Ein weiteres - etwas
skurriles - Beispiel auch noch in dieser CV-Ausgabe.
Die DDR-Mangelwirtschaft
zeitigte merkwürdige Blüten. Eine davon, dass Hühnerbesitzer
ihre Eier - zeitweise - zu höheren, als dem Verkaufspreis, an örtliche
Handelsgeschäfte verkaufen konnten. Das solch eine Preispolitik geradezu
den Mißbrauch herausforderte (und keinswegs Zeugen Jehovas-spezifisch)
liegt auf der Hand.
Prompt wird als vorgeblicher
Leserbrief ein Ältester der Zeugen Jehovas bezichtigt, vorher billige
Eier aufgekauft, mit denen seiner Hühner vermengt, und zum höheren
Abgabepreis, wieder verkauft zu haben. Wer denn glaubt, so schlau waren
„blos" die Zeugen, der kann einem eigentlich leid tun. Oder aber, er hat
nie von der DDR-Wirklichkeit eine blase Ahnung gehabt.
Das I-Tüpfelchen
setzt die CV dann aber noch durch ihre eigene redaktionelle Meinungsäußerung:
derzufolge diese Älteste „nicht nur Geld, sondern zusätzliche
Futtermittel (für die Hühner) sich auf diese Weise ergaunert
habe."
CV CHRISTLICHE VERANTWORTUNG
MONATSSCHRIFT DER STUDIENGRUPPE CHRISTLICHE VERANTWORTUNG
BEGRÜNDET 1959 VON WILLY MÜLLER, GD, GERA/THÜR,
DDR
NR. 183 GERA OKTOBER 1984
EDLER GESINNT SEIN UND PRÜFEN
Wir prüfen die WT Nr. 8/10/84
BERICHT AUS DER BRD
Jehovas-Zeugen-Kinder in der Schule
DER SCHWERWIEGENDE KRIMINALFALL IN ZSCHORLAU
Aus dem „geistigen Paradies" unterm Wachtturm
WIE WIRD DIE WTG IHRE ENDZEIT ÜBER 1984/94 WEITER
VERSCHIEBEN?
SIND DIE ZEUGEN JEHOVAS WAHRE NACHFOLGER JESU?
Christen antworten darauf
LEIDER bilden sich Jehovas Zeugen solches ein, und sind
deshalb auch so überheblich gegenüber anderen Nachfolgern Jesu,
die sich in anderen christlichen Gemeinschaften zusammengefunden haben.
JEHOVAS ZEUGEN brauchen sich wahrhaftig nicht so viel
auf ihren Alleinvertretungsanspruch einzubilden. Seit der Gründung
ihrer Organisation haben gerade sie mit ihren ständig falschen Voraussagen
Christus und den Gott des Himmels in ein sehr schlechtes Licht gestellt.
Ebenso sieht es auch mit ihrem Wandel in ihren eigenen 4 Wänden aus.
Sie brauchen sich wirklich nicht zu rühmen. Am Gerichtstag wird Christus
nicht fragen: „Warst du ein Zeuge Jehovas?" Nein, das zählt dann nicht,
es zählt dann nur, in welchem Verhältnis man zu anderen Christen
und zu Christus selbst stand. Man fragt auch nicht danach, wie fest man
mit der Organisation der Zeugen Jehovas verbunden war, sondern nach dem,
was man zur Ehre Gottes und Christus tat. Deshalb, weil auch andere Christengemeinden
aus dem Herzen aufrichtig Gott und Christus dienen und verherrlichen, sollten
Jehovas Zeugen mit ihrem voreiligen Verdammen anderer Christen vorsichtig
sein.
Die Jünger Jesu waren auch oftmals voreilig
JOHANNES, ein Jünger Jesu, hatte es auch einmal
sehr voreilig. Er sagte zu Jesus: „Wir haben da einen Mann gesehen, der
hat deinen Namen dazu benutzt, böse Geister auszutreiben. Wir haben
es ihm verboten, denn er gehört ja nicht zu uns. Laßt ihn doch'",
sagte Jesus, „denn wer meinen Namen gebraucht, um Wunder zu tun, kann nicht
im nächsten Augenblick schlecht von mir reden. Wer nicht gegen uns
ist, der ist für uns! Ich sage euch, wer euch einen Schluck Wasser
zu trinken gibt, weil ihr meine Jünger seid, der wird dafür belohnt
werden." (Markus 9:38-41)
Warum sind Jehovas Zeugen strenger als der Herr selbst?
DIESE Bibelstelle sollten sich Jehovas Zeugen gleich
vorn auf den Innendeckel ihrer Bibel schreiben, um endlich zur Besinnung
zu kommen. Wenn die leitende Körperschaft der Zeugen Jehovas wirklich
Gottes Geistgesalbte sein würde, wäre sie schon längst dahinter
gekommen, daß sie mit ihrer fortwährenden falschen Bibelauslegung
Gott und Christus zutiefst beleidigt.
Aber ihre große Überheblichkeit macht sie so
blind, daß sie gar nicht mehr anders kann, als fortgesetzt falsche
Voraussagen zu machen. Vor solchen Anführern warnte nicht nur Jesus,
sondern auch seine Nachfolger. (Matth. 24:24 und l. Tim. 4:1-3)
Möchtest du falschen Propheten nachfolgen?
DIESE FRAGE sollten Jehovas Zeugen ernsthaft durchdenken.
Mögen sie nüchtern und sachlich ihre leitende Körperschaft
einmal an Hand von allen Voraussagen, die bereits seit über 100 Jahre
gemacht wurden, einschätzen und dann urteilen. Sie müssen einfach
zu der Einsicht gelangen:
„UNTER UNS TREIBEN FALSCHE PROPHETEN IHR SPIEL!"
VERRAT AM CHRISTENTUM
ZU allen Zeiten ging es den Menschen am übelsten,
wenn sich eine auserwählte Klasse besonders brutal über die nach
ihrer Sicht Minderwertigen erhob. Auch die Bibel enthält viele Berichte
dieser Art. So die Kainsgeschichte, dann die "Männer von Gewalt" in
Mose 6, das Geschehen in Sodom, die Versklavung der Juden in Ägypten,
die Ausrottung der Völker im verheißenen Land durch Israel und
schließlich die Verfolgungen der ersten Christen durch die Machthaber
in Jerusalem. Nach biblischer Zeit gibt es Beispiele für Auswüchse
der Klassengesellschaft in Fülle: Die blutige Herrschaft der Cäsaren,
die Verbrechen der römischen Kirche des Mittelalters an Andersgläubigen
und Ketzern und all die vielen Raubkriege.
FÜR den üblen menschlichen Charakterzug des
Sicherhebens über andere gibt es heut eine treffende Bezeichnung:
FASCHISMUS. (Die römischen Liktoren trugen als Zeichen ihrer Macht,
über andere den Stab zu brechen, ein Bündel Stäbe, die Fasces.)
