Kommentare zu den eingescannten CV-Ausgaben
Wieder einmal glänzt" diese
CV-Ausgabe auch durch das waschen dreckiger Wäsche". Das in Familien, wo nur
ein Teil zu den Zeugen Jehovas übertritt, Spannungen vorprogrammiert sind, ist eine
Binsenweisheit. Auch eine Binsenweisheit ist, dass diese Spannungen sich in nicht
tolerierbaren Handlungen niederschlagen können. Insofern ist der Bericht über solche
Verhältnisse noch hinnehmbar. Nicht hinnehmbar ist jedoch meins Erachtens auch die bei
einem solchen Bricht mit eingekoppelte Drohbemerkung:
Wobei er auf persönliche Vorteile sehr wohl bedacht ist. So
trat er aus gesellschaftlichen Organisationen aus, blieb aber im FDGB um der Ferienplätze
willen. Wenn es um sein Vergnügen geht. nimmt er es mit seinen Glaubensgrundsätzen nicht
so genau. Er besuchte z.B. eine gesellige Veranstaltung, die von der DSF organisiert
wurde. Sicher ist er bei seinen Glaubensbrüdern als Linientreuer gut angesehen.
Andererseits verdrischt er seine
Familie. Er beteiligt sich nicht an stattfindenden Wahlen, nahm aber eine schöne
Neubauwohnung vom Staat als Selbstverständlichkeit entgegen."
CV CHRISTLICHE VERANTWORTUNG
MONATSSCHRIFT DER STUDIENGRUPPE CHRISTLICHE VERANTWORTUNG
BEGRÜNDET 1959 VON WILLY MÜLLER, GD, GERA/THÜR, DDR
NR. 175 GERA FEBRUAR 1984
EDLER GESINNT SEIN UND PRÜFEN
Wir prüfen die WT's Nr. 15, 16 und 17/83
AUS DER VERSAMMLUNG ROSTOCK
Brutales Vorgehen eines Zeugen Jehovas
WER IST GOTT?
4. Kapitel aus Du kannst für immer im Paradies auf Erden
leben"
UNRUHEN UNTER JEHOVAS ZEUGEN IN DER DDR (II)
ERNEUTER UMBRUCH IN DER ÄLTESTENSCHAFT
Nacht- und Nebel-Aktion" der WTG
Bemerkenswerte organisatorische Maßnahmen werden in den Versammlungen zur
Zeit besprochen und durchgeführt. Maßnahmen, die von der WTG IM GEHEIMEN vorbereitet
wurden und die am 10. April 1983 oder kurz danach den ZJ vorgelesen wurden. Worum geht es?
Warum erachtete es die Organisation für notwendig, eine solche Nacht-und
Nebel-Aktion" durchzuführen?
Geheime Verschlusssache
DENN darum handelt es sich ja schließlich. So steht es auf dem
Manuskript zuoberst:
DIESE INFORMATIONEN SIND BIS ZUM 10. APRIL 1983 STRENG VERTRAULICH
ZU BEHANDELN."
DIESE Ausdrucksweise mutet bei einer religiösen Organisation doch recht
merkwürdig an. Es werden also Dinge besprochen, die für die WTG ein sehr heißes
Eisen" sind.
Ein neues Buch erscheint
SO ist es auch. Der Titel Organisiert, unseren Dienst
durchzuführen" läßt schon die Brisanz dieses Themas erkennen. Es geht also um die
Organisation, um die Mutter", um den geheimnisumwobenen Körper, der für den
einfachen Zeugen etwas rätselhaftes und ganz und gar nicht MÜTTERLICHES ist.
Da taucht auch bald der Begriff geistige Sicherheit" auf. Der eingeweihte ZJ wird jetzt wissen, daß sich dem alles unterordnen muß. Damit aber die geistige Sicherheit" gewährleistet wird, bedarf es anscheinend auch unter dem Volke Jehovas Reglementierungen. Und so kündigt die Gesellschaft ihr neuestes Buch Organisiert, unseren Dienst durchzuführen" an, welches das 1972 herausgegebene Organisationsbuch ersetzen soll.
Was wird mit diesem Buch bezweckt?
Jetzt ist keine Zeit für unabhängiges Denken oder entzweites
Handeln.
als eine vereinte Körperschaft zusammenzuarbeiten. Als eine einzige
organisierte Herde
Es folgen biblische Darbietungen über die theokratische
Unterordnung und den Grundsatz der Leitung durch ein Haupt
"
WARUM wird gerade dieser Thematik so viel Wert beigemessen? Anscheinend
gab und gibt es hier für die WTG große Probleme! Dafür nun aber dieser ganze Aufwand?
DAS Brisante hob man sich für den Schluß auf.
Vom 2. Mai 1983 an werden vorsitzführende Aufseher ernannt, die nicht
mehr turnusgemäß wechseln werden. Bis zum Ende des Kalenderjahres soll diese Maßnahme
abgeschlossen sein.
Warum diese Maßnahme
HIERZU ist ein Blick in die WTG-Geschichte notwendig.
BIS zum Jahre 1972 gab es in jeder Versammlung Brüder, die mit bestimmten
Aufgaben betraut waren. Es waren meist 3 Personen, die unter Leitung des vorsitzführenden
Aufsehers auf unbestimmte Zeit diese Tätigkeit durchführten. Das System funktionierte
über Jahre, hatte aber einen Nachteil für die WTG:
DER vorsitzführende Aufseher verfügte aufgrund seines Amtes über einen großen Einfluß in der Versammlung und hatte somit die Möglichkeit, eigene Ideen und Vorstellungen unter die Zeugen zu tragen. Dadurch sah die Organisation die viel zitierte geistige Sicherheit" gefährdet.
So dachte man sich ein neues System aus:
DIE 3 Ältesten behielten ihre Funktionen jeweils nur ein Jahr lang und
tauschten danach ihre Posten aus.
Somit konnte sich keiner Extravaganzen erlauben, aber die WTG hatte sich
damit ein Chaos organisiert.
Jedem Ältesten mußte erst seine Aufgabe erklärt werden und hatte er sie
endlich verstanden, war meistens das Dienstjahr fast wieder vorbei. Schließlich wälzte
jeder seine unerledigten Aufgaben auf seinen Nachfolger ab.
So konnte es also nicht bleiben.
DA fiel den verantwortlichen Brüdern in Brooklyn ein, daß in der Bibel
Personen geschildert werden, deren Aufgabe es war, schriftliche Aufzeichnungen zu machen.
