Kommentare zu den eingescannten CV-Ausgaben
CV 183
Ein Zeuge Jehovas aus Zschorlau, im Erzgebirge. (Das Erzgebirge ist generell eine relative Zeugen Jehovas-Hochburg), gerät in die Justizmühlen. Im wird vorgeworfen pornografische Bilderserien angefertigt und kommerziell vertrieben zu haben.
Wenn es denn sich so verhielte, und das kann auch die CV nicht bestreiten, verhält er sich als im Widerspruch zum WTG-Kodex stehend.
Der Bericht in dieser CV versucht aber den Eindruck zu erwecken, als ob er nun in den Kreisen der Zeugen Jehovas, als „um seines Glaubens willen verfolgt" gefeiert wurde.
Solange man die wirklichen Details dazu nicht aktenmäßig kennt, muss wohl ein gewisses Misstrauen gegenüber dieser CV-Berichterstattung bestehen bleiben.
Man weiß von anderen - auch von der CV offerierten Fällen - wie nicht selten die Mechanismen da abliefen. Erinnert sei an den Fall des Heilpraktikers „Albin K...."
Der DDR-Staat befand: Der hinterzieht Steuern. In den Akten der Birthlerbehörde indes liest sich das etwas anders. Steuern mag er hinterzogen haben. Das war aber der gesuchte und gefundene Vorwand, um zugleich auch einen die Logistik der Zeugen Jehovas unterstützenden, eins auszuwischen. „Zwei Fliegen mit einer Klappe" zu schlagen.

Ein weiteres - etwas skurriles - Beispiel auch noch in dieser CV-Ausgabe.
Die DDR-Mangelwirtschaft zeitigte merkwürdige Blüten. Eine davon, dass Hühnerbesitzer ihre Eier - zeitweise - zu höheren, als dem Verkaufspreis, an örtliche Handelsgeschäfte verkaufen konnten. Das solch eine Preispolitik geradezu den Mißbrauch herausforderte (und keinswegs Zeugen Jehovas-spezifisch) liegt auf der Hand.
Prompt wird als vorgeblicher Leserbrief ein Ältester der Zeugen Jehovas bezichtigt, vorher billige Eier aufgekauft, mit denen seiner Hühner vermengt, und zum höheren Abgabepreis, wieder verkauft zu haben. Wer denn glaubt, so schlau waren „blos" die Zeugen, der kann einem eigentlich leid tun. Oder aber, er hat nie von der DDR-Wirklichkeit eine blase Ahnung gehabt.
Das I-Tüpfelchen setzt die CV dann aber noch durch ihre eigene redaktionelle Meinungsäußerung: derzufolge diese Älteste „nicht nur Geld, sondern zusätzliche Futtermittel (für die Hühner) sich auf diese Weise ergaunert habe."


CV CHRISTLICHE VERANTWORTUNG
MONATSSCHRIFT DER STUDIENGRUPPE CHRISTLICHE VERANTWORTUNG
BEGRÜNDET 1959 VON WILLY MÜLLER, GD, GERA/THÜR, DDR

NR. 183 GERA OKTOBER 1984

EDLER GESINNT SEIN UND PRÜFEN
Wir prüfen die WT Nr. 8/10/84
BERICHT AUS DER BRD
Jehovas-Zeugen-Kinder in der Schule
DER SCHWERWIEGENDE KRIMINALFALL IN ZSCHORLAU
Aus dem „geistigen Paradies" unterm Wachtturm
WIE WIRD DIE WTG IHRE ENDZEIT ÜBER 1984/94 WEITER VERSCHIEBEN?

SIND DIE ZEUGEN JEHOVAS WAHRE NACHFOLGER JESU?
Christen antworten darauf
LEIDER bilden sich Jehovas Zeugen solches ein, und sind deshalb auch so überheblich gegenüber anderen Nachfolgern Jesu, die sich in anderen christlichen Gemeinschaften zusammengefunden haben.
JEHOVAS ZEUGEN brauchen sich wahrhaftig nicht so viel auf ihren Alleinvertretungsanspruch einzubilden. Seit der Gründung ihrer Organisation haben gerade sie mit ihren ständig falschen Voraussagen Christus und den Gott des Himmels in ein sehr schlechtes Licht gestellt. Ebenso sieht es auch mit ihrem Wandel in ihren eigenen 4 Wänden aus. Sie brauchen sich wirklich nicht zu rühmen. Am Gerichtstag wird Christus nicht fragen: „Warst du ein Zeuge Jehovas?" Nein, das zählt dann nicht, es zählt dann nur, in welchem Verhältnis man zu anderen Christen und zu Christus selbst stand. Man fragt auch nicht danach, wie fest man mit der Organisation der Zeugen Jehovas verbunden war, sondern nach dem, was man zur Ehre Gottes und Christus tat. Deshalb, weil auch andere Christengemeinden aus dem Herzen aufrichtig Gott und Christus dienen und verherrlichen, sollten Jehovas Zeugen mit ihrem voreiligen Verdammen anderer Christen vorsichtig sein.

Die Jünger Jesu waren auch oftmals voreilig
JOHANNES, ein Jünger Jesu, hatte es auch einmal sehr voreilig. Er sagte zu Jesus: „Wir haben da einen Mann gesehen, der hat deinen Namen dazu benutzt, böse Geister auszutreiben. Wir haben es ihm verboten, denn er gehört ja nicht zu uns. Laßt ihn doch'", sagte Jesus, „denn wer meinen Namen gebraucht, um Wunder zu tun, kann nicht im nächsten Augenblick schlecht von mir reden. Wer nicht gegen uns ist, der ist für uns! Ich sage euch, wer euch einen Schluck Wasser zu trinken gibt, weil ihr meine Jünger seid, der wird dafür belohnt werden." (Markus 9:38-41)
Warum sind Jehovas Zeugen strenger als der Herr selbst?
DIESE Bibelstelle sollten sich Jehovas Zeugen gleich vorn auf den Innendeckel ihrer Bibel schreiben, um endlich zur Besinnung zu kommen. Wenn die leitende Körperschaft der Zeugen Jehovas wirklich Gottes Geistgesalbte sein würde, wäre sie schon längst dahinter gekommen, daß sie mit ihrer fortwährenden falschen Bibelauslegung Gott und Christus zutiefst beleidigt.

Aber ihre große Überheblichkeit macht sie so blind, daß sie gar nicht mehr anders kann, als fortgesetzt falsche Voraussagen zu machen. Vor solchen Anführern warnte nicht nur Jesus, sondern auch seine Nachfolger. (Matth. 24:24 und l. Tim. 4:1-3)
Möchtest du falschen Propheten nachfolgen?
DIESE FRAGE sollten Jehovas Zeugen ernsthaft durchdenken. Mögen sie nüchtern und sachlich ihre leitende Körperschaft einmal an Hand von allen Voraussagen, die bereits seit über 100 Jahre gemacht wurden, einschätzen und dann urteilen. Sie müssen einfach zu der Einsicht gelangen:
„UNTER UNS TREIBEN FALSCHE PROPHETEN IHR SPIEL!"

