Kommentare zu den eingescannten CV-Ausgaben
Rein in die Kartoffeln, raus aus die Kartoffeln.
1972 mit großem Tam Tam eingeführt; das System rotierender Ämter in den einzelnen Versammlungen, wurde es nun wieder zu Grabe getragen. Darüber, und über die Umstände wie das bewirkt wurde, berichtet unter anderem diese CV-Ausgabe.

Wieder einmal „glänzt" diese CV-Ausgabe auch durch das „waschen dreckiger Wäsche". Das in Familien, wo nur ein Teil zu den Zeugen Jehovas übertritt, Spannungen vorprogrammiert sind, ist eine Binsenweisheit. Auch eine Binsenweisheit ist, dass diese Spannungen sich in nicht tolerierbaren Handlungen niederschlagen können. Insofern ist der Bericht über solche Verhältnisse noch hinnehmbar. Nicht hinnehmbar ist jedoch meins Erachtens auch die bei einem solchen Bricht mit eingekoppelte Drohbemerkung:
… Wobei er auf persönliche Vorteile sehr wohl bedacht ist. So trat er aus gesellschaftlichen Organisationen aus, blieb aber im FDGB um der Ferienplätze willen. Wenn es um sein Vergnügen geht. nimmt er es mit seinen Glaubensgrundsätzen nicht so genau. Er besuchte z.B. eine gesellige Veranstaltung, die von der DSF organisiert wurde. Sicher ist er bei seinen Glaubensbrüdern als Linientreuer gut angesehen.
Andererseits verdrischt er seine Familie. Er beteiligt sich nicht an stattfindenden Wahlen, nahm aber eine schöne Neubauwohnung vom Staat als Selbstverständlichkeit entgegen."


CV CHRISTLICHE VERANTWORTUNG
MONATSSCHRIFT DER STUDIENGRUPPE CHRISTLICHE VERANTWORTUNG
BEGRÜNDET 1959 VON WILLY MÜLLER, GD, GERA/THÜR, DDR

NR. 175 GERA FEBRUAR 1984

EDLER GESINNT SEIN UND PRÜFEN
Wir prüfen die WT's Nr. 15, 16 und 17/83
AUS DER VERSAMMLUNG ROSTOCK
Brutales Vorgehen eines Zeugen Jehovas
WER IST GOTT?
4. Kapitel aus „Du kannst für immer im Paradies auf Erden leben"
UNRUHEN UNTER JEHOVAS ZEUGEN IN DER DDR (II)

ERNEUTER UMBRUCH IN DER ÄLTESTENSCHAFT
„Nacht- und Nebel-Aktion" der WTG
Bemerkenswerte organisatorische Maßnahmen werden in den Versammlungen zur Zeit besprochen und durchgeführt. Maßnahmen, die von der WTG IM GEHEIMEN vorbereitet wurden und die am 10. April 1983 oder kurz danach den ZJ vorgelesen wurden. Worum geht es? Warum erachtete es die Organisation für notwendig, eine solche „Nacht-und Nebel-Aktion" durchzuführen?

Geheime Verschlusssache
DENN darum handelt es sich ja schließlich. So steht es auf dem Manuskript zuoberst:
„DIESE INFORMATIONEN SIND BIS ZUM 10. APRIL 1983 STRENG VERTRAULICH ZU BEHANDELN."
DIESE Ausdrucksweise mutet bei einer religiösen Organisation doch recht merkwürdig an. Es werden also Dinge besprochen, die für die WTG ein sehr „heißes Eisen" sind.

Ein neues Buch erscheint
SO ist es auch. Der Titel „Organisiert, unseren Dienst durchzuführen" läßt schon die Brisanz dieses Themas erkennen. Es geht also um die Organisation, um die „Mutter", um den geheimnisumwobenen Körper, der für den einfachen Zeugen etwas rätselhaftes und ganz und gar nicht MÜTTERLICHES ist.

Da taucht auch bald der Begriff „geistige Sicherheit" auf. Der eingeweihte ZJ wird jetzt wissen, daß sich dem alles unterordnen muß. Damit aber die „geistige Sicherheit" gewährleistet wird, bedarf es anscheinend auch unter dem Volke Jehovas Reglementierungen. Und so kündigt die Gesellschaft ihr neuestes Buch „Organisiert, unseren Dienst durchzuführen" an, welches das 1972 herausgegebene Organisationsbuch ersetzen soll.

Was wird mit diesem Buch bezweckt?
„Jetzt ist keine Zeit für unabhängiges Denken oder entzweites Handeln. … als eine vereinte Körperschaft zusammenzuarbeiten. Als eine einzige organisierte Herde … Es folgen biblische Darbietungen über die theokratische Unterordnung und den Grundsatz der Leitung durch ein Haupt …"

WARUM wird gerade dieser Thematik so viel Wert beigemessen? Anscheinend gab und gibt es hier für die WTG große Probleme! Dafür nun aber dieser ganze Aufwand?
DAS Brisante hob man sich für den Schluß auf.
Vom 2. Mai 1983 an werden vorsitzführende Aufseher ernannt, die nicht mehr turnusgemäß wechseln werden. Bis zum Ende des Kalenderjahres soll diese Maßnahme abgeschlossen sein.

Warum diese Maßnahme
HIERZU ist ein Blick in die WTG-Geschichte notwendig.
BIS zum Jahre 1972 gab es in jeder Versammlung Brüder, die mit bestimmten Aufgaben betraut waren. Es waren meist 3 Personen, die unter Leitung des vorsitzführenden Aufsehers auf unbestimmte Zeit diese Tätigkeit durchführten. Das System funktionierte über Jahre, hatte aber einen Nachteil für die WTG:

DER vorsitzführende Aufseher verfügte aufgrund seines Amtes über einen großen Einfluß in der Versammlung und hatte somit die Möglichkeit, eigene Ideen und Vorstellungen unter die Zeugen zu tragen. Dadurch sah die Organisation die viel zitierte „geistige Sicherheit" gefährdet.