Also führte man das Dienstamt eines Sekretärs im Jahre 1977 ein. Dieser unterlag nicht
dem wechselnden Zyklus.
Dies wird dazu führen, daß die Aufzeichnungen ordentlich geführt
und verwahrt werden, was im Einklang mit dem biblischen Grundsatz von l. Kor. 14:40
ist."
(KD XII/77)
War das nun der Stein des Weisen"?
Ein Ältester berichtet
Mit der Ernennung von Sekretären kamen auf uns neue Probleme hinzu.
Da sie über alle Unterlagen verfügten, kannten sie sich bald in der organisatorischen
Arbeit bestens aus. Obgleich sie eigentlich nur zu Hilfsarbeiter ernannt worden waren,
entwickelten sie sich nun zum ideologischen Mittelpunkt. Bald wiesen sie quasi die
Ältesten in ihre Aufgaben ein, da sie über die Erfahrungen der vorangegangenen
Dienstjahre verfügten. Der vorsitzführende Älteste wurde zur Galionsfigur.
So kam es zu Zank und Streit um Kompetenzfragen und sogar zu Spaltungen
innerhalb einiger Ältestenschaften."
Die Wiedereinführung des Dienstamtes eines vorsitzführenden Aufsehers
auf unbestimmte Zeit wird die Sekretäre wieder entmachten.
Das wird so manchem nicht gefallen!
Wie wird es weitergehen!
Vorerst hat die WTG einen Vorteil:
SIE kann und wird ihre Scharfmacher, fanatische Älteste, in die höchste
Versammlungsposition katapultieren. Aber auch aus Fanatikern werden oft Realisten. Und
dann sind wir wieder dort angelangt, wo wir 1972 schon einmal waren. Nun, wir werden
sehen. Die Ältesten werden sich jetzt um die Funktionen schlagen. Ein fetter Bissen wurde
ihnen zugeworfen, der nicht auf der Speisekarte stand. Für viele wird er bitter
schmecken, denn die Würfel sind schon gefallen. Die Ernennung ist nur noch eine
Formalität.
Darum auch die Nacht- und Nebel-Aktion".
Die geistige Sicherheit" veranlaßt dazu.
Fortsetzung in CV Nr. 176/84.
EINE VERBLÜFFENDE EINSICHT!
BLOSS weil es einen Gott gibt und eine Schöpfung, muß man doch nicht ein
WT-ZJ sein oder bleiben!
Die WTG hat doch nichts von Gott, sondern entwickelt doch nur eigene
Ansichten über Gott, die sie laufend verwerfen und verändern muß.
Die WTG stützt sich doch nur auf die Bibel als Autorität, und das muß doch geprüft werden, kann man sich doch richtig oder falsch darauf stützen! Stützen ist nämlich nur ein anderes Wort für auslegen. Oder für erklären! Denn auf die Bibel stützen sich alle christlichen Kirchen und Gemeinschaften, jede auf ihre Weise. Und die WTG ebenfalls auf ihre Weise! Das Stützen an sich besagt also überhaupt noch nichts über die Richtigkeit oder Falschheit dessen, was man da macht!
EDLER GESINNT SEIN UND PRÜFEN APG 17:11
Der WACHTTURM
WIR PRÜFEN DIE WACHTTÜRME NR. 15, 16 UND 17/83
WT Nr. 15/83
STUDIENARTIKEL
l :
Glücklich, obwohl verfolgt!"
2:
Christen ertragen Verfolgung mit Geduld"
Jehovas Zeugen wollen keine Märtyrer sein. Sie wissen jedoch, daß
'alle, die in Gemeinschaft mit Christus Jesus in Gottergebenheit leben wollen, auch
verfolgt werden' (2. Timotheus 3:12)."
(S. 18 Abs. l)
Denke auch darüber nach, wie Jehova seine neuzeitlichen Diener zum
Beispiel in den Konzentrationslagern der Nationalsozialisten und in kommunistischen
Gefängnissen unterstützt hat."
(S. 20 Abs. 11)
Fazit:
Jehovas Zeugen wurden in kommunistische Gefängnisse" gesperrt,
nur weil sie in Gemeinschaft mit Christus Jesus in Gottergebenheit leben
wollten?" Oder?
UNTERSUCHEN wir kurz die Tatsachen, die zu dem Verbot der Organisation der
Zeugen Jehovas in der DDR im Jahre 1950 führten und in dessen Folge auch ZJ inhaftiert.
wurden.
Die Fakten sprechen für sich
BEGNÜGEN wir uns mit einigen wenigen Zitaten aus der ZJ-Literatur, die
für sich sprechen:
ERWACHET!", Bern, 22. Dezember 1947
Seither hat sich für das deutsche Volk in politischer Hinsicht
nicht viel gebessert, und die wirtschaftliche Lage hat sich sehr verschlechtert
Zwar existieren die Konzentrationslager der Gestapo nicht mehr, doch fühlt sich die
breite Volksmasse hier in der östlichen Zone im allgemeinen nicht viel freier als zur
Nazi-Zeit. Eine weitgehende Kontrolle wird auf allen Gebieten ausgeübt, und die
angewandten Methoden ähneln oft den nazistischen. Die Meinung ist vorherrschend, daß die
Russen unbedingt verschwinden müssen, weil es solange keine wirklich freiheitliche
Entwicklung gibt."
WACHTTURM" vom l. April 1950
Hier wurden Erich Frosts Hetztiraden abgedruckt, die er auf dem
Bezirkskongreß 1949 in der Westberliner Waldbühne" von sich gab:
Ist der Bolschewismu s schöner als andere Systeme? Glauben die
Kommunisten, daß das, was Hitler begonnen hat, von ihnen vollendet werden müsse! Wir
fürchten die Kommunisten genau so wenig, wie wir die Nazis gefürchtet haben!
Mit diesen packenden Worten begegnete der Wortführer der in Berlin
versammelten Zeugen Jehovas der Herausforderung gewisser roter Extremisten der Ostzone.
Diese wenigen Worte sprechen Bände."
Das kann man wohl sagen! Welche Regierung läßt sich wohl so etwas
gefallen?
Aus der Vergangenheit nichts gelernt
WACHTTURM." 15. Februar 1965 Die Zeugen Jehovas in
Ostdeutschland mußten zuerst auf das Ende der Naziherrschaft Hitlers warten, und jetzt
müssen sie das Ende der neuen totalitären Regierung abwarten, die die Naziregierung
ablöste, das Ende der kommunistischen Regierung, die von dem zur Zeit von Breshnew
beherrschten Sowjetrußland abhängig ist."