VERRAT AM CHRISTENTUM
ZU allen Zeiten ging es den Menschen am übelsten, wenn sich eine auserwählte Klasse besonders brutal über die nach ihrer Sicht Minderwertigen erhob. Auch die Bibel enthält viele Berichte dieser Art. So die Kainsgeschichte, dann die "Männer von Gewalt" in Mose 6, das Geschehen in Sodom, die Versklavung der Juden in Ägypten, die Ausrottung der Völker im verheißenen Land durch Israel und schließlich die Verfolgungen der ersten Christen durch die Machthaber in Jerusalem. Nach biblischer Zeit gibt es Beispiele für Auswüchse der Klassengesellschaft in Fülle: Die blutige Herrschaft der Cäsaren, die Verbrechen der römischen Kirche des Mittelalters an Andersgläubigen und Ketzern und all die vielen Raubkriege.

FÜR den üblen menschlichen Charakterzug des Sicherhebens über andere gibt es heut eine treffende Bezeichnung: FASCHISMUS. (Die römischen Liktoren trugen als Zeichen ihrer Macht, über andere den Stab zu brechen, ein Bündel Stäbe, die Fasces.)
Im Gegensatz dazu gab es aber auch zu allen Zeiten Bemühungen, die Klassenunterschiede abzubauen und durch ein soziales Zusammenwirken zu ersetzen. Die Skala reicht von weltfremden Träumen bis zu handfesten Erhebungen. Auch die Lehre des Jesus von Nazareth gehört hierher. Sie enthält viele soziale Züge: Auflösung der Privilegien der Juden, Ablehnung der Anhäufung von Reichtum, die Grundlehre von der Nächstenliebe, der Gleichheit aller, der Friedfertigkeit und Demut.
So zum Beispiel Phil. 2:3 -
"Einer achte den anderen höher als sich selbst"
oder Matth. 23:8 -
"Lasst euch nicht Rabbi nennen."
Und das gilt nicht nur für "die anderen".

AUS den Erfahrungen von Jahrtausenden sollten die Menschen um die Gefährlichkeit und Häßlichkeit faschistischer Tendenzen in Politik, Wirtschaft, Philosophie und Religion wissen. Die katholische Kirche z.B. hat aus ihrer Vergangenheit gelernt. Man kann den einzelnen wie, auch Organisationen recht gut an ihren Taten erkennen, ob sie faschistischen oder aber sozialen Charakter haben. Die Wachtturm-Gesellschaft jedenfalls zeigt nicht die sozialen Eigenschaften des Christentums. Jeder, der einmal mit ihr verbunden war, weiß um ihren Haß gegen jeden Andersgläubigen (besonders Christen), jede nicht theokratische Regierung (besonders sozialistische), gegen jeden nicht völlig Linientreuen in den eigenen Reihen. Der WTG fehlt nur die politische Macht, und sie würde ein weltweites Blutbad unter den "Anhängern der falschen Religionen", an Kommunisten und "Verrätern" anrichten. Sie würden kämpfen, "wenn Gott ihnen dies zu tun gebietet." (WT vom 15.3.51, S. 86, Abs. 12.)

Welcher Gegensatz zu Jud. 8 und Matth. 5:46,47!
Ich schäme mich, so viele Jahre die Verteufelung Andersdenkender unterstützt zu haben und bin froh, aus dem "geistigen Paradies" des Auserwähltendünkels befreit zu sein.
E. K...

JEHOVAS-ZEUGEN-KINDER IN DER SCHULE
Bericht aus der BRD. - Aus dem MD 11/83 der EZW
Anläßlich der letzten Kongresse der Zeugen Jehovas wurde wieder einmal eine neue Aktion gestartet:
Jehovas Zeugen, die schulpflichtige Kinder haben, sollten ein 30-Seiten-Heft "Jehovas Zeugen und die Schule" erwerben und dann bei den Lehrern vorsprechen, um diese über den Glauben und das Verhalten ihrer Kinder aufzuklären und ihnen das Heft zu überreichen. Der Zweck der Aktion ist auf der ersten Seite des Heftes so formuliert:

"Wir möchten Schulleitung und Lehrer mit denjenigen Glaubensansichten der Zeugen Jehovas vertraut machen, die einen Einfluß auf ihre Teilnahme an schulischen Aktivitäten haben."
Dabei soll es darum gehen, "die Zusammenarbeit zwischen Jehovas Zeugen und der Lehrerschaft sowie das gegenseitige Verständnis füreinander zu fördern."
Ähnlich, aber wie bei der Aktion mit der "Blut-Broschüre" vor sechs Jahren, bei der die Ärzte über die Verweigerung von Bluttransfusionen seitens der Zeugen Jehovas aufgeklärt werden sollten, verfolgt auch diese Aktion ganz offensichtlich noch einen weiteren Zweck:

Jehovas Zeugen sollen, indem sie aufgefordert werden, das Verhalten ihrer Kinder den Lehrern vorzustellen und zu erläutern, auf diese Verhaltensform selbst festgelegt werden.
Für den Außenstehenden ist es gewiß sehr interessant, auf diese Weise genau zu erfahren, was von einem Zeugen Jehovas erwartet wird und was in den übrigen Schriften der "Wachtturm-Gesellschaft" meist nur vage angedeutet ist. Versetzt er sich aber in die Lage der Betroffenen, nämlich der Kinder von Zeugen Jehovas, dann mag sich sein Interesse in Erschrecken verwandeln. Denn diese jungen Menschen werden dazu erzogen, die Schule - die für Jehovas Zeugen ein Teil "dieses vergehenden Systems der Dinge" ist - lediglich zum Lernen zu benützen ("wir schätzen überall auf der Erde eine gute Schulbildung", heißt es auf S. 4); im übrigen aber sollen sie sich von ihr, d.h. von dem schulischen Leben als einem sozialen Ganzen, von der Klassengemeinschaft und von der die Schule tragenden Gesellschaft möglichst distanzieren. Sich von der Welt zu trennen, die in der : Macht des Bösen ist und eine verderbliche Moral hat, ist der Grundsatz der Zeugen Jehovas, der das ganze Heft durchzieht. Keine Bibelstelle wird in ihm so häufig zitiert wie Joh. 17,16 (und Joh. 15.19):

"Sie sind kein Teil der Welt, so wie ich kein Teil der Welt bin."
Im einzelnen geht es nicht nur darum, daß Jehovas Zeugen der staatlichen Ordnung, die sie respektieren, keine Ehrerbietung erweisen, was für sie gleichbedeutend mit Anbetung wäre:
Sie sollen also keine Flagge grüßen, bei der Nationalhymne nicht mitsingen und auch nicht aufstehen, an patriotischen Zeremonien (etwa beim Nationalfeiertag) nicht teilnehmen u.a. Ebensowenig sollen sie das Schulgebet mitsprechen, selbst wenn es sich nur um das Vaterunser handelt; denn die gesamte religiöse Betätigung hat ausschließlich in den eigenen Reihen zu geschehen .

