Kommentare zu den eingescannten CV-Ausgaben
CV 181
Gelesen in dieser Ausgabe.
„FERIENPIONIERE, die im Ostseegebiet eingesetzt sind, gehen auch zu den Einwohnern in der Gegend, wo sie ihren Urlaub und Predigtdienst machen. Ihre Aufgabe ist es, bei solchen Bewohnern festzustellen, inwieweit die Bewohner ein hörendes Ohr für ihre Botschaft haben. Dabei haben einige jedoch schon Pech gehabt, weil sie wegen ihrer Aufdringlichkeit dann der Polizei übergeben wurden und anschließend die Heimreise antreten mußten:"
Nun ist es sicherlich eine Binsenweisheit, dass etliche Menschen über Besuche der Zeugen Jehovas nicht sonderlich erfreut sind. In Vergangenheit und Gegenwart.
In der Regel dürfte es dann aber doch wohl ausreichen, in solchen Fällen einfach die Wohnungstür wieder vor dem ungebetenen Besuch zu schließen. Es sei denn, man hat ein Gemüt wie ein Dieter Nuhr, der solche Gäste ausdrücklich hereinbittet um mit ihnen zu diskutieren.
„Und wenn sie denn denken, jetzt haben wir ihn missioniert. Dann, so Nuhr, sagt er einfach:
„Ich glaube, dass der menschliche Leib für die Ekstase gemacht ist … Und in leuchtenden Buchstaben steht dann an ihren Stirnen: Error!"
Wie man las, hatte die DDR diese Souveränität nicht. Wozu nur eines zu sagen wäre. Das wiederum sprach nicht zugunsten der DDR. Aber auch das wusste man schon; auch ohne diese CV-Ausgabe!



CV CHRISTLICHE VERANTWORTUNG

MONATSSCHRIFT DER STUDIENGRUPPE CHRISTLICHE VERANTWORTUNG
BEGRÜNDET 1959 VON WILLY MÜLLER, GD, GERA/THÜR, DDR

NR. 181 GERA AUGUST 1984

EDLER GESINNT SEIN UND PRÜFEN
Wir prüfen die WT's Nr. 5 und 6/84
ES KOMMT VIELES ANS TAGESLICHT
Unruhen unter Jehovas Zeugen in der DDR
FERIENPIONIERE AN DER OSTSEE
Was sind das für Menschen?
DER SCHRITT ZUR WT-TAUFE
Jugendliche unterm Wachtturm (IV)
KOMMENTAR EINES ZEUGEN JEHOVAS IN DER DDR ZUM KD 1/84

DIE ÄLTESTEN UND IHRE ARCHE
Wunschträume der Wachtturmgesellschaft
DAS gegenwärtige geistige Paradies! Wahre christliche Liebe unter den Geschwistern! Wir leben in der sinnbildlichen Arche Noahs!
SO oder ähnlich werden die Zustände in den Versammlungen von der Gesellschaft beschrieben.
Aber ein Eingeweihter weiß auch:
So sieht es in der Gemeinschaft von Brüdern durchaus nicht aus.
Und so sind diese Beschreibungen nur Wunschträume.
ES gibt auch ab und zu in den Versammlungen gewisse Unregelmäßigkeiten. Aber schließlich sind wir alle unvollkommen und sündigen. Trotzdem bemüht man sich unter den Geschwistern, die Maßstäbe der christlichen Liebe zu beachten. Soweit die Meinung des Zeugen. Und wie sieht die Organisation dieses Problem?
Sie weiß sehr genau, daß nur allzuoft die menschliche Unvollkommenheit herhalten muß, wenn es zu Problemen kommt. Die Ursachen liegen meist woanders. Und so sucht und findet sie auch die Schuldigen:

DIE VERSAMMLUNGSÄLTESTEN.
Sie sind nicht immer Vorbild für die Herde. Sie leisten zu wenig Predigtdienst. Sie widmen der Versammlung zu wenig Zeit. In ihrer eigenen Familie gibt es schwerwiegende Probleme. Sie gehen nicht konsequent genug gegen Sünder vor. Diese und andere Anschuldigungen müssen sich die Ältesten gefallen lassen.
Aber viele widersprechen:
Ich widme mich nicht genug der Versammlung? Hier mein Terminplan der Woche. Ich arbeite von Montag bis Freitag von 6.30 bis 16.00 Uhr.
Zusätzlich kommt folgendes:
Montag WT-Studium
Dienstag Buchstudium mit meinen Kindern
Mittwoch Studium mit meinen Interessierten
Donnerstag Buchstudium und Theokratische Predigtdienstschule
Freitag persönliche Vorbereitung auf die Studien
Sonnabend Ältestenzusammenkunft
Sonntag Zusammenkunft mit den Studienleitern

Daneben kommen Arbeiten wie das Organisieren der Literatur, Verteilung derselben, Dienstberichte, besondere Vorkommnisse wie Disziplinarverfahren und Gemeinschaftsentzüge, Taufen, Lichtbildervorträge u.a. m. Fast jeden Abend werde ich von Geschwistern aufgesucht, die irgend etwas von mir wollen. Und nun soll ich mich noch um die ältere Schwester kümmern, die ja kaum noch einen Bericht abgibt. Und in den Predigtdienst soll ich auch noch? Ich habe zwei schulpflichtige Kinder, die mich auch einen Abend mal für sich haben wollen! Mit meiner Frau wollte ich auch einen Abend einmal allein verbringen. Kein Wunder bei dieser Hektik, daß es Probleme in meiner Ehe gibt, die ihr mir jetzt vorwerft. Meine Frau beschwert sich jeden Tag bei mir, da sie immer allein ist. Und nun soll ich gegen die Frau des Bruders W. vorgehen, die fremdgegangen ist? „Wann sah sie denn ihren Mann einmal, der zudem noch den Ehrgeiz hatte, den Hilfspionierdienst aufzunehmen? Da halte ich mich raus, denn ich bin froh, daß es bei mir in der Familie noch einigermaßen läuft.

Die Gesellschaft aber ist anderer Meinung:
Warum suchst du dir nicht eine andere Arbeit, die dich nicht so lange beansprucht?
Sicherlich ist abends nach der Ältestenbesprechung noch Zeit für den Haus-zu-Haus-Dienst gemeinsam mit deiner Frau. Zwischendurch könntet ihr euch auch aussprechen. Du weißt: der Predigtdienst ist das wichtigste im Leben eines Zeugen. Wer ihn vernachlässigt, wird nicht errettet werden. Entweder du beachtest dieses Gebot oder wir müssen dir das Amt eines Ältesten abnehmen.