JAHRBUCH 1977", Seite 180
Hier lesen wir den Ausspruch von Henschel, Mitglied der leitenden
Körperschaft:
Außerdem wies er darauf hin. daß die biblische Bildung die beste
Verteidigung gegen den atheistischen Kommunismus sei."
Wird schließlich in diesem WT nicht auch Nazismus und Kommunismus auf die
gleiche Stufe gestellt?
Die Urheber dieser Schriften entziehen sich ihrer Verantwortung. Die
Konsequenzen einer solch verwerflichen Handlungsweise verspüren aber uneinsichtige ZJ in
den betreffenden Ländern!
WT Nr. 16/83
STUDIENARTIKEL
1:
Die vier Reiter unterwegs - ein Zeichen"
2:
Nach dem Ritt der Apokalyptischen Reiter - ein wunderbares
Werk"
Entzücken oder Enttäuschung
Auf Seite 16 Abschnitt l und 2 wird geschildert, wie der damalige
Präsident Russell am 2. Oktober 1914, vor der Bethelfamilie die Worte ausrief:
Der 'Heiden Zeit' ist nun zu End', der Kön'ge tag vorbei."
WIE bedeutsam war dieser Ausspruch? Zwar wird er als Sensation
dargestellt, zumal sich dadurch die schon 1876 von Russell gegebene Prophezeiung
bezüglich des Jahres 1914 als richtig erwiesen hätte.
Ein Segen Jehovas?
BEZEICHNENDERWEISE verschweigt man aber den wichtigen Fakt, daß gerade derselbe Präsident Russell in seinen Schriftstudien", Band 2, unter dem Titel Die Zeit ist herbeigekommen" behauptet hatte, im Jahre 1914 würde der Krieg des großen Tages Gottes des Allmächtigen" zu Ende gehen (Seite 97). Die damaligen Bibelforscher erwarteten somit, in dieser Zeit in den Himmel entrückt zu werden.
WELCHE Enttäuschung muß es für sie gewesen sein, statt der
erwarteten Entrückung nur das Ende der Zeiten der Nationen" mitzuerleben!
Der 1. Weltkrieg und seine Ursachen
SO, wie der Studienartikel mit Halbwahrheiten anfängt, geht es auch
weiter. Man lese nur auf Seite 23 den Abschnitt 6:
Dieser Bericht gibt die Schuld am Ersten Weltkrieg, der vom 28. Juli
1914 an 8 Millionen Menschenleben forderte, uneingeschränkt dem Teufel und seinen
Dämonen."
DIE Menschen, die diesen Weltbrand anzettelten, trifft also keine Schuld?
Verschwiegen wird die Hauptursache der Entstehung des l. Weltkrieges, nämlich, die
ungleichmäßige Entwicklung der Länder und die um 1900 beendete Aufteilung der Welt, die
zum Kampf um die Neuaufteilung der Welt führte.
WIEVIEL bequemer ist es auch, Satan die ganze Schuld in die Schuhe zu
schieben und das eigene Weltsystem, welchem man in Brooklyn angehört, zu schonen!
Wer trägt die Verantwortung?
GERADE die Früchte des Kapitalismus bzw. Imperialismus sind es, wenn es
unterernährte Menschen gibt, wenn die Lebensmittel in bestimmten Gebieten der Erde zu
knapp vorhanden sind, wenn die Armen ihre grundlegenden Bedürfnisse nicht befriedigen
können. Da dieses Weltsystem immer wieder kriegerische Auseinandersetzungen androht und
anstiftet, werden auf der ganzen Welt Milliarden in die Rüstung gesteckt, die z.B. bei
der Bekämpfung von Krankheiten besser angewandt wären. (Siehe Seite 26 Abschnitt 15.) Es
gibt also ganz objektive Ursachen für bestimmte Erscheinungen auf der Erde, womit das
legendäre Jahr 1914, welches auch nicht biblisch gestützt werden kann, nicht viel zu tun
hat.
WT Nr. 17/83
STUDIENARTIKEL
1:
Die Ehe ehrbar halten"
2:
Ihr Ehemänner, zeigt aufopfernde Liebe!"
INTERESSANT und zugleich aufschlußreich ist es, den Anfang des ersten mit
dem Ende des zweiten Studienartikels zu vergleichen.
Einerseits wird festgestellt, daß es auch unter Zeugen Jehovas Ehen gibt.
die ein äußerst gespanntes Verhältnis" kennzeichnet (Abs. 2). Als Ursache
wird mangelnder Gedankenaustausch festgestellt (Abs. 3).
SEHR interessant ist ein Satz, auf den wir weiter unten noch einmal
eingehen werden:
Bestimmt sollten andere berücksichtigen, daß ein Ehepaar Zeit für
sich selbst braucht, und sie sollten sich nicht ungebührliche Freiheiten herausnehmen
noch Aufmerksamkeit beanspruchen, die eigentlich dem anderen Ehepartner zusteht. (Sprüche
25:17)." Absatz 5
Andererseits wird behauptet, dass ein Mann noch größere Pflichten
in der Versammlung" habe. Somit könne er nicht immer die seelischen Bedürfnisse
seiner Frau befriedigen (Abs. 20, 21, 22).
Das Trostpflaster hat man aber bereitgelegt.
Viele von euch Ehefrauen .haben schon oft in selbstloser Weise
gewartet, während sich der Ehemann notwendiger Aufgaben in der Versammlung annahm. Ihr
seid wirklich zu loben!" (Abs. 23)
Reicht ein Lob aus?
ALSO, ihr Ehemänner, lobt eure Frauen einfach öfter, wenn ihr täglich
recht spät von euren größeren Pflichten in der Versammlung" nach Hause
kommt. Euer Eheleben wird dann glänzend sein. Oder doch nicht? Vielleicht finden sich
aber die Ehefrauen mit ihrer Lage nicht ab. Was dann?
Der wahre Grund
DAS beste Bemühen, Gedankenaustausch gemeinsam zu pflegen, wird
zwangsläufig dann scheitern, wenn objektiv keine Zeit dafür vorhanden ist.
