NR. 184 GERA NOVEMBER 1984
EDLER GESINNT SEIN UND PRÜFEN
Wir prüfen die Wachttürme Nr. 9-12/84
AUS DER VERSAMMLUNG WISMAR
Wie ein Altester Wohnungsprobleme löst
"MACHT JÜNGER AUS EUREN KINDERN"
Kommentar zum KD III/84
BERICHT AUS DER BRD
Jehovas-Zeugen-Kinder in der Schule (II)
GROSSE PROTESTDEMONSTRATION VOR DEM WTG-HAUPTBÜRO
BROOKLYN
WACHTTURM-KONGRESSE 1984 "KÖNIGREICHSMEHRUNG"
„Mit glatten Worten täuschen sie die Herzen der
Arglosen"
WAS DIE KONGRESSE BEDEUTEN
DIE jährlichen einheitlichen großen von der
Wachtturm-Gesellschaft in Brooklyn/New York veranstalteten Kongresse in
vielen Ländern bestimmen gleichsam jährlich Verhalten und Marschroute
aller so geführten „Zeugen Jehovas" in ihrer internationalen Zerstreuung.
Jetzt inmitten der neuen großen Wachtturmkrise
des „Vergehens" und Wegsterbens der gepredigten 1914-Generation, deren
„Millionen niemals mehr sterben" sollten.
(Millionenbroschüre 1922)
Jetzt 1984. Ein Bestimmen, was die eigenen und internen
Angelegenheiten betrifft wie auch, was der Öffentlichkeit und den
Mitmenschen weiter gepredigt werden soll. Das reicht vom Intim- und Familienleben
über Arbeitsleben und Beruf bis in die Fragen der großen Politik.
Letzteres machte der Wachtturm-Beauftragte Dietrich Förster auf dem
Kongreß in Westberlin deutlich mit der Orientierung für die
Öffentlichkeit, daß die politischen Regierungen die heutigen
Probleme der Armut, Ernährung, Krankheiten und Kriegsgefahr nicht
lösen können. Das sind folgenschwere Orientierungen für
alle Betroffenen.
Prüfen wir also gemäß Apg. 17:11, ob
es sich wirklich so verhält, wie die Kongresse wieder aussagen und
ausrichten, ob das wirklich zu verantworten ist. Sagt doch Jakobus 3:1,
daß die „Lehrer" ein „um so strengeres Gericht empfangen werden".
Doch wie leichtfertig wurde wieder und weiter geredet! Laßt uns sehen.
PUNKT FÜR PUNKT
ES begann mit Lied Nr. 29 „Das glückliche Volk Jehovas".
Jeder kann nachprüfen, daß das im Blick auf die wirklichen Zustände
Halbwahrheit, Selbsttäuschung ist. Und für die Öffentlichkeit?
DANN kam das Thema „Höre und werde weise in deiner
Zukunft". Was für eine Ablenkung ist das! Wurden doch in den 100 WT-Jahren
allein schon ein halbes Dutzend falsche Harmagedonzeitpunkte prophezeit,
zuletzt für 1975. Eher wird man da wohl im Sinn von 5. Mose 18:20-22
weise! Oder?
Dann die Ansprache des Vorsitzenden des Kongresses „Laßt
uns Gottes Namen zusammen erheben". Dazu gab es eine neue bunte Broschüre.
Die WTG hält wider besseres Wissen an der falschen Form „Jehova" fest,
die nur menschlichen Traditionen entnommen ist, die ansonsten verurteilt
werden.
NW-Übers. engl. 1950, Vorwort S. 25, Gott bleibt
wahrhaftig, S. 11 ff, 1948. In den späteren revidierten und deutschen
NW- Übersetzungen werden die entsprechenden Eingeständnisse des
engl. Vorwortes von 1950 unterschlagen. Ist das gar vor der Öffentlichkeit
redlich?
SOFORT nach dieser förmlichen Neueinschwörung
auf den Namen Jehova wird diese Hochstimmung unverzüglich dazu benutzt,
um das gefährlichste „neue Licht" hinunterschlucken zu lassen, das
mit diesen 1984-Kongressen einzuschieben geplant war:
„Jehovas Werke der nächsten Generation verkündigen"!
Eine Überrumpelung sondergleichen! Gleich am ersten Kongreßtag,
die nachfolgenden Themen würden das dann etwas abfangen und überspielen.
Am gefährlichsten, weil damit die 1914-Generation, die in Mißbrauch
der Worte Jesu in Matth. 24:34 „nicht vergehen" sollte, abgeschrieben ist
und der WT-Endzeitbankrott sichtbar wird.
SOGLEICH danach werden alle wieder in eine neue Hochstimmung
versetzt: „Fleckenlos und makellos bleiben und den Frieden bewahren". Weder
der einzelne noch die Organisation sind fleckenlos noch makellos noch in
purem Frieden, so daß man darin bleiben könnte. Sünder
sind alle und gar mancher nicht nur ein kleiner! Ein solches Thema wäre
wenigstens ehrlich.
DANN ist Lied Nr. 27 zu singen, mit dem sie sich weiter
einreden sollen, „Harmagedon ist nah!", was zuvor gerade in die „nächste
Generation" verschoben wurde.
Ein förmliches Wechselbad.
DANN heißt es, „von der Herrlichkeit seines Königtums
sprechen", das bekanntlich 1914 begonnen haben soll.
Ist das nicht ein großer Betrug an der 1914-Generation,
wenn jetzt die nächste in Angriff genommen wird? Eine Herrlichkeit?
„Die Mehrung ist im vollen Gange", ist der nächste
Punkt. Lassen wir Zahlenberichte beiseite, in denen viele Verkündiger
ohnehin mogeln. Mehrung beweist nur, daß es geglaubt wird und es
mehr werden, sonst nichts! Ausschlaggebend ist die Qualität, nicht
die Quantität! Lassen wir die Quantität und bleiben bei der Qualität.
EIN ERSTER „HÖHEPUNKT"!
DAS Tagesabschlußreferat „Überlebende, die
an einer neuen Erde teilhaben". Dazu wurde wieder ein Buch freigegeben,
jetzt auch bunt, „Überleben und dann eine neue Erde". In der grünen
Farbe der Hoffnung!? „Überlebende"? Damit wird jedem wieder eingeschärft,
eine unausweichliche globale Vernichtung aller Andersglaubenden und Andersdenkenden
für rechtens zu halten und zu predigen. Womit wir wahrhaftig zur Qualität
der Sache kommen, um sie zu prüfen.