GESPRÄCHE dieser Art werden in den nächsten Monaten die Bezirks-, Kreis- und Gebietsdiener öfter durchführen müssen. Die „Unregelmäßigkeiten" in den Versammlungen nehmen zu und die Verkündigerquote fällt. Also muß wieder einmal härter durchgegriffen werden. Auch gegenüber Ältesten und die Gefahr vor Augen, daß einige nicht mehr mitspielen.
DIE „Arche" ist leck geworden. Und das Wasser reicht vielen schon bis zum Hals.
Auch den Ältesten!
-G-

KOMMENTAR EINES ZEUGEN JEHOVAS IN DER DDR
zum „Königreichsdienst" 1/84
ALS eifriger Studierer von WTG-Schriften las ich auch aufmerksam den KD 1/84 durch, dazu nicht nur die angegebenen Verse aus dem Brief des Apostels Paulus an die Philipper, sondern den ganzen Brief und noch mehr aus der Heiligen Schrift.
Sehr nachdenklich muß man da werden, wenn man die Heilige Schrift kennt und nun beides vergleicht - die Briefe in Form von KD von unserer leitenden Körperschaft an uns Zeugen Jehovas und die Briefe der Apostel für uns geschrieben: Welch unterschiedlicher Geist und Inhalt in beidem doch ist!

Der Apostel Paulus ein Gesalbter Jesu Christi? Ich lese in seinem Brief nur, daß er sich als ein Sklave bzw. Diener des Herrn bezeichnet! Ist nicht das Wort Gesalbter nur das deutsche Wort für Christus, griechisch bzw. Messias, hebräisch? Und warnte nicht Jesus Christus vor falschen Christussen? Würden sich da der Apostel Paulus oder andere Diener des Herrn als Christus bezeichnen? Wer ist es eigentlich, der im KD so mit „wir" spricht und sagt:
„Der überwiegende Teil von uns hat eine irdische Hoffnung."
Kommt nicht „Speise", das heißt jede verbindliche Auslegung der Heiligen Schrift und Lehre, von dem „klugen und verständigen Sklaven"? (Kollektivbezeichnung für die 144 000), und er soll doch ausschließlich eine himmlische Hoffnung haben! Sollte etwa den KD 1/84 doch einer von den sogenannten „anderen Schafen" abgefaßt haben und sich erdreistet haben, sich dem sogenannten „Überrest" der 144 000 gleichzusetzen und so in seinem, d.h. des Überrests Namen so eifrig den Apostel Paulus geschildert und zitiert haben? Möglich ist schon so etwas und nicht zum ersten Mal vorgekommen, daß einer, der nicht den „Geist Jehovas" hatte, im Namen Jehovas und des „geistgesalbten Überrestes" Sachen in die Wachtturmliteratur hineinschmuggelte, die sein eigenes Geistesprodukt waren, und so die Wachtturm-Gesellschaft, die es zu spät erkannte, in eine peinliche Situation brachte, weil sie es später berichtigen mußte. Ja, es ist eben nicht leicht, gute Früchte, in diesem Fall in Form von guten Gedanken, hervorzubringen. Nur zu gerne werden hier im KD Verse aus dem Brief des Apostel Paulus an die Philipper willkürlich herausgerissen und zitiert mit dem Ziel, zu beweisen, daß die einzige wichtigste Aufgabe eines Christen das Predigen ist - aber natürlich nur, was der „treue und verständige Sklave" genehmigt und vorschreibt und Verfolgung zu suchen, um sich zu bewähren.

Weiter, was soll das z.B., da lesen wir:
„Nicht, daß wir jetzt anfangen zu prahlen und zu sagen: 'Seht, was ich geleistet habe'" und am Schluß die großen Zahlen unserer Errungenschaften lesen:
„440 Brüder und Schwestern wurden im vergangenen Jahr durchschnittlich jeden Tag getauft"!
Wunderbare Höchstzahlen!
Wo bleiben da die Höchstzahlen derer, die man wieder vor die Tür setzt, nur weil sie unbequem geworden sind, weil sie wirklich die Wahrheit lieben und suchen? Sollte man nicht lieber den ganzen Brief des Apostels Paulus an die Philipper mit Nachdenken durchlesen und alles in seinem Zusammenhang sehen und auch im Sinn haben, was in seinen anderen Briefen steht? Dann werden wir erkennen, was wirklich die Früchte des Geistes sein sollen und „was Jehova von uns wünscht".
Statt Philipper 2:5 zu zitieren wäre es wohl angebrachter, Micha 6:8 anzugeben.
Es ist schön, „das Wort Gottes furchtlos zu reden", das können wir immer, aber wir sollten uns fürchten, vor Gott und vor Menschen etwas zu predigen und zu lehren, was Gott uns nicht geboten hat. Was denken sich die dabei, die so beten:
„Möge Jehova uns allen die Möglichkeit einräumen, jeden Monat regelmäßig einen Anteil am Predigtwerk zu geben."?

ES wäre gut und wünschenswert, wenn auf die hier von mir aufgeworfenen Fragen der Wachtturm mal eingehen würde, vielleicht im Teil für Leserfragen. Es würde sicher viele Zeugen Jehovas interessieren, wie das „hellere Licht" diesbezüglich wirklich ist
-H-

MELDUNG ZUM WEHRDIENST
Am 26. Februar 1984 waren die Bürger der Schweiz dazu aufgerufen, über die Einführung eines Wehrersatzdienstes nach westlichem Muster zu entscheiden.
Mit l 360 950 Stimmen (63,8%) zu, 770 891 lehnten sie einen entsprechenden Vorschlag ab. In der Schweiz ist mit dieser Entscheidung ein ersatzweiser Zivildienst anstelle des Militärdienstes aus religiösen oder moralischen Gründen nicht gegeben.
Wehrdienstverweigerer müssen auch in Zukunft mit Gefängnisstrafen bis zu 18 Monaten rechnen. Wie aus Mitteilungen hervorgeht, saßen in den letzten 12 Jahren wegen Wehrdienstverweigerung 6 000 Schweizer in Haft. - Gemäß dem Evangelium ist die „Obrigkeit" befugt, „das Schwert zu führen".
Dementsprechend wurde auch bei der Taufe des Hauptmanns Kornelius nicht verlangt, daß er den Wehrdienst verweigert. (Apg. 10)

DER WACHTTURM
EDLER GESINNT SEIN UND PRÜFEN APG. 17:11
Wir prüfen die Wachttürme Nr. 5 und 6/84
NEBENARTIKEL
„Welchen Namen gebrauchst du für Gott?"
„Sollte der Name gebraucht werden?"
„Gottes Name in d. Christlichen Schriften"
Unsicherheit bezüglich des Namens „Jehova"
DURCH eine Resolution nahmen im Jahre 1931 auf dem Kongreß in Columbus, Ohio, die damaligen Bibelforscher den Namen „Jehovas Zeugen" an. Somit wählten sie einen Namen, der in den folgenden Jahren ins Kreuzfeuer der Kritik geraten sollte.