Wenn aber ein Mann in geistiger Hinsicht 'Fortschritte macht und die
Eigenschaften eines guten Ehemannes aufweist, werden ihm wahrscheinlich Dienstvorrechte in
der Versammlung übertragen. Diese Vorrechte werden etwas von der Zeit beanspruchen, die
er zuvor mit seiner Frau verbrachte." (Abs. 22)
HIER liegt also der Hase im Pfeffer". Zugespitzt lautet die
Wahl, vor der ein Ehemann steht:
Dienstvorrecht oder eine gute Ehe. Beides zu vereinen - dies zeigt die
Praxis -. ist fast unmöglich. So kann man besonders bei den Ehen von Ältesten das schon
erwähnte äußerst gespannte Verhältnis" beobachten, Sie sollen sich für
ihre Herde" aufopfern. Für Probleme anderer sollten sie stets ein offenes Ohr
haben. Wer kann es nun auch den Fragenden verdenken, wenn sie sich an den Ältesten
wenden? Dies geschieht zwangsläufig recht oft. Gerät das aber nicht im Widerspruch zu
dem oben zitierten Text, Abs. 5 Seite 13? Von den mehr oder weniger wichtigen
Dienstbesuchen der Ältesten untereinander ganz zu schweigen! Was also tun? Wie kommt man
zu mehr Zeit?
Welche Hilfe bot; dieser Wachtturm? -G-
UNRUHEN UNTER JEHOVAS ZEUGEN IN DER DDR (II)
Tatsachenberichte
IN unserem ersten Artikel über Unruhen unter Jehovas Zeugen in der
DDR" berichteten wir, daß auch Jehovas Zeugen in der .DDR stark beunruhigt darüber
sind, daß es in der Weltzentrale der Zeugen Jehovas zu schweren Auseinandersetzungen
gekommen ist. In diesem Artikel werden wir nachweisen, daß unruhevolle Zustände unter
Jehovas Zeugen nicht erst seit dem Aufstand in der Weltzentrale im Gange sind. Diese
Unruhen bestehen bereits seit dem Jahre 1975. Die Gründe dafür waren damals die
waghalsigen Voraussagen der LEITENDEN KÖRPERSCHAFT über das angeblich bevorstehende Ende
der Welt. Kurz nach 1975 stellten Jehovas Zeugen endlich fest, daß sie falsch belehrt
wurden. Natürlich war damals die Enttäuschung groß.
Wie konnte es eigentlich zu so einer Enttäuschung kommen?
Das sind die Tatsachen
MAN hatte fast bedingungslos dem treuen und verständigen Sklaven
geglaubt. Bis 1975 hofften die meisten, daß im Herbst des Jahres 1975 das Ende der Welt
kommt. Die Weltzentrale der Zeugen Jehovas hatte es meisterhaft verstanden, vor 1975, eine
vorzügliche Weltuntergangsstimmung zu erzeugen. Kurze Auszüge aus den Zeitschriften der
Zeugen Jehovas werden das bestätigen.
Wachtturm l.. l. 1967, Seite 20-23
IN diesem Wachtturm wird ein Kongreßbericht geschildert, worin es heißt;
Auf der Versammlung in Baltimore gab Bruder Franz in seinen
Schlußworten interessante Kommentare über das Jahr 1975." Auszugsweise heißt es
dann weiter:
Was ist nun mit .dem Jahr 1975? Was wird es bedeuten, liebe Freunde?
fragte Bruder Franz. Bedeutet es, daß Harmagedon dann vorüber und Satan bis zum Jahre
1975 gebunden ist? Es könnte das bedeuten! Es könnte das bedeuten!
Alle Dinge sind bei Gott möglich."
Wie ging es weiter
DAMIT das, was nun einmal angedeutet wurde auch ernsthaft geglaubt werden
konnte folgte eine Reihe weiterer Veröffentlichungen. Diese lauteten so.
Erwachet" 8, 4. 1969. Seite 13/14
Was werden die 1970ziger Jahre bringen? Die Tatsache, daß mehr als
vierundfünfzig Jahre der Zeitspanne, die als die letzten Tage" bezeichnet
wird, verflossen sind, ist hoch bedeutsam: Im Höchstfall dauert es nur noch wenige Jahre.
bis Gott das verderbte System der Dinge, das jetzt die Erde beherrscht, vernichten
wird."
Erwachet" 22. 8. 1969, Seite 15/16
Wenn du ein junger Mensch bist. so mußt du dir auch über die
Tatsache im klaren sein. daß du in diesem gegenwärtigen System der Dinge nie alt werden
wirst. Wieso nicht? Weil alle Beweise in Erfüllung biblischer Prophezeiungen anzeigen,
daß dieses verderbte System in einigen wenigen Jahren enden soll."
Und als Höhepunkt wurde 1972 noch einmal daran erinnert:
Erwachet" 22. 4. 1972, Seite 26-28
Unsere Generation wird das Ende der gegenwärtigen Ordnung mit ihren
streßerzeugenden Problemen erleben. Wir haben sogar berechtigten Grund zu der Hoffnung,
daß eine neue, von Gott geschaffene Ordnung noch im Laufe des gegenwärtigen Jahrzehnt
anbrechen wird."
Wie aber sah die Wirklichkeit aus
DAS Jahr 1975 ging ohne jede biblische Erfüllung zu Ende. Die
Enttäuschung: war groß.
Und mit dieser Enttäuschung kam auch der Abfall von dieser Organisation.
Es war ein Trauerspiel, so etwas muß man selbst einmal miterlebt haben, um das mitfühlen
zu können. So begann ab 1976 eine schwere Zeit für all die Zeugen Jehovas, die es,
vorgezogen hatten, noch mit der Organisation verbunden zu bleiben. Es entstand nämlich
bei vielen nun die Frage wohin gehen?" Nun kam in den Versammlungen die ganz
natürlich zu erwartende Unruhe auf. Es gab schwere Auseinandersetzungen zwischen den
einfachen Verkündigern und ihren Versammlungsältesten. Diese Unruhe flammte trotz
Unterdrückung immer wieder neu auf. Aussprachen, Warnungen und Gemeinschaftsentzüge
waren an der Tagesordnung. Wie man von seiten der Versammlungsältesten dabei vorging,
werden wir in der nächsten Ausgabe schildern, um warnende Beispiele denen vor Augen zu
führen, die heute immer noch glauben: Ach, Jehovas Zeugen sind ja gar nicht so, das
sind doch liebe Menschen, die nur nach Gerechtigkeit trachten und die Wahrheit
verteidigen."