DIE ZWEI KERNSÄTZE dieser 1984-Überlebenstheorie
für die WT-„Überlebensgesellschaft" sind:
1. „Die Nationen werden wissen, daß Jehova zur
Tat schreitet, wenn seine Hinrichtungsstreitkräfte ans Werk gehen.
Während die staatliche Autorität zusammenbricht, wird sich die
Hand eines jeden gegen seinen Gefährten wenden.
Vom Himmel her wird Gottes Sohn den Ausgang überwachen."
2. „Es wurde offenkundig, daß tatsächlich
der 'Abschluß des Systems der Dinge' begonnen hatte, daß Christus
im Jahre 1914 als König zu regieren angefangen hatte und daß
das Ende dieser bösen Welt innerhalb der Generation kommen würde,
die den Anfang dieser Dinge erlebte."
MIT der tatsächlichen Verschiebung auf eine nächste
Generation, woraus gar kein Hehl mehr gemacht wird, wie wir sahen, ist
das vorgetragene Überlebensversprechen noch „innerhalb der 1914-Generation"
erneut als Täuschung entlarvt. Und die Qualität der Vernichtungstheorie?
MAN möge ruhig erschrecken! Die liegt auf dem Niveau
faschistischen Massenmords an Andersglaubenden und Andersdenkenden, vom
Säugling bis zum Greis! Die qualifiziert Gottes Sohn zu einem, der
wie ein SS-Scherge an der großen KZ-Todesrampe steht und den Gang
in die Vernichtung überwacht! Das kann doch wohl nicht wahr sein!
Es kommt noch schlimmer!
DIE staatliche Autorität soll unausweichlich zusammenbrechen und die Hand eines jeden gegen den nächsten wenden? Damit wird die WT-Harmagedon-Atomkriegstheorie von 1953 aufgewärmt, wonach Christus und die heiligen Engel alle „in Verwirrung stürzen und sie im ersten Teil des Kampfes ihre Zerstörungswaffen blindlings gegeneinander wenden lassen, worauf sie allen, die zu entrinnen versuchen, ein Ende bereiten". (Nach Harmagedon Gottes neue Welt)
Dazu wird im Überlebensthema orakelt:
„Das Harmagedon, von dem in der Bibel die Rede ist, kann
nicht durch einen Stopp der Atomrüstung vermieden werden."
DAMIT ist die WTG zu einer Institution abgesunken, die
praktisch gar den globalen Kernwaffenkrieg als unausweichlich und richtig,
weil christlich, ja von Christus und seinen Engeln selbst inszeniert, predigt!
Zu einem solchen Preis überleben?
Was muß man für ein Mensch sein, was für
ein Gewissen haben, um das innerlich zu bejahen?
MIT dem Lied Nr. 119 „Trachten wir stets nach dem Preis"
wurde der erste Kongreßtag beendet, ein Loblied auf das WT-versprochene
Paradies nach diesem „göttlichen" Gemetzel.
Der wahre, allein christliche Preis ist ein ganz anderer.
(2. Timotheus 4:7-9)
Jedoch glücklich wie Kinder hielten sie das neue
grüne WT-Buch in der Hand.
Wirklich alle?
Dies war der erste Tag. -
GROSSE PROTESTDEMONSTRATION VOR DEM WTG-HAUPTBÜRO
BROOKLYN
Internationale Demonstration für Gewissensfreiheit
AUFRUF AUS KANADA
ANGEHÖRIGE und frühere Angehörige der
Organisation der Wachtturm-Gesellschaft (Zeugen Jehovas) haben von Kanada
aus aufgerufen zu einer internationalen Demonstration für Gewissensfreiheit
direkt vor dem Hauptbüro der Wachtturm-, Bibel- und Traktat-Gesellschaft
(WTG), der Weltzentrale dieser Organisation, und zwar vom 30. September
bis 3. Oktober 1984.
Das Programm hat folgendes vorgesehen:
Aktivitäten:
MAHNWACHEN, HUNGERSTREIK, PROTESTDEMONSTRATION, RESOLUTIONEN!
Anwesend sind Radio, Fernsehen und Presse!
Sonntag, Informationstag:
Mahnwachen vor dem Bethel, Hungerstreik, Teilnehmer machen
sich bekannt, Konferenz.
Montag, Trauertag:
Protestdemonstration mit Särgen und „Rattenfänger
von Hameln" zur Symbolisierung der Tötung von Bürger- und Menschenrechten
und Gewissensfreiheit durch die Wachtturm-Gesellschaft. Pressekonferenz,
öffentliche Verlesung von Resolutionen.
Dienstag, Gedenktag:
Namen und Geschichten jener, die unter der Wachtturm-Tyrannei
Selbstmord begangen haben. Die Tausende, die in Malawi und anderswo getötet
wurden. Vergleichen der Politik der LEITENDEN KÖRPERSCHAFT in Mexiko.
Gedenken jener, die auf Grund der WT-Tyrannei in Irrenanstalten und in
den Tiefen der Depression dahinsiechen, getrennt von Familien, Freunden
und Verwandten.
Mittwoch, Resolutionstag:
Versammeln unter dem Fenster, wo sich die LEITENDE KÖRPERSCHAFT
trifft.
Verlesen jeder Resolution mit der Forderung der Beantwortung
durch die LEITENDE KÖRPERSCHAFT. Unsere Erwiderungen auf deren Antwort
oder Antwortverweigerung.
Bekanntmachung weiterer Aktivitäten.
EINMALIGES HISTORISCHES EREIGNIS!
DIESE internationale Demonstration wurde als ein herausragendes
und einmaliges historisches Ereignis gewertet. Selten hat seit der Reformation
solch eine öffentliche Aktion von Betroffenen rund um die Welt stattgefunden
gegen die Politik einer Religionsorganisation. Wer nicht selbst an Mahnwache,
Hungerstreik und Demonstration teilnehmen wollte, konnte als Beobachter
teilnehmen. Niemand würde dieses Ereignis jemals vergessen! Die Zeit
sei reif. Weitere Aktivitäten würden alle in Brooklyn überraschen.
So hieß es.
WER nicht kommen konnte, sollte als von Familie und Freunde
abgeschnitten Briefe an die LEITENDE KÖRPERSCHAFT schreiben, damit
sie in ihrem „Elfenbeinturm" sich der Situation bewußt wird! Die
Resolutionen sollen dann auch in den örtlichen Königreichssälen
der Zeugen verbreitet werden. Jeder kann Kommentare und Vorschläge
unterbreiten, um die Demonstration zu unterstützen.
„Dies ist eine Protestdemonstration gegen die Tyrannei,
Unterdrückung, Ungerechtigkeit und grausame Behandlung von Menschen,
was für so viele in Tod, Schmerz und Leiden endet."