Gravierender ist es schon, wenn sich Kinder von Zeugen Jehovas nicht als Klassensprecher aufstellen lassen dürfen, nicht in der Schülermitverwaltung tätig sein und sich bei entsprechenden Wahlen nicht beteiligen dürfen. Für sie gilt es, "neutral zu bleiben" und "sich nicht in die Schulpolitik" einzumischen" (S. 16).
Des weiteren sind sie ausdrücklich gehalten, sich von einem eventuellen Wehrkundeunterricht in der Schule abzumelden und sich an keiner Ausbildung zu beteiligen, die sie dazu ausrüstet, "mit anderen zu kämpfen" (also Kampfsport wie Ringen und Boxen, Judo, Karate etc.).
Aber die schroffe Trennung von der schulischen und jugendlichen Umwelt geht noch sehr viel weiter. Zeugen-Jehovas-Schüler dürfen sich "an den meisten Festen und Feiern nicht beteiligen", weil "die damit verbundenen Bräuche einen nicht-christlichen religiösen Hintergrund haben" (S.17). Dramatische Bibelworte werden hierzu als Belege zitiert, wie 2. Kor. 6,14-17:

"Welche Gemeinschaft besteht zwischen Gerechtigkeit und Gesetzlosigkeit? Oder welche Teilhaberschaft hat Licht mit Finsternis? Welche Harmonie besteht zwischen Christus und Belial? Oder welchen Anteil hat ein Gläubiger mit einem Ungläubigen?... Darum geht aus ihrer Mitte hinaus und sondert euch ab, spricht Jehova."
Fortsetzung in der CV November 1984.

EDLER GESINNT SEIN UND PRÜFEN APG. 17:11
DER WACHTTURM
WIR PRÜFEN DIE WT NR. 8/10/84
NEBENARTIKEL
"Was ist mit der Ehrlichkeit geschehen?"
NEBENARTIKEL
"Lohnt es sich, ehrlich zu sein?"
STUDIENARTIKEL
"Christliche Bescheidenheit pflegen"
EHRLICHKEIT ist eine Grundvoraussetzung für Christen. Gerade Jehovas Zeugen behaupten, diese Eigenschaft in fast idealer Weise zu besitzen (S.7). In dieser Lektüre versuchen sie, den krassen Widerspruch zwischen ihrer Ehrlichkeit und der - ihrer Meinung nach - Unehrlichkeit der "Welt" darzustellen.
Mit welchem Erfolg?

BEISPIEL 1
EINE amerikanische Firma gebrauchte über 60 Jahre lang Kinder dazu, den Nachbarn (und sicher nicht nur diesen) Sämereien zu verkaufen, die die Jungen und Mädchen vorher bei diesem Betrieb bestellt hatten.
Von dem Verkaufserlös mußten sie dann einen Teil des Geldes an die Firma zurücksenden. - Der Betreib ging pleite. - Feststellung der WTG:
"Warum mußte diese Firma ihre Tätigkeit einstellen? Weil die als Vertreter tätigen Kinder unehrlich waren. Zu viele von ihnen hatten die Sämereien nicht zurückgeschickt oder das Geld behalten, das sie für den Kauf bekommen hatten." (S. 3)
IST dies in erster Linie ein Beweis für mangelnde Ehrlichkeit der Kinder?
Wer wurde hier über 60 Jahre lang betrogen und mißbraucht?
Kinder mußten das Kapital für den Bestand einer Firma erarbeiten. Natürlich ohne Arbeitsvertrag und daraus resultierende Vereinbarungen (Krankenkasse, Versicherung und dergl.). Und diese Form der Ausbeutung von Kindern konnte jetzt nicht mehr fortgesetzt werden.
Einem steigt fast das Wasser in die Augen. Die WT-Gesellschaft hat allerdings Grund zur Besorgnis:
Treibt sie doch ein ähnliches "Kinder"-spiel beim Vertrieb ihrer Literatur!

BEISPIEL 2
"Nach einer Schätzung wäre der Haushalt der Vereinigten Staaten fast ausgeglichen, wenn niemand mehr den Staat bestehlen würde." (S. 5)
NUN ist das mit einer Schätzung so eine Sache ...
Davon abgesehen:
Sieht so der Ehrlichkeitsmaßstab der WT-Organisation aus?
DAS riesige Haushaltsdefizit der USA ist also nicht auf die horrenden Rüstungsausgaben von weit über 200 Mrd. Dollar jährlich zurückzuführen, sondern ist die Schuld von Dieben!
Wem nützt eine solche Darstellung?

BEISPIEL 3
"Eine ehrliche Person schmuggelt nichts durch den Zoll, hinterzieht keine Steuern und überfällt ihren Nachbarn nicht, daher kann sie auch nicht bei einer solchen Tat ertappt werden." (S. 6)
Präzise!
NUR sind nach dieser Definition die Zeugen Jehovas unehrlich. Oder kann jemand von ihnen erklären, wie die WTG-Literatur in die DDR und unser Geld nach Westberlin oder in die BRD in das dortige Zweigbüro gelangt? Mehr als eine Person wurde bei diesem Schmuggel ertappt und nach den entsprechenden Gesetzen bestraft.

WO SOLL DAS HINFÜHREN?
"Jesus ist vielmehr völlig damit zufrieden, der Gehilfe und Sprecher seines Vaters zu sein." (S. 20)
MEHR ist Jesus nicht? Unterscheidet er sich dann überhaupt noch von den Engeln?
Die Bibel belehrt uns eines Besseren.
"Denn der Vater richtet überhaupt niemand, sondern er hat das gesamte Gericht dem Sohn übergeben, damit alle den Sohn ehren, so, wie sie den Vater ehren. Wer den Sohn nicht ehrt, ehrt den Vater nicht, der ihn gesandt hat." (Joh. 5:22,23; NW)
Ehrt die WTG Jesus, wenn sie behauptet, er wäre nur der Gehilfe und Sprecher Jehovas? (Vergl. auch Apg 4:12; Joh. 3:16; l. Tim 2:5.6; Jes 9:6.)
ACHTUNG - IM FOLGENDEN
WACHTTURM NR. 10/84
BEDEUTSAME VERÄNDERUNGEN DER WTG-LEHRE