-CVN-
BRD FÄLLT AUF DEN VIERTEN PLATZ ZURÜCK
WTG-STATISTIK 1982
DIE Anzahl der aktiven Zeugen Jehovas in der Bundesrepublik Deutschland
und West-Berlin wird für 1982 mit 108.923 angegeben; das sind 2 547 mehr als im Vorjahr (vgl. Der Wachtturm" Nr. 7/1983).
DAMIT ist die Bundesrepublik - im Weltmaßstab gesehen - vom dritten auf
den vierten Platz gerückt. An ihre bisherige Stelle trat nun Mexiko mit 112.823
Verkündigern (8% Zunahme im letzten Jahr). Die beiden ersten Plätze sind von den USA
(613.007 Verkündiger, 3% Zunahme) und Brasilien (133.377 Verkündiger, 7% Zunahme)
belegt. Insgesamt ist die Wachtturm-Gesellschaft in 205 Ländern der Welt vertreten mit
einer Gesamtzahl von 2.477.608 Verkündigern. In etwa der Hälfte dieser Länder gibt es
allerdings weniger als l 000 Zeugen Jehovas, in 53 Ländern sogar weniger als 100,
worunter sich auch 12 Staaten bzw. kleine Inseln mit weniger als 10 Zeugen befinden. Nicht
namentlich genannt sind 28 Länder, in denen die Zeugen Jehovas verboten sind; nach
unvollständigen Berichten wird hier eine Gesamtzahl von 220.261 Verkündigern angegeben,
bei einem minimalen Wachstum von 0,3%. Sehr niedrig sind die Zahlen in den islamischen
Ländern, z.B. in der Türkei 776, in den nordafrikanischen Ländern (ohne Ägypten)
zusammen 81; die Entwicklung ist hier rückläufig.
DIE detaillierten Statistischen Angaben der Zeugen Jehovas, die sogar die Einsatzstunden ihrer Verkündiger festhalten, erlauben es, zu untersuchen, welcher Aufwand zur Gewinnung neuer Mitglieder nötig ist, Weltweit wurden 1982 insgesamt 384.856.662 Stunden im missionarischen Einsatz verbracht, und es kam zu 138.540 Taufen. FÜR EINE TAUFE WAREN ALSO 2.778 STUNDEN ERFORDERLICH. DAS HEISST, DASS EIN ZEUGE JEHOVAS DURCHSCHNITTLICH - BEI EINEM JÄHRLICHEN EINSATZ VON 155 STUNDEN - 18 JAHRE LANG TÄTIG SEIN MUSS. UM EIN EINZIGES NEUES MITGLIED ZU GEWINNEN.
DIESEM Weltdurchschnitt entsprechen etwa die USA. In der Bundesrepublik
Deutschland ist die Situation noch schwieriger; hier ergeben sich 3.314 Stunden auf einen
Neugetauften. Bei einem geringeren Jahreseinsatz von 129 Stunden arbeitet der einzelne
also über 25 Jahre an einer Bekehrung.
Bei den europäischen Ländern zeigt sich in dieser Hinsicht ein
auffälliger Unterschied zwischen den evangelischen und den katholischen Regionen. In den
protestantischen Ländern des nördlichen Europas liegen die Einsatzstunden pro Täufling
zwischen 3.000 und 4.000, in den katholischen Ländern zwischen 2.000 und 3.000. Auch die
Zunahme an Mitgliedern ist in den katholischen Ländern mit durchschnittlich 3,8% »
höher als in den protestantischen Ländern mit durchschnittlich 2.3%. Als besonders
hartnäckig erweisen sich freilich die orthodoxen Christen Griechenlands, wo man auf über
5 000 Stunden pro Taufe kommt. DIESE Zahlenspielereien" entstanden aufgrund
einer statistischen Aufstellung die vier volle Seiten füllt und 2 160 Zahlenposten
enthält. Hinter all diesen Zahlen steht EINE GLAUBENS-ORGANISATION, DIE IHRE ANHÄNGER
ALLEIN NACH DER LEISTUNG ZU REGISTRIEREN PFLEGT. Wieviel an unerfüllter Hoffnung und
Frustation. an menschlicher Entzweiung und familiären Konflikten sich hinter dem allen
verbirgt, läßt sich allerdings mit statistischen Mitteln nicht mehr erfassen. Mit
kleinen Abänderungen aus dem Md der EZW, Nr. 5/1983 (ir).
WER IST GOTT?
4. Kapitel aus Du kannst für immer im Paradies auf Erden
leben"
Gott ist der Höchste und Allmächtige, der allein durch sich selbst
besteht und wirkt und nur aus sich selbst heraus zu begreifen ist. Er ist der Schöpfer
aller sichtbaren und unsichtbaren Dinge und zu erkennen an seinen Eigenschaften und Werken
(Römer 1:20).
Gottesferne
Die Frage und die Suche nach Gott wäre überflüssig, wenn nicht durch
Adam die Sünde in die Menschenwelt Einzug gehalten hätte. Ursprünglich verkehrte Gott
direkt mit Adam. Durch die Ursünde jedoch wurde diese Einheit zerstört, denn Sünde
bedeutet Abkehr von Gott, also Gottentfremdung. Diese wiederum schließt das Erkennen
Gottes aus.
Der Tod ist die unausweichliche Folge.
Gottesnähe
Gott selbst hat mit der Sünde Schluß gemacht, indem er seinen
einziggezeugten Sohn, also einen Teil seiner selbst, als Mensch auf die Erde sandte und
dieser Sohn uns durch seinen unschuldigen Tod am Kreuz von der Sünde erlöste. Von der
Sünde los zu sein, heißt Gott wieder zu erkennen und damit zum Leben zurückzukehren.
Gott in Christus erkennbar
GOTT hat sich uns in seinem Sohn Jesus Christus geoffenbart. Wer den Sohn
selbst gesehen und gehört, wer später in der Schrift über ihn gelesen hat und ihm
glaubt, hat Gott den Vater erfahren und glaubt auch ihm. Durch Jesus Christus ist Gott mit
uns Menschen wieder in Kontakt getreten und für uns erfahrbar geworden. Wer den Sohn
bekennt, der hat auch den Vater (l. Johannes 2:23). Die Gottesferne ist damit beendet.
Nur ein Mittler
OB es dem treuen und verständigen Sklaven" gefällt oder
nicht, in diesen letzten Tagen sprach Gott zu uns ausschließlich durch seinen Sohn, den
er zum Erben über alles gesetzt hat (Hebräer 1:1,2). Nicht der WT-Sklave",
sondern Jesus Christus ist der alleinige Mittler zwischen Gott und uns Menschen (l.
