenntnis sollten im Jahre
1975 6 000 Jahre der Existenz des Menschen ablaufen. Würde dieses
Jahr den Beginn der Tausendjahrherrschaft Christi bringen? Wir waren von
dieser Möglichkeit fasziniert." (S.25)
Das kann man wohl sagen!
Besonders die älteren Brüder und Schwestern
sahen sich betrogen.
Die Brüder Schroeder und Sydlik von der leitenden
Körperschaft konnten ihnen auf der Jahresversammlung der WTG in Leicester
auch nicht viel Mut zusprechen. (WT 9/84)
„Jehovas Zeugen leben nicht in der Vergangenheit; wir
leben in der faszinierenden Gegenwart …"
Gott möchte, „daß wir in die Zukunft blicken,
die er uns verheißen hat." Und: „wenn wir nur in diesem Leben auf
Christus gehofft haben, sind wir die bemitleidenswertesten aller Menschen."
(S.10-13)
Wurden damit nicht eindeutig die ZJ-Veteranen in den Tod
geschickt? Dieses Problem scheint übrigens mit das heikelste in der
Lehre der WTG zu sein.
Diesbezügliche Unsicherheiten sind augenscheinlich
.
Der WT 1/84 behauptet noch auf Seite 19:
„Wenn der größte Teil der Welt ähnliche
Bevölkerungszahlen aufzuweisen hat, wird deutlich, daß heute
immer noch sehr viele Personen, die der Generation von 1914 angehören,
am Leben sind."
Man geht sogar einen Schritt weiter:
„Einige von dieser 'Generation' könnten bis zum
Ende des Jahrhunderts leben."
(WT 11/84, S.19)
Das heißt:
Eine Verschiebung von Harmagedon bis an das Jahr 2000!
Aber plötzlich steht im WT 16/84:
„Wie du zweifellos beobachten kannst, wird nur eine kleine
Minderheit über 80 Jahre alt." (S.3)
Was ist jetzt zu glauben?
Wie hieß es noch im WT 16/84 auf Seite 27?
„Heute spricht er (Anm. d. Red.: der Überrest) mit
Gewißheit und Überzeugung, statt aus Furcht und Unsicherheit
zu stammeln."
Jahre weltweiten Bauens
WARUM errichtet die Gesellschaft solche Gebäude,
wenn doch die Weltlage so unsicher ist?
Eine berechtigte Frage der Zeugen, die Herr Barry von
der leitenden Körperschaft im WT 3/84 auf Seite 30 aufgreift.
Das von ihm verkündete „neue Licht" blendet geradezu.
„Und man hoffe, viele der neuen Gebäude in dem großen Reorganisationswerk
noch Harmagedon zu verwenden."
Weitere Lehränderungen
1. Johannes 11:25,26 galt bisher nur für die gesalbte
Klasse.
WT 1/84, S.31 berichtigt:
„Wie die Studienartikel in dieser Ausgabe des 'Wachtturms'
bestätigen, müssen wir Johannes 11:25,26 eine umfassendere Bedeutung
beimessen und diejenigen mit einbeziehen, die ewig auf der paradiesischen
Erde zu leben hoffen."
2. Verzweifelt sucht die WTG nach Bibelstellen, die an
die heutigen Zeugen Jehovas gerichtet sein könnten. Ein schwieriges
Unterfangen!
Offenbarung 10:10,11 muß herhalten.
WT 6/84, S.6,7:
„Die Worte 'Du mußt wieder prophezeien' deuten
an, daß Johannes durch sein Exil auf Patmos an der freien Ausübung
seiner Zeugnistätigkeit gehindert wurde. Offensichtlich gelten die
an ihn gerichteten Worte in Wirklichkeit seinem neuzeitlichen Gegenstück."
3. Jahrzehntelang wurde gelehrt:
„Obwohl die 'große Volksmenge' nicht in dem neuen
Bund steht, den Jesus Christus für das geistige Israel vermittelt
hat, vereint er sie mit dem gesalbten Überrest zu 'einer Herde' in
einer Hürde."
(Siehe u. a. „Der Heilige Geist - die Kraft hinter der
künftigen neuen Ordnung" S.155.)
Das soll nun nicht mehr wahr sein!
Der WT 10/84 berichtigt:
Es gibt nur drei Schafhürden.
a) Eine „frühe Schafhürde" unter dem mosaischen
Gesetz (S. 11).
b) Die Schafhürde des geistigen Israel (S.14).
c) Die 1935 entstandene Schafhürde für die
große Volksmenge (S.18).
Das Heil durch Kernwaffen
WIE schon dargelegr, mußte die WTG zwar die Harmagedon-Termine
revidieren; von der Sache her hat sich aber nichts geändert.
In Brooklyn versucht man fortwährend zu enträtseln,
wann und in welcher Weise Harmagedon eintrifft.
In der letzten Zeit wird eine Version deutlich, die unsere
Beachtung finden sollte: der Atomkrieg.
WT 11/84. S.16:
„Ein früherer Botschafter der Vereinigten Staaten
in Moskau sieht die 'beider Supermächte auf Kollisionskurs' und erklärte:
'Irgendwo auf diesem Weg muß es zwangsläufig zu einer Explosion
kommen.'
Ja, selbst die Kräfte der Himmel, da sich die Nationen
darauf vorbereiten, Satelliten mit Atomsprengköpfen in eine Umlaufbahn
um die Erde zu senden."
WT 13/84, S.18:
„Zweifellos werden die wahnsinnigen Überreste, die
politischen Nationen und ihre militarisierten Horden, auf dem Höhepunkt
dieser großen Schlacht mit ihren Vernichtungswaffen übereinander
herfallen. Doch Jehova wird nicht zulassen, daß sie ihre Kernwaffen
in einem solchen Ausmaß gebrauchen, daß sie Gottes Volk oder
sein Schöpfungswerk, die Erde, verderben."
Damit dies jeder Zeuge noch plastischer vor Augen hat,
druckt man noch das entsprechende WT-Titelbild:
Ein predigender Zeuge vor dem nach einer Kernwaffenexplosion
entstehenden Atompilz
(WT 6/84).
Und alles gipfelt in die Feststellung eines japanischen
Zeugen:
„Katsuo Miura war Jehova dankbar, daß er, wie er
sich ausdrückte, durch eine Atombombe aus dem Gefängnis befreit
wurde, um die restlichen Jahre seines Lebens im Pionierdienst zu verbringen."