STUDIENARTIKEL
"Der vortreffliche Hirte und "diese Hürde'"
"Die neue Hürde für "andere Schafe'"
Worum geht es?
Johannes Kapitel 10 wird vollkommen anders interpretiert.
Es gibt nur drei Schafhürden.
In Stichpunkten:
1. Eine "frühe Schafhürde" unter dem mosaischen Gesetz. (Seite 11)
Bis zu seiner Taufe lebte Jesus - wie die anderen fleischlichen Israeliten auch - innerhalb dieser "Schafhürde".
Johannes war der Torhüter.
2. Die israelitische "Schafhürde" wurde durch eine neue ersetzt, nämlich die des geistigen Israel.
Jesus sammelte Schafe aus der jüdischen "Schafhürde" heraus und brachte sie in eine neue sinnbildliche Schafhürde. (Seite 14)
3. 1935 entstand eine "Schafhürde" für die große Volksmenge. (Seite 18)

Dagegen hieß es früher:
"Obwohl die große Volksmenge' nicht in dem neuen Bund steht, den Jesus Christus für das geistige Israel vermittelt hat, vereint er sie mit dem gesalbten Überrest zu 'einer Herde ' in einer Hürde."
("Der Heilige Geist - die Kraft hinter der künftigen neuen Ordnung", Seite 155)

SIE WERDEN "MIT DEN ZÄHNEN KNIRSCHEN"
Helleres Licht nun wieder für Zeugen Jehovas, für das sie Gott danken sollen. Und "abtrünnige Gegner" würden "mit den Zähnen knirschen" (Seite 11).
Nur werden sich die "Gegner" mit dieser kompliziert anmutenden neuen Lehre letztlich nicht auseinanderzusetzen haben.

WESHALB SOLCHE LEHRVERÄNDERUNGEN?
Der wesentlichste Aspekt beruht auf der Erklärung der WTG, die Überrestglieder und die große Volksmenge befänden sich in je einer Hürde .
Eine deutliche Trennung der Klassen im Gegensatz zu früheren Lehren. (Siehe oben.)
Der Beweggrund, der zu dieser Ansicht führte, wird auf Seite 20 deutlich:
"Wenn der Überrest der geistigen Israeliten zu der von Gott bestimmten Zeit seinen irdischen Lauf vollendet und seine himmlische Belohnung empfängt, wird der neue Bund, der auf dem Blut des Mittlers, des vortrefflichen Hirten, Jesus Christus, beruht, keine Gültigkeit mehr haben; er wird seinem Zweck erfolgreich gedient haben. Die jährlich am Passahtag begangene Feier des Abendmahls wird dann aufhören. Auch 'diese Hürde', die Hürde für die Herde der geistigen Israeliten, wird dann zu bestehen aufhören. Die Gott hingegebenen, getauften 'anderen Schafe' werden auf der Erde bleiben ..."

IM KLARTEXT
Wie die WTG weiß, werden alle noch lebenden Überrestglieder . aufgrund ihres hohen Alters in ein paar Jahren verstorben sein. Diese, angeblich vom heiligen Geist geleiteten Personen, geben durch den "treuen und klugen Knecht" der "großen Volksmenge" die "geistige Speise". Ihr Tod würde auch das Ende der WTG bedeuten!
Das will man aber nicht und die Organisation baut vor.
Indem die Überrestglieder in eine "Hürde" gesteckt werden, koppelt man sie von der großen Volksmenge bewußt ab.

Laut Dienstprogramm I/82 sind alle (auch die große Volksmenge) bestrebt, "sich in ihrem Leben von Gottes heiligem Geist leiten zu lassen." Sie würden sich von den 144 000 nur einmal im Jahr unterscheiden; zum Gedächtnismahl.
Was schadet es da noch, wenn das Gedächtnismahl wegfällt, da die "anderen Schafe" sowieso die Symbole nicht nehmen dürfen? Der heilige Geist wird weiterhin "Speise" austeilen, und die große Volksmenge kann das Werk weiterführen.

Harmagedon braucht sich nicht zu beeilen:
Die 144 000 braucht man nicht mehr.
Die WTG hat vorgesorgt!

NEBENARTIKEL
"Immer auf das Ende gefaßt"
EINGESTÄNDNISSE DURCH DIE HINTERTÜR
Ein Lebens- und Erlebnisbericht des ZJ Herald Toutjian, wie man ihn in ähnlicher Form schon oft gelesen hat.
Oder doch nicht?
Interessant, wie dieser Bruder im WT-Sinne Schlappen der Gesellschaft dokumentiert.
Die Eltern und Großeltern von H. Toutjian "setzten große Erwartungen in das Jahr 1914 ... Während dieses Jahr näher rückte, wurde deutlich, daß menschliche Erwartungen nicht immer mit dem Zeitplan Jehovas übereinstimmten." (Seite 22 und 23)

Menschliche Erwartungen?
Russell hatte doch - vom heiligen Geist geleitet - den Band 2 der 'Schriftstudien geschrieben, darin behauptet wurde, "der Krieg des großen Tages Gottes des Allmächtigen würde 1914 zu Ende gehen." (Seite 97)
"Auch in das Jahr 1925 setzten Jehovas Diener gewisse Erwartungen ...
Es kam aber nicht so." (Seite 23 und 24)
Sehr richtig! Diesmal hatte, man voreilige Weisheiten in dem Buch "Millionen jetzt lebender Menschen werden niemals sterben!" verkündet. Das sei aber nicht so schlimm, beruhigt der WT.

"Auch die Apostel hatten ähnliche unangebrachte Erwartungen gehegt." (Seite 24)
Teils richtig, nur haben sie diese "Erwartungen" nicht verbreitet, sonst wären sie falsche Propheten gewesen!
"Gemäß unserer Erkenntnis sollten im Jahre 1975 6 000 Jahre der Existenz des Menschen ablaufen. Würde dieses Jahr den Beginn der Tausendjahrherrschaft Christi bringen? Wir waren von dieser Möglichkeit fasziniert."
Auch diesen falschen Termin hatte die WTG ihren Anhängern suggeriert. (WT 1. 1.1967)

MIT WEM IST DIE WTG VERBÜNDET?
Und nun kommt der Hammer:
Jehova ließ diesen Blödsinn zu, um uns in der Lauterkeit zu prüfen. (Seite 26)
Nur ist die Frage:
Von welchem Geist bezieht die WTG die falschen Termine? Von Satan??
Aber nein, so schlimm ist das Ganze nicht.
Der "treue Sklave" ist nur "übereifrig", was das Ende des bösen Systems betrift!
(Seite 24)

GLAUBT ER NOCH DARAN?
Herald Toutjians Enkel erwarten nun aber ganz sicher das "Ende".
Warum aber nur die Enkel?
Er selber ist doch erst 72 Jahre alt und gehört somit zur 1914-Generation, die das "Ende" noch erleben soll. Daran glaubt er aber wohl selber nicht mehr?!
-G.R.-

WIE WIRD DIE WTG IHRE ENDZEIT ÜBER 1984/94 WEITER VERSCHIEBEN?
2. Bericht von der CV-Frühjahrstagung 1984
DA die 1914-Generation 1984/94 restlos und endgültig vergangen ist, verliert der 1914-Termin seinen ganzen bisherigen Sinn, seine Bedeutung und Aktualität. Er hat sich zeitlich überlebt. Man muß ihm einen anderen Sinn geben.
OHNE Zweifel wird die WTG eine „neue Generation" Verzweifelter, Auswegloser, Verelendeter, Hoffnungsloser, auch Unwissender und Naiver „jagen und fischen" können. Die von den Hauptländern des Kapitals ausgehenden Krisen überlassen ihr ein großes „Fang- und Jagdgebiet", um in ihrer Sprache zu bleiben. Schon jetzt haben derartige bedingungslose WT-Gefolgsleute der jüngeren Generation die 1914-Veteranen fast völlig aus allen Verantwortungsbereichen verdrängt.