Krampfhaft versuchte die WTG seither, die unbedingte Berechtigung des Namens „Jehova" zu beweisen. So recht gelingen will es ihr nicht und Eingeständnisse müssen gemacht werden. „Einige Gelehrte geben 'Jahwe' den Vorzug, doch man kann nicht genau sagen, welche Aussprache richtig ist." (5)
DIES ist - wie so oft, wenn die Gesellschaft etwas schreibt - noch nicht einmal die halbe Wahrheit. Sind sich die Gelehrten doch im allgemeinen einig, daß in der Aussprache „Jahwe" dem Namen „Jehova" vorzuziehen ist. Schlage ein beliebiges Lexikon auf und du kannst dich von dieser Tatsache überzeugen.

DIE WT-GESELLSCHAFT WIRD ISOLIERT
BESONDERS schwer trifft die WTG, daß in der revidierten Ausgabe der Elberfelder Bibel von 1975 der Name „Jehova" im Neuen Testament und in den Psalmen gestrichen wurde (S. 3). Benutzen doch die Zeugen Jehovas diese Bibel, um die Identität des Namen Gottes anhand einer Schrift zu beweisen, die nicht von der WT-Organisation herausgegeben wird. Falls die Wissenschaft auch nur entfernt eine Lehrmeinung der WTG untermauert, vergißt diese nicht, die Zeugen darauf hinzuweisen. Im gegenteiligen Fall binden sich die Brooklyner Ideologen lieber Scheuklappen vor die Augen!

DIE AUSSPRACHE IST ENTSCHEIDEND
Folgendes Problem sollte sich jeder ZJ einmal überdenken:
EINES der zehn Gebote fordert, den Namen Gottes nicht-zu mißbrauchen (2. Mose 20:7).
Kann ein Name aber in Ehren gehalten werden, wenn man noch nicht einmal dessen Aussprache sicher kennt?
Ein Name wird durch Hinzufügen, Weglassen oder Austauschen nur eines Buchstabens völlig verändert!
Hier einige Beispiele:
Falk - Falko; Jan - Jana; Doris - Dorit…
DIE Gefahr liegt nahe, daß die Zeugen in Wirklichkeit einen anderen Gott anbeten, als den, welchen sie sich vorstellen.

STUDIENARTIKEL
„Der größte aller Namen"
DIE BIBEL WEIST DEN WEG
MUSS auch die WTG in diesem Studienartikel auf Seite 9 zugeben:
„Die verschiedenen Bezeichnungen, die auf Gott angewandt werden - Herr, Allmächtiger, Schöpfer -, sind korrekt. Sie werden in der Bibel gebraucht."

WAS will man eigentlich mehr? Solange man das Tetragrammaton in seiner Aussprache nicht eindeutig definieren kann, ist es doch das BESTE, sich an die biblischen Bezeichnungen zu halten.
Die WTG hat sich aber auf den Namen „Jehova" festgelegt.
Sie wird ihn auch in Zukunft verteidigen müssen, komme, was da wolle!

WACHTTURM NR. 6/84
STUDIENARTIKEL
„Im Atomzeitalter Gottes Wort furchtlos reden"
„Gottes Wort in einer furchterfüllten Welt verbreiten"
IM ZEICHEN DER ATOMBOMBE
Das Titelbild:
IM Hintergrund der nach einer Kernexplosion entstehende Atompilz, davor ein Zeuge Jehovas mit zwei offensichtlich „Interessierten" in Aktion.

Überschrift:
„Im Atomzeitalter Gottes Wort furchtlos reden."
NUN würde allerdings dem Zeugen bei der Explosion einer Atombombe das Reden schnell vergehen. Die Zielrichtung der WTG aber ist klar: ihre Anhänger sollen hart gemacht werden. Egal, was auf sie zukommt, sie halten zu ihrer Organisation.
Ihr „Angesicht hart machen", dies ist der Tenor dieser Schrift!
(Siehe u.a. S. 5, S. 10, 11, 13.)
Und damit die Zeugen Jehovas dafür auch ein neuzeitliches Vorbild haben, wird ihnen der ehemalige Präsident Rutherford präsentiert, der im Jahre 1935 Furchtlosigkeit gezeigt hätte, als er Offb. 7:9-17 neu auslegte (S. 13). Nur wird den Hitler diese Auslegung kaum interessiert haben und verfolgen ließ er die Zeugen aus ganz anderen Gründen, nachdem die Anbiederungsversuche von seiten der WTG fehlgeschlagen waren. Auf jeden Fall hatte der Amerikaner Rutherford von Hitler nichts zu befürchten !

„NEUES LICHT" FÜR ZEUGEN JEHOVAS
EINE kleine Sensation gibt die WT-Gesellschaft bekannt. Jehova spricht in der Bibel zu den Zeugen!
„Du mußt wieder prophezeien über Völker und Nationen und Zungen und viele Könige"
(Offenbarung 10:11 NW).
NUN wird dem einigermaßen bibelkundigen Leser auffallen, daß diese Worte an den Schreiber der Offenbarung, Johannes, gerichtet wurden. Dieser „Wachtturm" auf S.7 belehrt ihn aber eines Besseren:
„Die Worte 'Du mußt wieder prophezeien' deuten an, daß Johannes durch sein Exil auf Patmos an der freien Ausübung seiner Zeugnistätigkeit gehindert wurde. Offensichtlich gelten die an ihn-gerichteten Worte in Wirklichkeit seinem neuzeitlichen Gegenstück."