(WT 20/83, S.21)
DER Zeitpunkt ist anscheinend nahe, daß ein Zeuge
Jehovas statt der im Mustergebet Jesu enthaltenen Worte „Dein Königreich
komme …„ um „Deine Atombombe komme …„ bittet .
DAS WTG-HARMAGEDON, DAS BISHER NIE KAM
Die christliche Schriftstellerin Rosemarie Schuder, Berlin,
bringt in ihrem neuen historischen Roman „Serveto vor Pilatus" eine interessante
Passage, die über das moralische Niveau nachdenken läßt,
auf das man sich begeben muß, wenn man sich das WTG-Harmagedon-Denken
zu eigen macht:
„Bernardino Ochino, einstmals General des von ihm gegründeten
Ordens der Kapuziner, war mit seiner Familie aus England geflohen und unterwegs
nach Basel. Er wird sich nicht aufhalten und unverzüglich weiterreisen
nach Genf. Und er wird mit dem ganzen Gewicht seiner Person vor Herrn Calvin
(Schweizer Reformator, Anm. CV) treten und ihn warnen: Streitigkeiten in
der Lehre dürfen nur mit Worten ausgetragen werden. Nicht mit Blut."
(NZ 10.4.82)
EDLER GESINNT SEIN UND PRÜFEN APG. 17:11
Der WACHTTURM
WIR PRÜFEN DIE WT NR. 15 UND 16/1984
"Mit feuerbeständigem Material bauen"
"Sprich beim Lehren das Herz an"
NUN AUF DEM RICHTIGEN WEG?
VOM Ansatz her sind diese Artikel richtig und wertvoll.
"Ja, das richtige Fundament, auf dem wir bauen sollten,
ist Jesus Christus." (S. 9)
Vollkommen richtig!
Nur bleibt ein gewisses Mißtrauen doch zurück.
Hatte man nicht erst im WT 9/84 die WT-Organisation in der Bedeutung vor
Jesus gestellt? Und behauptete man im WT 8/84 auf S. 20 nicht, daß
Jesus nur "der Gehilfe und Sprecher seines Vaters" wäre?
Auf ein Geschöpf mit solch untergeordneten Funktionen
sein geistiges Fundament zu bauen, wäre eigentlich leichtsinnig!
Hat die WTG ihre Fehler nun erkannt?
DIE VERANTWORTUNG WAHREN
BEIM THEMA "BLUTTRANSFUSION"
EIN Lehrer in der Versammlung trägt eine hohe Verantwortung
vor Gott!
Sehr einverstanden. Ein Lehrer sollte auch gefühlsmäßig
den Lernenden beeinflussen,
Einverstanden.
Also muß sich der Lehrer bemühen, an Gottes
Wort festzuhalten. Das würde dann auch für die Blutfrage gelten
(S. 16).
Die Bibel verbietet aber keine Bluttransfusion, mag sich
die WTG drehen und wenden wie sie will. In dieser Frage beispielsweise
mißbrauchen die ZJ-Lehrer ihre Verantwortung vor Gott.
NEBENARTIKEL
"Plane für die Zeit nach der Hochzeit"
ZUVIEL DES GUTEN?
"Gemäß der Psychologin Dr. Sally Witte geht
aus Studien hervor, daß nicht nur schlechte Erlebnisse, sondern auch
gute Erlebnisse Streß verursachen." (S. 19)
NUN, diese Weisheit dürfte kaum zum gesicherten
Erkenntnisschatz der Menschheit gehören! Aber wie dem auch sei: An
durch gute Erlebnisse hervorgerufenem Streß werden wohl keine Zeugen
Jehovas leiden. Auch wenn sie eine Hochzeit nach ihren Vorstellungen organisieren.
Und wenn sie zum Tanzen keine "Königreichs"-Musik wählen, wird
ihnen zwar wegen der ungewohnten Belastung warm werden, doch es wird kein
Streß-Schweiß sein.
Gönnen wir ihnen das Vergnügen, denn derartige
Anlässe sind für sie selten genug.
WACHTTURM NR. 16/84
NEBENARTIKEL
"Ewiges Leben - Ist es nur ein Traum?"
GENAU BEOBACHTET
DA haben die Brooklyner Brüder mal den Nagel auf
den Kopf getroffen. Nach dem Bibelzitat aus Psalm 90:10 wird festgestellt
:
"Wie du zweifellos beobachten kannst, wird nur eine kleine
Minderheit über 80 Jahre alt." (S. 3)
NUR bleibt es leider bei dieser Feststellung. Ist damit
aber nicht klar bewiesen, daß die Generation, welche 1914 bewußt
miterlebt hat, schon vergangen ist?
STUDIENARTIKEL
"Mehr Jünger durch wirkungsvollen Gottesdienst"
TÄUSCHUNG UND LÜGE
"Aus diesem Grund führen wir mit jedem, der Gottes
Verheißungen näher kennenlernen möchte, ein regelmäßiges
Heimbibelstudium durch, das kostenlos und ohne Verpflichtung ist." (S.
22)
DER Hinweis auf ein kostenloses Bibelstudium ist eine
leere Phrase. Fast alle anderen Glaubensgemeinschaften oder Kirchen verlangen
hierfür kein Geld.
Ohne Verpflichtung? Die WTG weiß es eigentlich besser.
In dem 1983 herausgegebenen Buch "Organisiert, unseren Dienst durchzuführen"
wird angewiesen, ungetaufte Personen, die eine "Verfehlung" begehen oder
sich von der Organisation wieder abwenden, nicht mehr zu grüßen
bzw. keinen Umgang mehr mit ihnen zu haben.
(S. 144, 147, 148)
Die Behauptung, ein Heimbibelstudium wäre für
den Interessierten ohne Verpflichtung, ist somit eine Täuschung und
eine Lüge.
NEBENARTIKEL
"Gestärkt mit Kraft, die über das Normale hinausgeht"
ZEUGEN MÜSSEN WISSEN,
"WO DER HAMMER HÄNGT"
SEHR richtig Jehovas Zeuge n dürfen nicht demokratischen
Ansichten und Methoden zugeneigt sein. (S. 26)
WEHE dem "einfachen, kleinen Zeugen", der auch nur leise
Bedenken gegen einen Ältesten oder gegen eine WT-Lehrmeinung äußert.