Im Gegensatz dazu gab es aber auch zu allen Zeiten Bemühungen,
die Klassenunterschiede abzubauen und durch ein soziales Zusammenwirken
zu ersetzen. Die Skala reicht von weltfremden Träumen bis zu handfesten
Erhebungen. Auch die Lehre des Jesus von Nazareth gehört hierher.
Sie enthält viele soziale Züge: Auflösung der Privilegien
der Juden, Ablehnung der Anhäufung von Reichtum, die Grundlehre von
der Nächstenliebe, der Gleichheit aller, der Friedfertigkeit und Demut.
So zum Beispiel Phil. 2:3 -
"Einer achte den anderen höher als sich selbst"
oder Matth. 23:8 -
"Lasst euch nicht Rabbi nennen."
Und das gilt nicht nur für "die anderen".
AUS den Erfahrungen von Jahrtausenden sollten die Menschen um die Gefährlichkeit und Häßlichkeit faschistischer Tendenzen in Politik, Wirtschaft, Philosophie und Religion wissen. Die katholische Kirche z.B. hat aus ihrer Vergangenheit gelernt. Man kann den einzelnen wie, auch Organisationen recht gut an ihren Taten erkennen, ob sie faschistischen oder aber sozialen Charakter haben. Die Wachtturm-Gesellschaft jedenfalls zeigt nicht die sozialen Eigenschaften des Christentums. Jeder, der einmal mit ihr verbunden war, weiß um ihren Haß gegen jeden Andersgläubigen (besonders Christen), jede nicht theokratische Regierung (besonders sozialistische), gegen jeden nicht völlig Linientreuen in den eigenen Reihen. Der WTG fehlt nur die politische Macht, und sie würde ein weltweites Blutbad unter den "Anhängern der falschen Religionen", an Kommunisten und "Verrätern" anrichten. Sie würden kämpfen, "wenn Gott ihnen dies zu tun gebietet." (WT vom 15.3.51, S. 86, Abs. 12.)
Welcher Gegensatz zu Jud. 8 und Matth. 5:46,47!
Ich schäme mich, so viele Jahre die Verteufelung
Andersdenkender unterstützt zu haben und bin froh, aus dem "geistigen
Paradies" des Auserwähltendünkels befreit zu sein.
E. K...
JEHOVAS-ZEUGEN-KINDER IN DER SCHULE
Bericht aus der BRD. - Aus dem MD 11/83 der EZW
Anläßlich der letzten Kongresse der Zeugen
Jehovas wurde wieder einmal eine neue Aktion gestartet:
Jehovas Zeugen, die schulpflichtige Kinder haben, sollten
ein 30-Seiten-Heft "Jehovas Zeugen und die Schule" erwerben und dann bei
den Lehrern vorsprechen, um diese über den Glauben und das Verhalten
ihrer Kinder aufzuklären und ihnen das Heft zu überreichen. Der
Zweck der Aktion ist auf der ersten Seite des Heftes so formuliert:
"Wir möchten Schulleitung und Lehrer mit denjenigen
Glaubensansichten der Zeugen Jehovas vertraut machen, die einen Einfluß
auf ihre Teilnahme an schulischen Aktivitäten haben."
Dabei soll es darum gehen, "die Zusammenarbeit zwischen
Jehovas Zeugen und der Lehrerschaft sowie das gegenseitige Verständnis
füreinander zu fördern."
Ähnlich, aber wie bei der Aktion mit der "Blut-Broschüre"
vor sechs Jahren, bei der die Ärzte über die Verweigerung von
Bluttransfusionen seitens der Zeugen Jehovas aufgeklärt werden sollten,
verfolgt auch diese Aktion ganz offensichtlich noch einen weiteren Zweck:
Jehovas Zeugen sollen, indem sie aufgefordert werden,
das Verhalten ihrer Kinder den Lehrern vorzustellen und zu erläutern,
auf diese Verhaltensform selbst festgelegt werden.
Für den Außenstehenden ist es gewiß
sehr interessant, auf diese Weise genau zu erfahren, was von einem Zeugen
Jehovas erwartet wird und was in den übrigen Schriften der "Wachtturm-Gesellschaft"
meist nur vage angedeutet ist. Versetzt er sich aber in die Lage der Betroffenen,
nämlich der Kinder von Zeugen Jehovas, dann mag sich sein Interesse
in Erschrecken verwandeln. Denn diese jungen Menschen werden dazu erzogen,
die Schule - die für Jehovas Zeugen ein Teil "dieses vergehenden Systems
der Dinge" ist - lediglich zum Lernen zu benützen ("wir schätzen
überall auf der Erde eine gute Schulbildung", heißt es auf S.
4); im übrigen aber sollen sie sich von ihr, d.h. von dem schulischen
Leben als einem sozialen Ganzen, von der Klassengemeinschaft und von der
die Schule tragenden Gesellschaft möglichst distanzieren. Sich von
der Welt zu trennen, die in der : Macht des Bösen ist und
eine verderbliche Moral hat, ist der Grundsatz der Zeugen Jehovas, der
das ganze Heft durchzieht. Keine Bibelstelle wird in ihm so häufig
zitiert wie Joh. 17,16 (und Joh. 15.19):
"Sie sind kein Teil der Welt, so wie ich kein Teil der
Welt bin."
Im einzelnen geht es nicht nur darum, daß Jehovas
Zeugen der staatlichen Ordnung, die sie respektieren, keine Ehrerbietung
erweisen, was für sie gleichbedeutend mit Anbetung wäre:
Sie sollen also keine Flagge grüßen, bei der
Nationalhymne nicht mitsingen und auch nicht aufstehen, an patriotischen
Zeremonien (etwa beim Nationalfeiertag) nicht teilnehmen u.a. Ebensowenig
sollen sie das Schulgebet mitsprechen, selbst wenn es sich nur um das Vaterunser
handelt; denn die gesamte religiöse Betätigung hat ausschließlich
in den eigenen Reihen zu geschehen .
Gravierender ist es schon, wenn sich Kinder von Zeugen
Jehovas nicht als Klassensprecher aufstellen lassen dürfen, nicht
in der Schülermitverwaltung tätig sein und sich bei entsprechenden
Wahlen nicht beteiligen dürfen. Für sie gilt es, "neutral zu
bleiben" und "sich nicht in die Schulpolitik" einzumischen" (S. 16).
Des weiteren sind sie ausdrücklich gehalten, sich
von einem eventuellen Wehrkundeunterricht in der Schule abzumelden und
sich an keiner Ausbildung zu beteiligen, die sie dazu ausrüstet, "mit
anderen zu kämpfen" (also Kampfsport wie Ringen und Boxen, Judo, Karate
etc.).