WENN die WTG nicht einen völlig neuen weiteren Termin nach 1975 erfindet - es bieten sich ihr 1996 oder 2000 an - und so ihre Endzeitkurbel weiterdreht, muß sie eine wesentliche Veränderung ihrer ganzen „Weltanschauung" vornehmen. Ist die 1914-Generation, die „nicht mehr sterben" sollte, doch tot .
DER zu erwartende geistige Kollaps mag ein Aderlaß von 50% und mehr bedeuten. Denn es kann nicht verhindert werden, daß dieses „Vergehen", was es nicht geben sollte, zum Bewußtsein kommt. Ein „harter Kern" unbedingter WT-Gefolgsleute wird jedoch bleiben. Wie gesagt, er ist schon da.

UNGEACHTET dessen, daß es dann die bisherige WT-Endzeit nicht mehr gibt, wird die WTG weiter „irdisch" orientieren müssen. Ihre jetzige bunte Paradies-Massenliteratur zeigt diese Richtung an. Sie kann nicht zur einen und einzigen christlichen Hoffnung des Evangeliums nach Eph 4:1-4 zurückkehren. Sie muß- bei ihren „bunten Bildchen" bleiben, bei ihrem „anderen Evangelium". Phil 3:17-20. Entsprechend ihrer Krisenbestimmung, Auffangbecken für alle Arten von Krisenopfern und Aussteigern zu sein, um sie vom „Weltverbessern", von der Veränderung der Verhältnisse, abzuhalten .
(JZ im 20. Jahrhundert. S. 29, 1978)

ES .ist durchaus denkbar, daß die WTG nach 1984/94 auf ihr „geistiges Paradies" als endgültig umschaltet und das versprochene „irdische" nur noch als bunten Köder benutzt. Schon jetzt gibt es Vergleiche der Zahl der WT-Zeugen mit der Einwohnerzahl anderer Staaten und Nationen, die viel kleiner seien als die von der WTG geführte „theokratische Nation". Der Gedanke des schon gekommenen „geistigen Paradieses" wird seit Jahren strapaziert und ist allen vertraut. Das kann eine neue Grundlage werden. Man darf nie vergessen, daß die WTG alle ihre Gefolgsleute zu einem völlig unkritischen Verhalten ihr gegenüber bringt. Solche Thesen aus dem Munde von WTG-Verantwortlichen, die Zeugen seien doch schon ein Volk, die „Nation Jehovas" sei schon größer als andere Nationen, hören sich an wie „Staat im Staate" zu sein, wie Gegengesellschaft oder Alternativgesellschaft innerhalb einer Gemeinschaft oder Nation. Was legt die WTG da hinein?

BIS zum Jahr 2000 sind bloß noch 16 Jahre. Die WTG wird sich diese Jahrtausendwende mit Sicherheit nicht entgehen lassen in ihrer Endzeitweiterschiebung.
DIE WTG hat schon manches ihrer „göttlichen Lichter" wieder ausgelöscht, die von weittragender Bedeutung waren, wie: Was ist Religion, wer sind die Obrigkeiten.
Dutzende von „Vorbildern" wurden umgemünzt. Wer das nicht schluckte, wurde gnadenlos als „Rebell gegen Gott" verleumdet und verstoßen. Jetzt aber muß das ganze bisherige „Weltende" grundsätzlich verändert werden.

WENN bisher das „geistige Paradies" immer als Vorgeschmack des angeblich kommenden „irdischen" gepredigt wird, wie es die „bunten Bildchen" ausmalen, so bleibt nun folgerichtig nur eins: Die Sache umzudrehen und das „geistige" als die „endgültige Erfüllung" sachte einzuschieben, alle mit den „bunten Bildchen" ständig angelockt.
Das 1914-Debakel und die evangeliumsfremde „irdische Ausrichtung" (Phil 3:17-20) lassen kaum etwas anderes zu.
-CVN-

DIE PFLICHT ZU DOPPELTER VERANTWORTUNG
Vor der Welt als ein Schauspiel (II)
ÜBERPRÜFEN wir doch einmal gründlich unsere persönlichen Erfahrungen in den Zusammenkünften, unser Eindrücke und Erlebnisse in den Reihen der Zeugen Jehovas.
Vergleichen wir das dann mit dem Bericht der Brüder aus Polen, an den ihr euch sicher aus der letzten CV-Ausgabe noch erinnert. Wir stellen fest, daß es große Unterschiede zu hier gar nicht gibt. Können wir daraus die Schlußfolgerung ziehen, daß es wohl in der weltweit bestehenden Organisation mit der Moral und den sittlichen Maßstäben nicht zum besten bestellt ist?

Ja, einen solchen Schluß kann man ziehen. Und mit Recht muß nun jeder Zeuge Jehovas beschämt den Kopf senken, wenn man ihn fragt, warum auch er so oft von der moralischen Überlegenheit gesprochen hat, wider besseren Wissens und Gewissens. Aber bei dieser Frage dürfen wir nicht stehenbleiben!

Schuldige und Betroffene
WIR wollen es hier ruhig einmal feststellen, daß es sehr viele Zeugen Jehovas gibt, die sich sittlich und moralisch nichts vorzuwerfen haben . Doch berechtigt sie das niemals dazu, sich sozusagen im Namen der Organisation hinzustellen und von der Reinheit und Geradheit des „treuen und verständigen Sklaven" zu sprechen, denn so durchgängig ist diese eben nicht, wie wir gerade festgestellt haben. Diejenigen, die am meisten betroffen sind von jener elitären Selbstdarstellung, das sind die, die neu zu Jehovas Zeugen kommen und den Eindruck erhalten, in eine moralisch völlig intakte Gemeinschaft zu kommen.

Die Unvollkommenheit des Menschen zeigt sich jedoch eben nicht nur in seiner Einstellung zum Glauben, sondern ausgeprägt auch darin, daß er auch moralisch nicht vollkommen ist, leider. Schuld trägt an diesem Mißverhältnis zwischen gepredigter Theorie und tatsächlich vorhandener Praxis vor allem die leitende Körperschaft, die durch ihre Anleitung zum Predigtdienst geradezu das Darstellen dieses Mißverhältnisses verlangt, die also die Lüge verlangt, die verlangt, daß derjenige, den man gewinnen will, betrogen wird - also wird er betrogen.