Ob er recht hat oder nicht - er ist der Aufrührer, der sofort mit
dem Rechtskomitee konfrontiert wird. Die Ältesten können noch
so viel Mist bauen. Er hat stillzuhalten und darauf zu warten, ob vielleicht
die "anleitenden Brüder" die Sache wieder ins rechte Licht rücken.
Und wenn nicht, dann hat er eben Pech gehabt. Bei dieser ganzen Angelegenheit
geht es nicht um eine Unterordnung unter Gott und Jesus. Beide können
für die Fehler der WTG-Ältesten nichts. Der Organisation geht
es um ihre eigene Selbstherrlichkeit.
(S. 27. 28)
Sie und kein anderer. Der "kluge Knecht" ist der starke
Mann. Ein Vergleich mit Adolf Hitler ist keineswegs abwegig.
WTG GAB LEERE VERSPRECHUNGEN
"Durch solche Wahrheiten hat der Überrest gelernt,
vernünftig, nicht übereilig, zu sein. Heute spricht er mit Gewißheit
und Überzeugung, statt aus Furcht und Unsicherheit zu stammeln." (S.
27)
WIR können den "treuen Sklaven" beruhigen; gestammelt
hat er noch nie!
Seine Weisheiten - auch die unsinnigsten - hat er stets
selbstbewußt als von Gott kommend verkündigt.
Und er wird nicht mehr übereilig sein? Es wäre
zu wünschen. Bis jetzt war er es. Die Zukunft wird es zeigen, ob dieser
Vorsatz eingehalten wird!
Nun werde man aufmerksam:
DANK der göttlichen Schulung haben Gottes Diener
auch gelernt, keine Versprechungen zu machen, die sie gar nicht halten
wollen, und nicht verleumderisch oder verletzend über jemand zu reden.
(S. 27)
HÖRT, HÖRT! Jehovas Zeugen haben in der Vergangenheit
Versprechungen gemacht, von denen sie wußten, daß sie sie nicht
erfüllen können Das ist der Kern der Wahrheit!
Nur ein Beispiel:
NACHDEM im Jahre 1966 die Zahl der Täuflinge sank,
erfand die WTG das Märchen von einem 1975-Endzeittermin.
Dies gab den erhofften Aufschwung.
„Es war wirklich Jehova, der die Herstellung dieses kleinen,
doch machtvollen Hilfsmittels zum Jüngermachen geleitet hatte."
(Jahrbuch der Zeugen Jehovas 1975, S. 240)
Die WTG will nicht mehr verleumderisch oder verletzend
über jemand reden?
Das ist kaum zu glauben. Übelste Angriffe gegen
Kirchen und Glaubensrichtungen, geschweige gegen ZJ-Abtrünnige, sind
an der Tagesordnung. Dies soll sich ändern?
G.R.
WER KOMMT IN DEN HIMMEL, UND WARUM?
14. Kapitel „Du kannst für immer im Paradies auf
Erden leben"
EIGENTLICH ist diese Frage zweitrangig und führt
nur am Kern des Evangeliums vorbei. Nicht der Himmel bildet das Zentrum
der Heilsbotschaft, sondern vielmehr der Sohn Gottes selbst, Jesus Christus
(Markus 1:1; Römer 1:1-3) und das Wort vom Kreuz (l. Korinther 1;18).
An welchem Ort wir Christen zukünftig sein werden,
ist allein des Herrn Sache. Wichtig ist für uns nur, zu wissen, daß
unsere Zukunft vereint mit Christus und in seiner Gleichheit liegen wird
(Römer 6:5; 8:29). Eine anders lautende Hoffnung trügt, denn
es gibt nur eine Berufung (Epheser 4:4,5) und damit auch nur eine Hoffnung.
Adam und Jesus
CHRISTI TOD am Kreuz hat uns aus dem Leibe Adams und
damit von dessen ewigen Todesfluche erlöst.
(l. Petrus 1:18; Römer 5:10)
WIR stammen zwar dem Fleische nach von Adam ab und wurden
so zu Trägern seines Todesfluches, aber durch das Opfer Christi ist
uns die Chance gegeben, nicht mehr zum Leib Adams, sondern vielmehr zum
Leibe Christi zu gehören.
(l. Korinther 15:35,46: 12:27; Römer 12:5)
NEHMEN wir jetzt dieses großartige Angebot im Glauben
an und lassen uns in den Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen
Geistes taufen, dann werden wir auf Grund der Gnade Gottes durch seinen
Geist, aus Christi Leib neu geboren. (Römer 3:24; Johannes 3:4-6;
Epheser 1:18,23)
DAMIT sind wir neue Geburten geworden, die von nun an
in der Gleichheit Jesu Christi Kinder Gottes (Römer 6:5; 8:29; 8:
14-16), der Sünde abgestorben und so dem Tode entronnen sind, (Römer
6:11)
DAS sündhafte Fleisch des gesamten Adamsgeschlechtes
jedoch bleibt für immer verworfen und wird nie zur Sündlosigkeit
und damit zum ewigen irdischen Leben zurückkehren können, (Johannes
6:63)
EINZIG die neue Geburt aus Wasser und Geist in Christus
befreit uns wirklich.
144 000 - große Volksmenge
JESUS spricht von zwei Herden, welche aber in eine Hürde
gesammelt werden.
(Johannes 10:16)
WO ist diese Hürde? Aus dem Zusammenhang der Offenbarung
erkennen wir sie. Zunächst wird Johannes, der Schreiber der Offenbarung,
durch den Geist (Offenbarung 1:10) in eine irdische Szenerie versetzt und
erhält den Auftrag, den sieben Gemeinden zu schreiben (Offenbarung
1-3). Erst danach wechselt der Schauplatz der Ereignisse und Johannes steigt
im Geiste auf in den Himmel, dort, wo der Thron Gottes aufgestellt ist.
(Offenbarung 4:1,2)
ALLES, was von nun an gesehen und beschrieben wird, geschieht
im Himmel vor dem Throne Gottes und hat seine Auswirkungen auf die Erde.
An diesem himmlischen Betrachtungsort sieht Johannes das Lamm und die 144
000 auf dem Berge Zion stehen, es ist mit Sicherheit der Ort, der sich
vor dem Throne Gottes befindet.