UNTERSUCHT man diese Behauptung genau, merkt man bald, auf welch schwachem Fundament sie errichtet wurde. Zwar stimmt es, daß kein inspirierter Bericht darüber vorliegt, „ob der Apostel Johannes auf der Insel Patmos in der Lage war, seine so weitreichende Dienstzuteilung in seinem hohen Alter wahrzunehmen" (S. 7).
Daraus aber zu schlußfolgern, daß er es nicht mehr konnte, ist eine Spekulation. Vielleicht war er dazu eher in der Lage, als die „Überrestglieder" in ihrem hohen Alter es heute sind?!
Die Worte „Du mußt wieder prophezeien" sind doch wohl eindeutig als Aufforderung an Johannes zu verstehen und jede weitere „Deutung" verbietet sich von selbst!
JE ÖFTER, UM SO WIRKUNGSVOLLER?
ES lohnt sich einfach nicht auf den Studienartikel einzugehen.
Angriffe und Verleumdungen gegenüber Regierungen (S. 5), der UNO (S. 9) und der Christenheit (S. 10,11) kommen stereotyp in jedem WT vor und wurden von CV hinreichend als haltlos entlarvt.
NACH dem Prinzip der laufenden Wiederholung möchte die WTG bei den Zeugen erreichen, daß diese derartigen Behauptungen schließlich Glauben schenken. Dann brauchen sie nur noch das angesprochene „harte Angesicht", um solche Ungereimtheiten im Predigtdienst zu verkündigen!
-G.R.-

D1E WORTE „POLITIK" UND „POLITISCH" BESSER VERMEIDEN?
IN jedem WT wird gleich auf der 2. Seite unter DER ZWECK betrügerischerweise erklärt, diese Zeitschrift „ist unpolitisch" und „beobachtet" nur die Weltereignisse. Tatsache für jeden normal denkenden Menschen, der dies prüft, ist, daß es keinen unpolitischen WT gibt. In jedem werden auch diese oder jene politischen Ansichten zitiert, kommentiert, verworfen oder bejaht WT. Es ist erstaunlich, wie diese betrügerische WT-Erklärung dennoch geschluckt wird. Die WTG-Verkündigung war und ist nicht unpolitisch!

SCHON um dieses WT-Betruges kann CV als zeitgemäße Antwort auf die WT-Endzeitfalschprophetie nicht unpolitisch sein, geschweige denn, was die Politik in der WTG-Literatur selbst betrifft. CV könnte der WTG keinen besseren Dienst erweisen, als ihre Politik zu übersehen, unerwähnt zu lassen. Damit würde CV diesem WTG-Politikbetrug nicht nur Vorschub, sondern sogar Schützenhilfe leisten, und letztlich den politischen Mißbrauch des Evangeliums bzw. der Bibel durch die WTG noch decken.

ABER wie immer - die WTG entlarvt sich auch in dieser Frage durch ihre Widersprüche selbst. Neuerdings fordert Jehova Gott selbst Politik. In ERWACHET vom 8. August 1982 wird besonders für Jugendliche das Thema behandelt: „Ist Ehrlichkeit wirklich die beste Politik?" Der letzte Abschnitt lautet: „Wenn du an die ewigen Segnungen denkst, die Gottes Freundschaft dir einträgt, ist es dann nicht offensichtlich, daß die Ehrlichkeit, die Gott fordert, wirklich die beste Politik ist?" (S. 27)

ES geht nicht um die Frage der Ehrlichkeit. Ehrlich währt am längsten. Das ist außer Frage. Natürlich müßte man hier die Frage der „theokratischen Kriegslist'" der WTG mit ihrer Verlogenheit, ihrem Betrug, ihrer Täuschung, Heimtücke und List stellen (2. Kor. 4:2 NW). Es geht hier darum, daß die WTG selbst Politik fordert, natürlich „die beste". Im Namen Gottes sogar. Da wird ja jedem wirklich Ehrlichen das Rückgrat gebrochen und der Verstand gespalten, wenn er sich im gleichen Atemzug als unpolitisch bezeichnen soll. Aber die WTG will das wohl so, damit man ihr hörig bleibt. Man wird an das berüchtigte „TEILE UND HERRSCHE" erinnert.
-D.P.-

FERIENPIONIERE AN DER OSTSEE
Was sind das für Menschen?
WENN wir in diesem Artikel über Ferienpioniere berichten, dann meinen wir solche Urlauber, die mit einem FDGB-Ferienscheck als Zeugen Jehovas an die Ostsee fahren.
IHRE Wunschvorstellung ist nicht nur, sich zu erholen, sondern wenigstens 3 Stunden am Tag Überzeugungsarbeit zu leisten. Ihre Aufgabe besteht darin, die Urlauber davon zu überzeugen, daß das Ende der Welt kurz bevorsteht. Es wäre natürlich zu begrüßen, wenn man als Unwissender darauf aufmerksam gemacht wird, aber ist es wirklich so, wie es Jehovas Zeugen behaupten?

DIE Entwicklungsgeschichte der Organisation der Zeugen Jehovas weist eindeutig nach, daß es nicht das erste Mal ist, wo sie so etwas behaupten. Sie sagten schon mehrere Male einen Weltuntergangstermin voraus, aber er war jedesmal falsch.
Nur ein paar Daten zur Information: 1914, 1925, 1938 und 1975. Jedesmal hatten sie angeblich „überzeugende Beweise" dafür und wollten damit auch die ganze Welt überzeugen. Leider erfüllte sich nicht eine Zeile von dem, was sie sagten. Deshalb, weil Jehovas Zeugen für 1975 ebenfalls das Ende der Welt vorausgesagt haben, es aber nicht eingetroffen ist, bitten wir alle Urlauber darum, sich von diesen Ferienpionieren nicht einschüchtern zu lassen.

Wozu ist ihr Eifer noch fähig?
FERIENPIONIERE, die im Ostseegebiet eingesetzt sind, gehen auch zu den Einwohnern in der Gegend, wo sie ihren Urlaub und Predigtdienst machen. Ihre Aufgabe ist es, bei solchen Bewohnern festzustellen, inwieweit die Bewohner ein hörendes Ohr für ihre Botschaft haben. Dabei haben einige jedoch schon Pech gehabt, weil sie wegen ihrer Aufdringlichkeit dann der Polizei übergeben wurden und anschließend die Heimreise antreten mußten,
MAN könnte nun die Frage stellen, warum deshalb gleich nach Hause schicken? Anfangs machten wir schon darauf aufmerksam, daß diese Ferienpioniere erneut von dem Untergang dieser Welt predigen und somit all die Menschen in Verwirrung bringen, die ihnen zuhören. Außerdem ist die Tätigkeit der Glaubensgemeinschaft seit 1950 verboten, weil sie sich gesetzwidrig und aufrührerisch verhalten haben und sich zur Zeit immer noch so verhalten.

Ein Rat an die Ferienpioniere
UNS ist bekannt, daß ihr treu und gewissenhaft den Anweisungen der leitenden Körperschaft in Brooklyn Folge leistet. Denkt bitte in Ruhe darüber nach, wie oft diese leitende Körperschaft gerade Ferienpioniere dazu gebraucht hat, um die .Karre wieder aus dem Dreck schieben zu helfen. Immer, wenn nach großen Enttäuschungen ein deutlicher Abfall von der Organisation zu verzeichnen war, wurden Pioniere in solche Gebiete geschickt, wo die Situation besonders kritisch war.
Seit 1976 heißt es für Ferienpioniere:
„Begebt euch in Gegenden, wo Hilfe not tut!"
MECKLENBURG zählt seit 1976 zum größten Sorgenkind der Organisation in der DDR.
DIE Artikelserie „Unruhen unter Jehovas Zeugen in der DDR" weist das eindeutig nach. Ihr als Ferienpioniere bemüht euch zwar darum, mit Urlaubern in's Gespräch zu kommen und nehmt damit so manche Entbehrung auf euch, in Wirklichkeit werdet ihr von Brooklyn aus dazu ausgenutzt, um die Lücke wieder zu schließen, die nach 1975 durch den Abfall entstanden ist.