Und hier nun geht es ganz entschieden um die Verantwortung.
Verantwortung gegenüber Jehova
VOR allem Jehova gegenüber, und das wird in jeder Hinsicht oft betont, besteht die Verantwortung jedes einzelnen Mitgliedes und der gesamten Organisation. Jehova verlangte nirgends, daß sittliche Mißstände verschleiert werden, sondern verlangte offene Aussprache und Klärung dazu.

Nirgends in der Bibel wird verlangt, daß diejenigen die Zeugen Jehovas und Jesu Christus sind, ihre moralische Unvollkommenheit verleugnen und sich selbst als makellos darstellen. Wenn die WTG verlangt, daß die Zeugen Jehovas sich als ein Schauspiel präsentieren, dann muß sie auch Jehovas Vorwurf ertragen, selbstisch und lügnerisch zu sein, dann muß sie eines Tages Rechenschaft über diese gezielte Aufforderung zur Lüge ablegen und sich dafür verantworten mit allen Konsequenzen.

Die zweite Seite
GENAUSOGROSS ist aber die Verantwortung der WTG gegenüber jedem ihrer Mitglieder, denn diese werden ja von Anfang an dazu erzogen, auf Treu und Glauben alles hinzunehmen, was man ihnen auftischt. Wer von diesen Mitgliedern rechnet denn auch, besonders am Anfang, da noch alles neu ist, betrogen zu werden. Diese Erkenntnis folgt erst viel später, oft zu spät. Die Verantwortung für diesen Betrug lehnt man aber in Brooklyn ab. Statt ehrlich zu sein und zu sagen, bei uns gibt es ebenso moralische und juristische Verfehlungen wie anderswo, stellt man sich als etwas Besseres dar und überläßt der Zeit und dem Dienststreß, ob sich ein Zeuge Jehovas mit dieser Lüge abfindet oder nicht, die meisten finden sich ab oder verhalten sich so, als ob es sie nichts anginge.

Dieses Schauspiel um moralische Scheinvollkommenheit ist ein trauriges Schauspiel, und bei genauerem Hinsehen erkennt man auch, daß diejenigen, die spielen, schlechte Schauspieler sind. Abgesehen davon, ist es auf die Dauer immer unmöglich gewesen, eine nun einmal vorhandene Wahrheit totzuschweigen. Sie wird sich bemerkbar machen, so, wie in den Erkenntnissen der polnischen Brüder.

WIR wollen ein Parallelbeispiel zu der polnischen Stadt Swidnica bringen.
IN einer mittelgroßen Stadt des Bezirkes Erfurt erfuhren und erlebten Brüder und Schwestern bei einer Mitgliederzahl von ca. 100 in drei Jahren:
3 Scheidungen,
4 Gemeinschaftsentzüge wegen Untreue mit Andersdenkenden,
3 Fälle von Alkoholismus,
2 Fälle von Gewalttätigkeit von Eltern an ihren Kindern, die nicht bereit waren, sich dem Reglement der Zeugen Jehovas bedingungslos zu beugen.
Dazu gehören zwei Fälle, bei denen Brüder sich unbeliebt machten durch Mißbrauch ihrer Dienststellung und durch unbiblische Abwertung der in der Gemeinschaft lebenden Schwestern, da sie es ablehnten, Frauen gegenüber irgendwelche Achtung zu zeigen. Auch da ließe sich prozentual etwas berechnen. Wir wollen darauf verzichten und nur Denkanstöße geben.
WIR hoffen, daß jeder seine Erfahrungen durchdenkt und wir würden uns freuen, in diesen Dingen eure Meinung zu hören.
-CVR-

DER SCHWERWIEGENDE KRIMINALFALL IN ZSCHORLAU
Aus dem „geistigen Paradies" unterm Wachtturm
CVN Schneeberg/Aue. Wie bereits mitgeteilt wurde, gibt es in Zschorlau bei Aue unter den WT-ZJ einen schwerwiegenden Kriminalfall. Wir können darüber nun eingehender berichten.
SCHON im allgemein menschlichen und gesellschaftlichen Interesse der Wahrung von Recht und Gesetz und Erhaltung von Moral und Ethik kann Kriminalität nicht ignoriert werden.
Die etwa wöchentlichen Berichte „Mit der Gesellschaft in Konflikt" in der Tageszeitung „Neue Zeit" z.B. veranschaulichen das. Geschweige denn gar die Forderungen des Evangeliums!
Man lese die dort warnend, belehrend und auch strafend aufgezeichneten Berichte, sogar namentlich kenntlich gemacht. (Apostelgeschichte 5:1-11 Me.)

WAS sich in Zschorlau zugetragen hat, konnte natürlich nicht verborgen bleiben und zog automatisch seine Kreise. Dafür sorgte schon die „Geschäftstüchtigkeit" des Bruders selbst.
Der Krug geht immer nur so lange zum Brunnen, bis er bricht, und wer „unrechtmäßigen Gewinn erwirbt, verstört sein Haus." (Sprüche 15:27 Me.)
Was ist nun geschehen!
BRUDER V. aus Zschorlau wurde voriges Jahr verhaftet und schließlich verurteilt.
Er ist verheiratet und hat 2 Kinder, die schon groß sind. Seit mehreren Jahren war er darauf verfallen, als WT-ZJ von zwei minderjährigen Mädchen und mehrerer Frauen pornografische Aufnahmen zu machen.
Er zahlte dafür „Honorare" in Höhe von mehreren hundert Mark, fertigte davon Serien an, um sie käuflich zu vertreiben, und so zugleich auch seinen Profit zu machen. Es konnte nur eine Frage der Zeit sein, bis die Polizei seinem kriminellen Treiben auf die Spur kommt, nehmen diese Aufnahmen doch dann zu „unüberschaubare" Wege. So kam es, wie es nach Recht und Gesetz kommen mußte, „Denn die obrigkeitlichen Personen sind nicht für die rechtschaffenen Taten ein Schrecken, sondern nur für böse.

Willst du also keine Obrigkeit zu fürchten brauchen, so tue Gutes, dann wirst du Lob von ihr ernten, denn sie ist Gottes Dienerin zu deinem Besten. Tust du aber Böses, so fürchte dich, denn sie trägt das Schwert nicht umsonst, sie ist ja Gottes Dienerin, eine Vergelterin zur Vollziehung des Strafgerichts an dem Übeltäter."