So dachte man sich ein neues System aus:
DIE 3 Ältesten behielten ihre Funktionen jeweils nur ein Jahr lang und tauschten danach ihre Posten aus.
Somit konnte sich keiner Extravaganzen erlauben, aber die WTG hatte sich damit ein Chaos organisiert.
Jedem Ältesten mußte erst seine Aufgabe erklärt werden und hatte er sie endlich verstanden, war meistens das Dienstjahr fast wieder vorbei. Schließlich wälzte jeder seine unerledigten Aufgaben auf seinen Nachfolger ab.
So konnte es also nicht bleiben.
DA fiel den verantwortlichen Brüdern in Brooklyn ein, daß in der Bibel Personen geschildert werden, deren Aufgabe es war, schriftliche Aufzeichnungen zu machen. Also führte man das Dienstamt eines Sekretärs im Jahre 1977 ein. Dieser unterlag nicht dem wechselnden Zyklus.
„Dies wird dazu führen, daß die Aufzeichnungen ordentlich geführt und verwahrt werden, was im Einklang mit dem biblischen Grundsatz von l. Kor. 14:40 ist."
(KD XII/77)

War das nun der „Stein des Weisen"?
Ein Ältester berichtet
„Mit der Ernennung von Sekretären kamen auf uns neue Probleme hinzu. Da sie über alle Unterlagen verfügten, kannten sie sich bald in der organisatorischen Arbeit bestens aus. Obgleich sie eigentlich nur zu Hilfsarbeiter ernannt worden waren, entwickelten sie sich nun zum ideologischen Mittelpunkt. Bald wiesen sie quasi die Ältesten in ihre Aufgaben ein, da sie über die Erfahrungen der vorangegangenen Dienstjahre verfügten. Der vorsitzführende Älteste wurde zur Galionsfigur.

So kam es zu Zank und Streit um Kompetenzfragen und sogar zu Spaltungen innerhalb einiger Ältestenschaften."
Die Wiedereinführung des Dienstamtes eines vorsitzführenden Aufsehers auf unbestimmte Zeit wird die Sekretäre wieder entmachten.
Das wird so manchem nicht gefallen!
Wie wird es weitergehen!
Vorerst hat die WTG einen Vorteil:
SIE kann und wird ihre Scharfmacher, fanatische Älteste, in die höchste Versammlungsposition katapultieren. Aber auch aus Fanatikern werden oft Realisten. Und dann sind wir wieder dort angelangt, wo wir 1972 schon einmal waren. Nun, wir werden sehen. Die Ältesten werden sich jetzt um die Funktionen schlagen. Ein fetter Bissen wurde ihnen zugeworfen, der nicht auf der Speisekarte stand. Für viele wird er bitter schmecken, denn die Würfel sind schon gefallen. Die Ernennung ist nur noch eine Formalität.
Darum auch die „Nacht- und Nebel-Aktion".
Die „geistige Sicherheit" veranlaßt dazu.
Fortsetzung in CV Nr. 176/84.

EINE VERBLÜFFENDE EINSICHT!
BLOSS weil es einen Gott gibt und eine Schöpfung, muß man doch nicht ein WT-ZJ sein oder bleiben!
Die WTG hat doch nichts von Gott, sondern entwickelt doch nur eigene Ansichten über Gott, die sie laufend verwerfen und verändern muß.

Die WTG stützt sich doch nur auf die Bibel als Autorität, und das muß doch geprüft werden, kann man sich doch richtig oder falsch darauf stützen! Stützen ist nämlich nur ein anderes Wort für auslegen. Oder für erklären! Denn auf die Bibel stützen sich alle christlichen Kirchen und Gemeinschaften, jede auf ihre Weise. Und die WTG ebenfalls auf ihre Weise! Das Stützen an sich besagt also überhaupt noch nichts über die Richtigkeit oder Falschheit dessen, was man da macht!

EDLER GESINNT SEIN UND PRÜFEN APG 17:11
Der WACHTTURM
WIR PRÜFEN DIE WACHTTÜRME NR. 15, 16 UND 17/83
WT Nr. 15/83
STUDIENARTIKEL
l :
„Glücklich, obwohl verfolgt!"
2:
„Christen ertragen Verfolgung mit Geduld"
„Jehovas Zeugen wollen keine Märtyrer sein. Sie wissen jedoch, daß 'alle, die in Gemeinschaft mit Christus Jesus in Gottergebenheit leben wollen, auch verfolgt werden' (2. Timotheus 3:12)."
(S. 18 Abs. l)
„Denke auch darüber nach, wie Jehova seine neuzeitlichen Diener zum Beispiel in den Konzentrationslagern der Nationalsozialisten und in kommunistischen Gefängnissen unterstützt hat."
(S. 20 Abs. 11)
Fazit:
Jehovas Zeugen wurden in „kommunistische Gefängnisse" gesperrt, nur weil sie „in Gemeinschaft mit Christus Jesus in Gottergebenheit leben wollten?" Oder?
UNTERSUCHEN wir kurz die Tatsachen, die zu dem Verbot der Organisation der Zeugen Jehovas in der DDR im Jahre 1950 führten und in dessen Folge auch ZJ inhaftiert. wurden.

Die Fakten sprechen für sich
BEGNÜGEN wir uns mit einigen wenigen Zitaten aus der ZJ-Literatur, die für sich sprechen:
„ERWACHET!", Bern, 22. Dezember 1947
„Seither hat sich für das deutsche Volk in politischer Hinsicht nicht viel gebessert, und die wirtschaftliche Lage hat sich sehr verschlechtert … Zwar existieren die Konzentrationslager der Gestapo nicht mehr, doch fühlt sich die breite Volksmasse hier in der östlichen Zone im allgemeinen nicht viel freier als zur Nazi-Zeit. Eine weitgehende Kontrolle wird auf allen Gebieten ausgeübt, und die angewandten Methoden ähneln oft den nazistischen. Die Meinung ist vorherrschend, daß die Russen unbedingt verschwinden müssen, weil es solange keine wirklich freiheitliche Entwicklung gibt."

„WACHTTURM" vom l. April 1950
Hier wurden Erich Frosts Hetztiraden abgedruckt, die er auf dem Bezirkskongreß 1949 in der Westberliner „Waldbühne" von sich gab:
„Ist der Bolschewismu s schöner als andere Systeme? Glauben die Kommunisten, daß das, was Hitler begonnen hat, von ihnen vollendet werden müsse! Wir fürchten die Kommunisten genau so wenig, wie wir die Nazis gefürchtet haben!
Mit diesen packenden Worten begegnete der Wortführer der in Berlin versammelten Zeugen Jehovas der Herausforderung gewisser roter Extremisten der Ostzone.
Diese wenigen Worte sprechen Bände."
Das kann man wohl sagen! Welche Regierung läßt sich wohl so etwas gefallen?

