Kommentare zu den eingescannten CV-Ausgaben
CV 174

Wohl der Rubrik offene Drohung, ist die Aussage in dieser CV-Ausgabe zuzuordnen:
AM 2. Oktober 1982 und am 23. April 1983 hatten wir jeweils 50 Älteste nach Berlin eingeladen, um mit ihnen vernünftig über anstehende Probleme und Briefschreiberwünsche zu reden. Leider haben nur wenige den Mut gehabt, zu kommen," An uns hat es also nicht gelegen, nun müssen sie die Konsequenzen tragen."
In dieser Ausgabe unter anderem auch eine Meldung bezüglich der Moon-Sekte, die verdeutlicht, dass auch in der alten BRD, nicht alle Bäume in den Himmel wachsen, für bestimmte „Religionen".

Zu dem Artikel "GESCHEITERTE EHEN DURCH DIE HALTUNG DER WTG " in dieser CV-Ausgabe, empfiehlt sich ein ergänzender Blick in die CV 255

Dort der der Artikel: "Daran sollten die Zeugen sich erinnern".



CV CHRISTLICHE VERANTWORTUNG
MONATSSCHRIFT DER STUDIENGRUPPE CHRISTLICHE VERANTWORTUNG
BEGRÜNDET 1959 VON WILLY MÜLLER, GD, GERA/THÜR, DDR

NR. 174 GERA JANUAR 1984

EDLER GESINNT SEIN UND PRÜFEN
Wir prüfen die Wachttürme 12,13,14/83
DER "UNPOLITISCHE" WACHTTURM
Zwei WT-Verkündigerinnen treffen auf CV
BRIEFE AN RAYMOND FRANZ
Übersetzungen aus dem Englischen
ZEUGNIS DER SCHWESTER WARNE
An die Versammlung Mantee
ZEUGENSELBSTMORD IN ROSTOCK
GESCHEITERTE EHEN DURCH DIE HALTUNG DER WTG

UNRUHEN UNTER JEHOVAS ZEUGEN IN DER DDR
Was ist geschehen?
NACHDEM es überall in der Welt bekannt geworden ist, daß es zu schweren Auseinandersetzungen in der Weltzentrale der Zeugen Jehovas gekommen ist, macht sich unter den Zeugen Jehovas in der DDR ebenfalls eine deutlich erkennbare Unruhe bemerkbar.

IN letzter Zeit erreichen uns immer mehr Briefe aus Zeugenkreisen, die davon berichten, daß wegen Anstiftung zur Sektenbildung Gemeinschaftsentzüge vorgenommen wurden. Außerdem erhielten wir Briefe, oft ohne Absender, die die Zustände in den Versammlungen u. Studiengruppen schildern. Bisher hatten wir es vorgezogen, nicht so umfangreich auf diese Briefe einzugehen, nun aber muß es geschehen, weil viele unserer Brief Schreiber uns von der Notwendigkeit überzeugt haben. Außerdem haben sich in letzter Zeit mehrere Zeugen Jehovas und die es einmal gewesen sind, bereit erklärt, bei den Vorbereitungen für eine Aufklärungsserie in CV mitzuarbeiten. Zum Trost unserer Briefschreiber können wir berichten: ES GEHT ZÜGIG VORAN!

Wir werden das Kind beim Namen nennen
EINIGE Briefschreiber bitten uns darum, daß die Namen, die sie uns mitteilen, öffentlich bekanntgegeben werden, das heißt voll ausgeschrieben. Sie sind der Meinung,
„DIESE SEELENTÖTER MUSS MAN BEI ALLEN CHRISTEN BEKANNTMACHEN!"
WIR haben volles Verständnis für solche Beweggründe, jedoch gibt es auch gesetzliche Regelungen, die es uns oftmals nicht gestatten, den vollen Namen auszuschreiben. Aber wir werden uns bemühen, dennoch das Kind beim Namen zu nennen, so daß sehr viele Christen erfahren, wer damit gemeint ist.

WENN wir in der nächsten Ausgabe damit beginnen werden, über die Unruhen und ihre Ursachen zu schreiben, wird wahrscheinlich danach das Kesseltreiben beginnen, um die Briefschreiber in den Heimatversammlungen ausfindig zu machen. Das wiederum wird zur Folge haben, daß weitere Gemeinschaftsentzüge durchgeführt werden. Deshalb appellieren wir an die Vernunft der leitenden Zeugen Jehovas und geben ihnen den Rat, die Welle der Empörung ernst zu nehmen und vernünftig mit denen zu reden, die an uns geschrieben haben, statt ihnen gleich die Gemeinschaft zu entziehen. Wir wissen, wie unangenehm es ist, beim Namen genannt zu werden, aber habt Ihr als Älteste Euch das nicht selbst zuzuschreiben? Ihr habt aus den Fehlern der Vergangenheit, die die Gesellschaft machte, nicht die notwendigen Schlußfolgerungen gezogen. Ihr habt Meinungen und berechtigte Fragen schon im Keim erstickt.

Ihr habt Euch stets als die. KLÜGSTEN und stärksten gefühlt, jedoch nicht .damit gerechnet, daß es eines Tages auch Euch an den Kragen geht. Damit hatte die Leitende Körperschaft in Brooklyn auch nicht gerechnet, daß es in ihrer Zentrale jemals zu solchen gewaltigen Unruhen kommen würde, wie sie vor 3 Jahren begonnen haben und wo ein Ende noch nicht abzusehen ist. Wir bitten Euch also darum, über alles vernünftig nachzudenken, was Ihr Euch selbst zuzuschreiben habt.