(Offenbarung 7:4; 14:1,3)
GENAU an gleicher Stelle, nämlich vor dem Throne
Gottes steht auch die große Volksmenge. Sie ist angetan mit weißen
Kleidern, hat Palmenzweige in ihren Händen (Offenbarung 7:9) und betet
den an, der auf dem Throne sitzt.
(Offenbarung 7:10-12)
DARAUS ergibt sich die einzig mögliche und logische
Schlußfolgerung:
WENN DIE 144 000 IN VERHERRLICHTEN HIMMLISCHEN LEIBERN
VOR GOTT UND SEINEM THRONE STEHEN, DANN KÖNNEN DIE GLIEDER DER GROSSEN
VOLKSMENGE, DIE SICH JA AN GLEICHER STELLE BEFINDEN, NUR DORT IN VERHERRLICHTEM
HIMMLISCHEN LEIBESZUSTAND SEIN. DEMZUFOLGE LIEGT DIE ZUKUNFT DER GROSSEN
VOLKSMENGE NICHT AUF DER ERDE, SONDERN VIELMEHR ALS BRAUTGEMEINDE CHRISTI
DORT, WO AUCH CHRISTUS SICH BEFINDET.
Die große Volksmenge des „Wachtturms"
URSPRÜNGLICH erwarteten die alten Bibelforscher,
die sich als Überrestglieder der 144 000 verstanden, ihre Entrückung
in den Himmel für das Jahr 1914. Nachdem sich diese Hoffnung nicht
erfüllte, verlegte der zweite Präsident der WTG Rutherford dieses
Ereignis auf einen späteren Zeitpunkt, nämlich 1925. Aber auch
da geschah nichts. Nun aber hatte die Gesellschaft alle Hände voll
zu tun, um die Folgen dieses Erlösungsschwindels aufzufangen. Durch
die zahlenmäßige Eingrenzung des angeblich noch bestehenden
Überrestes der 144 000 verschärfte sich diese Situation noch
mehr und die weitere Existenz der Wachtturm-Gesellschaft war gefährdet.
Um aus dieser gespannten Lage wieder herauszukommen, erfand ihr Präsident
1931 einfach eine sogenannte irdische große Volksmenge, die ja laut
Offenbarung 7:9 zukünftig bestehen würde und die man bis dahin
übersehen habe. Mit dieser „neuen Erkenntnis" oder diesem „helleren
Licht" tat man diesem Schrifttext übelste Gewalt an.
Aber so wurden Zukunft und Wachstum der Gesellschaft
gesichert.
Gefährliche Folgen
SEIT dieser Zeit betreibt die Wachtturmgesellschaft eine
gezielte Entchristianisierung. Nicht nur, daß sie gegen die christlichen
Kirchen polemisiert, sie zerschlägt durch ihren sogenannten Predigtfelddienst
und die Heimbibelstudien bei Suchenden und Ungefestigten den Glauben an
Christus und ersetzt ihn durch einen Wachtturm-Jehova-Glauben alttestamentlicher
Prägung, um sie auf diese Weise in ihre Organisation zu locken. Durch
eine künstlich hochgespielte Weitendenaherwartung wird dem ganzen
Werbefeldzug noch ein Anstrich von Dringlichkeit und Einmaligkeit verliehen.
Die eigentliche Gefahr dieser Gesellschaft liegt darin,
daß die Christen vom Geiste Gottes, in den sie getauft wurden, getrennt
und Neuinteressierte von ihm ferngehalten werden und so der Wiedergeburt
durch den Geist Gottes verlustig gehen.
Die Gesellschaft verweigert den "anderen Schafen" die
Teilnahme am Abendmahl und veranlaßt dadurch, daß diese damit
ihren Erlöser verleugnen, der sie am Kreuz errettet.
DIESE alarmierende Gefahr, in die sich jedes irdisch gesinnte
und von Christus isolierte Glied der großen Volksmenge begeben hat,
sollte Anlaß genug sein, sich neu auf Christus zu besinnen.
-MSH-
BRIEF AN CHRISTEN - EINE ÜBERAUS MUTIGE STIMME IN
POLEN
ES ist beinahe wie zur Zeit der Reformation. Auch damals
waren Flugschriften oder Blätter der Aufklärung ein äußerst
wirksames Mittel. Das Lutherjahr 1983 hat da einiges in Erinnerung gerufen.
Dies ist natürlich nur ein methodischer Vergleich, kein inhaltlicher,
sind wir doch heute nicht mehr im Reformationszeitalter, sondern in einem
ökumenischen Zeitalter. Aber die Methode! Hier vornehmlich angewandt
in den Kreisen der Zeugen Jehovas gegen deren Wachtturm-Irrlehren. Das
geht von Hand zu Hand und findet seinen Weg in einschlägigen Kreisen
inzwischen aus Lublin in Polen hinaus über die Grenzen. In den Niederlanden
ist ein erster Nachdruck erschienen.
WAS sind und was wollen diese Blätter BRIEF an CHRISTEN?
Der Herausgeber dieser äußerst brisanten BRIEFE, Jozef Wereski,
Box 288, PL-20-950 Lublin 1, beschreibt das auch in deutscher Sprache,
und wir übernehmen das wie folgt :
"BRIEF an CHRISTEN, religiös-soziologische Forschungen,
verfasse ich in dieser Form seit 1977, 1. September. Dieses Rohmaterial,
Dokumente, Tatsachen, Berichte, Beschreibungen von Ereignissen, Briefe
usw. sammelnd, bewahre und rette ich es auf diese Weise mit Ablauf der
Zeit vor Vergessenheit als Material für weitere Erforschung der Probleme.
Das Blatt gibt auch einen Beitrag zur Milderung der Feindschaften zwischen
verschiedenen Glaubensgemeinschaften und Erlösungsrichtungen wegen
unbedeutender Buchstaben der Bibel. Das Blatt ruft zu breit gesehener Toleranz
und Einheit. Streit um Buchstaben der Bibel bringt nur Schaden, Feindschaften,
Spaltungen und führt zur ungesunden Sektiererei. Die Zeit fordert
von allen Einheit und vernünftiges Handeln in allen Erlösungsfragen.