Aus der Vergangenheit nichts gelernt
„WACHTTURM." 15. Februar 1965 „Die Zeugen Jehovas in Ostdeutschland mußten zuerst auf das Ende der Naziherrschaft Hitlers warten, und jetzt müssen sie das Ende der neuen totalitären Regierung abwarten, die die Naziregierung ablöste, das Ende der kommunistischen Regierung, die von dem zur Zeit von Breshnew beherrschten Sowjetrußland abhängig ist."

„JAHRBUCH 1977", Seite 180
Hier lesen wir den Ausspruch von Henschel, Mitglied der leitenden Körperschaft:
„Außerdem wies er darauf hin. daß die biblische Bildung die beste Verteidigung gegen den atheistischen Kommunismus sei."
Wird schließlich in diesem WT nicht auch Nazismus und Kommunismus auf die gleiche Stufe gestellt?
Die Urheber dieser Schriften entziehen sich ihrer Verantwortung. Die Konsequenzen einer solch verwerflichen Handlungsweise verspüren aber uneinsichtige ZJ in den betreffenden Ländern!

WT Nr. 16/83
STUDIENARTIKEL
1:
„Die vier Reiter unterwegs - ein Zeichen"
2:
„Nach dem Ritt der Apokalyptischen Reiter - ein wunderbares Werk"
Entzücken oder Enttäuschung
Auf Seite 16 Abschnitt l und 2 wird geschildert, wie der damalige Präsident Russell am 2. Oktober 1914, vor der Bethelfamilie die Worte ausrief:
„Der 'Heiden Zeit' ist nun zu End', der Kön'ge tag vorbei."
WIE bedeutsam war dieser Ausspruch? Zwar wird er als Sensation dargestellt, zumal sich dadurch die schon 1876 von Russell gegebene Prophezeiung bezüglich des Jahres 1914 als richtig erwiesen hätte.
Ein Segen Jehovas?

BEZEICHNENDERWEISE verschweigt man aber den wichtigen Fakt, daß gerade derselbe Präsident Russell in seinen „Schriftstudien", Band 2, unter dem Titel „Die Zeit ist herbeigekommen" behauptet hatte, im Jahre 1914 würde der „Krieg des großen Tages Gottes des Allmächtigen" zu Ende gehen (Seite 97). Die damaligen Bibelforscher erwarteten somit, in dieser Zeit in den Himmel entrückt zu werden.

WELCHE Enttäuschung muß es für sie gewesen sein, statt der erwarteten Entrückung nur das Ende der „Zeiten der Nationen" mitzuerleben!
Der 1. Weltkrieg und seine Ursachen
SO, wie der Studienartikel mit Halbwahrheiten anfängt, geht es auch weiter. Man lese nur auf Seite 23 den Abschnitt 6:
„Dieser Bericht gibt die Schuld am Ersten Weltkrieg, der vom 28. Juli 1914 an 8 Millionen Menschenleben forderte, uneingeschränkt dem Teufel und seinen Dämonen."
DIE Menschen, die diesen Weltbrand anzettelten, trifft also keine Schuld? Verschwiegen wird die Hauptursache der Entstehung des l. Weltkrieges, nämlich, die ungleichmäßige Entwicklung der Länder und die um 1900 beendete Aufteilung der Welt, die zum Kampf um die Neuaufteilung der Welt führte.

WIEVIEL bequemer ist es auch, Satan die ganze Schuld in die Schuhe zu schieben und das eigene Weltsystem, welchem man in Brooklyn angehört, zu schonen!
Wer trägt die Verantwortung?
GERADE die Früchte des Kapitalismus bzw. Imperialismus sind es, wenn es unterernährte Menschen gibt, wenn die Lebensmittel in bestimmten Gebieten der Erde zu knapp vorhanden sind, wenn die Armen ihre grundlegenden Bedürfnisse nicht befriedigen können. Da dieses Weltsystem immer wieder kriegerische Auseinandersetzungen androht und anstiftet, werden auf der ganzen Welt Milliarden in die Rüstung gesteckt, die z.B. bei der Bekämpfung von Krankheiten besser angewandt wären. (Siehe Seite 26 Abschnitt 15.) Es gibt also ganz objektive Ursachen für bestimmte Erscheinungen auf der Erde, womit das legendäre Jahr 1914, welches auch nicht biblisch gestützt werden kann, nicht viel zu tun hat.

WT Nr. 17/83
STUDIENARTIKEL
1:
„Die Ehe ehrbar halten"
2:
„Ihr Ehemänner, zeigt aufopfernde Liebe!"
INTERESSANT und zugleich aufschlußreich ist es, den Anfang des ersten mit dem Ende des zweiten Studienartikels zu vergleichen.
Einerseits wird festgestellt, daß es auch unter Zeugen Jehovas Ehen gibt. die ein „äußerst gespanntes Verhältnis" kennzeichnet (Abs. 2). Als Ursache wird mangelnder Gedankenaustausch festgestellt (Abs. 3).
SEHR interessant ist ein Satz, auf den wir weiter unten noch einmal eingehen werden:
„Bestimmt sollten andere berücksichtigen, daß ein Ehepaar Zeit für sich selbst braucht, und sie sollten sich nicht ungebührliche Freiheiten herausnehmen noch Aufmerksamkeit beanspruchen, die eigentlich dem anderen Ehepartner zusteht. (Sprüche 25:17)." Absatz 5
Andererseits wird behauptet, dass ein Mann noch „größere Pflichten in der Versammlung" habe. Somit könne er nicht immer die seelischen Bedürfnisse seiner Frau befriedigen (Abs. 20, 21, 22).
Das Trostpflaster hat man aber bereitgelegt.
„Viele von euch Ehefrauen .haben schon oft in selbstloser Weise gewartet, während sich der Ehemann notwendiger Aufgaben in der Versammlung annahm. Ihr seid wirklich zu loben!" (Abs. 23)
Reicht ein Lob aus?
ALSO, ihr Ehemänner, lobt eure Frauen einfach öfter, wenn ihr täglich recht spät von euren „größeren Pflichten in der Versammlung" nach Hause kommt. Euer Eheleben wird dann glänzend sein. Oder doch nicht? Vielleicht finden sich aber die Ehefrauen mit ihrer Lage nicht ab. Was dann?