DIE Presse hat großes Interesse an der Demonstration
gezeigt, um darüber zu berichten. Hotelzimmer werden in der Nähe
des Wachtturm-Bethel für die Teilnehmer der Protestdemonstration gemietet.
SCHLIESSLICH auch Mahnwachen des Protestes bei der Jahresversammlung
der Mitglieder der Wachtturm-Gesellschaft am 4. Oktober 1984 am Sitz der
WTG in Pittsburg, Pennsylvania, USA!
IN der Tat! Protestdemonstrationen gegen die WTG mit
Hungerstreik und Särgen, die ihre Opfer symbolisch vorbeitragen, und
mit dem Gedenken jener, die in Irrenanstalten WT-verwirrt dahinsiechen
- das hat es noch nicht gegeben!
CV wird weiter berichten. -
EDLER GESINNT SEIN UND PRÜFEN APG. 17:11
Der Wachtturm
WIR PRÜFEN DIE WT 9-12/84
Der „treue und verständige Sklave"
- WTG-Prüfstein
WER wissen möchte, was die WTG unter einem „loyalen
Zeugen Jehovas" versteht, der schlage diesen WT auf und studiere aufmerksam
dessen Inhalt.
Er wird feststellen:
„Loyalität" gegenüber dem „treuen und klugen
Knecht" soll der Prüfstein eines jeden Zeugen werden. Bedingungslose
Unterordnung unter der „leitenden Körperschaft" und vorurteilslose
Respektierung ihrer Anordnungen (siehe S. 13, 19, 21, 23, 29).
Jeder ZJ soll ein Schaf sein oder zumindest werden -
man möchte meinen, fast in der buchstäblichen Bedeutung dieses
Wortes.
NEBENARTIKEL
„Loyale Diener Gottes nehmen ein besonderes Vorrecht
wahr"
WELCHE ZUKUNFT GIBT ES FÜR 80 JÄHRIGE
Zur Jahresversammlung der WTG, die am 1.10.1983 in Leicester
(Großbritannien) stattfand, waren vorwiegend Zeugen geladen, die
seit über 40 Jahren ihren Dienst für Jehova (sprich: WTG) verrichten.
Natürlich wurden sie von der „leitenden Körperschaft" für
ihr Ausharren gelobt. Und weiter?
Vortrag Bruder Schroeders:
„Hofft weiterhin auf Jehova, damit ihr nicht ermattet
… Jehovas Zeugen leben nicht in der Vergangenheit; wir leben in der faszinierenden
Gegenwart und predigen die gute Botschaft, bis Jehova sagt: 'Es ist getan'"
(S. 11).
Vertrag Bruder Sydliks:
„Obwohl es gut ist, so vielen Oldtimern zuzuhören
möchte Gott doch, daß wir in die Zukunft blicken, die er uns
verheißen hat."
D. Sydlik baute seine Ansprache auf die Worte des Apostels
Paulus aus 1. Korinther 15:19 auf: „Wenn wir nun in diesem Leben auf Christus
gehofft haben, sind wir die bemitleidenswertesten aller Menschen."
Haben die „Oldtimer" auch verstanden, was ihre vorgesetzten
Brüder mit diesen Worten bezweckten?
Haben sie verstanden, daß sie in den Tod geschickt
wurden, ohne vorher Harmagedon zu erleben?
Ein schwacher Trost für sie, als „Vorbild gegenüber
Jüngeren" zu gelten, wie sich Milton G. Henschel ausdrückte.
Kein Wort von 1914 und „diese Generation wird nicht vergehen".
„Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan, er kann gehen."
Die WTG aber „blickt in die Zukunft".
STIJDIENARTIKEL
„Vereinte Anbeter des allein wahren Gottes"
WTG RANGIERT VOR JESUS CHRISTUS
UM das Erscheinen der „großen Volksmenge" im Jahre
1935 zu rechtfertigen, wird der Bibeltext aus Epheser 1:9,10 gefälscht.:
„… nämlich in dem Christus wieder alle Dinge zusammenzubringen, die
Dinge in den Himmeln und (später) die Dinge auf der Erde."
INTERESSANT, den Inhalt und die Reihenfolge sogenannter
„wirksamer einigender Faktoren" zu betrachten, (S. 18-20)
Punkt 1: Anbetung Jehovas
Punkt 2: Bibel als Anleitung
Punkt 3: Das geistige Ernährungsprogramm wird vom
„treuen und verständigen Sklaven" herausgegeben
Punkt 4: Jesus Christus ist unser Führer …
Der „treue und verständige Sklave" rangiert in der
Bedeutung vor Jesus Christus! Sagt das nicht alles aus?
„Wir erkennen den 'treuen und verständigen Sklaven'
als das Werkzeug an, durch das uns Jehova geistige Speise zur rechten Zeit
darreicht."
Dagegen: „Jesus ist vielmehr völlig damit zufrieden,
der Gehilfe und Sprecher seines Vaters zu sein." (WT 8/84, S. 20)
ENTWEDER - ODER
NUN können einige getaufte Zeugen dieser oder anderer
ähnlichgearteter Lehren der WTG nicht ganz folgen. Oder mit anderen
Worten: „Sie sind gern bei uns, doch sie möchten sich nicht festlegen
…„ (S. 20) Derer gibt es mehr als genug. Es sind christliche Menschen,
die jeden Fanatismus oder Dogmatismus ablehnen.
Wehe ihnen, droht der WT, Jehova wird all jene vernichten,
welche sich nicht genau an die Anweisungen der Organisation halten. Was
zu beweisen wäre!
NEBENARTIKEL
„Sinnst du nach, oder träumst du nur vor dich hin?"
WER HAT DENN NUN SCHULD?
„Durch Nachsinnen kannst du Prüfungen deines Glaubens
durchstehen. Zum Beispiel ändert sich mitunter unser Verständnis
gewisser Bibeltexte und Prophezeiungen … Einige sind jedoch wegen dieser
Verfeinerungen beunruhigt. Aber die 'Gerechten' nehmen sich Zeit, um nachzusinnen
und neue biblische Wahrheiten in sich aufzunehmen, statt übereilt
zu schlußfolgern, der 'treue Sklave' habe sich geirrt." (S. 29)
Widersprüche über Widersprüche!
Ja, die WTG muß ihre eigenen Lehren ändern
bzw. berichtigen. Von „Verfeinerungen" kann keine Rede sein! Mitunter wird
sich um 180 Grad gedreht (z.B. „obrigkeitliche Gewalten").
Was heißt: die „Gerechten" nehmen dann „neue biblische
Wahrheiten" in sich auf?