Timotheus 2:5).
Jeder, der sich als Mittler zwischen Christus und seine Gemeinde schiebt
und sich damit zum Heilsbringer aufschwingt, leugnet den Sohn und offenbart sich als
falscher Messias. Er handelt antichristlich.
Bilderbuchvorstellung
WIE so oft, wird leider auch in diesem Buch Gott lediglich als eine
allmächtige Geistperson, einem alten Manne gleich, im Himmel wohnend, dargestellt, von wo
aus er alle Geschicke der Erde lenkt. Das ist nicht nur eine Täuschung, sondern es ist
vielmehr für alle diejenigen verhängnisvoll. die diese WT-Bilderbuchvorstellung ernst
nehmen, dem Sohne Gottes in Gottes Heilsplan einen untergeordneten Platz einräumen und
dafür den alttestamentlichen Gott Israels und seinen angeblich neuzeitlichen treuen und
verständigen Sklaven einsetzen.
Nicht Jehova und der WT-Sklave" retten, sondern einzig und
allein Jesus, der zu diesem Zwecke von Gott als der Christus gesandt wurde.
Gott hat ihm dazu alles übergeben.
Der Name Gottes
GOTT hat wahrhaftig einen Namen, der uns im hebräischen Text mit den vier
Buchstaben JHWH", dem Tetragrammaton. überliefert ist. Diesen Gottesnamen
anzurufen, bedeutet für uns Rettung aus dem Tode. So beschrieben vom Propheten Joel 3:5.
a Falschinterpretation
SCHEINBAR folgerichtig lesen wir dazu auf Seite 44 des neuen Paradieses:
Verkehrt ist es jedenfalls, den Namen (Gottes) nicht zu gebrauchen.
Warum? Weil wir dann nicht zu denen gehören könnten, die Gott als ein 'Volk für seinen
Namen' herauswählt."
Aber wie gesagt, nur scheinbar folgerichtig. denn diese Schlußfolgerung
des WT-Sklaven ist nicht nur oberflächlich, sie ist auch falsch. Würde allein der
Gebrauch des Namens Gottes die Menschen zu dem Volk für seinen Namen" hin
versammeln, wäre damit die Erlösungstat Jesu Christi bedeutungslos und der Name Gottes
weiter nichts als eine Art Beschwörungsformel. die zu nennen eine Heilswirkung auslöste.
So ein Glaube ist unbiblisch und damit in das Reich des Aberglaubens zu verweisen.
b alttestamentlicher Name
IM 2. Buch Mose 3:14 wird uns die Erklärung für das Tetragrammaton
JHWH" gegeben: Ich bin. der ich bin" oder Ich werde sein, der
ich sein werde." Hier stellt sich Gott seinem Volk Israel als dessen Bildner, als
Schöpfer und Herr der Welt und als derjenige vor, der unwandelbar zu allen Zeiten seinem
Willen entsprechend handelt. Nicht der Mensch gebraucht Gott und macht mit ihm Geschichte,
sondern Gott selbst stellt sich als das Maß. allen Seins unmißverständlich dar. Gottes
konkrete Heilstat äußerte sich vor aller Welt in der Sendung und dem Opfertod seines
Sohnes am Kreuz. Damit erwies sich Gott als der WAHRHAFTIGE und vom Rat des Menschen
unabhängig HANDELNDE. Von da ab lebte das Heil nicht mehr im alttestamentlichen Gott
Israels JHWH, sondern in seinem Sohn Jesus Christus. Die Hinführung zu diesem Wechsel
beschreibt der Prophet Hosea wie folgt:
Kommt und laßt uns zu Jehova (JHWH) umkehren; denn er hat
zerrissen und wird uns heilen, er hat geschlagen und wird uns verbinden. Er wird uns nach
zwei Tagen wieder beleben, am dritten Tage uns aufrichten; und so werden wir yor seinem
Angesicht leben."
c neutestamentlicher Name
DER Apostel Paulus geht in seinem Brief an die Römer ebenfalls auf diesen
Wechsel ein, und ausgehend vom Propheten Joel 3:5 erklärt er in Römer 10:9,13 folgendes:
Denn so du mit deinem Munde bekennst Jesus, daß er der Herr
(griech. Kyrios) sei, und glaubst in deinem Herzen, daß ihn Gott von den Toten,
auf.erweckt hat, so wirst du gerettet."
Denn wer den Namen des Herrn (nicht JHWH, sondern griechisch Kyrios,
Jesus) wird anrufen, soll gerettet werden."
Noch deutlicher sagt Paulus dies im Brief an die Philipper 2:9-11:
Darum hat ihn (Jesus) auch Gott erhöht und hat ihm den Namen
gegeben, der über alle Namen (auch über JHWH) ist, daß in dem Namen Jesu (nicht JHWH)
sich beugen sollen aller derer Knie, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind,
und alle Zungen bekennen sollen, daß Jesus Christus der Herr sei. zur Ehre Gottes des
Vaters."
DEUTLICHER geht es nun wirklich nicht mehr. Jesus Christus hat uns den
Namen Gottes geoffenbart, denn er selbst ist der personifizierte Name Gottes (Joh. 17:6;
Matth. 1:23) und gleichzeitig der Herr (Kyrios), dessen Name einzig und allein zur Rettung
angerufen werden muß. (Apg. 4:10-12).
d Vater:
ES ist aussichtslos, den Namen Gottes in seiner alttestamentlichen Form im
Neuen Testament entdecken zu wollen und Selbstbetrug, anzunehmen, dieser Name sei durch
Überlieferungsfehler verlorengegangen.