AM 2. Oktober 1982 und am 23. April 1983 hatten wir jeweils 50 Älteste nach Berlin eingeladen, um mit ihnen vernünftig über anstehende Probleme und Briefschreiberwünsche zu reden. Leider haben nur wenige den Mut gehabt, zu kommen," An uns hat es also nicht gelegen, nun müssen sie die Konsequenzen tragen.

NUN noch ein Wort an Euch, liebe Briefschreiber, werdet nicht müde und schreibt uns sofort, wie Eure Ältesten auf die nun folgenden CV-Veröffentlichungen reagieren!
CV-Redaktion

"DER WACHTTURM" IST UNPOLITISCH… ?
SO heißt es in jeder WT-Ausgabe in der Zweckerklärung auf Seite 2. Die Wahrheit ist doch aber, daß es keine WT-Ausgabe gibt ohne irgendwelche politische Ansichten, Äußerungen oder Meinungen, so daß jedem WT eine fundamentale politische Lüge zugrunde liegt." Wie lange können das Menschen, die ehrliche Christen sein wollen, schlucken und mitmachen.
DER bekannte Dichter Bertold Brecht sagt in seinem „Leben des Galilei":

Ja, ich glaube an die sanfte Gewalt der Vernunft über die Menschen. Sie können ihr auf die Dauer nicht widerstehen. Kein Mensch kann lange zusehen, wie ich einen Stein fallen lasse und dazu sage: Er fällt nicht. Dazu ist kein Mensch imstande. Die Verführung, die von einem Beweis ausgeht, ist zu groß. Ihr erliegen die meisten, auf die Dauer alle. Das Denken gehört zu den größten Vergnügungen der menschlichen Rasse.

SOLLTE DAS AUF DIE WT-ZEUGEN AM ENDE NICHT ZUTREFFEN?
BRIEFE AN RAYMOND FRANZ
ÜBERSETZUNGEN AUS DEM ENGLISCHEN
D W/l
Douglas Warne
1015 Aolon Pl. 352
Kailus, Hawaii
20.3.1982

Lieber Bruder Franz!
Ich möchte Dir danken, daß Du Dir neulich am Telefon Zeit genommen hast, mit mir zu sprechen. Ich kann mir vorstellen, daß Du mit dem TIME-Artikel mehr als nur Anrufer hattest.
Nach dem Lesen des Artikels wollte ich wirklich mit Dir in Verbindung treten, denn ich fühlte, daß Du viele meiner Ansichten über die Organisation teilst. Meine Frau und ich waren 23 Jahre sehr aktiv. Während der meisten Zeit war ich Ältester und hielt viele Vorträge in verschiedenen Versammlungen und auf Bezirks- und Kreiskongressen.

Die meisten Zeugen, von denen ich hörte, daß sie gegangen sind, scheinen es notwendig zu finden auf die Organisation zurückzuschlagen, sie bloßzustellen und alle Lehren, die die Zeugen lehren, zu widerlegen. Gruppen haben sich formiert, um „die Ketten des Kults zu brechen", usw…

Meine feste Meinung ist, daß es weit wirksamer wäre, wenn wir unsere Kräfte dazu gebrauchten, Christen zu helfen das zu lernen, was ich wirklich für notwendig halte; wie man aufrichtige Zeugen Jehovas zu dem wichtigen Verhältnis mit Christen führen könnte mit Liebe und Verständnis und nicht, indem man ihnen mit einer Tasche voller „Lehren" eins über den Kopf schlägt und alles von der Dreieinigkeit, dem Höllenfeuer, Weihnachten oder der Bluttransfusion widerlegt. "

Ich persönlich halte mich immer noch an viele der Lehren, die ich als Zeuge kennenlernte, wie die Wichtigkeit der Neutralität, kein Höllenfeuer, der Name Jehovas, Einmischung in die Politik, Weihnachten usw.

Ich weiß, daß es Babylon die Große draußengibt, obwohl ich jetzt glaube, daß es alle religiösen „Gebilde", einschließlich der Wachtturm-Gesellschaft, darstellt. (Auch die katholische und evangelische Kirche oder was auch immer). Ich bin überzeugt, daß wahre Christen gegenwärtig unter all diesen Institutionen verstreut sind, und daß Gott sie zu seiner Zeit und durch seinen Geist aus der. „trennenden Gebilden" herausholen und. zusammenführen wird. So wie die meisten der Zeugen das kostbare Verhältnis mit Jesus noch nicht erkannt haben, so ist es auch mit den meisten der Menschen in den Kirchen heutzutage. Aber einzelne vollziehen diese Hingabe an Christus (nicht an Menschen) und werden wahre Söhne Gottes, erkennend, daß sie ein Teil einer weltweiten Bruderschaft sind, die kein anderes „Kennzeichen" trägt, als nur Christus als ihr Haupt.

Ich danke Gott, daß wir, als meine Frau und ich gingen und schließlich ausgeschlossen wurden, am Ende eine Gruppe lieber Christen fanden, die uns so wie wir waren akzeptierten und es nicht zu ihrem Lebensziel machten, uns sofort zu all ihren Lehr-Ideen zu bekehren .