Aber die schroffe Trennung von der schulischen und jugendlichen
Umwelt geht noch sehr viel weiter. Zeugen-Jehovas-Schüler dürfen
sich "an den meisten Festen und Feiern nicht beteiligen", weil "die damit
verbundenen Bräuche einen nicht-christlichen religiösen Hintergrund
haben" (S.17). Dramatische Bibelworte werden hierzu als Belege zitiert,
wie 2. Kor. 6,14-17:
"Welche Gemeinschaft besteht zwischen Gerechtigkeit und
Gesetzlosigkeit? Oder welche Teilhaberschaft hat Licht mit Finsternis?
Welche Harmonie besteht zwischen Christus und Belial? Oder welchen Anteil
hat ein Gläubiger mit einem Ungläubigen?... Darum geht aus ihrer
Mitte hinaus und sondert euch ab, spricht Jehova."
Fortsetzung in der CV November 1984.
EDLER GESINNT SEIN UND PRÜFEN APG. 17:11
DER WACHTTURM
WIR PRÜFEN DIE WT NR. 8/10/84
NEBENARTIKEL
"Was ist mit der Ehrlichkeit geschehen?"
NEBENARTIKEL
"Lohnt es sich, ehrlich zu sein?"
STUDIENARTIKEL
"Christliche Bescheidenheit pflegen"
EHRLICHKEIT ist eine Grundvoraussetzung für Christen.
Gerade Jehovas Zeugen behaupten, diese Eigenschaft in fast idealer Weise
zu besitzen (S.7). In dieser Lektüre versuchen sie, den krassen Widerspruch
zwischen ihrer Ehrlichkeit und der - ihrer Meinung nach - Unehrlichkeit
der "Welt" darzustellen.
Mit welchem Erfolg?
BEISPIEL 1
EINE amerikanische Firma gebrauchte über 60 Jahre
lang Kinder dazu, den Nachbarn (und sicher nicht nur diesen) Sämereien
zu verkaufen, die die Jungen und Mädchen vorher bei diesem Betrieb
bestellt hatten.
Von dem Verkaufserlös mußten sie dann einen
Teil des Geldes an die Firma zurücksenden. - Der Betreib ging pleite.
- Feststellung der WTG:
"Warum mußte diese Firma ihre Tätigkeit einstellen?
Weil die als Vertreter tätigen Kinder unehrlich waren. Zu viele von
ihnen hatten die Sämereien nicht zurückgeschickt oder das Geld
behalten, das sie für den Kauf bekommen hatten." (S. 3)
IST dies in erster Linie ein Beweis für mangelnde
Ehrlichkeit der Kinder?
Wer wurde hier über 60 Jahre lang betrogen und mißbraucht?
Kinder mußten das Kapital für den Bestand
einer Firma erarbeiten. Natürlich ohne Arbeitsvertrag und daraus resultierende
Vereinbarungen (Krankenkasse, Versicherung und dergl.). Und diese Form
der Ausbeutung von Kindern konnte jetzt nicht mehr fortgesetzt werden.
Einem steigt fast das Wasser in die Augen. Die WT-Gesellschaft
hat allerdings Grund zur Besorgnis:
Treibt sie doch ein ähnliches "Kinder"-spiel beim
Vertrieb ihrer Literatur!
BEISPIEL 2
"Nach einer Schätzung wäre der Haushalt der
Vereinigten Staaten fast ausgeglichen, wenn niemand mehr den Staat bestehlen
würde." (S. 5)
NUN ist das mit einer Schätzung so eine Sache ...
Davon abgesehen:
Sieht so der Ehrlichkeitsmaßstab der WT-Organisation
aus?
DAS riesige Haushaltsdefizit der USA ist also nicht auf
die horrenden Rüstungsausgaben von weit über 200 Mrd. Dollar
jährlich zurückzuführen, sondern ist die Schuld von Dieben!
Wem nützt eine solche Darstellung?
BEISPIEL 3
"Eine ehrliche Person schmuggelt nichts durch den Zoll,
hinterzieht keine Steuern und überfällt ihren Nachbarn nicht,
daher kann sie auch nicht bei einer solchen Tat ertappt werden." (S. 6)
Präzise!
NUR sind nach dieser Definition die Zeugen Jehovas unehrlich.
Oder kann jemand von ihnen erklären, wie die WTG-Literatur in die
DDR und unser Geld nach Westberlin oder in die BRD in das dortige Zweigbüro
gelangt? Mehr als eine Person wurde bei diesem Schmuggel ertappt und nach
den entsprechenden Gesetzen bestraft.
WO SOLL DAS HINFÜHREN?
"Jesus ist vielmehr völlig damit zufrieden, der
Gehilfe und Sprecher seines Vaters zu sein." (S. 20)
MEHR ist Jesus nicht? Unterscheidet er sich dann überhaupt
noch von den Engeln?
Die Bibel belehrt uns eines Besseren.
"Denn der Vater richtet überhaupt niemand, sondern
er hat das gesamte Gericht dem Sohn übergeben, damit alle den Sohn
ehren, so, wie sie den Vater ehren. Wer den Sohn nicht ehrt, ehrt den Vater
nicht, der ihn gesandt hat." (Joh. 5:22,23; NW)
Ehrt die WTG Jesus, wenn sie behauptet, er wäre
nur der Gehilfe und Sprecher Jehovas? (Vergl. auch Apg 4:12; Joh. 3:16;
l. Tim 2:5.6; Jes 9:6.)
ACHTUNG - IM FOLGENDEN
WACHTTURM NR. 10/84
BEDEUTSAME VERÄNDERUNGEN DER WTG-LEHRE
STUDIENARTIKEL
"Der vortreffliche Hirte und "diese Hürde'"
"Die neue Hürde für "andere Schafe'"
Worum geht es?
Johannes Kapitel 10 wird vollkommen anders interpretiert.
Es gibt nur drei Schafhürden.
In Stichpunkten:
1. Eine "frühe Schafhürde" unter dem mosaischen
Gesetz. (Seite 11)
Bis zu seiner Taufe lebte Jesus - wie die anderen fleischlichen
Israeliten auch - innerhalb dieser "Schafhürde".
Johannes war der Torhüter.
2. Die israelitische "Schafhürde" wurde durch eine
neue ersetzt, nämlich die des geistigen Israel.
Jesus sammelte Schafe aus der jüdischen "Schafhürde"
heraus und brachte sie in eine neue sinnbildliche Schafhürde. (Seite
14)
3. 1935 entstand eine "Schafhürde" für die
große Volksmenge. (Seite 18)
Dagegen hieß es früher:
"Obwohl die große Volksmenge' nicht in dem neuen
Bund steht, den Jesus Christus für das geistige Israel vermittelt
hat, vereint er sie mit dem gesalbten Überrest zu 'einer Herde ' in
einer Hürde."