Jesus selbst sprach stets von Gott als seinem Vater und alle, die: an
ihn glauben. dürfen ebenfalls sagen:
Abba, lieber Vater (Mk. 14:36; Rom. 8:15). Es ist. die Wahrheit, niemand
kommt zum Vater, denn durch Jesus Christus (Johannes 14:6)
-MSH-
RELIGIÖSE SCHÖPFUNGSTHEORIE IN US-SCHULEN VERFASSUNGSWIDRIG
EIN Gericht in der amerikanischen Stadt Little Rock (Arkansas) hat nach
mehrwöchiger Verhandlung ein Gesetz des Staates Arkansas für verfassungswidrig erklärt,
das die öffentlichen Schulen seit Frühjahr dieses Jahres verpflichtete, neben der
Evolutionstheorie gleichberechtigt auch eine auf der biblischen Geschichte beruhende
Theorie von der Erschaffung des Menschen zu lehren. Diese sogenannten Schöpfungsgesetze
waren auf Betreiben fundamentalistischer religiöser Gruppen zustande gekommen. Mit diesem
Gesetz hatten diese Gruppen ihre Schöpfungsvorstellung in den öffentlichen Schulen auf
den Lehrplan gebracht, daß ein übernatürliches Wesen vor mehreren tausend Jahren das
Leben auf der Erde erschaffen habe. Eine Lehrervereinigung hatte gegen das Gesetz vor
Gericht.. Klage erhoben. Beobachter des Prozesses erwarten, daß das Urteil in Arkansas.
die Vorhaben anderer amerikanischer Staaten, solch ein Schöpfungsgesetz ebenfalls zu
verabschieden, um einiges schwieriger mache.
In der Begründung des Gerichtes hieß es, das Gesetz verstoße gegen
das verfassungsrechtliche Verbot, religiöse Lehrmeinungen an staatlichen Schulen zu
verbreiten.
- Frankfurter Allgemeine Zeitung 7. l. 1982.
CHRISTLICHE VERANTWORTUNG BITTET UM MITHILFE
Liebe Mitverbundene!
Liebe Brüder und Schwestern!
DIE Zeit ist herbeigekommen, wo echte Hilfe für Zeugen Jehovas und
ehemalige Zeugen Jehovas immer notwendiger wird. Aus all den Briefen, die wir erhalten,
ergeben sich für uns zusätzliche neue Aufgabengebiete.
BISHER widmeten wir uns vorwiegend den Versammlungsproblemen der Zeugen Jehovas sowie den Bibelfalschauslegungen der leitenden Körperschaft dieser Organisation. Wir machten die Zeugen Jehovas darauf aufmerksam, welche Folgen es nach sich zieht, wenn man solchen Falschauslegungen Glauben schenkt.
Das Jahr 1976 zeigte eindeutig, daß das, wovor wir warnten,
Wirklichkeit wurde.
Alle Voraussagen über das Weltende waren auf den September-1975
zugeschnitten. Diese Voraussagen sind nicht in Erfüllung gegangen. Die Enttäuschung bei
vielen aufrichtig glaubenden Zeugen Jehovas war groß und schmerzhaft. Dementsprechend war
auch der Abfall von der Organisation.
NUN stehen wir vor neuen verantwortungsvollen Aufgaben.
Wer möchte bei der Lösung dieser Aufgaben mithelfen?
AUS allen Bezirken unseres Landes erhalten wir Post, mehr als je zuvor.
Die meisten Briefschreiber brauchen Hilfe. Sie fragen nach dem wohin gehen",
wenn sie die Organisation verlassen möchten. Sie bitten aufrichtig um geistigen Beistand,
sie wollen ja weiterhin Christen bleiben.
UNSERE Erfahrungen bestätigen uns immer wieder, daß der Kontakt von
Angesicht zu Angesicht die beste Hilfe für enttäuschte Zeugen Jehovas ist.
Da jedoch die Anzahl der Enttäuschten" immer größer wird,
reichen unsere Kräfte bei weitem nicht mehr aus, um persönlich in allen Fällen
vorsprechen zu können. Wir brauchen mutige und verständnisvolle Mitverbundene aus den
Reihen ehemaliger Zeugen Jehovas und von engagierten Christen, die sich dieser Aufgabe
speziell widmen. Wir werden jede erdenkliche Unterstützung gewähren
Worum geht es im einzelnen
1. Es geht um den geistigen Neuaufbau bei enttäuschten und nach der
Wahrheit suchendenm Zeugen Jehovas. Um Hilfe bei der Suche nach einer neuen Gemeinde
2. Einige Briefschreiber haben den Wunsch, sich mit der älteren Literatur
der Wachtturm-Gesellschaft zu beschäftigen, um sich zu vergewissern, ob die von uns
angeführten Beweise auch wirklich stimmen.
Wir haben vor, in einigen Bezirken diese Literatur in zuverlässige Hände
zu geben.
Wir bitten um Mithilfe durch aufrichtige und bewährte Helfer aus den
Reihen aller Christen und ehemaligen Zeugen Jehovas. Sie wären die besten Berater für
alle aufkommenden Fragen, die uns gestellt werden.
Vielen, die uns schreiben, wird dadurch eine Möglichkeit geboten, sich in
ihrer Umgebung gründlich zu informieren.
3. Aus den Briefen ist auch zu erkennen, daß einige sich anbieten, ihren
Leidensweg öffentlich bekannt zu machen. Erfahrungen, Enttäuschungen,
Auseinandersetzungen mit ihren Versammlungsältesten und Verhaltensweisen von
Versammlungsältesten aufzuschreiben, damit es veröffentlicht werden kann.
4. Auch an den Nachwuchs haben wir gedacht. Wer möchte gern kleine
Artikel schreiben oder CV-Redaktionsmitarbeiter werden?
Es ist natürlich eine ehrenamtliche Tätigkeit, wozu viel Liebe und
Verständnis erforderlich ist.
5. Als letztes geht es uns um Mitverbundene, die Artikel schreiben
können. Das heißt, nach vorgegebenen Themen mit Hilfe von Unterlagen und Literatur.
Wegweisende, aufmunternde und wahrheitsgetreue Abhandlungen zusammenzustellen, die den
Zeugen Jehovas und auch anderen christlichen Menschen nützlich sind.
Es besteht bereits so ein Arbeitskreis, der in dieser Richtung wirksam
ist.
Sollte jemand den Wunsch haben, Mitverbundene des Arbeitskreises
kennenzulernen, der schreibe bitte, und wir werden es möglich machen.
DAMIT haben wir EUCH umfangreich all das geschildert, was uns im Interesse
der Mitverantwortung am Herzen liegt.
EURE CV-REDAKTION
Ein Hinweis für den Arbeitskreis
FÜR euch werden wir in Zukunft in unseren CV-Ausgaben wertvolle Hinweise
und Informationen veröffentlichen, die euch beim Schreiben für unsere CV-Zeitschrift
hilfreich sein werden.
