Kommentare zu den eingescannten CV-Ausgaben
CV 179
Auf das Thema Depression, und ihrer Reflektion in der WTG-Literatur, als einem ernsthaften Problem bei den
Zeugen Jehovas, geht der erste Artikel in dieser CV-Ausgabe nach.
Auch in dieser CV-Ausgabe kann man es wieder beobachten. Die „Resonanz" von den Zeugen Jehovas, auf dieses
Blatt, war nicht so, wie ihre Macher sie sich gewünscht hätten.
Einen solchen Tatbestand registrieren ist das eine. Das andere ist, wie darauf reagiert wird.
Polemik und ähnliches als Reaktion darauf ist nachvollziehbar.
Die CV jedoch ging einen Schritt weiter. Den Schritt zu offener kaum kaschierten Drohung. So auch in dieser
Ausgabe. Und damit ging sie einen Schritt zu weit!



CV CHRISTLICHE VERANTWORTUNG
MONATSSCHRIFT DER STUDIENGRUPPE CHRISTLICHE VERANTWORTUNG
BEGRÜNDET 1959 VON WILLY MÜLLER. GD. GERA/THÜR, DDR

NR. 179 GERA JUNI 1984

EDLER GESINNT SEIN UND PRÜFEN
Wir prüfen die WT.s Nr. 1-4/84
EIN HILFERUF DER ENGEL
Aus dem Dienstprogramm IX/83
EINE HOHE MISSERFOLGSRATE
Jugendliche unterm Wachtturm (III)
JAHRESTEXT 1984
"Das Wort Gottes furchtlos … reden"
AUS DER VERSAMMLUNG WISMAR
"Sie vertraute den-Ältesten"
UNRUHEN UNTER ZJ IN DER DDR
Wer nicht hören will. muß fühlen

DAS PROBLEM MIT DER DEPRESSION
Die Wachtturm-Gesellschaft ist gezwungen, Stellung dazu zu nehmen
Die "Mutter" gibt uns Speise zur rechten Zeit. Dieses geflügelte Wort ist zu einem besonderen Begriff unter den Zeugen Jehovas geworden, und in der Tat:
Die WTG nimmt häufig zu anstehenden Problemen Stellung --natürlich auf ihre Art.
Depression Zeugen Jehovas

SO fällt es auf, daß in der letzten Zeit sich die Organisation vermehrt mit dem Thema "Depression" auseinandersetzt (z.B. Erwachet 2/82, 22/82, 5/83, WT 17/82 und andere mehr)
UNTER einer Depression versteht man eine niedergedrückte, traurige Stimmung mit Gehemmtheit im Denken und Handeln. (Meyers Universal-Lexikon Bd. l Leipzig 1978).
SIND Jehovas Zeugen denn niedergedrückt, traurig oder gehemmt? Ja, viele sind es!
Und dies hat die '"Mutter" auch richtig erkannt.
Wo liegen die Ursachen dafür?

DER WT 17/82 deckt gezwungenermaßen einige Ursachen auf.
Eine 40jährige Zeugin schreibt:
"Ich war bemüht, niemand zu enttäuschen und weder im Familienleben noch im Dienst irgend etwas auch nur im geringsten zu vernachlässigen» Ich versuchte einen Zeitplan einzuhalten, der das Letzte vor; mir forderte. Das ging acht Jahre lang so, und schließlich sagte der Arzt. ich sei 'abgewirtschaftet'. Zurückblickend denke ich, daß ich das zwar nicht aus belanglosen Gründen getan habe, doch ich hätte vernünftiger sein sollen.".

VERNÜNFTIGER? Wie soll sie das als Zeugin machen? Von ihr wird verlangt, die Zusammenkünfte zu besuchen, sich darauf vorzubereiten, in den Predigtdienst zu gehen, eventuell Heimbibelstudien abzuhalten, sich um den Haushalt zu kümmern. Mann und Kinder zu versorgen, sich um alte oder kranke Geschwister bemühen.
Und wehe, sie vernachlässigt eine Aufgabe, beispielsweise den Predigtdienst. Da droht der KD VI/83:
"Denken wir daran, daß es für die Königreichsinteressen keinen Urlaub gibt. Die Interessen des Königreichs vertreten wir 24 Stunden am Tag. Achten wir also darauf, auch in der Ferienzeit, die Königreichsinteressen zu vertreten."

Ist das nicht deutlich genug?
DER Zeuge, der Urlaub macht, bekommt automatisch schon Gewissensbisse. Nicht genug, daß er im Jahr von morgens bis abends unterwegs und beschäftigt ist, im Urlaub wird ihm auch noch die wohlverdiente Ruhe mißgönnt.
Andere Faktoren
Bleiben wir beim Predigtdienst:
STELLT sich an der Wohnungstür ein Zeuge vor, wird er oft gefragt, ob er nicht zu der Sekte gehöre, die schon mehrmals vergeblich Harmagedon prophezeite. Kein Wunder, daß sich bald bei ihm Hemmungen einstellen.
Ein weiterer Grund für die niedergedrückte und traurige Stimmung ist für viele ZJ die Reglementierung der WTG, mit wem man Umgang haben darf, bzw. wen man nicht grüßen darf'. Hier werden ganze Familien buchstäblich entzweit.

ES gibt noch viele Gründe, die man anführen könnte. Seitenweise könnte man darüber schreiben, wie die WTG den Gott Jehova in Verbindung mit Harmagedon darstellt und welche verheerenden Auswirkungen dies auf die Menschen hat.

Der Kranke hat die Schuld
OBGLEICH die Gesellschaft die Ursachen der Depression sehr gut kennt, geht sie in ihren Schriften nicht näher darauf ein. Wie könnte sie auch, da sie dann in Konflikt zu ihren Lehren kommen würde.
Das einfachste ist, man wälzt die Schuld für die Krankheit einfach auf den Betroffenen ab.
„Da die Gefahr besteht, daß jemand unvernünftig handelt, müssen Älteste einem depressiven Christen manchmal helfen, in seinem Tun wieder ausgeglichen zu werden."
(WT 17/82, Seite 13)
Bliebe nur noch hinzuzufügen:
UND DAMIT IST DER KREISLAUF GESCHLOSSEN.