Wir fanden einen Hirten und eine Herde, die uns gestatteten, uns nach unserem eigenen Tempo einzugliedern… die nicht auf einer Mitgliedschaft, als Erfordernis zur Mitarbeit, bestand. Bis heute sind wir dieser Kirche nicht beigetreten, da es einige organisatorische Lehrsätze gibt, die wir einfach nicht akzeptieren können. Tatsächlich glauben wir, daß bald die Zeit kommt, wo alle Christen auf ihre Bereitschaft geprüft werden, aus solchen „Vereinigungen" herauszukommen und sich für den Schlußangriff Satans zusammenzuschließen. Trotzdem fühlen wir uns zu dieser hiesigen Gruppe von Christen hingezogen. Wir dienen auf verschiedene Weise, so wie wir es können. Mir ist es gestattet, Bibelklassen zu unterrichten und jeden Sonntagmorgen gestalten wir z.B. den musikalischer Teil des Gottesdienstes.

Da uns diese Leute auf unsere Weise im Herrn wachsen lassen, ist ein gegenseitiges Band der Liebe entstanden. Wir alle haben gelernt, wenn der Leib Christi „einer" ist, dann müssen wir lernen, einander in Liebe anzunehmen, selbst wenn in gewissem Maße lehrmäßige Unterschiede bestehen. Ich erkannte, daß nirgends in der Bibel erwähnt wird, daß unsere Errettung auf der Erkenntnis oder Lehre gründet, sondern auf dem grundsätzlichen Erkennen, daß Christus der eine Herr in unserem Leben ist und daß wir nur durch IHN zum Vater kommen können. Christentum ist ein „WEG" des Lebens, und nicht ein Bündel von verstandesmäßigen Vorstellungen, das wir mit uns herumtragen, um ständig zu „beweisen", daß andere falsch und wir selbst richtig liegen.

Darum tut es mir so weh, wenn ich den Drang so vieler Ex-Zeugen sehe. Ich bin bezüglich der Motive ihres Zeugnisgebens zu den Zeugen Jehovas beunruhigt. Versuchen sie einen Lehr-Wettkampf zu gewinnen oder ist ihr Beweggrund, wirklich Zeugen zu Jesus Christus zu führen?

Ich erinnere mich, als Zeuge Broschüren und Bücher wie „30 Jahre Sklave des Wachtturms" und „Königreich der Kulte" usw. gelesen zu haben. Damals war ich über das, was ich las, sehr verärgert. Besonders störte es mich, daß diese Bücher einige der wirklich guten schriftgemäßen Punkte, die der Wachtturm für ihre besondere Ansicht zu einer Lehre hatte, ignorierte.

In unserem Fall ging meine Frau vor mir. Sie betete und empfing Jesus in ihr Herz und änderte sich in einer unverkennbaren Weise. Ihr Handeln (nicht ihre „Lehren"!) veranlaßten mich zu überprüfen, wo ich stand. Dann trennte auch ich mich, und es dauerte etwa ein Jahr, bis ich meine Gedanken soweit geordnet hatte, daß ich es wagte, mit einer .örtlichen christlichen Gruppe Umgang zu haben. Obwohl wir ausgeschlossen waren, gab es einige innerhalb d. Gesellschaft, die uns kannten und liebten. Nach und nach erlaubten uns-mehrere, mit ihnen zu sprechen, bis wir sogar einen kleinen Hauskreis gründen konnten. Alle zusammen waren es fünfzehn, die unsere hiesige Versammlung verließen und sich zu ihrem Verhältnis zu Christen bekannten. Nicht einer von ihnen kam wegen lehrmäßiger Überzeugung oder durch Denkschriften oder vergangener Wachtturm-Fehler.

Ich lege einen Abdruck vom Zeugnis meiner Frau bei, welches ihre eigenen Erfahrungen schildert. Für mich sind es Zeugnisse dieser Art, die Zeugen mehr helfen, als alle Widerlegungen von WT-Lehren. Wenn mehr Ex-Zeugen diesem Beispiel folgen würden und anderen Christen, welche ja Zugang zu den hörenden Ohren der Zeugen Jehovas haben, erlauben würden solche Erfahrungen weiterzuleiten und ihr eigenes Zeugnis davon, was Jesus für sie tat, dazufügen, vielleicht würde es einige der ehrlich aufrichtigen Menschen erreichen.

Brd. Franz, es ist so schwer, das niederzuschreiben, was ich Dir sagen möchte. Wenn Du Zeit findest, würde ich es sehr schätzen. Deine Gedanken zu dem, was ich sagte, kennenzulernen. Ich bin sicher, daß Du persönlich durch eine enorme geistige Prüfung gegangen bist und wahrscheinlich gibt es immer noch viele Gebiete, in denen Dir Jehova hindurchhelfen wird. Ich möchte ganz einfach unsere Liebe Dir gegenüber zum Ausdruck bringen und: Dich wissen lassen, daß wir Euch in unsere Gebete einschließen.
In christlicher Liebe
Douglas Warne

ZEUGNIS DER SCHWESTER WARNE
5.7./l.
Route l Box 186 A
Mantee, MS 39751
20. Januar 1982

An: Solche der Versammlung Mantee, deren Adresse ich habe. Solche, die mich als Zeugin gekannt haben.
Meine Freunde und Familie.
Ich schreibe, weil es so viele Mißverständnisse und Gerede über meine Ansichten von geistigen Dingen gegeben hat. Würdet Ihr mir bitte Gelegenheit geben. Euch zu sagen, was ich wirklich fühle und denke, damit Ihr statt Halbwahrheiten und Lügen die Tatsachen kennenlernt?