("Der Heilige Geist - die Kraft hinter der künftigen
neuen Ordnung", Seite 155)
SIE WERDEN "MIT DEN ZÄHNEN KNIRSCHEN"
Helleres Licht nun wieder für Zeugen Jehovas, für
das sie Gott danken sollen. Und "abtrünnige Gegner" würden "mit
den Zähnen knirschen" (Seite 11).
Nur werden sich die "Gegner" mit dieser kompliziert anmutenden
neuen Lehre letztlich nicht auseinanderzusetzen haben.
WESHALB SOLCHE LEHRVERÄNDERUNGEN?
Der wesentlichste Aspekt beruht auf der Erklärung
der WTG, die Überrestglieder und die große Volksmenge befänden
sich in je einer Hürde .
Eine deutliche Trennung der Klassen im Gegensatz zu früheren
Lehren. (Siehe oben.)
Der Beweggrund, der zu dieser Ansicht führte, wird
auf Seite 20 deutlich:
"Wenn der Überrest der geistigen Israeliten zu der
von Gott bestimmten Zeit seinen irdischen Lauf vollendet und seine himmlische
Belohnung empfängt, wird der neue Bund, der auf dem Blut des Mittlers,
des vortrefflichen Hirten, Jesus Christus, beruht, keine Gültigkeit
mehr haben; er wird seinem Zweck erfolgreich gedient haben. Die jährlich
am Passahtag begangene Feier des Abendmahls wird dann aufhören. Auch
'diese Hürde', die Hürde für die Herde der geistigen Israeliten,
wird dann zu bestehen aufhören. Die Gott hingegebenen, getauften 'anderen
Schafe' werden auf der Erde bleiben ..."
IM KLARTEXT
Wie die WTG weiß, werden alle noch lebenden Überrestglieder
. aufgrund ihres hohen Alters in ein paar Jahren verstorben sein. Diese,
angeblich vom heiligen Geist geleiteten Personen, geben durch den "treuen
und klugen Knecht" der "großen Volksmenge" die "geistige Speise".
Ihr Tod würde auch das Ende der WTG bedeuten!
Das will man aber nicht und die Organisation baut vor.
Indem die Überrestglieder in eine "Hürde" gesteckt
werden, koppelt man sie von der großen Volksmenge bewußt ab.
Laut Dienstprogramm I/82 sind alle (auch die große
Volksmenge) bestrebt, "sich in ihrem Leben von Gottes heiligem Geist leiten
zu lassen." Sie würden sich von den 144 000 nur einmal im Jahr unterscheiden;
zum Gedächtnismahl.
Was schadet es da noch, wenn das Gedächtnismahl
wegfällt, da die "anderen Schafe" sowieso die Symbole nicht nehmen
dürfen? Der heilige Geist wird weiterhin "Speise" austeilen, und die
große Volksmenge kann das Werk weiterführen.
Harmagedon braucht sich nicht zu beeilen:
Die 144 000 braucht man nicht mehr.
Die WTG hat vorgesorgt!
NEBENARTIKEL
"Immer auf das Ende gefaßt"
EINGESTÄNDNISSE DURCH DIE HINTERTÜR
Ein Lebens- und Erlebnisbericht des ZJ Herald Toutjian,
wie man ihn in ähnlicher Form schon oft gelesen hat.
Oder doch nicht?
Interessant, wie dieser Bruder im WT-Sinne Schlappen
der Gesellschaft dokumentiert.
Die Eltern und Großeltern von H. Toutjian "setzten
große Erwartungen in das Jahr 1914 ... Während dieses Jahr näher
rückte, wurde deutlich, daß menschliche Erwartungen nicht immer
mit dem Zeitplan Jehovas übereinstimmten." (Seite 22 und 23)
Menschliche Erwartungen?
Russell hatte doch - vom heiligen Geist geleitet - den
Band 2 der 'Schriftstudien geschrieben, darin behauptet wurde, "der Krieg
des großen Tages Gottes des Allmächtigen würde 1914 zu
Ende gehen." (Seite 97)
"Auch in das Jahr 1925 setzten Jehovas Diener gewisse
Erwartungen ...
Es kam aber nicht so." (Seite 23 und 24)
Sehr richtig! Diesmal hatte, man voreilige Weisheiten
in dem Buch "Millionen jetzt lebender Menschen werden niemals sterben!"
verkündet. Das sei aber nicht so schlimm, beruhigt der WT.
"Auch die Apostel hatten ähnliche unangebrachte Erwartungen
gehegt." (Seite 24)
Teils richtig, nur haben sie diese "Erwartungen" nicht
verbreitet, sonst wären sie falsche Propheten gewesen!
"Gemäß unserer Erkenntnis sollten im Jahre
1975 6 000 Jahre der Existenz des Menschen ablaufen. Würde dieses
Jahr den Beginn der Tausendjahrherrschaft Christi bringen? Wir waren von
dieser Möglichkeit fasziniert."
Auch diesen falschen Termin hatte die WTG ihren Anhängern
suggeriert. (WT 1. 1.1967)
MIT WEM IST DIE WTG VERBÜNDET?
Und nun kommt der Hammer:
Jehova ließ diesen Blödsinn zu, um uns in
der Lauterkeit zu prüfen. (Seite 26)
Nur ist die Frage:
Von welchem Geist bezieht die WTG die falschen Termine?
Von Satan??
Aber nein, so schlimm ist das Ganze nicht.
Der "treue Sklave" ist nur "übereifrig", was das
Ende des bösen Systems betrift!
(Seite 24)
GLAUBT ER NOCH DARAN?
Herald Toutjians Enkel erwarten nun aber ganz sicher
das "Ende".
Warum aber nur die Enkel?
Er selber ist doch erst 72 Jahre alt und gehört
somit zur 1914-Generation, die das "Ende" noch erleben soll. Daran glaubt
er aber wohl selber nicht mehr?!
-G.R.-
WIE WIRD DIE WTG IHRE ENDZEIT ÜBER 1984/94 WEITER
VERSCHIEBEN?
2. Bericht von der CV-Frühjahrstagung 1984
DA die 1914-Generation 1984/94 restlos und endgültig
vergangen ist, verliert der 1914-Termin seinen ganzen bisherigen Sinn,
seine Bedeutung und Aktualität. Er hat sich zeitlich überlebt.
Man muß ihm einen anderen Sinn geben.
OHNE Zweifel wird die WTG eine „neue Generation" Verzweifelter,
Auswegloser, Verelendeter, Hoffnungsloser, auch Unwissender und Naiver
„jagen und fischen" können. Die von den Hauptländern des Kapitals
ausgehenden Krisen überlassen ihr ein großes „Fang- und Jagdgebiet",
um in ihrer Sprache zu bleiben. Schon jetzt haben derartige bedingungslose
WT-Gefolgsleute der jüngeren Generation die 1914-Veteranen fast völlig
aus allen Verantwortungsbereichen verdrängt.