Der wahre Grund
DAS beste Bemühen, Gedankenaustausch gemeinsam zu pflegen, wird zwangsläufig dann scheitern, wenn objektiv keine Zeit dafür vorhanden ist.
„Wenn aber ein Mann in geistiger Hinsicht 'Fortschritte macht und die Eigenschaften eines guten Ehemannes aufweist, werden ihm wahrscheinlich Dienstvorrechte in der Versammlung übertragen. Diese Vorrechte werden etwas von der Zeit beanspruchen, die er zuvor mit seiner Frau verbrachte." (Abs. 22)
HIER liegt also „der Hase im Pfeffer". Zugespitzt lautet die Wahl, vor der ein Ehemann steht:
Dienstvorrecht oder eine gute Ehe. Beides zu vereinen - dies zeigt die Praxis -. ist fast unmöglich. So kann man besonders bei den Ehen von Ältesten das schon erwähnte „äußerst gespannte Verhältnis" beobachten, Sie sollen sich für ihre „Herde" aufopfern. Für Probleme anderer sollten sie stets ein offenes Ohr haben. Wer kann es nun auch den Fragenden verdenken, wenn sie sich an den Ältesten wenden? Dies geschieht zwangsläufig recht oft. Gerät das aber nicht im Widerspruch zu dem oben zitierten Text, Abs. 5 Seite 13? Von den mehr oder weniger wichtigen Dienstbesuchen der Ältesten untereinander ganz zu schweigen! Was also tun? Wie kommt man zu mehr Zeit?
Welche Hilfe bot; dieser Wachtturm? -G-

UNRUHEN UNTER JEHOVAS ZEUGEN IN DER DDR (II)
Tatsachenberichte
IN unserem ersten Artikel über „Unruhen unter Jehovas Zeugen in der DDR" berichteten wir, daß auch Jehovas Zeugen in der .DDR stark beunruhigt darüber sind, daß es in der Weltzentrale der Zeugen Jehovas zu schweren Auseinandersetzungen gekommen ist. In diesem Artikel werden wir nachweisen, daß unruhevolle Zustände unter Jehovas Zeugen nicht erst seit dem Aufstand in der Weltzentrale im Gange sind. Diese Unruhen bestehen bereits seit dem Jahre 1975. Die Gründe dafür waren damals die waghalsigen Voraussagen der LEITENDEN KÖRPERSCHAFT über das angeblich bevorstehende Ende der Welt. Kurz nach 1975 stellten Jehovas Zeugen endlich fest, daß sie falsch belehrt wurden. Natürlich war damals die Enttäuschung groß.

Wie konnte es eigentlich zu so einer Enttäuschung kommen?
Das sind die Tatsachen
MAN hatte fast bedingungslos dem treuen und verständigen Sklaven geglaubt. Bis 1975 hofften die meisten, daß im Herbst des Jahres 1975 das Ende der Welt kommt. Die Weltzentrale der Zeugen Jehovas hatte es meisterhaft verstanden, vor 1975, eine vorzügliche Weltuntergangsstimmung zu erzeugen. Kurze Auszüge aus den Zeitschriften der Zeugen Jehovas werden das bestätigen.

Wachtturm l.. l. 1967, Seite 20-23
IN diesem Wachtturm wird ein Kongreßbericht geschildert, worin es heißt;
„Auf der Versammlung in Baltimore gab Bruder Franz in seinen Schlußworten interessante Kommentare über das Jahr 1975." Auszugsweise heißt es dann weiter:
„Was ist nun mit .dem Jahr 1975? Was wird es bedeuten, liebe Freunde? fragte Bruder Franz. Bedeutet es, daß Harmagedon dann vorüber und Satan bis zum Jahre 1975 gebunden ist? Es könnte das bedeuten! Es könnte das bedeuten!
Alle Dinge sind bei Gott möglich."
Wie ging es weiter
DAMIT das, was nun einmal angedeutet wurde auch ernsthaft geglaubt werden konnte folgte eine Reihe weiterer Veröffentlichungen. Diese lauteten so.
„Erwachet" 8, 4. 1969. Seite 13/14
„Was werden die 1970ziger Jahre bringen? Die Tatsache, daß mehr als vierundfünfzig Jahre der Zeitspanne, die als die „letzten Tage" bezeichnet wird, verflossen sind, ist hoch bedeutsam: Im Höchstfall dauert es nur noch wenige Jahre. bis Gott das verderbte System der Dinge, das jetzt die Erde beherrscht, vernichten wird."

„Erwachet" 22. 8. 1969, Seite 15/16
„Wenn du ein junger Mensch bist. so mußt du dir auch über die Tatsache im klaren sein. daß du in diesem gegenwärtigen System der Dinge nie alt werden wirst. Wieso nicht? Weil alle Beweise in Erfüllung biblischer Prophezeiungen anzeigen, daß dieses verderbte System in einigen wenigen Jahren enden soll."

Und als Höhepunkt wurde 1972 noch einmal daran erinnert:
„Erwachet" 22. 4. 1972, Seite 26-28
„Unsere Generation wird das Ende der gegenwärtigen Ordnung mit ihren streßerzeugenden Problemen erleben. Wir haben sogar berechtigten Grund zu der Hoffnung, daß eine neue, von Gott geschaffene Ordnung noch im Laufe des gegenwärtigen Jahrzehnt anbrechen wird."

Wie aber sah die Wirklichkeit aus
DAS Jahr 1975 ging ohne jede biblische Erfüllung zu Ende. Die Enttäuschung: war groß.
Und mit dieser Enttäuschung kam auch der Abfall von dieser Organisation. Es war ein Trauerspiel, so etwas muß man selbst einmal miterlebt haben, um das mitfühlen zu können. So begann ab 1976 eine schwere Zeit für all die Zeugen Jehovas, die es, vorgezogen hatten, noch mit der Organisation verbunden zu bleiben. Es entstand nämlich bei vielen nun die Frage „wohin gehen?" Nun kam in den Versammlungen die ganz natürlich zu erwartende Unruhe auf. Es gab schwere Auseinandersetzungen zwischen den einfachen Verkündigern und ihren Versammlungsältesten. Diese Unruhe flammte trotz Unterdrückung immer wieder neu auf. Aussprachen, Warnungen und Gemeinschaftsentzüge waren an der Tagesordnung. Wie man von seiten der Versammlungsältesten dabei vorging, werden wir in der nächsten Ausgabe schildern, um warnende Beispiele denen vor Augen zu führen, die heute immer noch glauben: „Ach, Jehovas Zeugen sind ja gar nicht so, das sind doch liebe Menschen, die nur nach Gerechtigkeit trachten und die Wahrheit verteidigen."
-CVN-