Es gibt nur eine Bibel und die existiert fast schon 2000
Jahre.
Die Zeugen betreiben bestenfalls eine Bibelauslegung,
die mit dem Makel menschlicher Unvollkommenheit behaftet ist und in einigen
Jahren vielleicht schon wieder korrigiert werden muß.
Und letztlich: Wer hat sich denn bei einer Veränderung
des biblischen Verständnisses sonst geirrt, wenn nicht der „treue
Sklave"? Etwa Jehova?
Vielleicht Jesus, denn ihm kann man ja nun die Schuld
zuschieben, da die Rangfolge eindeutig zugunsten der WTG ausfällt.
Aber das schreibt man nicht.
Jeder Zeuge kann sich sein Teil denken.
WACHTTURM NR. 10/84
WEGEN BEDEUTSAMER VERÄNDERUNGEN DER WTG-LEHRE WURDE
DIESER WT VORFRISTIG IN DER CV-AUSGABE NR, 183, OKT./1984 BESPROCHEN.
WACHTTURM NR. 11/84
UNWAHRHEITEN, Halbwahrheiten, Spekulationen. Dies ist
die Charakteristik des vorliegenden Wachtturm.
Alle fragwürdigen Momente auch nur zu nennen, würde
den Umfang unserer Zeitschrift CV sprengen. Begnügen wir uns mit einigen
Fakten, die eigentlich für sich sprechen.
STUDIENARTIKEL
„Königreichseinheit heute eine Realität"
LANGE hielt sich die WTG mit einem neuen Harmagedon-Termin
zurück. Die 1975-Pleite saß ihr zu tief in den Gliedern.
Die Verkündigerzahlen steigen nun wieder. Doch in
Brooklyn weiß man: Die Organisation steht und fällt mit Harmagedon
. (oder was man dafür hält). Und die Zeugen lassen sich auf die
Dauer nicht mit einem „es steht kurz bevor" abspeisen.
Andererseits hat man sich mit dem Jahr 1914 festgelegt
und der Spielraum (sprich: Generation) ist knapp bemessen.
Nun versucht die WTG, aus dieser Zwangslage herauszukommen.
Wie sie sich damit abmüht, kann man auf Seite 19
erkennen:
„Er (Jesus; Anm. d. Red.) hat uns gesagt, daß die
'Generation' von 1914 - dem Jahr, in dem das Zeichen in Erscheinung zu
treten begann - 'auf keinen Fall vergehen wird, bis alle diese Dinge geschehen'
(Matthäus 24:34).
Einige von dieser 'Generation' könnten bis zum Ende
des Jahrhunderts leben.
Aber es gibt viele Anzeichen dafür, daß das
'Ende' viel näher ist!"
HARMAGEDON BIS AUF DAS JAHR 2000 VERSCHOBEN
1975 kann ja nun nichtmehr wahr sein.
Also „blickt man in die Zukunft".
(WT 9/84, S. 12, 13)
Können die angeführten Argumente aber überzeugen?
Nein!!
1. Jesus sprach niemals von einem Jahr 1914. Diesen Termin
wird man in der Bibel vergebens suchen.
2. In welcher Bibel steht das Wort „Generation" in Anführungsstrichen?
Diese Fälschung hat ihren Grund:
Die WTG möchte den Begriff „Generation" verniedlichen,
kein Zeuge soll ihn noch allzu ernst nehmen.
Laut Psalm 90:10 dauert eine Generation maximal 80 Jahre.
Und gerade diese Generation, die 1914 bewußt miterlebt hat, ist vergangen.
Das wissen auch die Brooklyner Ideologen.
So nimmt man schnell die Anführungsstriche, um dem
ganzen den Sinn zu geben: Harmagedon komme etwa im Zeitraum einer Generation;
niemand solle allzu kritisch sein.
Übrigens:
Als Jesus diese Worte im Jahre 33 u. Z. sprach, sollte
sich diese Prophezeiung 37 Jahre später über Jerusalem erfüllen.
Also wirklich innerhalb der damals lebenden Generation.
3. Natürlich gibt es Menschen, die 100 Jahre oder
sogar noch älter werden. Trotzdem kommt kein vernünftig denkender
Mensch auf die Idee, zu behaupten, die Generation von 1884 würde noch
leben.
Will die WTG ihre Anhänger für dumm verkaufen,
wenn sie auf solche Methusalems verweist und mit ihnen rechnet?
4. Klar ist, daß man viele alte Zeugen Jehovas,
die noch hofften, nicht sterben zu müssen, in den Tod schickt. Deshalb
der vage Trost, es gebe Anzeichen, daß das „Ende viel näher
ist". Aber glauben kann nun so recht keiner mehr daran.
Auch wenn man alle möglichen und unmöglichen
„Anzeichen" anführt.
EIN WELTKRIEG - DIE ERLÖSUNG?
Ein früherer Botschafter der Vereinigten Staaten
in Moskau sieht die beiden Supermächte „auf Kollisionskurs" und erklärte:
„Irgendwo auf diesem Weg muß es zwangsläufig zu einer Explosion
kommen…" (S.16) Also. „zwangsläufig" zu einem Weltkrieg, der in Harmagedon
mündet?!
Das wünscht sich anscheinend der „treue und .kluge
Knecht", wobei er sich noch freuen würde, dem Gemetzel von Millionen
Menschen zuzusehen (S.26).
WACHTTURM NR. 12/84
NACHDEM ICH DEN WT NR. 12/84 DURCHGELESEN HABE, KONNTE
ICH FESTSTELLEN, DASS SICH DARÜBER KEINE KRITIK LOHNT.
SICHER KÖNNTE MAN AUCH HIERÜBER ETWAS SCHREIBEN;
ABER SCHADE UM DEN PLATZ IN CV.
G.R.
MACHT JÜNGER AUS EUREN KINDERN"
Kommentar zum KD III/84
WIE ELTERN DAZU ANGEHALTEN WERDEN, IHRE KINDER FÜR
DIE WTG ZU WILLIGEN WERKZEUGEN ZU MANIPULIEREN
In diesem KD heißt es:
„Es gibt keine Tätigkeit, die wichtiger ist. Menschen
werden durch dieses Werk so belehrt, daß sie Jehova kennen- und liebenlernen
und ihm von Herzen dienen.
Eltern haben die zusätzliche Verantwortung, auch
aus ihren Kindern Jünger zu machen."
Zu diesem Thema sei die Meinung der Frau von W. Pohl,
WTG-Ostbüro Selters, vorangestellt, die sie zur Errettung eigener
Kinder hat.