EIN HILFERUF DER ENGEL
AUS DEM DIENSTPROGRAMM IX/83
„Wenn Ihr später den gesamten Jahresbericht erfahren werdet, könnt Ihr sehen, daß die Zahl der Heimbetrachtungen überall angewachsen ist. Wir können richtig beobachten, wie die Engel das Werk beschleunigen. Denken wir deshalb daran, daß wir in unserem Gebiet von den Engeln gebraucht werden." (Seite 1)

WAS für ein Gedanke! Die Engel brauchen die Zeugen Jehovas? Nicht etwa umgekehrt?
Nein, die Engel sind auf die Hilfe der ZJ geradezu angewiesen? Vielleicht könnte sogar der Schöpfer ohne die Zeugen Jehovas gar nicht existieren? Wer weiß?
NUR schade, daß man vergessen hatte, die passende Bibelstelle mitzuliefern. Im Predigtdienst würde sich gerade dieser Gedanke gut machen!

BEHAUPTUNGEN DIE DEN URHEBER BLOSSTELLEN
UND noch einen „Bonbon" lieferte man gratis mit. Wir lesen auf der gleichen Seite:
„Die Arbeitslosigkeit nimmt immer mehr zu. Wenn auch in unserem Lande dieses Problem noch nicht sehr groß ist, hören wir doch davon, daß in einigen Gebieten Betriebszweige oder Produktionsstätten aus verschiedenen Gründen schließen und damit Menschen arbeitslos werden."
AUCH hier wird leider nicht die Quelle dieser Weisheit angeführt. Beschäftigen wir uns trotzdem etwas naher mit diesen Sätzen.

Richtig ist:
DIE Arbeitslosigkeit nimmt zu - in den kapitalistischen Ländern! Im Zuge der Rationalisierung und Intensivierung werden auch bei uns Arbeitskräfte freigesetzt.
Falsch ist:
KEINER wird durch diese Maßnahmen in der DDR arbeitslos! Auch auf dem X. Parteitag der SED wurde nochmals hervorgehoben, daß das Programm der Vollbeschäftigung unserer Werktätigen fortgesetzt wird.
Zugegeben:
ES entstehen viele Probleme immer dann, wenn ein Werktätiger aus Gründen d. Rationalisierung bzw. Automatisierung seinen Arbeitsplatz aufgeben muß. Solche Fragen werden aber langfristig geplant. Zwischen den staatlichen und gesellschaftlichen Leitungen sowie dem Beschäftigten werden anliegende Probleme (z.B. Qualifizierung, Wohnortwechsel usw.) besprochen. Jeder Mensch im arbeitsfähigen Alter bekommt einen entsprechenden Arbeitsplatz, sofern er guten Willens ist, die gestellten Anforderungen zu erfüllen.
Stelle man sich zum Schluß noch die Frage: Wem nützt das Gerede von einer angeblichen Arbeitslosigkeit in der DDR?

JAHRESTEXT 1984
„Das Wort Gottes furchtlos … reden" (Philipper 1:14)
ETWA um die Jahre 60 oder 61 u. Z. herum befand sich Paulus als Gefangener im Gefangener im Gewahrsam der Leibwache des römischen Kaisers. In dieser-Situation schrieb er einen herzlichen und liebevollen Brief an die Philipper.
SICHER mußte er einiges als Gefangener erleiden. Trotzdem beklagte er sich nicht, im Gegenteil (Philipper 4:18)! Wie es aber in seinem Innersten zuging, kann man aus seinen Worten erkennen (Philipper 1:23; Luther):
„Ich habe Lust, abzuschneiden und bei Christus zu sein, was auch viel besser wäre."
Sein Einstehen für Christus machte Paulus zu einem prominenten Gefangenen „unter der ganzen Wache des Prätoriums". (Philipper 1:13)
AUS dieser Tatsache schlug er für sich keinen Nutzen. Ein wahrer Christi
Paulus als Mutspender

AUS diesem Zusammenhang heraus reißt die WTG ihren Jahrestext für das Jahr 1984;
„DAS WORT GOTTES FURCHTLOS … REDEN" (Philipper 1:14)
SIE unterschlägt nämlich die wichtigen Worte in diesem Vers:
„UND DIE MEISTEN DER BRÜDER IM HERRN, … BEKUNDEN UM SO MEHR MUT…"
DAS heißt, viele Brüder waren bis dahin zurückhaltend, vielleicht sogar mutlos gewesen. Durch Paulus Standhaftigkeit gewannen sie Zuversicht. Und wir erkennen noch etwas:

AUCH Paulus war nicht der geborene Märtyrer. Er wünschte, von seinen Qualen durch den Tod erlöst zu werden, doch sein Verstand gebot ihm, seinen Brüdern beizustehen.
Mut koste es, was es wolle?
IM Gegensatz dazu verfolgt die WTG ein anderes Ziel mit dem Kerngedanken:
furchtlos reden! Nach der Parole:
AUGEN ZU UND DRAUFLOS!
HAT da einer Hemmungen im Predigtdienst, weil er nicht gut frei sprechen kann? Schon muß dieser sich vorwerfen lassen, er hätte nicht genügend Liebe zu seinem Schöpfer. Also ran an die Menschen, koste es, was es wolle!

Mut - auch - bei staatsfeindlicher Tätigkeit?
Ein anderer Aspekt:
IN den Ländern, in denen das Werk der ZJ wegen ihrer antikommunistischen bzw. staatsfeindlichen Tätigkeit eingeschränkt oder verboten ist, stagniert seit Jahren die Zuwachsrate. Dies paßt der LEITENDEN KÖRPERSCHAFT natürlich nicht. Also:
furchtlos reden - trotz Verbot.
JEDER Zeuge Jehovas sollte aber , unterscheiden:
SEINE Organisation wurde in bestimmten Ländern nicht verboten, weil der Name Gottes verkündet wurde!
Auch wenn man es in Brooklyn so gesehen haben möchte.
Mut gemacht - die Märtyrer als Vorbild

Ein letzter Gedanke:
DER WTG ist es nur recht, wenn in einigen Ländern ihr Werk eingeschränkt ist.
Kann man doch Märtyrer vorweisen, die „um der Wahrheit willen" Verfolgung erleiden müssen.
ALSO, ihr lieben Geschwister z.B. .in den USA und in der BRD, ihr wißt gar nicht, wie gut es euch geht. Nehmt euch die Brüder in der „Ostzone" zum Vorbild, die das Wort Gottes so furchtlos predigen.
Dann werdet auch ihr mit mehr Engagement bei der Sache sein.