Ihr rackert euch Tag für Tag dafür ab, um wieder für Nachwuchs zu sorgen, damit der gewaltige Verwaltungsapparat der Organisation existenzfähig bleibt, so sieht es der neutrale Beobachter.
WIR dagegen wissen, daß ihr von einer Gruppe Spekulanten ausgenutzt werdet, die Jesus für unsere Zeit vorausgesagt hat, er bezeichnet sie als „falsche Propheten".
Überlegt selbst, was Jesus zu euch sagen würde, wenn er euch bei eurem Missionsdienst anhören würde und die Frage stellen würde - „in welchem Auftrag predigt ihr?" Würdet ihr dann etwa sagen im Auftrag Jesu, oder würdet ihr sagen im Auftrag der Wachtturm-Gesellschaft?

ES wäre gut, darüber ernsthaft nachzudenken. Wir erinnern euch noch einmal an folgende Daten: 1914, 1925, 1938 und 1975. Wir warnen euch vor der Weiterverbreitung falscher Weltendedaten. Wir warnen euch vor unüberlegten und haßerfüllten Handlungen, die gegen eine Gesellschaftsordnung gerichtet sind, die die Zeugen Jehovas kennt und ihre Tätigkeit nicht mehr als christlich anerkennt.
-W.W.-

UNRUHEN UNTER JEHOVAS ZEUGEN IN DER DDR (V)
Es kommt vieles an's Tageslicht
Neubrandenburg, Altentreptow und Jarmen.
Diese Städte liegen im Betreuungsbereich unseres Bruders Harald.
Ihm zur Seite steht Br. Wolfgang K. Sie beide haben seit 3 Jahren alle Hände voll zu tun. Briefschreiber aus Neubrandenburg und Torgelow berichten, daß die Stimmung in den kleinen Gruppen schlecht ist. Die Geschwister haben sich vorwiegend das Schweigen angewöhnt. Ob es beim WT-Studium oder während des Bibelstudiums ist, man hüllt sich in Schweigen. Die Studienleiter bekommen zwar eine Antwort auf die gestellte Frage, danach aber schweigt man. Man schweigt deshalb, um nicht unnötig von einem Rechtskomitee befragt zu werden. Es ist doch tatsächlich so ernst in diesen Gruppen, daß man sagen kann:

„Gottes Geist herrscht nicht mehr unter ihnen."
Wovor haben diese Geschwister besonders Angst?
Angst vor Ausschluß
AUS Angst davor, aus der Organisation der Zeugen Jehovas ausgeschlossen zu werden, hüllen sich die meisten in Schweigen. Es ist natürlich verständlich, so zu denken, denn viele sind schon alt. Sie benötigen Hilfe, denn das Alleinsein wäre sehr schwer für sie.
WIR als Mitarbeiter der „Christlichen Verantwortung" werden dazu beitragen, daß das unerträgliche Schweigen und die Angst vor einem Gemeinschaftsentzug von euch genommen wird. Ihr, die ihr euch schweigend verhaltet, tut es doch nur, damit die Wahrheit nicht an's Tageslicht kommt. Die Wahrheit, die ihr in der Versammlung niemals aussprechen könnt, denn der Gemeinschaftsentzug wäre dafür die Strafe!

Deshalb schreiben uns viele Brüder und Schwestern aus den Versammlungen, um ihren Herzen Luft zu machen und ihrer Verantwortung gerecht zu werden.
Nun ein paar Auszüge aus Briefen:
„Ich lese jede CV-Nummer. Warum darf ich nicht meinen Studienleiter darum bitten, mit mir CV auszuwerten. Warum muß man stets nur auf die Fragen im WT antworten? Warum kann man zu einigen Fragen nicht seine persönliche Meinung sagen. Muß das gleich mit dem Angstgefühl in Verbindung stehen?"
„Wie sieht es eigentlich mit dem vorbildlichen Wandel der Ältesten und Studienleiter aus, die wie Hirten ohne Erbarmen in den Studiengruppen herrschen?"

Es kommt vieles an's Tageslicht
WIR haben lange überlegt, ob wir alles, was man aus den Versammlungen uns mitteilt, sofort in unserer Zeitschrift veröffentlichen sollten, oder ob wir erst einmal persönliche Briefe an die betreffenden Ältesten aus Neubrandenburg, Malchin, Neustrelitz, Altentreptow, Jarmen, Greifswald, Stralsund, Bergen und Saßnitz schreiben sollten, um sie zum Denken und Nachdenken zu bringen.
Wir haben entschieden, ihnen zu schreiben und dann entsprechend ihrer Reaktion uns weitere Maßnahmen vorzubehalten.

Ein paar kleine Hinweise aber doch vorweg.
Aus den o.a. Versammlungen wird uns immer wieder berichtet, wie groß der Unterschied bei den Ältesten ist zwischen dem, was sie predigen und dem, was sie tun.
Zwischen dem, was sie von ihren Schafen verlangen und dem, was sie selbst bereit sind zu leisten, sowohl im familiären wie auch in anderen Bereichen.
Wie schnell sie bereit sind, besonders der Bruder W., die Gemeinschaft zu entziehen und wie wenig sie bereit sind Fragen zu beantworten, Erklärungen zu geben sowie Geduld zu üben.
Wie wenig sie übrig haben für die Alten und Kranken, die ihnen keine abrechenbare Leistungen mehr bringen können.
Die Ältesten Heinz S., Walter P., Jürgen G., Manfred R. und Alfred B. müssen sich diese Fragen und noch viele andere gefallen lassen, denn sie sind wahrlich keine guten Hirten ihrer Herde.

ZUM Schluß dieses Artikels noch einen Auszug aus einem Leserbrief:
„Ich hoffe, daß mein Brief' an Euch helfen wird. die Wahrheit aufzudecken und einige Machenschaften unserer Altesten klarzustellen."
-W.W.-

DER SCHRITT ZUR WT-TAUFE
Jugendliche unterm Wachtturm (IV)
DIE Jahre vergehen. Aus dem Kind wird ein Jugendlicher mit einem durchaus beachtlichen Erkenntnisstand. Noch immer beanspruchen die Eltern unumstrittene Autorität und sind es auch. Ihnen möchte man in erster Linie Freude bereiten. Sie sollen nicht enttäuscht werden. Solche Gefühle sind durchaus normaler Ausdruck der Liebe zu den Eltern, Dazu kommt die ständige Predigt des Wachtturm, „WER DEN ELTERN NICHT GEHORCHT, KOMMT IN DIE VERNICHTUNG."