Seit mehr als einem Jahr habe ich Gottes Wort, die Bibel sehr sorgfältig gelesen und studiert. Noch nie habe ich in meinen'. Leben so viel Zeit zum Nachdenken, dem Gebet und dem Bibelstudium gewidmet. Was ich zu lernen und zu erkennen begann, hat mein ganzes Leben geändert. Die Entscheidungen, die ich getroffen habe, sind das Ergebnis vielen Studiums, Gebetes und Nachdenkens. Sie waren keine Entscheidungen, die über Nacht gefällt wurden.

Ich liebe Jehova Gott und Jesus Christus ganz herzlich und ich möchte nichts tun, was ihnen mißfallen würde. Ich gebe meine ganzherzige Unterstützung dem christlichen Weg als bestem und lohnendstem Lebensweg. Ich möchte keinen anderen Lebensstil für mich. Ich anerkenne die Bibel als inspiriertes Wort Gottes und als meinen Lebensführer, Für mich ist die gute Botschaft über Jesus Christus, was er für die ganze Menschheit getan hat und was er für alle, die Glauben an ihn ausüben, bedeuten wird, die wunderbarste und bedeutendste Botschaft, die es gibt. Für jeden Christen muß die Loyalität gegenüber Jehova Gott, Jesus Christus, der Bibel, der guten Botschaft und dem christlichen Lebensweg Vorrang vor allem anderen haben. Meine Loyalität und Unterstützung gebe ich völlig diesen genannten Dingen.

Nach vielen Monaten des Bibelstudiums und vieler Gebete kam ich zu der Überzeugung, daß meine Loyalität in die falsche Richtung gelenkt wurde. Ich begann zu erkennen, daß viele der Dinge, die ich früher geglaubt habe, einfach nicht schriftgemäß sind. Als Christ war mir klar, daß Änderungen notwendig wären, denn es gab einfach Dinge, die ich nicht länger unterstützen konnte .

Wie Ihr alle wißt, verbrachte ich mein ganzes Leben in der Organisation der Zeugen Jehovas. Ich kenne die Organisation und ihre Lehren sehr genau. Es wird gelehrt, daß es Gottes einzigste Organisation ist und daß Errettung nur durch Gehorsam gegenüber der Organisation und deren „treuen und verständigen Sklaven" möglich ist. Es wird gelehrt, daß Jesus nur für die Gesalbten der Mittler ist, und daß wir uns das Recht auf Errettung verdienen müssen. Die Bibel zeigt, daß Jesus für alle Menschen starb und daß nur er der Mittler zwischen Gott und den Menschen „ist.' Er ist Jehovas Vorkehrung zur Errettung. Glaube an Jesus ist der einzigste Weg und das einzigste Mittel zur Errettung. „Errettung gibt es in keinem anderen". Der Apostel Paulus zeigt in seinen Briefen, daß Leben und Errettung ein Geschenk ist und nicht etwas, was sich der unvollkommene Mensch verdienen könnte. Zu lehren, daß man sich Errettung durch Gehorsam und Aufblicken gegenüber Menschen oder einer irdischen Organisation verdienen kann, ist unbiblisch und sehr, sehr verkehrt. Jemanden neben Jesus in die Stellung eines Mittlere zu stellen, widerspricht der Vorkehrung Jehova Gottes. Der Apostel Paulus warnte immer wieder vor zwei Arten von Menschen:

1. vor solchen, die Anbetung von einem gesetzlichen Standpunkt betrachteten und
2. solchen, die die unverdiente Güte als Entschuldigung für Sünde mißbrauchten.
Solche, die diese zwei Dinge taten, traten das Opfer Jesu mit Füßen und hielten die Verheißung für nichts.
Paulus sagte, daß, „wenn Gerechtigkeit durch das Gesetz kommt …"

EDLER GESINNT SEIN
UND PRÜFEN APG 17:11
Der Wachtturm
WIR PRÜFEN DIE WACHTTÜRME NR. 12,.13 UND 14/1983
WACHTTURM NUMMER 12/83

STUDIENARTIKEL
„Jerusalem - eine Ursache zum Frohlocken"
2:
„Freut euch immerdar"
WTG kontra Christenheit
Zu l. Dieser WT ist ein Lehrbeispiel dafür, wie die WTG es versteht, ausgehend von einem Bibeltext (Jesaja 65:17-19), eigene Lehrmeinungen aufzustellen. Nachdem Jerusalems Geschichte dargelegt wird (mit dem falschen Datum 607 v. U. Z.), wird sofort gleich begonnen, angebliche „Gegenbilder" zu konstruieren. Sofort widmet man sich auch seinem Lieblingsthema:

„DIESES JERUSALEM… STELLT GUT EIN ANDERES ABTRÜNNIGES SYSTEM DAR: DIE ORGANISIERTE RELIGION DER CHRISTENHEIT." (Abs. 10)

DA werden die Fehler der Kirchen aufgezählt, die sie im Laufe der Jahrhunderte begangen haben. Wie steht es aber mit den Menschen, die die WTG in 100 Jahren auf dem Gewissen hat?

In Abs. 13 geht es um das ebenso unhaltbare Datum 1914. Schon 35 Jahre vorher hätte die Organisation auf dieses Datum hingewiesen. Dabei verschweigt man bewußt, daß die damaligen Bibelforscher erwarteten, in diesem Jahr in den Himmel zu kommen! (Jahrbuch 1982 S. 120).