SO schlägt die WTG aus jeder Situation ideellen oder materiellen Profit.
War das im Sinne Paulus?
„Nicht, daß ich das Geschenk suche, sondern ich suche die Frucht, damit sie euch reichlich zugerechnet werde."
(Philipper 4:17; Luther)
- G. R. -

EDLER GESINNT SEIN UND Prüfen APG 17 : 11
Der Wachtturm
Wir prüfen die WT's Nr. 1 bis 4/84
NEBENARTIKEL
„Kannst du schon heute in einem Paradies leben?"
„Eines steht aber fest: Statt des Streits, der Uneinigkeit und der Unmoral, die du heute in der Welt beobachtest, herrschen in dem geistigen Paradies unter Jehovas Zeugen weltweit Liebe, Herzensfrieden und Einigkeit." (S. 7)
Das sind wohl die guten Vorsätze der WTG für das Jahr 1984? Schön wäre es!

Lieber Zeuge! Nehme dir die CV's dieses Jahres noch einmal vor und blättere sie durch. Du wirst Artikel finden, die sich mit dem Verhalten bestimmter ZJ auseinandersetzen.
Ein geistiges Paradies?
Und wie sieht es in deiner Versammlung aus? Ein geistiges Paradies?
Man lenkt aber gern von diesen Mißständen ab und zeigt mit dem Finger auf andere!

STUDIENARTIKEL
„Millionen, die jetzt auf der Erde leben, werden nie sterben"
ÄLTEREN ZJ dürfte dieser Titel bekannt vorkommen. Tatsächlich erschien 1920 das von der WTG herausgegebene Buch „Millionen jetzt lebender Menschen werden nie sterben". Darin konnte man auf S. 103 lesen:
„Wir haben, wie zuvor dargelegt, überzeugende Beweise dafür, daß die alte Ordnung der Dinge, die alte Welt zu Ende geht und deshalb gänzlich vergehen wird, daß die neue Ordnung hereinbricht, und daß das Jahr 1925 Zeuge der Auferstehung der alttestamentlichen Überwinder und des Beginns eines Wiederaufbaues der zertrümmerten Weltordnung sein wird."

WIE müssen sich diejenigen veralbert vorkommen, die damals irregeführt wurden, jetzt aber wieder mit dem gleichen Titel überrascht werden!

Für die WTG heikel: Die „1914-Generation"
UNTER der Rubrik „Nachrichten und ihre tiefere Bedeutung" erscheint ein interessanter Artikel „Die Generation noch am Leben". (S. 19)
„Aber wie lange soll die Generation bestehen bleiben? Ist sie noch am Leben?"
Folgende Rechnung wird aufgemacht:
„In Südafrika habe die Volkszählung im Jahre 1980 ergeben, daß zu diesem Zeitpunkt noch fast 50 000 Menschen lebten, die im Jahre 1914 14 Jahre oder älter waren - ungefähr einer von 500 Einwohnern. Wenn der größte Teil der Welt ähnliche Bevölkerungszahlen aufzuweisen hat. wird deutlich, daß heute immer noch sehr viele Personen, die der Generation von 1914 angehören, am Leben sind."

Die Zahlen sind manipuliert
NEHMEN wir an, daß im Jahre 1980 wirklich noch (fast) 50 000 Menschen lebten, die die genannten Voraussetzungen erfüllen. Laut den internationalen Übersichten aus dem „Statistischen Jahrbuch 1982" der DDR lebten 1980 in Südafrika 29 285 000 Menschen. Dividiert man diese Zahl durch die genannten 50 000. erhält man runde 585. D.h., nicht auf „rund 500" Menschen kommt eine Person des genannten Alters, sondern auf 585!
Und auch diese Zahl dürfte zu niedrig angesetzt sein, da man von „fast 50 000 Männer und Frauen schreibt, Bleiben wir aber bei den 585. Lohnt sich der Streit, ob nun einer auf 500 oder auf 585 kommt?
1980 betrug die Weltbevölkerung 4,415 Mrd. Menschen (Statistisches Jahrbuch 1982) .
Setzt man dazu die verkehrte Zahl (500) der WTG ins Verhältnis, müßten noch etwa 8,83 Mill, greise Menschen auf der Erde Leben. Mit der exakten Zahl von 585 kommt man aber auf nur runde 7,54 Millionen.
Eine Differenz „zum Vorteil" der WTG von knapp 1,3 Millionen Menschen!

„Diese Generation" ist vergangen
HEISST das nun, daß es auf der Erde wirklich noch 7,5 Millionen Menschen gibt, die zur 1914-Generation gehören?
Dies müssen wir verneinen:
1. Die Zahlen stammen aus dem Jahr 1980.
2. Inzwischen werden viele alte Menschen verstorben sein.
3. Zwei Weltkriege haben gerade die Personen dieser Generation in Europa stark dezimiert.
ZUSAMMENFASSEND kann man sagen, daß bei einer Weltbevölkerung von jetzt über 4,5 Mrd. Menschen die 1914-Generation kaum noch zahlenmäßig eine Rolle spielt.
WARUM setzt sich die WTG auch über die Bibel (Ps. 90:10) hinweg, die das Höchstalter eines Menschen auf 70 bis maximal 80 Jahre beziffert?

Wachtturm Nr. 2/84
STUDIENARTIKEL
„Hüte dich vor verderblicher Musik!".
SCHON die Überschrift ist vom musikwissenschaftlichen Standpunkt aus unhaltbar.
Gibt es in der Musik doch verschiedene Gattungen, Formen und Genres. Doch geht es in diesem Artikel im wesentlichen nur um Tanz- bzw. Unterhaltungsmusik, verbunden mit vokaler Interpretation. Dies ist aber nur ein Teilgebiet der Musik, welches nicht verallgemeinerungswürdig ist. So gibt es unzählige Instrumentalwerke für die verschiedensten Besetzungen. Welche davon sind „verderblich"? Wer will und kann beispielsweise eine Sonate nach ihrer „Verderblichkeit" beurteilen?