BRD FÄLLT AUF DEN VIERTEN PLATZ ZURÜCK
WTG-STATISTIK 1982
DIE Anzahl der aktiven Zeugen Jehovas in der Bundesrepublik Deutschland und West-Berlin wird für 1982 mit 108.923 angegeben; das sind 2 547 mehr als im Vorjahr (vgl. „Der Wachtturm" Nr. 7/1983).
DAMIT ist die Bundesrepublik - im Weltmaßstab gesehen - vom dritten auf den vierten Platz gerückt. An ihre bisherige Stelle trat nun Mexiko mit 112.823 Verkündigern (8% Zunahme im letzten Jahr). Die beiden ersten Plätze sind von den USA (613.007 Verkündiger, 3% Zunahme) und Brasilien (133.377 Verkündiger, 7% Zunahme) belegt. Insgesamt ist die Wachtturm-Gesellschaft in 205 Ländern der Welt vertreten mit einer Gesamtzahl von 2.477.608 Verkündigern. In etwa der Hälfte dieser Länder gibt es allerdings weniger als l 000 Zeugen Jehovas, in 53 Ländern sogar weniger als 100, worunter sich auch 12 Staaten bzw. kleine Inseln mit weniger als 10 Zeugen befinden. Nicht namentlich genannt sind 28 Länder, in denen die Zeugen Jehovas verboten sind; nach unvollständigen Berichten wird hier eine Gesamtzahl von 220.261 Verkündigern angegeben, bei einem minimalen Wachstum von 0,3%. Sehr niedrig sind die Zahlen in den islamischen Ländern, z.B. in der Türkei 776, in den nordafrikanischen Ländern (ohne Ägypten) zusammen 81; die Entwicklung ist hier rückläufig.

DIE detaillierten Statistischen Angaben der Zeugen Jehovas, die sogar die Einsatzstunden ihrer Verkündiger festhalten, erlauben es, zu untersuchen, welcher Aufwand zur Gewinnung neuer Mitglieder nötig ist, Weltweit wurden 1982 insgesamt 384.856.662 Stunden im missionarischen Einsatz verbracht, und es kam zu 138.540 Taufen. FÜR EINE TAUFE WAREN ALSO 2.778 STUNDEN ERFORDERLICH. DAS HEISST, DASS EIN ZEUGE JEHOVAS DURCHSCHNITTLICH - BEI EINEM JÄHRLICHEN EINSATZ VON 155 STUNDEN - 18 JAHRE LANG TÄTIG SEIN MUSS. UM EIN EINZIGES NEUES MITGLIED ZU GEWINNEN.

DIESEM Weltdurchschnitt entsprechen etwa die USA. In der Bundesrepublik Deutschland ist die Situation noch schwieriger; hier ergeben sich 3.314 Stunden auf einen Neugetauften. Bei einem geringeren Jahreseinsatz von 129 Stunden arbeitet der einzelne also über 25 Jahre an einer Bekehrung.
Bei den europäischen Ländern zeigt sich in dieser Hinsicht ein auffälliger Unterschied zwischen den evangelischen und den katholischen Regionen. In den protestantischen Ländern des nördlichen Europas liegen die Einsatzstunden pro Täufling zwischen 3.000 und 4.000, in den katholischen Ländern zwischen 2.000 und 3.000. Auch die Zunahme an Mitgliedern ist in den katholischen Ländern mit durchschnittlich 3,8% » höher als in den protestantischen Ländern mit durchschnittlich 2.3%. Als besonders hartnäckig erweisen sich freilich die orthodoxen Christen Griechenlands, wo man auf über 5 000 Stunden pro Taufe kommt. DIESE „Zahlenspielereien" entstanden aufgrund einer statistischen Aufstellung die vier volle Seiten füllt und 2 160 Zahlenposten enthält. Hinter all diesen Zahlen steht EINE GLAUBENS-ORGANISATION, DIE IHRE ANHÄNGER ALLEIN NACH DER LEISTUNG ZU REGISTRIEREN PFLEGT. Wieviel an unerfüllter Hoffnung und Frustation. an menschlicher Entzweiung und familiären Konflikten sich hinter dem allen verbirgt, läßt sich allerdings mit statistischen Mitteln nicht mehr erfassen. Mit kleinen Abänderungen aus dem Md der EZW, Nr. 5/1983 (ir).

WER IST GOTT?
4. Kapitel aus „Du kannst für immer im Paradies auf Erden leben"
Gott ist der Höchste und Allmächtige, der allein durch sich selbst besteht und wirkt und nur aus sich selbst heraus zu begreifen ist. Er ist der Schöpfer aller sichtbaren und unsichtbaren Dinge und zu erkennen an seinen Eigenschaften und Werken (Römer 1:20).

Gottesferne
Die Frage und die Suche nach Gott wäre überflüssig, wenn nicht durch Adam die Sünde in die Menschenwelt Einzug gehalten hätte. Ursprünglich verkehrte Gott direkt mit Adam. Durch die Ursünde jedoch wurde diese Einheit zerstört, denn Sünde bedeutet Abkehr von Gott, also Gottentfremdung. Diese wiederum schließt das Erkennen Gottes aus.
Der Tod ist die unausweichliche Folge.
Gottesnähe
Gott selbst hat mit der Sünde Schluß gemacht, indem er seinen einziggezeugten Sohn, also einen Teil seiner selbst, als Mensch auf die Erde sandte und dieser Sohn uns durch seinen unschuldigen Tod am Kreuz von der Sünde erlöste. Von der Sünde los zu sein, heißt Gott wieder zu erkennen und damit zum Leben zurückzukehren.

Gott in Christus erkennbar
GOTT hat sich uns in seinem Sohn Jesus Christus geoffenbart. Wer den Sohn selbst gesehen und gehört, wer später in der Schrift über ihn gelesen hat und ihm glaubt, hat Gott den Vater erfahren und glaubt auch ihm. Durch Jesus Christus ist Gott mit uns Menschen wieder in Kontakt getreten und für uns erfahrbar geworden. Wer den Sohn bekennt, der hat auch den Vater (l. Johannes 2:23). Die Gottesferne ist damit beendet.