Entmachtung der Überrestglieder
Zu 2. Die Schwester X muß hier unterscheiden lernen, zwischen dem irdischen Jerusalem, dem himmlischen Jerusalem und dem neuen Jerusalem und dem Jerusalem droben. Ob das auch klappt?
Uns sollen aber besonders die Andeutungen interessieren, die die „große Volksmenge" und die „Überrestglieder" betreffen.

Im l. Absatz steht etwas Interessantes: DIE.GROSSE VOLKSMENGE MUSS SO LANGE AUF HARMAGEDON WARTEN, „BIS DIE GESALBTEN CHRISTEN IHR ERBE IM HIMMLISCHEN KÖNIGREICH EMPFANGEN HABEN."

WURDE uns nicht einmal gelehrt, Glieder der kleinen Herde würden Harmagedon überleben und dann zur gegebenen Zeit in den Himmel entrückt werden? (WT 19/69 S. 587)

DIESE Version wurde aber auch immer unwahrscheinlicher. Diese alten und oft kranken Menschen haben nicht mehr lange zu leben (siehe Abs. 11) . Trotzdem werden sie „ernstlich" ermahnt, den Predigtdienst weiterzuführen (Abs. 5).

Jetzt werde man sehr aufmerksam!
IN Abs. 16 wird behauptet, daß die große Volksmenge „den größten Anteil" am „Lobpreis auf der Erde" hätten. Wie dies?
Leiten nicht die Überrestglieder diesen „Lobpreis" an? Aber es kommt noch besser.
VIEL Freude hätten die 144 000 erfahren, „und jetzt gießt Jehova ähnliche Segnungen auf die „große Volksmenge" der „anderen Schafe" aus" (Abs. 19).

Hier wird das Dienstprogramm 1/82 untermauert:

DER „HEILIGE GEIST" GEHT AUF DIE GROSSE VOLKSMENGE ÜBER.
Das Werk ist für die nächsten Jahrzehnte gesichert.
TROTZDEM darf sich keiner grämen, der Harmagedon in Kürze erwartete. Das Volk Jehovas brauchte nicht bis nach der Schlußdrangsal zu warten, um in das geistige Paradies einzugehen, denn dieses Paradies ist bereits da (Abs. 15).
-G-

WACHTTURM NUMMER 13/83
STUDIENARTIKEL
l:
„Widerstehe der Abtrünnigkeit, halte an der Wahrheit fest"
2:
„Diene loyal als Mitarbeiter in der Wahrheit"
Spekulationen und falsche Lehren
Zu l. Den l. Teil des angeführten Leitartikels aus 2. Johannes 9 müßten sich in erster Linie die Schreiber dieses Wachtturms zu Herzen nehmen. Zu dieser Ansicht kommt man, wenn man den Absatz 5 liest. Da wird ganz offensichtlich spekuliert über die in 2. Johannes 1,2 erwähnte „auserwählte Frau und ihre Kinder", „… bezeichnete er damit vielleicht… "

„In diesem Falle waren…" „Kyria (griechisch für „edle Frau") mag aber auch…"
Der Ab s. 6 schließt sich gleich mit einer falschen Darstellung an. Zur Zeit Johannes, also im ersten Jahrhundert, gab es noch keine Zeugen Jehovas, wie behauptet wird. Diesen Namen nahmen die Bibelforscher erst im Jahre 1935 an. Hier wird dem Leser eine 2000jährige Tradition suggeriert und versucht, die damaligen Christen mit den heutigen Zeugen Jehovas gleichzusetzen. Ein Vergleich, der bei genauem Hinsehen keiner objektiven Betrachtung stand hält. Sollte man sich hier nicht an den WT 11/83 erinnern, wo sehr richtig steht, daß besonders Lehrer in der Versammlung es vermeiden müssen, falsche Ansichten zum Ausdruck zu bringen (S. 13)?

Gründe,
die zum Abwenden von der WTG führen
IM gleichen Stil versucht man' weiter, Abtrünnige im ersten Jahrhundert mit den ausgeschlossenen Zeugen in der Gegenwart auf einen Nenner zu bringen. Nur vergißt man, daß der damalige ANTICHRIST „Jesus als Christus und als Sohn Gottes" leugnete (Abs. 14).

BEI den Zeugen Jehovas, die sich heute von der Wachtturm-Gesellschaft abwenden, spielen andere Faktoren eine Rolle. Man muß es immer wieder sagen, damit es endlich die WTG-Oberen begreifen:
- Viele Menschen erkennen die Unglaubwürdigkeit der WTG-Endzeitprophezeiungen.
- 4 Endzeitvorhersagen sind gescheitert.
- Die Berichtigung älterer Glaubenslehren, die in der Vergangenheit als von Jehova bezeichnet wurden, zeigt deutlich, daß es auch nur Menschenwerk war und ist.
- Anspruch und Wirklichkeit liegen in den Versammlungen weit auseinander.

Sicher gibt es auch Menschen, die sich aus anderen Gründen von der WTG abwandten. Sie spielen aber eine untergeordnete Rolle.