Andererseits:
WELCHE Musik davon ist „biblisch akzeptabel" (Abs. 22)? In den Augen der WTG natürlich die Königreichslieder. Musik als Kunstrichtung beinhaltet aber mehr als nur den Text, der bestimmte Ansprüche erfüllt. Über den kunstlerischen Wert der „Königreichsmusik" konnte man viel schreiben …
DAS Hauptproblem scheint in folgendem zu liegen:
DIE WTG behauptet, daß durch die Musik Empfindungen wie Sorgen und Freuden ausgedrückt werden können (Abs. 1). Einverstanden, das ist auch durch die Musik möglich. Unterschlagen tun die WT-Schreiber gänzlich den ästhetischen Wert der Musik, d.h. den Entwicklungsschritt, der zu freierer, kunstvoller Gestaltung überging. Gerade dadurch wird die Genußfunktion der Musik bestimmt. Und wenn dem Hörer „verderbliche" Gedanken bei einer Sinfonie kommen, wird daran längst nicht immer die Musik schuld haben.

STUDIENARTIKEL
„Mache nicht vollen Gebrauch von der Welt"
Für wen gilt dies?
EINE - in dieser Form - undurchführbare Anweisung.
Geht es doch der WTG nur darum, die Tätigkeiten eines ZJ, die nicht unmittelbar mit dem „heiligen Dienst" in Verbindung stehen, in Frage zu stellen. Sogar die göttliche Einrichtung der Ehe muß sich dem unterordnen (Abs. 4), deutlicher ausgedrückt: zurückstehen!

GANZ anders sieht die Angelegenheit aus, wenn die WTG ihre Interessen bedroht sieht. Dann wird sehr wohl „voller Gebrauch von der Welt" gemacht, der soweit geht, daß ZJ eine Petition abfassen und ganz weltlich - demokratisch 31 370 Unterschriften von den zum Untergang geweihten Weltmenschen sammeln. Da kommt dann auch der Präsident der WTG mit dem Kolonialminister zusammen. (S. 29)

DIE Vergangenheit hat gezeigt, daß die WTG um ihrer Interessen willen Juristen bemühte, daß sie selber Vertreter in hohen Regierungsämtern in kapitalistischen Staaten hat.
Der „kleine Zeuge" aber muß bluten. Ihm werden gewisse Annehmlichkeiten mißgönnt.
(S. 25, Abs. 16)
Eine feine Praxis!

Wachtturm Nr. 3/84
Geplant für das Paradies
EINE emsige Bautätigkeit im Auftrag und unter der Leitung der Wachtturm-Gesellschaft kann man in Vergangenheit und Gegenwart registrieren.
Fertiggestellt und der Bestimmung übergeben wurden neue Gebäude u.a. in Elfenbeinküste, in Japan, Kanada, Korea und Schweden. Ein Bürogebäude entstand in Brooklyn (New York). Columbia Heights 25.

NEUE Gebäude für Zweigbüros werden gegenwärtig in Australien, Dänemark, BRD, Großbritannien, Indien, auf Martinique, in Mexiko, in den Niederlanden, in Norwegen, Spanien, Südafrika sowie auf den Wachtturmfarmen in den Vereinigten Staaten gebaut. Geplant sind Zweigbüros in Argentinien, Belgien, Chile, Ecuador, Frankreich, Ghana, Haiti, Libanon, Liberia, Neuseeland, Österreich, Peru. Taiwan, Uruguay, Venezuela, Zaire und Zypern. (Siehe Jahrbuch der Zeugen Jehovas 1983, S. 20.)

Forderungen provozieren Fragen
EIN GEWALTIGES VORHABEN!
Zig - Millionen Dollar und unzählige Arbeitsstunden werden zur Realisierung dieser Bautätigkeit erforderlich. Präzise ausgedrückt: gefragt sind Zeit und Geld der Verkündiger!
Einerseits werden sie ermahnt:
„Genauso, wie jemand für einen Notfall etwas sparen mag, so könnten einzelne Zeugen Jehovas, Familien oder Versammlungen regelmäßig etwas als Spende zur Förderung der wahren Anbetung auf die Seite legen."
(WT 23/83, S. 30)
ANDERERSEITS rechnen ihnen die Ältesten beispielsweise vor, daß es kein Problem sei, 90 Stunden monatlich im Predigtdienst (oder auf dem WTG-Bauplatz) einzusetzen.
(WT 3/84. S..11)
DIESE Sklavenhalter-Methoden bewegen so manchen Zeugen, nachzudenken. Wozu solch riesige Bautätigkeit, wenn doch jeden Tag Harmagedon kommen könnte? Gewiß, es soll in der Endzeit ein „größtmögliches Zeugnis" gegeben werden. Waren aber Jesus, seine Jünger und die Christen im ersten Jahrhundert auf pompöse Bauten angewiesen?
Lohnt sich der ganze Aufwand, wenn man bedenkt, daß innerhalb von sieben Jahren (1975 bis 1982) laut Jahrbücher der ZJ weltweit nur ca. 300 000 Verkündiger hinzukamen? Oder ist Größenwahn und Prunksucht der WTG, das ausschlaggebende Moment?

„Neues Licht" von Herrn Barry
DAS Mitglied der LEITENDEN KÖRPERSCHAFT Lloyd Barry sah sich auf der Einweihungsfeier des Zweigbüros auf Tahiti gezwungen, auf dieses Problem einzugehen. (S. 30)
NEBEN dem bekannten Argument des „größtmöglichen Zeugnisgebens" äußerte er einen Gedanken, welcher an Utopie kaum zu überbieten ist:
„Und man hoffe, viele der neuen Gebäude in dem großen Reorganisationswerk nach Harmagedon zu verwenden."

Dabei straft die eigene Lehre der WTG diese Meinung als verlogen. Wenn nämlich wirklich, wie sie behauptet, die zweimalige Zerstörung Jerusalems im Jahre 607 v.u. Z. und 70 u. Z. Harmagedon vorschatten soll, muß man sich logischerweise fragen, wieviel Gebäude der damaligen Zerstörung standhielten. Die Bibel gibt Auskunft:
KEIN STEIN WURDE AUF DEM ANDEREN GELASSENI
(Lukas 19:44)
Lese sich Herr Barry einmal Sprüche 29:20 (NW) durch:
„Hast du einen Mann erblickt, der hastig ist mit seinen Worten? Für einen Unvernünftigen gibt es mehr Hoffnung als für ihn."