WENN die WTG nicht einen völlig neuen weiteren Termin
nach 1975 erfindet - es bieten sich ihr 1996 oder 2000 an - und so ihre
Endzeitkurbel weiterdreht, muß sie eine wesentliche Veränderung
ihrer ganzen „Weltanschauung" vornehmen. Ist die 1914-Generation, die „nicht
mehr sterben" sollte, doch tot .
DER zu erwartende geistige Kollaps mag ein Aderlaß
von 50% und mehr bedeuten. Denn es kann nicht verhindert werden, daß
dieses „Vergehen", was es nicht geben sollte, zum Bewußtsein kommt.
Ein „harter Kern" unbedingter WT-Gefolgsleute wird jedoch bleiben. Wie
gesagt, er ist schon da.
UNGEACHTET dessen, daß es dann die bisherige WT-Endzeit
nicht mehr gibt, wird die WTG weiter „irdisch" orientieren müssen.
Ihre jetzige bunte Paradies-Massenliteratur zeigt diese Richtung an. Sie
kann nicht zur einen und einzigen christlichen Hoffnung des Evangeliums
nach Eph 4:1-4 zurückkehren. Sie muß- bei ihren „bunten Bildchen"
bleiben, bei ihrem „anderen Evangelium". Phil 3:17-20. Entsprechend ihrer
Krisenbestimmung, Auffangbecken für alle Arten von Krisenopfern und
Aussteigern zu sein, um sie vom „Weltverbessern", von der Veränderung
der Verhältnisse, abzuhalten .
(JZ im 20. Jahrhundert. S. 29, 1978)
ES .ist durchaus denkbar, daß die WTG nach 1984/94 auf ihr „geistiges Paradies" als endgültig umschaltet und das versprochene „irdische" nur noch als bunten Köder benutzt. Schon jetzt gibt es Vergleiche der Zahl der WT-Zeugen mit der Einwohnerzahl anderer Staaten und Nationen, die viel kleiner seien als die von der WTG geführte „theokratische Nation". Der Gedanke des schon gekommenen „geistigen Paradieses" wird seit Jahren strapaziert und ist allen vertraut. Das kann eine neue Grundlage werden. Man darf nie vergessen, daß die WTG alle ihre Gefolgsleute zu einem völlig unkritischen Verhalten ihr gegenüber bringt. Solche Thesen aus dem Munde von WTG-Verantwortlichen, die Zeugen seien doch schon ein Volk, die „Nation Jehovas" sei schon größer als andere Nationen, hören sich an wie „Staat im Staate" zu sein, wie Gegengesellschaft oder Alternativgesellschaft innerhalb einer Gemeinschaft oder Nation. Was legt die WTG da hinein?
BIS zum Jahr 2000 sind bloß noch 16 Jahre. Die WTG
wird sich diese Jahrtausendwende mit Sicherheit nicht entgehen lassen in
ihrer Endzeitweiterschiebung.
DIE WTG hat schon manches ihrer „göttlichen Lichter"
wieder ausgelöscht, die von weittragender Bedeutung waren, wie: Was
ist Religion, wer sind die Obrigkeiten.
Dutzende von „Vorbildern" wurden umgemünzt. Wer
das nicht schluckte, wurde gnadenlos als „Rebell gegen Gott" verleumdet
und verstoßen. Jetzt aber muß das ganze bisherige „Weltende"
grundsätzlich verändert werden.
WENN bisher das „geistige Paradies" immer als Vorgeschmack
des angeblich kommenden „irdischen" gepredigt wird, wie es die „bunten
Bildchen" ausmalen, so bleibt nun folgerichtig nur eins: Die Sache umzudrehen
und das „geistige" als die „endgültige Erfüllung" sachte einzuschieben,
alle mit den „bunten Bildchen" ständig angelockt.
Das 1914-Debakel und die evangeliumsfremde „irdische
Ausrichtung" (Phil 3:17-20) lassen kaum etwas anderes zu.
-CVN-
DIE PFLICHT ZU DOPPELTER VERANTWORTUNG
Vor der Welt als ein Schauspiel (II)
ÜBERPRÜFEN wir doch einmal gründlich unsere
persönlichen Erfahrungen in den Zusammenkünften, unser Eindrücke
und Erlebnisse in den Reihen der Zeugen Jehovas.
Vergleichen wir das dann mit dem Bericht der Brüder
aus Polen, an den ihr euch sicher aus der letzten CV-Ausgabe noch erinnert.
Wir stellen fest, daß es große Unterschiede zu hier gar nicht
gibt. Können wir daraus die Schlußfolgerung ziehen, daß
es wohl in der weltweit bestehenden Organisation mit der Moral und den
sittlichen Maßstäben nicht zum besten bestellt ist?
Ja, einen solchen Schluß kann man ziehen. Und mit Recht muß nun jeder Zeuge Jehovas beschämt den Kopf senken, wenn man ihn fragt, warum auch er so oft von der moralischen Überlegenheit gesprochen hat, wider besseren Wissens und Gewissens. Aber bei dieser Frage dürfen wir nicht stehenbleiben!
Schuldige und Betroffene
WIR wollen es hier ruhig einmal feststellen, daß
es sehr viele Zeugen Jehovas gibt, die sich sittlich und moralisch nichts
vorzuwerfen haben . Doch berechtigt sie das niemals dazu, sich sozusagen
im Namen der Organisation hinzustellen und von der Reinheit und Geradheit
des „treuen und verständigen Sklaven" zu sprechen, denn so durchgängig
ist diese eben nicht, wie wir gerade festgestellt haben. Diejenigen, die
am meisten betroffen sind von jener elitären Selbstdarstellung, das
sind die, die neu zu Jehovas Zeugen kommen und den Eindruck erhalten, in
eine moralisch völlig intakte Gemeinschaft zu kommen.
Die Unvollkommenheit des Menschen zeigt sich jedoch eben nicht nur in seiner Einstellung zum Glauben, sondern ausgeprägt auch darin, daß er auch moralisch nicht vollkommen ist, leider. Schuld trägt an diesem Mißverhältnis zwischen gepredigter Theorie und tatsächlich vorhandener Praxis vor allem die leitende Körperschaft, die durch ihre Anleitung zum Predigtdienst geradezu das Darstellen dieses Mißverhältnisses verlangt, die also die Lüge verlangt, die verlangt, daß derjenige, den man gewinnen will, betrogen wird - also wird er betrogen.
Und hier nun geht es ganz entschieden um die Verantwortung.
Verantwortung gegenüber Jehova
VOR allem Jehova gegenüber, und das wird in jeder
Hinsicht oft betont, besteht die Verantwortung jedes einzelnen Mitgliedes
und der gesamten Organisation. Jehova verlangte nirgends, daß sittliche
Mißstände verschleiert werden, sondern verlangte offene Aussprache
und Klärung dazu.