Mach mit, stehe fest gegen Fanatismus, Sektierereien, Spaltungen, Streit
wegen Buchstaben der Bibel, wegen 'Wahrheiten' usw. Sei ein anständiger
Nachfolger Jesu Christi. Jesus Christus' fordert von uns allen mehr Aktivität.
Unvernünftiger Glaube bringt nur Schaden für einzelne Menschen,
Familien, Völker und Nationen. Das sieht man bei den sog. Zeugen Jehovas.
Ihre Tätigkeit ist höchst schädlich. Niemand sollte beiseite
stehen und nur zuschauen, wenn ihre 'Wahrheiten' Familien kaputt machen
und überall Feindschaft säen. Ich rufe, sei nicht länger
passiv. Jesus Christus fordert das auch von dir. Allen Menschen guten Willens,
allen, die mitmachen, sage ich recht herzlichen Dank. Allerherzlichsten
Dank für die Gebete, dank derer dieses Blatt erscheint. Möge
unser Herr Jesus Christus alle reichlich segnen,"
"BRIEF an CHRISTEN dient allen Christen in Polen und allen,
die sich für Religion und Erlösungsprobleme interessieren.
Seit dem l. September 1977 zeigt der BRIEF Hauptverdrehungen
der gesunden Lehre der Bibel auf, oft für Ziele, die nichts oder wenig
gemeinsam mit Religion, Glaube und Lob Gottes haben. Fanatismus, Sektiererei,
Intoleranz, Feindschaften, Spaltungen - dies sind die Früchte von
Verdrehungen der Bibel. Nicht der Buchstabe, sondern der Sinn und Geist
der Bibel führt auf den Weg der Liebe, Brüderlichkeit und Gerechtigkeit.
Der Buchstabe tötet, führt zu Vernichtung. Streit um die Buchstaben
der Bibel führt zu nichts, führt zum Ruin, zur geistigen Ruinierung
des Menschen, zu Feindschaften, Intoleranz in krankhafter Form wie bei
den sog. Zeugen Jehovas. Diese Organisation ist eine Organisation von Hausierern
und Verkäufern der Publikationen der Aktiengesellschaft Watch Tower
Society Brooklyn/USA, die unter dem Deckmantel der Religion arbeitet, aus
verschiedenen Gründen, u.a. um zu vermeiden, von vielen Milliarden
Dollar Kapital Steuern zu bezahlen, auch um Verkäufern und Hausierern
nichts für ihre Arbeit zu bezahlen und statt dessen 'Paradiese auf
den Wölkchen' zu versprechen. Überall beuten die 'Erlöser'
leichtgläubige Menschen aus. Im BRIEF zeige ich oft tragische Folgen
der skrupellosen Ausbeutung leichtsinniger gläubiger Menschen,"
"Ich appelliere an alle, die die Bibel, die eigene Vernunft und menschliche Würde achten: Wenn du glaubst, glaube vernünftig, gebrauche deine Vernunft, dazu hat sie Gott dir geschenkt. Laß dich nicht irreführen und täuschen durch unvernünftige Versprechungen der verschiedensten Harmagedoner, Paradiesverkäufer und Himmelsplatzverkäufer. Gebrauche deine Vernunft mutig, spare damit nicht, sie ist keine Batterie und erschöpft sich nicht. Ich rufe, ich appelliere, sei nicht gleichgültig angesichts Wahrheits-Paradies-Himmelplatz-
Verkäufer, Stifter von Intoleranz und Feindschaft zwischen Menschen, von Unruhe, die Einheit von Familien und Völker spaltet. Es ist höchste Zeit, Gleichgültigkeit aufzugeben und zu handeln. Irrlehren, z.B. der 'Zeugen Jehovas', sind gefährlich für dich, für deine Familie, für die Nächsten, für dein Land, die Kirche. Handeln ist nützlich."
"Lest und verbreitet dieses einzigartige Blatt in der Erlösungsgeschichte Polens und in Mittel-Ost-Europa. Mach mit, gemeinsam erreichen wir noch viel mehr Menschen für Christus. Es ist sinnlos, wegen unbedeutsamer Buchstaben der Bibel Streit zu führen, Intoleranz und Feindschaft statt Brüderlichkeit, Friede und Eintracht .
Überall stumme und leere Buchstaben der Bibel zu
pflanzen, sät nur Zwietracht, Intoleranz und Feindschaft und Unverständnis
zwischen Glaubensgemeinschaften. Nicht der Buchstabe, sondern der Sinn
der Bibel ist für jeden wahren, anständigen Christen und gesund
denkenden Menschen der Wegweiser.
Sei nicht gleichgültig. Sei nicht passiv. Auch deine
Gleichgültigkeit und Passivität in den Erlösungsfragen verursacht
die Fortpflanzung der Wahrheits-Paradies- und Himmelplatzverkäufer
und ähnlicher Sparten" (Aus BRIEF an CHRISTEN Nr. 178/1984 und Nr.
180/1984.)
In den BRIEFEN wird mit WTG-Originaltexten gearbeitet,
mit Faksimili, mit Nachdrucken und mit einer herausfordernden Verwendung
auch von Illustrationen, Grafiken, Fotos und Bildern aus der WT-Literatur.
Inhaltlich entsprechen sie offensichtlich besonderen gegebenen Bedingungen,
die ZJ da „abzuholen", wo sie generell stehen, und der Notwendigkeit, einem
differenzierenden, diskriminierenden und besonders entwürdigenden
Vorgehen der WTG zu begegnen, das hier praktiziert wird.
Für die religions-soziologische Forschung auf diesem
Gebiet sind diese BRIEFE unbedingt zu beachten. -
-CVN-
WIE EINE EHE IN DIE KATASTROPHE GEFÜHRT WURDE
Aus der Versammlung Dresden-Leuben
Auf Leben und Tod
Söhnchen Thomas war als Junge in der Elbe ertrunken.
Mutti Marianne wurde später zuckerkrank. Dazu kam ein schweres Nierenleiden.