Nur ein Mittler
OB es dem „treuen und verständigen Sklaven" gefällt oder nicht, in diesen letzten Tagen sprach Gott zu uns ausschließlich durch seinen Sohn, den er zum Erben über alles gesetzt hat (Hebräer 1:1,2). Nicht der „WT-Sklave", sondern Jesus Christus ist der alleinige Mittler zwischen Gott und uns Menschen (l. Timotheus 2:5).
Jeder, der sich als Mittler zwischen Christus und seine Gemeinde schiebt und sich damit zum Heilsbringer aufschwingt, leugnet den Sohn und offenbart sich als falscher Messias. Er handelt antichristlich.

Bilderbuchvorstellung
WIE so oft, wird leider auch in diesem Buch Gott lediglich als eine allmächtige Geistperson, einem alten Manne gleich, im Himmel wohnend, dargestellt, von wo aus er alle Geschicke der Erde lenkt. Das ist nicht nur eine Täuschung, sondern es ist vielmehr für alle diejenigen verhängnisvoll. die diese WT-Bilderbuchvorstellung ernst nehmen, dem Sohne Gottes in Gottes Heilsplan einen untergeordneten Platz einräumen und dafür den alttestamentlichen Gott Israels und seinen angeblich neuzeitlichen treuen und verständigen Sklaven einsetzen.
Nicht Jehova und der „WT-Sklave" retten, sondern einzig und allein Jesus, der zu diesem Zwecke von Gott als der Christus gesandt wurde.

Gott hat ihm dazu alles übergeben.
Der Name Gottes
GOTT hat wahrhaftig einen Namen, der uns im hebräischen Text mit den vier Buchstaben „JHWH", dem Tetragrammaton. überliefert ist. Diesen Gottesnamen anzurufen, bedeutet für uns Rettung aus dem Tode. So beschrieben vom Propheten Joel 3:5.
a Falschinterpretation
SCHEINBAR folgerichtig lesen wir dazu auf Seite 44 des neuen Paradieses:
„Verkehrt ist es jedenfalls, den Namen (Gottes) nicht zu gebrauchen. Warum? Weil wir dann nicht zu denen gehören könnten, die Gott als ein 'Volk für seinen Namen' herauswählt."
Aber wie gesagt, nur scheinbar folgerichtig. denn diese Schlußfolgerung des WT-Sklaven ist nicht nur oberflächlich, sie ist auch falsch. Würde allein der Gebrauch des Namens Gottes die Menschen zu dem „Volk für seinen Namen" hin versammeln, wäre damit die Erlösungstat Jesu Christi bedeutungslos und der Name Gottes weiter nichts als eine Art Beschwörungsformel. die zu nennen eine Heilswirkung auslöste. So ein Glaube ist unbiblisch und damit in das Reich des Aberglaubens zu verweisen.
b alttestamentlicher Name
IM 2. Buch Mose 3:14 wird uns die Erklärung für das Tetragrammaton „JHWH" gegeben: „Ich bin. der ich bin" oder „Ich werde sein, der ich sein werde." Hier stellt sich Gott seinem Volk Israel als dessen Bildner, als Schöpfer und Herr der Welt und als derjenige vor, der unwandelbar zu allen Zeiten seinem Willen entsprechend handelt. Nicht der Mensch gebraucht Gott und macht mit ihm Geschichte, sondern Gott selbst stellt sich als das Maß. allen Seins unmißverständlich dar. Gottes konkrete Heilstat äußerte sich vor aller Welt in der Sendung und dem Opfertod seines Sohnes am Kreuz. Damit erwies sich Gott als der WAHRHAFTIGE und vom Rat des Menschen unabhängig HANDELNDE. Von da ab lebte das Heil nicht mehr im alttestamentlichen Gott Israels JHWH, sondern in seinem Sohn Jesus Christus. Die Hinführung zu diesem Wechsel beschreibt der Prophet Hosea wie folgt:

„Kommt und laßt uns zu Jehova (JHWH) umkehren; denn er hat zerrissen und wird uns heilen, er hat geschlagen und wird uns verbinden. Er wird uns nach zwei Tagen wieder beleben, am dritten Tage uns aufrichten; und so werden wir yor seinem Angesicht leben."
c neutestamentlicher Name
DER Apostel Paulus geht in seinem Brief an die Römer ebenfalls auf diesen Wechsel ein, und ausgehend vom Propheten Joel 3:5 erklärt er in Römer 10:9,13 folgendes:
„Denn so du mit deinem Munde bekennst Jesus, daß er der Herr (griech. Kyrios) sei, und glaubst in deinem Herzen, daß ihn Gott von den Toten, auf.erweckt hat, so wirst du gerettet."
„Denn wer den Namen des Herrn (nicht JHWH, sondern griechisch Kyrios, Jesus) wird anrufen, soll gerettet werden."

Noch deutlicher sagt Paulus dies im Brief an die Philipper 2:9-11:
„Darum hat ihn (Jesus) auch Gott erhöht und hat ihm den Namen gegeben, der über alle Namen (auch über JHWH) ist, daß in dem Namen Jesu (nicht JHWH) sich beugen sollen aller derer Knie, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind, und alle Zungen bekennen sollen, daß Jesus Christus der Herr sei. zur Ehre Gottes des Vaters."
DEUTLICHER geht es nun wirklich nicht mehr. Jesus Christus hat uns den Namen Gottes geoffenbart, denn er selbst ist der personifizierte Name Gottes (Joh. 17:6; Matth. 1:23) und gleichzeitig der Herr (Kyrios), dessen Name einzig und allein zur Rettung angerufen werden muß. (Apg. 4:10-12).
d Vater:
ES ist aussichtslos, den Namen Gottes in seiner alttestamentlichen Form im Neuen Testament entdecken zu wollen und Selbstbetrug, anzunehmen, dieser Name sei durch Überlieferungsfehler verlorengegangen.