Sie sagte :
„Man müßte sich ihnen gegenüber so stark
machen, um über sie hinwegzugehen, sollten sie in Harmagedon als Leichen
daliegen."
Diese Meinung, die keinesfalls ein einzelnes Beispiel
ist, mag ahnen lassen, unter welchem Druck WTG-hörige Eltern, insbesondere
solche stehen, die führende Positionen innehaben, ihre Kinder unbedingt
zu Jüngern zu machen. Wenn die Kinder nicht dazu bereit sind, dann
wird Gewalt angewandt (siehe CV 175/84 - Brutales Vorgehen eines ZJ). Er
schlug seine beiden Töchter und die Ehefrau, weil sie die „gute Botschaft"
nicht annehmen wollten.
Außerdem sei CV 133/80 genannt, wo nachzulesen ist,
daß zwei Mädchen in der BRD den von ihren Eltern bzw. der WTG
ausgeübten Druck nicht mehr ertragen konnten und Doppelselbstmord
begingen.
Es gibt aber auch andere Beispiele, wie schon Kleinstkinder
im Alter von drei oder vier Jahren der Verdammung und Fanatisierung durch
die Eltern ausgesetzt sind. So geschehen in einer Versammlung in Mecklenburg.
Es liefen im Fernsehen gerade die Nachrichten, wo unter anderem auch Berichte
über eine Erdbebenkatastrophe, bei der viele Todesopfer zu beklagen
waren, gezeigt wurden. Der Vater, ein langjähriger ZJ, saß mit
seiner vierjährigen Tochter da und sah interessiert zu. Plötzlich
fragte das Kind: „Vati,' sind das alles böse Menschen, die da umkommen?"
Darauf der Vater: „Natürlich, du weißt doch, was wir neulich
im Wachtturm gelesen haben. Da wurde doch berichtet, daß bei einem
anderen Erdbeben viele Menschen umgekommen sind, aber keiner, der Jehovas
Willen tat. So ist es auch bei diesem Erdbeben und so wird es auch in Harmagedon
sein. Deshalb mußt du auch immer schön das tun, was Jehova dir
im Wachtturm sagt, damit dir nichts Böses passiert."
So werden ZJ-Kinder schon von klein auf unerbittlich auf die WTG programmiert, damit sie auch später im Erwachsenenalter alles widerspruchslos hinnehmen, was ihnen die WTG an angeblich „neuem oder hellerem Licht von Jehova kommend" im Wachtturm präsentiert. Eine eigene Entscheidung gibt es für Kinder, deren Eltern WTG-hörig sind, sowieso nicht. Wenn nicht anders, werden sie wenigstens als Mitläufer oder Traditionschristen zur Stange gehalten. Weil es davon aber anscheinend schon zu viele gibt, wird im KD III/84 noch einmal darauf hingewiesen, was Eltern alles tun sollen. Die Kinder müssen in der Lage sein, die WTG-Lehren im Sinne des Wachtturm richtig interpretieren zu können. Sie dürfen nicht mit Kindern, die nicht im WTG-Glauben erzogen sind, Umgang haben, „schlechte Gesellschaft meiden", soviel wie nur möglich Freizeit für die WTG opfern, „die Königreichsinteressen an die erste Stelle setzen" und die „christliche Neutralität einhalten", was im Klartext bedeutet: die Kinder von der Pionierorganisation und später von der FDJ fernzuhalten.
So und nicht anders sind die Kinder von ZJ zu erziehen und gibt es dabei Schwierigkeiten, dann soll die „Rute der Zucht" sprich Gewalt , angewandt werden, und es wird dazu meist die Bibelstelle aus Sprüche 13:24 zitiert, wo es heißt: „Wer seine Rute zurückhält, haßt seinen Sohn, wer ihn aber liebt, sucht ihn heim mit Züchtigung." So schiebt man dann noch auf makabere Art und Weise für oftmaligen Mißbrauch von elterlicher Gewalt Jehova die Schuld zu .
Wieviel Freude war dagegen schon bei Kindern zu beobachten,
deren Eltern sich von der WTG abwandten, und die demzufolge jetzt die Möglichkeit
bekamen, in die Pionierorganisation einzutreten und nun nicht mehr Außenseiter
sein brauchten.
Dafür aber hat die WTG kein Verständnis, sie
sieht es lieber, da ZJ-Kinder eine große Kaderreserve für die
Organisation darstellen, wenn Kinder befähigt werden, Neuarbeit im
Predigtdienst zu machen oder den Hilfspionierdienst aufnehmen.
So können dann wiederum neue Erfolgszahlen in der
WTG-Statistik gemeldet werden, denn das ist eines der wichtigsten Kriterien
in der Leistungsgesellschaft der ZJ.
Sie brauchen keine Alten und Kranken, die keine Erfolgszahlen
mehr melden können und vielleicht sogar noch auf soziale Hilfe angewiesen
sind, diese überläßt man lieber dem Staat oder kirchlichen
Hilfsorganisationen. Darum wird auch jedem Jugendlichen gepredigt: „In
diesem bösen System kannst du keine berufliche Karriere mehr machen.
Es ist zur baldigen Vernichtung bestimmt. Darum mache dich nützlich
und nehme ein lohnenderes Ziel auf: den Hilfspionierdienst oder den Pionierdienst."
SO wird von der WTG psychologischer Zwang und Leistungsdruck
auf die Jugend ausgeübt, damit weiter neue Erfolgszahlen gemeldet
werden können.
Von wirklicher christlicher Nächstenliebe und Hilfe
wird kein Wort erwähnt. Auch nicht in diesem KD III/84.
-RSW-
1984 BEGINNT EIN LETZTES MÖGLICHES JAHRZEHNT NACH
PSALM 90:10!
3. Bericht von der CV-Frühjahrstagung
WACHTTURM-ENDZEIT ÜBER 1799 BIS 1975 ALS LEGENDE
FÜR ANDERE ZWECKE ERWIESEN UND BANKROTT
EINE dokumentierte Übersicht über die entscheidenden
WT-Endzeitlehren von 1799, 1914, 1925, 1938/45 und 1975. Jeder konnte das
„göttliche Licht" der WTG für diese „Zeiten und Zeitpunkte" selbst
ausführlich nachprüfen. Durch alles hindurch zog sich ein blaues
Band, bis hinein in die WT-Weiterverkündigung von 1984. „Am Rande
von Harmagedon … Auftakt zu einem Paradies!"
(WT 1.2.1984 dt .)