AUS DER VERSAMMLUNG ROSTOCK
Brutales Vorgehen eines Zeugen Jehovas
EIN Hilferuf erreichte uns aus Rostock-Lichtenhagen. Frau Sieglind L.
berichtete über erschütternde familiäre Auseinandersetzungen. Ihr Mann, Karl-Heinz L.,
würde sie und ihre erwachsenen Kinder brutal schlagen. Er, als Zeuge Jehovas. will mit
dieser Handlungsweise seine Familie zwingen, die gute Botschaft" anzunehmen.
Eigenartige Methoden!
Wenn er trinkt, dann maßlos, wird er zum Tier. Er wollte mir die Finger brechen. Zum Glück war nur der Ring zerbrochen. Er schlug meine Tochter während der Schwangerschaft einige Male. so daß sie sich in ärztliche Behandlung begeben mußte."
CV besuchte Familie
WIR gingen der Sache nach und besuchten Frau L. Eine sympathische Frau
öffnete die Tür und bat uns freundlich, im Wohnzimmer Platz zu nehmen. Anwesend waren
auch ihre zwei erwachsenen Töchter« Wir kamen ins Gespräch und was sie uns berichtete,
war erschütternd.
NACHDEM ihr Mann bezüglich seiner Glaubensansichten bei seiner Familie
immer wieder auf Ablehnung stieß, wurde er zusehends aggressiver. So begoß er seine Frau
beispielsweise, als sie im Bett lag, mit heißer Milch. Seiner Tochter schlug er eine
Zahnecke heraus. Der anderen Tochter verpaßte er solch einen Schlag, daß sie gegen die
Anbauwand taumelte und sich an einem dort steckenden Schlüssel verletzte. Sie war. im
siebenten Monat schwanger.
Frau L. wurde von ihm stark geschlagen und mußte sich in ärztliche Behandlung begeben, wo man eine Gehirnerschütterung feststellte. Da sie auch inzwischen nervlich angegriffen war, wurde sie vom 9.1. bis zum 24.3.1983 krank geschrieben. Keinen anderen Ausweg mehr sehend, wandte sich Frau L. an Glaubensgeschwister, von denen sie wußte, daß ihr Mann mit ihnen Kontakt hat. Diese aber wollten von der ganzen Sache nichts wissen. Es ist doch eigenartig: Wie die Zeugen Jehovas immer behaupten, gehen sie predigen, damit auf sie keine Blutschuld fällt. Andererseits sehen sie ruhig zu, wenn buchstäbliches Blut vergossen wird. Ein Beispiel einzigartiger Menschenliebe!´
Was für ein Mensch ist Karl-Heinz L.?
EINERSEITS ist er ein guter Arbeiter, der seinen Pflichten am Arbeitsplatz
nachkommt. Wobei er auf persönliche Vorteile sehr wohl bedacht ist. So trat er aus
gesellschaftlichen Organisationen aus, blieb aber im FDGB um der Ferienplätze willen.
Wenn es um sein Vergnügen geht. nimmt er es mit seinen Glaubensgrundsätzen nicht so
genau. Er besuchte z.B. eine gesellige Veranstaltung, die von der DSF organisiert wurde.
Sicher ist er bei seinen Glaubensbrüdern als Linientreuer gut angesehen.
Andererseits verdrischt er seine Familie. Er beteiligt sich nicht an
stattfindenden Wahlen, nahm aber eine schöne Neubauwohnung vom Staat als
Selbstverständlichkeit entgegen. Er führt also ein Doppelleben.
Wie lange noch?
FALLS notwendig, beschäftigen wir uns mit diesem Fall weiter!
Anmerkung der Redaktion:
An diesem Beispiel kann man deutlich erkennen, welche Auswirkungen es bei
labilen Menschen hat, wenn diese sich die Verteufelungspraxis der WTG hinsichtlich der
Weltmenschen" zu eigen machen!
DIE BEITRÄGE DER EINZELNEN VERFASSER DECKEN SICH NICHT IN JEDEM FALL MIT
DER AUFFASSUNG DER REDAKTION.
LESERZUSCHRIFTEN
Fragen - Meinungen Hinweise - Antworten
Da schreibt uns eine Schwester:
Was mir immer wieder besonders auffällt - diese Leute haben kein
Gebetsleben, und auf unsere Probleme wird nicht eingegangen
Ich habe z.B. zur Zeit ein Problem
Ich brachte mein Problem vor, man hörte kaum zu und schwieg. Von meinem
ehemaligen Jugendpfarrer kenne ich es, daß er mich zurückbehielt und mit mir betete. Man
wußte, man wird fürbittend getragen.
Aber das fehlt mir bei den ZJ ganz
"
DAS Problem dieser Schwester, die noch regelmäßig die Gemeinschaft der
Zeugen Jehovas erlebt, bezieht sich auf eine komplizierte Wohnungssituation. Und die
Tatsache, daß sich auch der Studienleiter und keiner in der Gruppe der ZJ interessiert,
Hilfsbereitschaft zeigt oder auch nur einen Rat gibt, zeigt eben deutlich die falsche
Gemeinschaftsauffassung, die so häufig in den kleinen Studiengruppen wie auch in den
größeren Versammlungen anzutreffen ist.
SICHER ist diese Erscheinung mangelnder Nächstenliebe, geringen
Verständnisses auch schon früher so manchem aufgefallen, etwas Neues aber ist die
Tatsache, daß wir immer wieder und immer mehr direkt aus den Reihen der ZJ Zuschriften
bekommen, die deutlich gegen dieses Fehlverhalten Stellung nehmen, so deutlich, daß wir
nicht daran vorbeigehen können und wollen. Aber wir halten es hier auch für nötig, für
das Vertrauen uns gegenüber zu danken. Auch weiterhin und mehr denn je ist es unsere
Aufgabe, in christlicher Verantwortung die WTG zur Rede zu stellen und auf einen
notwendigen kritischen Umgang, wie er sich vielerorts andeutet, hinzuweisen. Wir wollen
alles tun, um vor einem falschen Propheten zu warnen, der sich hinter einer christlichen
Maske verborgen hält, in der täglichen Praxis aber beweist, daß er nur. ein schlechter
Ratgeber und Helfer ist.
WIR FREUEN UNS IMMER ÜBER POST VON EUCH!
Christliche Verantwortung": Herausgeber Henry Werner; DDR 6500 Gera, Otto-Dix-Str. 6 Preis: 0,20 M; Jahresabonnement: 2.- M; Versand auch kostenlos Konto-Nr.: 4564-30-1952; Genossenschaftskasse für Handel und Gewerbe, Gera
A 536/84 V 7 1 2541 KO