Wachtturm Nr. 4/84
Eine falsche Hoffnung der WTG
IN diesem WT' auf Seite 22, Abs. 12 kann man folgende Sätze lesen:
„Haben jedoch die „großen Führer' in den vergangenen 26 Jahren etwas unternommen, um eine totale Vernichtung zu verhindern? Statt dessen geben sie jetzt mehr als eine Million Dollar pro Minute für die" teuflischsten Vernichtungswaffen aus."
Dieser Feststellung muß widersprochen werden!

Vorher jedoch sei die Bemerkung gestattet, daß die WTG hier ein hochaktuelles politisches Thema anschneidet und entsprechende Wertungen daraus zieht. Damit dürfte ihre Behauptung, der WT sei unpolitisch, sehr fragwürdig erscheinen (S. 2).
Das Endziel der sozialistischen Abrüstungspolitik
GENERELL muß man sagen, daß das Endziel der sozialistischen Abrüstungspolitik die allgemeine und vollständige Abrüstung ist. Sie bedeutet die Auflösung der staatlichen bewaffneten Kräfte zur Kriegführung (außer Polizei), Abschaffung aller militärischen Einrichtungen, Einstellung der Rüstungsproduktion und Verminderung der Waffen und der Kriegstechnik, einschließlich der vollständigen Liquidierung der Kernwaffen und anderen Massenvernichtungsmitteln.

Bemühungen im internationalen Maßstab
SCHON in den 20/30er Jahren unterbreitete die UdSSR eine Reihe von Vorschlägen zur allgemeinen und vollständigen Abrüstung und auch zu Teilabrüstungsmaßnahmen.
In den letzten Jahren konnten bereits eine Reihe internationaler Vereinbarungen zur Rüstungsbegrenzung und Abrüstung dank der Initiative der SU getroffen werden.
Multilaterale Vereinbarungen:
- Antarktisvertrag (seit dem 23.6.1961)
- Vertrag über das Verbot der Kernwaffenversuche in der Atmosphäre, im kosmischen Raum und unter Wasser (seit dem 10.10.1963, Mitglieder 1976: 106).
- Vertrag über die. Prinzipien für die Tätigkeit der Staaten bei der Erforschung und Nutzung des Weltraumes einschließlich des Mondes und anderer Himmelskörper (seit dem 10.10.1967, Mitglieder 1976: 71).
- Vertrag über die Nichtweiterverbreitung von Kernwaffen (seit dem 5.3.1970, Mitglieder 1976: 100).
- Vertrag über das Verbot der Stationierung von Kernwaffen und anderen Massenvernichtungswaffen auf dem Boden der Meere und in deren Untergrund (seit dem 18.5.1972, Mitglieder 1976: 58).
- Konvention über das Verbot der Entwicklung, Herstellung und Lagerung von bakteriologischen (biologischen) und Toxin—Waffen sowie über ihre Vernichtung (seit dem 26.3.1975, Mitglieder 1976:64).
- Konvention über das Verbot militärischer und sonstiger feindseliger Anwendung von Mitteln zur Einwirkung auf die Umwelt (seit dem 18.5.1977).

ZWISCHEN der UdSSR und den USA gibt es u. a. folgende bilaterale Vereinbarungen;
- Vereinbarung über Maßnahmen zur Verringerung der Gefahr eines Ausbruchs eines Kernwaffenkrieges zwischen den USA und der UdSSR.
- Vertrag über eine Begrenzung der Raketenabwehrsysteme.
- Abkommen über die Verhütung eines Nuklearkrieges.
- SALT I (Oktober 1972).
- SALT II (1973, von den USA nicht ratifiziert) .
Fazit
SOLLTEN diese Fakten der WTG nicht bekannt sein? Dies ist nicht anzunehmen!
Trotzdem unterschlägt sie wichtige Tatsachen, was dazu führt, daß die objektive Realität nur verzerrt wiedergegeben wird. Wieder einmal muß die Frage gestellt werden, warum die WTG bewußte Täuschungen vornimmt.
-G.R.-

EINE HOHE MISSERFOLGSRATE´
Jugendliche unterm Wachtturm (III)
WER möchte nicht ein glückliches und sinnvolles Leben führen? Jeder Mensch wünscht sich das. Besonders dann, wenn er den größten Teil seines Lebens noch vor sich hat. So werden Ratschläge erteilt. Aber die Praxis zeigt vielfach etwas ganz anderes. Es ist eine Tatsache, daß die meisten Jugendlichen, die im frühen Jugendalter getauft werden, einige Jahre später sich von diesem Wachtturmglauben wieder zurückziehen. Daran können auch einige Ausnahmen, die in den Publikationen der Gesellschaft hervorgehoben werden, nichts ändern. Die Tatsachen in den Versammlungen sprechen eine andere Sprache. Ich möchte versuchen, einige Ursachen näher zu beleuchten, die zu dieser hohen Mißerfolgsrate führen.

Erziehung im Elternhaus
IMMER wieder heben Zeugen Jehovas hervor, daß sie ihre Kinder unter dem Wachtturm zu anständigen, ehrlichen und arbeitsamen Menschen erziehen. An der Aufrichtigkeit dieser Behauptung sollte man nicht zweifeln, auch wenn es Situationen im Leben eines Zeugen gibt, in denen er Kompromisse macht. Trotzdem bemühen sich solche Eltern, ihren Kindern weitgehend den biblischen Rat zu vermitteln.
Doch da fangt es an! Genauer ausgedrückt, die Eltern vermitteln ihren Kindern den biblischen Rat so, wie sie es verstehen! Noch genauer, sie vermitteln ihn so, wie sie es von der Wachtturmgesellschaft gelehrt und erklärt bekommen haben!

Und das bedeutet in der Praxis:
Von frühester Jugend auf wird den Kindern eine strikte und dogmatische Lehre eingeimpft. Das mag sich übertrieben hart anhören. Aber sehen wir doch den Tatsachen ins Auge. Jeder andere als weltlich abgewertete Einfluß ist verpönt.
Es darf nichts so Weltliches an die Kinder herankommen; andere Kinder, Kino, Fernsehen, die meiste andere Literatur und jede andersartige Ideologie, die vor allem sogleich verteufelt wird.
UND wie sieht der Alltag dieses Kindes aus? Studium der vorgesehenen WTG-Literatur, Versammlungen, frühestmögliche Teilnahme am Predigtdienst im WT-Sinne. Wenn Spiele, dann möglichst nur biblische. So wächst das Kind wie in einem Glashaus auf, weltfremd. Aber es kommt einmal in die Schule, und nun stürzt meistens seine so aufgebaute „heile Welt" erst einmal zusammen.