Jesus selbst sprach stets von Gott als seinem Vater und alle, die: an ihn glauben. dürfen ebenfalls sagen:
Abba, lieber Vater (Mk. 14:36; Rom. 8:15). Es ist. die Wahrheit, niemand kommt zum Vater, denn durch Jesus Christus (Johannes 14:6)
-MSH-

RELIGIÖSE SCHÖPFUNGSTHEORIE IN US-SCHULEN VERFASSUNGSWIDRIG
EIN Gericht in der amerikanischen Stadt Little Rock (Arkansas) hat nach mehrwöchiger Verhandlung ein Gesetz des Staates Arkansas für verfassungswidrig erklärt, das die öffentlichen Schulen seit Frühjahr dieses Jahres verpflichtete, neben der Evolutionstheorie gleichberechtigt auch eine auf der biblischen Geschichte beruhende Theorie von der Erschaffung des Menschen zu lehren. Diese sogenannten Schöpfungsgesetze waren auf Betreiben fundamentalistischer religiöser Gruppen zustande gekommen. Mit diesem Gesetz hatten diese Gruppen ihre Schöpfungsvorstellung in den öffentlichen Schulen auf den Lehrplan gebracht, daß ein übernatürliches Wesen vor mehreren tausend Jahren das Leben auf der Erde erschaffen habe. Eine Lehrervereinigung hatte gegen das Gesetz vor Gericht.. Klage erhoben. Beobachter des Prozesses erwarten, daß das Urteil in Arkansas. die Vorhaben anderer amerikanischer Staaten, solch ein Schöpfungsgesetz ebenfalls zu verabschieden, um einiges schwieriger mache.

In der Begründung des Gerichtes hieß es, das Gesetz verstoße gegen das verfassungsrechtliche Verbot, religiöse Lehrmeinungen an staatlichen Schulen zu verbreiten.
- Frankfurter Allgemeine Zeitung 7. l. 1982.

CHRISTLICHE VERANTWORTUNG BITTET UM MITHILFE
Liebe Mitverbundene!
Liebe Brüder und Schwestern!
DIE Zeit ist herbeigekommen, wo echte Hilfe für Zeugen Jehovas und ehemalige Zeugen Jehovas immer notwendiger wird. Aus all den Briefen, die wir erhalten, ergeben sich für uns zusätzliche neue Aufgabengebiete.

BISHER widmeten wir uns vorwiegend den Versammlungsproblemen der Zeugen Jehovas sowie den Bibelfalschauslegungen der leitenden Körperschaft dieser Organisation. Wir machten die Zeugen Jehovas darauf aufmerksam, welche Folgen es nach sich zieht, wenn man solchen Falschauslegungen Glauben schenkt.

Das Jahr 1976 zeigte eindeutig, daß das, wovor wir warnten, Wirklichkeit wurde.
Alle Voraussagen über das Weltende waren auf den September-1975 zugeschnitten. Diese Voraussagen sind nicht in Erfüllung gegangen. Die Enttäuschung bei vielen aufrichtig glaubenden Zeugen Jehovas war groß und schmerzhaft. Dementsprechend war auch der Abfall von der Organisation.

NUN stehen wir vor neuen verantwortungsvollen Aufgaben.
Wer möchte bei der Lösung dieser Aufgaben mithelfen?
AUS allen Bezirken unseres Landes erhalten wir Post, mehr als je zuvor. Die meisten Briefschreiber brauchen Hilfe. Sie fragen nach dem „wohin gehen", wenn sie die Organisation verlassen möchten. Sie bitten aufrichtig um geistigen Beistand, sie wollen ja weiterhin Christen bleiben.
UNSERE Erfahrungen bestätigen uns immer wieder, daß der Kontakt von Angesicht zu Angesicht die beste Hilfe für enttäuschte Zeugen Jehovas ist.
Da jedoch die Anzahl der „Enttäuschten" immer größer wird, reichen unsere Kräfte bei weitem nicht mehr aus, um persönlich in allen Fällen vorsprechen zu können. Wir brauchen mutige und verständnisvolle Mitverbundene aus den Reihen ehemaliger Zeugen Jehovas und von engagierten Christen, die sich dieser Aufgabe speziell widmen. Wir werden jede erdenkliche Unterstützung gewähren

Worum geht es im einzelnen
1. Es geht um den geistigen Neuaufbau bei enttäuschten und nach der Wahrheit suchendenm Zeugen Jehovas. Um Hilfe bei der Suche nach einer neuen Gemeinde
2. Einige Briefschreiber haben den Wunsch, sich mit der älteren Literatur der Wachtturm-Gesellschaft zu beschäftigen, um sich zu vergewissern, ob die von uns angeführten Beweise auch wirklich stimmen.
Wir haben vor, in einigen Bezirken diese Literatur in zuverlässige Hände zu geben.
Wir bitten um Mithilfe durch aufrichtige und bewährte Helfer aus den Reihen aller Christen und ehemaligen Zeugen Jehovas. Sie wären die besten Berater für alle aufkommenden Fragen, die uns gestellt werden.
Vielen, die uns schreiben, wird dadurch eine Möglichkeit geboten, sich in ihrer Umgebung gründlich zu informieren.
3. Aus den Briefen ist auch zu erkennen, daß einige sich anbieten, ihren Leidensweg öffentlich bekannt zu machen. Erfahrungen, Enttäuschungen, Auseinandersetzungen mit ihren Versammlungsältesten und Verhaltensweisen von Versammlungsältesten aufzuschreiben, damit es veröffentlicht werden kann.
4. Auch an den Nachwuchs haben wir gedacht. Wer möchte gern kleine Artikel schreiben oder CV-Redaktionsmitarbeiter werden?
Es ist natürlich eine ehrenamtliche Tätigkeit, wozu viel Liebe und Verständnis erforderlich ist.
5. Als letztes geht es uns um Mitverbundene, die Artikel schreiben können. Das heißt, nach vorgegebenen Themen mit Hilfe von Unterlagen und Literatur. Wegweisende, aufmunternde und wahrheitsgetreue Abhandlungen zusammenzustellen, die den Zeugen Jehovas und auch anderen christlichen Menschen nützlich sind.
Es besteht bereits so ein Arbeitskreis, der in dieser Richtung wirksam ist.
Sollte jemand den Wunsch haben, Mitverbundene des Arbeitskreises kennenzulernen, der schreibe bitte, und wir werden es möglich machen.
DAMIT haben wir EUCH umfangreich all das geschildert, was uns im Interesse der Mitverantwortung am Herzen liegt.
EURE CV-REDAKTION

Ein Hinweis für den Arbeitskreis
FÜR euch werden wir in Zukunft in unseren CV-Ausgaben wertvolle Hinweise und Informationen veröffentlichen, die euch beim Schreiben für unsere CV-Zeitschrift hilfreich sein werden.