DIE Aussage dieser Dokumentierung war eindeutig: Von den
1799-„Lichtern" über das Irrlicht von 1975 bis 1984 nur leere Paradiesversprechungen
für eine Generation nach der anderen. Die Harmagedon-Irrlehre von
1938/45 sogar in einem TROST-Blaudruck mit dem WTG-Kommentar:
„Selbst wenn die Schlußabrechnung von Harmagedon
noch um zehn oder zwanzig Jahre verziehen sollte - es wurde nicht gesagt,
daß es wirklich so sein wird - so muß doch das Evangelium mit
aller Kraft allen Nationen verkündigt werden … Dauert es jemand zu
lange, dann sei daran erinnert, daß Zeit niemals lang wird, wenn
man alle Hände voll zu tun hat. Haben wir etwa nichts mehr zu tun?"
(Harmagedon nahe, Trost, 1. Juni 1945. WTG Bern.)
1975 wurde bekanntlich mit derselben Beschäftigungstheorie
zum Weitermachen übertölpelt!
SO mußte es jedem in die Augen springen: Das „blaue
Band" der WTG von 1799 bis heute war nur eine laufende Enttäuschung
aller, die daran geglaubt haben. Sie mußten bisher alle vergehen.
Alles war und ist also nur eine Legende. Gekrönt wurde diese ganze
WT-Endzeitschau mit einem Bild vom Untergang des Luxusdampfers „Titanic"
im Jahre 1912 aus dem WT vom 1.7.1977, und mit einem horizont-Kommentar
mit großem Bild von dem Untergang: „Kampf ums blaue Band" war nur
Legende" (43/1981), genau wie mit dem WTG-1914-Endzeitversprechen! Nicht
von ungefähr hat die WTG diesen Titanic-Untergang 1977 im WT behandelt,
just nach ihrem 1975-Weltendeschwindel, auf daß alle auf der WTG-Endzeit-Titanic
weitertanzen, um ihr „Vergehen" nicht vorzeitig zu begreifen!
WAS den verbleibenden wirklichen Zweck dieser ganzen WT-Endzeitlegende
seit 1799 betrifft, wofür das nun auch in die 1990er Jahre weitergeschoben
wird, immer wieder dazu Habakuk 2:3 strapazierend, so zog sich da ein rotes
Band, ein roter Faden hindurch bis in das Jahr 1984! Denn dieses ganze
WTG-Menschenwerk hat natürlich seinen realen Sinn, bis heute.
-P-
WENN HARMAGEDON IN DIESEM JAHR HERBEIKOMMT
Ansprache von WTG-Präsident N. H. Knorr am 7.6.1975
in Bern/Schweiz.
Übersetzer Günter Künz, Wiesbaden.
„… In fünf Jahren seit 1970 sind in der ganzen Welt
über 1 Million Menschen getauft worden. Pro Jahr werden Hunderte von
Königreichssälen gebaut. Wenn Harmagedon in diesem Jahr, oder
im nächsten, oder im übernächsten Jahr herbeikommt, so sind
wir bereit. Wir werden fleißig weitere Menschen suchen, die Gerechtigkeit
lieben…"
JEHOVAS-ZEUGEN-KINDER IN DER SCHULE (II)
Bericht aus der BRD von der EZW Stuttgart
… DARUM GEHT AUS IHRER MITTE HINAUS UND SONDERT EUCH
AB, SPRICHT JEHOVA.
Auf fünf Seiten werden in den erwähnten Heft
alle für Jehovas Zeugen verbotenen Feste aufgeführt: Geburtstag,
Weihnachten und Ostern, Allerheiligen, der Neujahrstag, der Maifeiertag
und Muttertag. Dazu nationale Feiertage.
In einem weiteren Abschnitt werden gemeinsame bzw. gemeinschaftliche
Unternehmungen, die außerhalb des Lehrplanes stehen, als für
einen Zeugen Jehovas fragwürdig hingestellt.
Die jungen Zeugen sollen „der biblischen Mahnung gemäß"
ihre .Freizeit in erster Linie „in Gemeinschaft mit ihren Glaubensbrüdern"
verbringen: „zusammen mit denen, die den Herrn aus reinem Herzen anrufen
(2. Tim. 2,22)". Das gilt zum Beispiel für den Sport, der die Jugendlichen
davon abhält, „die Zeit außerhalb der Schule hauptsächlich
geistigen Interessen zu widmen anstatt besondere Fähigkeiten auf sportlichem
Gebiet zu erwerben" (S. 23).
Besonders aber gilt es für Schülerbälle
und Parties. „Wer an solchen Bällen teilnimmt, gerät fast unvermeidlich
in schlechte Gesellschaft … Gewöhnlich wird dabei geraucht und übermäßig
viel getrunken, und es kommt sogar zu Drogenmißbrauch und skandalösem
sexuellen Verhalten."- S.24
Auch der Beitritt zu Schulvereinen muß von den Eltern
zuerst genau überprüft werden, denn „es ist beobachtet worden,
daß die Beteiligung an ihnen oft zu unmoralischem Benehmen führt".
Des weiteren wird das Mitwirken in einem Schulorchester nicht gerne gesehen,
denn dieses Orchester könnte bei religiösen und politischen Anlässen
spielen müssen. Die Zeugen Jehovas sind von einer fast panischen Angst
erfüllt, sich hierdurch zu verunreinigen. Auch „ist der Zeitaufwand
zu berücksichtigen und ob es Überschneidungen mit christlichen
Zusammenkünften und Familienaktivitäten (der Zeugen Jehovas)
gibt" (S. 29).
Schließlich „werden Eltern, die Zeugen Jehovas
sind, eine Anzahl Faktoren berücksichtigen, bevor sie ihren Kindern
erlauben, bei einem Theaterstück in der Schule mitzuwirken". Dazu
gehört vor allem die Frage: „Ist das, was in dem Stück dargestellt
wird, in Übereinstimmung mit biblischen Grundsätzen?. Jugendliche
Zeugen Jehovas werden nicht in einem Stück mitwirken, in dem Sittenmaßstäbe
gutgeheißen werden, die die Bibel verurteil. Außerdem erfordert
das Proben viel Zeit und ist unter Umständen mit schlechter Gesellschaft
verbunden." (S. 25)
An dieser Stelle des Heftes wird den Schuldirektoren und Lehrern klargemacht, daß im Grunde die Eltern das Erziehungsrecht über ihre Kinder haben und daß Jehovas Zeugen von diesem Recht Gebrauch machen. So werden die Eltern aufgefordert, auch den Unterricht selbst zu überwachen und dort zu revoltieren, wo er den biblischen Grundsätzen zuwiderläuft. Das betrifft den Naturkundeunterricht, in dem „die Evolutionslehre oft als wissenschaftliche Tatsache hingestellt wird". Hier wird erwartet, „daß die Lehrer die biblische Überzeugung jugendlicher Zeugen Jehovas respektieren". Ein anderer kritischer Punkt ist die Sexualerziehung in der Schule. Hierzu heißt es in dem Heft:
„Jehovas Zeugen sind bemüht, sich an die moralischen
Grundsätze der Bibel zu halten und sie ihren Kindern einzuprägen.