Übrigens: Wie der Studienartikel begann, endet er auch - mit Spekulationen, (siehe Absatz 21)
Schlechte Lehrer sollen bewirtet werden
Zu 2.J, Der Kern dieses Studienartikels: Der ZJ wird aufgefordert, Glaubensbrüdern und leitenden Aufsehern Gastfreundschaft im eigenen Hause zu erweisen (Abs. 10). Also auch den reisenden Aufsehern, „die von der Watch Tower Bible and Tract Society ausgesandt werden". Diejenigen sollen bewirtet werden, die für viele falsche und später zum Teil revidierte Lehren verantwortlich sind. z.B. dafür, daß aufgrund ihres Verständnisses über Sexualität (porneia) Ehen geschieden wurden, Gemeinschaftsentzüge ausgesprochen wurden.

IM WT 12/83 Seite 31 muß man zugeben, daß diese Auffassung unrichtig war. Wieviel Leid haben die Verantwortlichen heraufbeschworen. Auf sie trifft haargenau das zu, was in Abs. 16 steht: „Auch heute können angebliche Christen nicht damit rechnen, dem Urteil Gottes zu entgehen, wenn sie in reueloser Weise Glaubensbrüder verleumden und die von Gott verliehene Autorität mißachten."

Wie Diotrephes entzogen sie Personen zu Unrecht die Gemeinschaft! (Absatz 17)
Sie verdienen eine Gastfreundschaft nicht!
WACHTTURM NUMMER 14/83
STUDIENARTIKEL
l:
Wo ist die Wahrheit,
die uns frei machen kann?" .
2:
„Wahre Freiheit
unter der Königreichsherrschaft"
Die Welt mit WTG-Brille gesehen .-

Zu l. Ein Bild von den angeblich bestehenden Verhältnissen auf der Erde wird gemalt. SCHWARZ IN SCHWARZ. Krankheit, Tod, Armut, Bedrückung, Kriminalität, Krieg (Abs. 3). Weiter geht es mit Geschlechtskrankheiten (Abs. 5), Verkehrschaos, Lärm, Luftverschmutzung, Militarisierung (Abs. 6). Nicht genug damit: Wissenschaftler ständen den Problemen ohnmächtig gegenüber, Kinder, die von ihren Eltern ausgesetzt in Armut leben.

Schließlich: „Nein, ganz gleich, welche auf verschiedenen Gebieten erzielt worden sind, steht doch fest, daß die Menschheit von Ausbeutung, Leid, Armut, Kriminalität, Krieg, Furcht, Krankheit und Tod nicht befreit worden ist." (Absatz 10)

Wundert es einem noch, wenn viele ZJ an Depressionen leiden und die WTG sich gezwungen sieht, auf dieses Thema immer öfter einzugehen?

Kann man sich nach dem Studium dieses Artikels überhaupt noch vorstellen, daß es auch noch glückliche Menschen auf der Erde gibt, die trotz der bestehenden Probleme, die sie erkennen, optimistisch in die Zukunft blicken?

Wie groß ist die „vereinigende Kraft"?
DANN wird sich der verschiedenen Religionen angenommen und diese werden in der so bekannten Weise niedergemacht. Wir wollen es uns sparen, auf jedes Argument hier einzugehen. Darüber wurde in CV schon oft geschrieben.

EINE Frage sei aber gestattet: Übt die WTG denn auf ihre Anhänger eine „vereinigende Kraft" aus (Abs. 12)? Wieviel Angst und Furcht vor der Ältestenschaft mußten wir im Gespräch mit ZJ erleben!

WENN man allerdings diese Eigenschaften als Beweggründe für die „vereinigende Kraft" nimmt, geben wir dem WT recht!

Ein Rat, der zum Selbstmord führt
Zu 2. „Wenn jemand behauptet, durch die Verwirklichung eines bestimmten menschlichen Planes könnten die Probleme der Welt gelöst werden, dann glaube es nicht." (Absatz 3)

Diese Behauptung grenzt schon an Dummheit! Also Hände in den Schoß legen und auf Harmagedon warten? Wie froh muß man sein, daß es noch die - ach so schlechten - Weltmenschen gibt, die sich beispielsweise der kommunalen und sozialen Angelegenheiten annehmen, aus denen auch, nicht zuletzt, Jehovas Zeugen Nutzen ziehen (siehe WT 13/ 83 Seite 11). Die Sorge um den Erhalt einer Rente oder um das notwendige Krankengeld spielt im Leben eines ZJ eine weit größere Rolle, als man es in Brooklyn wahrhaben will! Der Zeuge weiß, daß er im Alter von der Organisation keine Hilfe erwarten darf. Die verweist ihn dann an den Staat oder an seine Verwandten. Müßte man nicht Gott dafür danken, daß er für uns durch die obrigkeitlichen Gewalten (Römer 13) eine wirkungsvolle Hilfe geschaffen hat? Gebührt ihm und seinem Sohn nicht unsere Liebe? Wie konnten wir es nur vergessen: „Du wirst seine sichtbare, irdische Organisation lieben, die aus Menschen besteht, die er heute einsammelt, damit sie überleben." (Abs. 19)
- G -

GESCHEITERTE EHEN DURCH DIE HALTUNG DER WTG
UNTER der Überschrift „Ehre die Ehe als göttliche Einrichtung" wird im WT 12/83 „neues Licht" gelehrt. Das Wort „Hurerei" bezieht sich nun nach den neuesten Erkenntnissen der WTG auf eine Reihe rechtswidriger oder illegitimer Geschlechtsbeziehungen außerhalb der Ehe. (S. 30)
Weiter heißt es: „Demnach wären erzwungene perverse Handlungen (z.B. oraler oder analer Geschlechtsverkehr) innerhalb der Ehe kein schriftgemäßer Scheidungsgrund, der den beiden das Recht zur Wiederverheiratung gäbe." (S. 31)