Man soll es nicht unterschätzen:
Diese Drohung, von klein auf in den Ohren, schreckt ab!
SO wird tatsächlich verhindert, daß aus einer „weltlichen" Bekanntschaft eine Freundschaft wird.
ALSO wird weiter eifrig studiert, was die WTG vorgibt und in entsprechenden Predigtdienst mitgegangen. Auf diesem Gebiet erntet der Jugendliche von den anderen ZJ nicht geringe Anerkennung und Bestätigung. Er erfährt Achtung. Und da kommt auch bald die Bemerkung eines anderen ZJ zu den Eltern: „Euer Kind ist aber geistig schon sehr reif!" Auch: „Es könnte eigentlich schon getauft werden." Gibt es ein größeres Lob für Kind und Eltern? Ist damit nicht das Erziehungsziel erreicht worden?

UND diese Bemerkungen häufen sich. Auch der eine oder andere WT-Älteste ließ schon eine ähnliche Bemerkung fallen. Schließlich ist es ja nichts Ungewöhnliches, daß Kinder von ZJ im Alter von 13/14 Jahren WT-gemäß getauft werden. Dies wissen alle Beteiligten. Und man weiß auch von dem Gerede, wenn man sich mit dieser Taufe zu lange Zeit läßt.

Weshalb sollte man sich nicht taufen lassen?
JA, weshalb sollte man sich nicht taufen lassen? Zweifel an der Echtheit des Glaubens an die Organisation und wie ihn die Organisation lehrt, hat man nicht, wurde nie bekundet. Die Eltern und alle Bekannten, die nach Hause kommen, glauben daran. Und wo hat man schon einmal gehört, daß jemand die Wachtturm-Gesellschaft kritisiert hat? Sicherlich, der eine oder andere wurde ausgeschlossen. Aber welcher Jugendliche kennt schon die wahren Gründe?

„DAS sind Dinge, die dich nicht auferbauen", wird ihm gesagt, wenn er einmal dazu präzise Fragen stellt. Und schließlich lernt er auch, solche „unsinnigen" Fragen nicht mehr zu stellen. - „Ich möchte mich taufen lassen." Dieser Satz löst in der Versammlung Bewunderung und Achtung aus. „Endlich bin ich ein richtiger Zeuge Jehovas ! "

Menschliche Unreife und mehr!
DA jeder Mensch eine andere Persönlichkeit ist, verlaufen auch seine Wege zu einem bestimmten Ziel verschieden. Wenn ich den Weg eines Jugendlichen bis zu seiner WT-Taufe aufgezeichnet habe, dann ist es ein Weg, den ich gegangen bin, den ich aber auch bei vielen anderen ZJ-Jugendlichen beobachten konnte. Mir geht es nicht um Nebensächlichkeiten. Ob da einer mit 12 oder 14 Jahren getauft wird, ist unwichtig. Nebensächlich ist auch, ob und wie von vielen ZJ die Jugendlichen zur Taufe gedrängt werden. Daß solche Bemerkungen fallen - und sie fallen! - zeugt eigentlich von einer menschlichen Unreife. Sehr viele Eltern spielen im Leben eines ZJ eine Rolle. Nur sehr wenige können hier genannt werden.

Was die Organisation ausnutzt
WICHTIG ist aber: Es soll zum Ausdruck kommen, daß ein Jugendlicher in diesem Alter noch nicht in der Lage ist, für sein Leben solch weitreichende Entscheidungen zu treffen! Zu diesem Zeitpunkt werden alle wichtigen Probleme von den Eltern gelöst - und nicht ohne Grund.
Erst mit 18 Jahren ist ein Mensch vor dem Gesetz voll verantwortlich. Bis dahin können und müssen die Eltern viele Entscheidungen treffen. Aber ausgerechnet den verantwortungsvollsten Schritt, wie es die WTG bezeichnet und fordert, soll. Ein 13jähriger verantworten können!

Man bedenke die moralische und finanzielle Abhängigkeit von den Eltern, die dargelegte Erziehung, die in den weitaus meisten Fällen einen weniger lebenstüchtigen Menschen zum Ergebnis hat.
WIEDER eine harte Feststellung. Aber mit 13 Jahren sind die meisten anderen Jugendlichen entscheidungsfreudiger und entscheidungsfähiger.
Andererseits - über welche Lebenserfahrung verfügt ein Halbwüchsiger?
Berufswahl, Partnerwahl, Wehrdienst, eigene Wohnung. Dies und vieles andere steht noch vor ihm und bringt unzählige Probleme mit sich.
Und was weiß der Jugendliche schon über seinen Glauben, der da obenan stehen soll? Kennt er z.B. die wirkliche Geschichte der WT-Organisation? Kennt er die Gründe, warum mehr Menschen diese Organisation wieder verlassen haben, als ihr überhaupt angehören? Weiß er, wie viele Generationen schon von der WTG getäuscht und enttäuscht wurden? Kennt er z.B. die wirklichen Vorgänge um das „entscheidende Jahr 1914" und was sich damals in Brooklyn abspielte? Erkennt er z.B., daß die 1914-Generation längst vergangen ist? Es gibt keine wahre und wirklichkeitsgetreue WTG-Selbstdarstellung. Aus gutem Grund!

Aber es kommt der Zeitpunkt …!
JEDER junge ZJ, der dies liest, wird jetzt sicherlich empört diese Feststellungen von sich weisen. Ich tat es in diesem Alter auch. Jeder Mensch macht Fehler, und er erkennt diese teilweise erst Jahre später. Und wo kann ein ZJ-Jugendlicher schon über ihn bewegende Fragen hemmungslos sprechen!
ABER es kommt der Zeitpunkt, wo er über einige Fakten nachdenken m u ß! Und dieses Nachdenken verursacht dann oft große Schmerzen, ist doch die Erkenntnis unerbittlich, daß alle Hingabe, Kraft, Zeit und Geld, Mühe und Aufopferung für das WT-Werk falsch angewandt und vergeblich sind. Noch schmerzlicher ist, wie man andere Menschen falsch behandelt, falsch beurteilt und falsch geleitet hat, wie man ausgestreckte Hände aus Überheblichkeit, Feigheit oder geglaubter „genauer Erkenntnis" nicht angenommen oder verstoßen hat. Jeder Tag, den man im WT-Irrtum lebte, ist ein Verlust!