Daher wünschen sie nicht, daß ihre Kinder Sexualunterricht von
Personen erhalten, die diese Grundsätze nicht respektieren."
In einem solchen Fall „werden sie darum bitten, daß
ihre Kinder vom Sexualunterricht befreit werden, oder ihre gesetzlichen
Rechte in Anspruch nehmen" und darauf drängen, daß „ihre eigenen
Vorstellungen den Schülern ebenfalls vermittelt werden". Nun ist gewiß
nichts dagegen einzuwenden, wenn Jehovas Zeugen protestieren, falls ihre
Kinder in der Schule negativen Einflüssen ausgesetzt sind oder einseitig
weltanschaulich beeinflußt werden. Das sollten alle Eltern tun. Auch
ist das propagierte Anliegen der hier besprochenen Aktion, nämlich
den Kontakt mit den Lehrern herzustellen, um das Verhalten der Zeugen-Jehovas-Kinder
zu erklären, durchaus positiv zu bewerten, was erschüttert, ist
das Absonderungsprinzip, das in bezug auf die jugendlichen Zeugen Jehovas
in seiner ganzen Härte sichtbar wird: Sie werden aus der Gemeinschaft,
die das Miteinanderleben in der Schule 9-13 Jahre lang für sie bedeutet,
weitgehend herausgelöst; werden gezwungen, sich fortwährend als
Außenseiter zu profilieren. Das bedeutet eine außerordentliche
seelische Belastung. Ihr Weg ist mit Verboten gepflastert, und das Fatale
ist, daß sie kein Äquivalent erhalten. Denn die „Wachtturm-Gesellschaft"
ist keine Glaubensgemeinschaft, die ihren Mitgliedern all das, was ihnen
im schulischen und gesellschaftlichen Bereich genommen wird, im internen
Raum bieten würde. Sie hat kein Jugendprogramm, wie sie überhaupt
kein Gemeindeleben im christlichen Sinn aufzuweisen hat.
Sie ist vielmehr eine missionarische Dienstkörperschaft,
die eine indoktrinierte Schulung bietet (zu der die Kinder mitgenommen
werden) und die missionarische Leistung fordert.
Aus diesem Grund stellt für die Lehrer der Besuch
von Zeugen-Jehovas-Eltern mit dem genannten Heft eine Herausforderung dar.
Sie würden ihre Rolle schlecht spielen, wenn sie nur zuhören
und beteuern würden: „wir werden den Glauben ihrer Kinder soweit wie
möglich respektieren". Vielmehr liegt es an ihnen, den Zeugen-Jehovas-Eltern
klarzumachen, wie inhuman und antisozial die Forderungen im Grunde sind,
die sie erheben. Und es gilt, miteinander zu versuchen, den Kindern so
viel schulische Gemeinschaft und freie Meinungsbildung zu ermöglichen,
wie es irgend geht.
-rei-
WIE EIN "HILFSBEREITER" WTG-ÄLTESTER WOHNUNGSPROBLEME
LÖST
Aus der Versammlung Wismar
Vor einigen Jahren verlegte ein junges Zeugenehepaar
mit zwei Kindern den Wohnsitz von Sachsen nach Mecklenburg in ein Dorf,
das zirka 20 km von Wismar entfernt ist. Natürlich ist Zuwachs im
„Zeugennotstandsgebiet Mecklenburg" jederzeit willkommen, und so wurden
sie freundlich aufgenommen und der Versammlung Wismar angeschlossen und
einer Gruppe in diesem Ort zugeteilt.
Nun ergab sich aber folgendes Problem:
Mit öffentlichen Verkehrsmitteln war die Kreisstadt
Wismar nur schlecht zu erreichen, was nicht gerade förderlich für
einen regelmäßigen Versammlungsbesuch war und in der näheren
Umgebung ihres jetzigen Wohnortes gab es auch keine Zeugen oder wenigstens
Interessierte, mit denen sie des öfteren hätten zusammenkommen
können. So war unsere Zeugenfamilie nicht gerade erfreut über
diese Probleme und sie sprachen mit dem zuständigen Studienleiter
ihrer Gruppe darüber und ließen auch durchblicken, eventuell
wieder nach Sachsen in ihren ursprünglichen Wohnort zurückzukehren.
Nun plötzlich gab es bei der Ältestenschaft in Wismar „Alarm",
denn man kann es sich in Mecklenburg nicht leisten, junge entwicklungsfähige
Zeugen einfach abwandern zu lassen. Der Studienleiter informierte den verantwortlichen
Ältesten. Ich nenne ihn hier einmal Bruder 1. Dieser konnte sich plötzlich
erinnern, daß in seinem Betrieb eine passende Arbeit für den
jungen Bruder frei wäre und auch eine Wohnung könnte er ihm besorgen.
Nun zeigte Bruder 1 mit einmal eine Hilfsbereitschaft, die ihresgleichen
sucht. Nach kurzer Zeit bekam die Familie eine 2-Zimmer-Altbauwohnung mit
Nebengelaß zugewiesen und auch mit der Arbeit in Wismar klappte es.
Unser junger Bruder bekam sogar in der Brigade von Bruder 1 eine Tätigkeit
zugewiesen .
Nun mag man sich fragen, was ist denn das Verwerfliche
an dieser Geschichte, Bruder 1 war doch sehr hilfsbereit und seine Handlungsweise
positiv - oder?
Nun, wir werden sehen, was jetzt folgt.
Bruder 1 ließ durch den Studienleiter dem jungen
Zeugen mitteilen, daß er vor Aufnahme seiner Tätigkeit noch
einmal im Betrieb erscheinen möchte zwecks Erledigung einer Formalität.
Er könne die Wohnung nämlich nur dann bekommen, wenn sein Einverständnis
mit der Erklärung vorliege, daß er schon vorher in Wismar gewohnt
habe. Deshalb hätte er es schon „geregelt" (Bruder 1), daß als
vorherige Wohnadresse einfach die Anschrift des neuen Betriebes angegeben
werde. Wie er das gemacht habe, darüber möchte er nicht sprechen,
das sei seine Sache.