WARUM führen wir diese Textauszüge an? Es wird deutlich, wenn man die kleingedruckte Anmerkung dazu auf S. 31 liest:
„Das stellt eine Erweiterung und Berichtigung des Verständnisses dar, das in den Wachtturm-Ausgaben vom 15. Februar 1975, Seite 127, 128 und vom 15. Mai 1978, Seite 30-32 zum Ausdruck kam. Niemand, der aufgrund der Erkenntnis, die er damals hatte, handelte, sollte kritisiert werden. Auch hat dies keinen Einfluß auf die Stellung jemandes, der in der Vergangenheit dachte, die perverse sexuelle Verhaltensweise seines Partners innerhalb der Ehe sei als porneia aufzufassen, und sich deshalb scheiden ließ und jetzt wieder verheirate t ist."

Soweit der neueste Erkenntnisstand. Damit die Bedeutung dieser neuen Lehre von jedem auch richtig erkannt wird, zitieren Mir Ausschnitte aus den angeführten WT's.
„Neues Licht" 1975
UNTER dem Ausdruck „Hurerei" sind „alle Arten von unsittlichen Geschlechtsbeziehungen, Perversitäten und unzüchtigen Handlungen zu verstehen, wie sie zum Beispiel in einem Freudenhaus getrieben werden mögen, einschließlich oralen und analen Geschlechtsverkehrs."
„Um sich nicht ein weiteres Mal der Unzucht preisgeben zu müssen, mag sich eine christliche Ehefrau entschließen, die Scheidung einzureichen. Sie könnte bei der Versammlung die Beweise dafür erbringen, daß der eigentliche Grund porneia ist, und dann aus irgendeinem tatsächlich vorhandenen Grund, der vor den Gerichten des Landes anerkannt wird, eine legale Scheidung erwirken."

„Neues Licht" 1978
„Nach sorgfältiger weiterer Erwägung dieser Frage gelangen wir jedoch aufgrund des Fehlens deutlicher biblischer Anweisungen zu der Überzeugung, daß es sich dabei um etwas handelt, wofür ein Ehepaar selbst die Verantwortung vor Gott übernehmen muß, und daß es nicht die Aufgabe der Versammlungsältesten ist, das Verhalten in solchen ehelichen Intimbeziehungen zu bestimmen oder jemandem lediglich aufgrund derartiger Handlungen die Gemeinschaft zu entziehen."" Sie (eine verheiratete Person - Anm. d. Red.) mag der Auffassung sein, daß die Umstände sie zu einer schriftgemäßen Ehescheidung berechtigen. In einem solchen Fall muß die betreffende Person die volle Verantwortung vor Gott übernehmen, sie eine Scheidung anstrebt." (WT 10/78 S. 30,31)

Schlußfolgerungen
VON 1975 bis 1978 wurde aufgrund des Verständnisses der WTG über die „Hurerei" die Scheidung von Ehen der Z3 gutgeheißen und der „schuldige" Partner bekam einen Gemeinschsftsentzug. Von 1978 bis 1983 wurde eine Scheidung ebenfalls von der Organisation noch geduldet, obgleich sie zugeben mußte, daß es dafür kein biblisches Fundament gibt. Zumindest durfte aus diesem Grund keinem die Gemeinschaft entzogen werden .

1983 nun das Verbot, sich diesbezüglich scheiden zu lassen.
Gemeinschaftsentzüge können nur noch aufgrund von „Unreinheit" und „zügellosen Wandel" ausgesprochen werden. Übrigens ist dies ein Gummiband, welches zu dehnen ganz im Ermessen des Rechtskomitees liegt.
- 8 Jahre lang hat die WTG das Intimleben ihrer Anhänger reglementiert!
8 Jahre lang hat sie Scheidungen geduldet und sogar veranlaßt, die über die Betroffenen unsagbares Leid gebracht haben!
- Es wurden Gemeinschaftsentzüge ausgesprochen, die einer biblischen Grundlage entbehrten!
-1978 schob die Gesellschaft die Verantwortung für eine Scheidung auf den Betroffenen ab. 1983 höhnt sie, daß jemand, der aufgrund seiner damaligen Erkenntnis sich scheiden ließ. nicht kritisiert werden sollte. Sie läßt aber außer acht, welche Vorwürfe sich jetzt der macht, der sich damals aufgrund der Haltung der WTG zu einer Scheidung veranlaßt sah.
- Die WTG spielt sich-als Richter auf und maßt sich ein Urteil an, welches nur Gott zusteht.

WELCHE Stellung in dieser Frage wird die WTG in 5 Jahren einnehmen? Wie glaubwürdig kann sie noch gelten?
DIE Stellung der Organisation zu diesem Problem zeigt deutlich, wie sie die eigene Ansicht vor die Lehre der Bibel setzt!
-G-

DER "UNPOLITISCHE" WACHTTURM
Zwei WT-Verkündigerinnen treffen in Berlin auf CV
Eine zu harte "CV-Keule"?
Oder: Werden sie nachdenken?

VIELLEICHT machten beide gerade "Felddienst", gewohnt und hart genug, von großer Freundlichkeit bis "theokratischer Kriegslist", andere anzusprechen, um sie zu gewinnen, zu „warnen" oder zu „überlisten". Daß jemand sie zwingt, vor der eigenen Tür zu kehren, passiert dabei kaum. Kommen beide also hereingeschneit, wo gerade CV zu Besuch ist . Namen sind unwichtig. Man wird sich hier schon wiedererkennen können.