Zum Wachtturm-Hintergrund
WIE konnte es zu dem kriminellen Abgleiten dieses Bruders kommen? Befand er sich nicht unterm Wachtturm in einem „geistigen Paradies"? Dieser Fall zeigt, daß dieses WT-Gerede nichts als Betrug und Selbstbetrug ist. Auch unterm Wachtturm gibt es Sünden, Vergehen und Verbrechen aller Art. Aber auf diese „Reinheit" kommen wir noch zu sprechen.
BRUDER V. ist verheiratet. Das ist etwas Gewaltiges. „Denn stark wie der Tod ist die Liebe und ihre Leidenschaft unbezwinglich wie das Totenreich. Ihre Gluten sind Feuergluten, eine Flamme Gottes.
Die mächtigsten Fluten vermögen die Liebe nicht zu löschen, und Ströme sie nicht zu ertränken. Böt' einer auch alles Gut seines Hauses für die Liebe: man würde sein nur spotten." (Hohelied 8:6,7 Me.)
Darum mahnte der Apostel, sich gegenseitig nicht „den Leib zu entziehen", damit keiner „in Versuchung" gerate. (1. Korinther 7:4,5 Me.)
DER Bruder geriet in schlimme „Versuchung". Offensichtlich war da einiges in der „gegenseitigen Verfügung übereinander" gestört oder zerstört. Der Apostel warnt in solchem Fall vor der Gefahr satanischer Abwege. Das ist dann hier wohl auch einer mitten im „geistigen Paradies", ein Begriff, eine Wachtturmerfindung, weder von Jesus noch den Aposteln gepredigt.
WAS der Wachtturm unter seinem Anspruch, ein „Engel des Lichts" zu sein, jüngst an ehelichen Beziehungen gestört und zerstört hat, blutet noch aus allen Wunden.

Bekanntlich hatte der WT seit 1975 (WT vom 15.2.75) als „Licht von Gott" alle Arten von Geschlechtsverkehr außer den „Standards" zwischen Eheleuten „einschließlich oralen und analen" Verkehrs als pervers, unzüchtig und „porneia" erklärt und Ehefrauen ermächtigt, sich unter Vorspiegelung anderer Gründe vor Gericht dieser „porneia" wegen scheiden zu lassen.
DER Skandal wurde perfekt, als der WT (15.2.78) dieses „göttliche Licht" auslöschen mußte „aufgrund des Fehlens deutlicher biblischer Anweisungen".
Inzwischen aber waren ungezählte ZJ-Ehen gestört, zerstört, geschieden und durch WT-Gemeinschaftsentzug in die Katastrophe gestürzt. Der WT 12/83 mußte das weiter „berichtigen". (Siehe CV Januar 1984.)
Es wurden Brüder und Schwestern zu „Huren" und „Hurern" gestempelt, die in Wirklichkeit einander treueste Ehegatten waren.
Was da psychisch gestört und zerstört wurde, läßt sich überhaupt nicht ermessen, bis heute, in vielen Ehen unterm Wachtturm. Dann muß auf irgendeine Weise eintreten, wovor der Apostel warnte.
Der geistige Urheber, die WTG, ändert dann einfach ihr „Licht", schließt ihre Opfer aus und geht zur Tagesordnung über.

Eine Heuchelei der ganzen WT-Organisation
JA, auch unterm Wachtturm gibt es die Sünden, Vergehen und Verbrechen, der ganzen Welt. Von Ohrenbläserei bis zu Mord und Selbstmord. Dennoch stellt sich diese Organisation immer wieder als der größte „Saubermann" der Welt hin, eine eigene „Reinheit" preisend und anpreisend, „über alles in der Welt". In Wahrheit ist das der Gipfel der Täuschung und Heuchelei vor Gott und aller Welt. Was macht die WTG denn!

Fällt da in ihren Reihen einer an. der ihre Fassade stört, kriegt er ein Ausschlußverfahren und wird „in die Welt" und zur „Harmagedon„-Vernichtung abgeschoben. So steht sie immer wieder oder immer „rein" da. Das ist genau das heuchlerische Gebaren der damaligen Pharisäer, die sich an die Brust schlugen und „Gott dankten", daß sie nicht so sind wie die anderen Menschen. Auf diese Weise kann man schon mit Fingern auf „die Welt" zeigen.
DIE WT-Ausschlüsse mit ihrer tödlichen Konsequenz sind in der Tat ein Gipfel mittelalterlich-intoleranten und gnadenlos-unbarmherzig barbarischen Geistes. Man lese nach, wie Jesus seine Jünger über Sünder denken lehrte. (Johannes 8:1-11)

UNTER einem realen WT-gemäßen Regiment gäbe es weder Glaubens- noch Gewissensfreiheit noch irgendein vernünftiges Maß an Humanismus und Menschlichkeit. Ja, die vom WT verteufelte „Welt"', die Gesellschaft. hat den WT-ZJ-Sünder Bruder V, angenommen und aufgenommen! Nicht zur Vernichtung. Allerdings war eine angemessene zeitliche Strafe nach Recht und Gesetz unumgänglich. Das Ziel ist, ihn zu erziehen und zu resozialisieren, damit er wieder ein ordentlicher Mensch wird und bleibt.
Gott sei Dank, daß die WTG vom realen Regiment ferngehalten ist und bleibt und ein freiheitlich demokratischer Rechtsstaat das Land regiert, der wie der Samariter im Gleichnis Jesu keine Glaubensbedingungen stellt. Besonders angesichts der endlosen WT-Endzeitverschiebungen seit über 100 Jahren schon, nun bis ins nächste Jahrtausend, wie die WTG-Neubauten dokumentieren, sollten alle durch den Fall des Bruder V. Betroffenen darüber nachdenken.

Freimachen von der „theokratischen" WT-Kriegslist
CHRISTEN leben nicht unter dem alttestamentlichen israelischen bzw. jüdischen Staat und Gesetz. Man lese nur den Galaterbrief.
Es ist darum ein politischer WT-Mißbrauch der Bibel, den ZJ alle Arten von Lügen, Täuschen, Verschleiern, Verdecken und Irreführen etwa nach dem „Vorbild" der alttestamentlichen Spionagehelferin und Hure Rahab beizubringen, wie das unverhohlen seit den Jahren des antikommunistischen kalten Krieges geschieht (WT 15.4.56. S, 240 f). CV Nr. 6, November 1966.
Christen müssen solche Kriegslist von sich weisen.
(2. Korinther 4:2, NW)

AUCH im Fall des Bruders V. in Zschorlau tritt diese WT-Organisationslist zutage, indem vor anderen daraus ein Fall von „Verfolgung um des Glaubens willen" gemacht wird.
Eine üble Diffamierung und Verleumdung der „Obrigkeit von Gott" . und Verletzung christlicher Moral. (Titus 3:1,2)
ZUGLEICH macht das deutlich, wie die WT-Hörigkeit nach wie vor das eigene Gewissen ausschaltet und zu Heuchelei und doppelter Moral anleitet.
Es glaube doch niemand, daß das von außen nicht erkannt wird. Wer dem WT konsequent folgt, gerät unvermeidlich in die entsprechenden persönlichen und gesellschaftlichen bzw. politischen Konflikte, die mit dem christlichen Glauben gemäß dem Evangelium nichts mehr zu tun haben.