Nirgends in der Bibel wird verlangt, daß diejenigen die Zeugen Jehovas und Jesu Christus sind, ihre moralische Unvollkommenheit verleugnen und sich selbst als makellos darstellen. Wenn die WTG verlangt, daß die Zeugen Jehovas sich als ein Schauspiel präsentieren, dann muß sie auch Jehovas Vorwurf ertragen, selbstisch und lügnerisch zu sein, dann muß sie eines Tages Rechenschaft über diese gezielte Aufforderung zur Lüge ablegen und sich dafür verantworten mit allen Konsequenzen.
Die zweite Seite
GENAUSOGROSS ist aber die Verantwortung der WTG gegenüber
jedem ihrer Mitglieder, denn diese werden ja von Anfang an dazu erzogen,
auf Treu und Glauben alles hinzunehmen, was man ihnen auftischt. Wer von
diesen Mitgliedern rechnet denn auch, besonders am Anfang, da noch alles
neu ist, betrogen zu werden. Diese Erkenntnis folgt erst viel später,
oft zu spät. Die Verantwortung für diesen Betrug lehnt man aber
in Brooklyn ab. Statt ehrlich zu sein und zu sagen, bei uns gibt es ebenso
moralische und juristische Verfehlungen wie anderswo, stellt man sich als
etwas Besseres dar und überläßt der Zeit und dem Dienststreß,
ob sich ein Zeuge Jehovas mit dieser Lüge abfindet oder nicht, die
meisten finden sich ab oder verhalten sich so, als ob es sie nichts anginge.
Dieses Schauspiel um moralische Scheinvollkommenheit ist ein trauriges Schauspiel, und bei genauerem Hinsehen erkennt man auch, daß diejenigen, die spielen, schlechte Schauspieler sind. Abgesehen davon, ist es auf die Dauer immer unmöglich gewesen, eine nun einmal vorhandene Wahrheit totzuschweigen. Sie wird sich bemerkbar machen, so, wie in den Erkenntnissen der polnischen Brüder.
WIR wollen ein Parallelbeispiel zu der polnischen Stadt
Swidnica bringen.
IN einer mittelgroßen Stadt des Bezirkes Erfurt
erfuhren und erlebten Brüder und Schwestern bei einer Mitgliederzahl
von ca. 100 in drei Jahren:
3 Scheidungen,
4 Gemeinschaftsentzüge wegen Untreue mit Andersdenkenden,
3 Fälle von Alkoholismus,
2 Fälle von Gewalttätigkeit von Eltern an ihren
Kindern, die nicht bereit waren, sich dem Reglement der Zeugen Jehovas
bedingungslos zu beugen.
Dazu gehören zwei Fälle, bei denen Brüder
sich unbeliebt machten durch Mißbrauch ihrer Dienststellung und durch
unbiblische Abwertung der in der Gemeinschaft lebenden Schwestern, da sie
es ablehnten, Frauen gegenüber irgendwelche Achtung zu zeigen. Auch
da ließe sich prozentual etwas berechnen. Wir wollen darauf verzichten
und nur Denkanstöße geben.
WIR hoffen, daß jeder seine Erfahrungen durchdenkt
und wir würden uns freuen, in diesen Dingen eure Meinung zu hören.
-CVR-
DER SCHWERWIEGENDE KRIMINALFALL IN ZSCHORLAU
Aus dem „geistigen Paradies" unterm Wachtturm
CVN Schneeberg/Aue. Wie bereits mitgeteilt wurde, gibt
es in Zschorlau bei Aue unter den WT-ZJ einen schwerwiegenden Kriminalfall.
Wir können darüber nun eingehender berichten.
SCHON im allgemein menschlichen und gesellschaftlichen
Interesse der Wahrung von Recht und Gesetz und Erhaltung von Moral und
Ethik kann Kriminalität nicht ignoriert werden.
Die etwa wöchentlichen Berichte „Mit der Gesellschaft
in Konflikt" in der Tageszeitung „Neue Zeit" z.B. veranschaulichen das.
Geschweige denn gar die Forderungen des Evangeliums!
Man lese die dort warnend, belehrend und auch strafend
aufgezeichneten Berichte, sogar namentlich kenntlich gemacht. (Apostelgeschichte
5:1-11 Me.)
WAS sich in Zschorlau zugetragen hat, konnte natürlich
nicht verborgen bleiben und zog automatisch seine Kreise. Dafür sorgte
schon die „Geschäftstüchtigkeit" des Bruders selbst.
Der Krug geht immer nur so lange zum Brunnen, bis er
bricht, und wer „unrechtmäßigen Gewinn erwirbt, verstört
sein Haus." (Sprüche 15:27 Me.)
Was ist nun geschehen!
BRUDER V. aus Zschorlau wurde voriges Jahr verhaftet
und schließlich verurteilt.
Er ist verheiratet und hat 2 Kinder, die schon groß
sind. Seit mehreren Jahren war er darauf verfallen, als WT-ZJ von zwei
minderjährigen Mädchen und mehrerer Frauen pornografische Aufnahmen
zu machen.
Er zahlte dafür „Honorare" in Höhe von mehreren
hundert Mark, fertigte davon Serien an, um sie käuflich zu vertreiben,
und so zugleich auch seinen Profit zu machen. Es konnte nur eine Frage
der Zeit sein, bis die Polizei seinem kriminellen Treiben auf die Spur
kommt, nehmen diese Aufnahmen doch dann zu „unüberschaubare" Wege.
So kam es, wie es nach Recht und Gesetz kommen mußte, „Denn die obrigkeitlichen
Personen sind nicht für die rechtschaffenen Taten ein Schrecken, sondern
nur für böse.
Willst du also keine Obrigkeit zu fürchten brauchen, so tue Gutes, dann wirst du Lob von ihr ernten, denn sie ist Gottes Dienerin zu deinem Besten. Tust du aber Böses, so fürchte dich, denn sie trägt das Schwert nicht umsonst, sie ist ja Gottes Dienerin, eine Vergelterin zur Vollziehung des Strafgerichts an dem Übeltäter."
Zum Wachtturm-Hintergrund
WIE konnte es zu dem kriminellen Abgleiten dieses Bruders
kommen? Befand er sich nicht unterm Wachtturm in einem „geistigen Paradies"?
Dieser Fall zeigt, daß dieses WT-Gerede nichts als Betrug und Selbstbetrug
ist. Auch unterm Wachtturm gibt es Sünden, Vergehen und Verbrechen
aller Art. Aber auf diese „Reinheit" kommen wir noch zu sprechen.
BRUDER V. ist verheiratet. Das ist etwas Gewaltiges.
„Denn stark wie der Tod ist die Liebe und ihre Leidenschaft unbezwinglich
wie das Totenreich. Ihre Gluten sind Feuergluten, eine Flamme Gottes.