VON den Klassenkameraden und den meisten Lehrern wird es nicht verstanden, und es versteht, sie nicht. Noch immer passen die Eltern auf, daß ja keine „weltliche" Freundschaft entsteht, keine gesellschaftliche Veranstaltung besucht wird. Aber der junge Schüler erkennt, zuerst zwar nur verschwommen, aber dann immer klarer, daß seine Schulkameraden nicht alle „verderbt" sind. Auch, daß manche schulische Veranstaltung gar nicht so schlecht ist, wie seine Eltern zu Hause behaupten.

Und so entwickelt es vielleicht schon in den ersten Schuljahren eine - nennen wir es so - Sympathie für den einen oder anderen Schulkameraden, für den Lehrer.
UND so entstehen - weil die Eltern davon natürlich nichts wissen dürfen - erste, aber gefährliche Konflikte, in der Schule, dann im Elternhaus. Konflikte, die manch einer sein ganzes Leben nicht vergißt.

Aber Eltern noch oberste Autorität
WENN ich von Konflikten spreche, die das junge schulpflichtige Kind beschäftigen, möchte ich damit nicht behaupten, daß es die Ursachen dieser Probleme erkennt. Noch sind für den Schüler die Eltern oberste Autorität. Und was sie sagen, wird bedingungslos befolgt. Auch die von den Eltern gelehrten Wachtturm-Richtlinien werden als selbstverständlich angesehen. Lehren, die hiermit nicht in Übereinstimmung zu bringen sind. lehnt das Kind so automatisch ab. Die elterliche Autorität ist groß.

ANDERERSEITS hat auch dieser junge ZJ das Bedürfnis, mit altersgerechten Kameraden Umgang zu haben, zu spielen, auch in der Schule nicht allein an der Seite zu stehen, anerkannt und akzeptiert zu werden. Und so beginnt er, Kontakte zu Mitschülern aufzubauen. Ihn faszinierte ihre fröhliche Art, die doch so verschieden zu seinen häuslichen Verhältnissen ist.

DAMIT begeht er zwar folgerichtig, aber noch unbewußt, den „ersten Schritt von der WTG weg. Was auch geschieht, wie die Eltern auch reagieren, dieser Schritt ist, angesichts der Wachtturm-Fernhaltemethoden der Eltern, nur natürlich. Früher oder später wird dieser Schritt gegangen, notfalls ohne Wissen der Erziehungsberechtigten. Der Schüler lernt auf jeden Fall andere Lebensauffassungen kennen, die die Wachtturmauffassungen nicht bestätigen, sondern eher widerlegen. Die anderen Menschen sind nicht so „böse" und vernichtungswürdig, wie er sie Wachtturmgemäß sehen soll. Und er registriert das fürs erste, während gleichzeitig ein beachtlicher Erkenntnisstand an Wachtturmlehren entsteht.

Wachtturm-Elternhaus siegt?
WIE die Wachtturmerziehung über das Elternhaus zunächst den Sieg davonträgt und der Jugendliche trotz aller anderen Erziehungs- und Bildungseinflüsse von Schule und Umwelt ein im Sinne des Wachtturm getaufter Zeuge Jehovas wird, schildere ich in der nächsten Darlegung über Jugendliche unterm Wachtturm. -
-G.R.-

UNRUHEN UNTER JEHOVAS ZEUGEN IN DER DDR (IV)
Wer nicht hören will, muß fühlen
ALS wir beim Zusammenstellen dieses Artikels waren, überlegten wir sehr lange, welche Folgen dieser und die nachfolgenden Artikel haben werden. Wir dachten daran, wie Außenstehende und Jehovas Zeugen selbst darauf reagieren werden. Es geht schließlich um Denkanstöße, die für Älteste gedacht sind, es geht um Briefschreiberwünsche. Wir kamen zu folgendem Ergebnis: „Machen wir es doch wie die ersten Christen es taten, sie nannten das Kind beim Namen bzw. den Vorfall, wie er sich zugetragen hat."

DIE Bibel ist in diesem Fall dar beste Ratgeber und gemäß ihren Ratschlägen werden wir nun verfahren. Wir hätten es gern mit den Ältesten unter 4 Augen besprochen, aber die Versuche haben es gezeigt, daß sie sich nur vereinzelt mit CV-Mitarbeiter unterhalten. Würden uns die Briefschreiber aus den Kreisen der Zeugen Jehovas nicht wiederholt darum gebeten haben, hätten wir vielleicht noch Zeit verstreichen lassen, aber sie bestehen darauf, und somit fühlen wir uns dazu verpflichtet.

Briefe und ihr Inhalt
UECKERMÜNDE, TORGELOW, GREIFSWALD, das sind die Orte, die uns erst einmal am Herzen liegen. Man beklagt sich über die Ältesten, Wörtlich heißt es in einem Brief:
„Warum bringen unsere Ältesten nicht den Mut zur Wahrheit und Ehrlichkeit auf?"
DIE Briefschreiber erwähnen wiederholt den Bruder Harald, den Bruder Alfred N., den Bruder Horst A. sowie den Bruder Helmut W. Wir fragen nun Bruder Harald:
„Stimmt das mit den Vorkommnissen in Hammer, hast Du wirklich davon nichts gewußt, auch noch nicht, als Du nach ihrem Tode am Grab die Beerdigungsansprache hieltest?"

Unser Briefschreiber berichtet:
Bei ihrer Beerdigung sagte unser leitender Bruder Harald M.: „Sie war eine treue Zeugin bis an's Lebensende, Jehova möge ihrer gedenken." Nun, Bruder Harald, wie denkst Du darüber, würdest Du in CV dazu einmal Stellung nehmen? Außerdem bittet man darum, daß Du in den Versammlungen, die Du betreust, dazu Stellung nimmst, wodurch Bruder Alfred N. öffentlich in Verruf gekommen ist, denn er ist „schließlich Ältester". Nur ein Hinweis für Dich: Hauskauf, Ausbau und Geldsorgen.