FEHLER, die man in seiner Jugend beging, sind allerdings reparabel. Man sollte aus ihnen lernen und sie in Zukunft meiden.
Alle heutigen ZJ-Jugendlichen werden wie die Generationen vor ihnen unter dem Wachtturm alt und grau werden und vergehen. Doch dann ist es zu spät. Mache darum deine Jugend zu einem wahren Erfolg und beginne, die Dinge zu überprüfen. -
G.R.

GIBT ES WIRKLICH EINE „HÖLLE"?
9. Kapitel „Du kannst für immer im Paradies auf Erden leben"
BEI aller Diskussion um die Hölle darf der Schwerpunkt des Evangeliums, nämlich Jesus Christus, nicht aus den Augen verloren werden. Es geht dabei nicht nur um den Nachweis, ob die Hölle ein Ort der Feuerpein, also der Qual ist oder nicht, sondern um die Tatsache, daß Christus den Tod am Kreuz überwunden hat und dadurch als Sieger des Zentrum des Glaubens, der uns zum Leben führt, geworden ist. Nur von diesem Mittelpunkt aus lassen sich alle Fragen, auch die nach der Hölle, beantworten.

GRUNDSÄTZLICH führt der Glauben an Jesus Christus zur Versöhnung mit Gott, also zur Gottesnähe, während Gottlosigkeit aller Art, auch die versteckte in Gestalt geheuchelten Glaubens unweigerlich zur Gottesferne führen muß. Da bis „zur Stunde ausnahmslos alle Menschen sterben müssen, erhebt sich die Frage:
Wohin gelangen die Verstorbenen?

Hölle
IHR Weg führt ohne Ausnahme in die Hölle, einem Ort des Verborgenseins. Hölle wortverwandt mit „verhehlen" bedeutet ja unter anderem auch verbergen, und tatsächlich sind die Toten aus dem Gesichtskreis der Lebenden verbannt und verborgen. Da das Wort „Hölle" erst durch die Übersetzung der Bibel aus den Ursprachen ins Deutsche gebräuchlich wurde, müssen wir den Ursprungworten für „Hölle" nachgehen.

Scheol
DIESER alttestamentliche Ausdruck, ein hebräisches Wort, bezeichnet den Aufenthaltsort, zu dem die Toten fahren müssen. Dies gilt sowohl für die Gottlosen (1. Mo. 16:33; Ps. 9:18) als auch für die Gerechten (Jes. 38:10; 57:2). Einerseits, und dies mit menschlichen Augen gesehen, ist die Scheol das Grab, in dem die Leiber der Verstorbenen verwesen, im untätigen Todesschlaf verharren müssen und zum Schweigen gebracht sind (Pred. 9:5,10; Ps. 31:18).
Andererseits aber, mit Gottes Augen gesehen, ist die Scheol zwar ein Ort des Dunkels, der Verhüllung, aber auch des Halblebens. Das Bewußtsein ist anscheinend nicht aufgehoben (Jes. 14:9,10). Sie ist Warteort für die Gerechten bis zu ihrer Auferstehung (Dan. 12:13) und für die Ungerechten bis zum jüngsten Gericht. (Offenbarung 20:11-14)

Hades
SEIT dem unschuldigen Sterben Jesu am Kreuz ist alles anders geworden. Sünde und Tod haben von nun an keine Gewalt mehr über die Gemeinde Jesu Christi. Die Pforten des Hades, gleichbedeutend mit der Scheol, können sie nicht mehr überwinden (Matth. 16:18). Diejenigen, die von nun an im Herrn sterben, werden zwar dem Fleische nach in das Grab gelegt, im Geiste aber in Christusnähe auf ihre Auferstehung und Vereinigung mit ihm warten. (Offenbarung 6:9-11)
Das Wissen um diese Dinge hatte Paulus veranlaßt, über das Sterben der Christen als von einer Lust und einem Gewinn zu sprechen, da es sie ja nach ihrem Abschneiden zu Christus nach Hause führt. (Philipper 1:21,23; 2. Korinther 5:8)

Demnach gibt es seit dem Kreuzestod Christi im Hades zwei verschiedene Warteräume. Einer ist der Ort des Trostes und des Lichts, bestimmt für Gerechte. Ein anderer Bereich ist die Stätte der Finsternis und des Wartens auf das Endgericht, bestimmt für Gottlose.
Zwischen beiden Bereichen herrschen unüberbrückbare Gegensätze. Dies wird in dem Gleichnis vom reichen Mann und dem armen Lazarus besonders deutlich.
(Lukas 16:22-26)

Christus stieg in den Hades
IN eben diese finstersten untersten Örter der Erde, in das Gefängnis der Geister, ist Christus hinabgestiegen (Eph. 4: 9,10; l. Petr. 3:19), um dort den Toten, das Evangelium zu verkündigen. Zwar sollen diese Toten dem Fleische nach gerichtet bleiben, aber dem Geiste nach zum Leben gelangen können. (l. Petrus 4:6)
Würden die Toten im Hades ohne Bewußtsein liegen, so hätten sie Christus und sein Evangelium nie hören und sich damit auseinandersetzen können. Die Entscheidung für oder gegen Christus wäre unmöglich gewesen. Aber gerade dazu ist er ja in den Hades gestiegen, damit sich auch die Knie derer vor ihm beugen, die unter der Erde sind (Phil. 2:10). Für die, die Christus annehmen zum Segen, für die hartnäckigen Christusgegner zum Verderben. Christus ist und bleibt der Herr über alle, die im Himmel, die auf der Erde und die unter der Erde sind.

Gehenna
DIE Gehenna ist in Wahrheit ein Ort der Furcht und der totalen Gottesferne. Johannes beschreibt sie als einen Feuersee, der mit Feuer und Schwefel brennt und wer dahin gelangt, erleidet den zweiten Tod. (Offenbarung 21:8)
Schon zu alttestamentlicher Zeit hatte die Gehenna ihr Vorbild. Damals war sie das Tal Ben-Hinnom, und dieses lag südlich von Jerusalem. In ihm geschahen ungeheuerliche Greuel. Die Bewohner Jerusalems und Judas opferten dort auf eigens dafür errichteten Opferhöhen, die sie Thophet (Feuerstätte) nannten, ihre Kinder zu Ehren des Götzen Moloch im Feuer. (Jeremia 7:31; 2. Chronika 28:3)