Die mächtigsten Fluten vermögen die Liebe nicht
zu löschen, und Ströme sie nicht zu ertränken. Böt'
einer auch alles Gut seines Hauses für die Liebe: man würde sein
nur spotten." (Hohelied 8:6,7 Me.)
Darum mahnte der Apostel, sich gegenseitig nicht „den
Leib zu entziehen", damit keiner „in Versuchung" gerate. (1. Korinther
7:4,5 Me.)
DER Bruder geriet in schlimme „Versuchung". Offensichtlich
war da einiges in der „gegenseitigen Verfügung übereinander"
gestört oder zerstört. Der Apostel warnt in solchem Fall vor
der Gefahr satanischer Abwege. Das ist dann hier wohl auch einer mitten
im „geistigen Paradies", ein Begriff, eine Wachtturmerfindung, weder von
Jesus noch den Aposteln gepredigt.
WAS der Wachtturm unter seinem Anspruch, ein „Engel des
Lichts" zu sein, jüngst an ehelichen Beziehungen gestört und
zerstört hat, blutet noch aus allen Wunden.
Bekanntlich hatte der WT seit 1975 (WT vom 15.2.75) als
„Licht von Gott" alle Arten von Geschlechtsverkehr außer den „Standards"
zwischen Eheleuten „einschließlich oralen und analen" Verkehrs als
pervers, unzüchtig und „porneia" erklärt und Ehefrauen ermächtigt,
sich unter Vorspiegelung anderer Gründe vor Gericht dieser „porneia"
wegen scheiden zu lassen.
DER Skandal wurde perfekt, als der WT (15.2.78) dieses
„göttliche Licht" auslöschen mußte „aufgrund des Fehlens
deutlicher biblischer Anweisungen".
Inzwischen aber waren ungezählte ZJ-Ehen gestört,
zerstört, geschieden und durch WT-Gemeinschaftsentzug in die Katastrophe
gestürzt. Der WT 12/83 mußte das weiter „berichtigen". (Siehe
CV Januar 1984.)
Es wurden Brüder und Schwestern zu „Huren" und „Hurern"
gestempelt, die in Wirklichkeit einander treueste Ehegatten waren.
Was da psychisch gestört und zerstört wurde,
läßt sich überhaupt nicht ermessen, bis heute, in vielen
Ehen unterm Wachtturm. Dann muß auf irgendeine Weise eintreten, wovor
der Apostel warnte.
Der geistige Urheber, die WTG, ändert dann einfach
ihr „Licht", schließt ihre Opfer aus und geht zur Tagesordnung über.
Eine Heuchelei der ganzen WT-Organisation
JA, auch unterm Wachtturm gibt es die Sünden, Vergehen
und Verbrechen, der ganzen Welt. Von Ohrenbläserei bis zu Mord und
Selbstmord. Dennoch stellt sich diese Organisation immer wieder als der
größte „Saubermann" der Welt hin, eine eigene „Reinheit" preisend
und anpreisend, „über alles in der Welt". In Wahrheit ist das der
Gipfel der Täuschung und Heuchelei vor Gott und aller Welt. Was macht
die WTG denn!
Fällt da in ihren Reihen einer an. der ihre Fassade
stört, kriegt er ein Ausschlußverfahren und wird „in die Welt"
und zur „Harmagedon„-Vernichtung abgeschoben. So steht sie immer wieder
oder immer „rein" da. Das ist genau das heuchlerische Gebaren der damaligen
Pharisäer, die sich an die Brust schlugen und „Gott dankten", daß
sie nicht so sind wie die anderen Menschen. Auf diese Weise kann man schon
mit Fingern auf „die Welt" zeigen.
DIE WT-Ausschlüsse mit ihrer tödlichen Konsequenz
sind in der Tat ein Gipfel mittelalterlich-intoleranten und gnadenlos-unbarmherzig
barbarischen Geistes. Man lese nach, wie Jesus seine Jünger über
Sünder denken lehrte. (Johannes 8:1-11)
UNTER einem realen WT-gemäßen Regiment gäbe
es weder Glaubens- noch Gewissensfreiheit noch irgendein vernünftiges
Maß an Humanismus und Menschlichkeit. Ja, die vom WT verteufelte
„Welt"', die Gesellschaft. hat den WT-ZJ-Sünder Bruder V, angenommen
und aufgenommen! Nicht zur Vernichtung. Allerdings war eine angemessene
zeitliche Strafe nach Recht und Gesetz unumgänglich. Das Ziel ist,
ihn zu erziehen und zu resozialisieren, damit er wieder ein ordentlicher
Mensch wird und bleibt.
Gott sei Dank, daß die WTG vom realen Regiment
ferngehalten ist und bleibt und ein freiheitlich demokratischer Rechtsstaat
das Land regiert, der wie der Samariter im Gleichnis Jesu keine Glaubensbedingungen
stellt. Besonders angesichts der endlosen WT-Endzeitverschiebungen seit
über 100 Jahren schon, nun bis ins nächste Jahrtausend, wie die
WTG-Neubauten dokumentieren, sollten alle durch den Fall des Bruder V.
Betroffenen darüber nachdenken.
Freimachen von der „theokratischen" WT-Kriegslist
CHRISTEN leben nicht unter dem alttestamentlichen israelischen
bzw. jüdischen Staat und Gesetz. Man lese nur den Galaterbrief.
Es ist darum ein politischer WT-Mißbrauch der Bibel,
den ZJ alle Arten von Lügen, Täuschen, Verschleiern, Verdecken
und Irreführen etwa nach dem „Vorbild" der alttestamentlichen Spionagehelferin
und Hure Rahab beizubringen, wie das unverhohlen seit den Jahren des antikommunistischen
kalten Krieges geschieht (WT 15.4.56. S, 240 f). CV Nr. 6, November 1966.
Christen müssen solche Kriegslist von sich weisen.
(2. Korinther 4:2, NW)
AUCH im Fall des Bruders V. in Zschorlau tritt diese WT-Organisationslist
zutage, indem vor anderen daraus ein Fall von „Verfolgung um des Glaubens
willen" gemacht wird.
Eine üble Diffamierung und Verleumdung der „Obrigkeit
von Gott" . und Verletzung christlicher Moral. (Titus 3:1,2)
ZUGLEICH macht das deutlich, wie die WT-Hörigkeit
nach wie vor das eigene Gewissen ausschaltet und zu Heuchelei und doppelter
Moral anleitet.
Es glaube doch niemand, daß das von außen
nicht erkannt wird. Wer dem WT konsequent folgt, gerät unvermeidlich
in die entsprechenden persönlichen und gesellschaftlichen bzw. politischen
Konflikte, die mit dem christlichen Glauben gemäß dem Evangelium
nichts mehr zu tun haben.