Was hältst Du von dem Ältesten Horst A.? In der „Wochenpost" hat er eine Herrentaschenuhr zum Verkauf angeboten, angeblich ein Liebhaberstück. Der Preis ist mit 2 000.- M angegeben. Ist er wirklich in solcher finanziellen schwierigen Lage, wenn er zu solchen Wucherpreisen übergeht? Sollten Christen, besonders Älteste, die der Herde Gottes mit Vorbild vorangehen sollten, nicht doch lieber von solchen Geschäften Abstand nehmen? Die Briefschreiber erwähnen auch Deine Silberhochzeitsfeier, es wäre gut, wenn Du Deine Feierlichkeiten nicht so anstößig feierst.
WIR wollen an dieser Stelle erst einmal Schluß machen, obgleich noch weitere Vorkommnisse vorliegen, bereinige erst einmal diese wenigen.
Die CV-Redaktion empfiehlt Dir

LIEBER HARALD, gehe nun nicht gleich wie ein Stier auf Deine vermutlichen Opfer los. Damit verschlimmerst Du Deine Lage noch mehr, schaffe Klarheit und Du wirst bald Ruhe haben. Sage es ebenfalls allen anderen Ältesten, die unter Deiner Obhut stehen: Sie möchten sich reinigen. Sie möchten aufhören mit ihren Betrügereien, mit ihren Drangsalierungen und mit voreiligen Gemeinschaftsentzügen, nur weil sie CV lesen und darüber mit anderen Geschwistern sprechen. Gib ihnen den Rat:
Sie möchten vor den Ereignissen in der Weltzentrale nicht die Augen verschließen und abwarten bis die überwiegende Mehrzahl der Geschwister sie dafür zur Rechenschaft zieht. Wir bitten Dich:
BEACHTE UNSEREN RAT!

WAS GESCHIEHT BEIM TOD?
8. Kapitel „Du kannst für immer im Paradies auf Erden leben"
ES ist unbestreitbar., der Tod ist die größte Katastrophe für die Menschheit und er bedroht jeden einzelnen von uns. Selbst junge und kerngesunde Menschen, die voller Zukunftspläne und Lebensfreude stecken, wissen, daß sie dem Grabe unweigerlich entgegengehen. Alle wissenschaftlichen und medizinischen Errungenschaften reichen nicht, um dem Tode auszuweichen.

Ursache des Todes
Wir alle kennen unsere Todesursache:
Adam, unser Stammvater, ließ sich zur Rebellion gegen Gott verleiten und wurde dadurch untauglich, dem Willen und damit dem Ziele Gottes zu entsprechen. Dafür mußte er sterben (l. Mos. 3:19). Adams Sünde ist auch unsere Sünde, sein Tod ist auch unser Tod, denn wir alle sind Adam, der sich in Form seiner Nachkommen über die ganze Erde ausgebreitet hat.
(Römer 5:12)

NIEMALS wieder wird dieser Urteilsspruch Gottes aufgehoben werden, wir alle sind in Adam auf ewig verloren. Das mosaische Gesetz macht dies in erschreckender Weise deutlich.
Das mosaische Gesetz
OBWOHL sich das Volk Israel am Berge Sinai einmütig zu dem Bunde mit Gott bekannte und diesen auch einhalten wollte, war es doch dazu nicht imstande (2. Mo. 19:5,8) Alle Israeliten wußten, es ging um ihr Leben, denn es heißt ja nicht umsonst, der Mensch, der die Satzungen erfüllt, wird durch sie leben (3. Mose 18:4,5). Was so hoffnungsvoll für Israel begann, erwies sich in der Folgezeit als ein Fiasko. Jeder einzelne mußte erkennen, daß gerade dieses Gesetz zum Leben alle Sündhaftigkeit schonungslos aufdeckte und verhängnisvolle Folgen für den einzelnen und für das ganze Volk hatte.

Der Apostel Paulus schilderte die Ursache dafür im Rückblick wie folgt:
„Denn solange wir so lebten, wie wir von Natur sind, wirkten in unsern Gliedern die sündigen Leidenschaften, die durchs Gesetz erregt wurden, so daß wir dem Tode Frucht brachten … Was sollen wir denn nun sagen? Ist das Gesetz Sünde? Gewiß nicht! Aber erst durch das Gesetz lernte ich die Sünde kennen. Denn ich hätte nichts von der Begierde gewußt, wenn das Gesetz nicht gesagt hätte: 'Du sollst nicht begehren!' Die Sünde aber nahm das Gebot zum Anlaß und erregte Begierden aller Art, denn ohne das Gesetz ist die Sünde tot. Ich lebte einst ohne Gesetz, als aber das Gebot kam, wurde die Sünde lebendig, ich aber starb. So kam es, daß das Gebot, das doch zum Leben gegeben war, mir den Tod brachte."
(Röm. 7:5, 7-10; Lu. 75)

Welch eine Hoffnungslosigkeit! Wirklich?
Jesus Christus - unser Erlöser
EIN zweiter Adam trat auf den Plan. Ein Adam dem Fleische nach, dem Geist nach aber Gott. Dieser sündigte niemals und wurde dennoch wie ein Verbrecher ans Kreuz geschlagen (Phil, 2;5-8). Sein Tod war ungerecht und wurde durch die Auferstehung in Herrlichkeit wieder rückgängig gemacht. Jedoch hatte dieser zweite Adam, Jesus Christus, nach wie vor ein Anrecht auf seinen am Kreuz geopferten „Adam", denn in dieser Gestalt hatte Jesus nie gesündigt.

Er bekam ihn von Gott rechtmäßig in Form der gesamten Adams-Nachkommenschaft zurück. So ist Jesus Christus unser neuer, der Ewig-Vater geworden.
Jes. 9:5; l. Kor. 15:21,22)

Aus Geist neu geboren
DIESE neue Vaterschaft hat weitreichende Folgen. Durch den Glauben an Jesus Christus wird uns aus Gottes Gnade ein neues, aus Geist geborenes Leben geschenkt. Wir sind somit aus dem Tode Adams erlöst und in Christus Gottes Kinder geworden (Joh. 1:12.13; 3:3-6). Somit hat der Tod Adams über uns keine Gewalt mehr.