Was da an Leid und Kummer in der Ehe zu ertragen war, kann man sich von
außen nur schwer vorstellen. Die „temperamentvolle" Zeugen-Ilse hatte
es sich als „beste Freundin" vorgenommen, die Marianne lt. WT-Missionsauftrag
ebenfalls unter den Wachtturm zu holen. Sie würde in der vom WT gepredigten
„neuen Welt", die „bald kommen" würde, ihr Söhnchen wiedersehen
und andere Glücksverheißungen mehr. Natürlich war sie in
einer von verständlichen Gefühlen überwältigten leidgeprüften,
kummervollen und trostbedürftigen Situation. So hatte unsere Zeugen-Ilse
ihre „beste Freundin" schließlich auch so weit, daß sie sich
ohne Wissen ihres Mannes gar dem WT-Blutkultdogma verschrieb, buchstäblich
auf Leben und Tod. Ein Blutmythos unseligster Art, wonach man selbst in
Todesgefahr die Blutspende (Transfusion) ablehnen muß.
So unterschrieb Marianne folgenden von der WT-Organisation
vorgegebenen Text, dem Personalausweis beizufügen;
„Ich halte mich streng an die Gebote der Bibel und damit
auch an die Forderung, sich von Blut zu enthalten (Apostelgeschichte 15:28,29).
Auf Grund dieses Gebotes muß ich in jedem Fall eine Bluttransfusion
ablehnen. Auch in einem Notfall oder wenn diese Ablehnung Ihrer Meinung
nach den Tod für mich zur Folge hätte. Ich anerkenne und schätze
Ihre Bemühungen, mir zu helfen sehr, bitte aber gleichzeitig um Verständnis,
daß ich mein christliches Gewissen rein erhalten möchte. Bitte
geben Sie mir unter keinen Umständen Blut. Sollten sich daraus Folgen
ergeben, spreche ich jeden von Verantwortung frei. Infucol oder andere
Blutexpanderstoffe können angewendet werden
Ich danke Ihnen für Ihr Verständnis."
Marianne Hertel
geb. 4.11.1925
Dresden. 4.10.1979
Keine Rettung
Durch die schweren Krankheiten schien es mit unserer
Marianne bald zu Ende zu gehen. Mit dem Verlust des Liebsten droht die
Bitternis des Alleinbleibens um so mehr, wenn man älter geworden ist
und einer auf den anderen innig angewiesen war.
Würde sie Heinz, ihren Mann, verlassen müssen,
der der WTG und den ZJ gegenüber sehr skeptisch geblieben war?
Natürlich gab es eine Hilfsmöglichkeit bei solchen gefährlichen Nierenleiden. Blutaustausch oder Transfusion. Wie gesagt, wußte Heinz jedoch nicht, daß seine Marianne durch die Zeugen-Ilse mit dem WT dahin gebracht worden war, jene WT-Blutkulterklärung vom 4.10.79 zu unterschreiben. Aus ihr WT-gemäß beigebrachter Furcht vor einem angeblichen Verlust ewigen Lebens, göttlicher Gunst und der Möglichkeit, ihr Kind wiederzusehen und auch, um nicht vernichtet zu werden. Das lag in ihrem Personalausweis, damit ihr die Ärzte im Krankenhaus kein Blut zu einer notwendig werdenden Lebensrettung geben können, so daß sie in den Tod geht.
So nahm dieses Schicksal seinen WT-gemäßen Lauf und Marianne starb, ließ ihren Mann hilfs- und fassungslos zurück. Wie „wunderbar" hatte doch die Zeugen-Ilse da „geholfen". Nicht zu reden von der verantwortungslosen Anleitung durch eine „beste Freundin", etwas vor dem Ehemann geheimzuhalten, was tödliche Folgen für die Ehe haben kann. Aber das ist wieder die „theokratische Kriegslist" der WT-Organisation, speziell „in Ostdeutschland" (WT 1.7.1957. S.413), wobei das Recht des einzelnen keine Bedeutung hat:
„Vergessen, wir auch nicht, daß sich Jehovas Organisation
nicht ändern kann, um sich einzelnen Personen anzupassen."
(WT 1.10.1974, S.605)
Und wenn der einzelne im Recht ist?
Voll WT-Geist schrieb unsere Zeugen-Ilse dem Hinterbliebenen
danach am 12.8.80 in einem „Zeugnisbrief" resolut:
„Dir, lieber Heinz, rate ich aufrichtig, werfe Dein Vertrauen
(wenn es auch noch so klein ist) nicht weg, welches eine große Belohnung
hat! Hebr. 10:35. Der Marianne zuliebe, du willst sie doch mal wiederbekommen,
gesund und neugestaltet, sowie auch Thomas.
Glaubst Du , Gott lügt?"
Natürlich lügt Gott nicht
Es ist die WT-Organisation, die nun mit den Kongressen
1984 alles für jeden sichtbar wieder weiter verschiebt, und „Jehovas
Werke der nächsten Generation verkündigen" läßt. So
daß auch unser Heinz vor Augen hat, wie er darüber hinwegstirbt
und die Verkündigung durch den Mund der Zeugen-Ilse Täuschung
und Betrug ist. Und er angesichts dessen in völliger innerlicher Verzweiflung
und Lethargie versunken ist.
Jeder verkraftet eben seelisch nicht, wie die WTG über
den einzelnen hinwegschreitet und sein Aufbäumen wie einen Wurm zertritt
und zur Tagesordnung übergeht. Gar mancher ist unter diesem tödlichem
WT-Betrug mit Blut und Hoffnung schon zusammengebrochen! Was für einen
"Empfehlungsbrief" ZJ doch so unter ihren Mitmenschen "schreiben"!
(2. Korinther 3:2)
Wer trägt die Verantwortung?
In erster Linie die "Lehrer", die darum "ein um so strengeres
Gericht" erwartet.
(Jakobus 3:1)
So kann sich unsere Zeugen-Ilse als unmittelbarer "Lehrer"
der Marianne nicht für unschuldig am Tode ihrer "Schülerin" halten,
am Leid über diese Ehe.
Hat sie ihr doch vermittelt und beigebracht, sich dem WT-Blutkult zu verschreiben, wie ihr "Zeugnisbrief" bestätigt. Sie hatte sich den WT-Blutmythos zu eigen gemacht, um es anderen auch beizubringen. Hart gesprochen hat sie sich hier zum Todeshandlanger für die WTG gemacht. Ein Erwachsener, wenn er nicht entmündigt ist, ist für sein Tun und Lassen, Reden und Schreiben voll selbst verantwortlich, wo immer er das her hat.