BRUDER V. wird außerfrage seine Schlußfolgerungen über seine Ehe und seine Verfehlungen unterm Wachtturm ziehen. Alle anderen Betroffenen können nur eiligst aufbrechen, um nicht länger selbst und andere mit dem „geistigen Paradies" der WTG einzulullen und zu täuschen, woraus sie früher oder später mit Sicherheit bitter erwachen werden.
Spätestens auf dem Sterbebett, wenn sie begreifen müssen, wie auch sie entgegen aller WT-Versprechungen „vergehen" müssen, weil die WTG das Evangelium und die Wort Jesu Christi nur mißbraucht. -
-P-

WARUM LÄSST GOTT DAS BÖSE ZU,?
11. Kapitel „Du kannst für immer im Paradies auf Erden leben'
GANZ einfach deshalb, weil sich das Böse erst frei entfalten können muß, ehe es als solches erkannt wird. Hätte Gott sogleich nach dem Sündenfall an Adam und Eva sein Todesurteil vollstreckt, so wäre einerseits die Fähigkeit zum Glauben und Gehorsam für immer verborgen, andererseits aber der Widerstand gegen Gott Sieger geblieben. Es war aber Gottes Wille, daß beides nebeneinander reifen konnte.
Nur so wird das Gute zur vollen Blüte, das Böse aber zur Beseitigung gelangen können.

JESUS selbst verdeutlichte uns dieses Prinzip Gottes an einem Gleichnis:
„Laßt beides (Weizen und Unkraut) miteinander wachsen bis zur Ernte; und um die Erntezeit will ich zu den Schnittern sagen: Sammelt zuerst das Unkraut und bindet es in Bündel, damit man es verbrennt; aber den Weizen sammelt nur in meine Scheune. Der gute Same sind die Kinder des Reichs. Das Unkraut sind die Kinder des Bösen, die zum Abfall verführen und die selbst Unrecht tun." (Matthäus 13:30,38 und 41)

MEHR NOCH. Es ist der unumstößliche Wille Gottes von Grundlegung der Welt an, also bevor Adam geformt wurde, daß, wenn möglich, alle Nachkommen Adams Gottes Kinder in Jesus Christus werden sollten. Das heißt nichts anderes, als daß alle adamischen Menschen dazu bestimmt waren, in Zukunft in der Gleichheit Jesu Christi für immer zu existieren.
(Epheser 1:4,5; Römer 8:28-30)

NUN hat das Böse zwar Gottes Plan behindert, ihn aber auf keinen Fall verhindert.
Denn um der Kinder des Reichs willen durfte sich das Böse bis zur Stunde profilieren, aber doch nur, um am Ende doch ins Feuer geworfen zu werden. Nur durch die Geduld Gottes, auch mit dem Bösen, ist sein Vorhaben uns Menschen erhalten geblieben.
-MSH-

USA-POP-STAR EIN ZEUGE JEHOVAS!
WIE wir jetzt aus Kalifornien, USA, erfuhren, ist der dortige Afro-Amerikaner Michael Jackson, 24 Jahre alt, und ein bekannter Pop-Sänger, ein Zeuge Jehovas.
Was soll man dazu sagen?
NATÜRLICH ist das im Widerspruch zu all der sonst gepredigten WT-Moral, sich dem „weltlichen Vergnügen" hinzugeben. Denn das ist ja nicht mehr mit „sein Brot verdienen" zu bemänteln, sondern in entscheidendem Maße das eigene Vergnügen, sonst ginge das wohl kaum. Oder spielt das große Geld als „Spende" für die WTG eine Rolle, das dabei „eingespielt" wird? Andererseits wird er nicht gerade sozialkritische, rebellische oder gar revolutionäre Lieder unter die Jugend bringen. Auch das ist ein Gesichtspunkt. Kommt es doch darauf an, besonders die Jugend angesichts der bedrückenden Krisen von Protest und Aufbegehren abzuhalten. Was kann sonst noch eine Rolle spielen? -

LESERZUSCHRIFTEN
Liebe Brüder von CV!
Nach langen und reiflichen Überlegungen habe ich mich durchgerungen. Euch einen Brief zu schreiben, mit der Bitte, ihn in CV zu veröffentlichen.
Vor wenigen Tagen ereignete sich in unserer Gemeinde Bermbach im Kreis Schmalkalden ein unglaubliches Ereignis.
Der Älteste E. B. wollte seine Eier in der Verkaufsstelle verkaufen. Dabei stellte sich heraus, daß er mehr als die Hälfte aller Eier vordem in einer anderen Verkaufsstelle für den normalen Preis erworben hatte und sie nun für einen höheren Aufkaufpreis weiter veräußern wollte.

Durch den Verkaufsstellenleiter wurde festgestellt, daß dies nicht der erste Fall ist, in dem der Älteste B. in betrügerischer Absicht sich bereichern wollte. Was mich persönlich stark berührt ist, daß jetzt viele weltlichen Leute auf uns anderen Jehovas Zeugen der Gemeinde mit dem Finger zeigen und sagen, schaut euch die „heiligen Betrüger" an.
Andererseits vergeht keine Versammlung, in der der Älteste B. mahnende Worte an uns richtet, wir sollen keinen materiellen Dingen nachjagen und anhäufen.
Ich habe die Hoffnung, daß durch die Veröffentlichung in CV die ehrlichen Zeugen Jehovas in unserer Gemeinde und den Nachbarorten wieder ihren guten Leumund herstellen können.
In brüderlicher Verbundenheit
Bruder V.

CV-Anmerkung
Nicht nur Geld, sondern auch zusätzliche Futtermittel hat sich der Älteste B. auf diese Weise ergaunert.
Wir veröffentlichen diesen Brief als weiteren Beweis dafür, daß die Gemeinschaft unterm Wachtturm kein „geistiges Paradies" ist. Natürlich stellen wir gern den guten Leumund, unschuldig durch die WT-Organisation in Verruf gebrachter CHRISTEN, wieder her. Nur meinen wir, daß die WT-Organisation nicht zu retten ist. Ihre diktatorischen Grundsätze der Verhinderung von Kritik und demokratischer Kontrolle begünstigen förmlich ein Verbleiben krimineller Ältester in Amt und Würden.
Hierüber sollte man nachdenken.

„Christliche Verantwortung": Herausgeber Henry Werner; DDR 6500 Gera, Otto-Dix-Str. 6
Preis: 0,20 M; Jahresabonnement: 2.- M; Versand auch kostenlos
Konto-Nr.; 4564-30-1952; Genossenschaftskasse für Handel und Gewerbe, Gera
A 746/84 V 7 1 2203 N 2

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