Obwohl König Josia den Götzendienst und Kindermord während seiner Amtszeit abschaffte (2. Kön. 23:10), fielen sie später wieder in den Götzendienst zurück, und so wurde das Tal Ben-Hinnom und die Thophet für sie selbst zum „Würgetal". (Jeremia 7:30,32,33; Jeremia 19:6,11)
Selbst Jesus und auch Johannes der Täufer bezogen sich auf das frühere Tal Ben-Hinnom als Vorbild für den zukünftigen Feuersee, als sie vom Feuerofen, vom ewigen Feuer, vom Wurme, der nicht stirbt und von der ewigen Pein sprachen. (Matthäus 3:12; 13:42,50;. 25:46; Markus 9:43,44)
Es wird am Ende der Ort sein, in dem sich alle diejenigen wiederfinden, die nicht im Buch des Lebens verzeichnet sind. (Offenbarung 20:15)
In ihrer Gemeinschaft werden sich der Tod und sein Reich, der Teufel, das Tier und der falsche Prophet befinden. (Offenbarung 20:14,10)

Beachtet bitte, liebe Geschwister:
AUCH der falsche Prophet wird dort sein! Ist die Wachtturm-Gesellschaft wegen ihrer vielen falschen Weltendetermine im Namen Gottes nicht auch ein falscher Prophet?
(5. Mose 18:20-22)
-MSH-

WO IST DAS ÖFFENTLICHE WT-KRANKENHAUS?
Im Potsdamer St.-Josef-Krankenhaus wurde Ende November 1983 der leitende Chefarzt Prof. Dr. med. habil. G. Kunz in den Ruhestand verabschiedet. In einem Lehrauftrag war er auch an der Charite in Berlin tätig. Die Verabschiedung nahm der kath. Bischof von Berlin, Kardinal Meißner, vor, zusammen mit der Hausgemeinschaft. Wenn man dies im St. Hedwigsblatt (2/1984) liest, fragt man sich für die ZJ unwillkürlich nach dem öffentlichen Wachtturm -Krankenhaus, welches es nicht gibt.

Und man kommt zu folgender Feststellung:
Unter der WTG gibt es keinen wahren Samariterdienst ohne nach dem Glauben des anderen zu fragen, wie Christus es lehrte. Die WTG verbreitet Worte, nichts als Worte auf viel Papier. Und wer diese Worte nicht mehr verbreiten kann, weil er mit Gesundheit und Kraft am Ende ist, kann ja dann auch in ein katholisches Krankenhaus gehen und sich helfen lassen, das er unter der WTG als „Huren„-Einrichtung unter den Menschen diffamiert hat. Die „Erlösung" lt. WT kann doch schließlich keiner ernst nehmen, ohne am Ende auf der Straße zu liegen. Von 1799 (Die Harfe Gottes) bis 1975 wird dies doch schon einhergeschoben. Und die jetzigen WTG-Pläne zielen schon über 2000 hinaus. Wie gut für die Alten, die dabei immer wieder „vergingen" und „vergehen", daß es auch Krankenhäuser in wahrem christlichen Sinn gibt, in echter christlicher Barmherzigkeit, wie anders man auch glaubt oder denkt. Für die WTG können ihre alten ZJ „auf der Straße verrecken". Die zynische WTG-Antwort ist bekannt:
„WIR SIND DOCH KEIN WOHLFAHRTSVEREIN!"

Grundsätzliches zum Nachdenken
BISCHOF GIENKE: KEINE FLUCHTWEGE
NACH seiner Teilnahme an einer Weltkonferenz gegen Kernwaffen in Moskau im Mai 1982 sagte der Bischof der ev. Landeskirche Greifswald, Dr. Horst Gienke über die Friedensverantwortung der Gläubigen der verschiedenen Religionsgemeinschaften:
„Die Religionen müssen bewußt ihren eigenständigen Beitrag zum Frieden leisten. Glaube und Frieden gehören eng zueinander. Der Glaube an Gott ist nicht ohne der Verantwortung für den Frieden denkbar. Wir Christen sind vor Gott, der uns das Leben geschenkt hat, verantwortlich für die Bewahrung des Friedens. Hier gibt es keine Fluchtwege." (BZ 26.5.82)

DIE WTG ist mit ihrer Falschprophetie eines göttlichen Friedensreiches für 1975 nach 1914, 1925, 1945 u.a.m. ein überflüssiges Mal als unglaubwürdig erwiesen, weltweit. Das war einer der Fluchtwege.
Bestätigt das nicht die Haltung der anderen Christen als realistisch, wie sie hier von dem ev. Bischof zum Ausdruck gebracht wurde?

LESERZUSCHRIFTEN
„… DENN SO WIE ICH .EUREN BRIEF ERHALTE, LANDET ER IM OFEN. ICH HABE MEINEN GLAUBEN. SCHICKT DIESE ZEITSCHRIFT AN LEUTE, DIE NOCH AN KEINEN SCHÖPFER IM HIMMEL GLAUBEN. ICH JEDENFALLS BLEIBE MEINEM SCHÖPFER JEHOVA TREU."
SCHWESTER L. aus Bad Lausick schrieb uns diese „mahnenden" Zeilen, und wir hielten es für richtig, sie abzudrucken, denn gerade daran läßt sich so richtig deutlich zeigen, wes Geistes Kind ein Zeuge Jehovas ist. Zunächst einmal danken wir Dir, liebe Schwester L., daß Du CV liest, denn Du wüßtest ja sonst nicht, was darin steht und könntest CV dann auch jenen nicht empfehlen, die noch nicht glauben. Daß Du aber eine solche Empfehlung schreibst, spricht eindeutig für CV, denn demnach haben wir die richtige Einstellung zu den Dingen der Bibel, würde uns sonst ein Zeuge Jehovas empfehlen? Darüber hinaus wollen wir gar nicht, daß Du Deinem Schöpfer Jehova untreu wirst, aber wir wollen Dich darauf hinweisen, daß die Lehren der WTG nichts mit Treue und Glauben hinsichtlich Jehovas zu tun haben. Das sind zwei ganz verschiedene, sich widersprechende Dinge. Wir wollen Deinen Brief zum Anlaß nehmen, noch einmal darauf hinzuweisen, wir wollen niemanden seinen Glauben zerstören, wir fühlen nur die christliche Verantwortung, auf den Glaubensmißbrauch durch die WTG eindeutig hinzuweisen. Insofern war also Dein Brief, liebe Schwester L., überaus nützlich .

„Christliche Verantwortung": Herausgeber Henry Werner; DDR 6500 Gera, Otto-Dix-Str. 6
Preis: 0,20 M; Jahresabonnement: 2.- M; Versand auch kostenlos
Konto-Nr.: 4564-30-1952; Genossenschaftskasse für Handel und Gewerbe, Gera
A 701/84 V 7 1 1735 N

ZurIndexseite