Ihr Gewissen könnte die Zeugen-Ilse wie auch alle anderen, die da mitmachen, vor Gott und Menschen nur entlasten, wenn sie fortan weiteren Schaden durch den WT-Blutkult verhindern hilft. Bis es einmal dahin kommt, was nicht ausgeschlossen ist, kann ihr die Auseinandersetzung nicht erspart bleiben als jemand, der sich als WT-"Lehrer" so über Mitmenschen hermacht.
Die Hauptverantwortung trägt jedoch der "Ober-Lehrer",
die WT-Organisation. Ist sie doch der Urheber dessen. Kein ZJ kommt von
allein darauf.
Sie fabriziert die "Speise".
Der WT-Blutmythos im Licht der Schrift
In Apg. 15:28,29 ist nur Blutessen gemeint .
In 1. Kor. 10:25-27 ist das damals schon wieder aufgehoben
worden, eine Bibelstelle, die die WTG systematisch in ihren "Beweisführungen"
unterschlägt! Jesus sagte schließlich selbst, daß, "was
in den Mund hineingeht", den Menschen nicht verunreinigt! (Matth. 15:11,17,18)
Gelten seine Worte nicht? Ist er ein Lügner? Nach
dem WT ist er das in der Blutfrage! Damit ist die WTG schuldig, "über
das hinauszugehen, was geschrieben steht", 1. Kor. 4:6, und steht nach
Spr. 30:4 vor Gott und Menschen als Lügner da!
Die WTG legt hier in die Bibel etwas hinein, was gar
nicht darin ist. Niemand hatte in der Schrift Bluttransfusion im Sinn,
niemand hat das gemeint. Die WTG ist allerdings nicht so dumm, das nicht
zuzugeben. In Erwachet vom 8. Okt. 1950, S.12 räumt sie ein, daß
Bluttransfusion von der
Schrift nicht verboten ist. Laut WT vom 1. Okt. 1958, Fragen von Lesern kann - man staune! - kein "Überrestglied" ausgeschlossen werden, wegen Bluttransfusion! Und dann "andere Schafe" auf die "Schlachtbank" dieses WTG-Blutkultes predigen, liebe Zeugen-Ilse und ihr alle, die ihr das auch tut?
Warum die WTG das zugibt? Hintertürchen, um sich der Hauptverantwortung zu entziehen, wenn ihr ein Gericht "die Pistole auf die Brust" setzt! Nicht nur druckt die WTG die Blutkultkarten für die Personalausweise der ZJ. Sie druckt sie sogar anonym, so daß es aussieht, als kämen sie allein auf das Konto dessen, der sie im Ausweis hat, als sei er allein für Inhalt und Aussage der Karten verantwortlich. Versucht sie so, sich der juristischen Verantwortung zu entziehen und alles allein auf den kleinen ZJ abzuwälzen? Der stur bleiben muß, will er nicht unter der Beweisnot zusammenbrechen. Objektiv wird man ein Komplize dieser schriftwidrigen "Blutschuld", ja "Todesschuld" der WTG. So daß unser Heinz in seiner Verzweiflung über die Zeugen-Ilse sagen konnte: "Sie hat Schuld am Tode meiner Marianne, sie hätte noch mit mir leben können".
14 Jahre Gefängnis
Ein Gericht auf Sardinien hat ein ZJ-Ehepaar wegen Totschlag
zu 14 Jahren Gefängnis verurteilt, weil es bei der 2 Jahre alten Tochter
eine lebenrettende Bluttransfusion verhindert hat, so daß das Kind
starb. - FAZ 12. 3. 1982. -
AUF BESUCH IM BROOKLYNER BETHEL
Eindrücke eines Außenstehenden
Das Welthauptquartier der Zeugen Jehovas in Brooklyn:
•
Den Zeugen Jehovas gehören hier einige Straßenzüge,
die direkt hinter den Kaianlagen am Eastriver liegen. Fast alle Häuser
und Komplexe sind durch unterirdische Gänge miteinander verbunden.
Die riesige Druckerei und das Verlagsgebäude werden laufend erweitert,
sind mit moderner Technik ausgestattet und versorgen die Welt mit der Zeugen
Jehovas-Literatur - soweit diese nicht in den fünfunddreißig
Druckereien in anderen Ländern hergestellt wird. Im "Shipping-Komplex"
werden die Druck-Erzeugnisse gelagert und von dort zum Teil direkt über
die anschließenden Kaianlagen verschifft.
Niemand arbeitet dort, "um reich zu werden". Freiwillige "dienen", erhalten freie Unterkunft, Verpflegung und ein Taschengeld. Eine Reihe von Gebäuden, die alle nach der Jahreszahl ihrer Erbauung benannt werden, beherbergen die Verwaltung, Versammlungsräume und internatähnliche Wohnstätten für die Arbeiter und Angestellten; der Druckerei und alle sonst dort Tätigen. Eigene Maler-, Tischler- und Schneiderwerkstätten sind vorhanden. Besucht werden können die Druckerei, Shipping und Bethel (mit Großküche, Wäscherei und allem, was dazugehört), zur Zeit von 1.700 Menschen bewohnt. In die großen Speisesäle werden die morgendlichen "Bibeldiskussionen" über TV übertragen. Führungskräfte geben eine Auslegung, zu der jeweils ein Mitglied der Wohngemeinschaft Bethels eine Stellungnahme abgeben kann. Dies wird von den Bewohnern als besondere Auszeichnung betrachtet. Die Küche wird weithin von "Königreichs"-Farmen beliefert, die von Zeugen bewirtschaftet werden. In der Gileadschule werden Missionare ausgebildet.
Obwohl für Besucher ein Handzettel über das Welthauptquartier der Zeugen bereitliegt, der sich in erster Linie an Nichtzeugen zu wenden scheint, ist man bei den Führungen offensichtlich darauf eingestellt, Zeugen Jehovas aus den USA vor sich zu haben. Man redet alle gleich mit „Brother" und „Sister" an und fragte mich, ob ich in Deutschland nur mit Heften und Büchern oder auch mit Schallplatten von Haus zu Haus gehe. Meine Versuche, mit führenden Zeugen ins Gespräch zu kommen und nicht nur mit den „Türhütern", die im Flur jedes Gebäudes sitzen, schlug fehl. Trotz freundlich wirkender telefonischer Bemühungen dieser Türhüter gelang es mir zum Beispiel an keiner Stelle, ein „Yearbook" mit den interessanten statistischen Angaben zu erhalten.