AUS DER VERSAMMLUNG ROSTOCK
Brutales Vorgehen eines Zeugen Jehovas
EIN Hilferuf erreichte uns aus Rostock-Lichtenhagen. Frau Sieglind L. berichtete über erschütternde familiäre Auseinandersetzungen. Ihr Mann, Karl-Heinz L., würde sie und ihre erwachsenen Kinder brutal schlagen. Er, als Zeuge Jehovas. will mit dieser Handlungsweise seine Familie zwingen, die „gute Botschaft" anzunehmen. Eigenartige Methoden!

„Wenn er trinkt, dann maßlos, wird er zum Tier. Er wollte mir die Finger brechen. Zum Glück war nur der Ring zerbrochen. Er schlug meine Tochter während der Schwangerschaft einige Male. so daß sie sich in ärztliche Behandlung begeben mußte."

CV besuchte Familie
WIR gingen der Sache nach und besuchten Frau L. Eine sympathische Frau öffnete die Tür und bat uns freundlich, im Wohnzimmer Platz zu nehmen. Anwesend waren auch ihre zwei erwachsenen Töchter« Wir kamen ins Gespräch und was sie uns berichtete, war erschütternd.
NACHDEM ihr Mann bezüglich seiner Glaubensansichten bei seiner Familie immer wieder auf Ablehnung stieß, wurde er zusehends aggressiver. So begoß er seine Frau beispielsweise, als sie im Bett lag, mit heißer Milch. Seiner Tochter schlug er eine Zahnecke heraus. Der anderen Tochter verpaßte er solch einen Schlag, daß sie gegen die Anbauwand taumelte und sich an einem dort steckenden Schlüssel verletzte. Sie war. im siebenten Monat schwanger.

Frau L. wurde von ihm stark geschlagen und mußte sich in ärztliche Behandlung begeben, wo man eine Gehirnerschütterung feststellte. Da sie auch inzwischen nervlich angegriffen war, wurde sie vom 9.1. bis zum 24.3.1983 krank geschrieben. Keinen anderen Ausweg mehr sehend, wandte sich Frau L. an Glaubensgeschwister, von denen sie wußte, daß ihr Mann mit ihnen Kontakt hat. Diese aber wollten von der ganzen Sache nichts wissen. Es ist doch eigenartig: Wie die Zeugen Jehovas immer behaupten, gehen sie predigen, damit auf sie keine Blutschuld fällt. Andererseits sehen sie ruhig zu, wenn buchstäbliches Blut vergossen wird. Ein Beispiel einzigartiger Menschenliebe!´

Was für ein Mensch ist Karl-Heinz L.?
EINERSEITS ist er ein guter Arbeiter, der seinen Pflichten am Arbeitsplatz nachkommt. Wobei er auf persönliche Vorteile sehr wohl bedacht ist. So trat er aus gesellschaftlichen Organisationen aus, blieb aber im FDGB um der Ferienplätze willen. Wenn es um sein Vergnügen geht. nimmt er es mit seinen Glaubensgrundsätzen nicht so genau. Er besuchte z.B. eine gesellige Veranstaltung, die von der DSF organisiert wurde. Sicher ist er bei seinen Glaubensbrüdern als Linientreuer gut angesehen.

Andererseits verdrischt er seine Familie. Er beteiligt sich nicht an stattfindenden Wahlen, nahm aber eine schöne Neubauwohnung vom Staat als Selbstverständlichkeit entgegen. Er führt also ein Doppelleben.
Wie lange noch?
FALLS notwendig, beschäftigen wir uns mit diesem Fall weiter!

Anmerkung der Redaktion:
An diesem Beispiel kann man deutlich erkennen, welche Auswirkungen es bei labilen Menschen hat, wenn diese sich die Verteufelungspraxis der WTG hinsichtlich der „Weltmenschen" zu eigen machen!
DIE BEITRÄGE DER EINZELNEN VERFASSER DECKEN SICH NICHT IN JEDEM FALL MIT DER AUFFASSUNG DER REDAKTION.

LESERZUSCHRIFTEN
Fragen - Meinungen — Hinweise - Antworten
Da schreibt uns eine Schwester:
„Was mir immer wieder besonders auffällt - diese Leute haben kein Gebetsleben, und auf unsere Probleme wird nicht eingegangen …
Ich habe z.B. zur Zeit ein Problem … –
Ich brachte mein Problem vor, man hörte kaum zu und schwieg. Von meinem ehemaligen Jugendpfarrer kenne ich es, daß er mich zurückbehielt und mit mir betete. Man wußte, man wird fürbittend getragen.
Aber das fehlt mir bei den ZJ ganz …"
DAS Problem dieser Schwester, die noch regelmäßig die Gemeinschaft der Zeugen Jehovas erlebt, bezieht sich auf eine komplizierte Wohnungssituation. Und die Tatsache, daß sich auch der Studienleiter und keiner in der Gruppe der ZJ interessiert, Hilfsbereitschaft zeigt oder auch nur einen Rat gibt, zeigt eben deutlich die falsche Gemeinschaftsauffassung, die so häufig in den kleinen Studiengruppen wie auch in den größeren Versammlungen anzutreffen ist.

SICHER ist diese Erscheinung mangelnder Nächstenliebe, geringen Verständnisses auch schon früher so manchem aufgefallen, etwas Neues aber ist die Tatsache, daß wir immer wieder und immer mehr direkt aus den Reihen der ZJ Zuschriften bekommen, die deutlich gegen dieses Fehlverhalten Stellung nehmen, so deutlich, daß wir nicht daran vorbeigehen können und wollen. Aber wir halten es hier auch für nötig, für das Vertrauen uns gegenüber zu danken. Auch weiterhin und mehr denn je ist es unsere Aufgabe, in christlicher Verantwortung die WTG zur Rede zu stellen und auf einen notwendigen kritischen Umgang, wie er sich vielerorts andeutet, hinzuweisen. Wir wollen alles tun, um vor einem falschen Propheten zu warnen, der sich hinter einer christlichen Maske verborgen hält, in der täglichen Praxis aber beweist, daß er nur. ein schlechter Ratgeber und Helfer ist.
WIR FREUEN UNS IMMER ÜBER POST VON EUCH!

„Christliche Verantwortung": Herausgeber Henry Werner; DDR 6500 Gera, Otto-Dix-Str. 6 Preis: 0,20 M; Jahresabonnement: 2.- M; Versand auch kostenlos Konto-Nr.: 4564-30-1952; Genossenschaftskasse für Handel und Gewerbe, Gera

A 536/84 V 7 1 2541 KO

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