So sieht man einmal wieder wie „ehrlich" WTG-Älteste
in Wirklichkeit sind, wenn es um das Wohl der WTG geht. Und sie erscheinen
nach außen hin für Uneingeweihte dabei noch als sehr hilfsbereit.
So mußte also unser junger Bruder selbst zum „Notlügner"
werden, damit die WTG sich in diesem Falle für ein Gebiet, in dem
Hilfe not tut, zwei Verkündiger sichert.
Wie „hilfsbereit" Bruder 1 wirklich ist, sieht man aus
einer Begebenheit, die sich ein Jahr später zutrug. Er wurde von einem
Bruder angesprochen, ob er nicht einem Interessierten und dessen Familie,
die ebenfalls nicht in der Stadt wohnten, wiederum helfen könne mit
Wohnung und Arbeit. Doch was antwortete Bruder 1?
„Nein, das lehne ich ab, von Interessierten hat die Versammlung
keinen Nutzen, nur zusätzliche Belastungen, Er soll sich erst taufen
lassen und ein Verkündiger werden, dann können wir darüber
sprechen."
Hier zeigt sich das wahre Gesicht der WTG, zu ihrem Vorteil
sind alle Mittel recht, auch wenn die einfachen Verkündiger dabei
zum Lügen erzogen werden, wenn es aber wirklich um uneigennütziges
Helfen geht, dann können die Betreffenden zusehen wie sie zurechtkommen«
-R.S.W.-
DU BIST IN EINE WICHTIGE STREITFRAGE VERWICKELT!
12 Kapitel „Du kannst für immer im Paradies auf
Erden leben"
SIND wir das wirklich? Worüber sollte denn da gestritten
werden? Etwa über die Frage, ob Gott mit Recht der Herr über
die Menschheit, die er selbst gebildet hat, sein darf? Oder, ob Gottes
Führung zu Gerechtigkeit und Frieden unerläßlich ist? Das
sind keine Streitfragen, sondern für ewig feststehende Gegebenheiten.
Gott hat es nicht nötig, seinen Herrschaftsanspruch irgend jemandem
zu beweisen. Selbst Satan hat ein solches Ansinnen an Gott nie gestellt.
Sein Ziel ist es vielmehr von Anfang an gewesen, die Herrschaft Christi
zu verhindern, indem er versucht, alle Menschen von Christus wegzuziehen.
Daß ihm dieses aber nie gelingen wird, ist das Verdienst des Gottes
Sohnes, der am Kreuz die Werke des Teufels zerstört (1. Joh. 3:8)
und die Welt dadurch besiegt hat. (Joh. 16:33)
SO erübrigt sich auch die angeblich aufgeworfene
Streitfrage, ob es Menschen gibt, die Gott unter allen Umständen die
Treue halten werden.
Es gibt solche und wird sie ewig geben.
Wo stehst du?
DEMNACH bist du in keine Streitfrage verwickelt, sondern
vielmehr vor eine folgenschwere Entscheidung gestellt, nämlich, entweder
an Jesus Christus, den Sieger, zu glauben, ihn anzunehmen und so aus Gottes
Geist und Gnade gemäß der einzigen Berufung, die es gibt, neu
geboren zu werden (Eph. 4:1-6; Joh. 3:3-6; l. Joh. 5:4), oder aber das
Heil der Rettung von einer menschlichen „Sklaven„-Organisation zu erhoffen,
die den Sohn und den Geist Gottes ihren irdischen (den sogenannten „anderen
Schafen") vorenthält und so diese letztlich um ihr Leben betrügt.
In allererster Linie ist von jedem, der Gott in Wahrheit dienen will. Glauben
an Jesus Christus gefordert. Dort, wo sich echter Glaube entfalten kann,
verändert er das Leben des Betreffenden. Aus einem weltlichen Menschen
wird ein vom Geist gezeugtes Kind Gottes. Diese Umgestaltung bringt zwangsläufig
eine geistliche Lebenshaltung, eine Erneuerung, hervor (1. Joh. 3:9,10),
die im Gegensatz zum Verhalten der Welt samt ihrer Wachtturm-Gesellschaft
steht.
EIN weltlich gesinnter Mensch trachtet nach .irdischen
Dingen, und Göttliches bleibt ihm verborgen. . Ein geistlich gesinnter
Mensch dagegen strebt nach göttlichen Dingen und lernt die Tiefen
Gottes kennen (l. Kor. 2:6-16).
So gibt es auch für euch, liebe Geschwister, nur
den einen Weg zum Leben, der heißt Jesus Christus (Joh. 14:6).
-MSH-
LESERZUSCHRIFTEN
… Haben Sie vielen Dank für die Zusendung der Zeitschrift…
Ich habe mir recht gründlich die Nr. 177 durchgelesen und bin hier
und da auf Dinge gestoßen, die mir gefallen haben oder nicht. Besonders
gefiel mir der Studienartikel „Israel und die Zeiten der Nationen". Daß
am Ausgangspunkt sogar ein Fehler ist, damit hatte ich wahrlich nicht gerechnet.
Allerdings stieß ich immer wieder auf das 587 v. Chr ! Im ersten
Artikel von D. P. fiel mir wie auch in anderen Artikeln auf, daß
die Sprache hart und oft beleidigend für einen Zeugen klingen muß,
obwohl alles stimmt. Doch man will doch, daß diese Zeitschrift auch
ZJ lesen. Unter Punkt 4 schrieb er berufend auf Rö. Kap., 13, daß
sich Christen selbst regieren können. Wo steht es denn dort direkt?
Ich finde dort nichts in diesem Sinne. Der Artikel zur Wahl zeigt auch,
in welche Richtung die WTG geht. Allerdings finde ich die Stelle, „sie
hätten den 1914-Christus gewählt" etwas unsachlich. Dies kann
man ja deuten, daß die ZJ ihren eigenen Christus haben. Aber alles
in allem war ich sehr erfreut, auch über aktuelle Themen, wie Wahl
und Friedenskampf, etwas in Ihrer Zeitschrift zu finden.
Haben Sie nochmals Dank und ich freue mich schon auf
die nächste Zeitschrift.
H. aus M.
DIE BEITRÄGE DER EINZELNEN VERFASSER DECKEN SICH
NICHT IN JEDEM FALL MIT DER AUFFASSUNG DER REDAKTION
„Christliche Verantwortung": Herausgeber Henry Werner;
DDR 6500 Gera, Otto-Dix-Str. 6
Preis: 0,20 M; Jahresabonnement: 2.- M; Versand auch
kostenlos
Konto-Nr.: 4564-30-1952; Genossenschaftskasse für
Handel und Gewerbe Gera
A 761/84 V 7 1 2571 N2