Die Seele
DIE Seele, die sündigt, muß sterben
(Hes. 18:4).
SO glashart traf Gottes Urteil die Sünde und den Sünder zu alttestamentlicher Zeit, einer Zeit des Gesetzes, in der die Gnade noch ausgenommen war. Mit Jesus Christus aber ist für uns vieles anders geworden. Seine Auferstehung bedeutet Leben, denn der Sohn Gottes hat das Gesetz durch sein Handeln nicht etwa außer Kraft gesetzt, sondern erfüllt (Matth. 5:17, 27:51-53)!

Aus diesem Grund können wir uns auf seinen Opfertod berufen, indem wir im Glauben auf ihn blicken und so der Gnade Gottes teilhaftig werden» Auf diese Weise ist der Glauben an Jesus Christus uns zum Heil geworden. Das verbindliche Wort des Herrn dazu lautet:

„Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, selbst wenn er stirbt; und wer lebt und an mich glaubt, der wird niemals sterben."
(Joh. 11:25,26; Lu. 75)
-MSH-

AUS DER VERSAMMLUNG WISMAR
„Sie vertraute den Ältesten"
HANDELN Älteste der WTG immer schriftgemäß? Sind sie sich dessen bewußt, wie sie ihre Schafe leiten und führen sollen? Nehmen sie sich immer ein Beispiel an Jesus Christus, dem guten Hirten? Ist es den WTG-Oberen bekannt, was er über die Pharisäer und Schriftgelehrten der damaligen Zeit zu seinen Jüngern sprach:
„Alles daher, was sie euch sagen, das tut und haltet, aber handelt nicht nach ihren Taten, denn sie sagen es wohl, handeln aber nicht dementsprechend."
(Matthäus 7:15-20)

AUSSERDEM könnte man für viele WTG-Älteste die bekannte Bibelstelle zitieren:
„An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen …„ (Matthäus 7:15-20).
ALLE diese Fragen und Bibelstellen gehen einem durch den Sinn, wenn man die Handlungsweise einiger Verantwortlicher der WTG sieht. Sie interessiert es oft nur wenig, daß durch ihre Handlungen Versammlungsglieder enttäuscht werden. So kann dies auch auf einen Ältesten in der Versammlung Wismar Anwendung finden.

Enttäuschtes Vertrauen
EINE ältere Schwester, die über 30 Jahre Zeugin Jehovas war und großes Vertrauen in einen „angesehenen" und „gestandenen" Ältesten setzte, wurde gerade durch diesen „links liegengelassen" und beging schließlich Selbstmord.
EINE Zeitlang gehörte sie seiner Studiengruppe an, wurde dann aber in eine andere Gruppe, der ein Dienstamtgehilfe vorstand, versetzt. Der Studienleiter dieser Gruppe wurde des öfteren von dem besagten Ältesten ermahnt, daß er sich um diese Schwester zu bemühen habe, so wie es die Bibel verlangt, daß er, falls sie mehrmals die wöchentliche Zusammenkunft nicht besuche, sie baldigst zu ermuntern habe, ihre geistigen Pflichten nicht zu vernachlässigen.

WIE ihm aufgetragen, tat es dieser Bruder auch und ermunterte sie immer wieder mit Erfolg, zum WT-Studium anwesend zu sein. Nach ca. 2 Jahren ergab es sich, daß ein Platz in der Studiengruppe des besagten Ältesten, der diese Schwester vorher angehörte, frei wurde. Da es von jeher ihr Wunsch war, wieder in die alte Studiengruppe zurückzukehren und die Schwester großes Vertrauen zu dem Altesten hatte, wurde ihrem Wunsch entsprochen.
NUN mag man annehmen, daß ab jetzt alles in bester Ordnung war und dieser „vertrauenswürdige Älteste" sich in vorbildlicher Weise um diese Schwester kümmerte. Aber weit gefehlt. Er suchte sie nicht zu Hause auf und hielt sie nicht dazu an, zum WT-Studium zu erscheinen oder fragte sie nicht nach eventuellen persönlichen Sorgen oder Problemen, die vielleicht bestanden haben. Dieser Zustand dauerte ein Jahr lang. dann nahm sie sich das Leben durch Gas.

HÄTTE dieser WTG-Älteste, der andere stets darauf hinwies, sich um die Kranken und Alten in der Versammlung zu kümmern, nach den anfangs erwähnten Bibelworten gehandelt, wäre dann dieser Selbstmord nicht passiert? Wahrscheinlich nicht, denn sie wurde ja von den „lieben Ältesten" mit ihren Sorgen und Problemen allein gelassen.
So kann man nur über die Handlungsweise vieler WTG-Verantwortlicher sagen:
„AN IHREN FRÜCHTEN
WERDET IHR SIE ERKENNEN…"!
-RSW-

LESERZUSCHRIFTEN
EINE recht widerspruchsvolle Angelegenheit wollen wir Euch heute zur Kenntnis bringen.
Immer wieder schreiben uns Zeugen Jehovas, daß sie uns bei der Polizei anzeigen oder beim Gericht verklagen wollen, wenn wir ihnen weiter CV senden. Worin besteht der Widerspruch, besser gesagt der Widersinn?
NUN, oft ist von Jehovas Zeugen zu hören, daß sie in vielen Dingen gegen die staatliche Obrigkeit sind, wenn sie auch die Gesetze und die Staatsmacht mehr oder weniger anerkennen müssen.

IST es nicht zum Staunen, daß es gerade Zeugen Jehovas sind, die nun plötzlich die so oft geschmähte Obrigkeit bemühen wollen, um etwas gegen unsere Zeitschrift zu unternehmen? Verzeiht uns, aber, solche Ansinnen lassen uns immer ein wenig lächeln, weil sie doch Rat- und Hilflosigkeit der Zeugen Jehovas gegen unsere bewiesenen Wahrheiten, zeigen. Um einen oft gebrauchten Satz der WTG zu übernehmen:

„Jehova fördert mit seiner wirksamen Kraft die Werke, die in seinen Augen gut und in der Wahrheit sind."
OFFENSICHTLICH gehört dazu CV, die letzten Jahre zeigen es immer deutlicher!

„Christliche Verantwortung": Herausgeber Henry Werner; DDR 6500 Gera, Otto-Dix-Str. 6
Preis: 0,20 M; Jahresabonnement: 2.- M; Versand auch kostenlos
Konto-Nr.: 4564-30-1952; Genossenschaftskasse für Handel und Gewerbe. Gera

A 678/84 V 7 l 1321 N 2

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