BRUDER V. wird außerfrage seine Schlußfolgerungen
über seine Ehe und seine Verfehlungen unterm Wachtturm ziehen. Alle
anderen Betroffenen können nur eiligst aufbrechen, um nicht länger
selbst und andere mit dem „geistigen Paradies" der WTG einzulullen und
zu täuschen, woraus sie früher oder später mit Sicherheit
bitter erwachen werden.
Spätestens auf dem Sterbebett, wenn sie begreifen
müssen, wie auch sie entgegen aller WT-Versprechungen „vergehen" müssen,
weil die WTG das Evangelium und die Wort Jesu Christi nur mißbraucht.
-
-P-
WARUM LÄSST GOTT DAS BÖSE ZU,?
11. Kapitel „Du kannst für immer im Paradies auf
Erden leben'
GANZ einfach deshalb, weil sich das Böse erst frei
entfalten können muß, ehe es als solches erkannt wird. Hätte
Gott sogleich nach dem Sündenfall an Adam und Eva sein Todesurteil
vollstreckt, so wäre einerseits die Fähigkeit zum Glauben und
Gehorsam für immer verborgen, andererseits aber der Widerstand gegen
Gott Sieger geblieben. Es war aber Gottes Wille, daß beides nebeneinander
reifen konnte.
Nur so wird das Gute zur vollen Blüte, das Böse
aber zur Beseitigung gelangen können.
JESUS selbst verdeutlichte uns dieses Prinzip Gottes an
einem Gleichnis:
„Laßt beides (Weizen und Unkraut) miteinander wachsen
bis zur Ernte; und um die Erntezeit will ich zu den Schnittern sagen: Sammelt
zuerst das Unkraut und bindet es in Bündel, damit man es verbrennt;
aber den Weizen sammelt nur in meine Scheune. Der gute Same sind die Kinder
des Reichs. Das Unkraut sind die Kinder des Bösen, die zum Abfall
verführen und die selbst Unrecht tun." (Matthäus 13:30,38 und
41)
MEHR NOCH. Es ist der unumstößliche Wille Gottes
von Grundlegung der Welt an, also bevor Adam geformt wurde, daß,
wenn möglich, alle Nachkommen Adams Gottes Kinder in Jesus Christus
werden sollten. Das heißt nichts anderes, als daß alle adamischen
Menschen dazu bestimmt waren, in Zukunft in der Gleichheit Jesu Christi
für immer zu existieren.
(Epheser 1:4,5; Römer 8:28-30)
NUN hat das Böse zwar Gottes Plan behindert, ihn
aber auf keinen Fall verhindert.
Denn um der Kinder des Reichs willen durfte sich das
Böse bis zur Stunde profilieren, aber doch nur, um am Ende doch ins
Feuer geworfen zu werden. Nur durch die Geduld Gottes, auch mit dem Bösen,
ist sein Vorhaben uns Menschen erhalten geblieben.
-MSH-
USA-POP-STAR EIN ZEUGE JEHOVAS!
WIE wir jetzt aus Kalifornien, USA, erfuhren, ist der
dortige Afro-Amerikaner Michael Jackson, 24 Jahre alt, und ein bekannter
Pop-Sänger, ein Zeuge Jehovas.
Was soll man dazu sagen?
NATÜRLICH ist das im Widerspruch zu all der sonst
gepredigten WT-Moral, sich dem „weltlichen Vergnügen" hinzugeben.
Denn das ist ja nicht mehr mit „sein Brot verdienen" zu bemänteln,
sondern in entscheidendem Maße das eigene Vergnügen, sonst ginge
das wohl kaum. Oder spielt das große Geld als „Spende" für die
WTG eine Rolle, das dabei „eingespielt" wird? Andererseits wird er nicht
gerade sozialkritische, rebellische oder gar revolutionäre Lieder
unter die Jugend bringen. Auch das ist ein Gesichtspunkt. Kommt es doch
darauf an, besonders die Jugend angesichts der bedrückenden Krisen
von Protest und Aufbegehren abzuhalten. Was kann sonst noch eine Rolle
spielen? -
LESERZUSCHRIFTEN
Liebe Brüder von CV!
Nach langen und reiflichen Überlegungen habe ich
mich durchgerungen. Euch einen Brief zu schreiben, mit der Bitte, ihn in
CV zu veröffentlichen.
Vor wenigen Tagen ereignete sich in unserer Gemeinde
Bermbach im Kreis Schmalkalden ein unglaubliches Ereignis.
Der Älteste E. B. wollte seine Eier in der Verkaufsstelle
verkaufen. Dabei stellte sich heraus, daß er mehr als die Hälfte
aller Eier vordem in einer anderen Verkaufsstelle für den normalen
Preis erworben hatte und sie nun für einen höheren Aufkaufpreis
weiter veräußern wollte.
Durch den Verkaufsstellenleiter wurde festgestellt, daß
dies nicht der erste Fall ist, in dem der Älteste B. in betrügerischer
Absicht sich bereichern wollte. Was mich persönlich stark berührt
ist, daß jetzt viele weltlichen Leute auf uns anderen Jehovas Zeugen
der Gemeinde mit dem Finger zeigen und sagen, schaut euch die „heiligen
Betrüger" an.
Andererseits vergeht keine Versammlung, in der der Älteste
B. mahnende Worte an uns richtet, wir sollen keinen materiellen Dingen
nachjagen und anhäufen.
Ich habe die Hoffnung, daß durch die Veröffentlichung
in CV die ehrlichen Zeugen Jehovas in unserer Gemeinde und den Nachbarorten
wieder ihren guten Leumund herstellen können.
In brüderlicher Verbundenheit
Bruder V.
CV-Anmerkung
Nicht nur Geld, sondern auch zusätzliche Futtermittel
hat sich der Älteste B. auf diese Weise ergaunert.
Wir veröffentlichen diesen Brief als weiteren Beweis
dafür, daß die Gemeinschaft unterm Wachtturm kein „geistiges
Paradies" ist. Natürlich stellen wir gern den guten Leumund, unschuldig
durch die WT-Organisation in Verruf gebrachter CHRISTEN, wieder her. Nur
meinen wir, daß die WT-Organisation nicht zu retten ist. Ihre diktatorischen
Grundsätze der Verhinderung von Kritik und demokratischer Kontrolle
begünstigen förmlich ein Verbleiben krimineller Ältester
in Amt und Würden.
Hierüber sollte man nachdenken.
„Christliche Verantwortung": Herausgeber Henry Werner;
DDR 6500 Gera, Otto-Dix-Str. 6
Preis: 0,20 M; Jahresabonnement: 2.- M; Versand auch
kostenlos
Konto-Nr.; 4564-30-1952; Genossenschaftskasse für
Handel und Gewerbe, Gera
A 746/84 V 7 1 2203 N 2