Der Eindruck, der sich durch meine Besuche dort festsetzte:
Großverlagsunternehmen, kasernierte Mitarbeiter,
mit angegliederter Kaderschule. Die netten Fremdenführer (meist weiblich)
bemühen sich, den Besuchern, die vorwiegend aus kleineren Versammlungen
aus verschiedenen USA-Bundesstaaten kommen, den Eindruck zu vermitteln,
daß sie alle einer großen Weltbewegung angehören«
(Auszugsweise „Brücke zum Menschen" 73/74/1983 von
Detlef Bendrath.)
LESERZUSCHRIFTEN
„Der Inhalt ist uns ein Greuel"
Holleben/Halle
„Ich lese Ihre Artikel, um zu erkennen, wo wir im Lichte
der Zeit stehen. Sie erfüllen genau das, worauf Jesus Christus hinwies.
Es wäre gut, 1. Petrus 5:6,7 anzuschauen.
Der Inhalt (von CV, Anm.) ist uns ein Greuel, er kann
auf keinen Fall zu Herzen gehen. Sie sind nicht listig genug. Evas Verführer
waren schlauer.
Hat die Menschheit nicht alles erlebt, was Jesus Christus
voraussagte, wie (1914) Weltkriege, Hungersnöte, Epidemien, Gewaltverbrechen
und nun noch die schlimme Umweltverschmutzung.
Und wie viele Menschen sind noch am Leben, welche bewußt
1914 erlebt haben? Ist das nicht ein sicheres Zeichen aus der Bibel?
Und wo stehen wir? Haben wir doch dankbar zu sein, daß
der große Gott der Allmächtige noch so viel Geduld mit der Menschheit
hat. Sehen wir die Langmut für uns Menschen als Rettung an. Aber hüten
wir uns, sein Rettungswerk zu zerstören. Und wie bezeichnet die Bibel
die Zeit, in der wir leben? Es steht in 2. Timotheus 3:1-5,12,13; Matthäus
24:3-14.
Warum werden Geistliche in der Bibel als Heuchler bezeichnet?
Matthäus 15:7-9. Zu wem rechnen Sie sich? Wie ein Engel des Lichts
andererseits als ein brüllender Löwe! Um zu verführen und
abzulenken.
Würden Ihre Schriften ohne Falsch sein, so würden
Sie sprechen wie Gamaliel, Apostelgeschichte 5:38,39.
Machen Sie sich Ihre Rettung gewiß, vertrauen Sie
auf Gottes Wort und sein Rettungswerk, noch ist Zeit. Hören Sie auf,
mit Ihren Falschdarstellungen und ordnen Sie sich unter Gottes Leitung,
es wird für Sie ein großer Segen sein.
Es grüßt einer, der Gott und Jesus Christus
anerkennt."
Soweit aus dem Brief unseres Bruders, nennen wir ihn Paul,
aus Holleben. Er lebt natürlich in einer Illusion, wenn er meint,
anonym zu sein, da hätte er sich seit Jahren als ZJ verleugnen müssen,
als ZJ schweigen müssen. So aber wird er automatisch vielen bekannt.
Das ist doch klar.
Unser ZJ-Bruder meint es ehrlich, darum antworten wir
ihm.
Daß Du CV liest, ist sehr gut! Dein Hinweis auf
Gamaliel zeigt, daß Du CV nicht völlig verurteilen möchtest;
Erst der Untergang des WT-Werkes würde beweisen, daß es nicht
von Gott ist. Also kann man heute keine Gewißheit darüber haben?
Gamaliel hatte ja auch keine! Gamaliel war ein Pharisäer. Er wich
mit seiner Antwort einer klaren Stellungnahme aus. Wenn es mit uns nicht
besser bestellt sein soll als es bei den Pharisäern der Fall ist,
dann wäre es in der Tat traurig, Matthäus 5:20,37.
Ja, wir sind „nicht listig genug". Wir nennen die Dinge
beim Namen. Noch mehr: In Übereinstimmung mit 2. Korinther 4:2 NW
(!), wo jedes „wandeln in List" für Christen verboten ist, decken
wir die unchristliche „theokratische Kriegslist „ des WT-Werkes schonungslos
auf!
Was 1914 betrifft, lieber Bruder, so bestätigst Du mit den Worten: „Wie viele Menschen sind noch am Leben, welche bewußt 1914 erlebt haben?", unfreiwillig alle CV-Warnungen, daß diese 80er Jahre den bisherigen Höhepunkt des WT-Endzeitbetruges mit Matthäus 24:34 bedeuten! Denn diese bewußte 1914-Generation ist in Wahrheit und Wirklichkeit bis auf wenige Urgroßväter und Urgroßmütter „vergangen" und tot! Der entsprechende WTG-Kollaps ist nur eine Frage der Zeit! Die WTG indessen plant und entwickelt ihr Werk schon fürs nächste Jahrtausend! Psalm 90:10 hat das vernichtende Urteil über die WT-Endzeitverkündigung längst gesprochen! Die WT-Hinweise auf eine angebliche Langmut Gottes sollen das nur vertuschen und verdrängen. Die WTG steht oder fällt, vielmehr mit ihrer 1914-Verkündigung!
Was Matthaus 15:7-9 betrifft, da sind die heutigen christlichen
Kirchen nicht genannt, das müßte man da hinzufügen. Aber
Heuchler gibt es überall. Doch Dein Pauschalurteil über Geistliche
ist unchristlich. Auch woanders glaubt man ehrlich.
Zum Schluß: Auf Gottes Wort vertrauen wir schon,
allerdings nicht auf das WTG- „Rettungswerk": Die „Millionen" der 1914-Generarion,
„die niemals sterben" sollten, liegen enttäuscht, getäuscht und
„vergangen" im Grabe. Siehst Du das nicht? Gehörst Du auch zu dieser
1914-Generation? Die Endzeit begann in Wahrheit mit Jesus und den Aposteln:
Matthäus 24; 1. Korinther 10:11; Hebräer 9:26. Es ist also alles
ganz anders! Leider, aber auch glücklicherweise!
Bitte schreib doch mal wieder. -
„Christliche Verantwortung": Herausgeber Henry Werner;
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Konto-Nr.: 4564-30-1952; Genossenschaftskasse für
Handel und Gewerbe, Gera
A 847/85 V 7 1 287 N 2