ALS CV-Beweismittel liegt gerade WT 20/1981 auf dem Tisch. Rotes Titelblatt u.a.. mit der politischen Hetzkarikatur eines aggressiv bestialisch zähnefletschenden „Sowjetbären'' und dem Wort „Machtpolitik" als erstes WT-Wort zum Thema. Beide haben den WT natürlich längst gesehen. CV: Kennt ihr diese Zeitschrift? Oh ja, und die erste beginnt ein Loblied darauf. CV alsbald: Ist das hier politisch (auf das rote Bild weisend)? Natürlich!, sagt die zweite, das hier ist Amerika und das hier Rußland, CV: Hm, also politisch. Nun lest mal das WT-Impressum. Sie nehmen den WT zur Hand, lassen sich von CV zeigen und lesen:

Der WT sei „unpolitisch". CV: Habt ihr eben nicht erklärt, dieser WT ist politisch? Die erste fängt sich sofort schlagfertig; Ich habe das nicht gesagt. Das hat sie gesagt! Die andere schweigt. Die erste versucht nun, die Lage zu retten. Es sei nur eine WT-Fragestellung (als ob eine Frage nicht politisch sei). CV zeigt alsbald vergleichsweise eine antisowjetische, Hetzkarikatur aus der Nazizeit: Wo ist der Unterschied? Begreift ihr nicht, daß die Behauptung in jedem WT, unpolitisch zu sein, eine fundamentale Lüge ist? Es gibt keinen unpolitischen WT, jeder enthält irgendwelche politischen Aussagen. Wie kann man mit einer solchen Lüge unter die Menschen gehen? Denkt darüber nach!

DIESE Vergleiche wollten sie nicht sehen (natürlich schauten sie hin) und hatten nun auch keine Zeit mehr. Allerdings, verabschiedeten sie sich mit freundlichem Handgeben.
- CVN-

ZEUGENSELBSTMORD IN ROSTOCK
EIN junger Mann nahm sich im November des Jahres 1982 das Leben. Ehemann, Vater dreier Kinder, davon eines schwerstbeschädigt. HEINZ WAR EIN ZEUGE JEHOVAS.
Sein Leben
HEINZ G. wuchs in einer katholischen Familie auf und wurde im christlichen Sinne erzogen. Nach der Schulzeit begann er den Beruf eines Glasers zu erlernen und arbeitete in diesem Metier nach dem erfolgreichen Abschluß seiner Lehre auch weiter. Unauffällig, bescheiden und ruhig, von seinen Kollegen geachtet.
Bald lernte er ein Mädchen kennen und lieben. Genau wie er, ruhig und bescheiden. Aber - mit ihr und ihren Eltern wird studiert. Da sie ein gottgefälliges Leben führen wollen, lassen sich nacheinander Tochter und Mutter von den Zeugen Jehovas taufen.

Der Weg zu den Zeugen Jehovas
FÜR HEINZ wird es klar: Dieses Mädchen wirst du nur heiraten können, wenn du ihren Glauben annimmst. Und warum auch nicht? Von verschiedenen Menschen- seiner Kirche in bezug auf ihre tätige Liebe enttäuscht, meint er jetzt, den richtigen Weg gefunden zu haben. Und er geht ihn gegen den Widerstand seiner Eltern. Anfang der 1970er Jahre zu den ZJ gestoßen, dauert es keine zwei Jahre und er läßt sich taufen. Erster Nachwuchs stellt sich ein. Leider ist es ein Kind mit einem schweren geistigen Leiden. Es gibt Probleme, trotzdem sorgen beide für dieses, wie auch für die zwei folgenden Kinder, mit elterlicher Liebe.

Erkenntnisse
LEIDER wird ihr eheliches Glück durch Geschehnisse in den Reihen der ZJ getrübt. Heinz muß erkennen, daß es mit der Liebe unter den Glaubensbrüdern nicht so gut bestellt ist, wie sie in den WTG-Publikationen immer geschildert wird. Da werden sie z.B. mit ihren Kindern zu einem Kinderfest bei der Familie L. eingeladen. Diskret wird ihnen aber gesagt, daß sie Carola - das schwerbehinderte Mädchen - nicht mitbringen sollten. Heinz entscheidet:

Entweder alle oder keiner.
Sie nehmen ihre Tochter mit. Hinterher werden ihnen Vorhaltungen gemacht. Carola hätte mit ihrer Anwesenheit dem ausgelassenen Treiben Abbruch getan.
NOCH deutlicher wird die Schw. Anni D. Heinz verbüßt eine Freiheitsstrafe wegen seiner Verweigerung des Reservistendienstes. Eva kann das Studium nicht regelmäßig besuchen, da es auf eine ihr ungünstige Zeit gelegt wurde. Schließlich müssen die Kinder versorgt werden. Die besagte Schwester rät: Die Carola kann man ja im Bett festbinden. Auch ihre einmal fallengelassene Bemerkung, für Carola sei es besser, wenn sie sterben würde, zeugt von einer Unreife, die man dieser über 80jährigen Dame leider noch attestieren muß. Übrigens:

DER damalige Studienleiter Bruno K, ein in Rostock als besonders dogmatisch und herrschsüchtig bekannter Zeuge - änderte die Zeit des Versammlungsstudiums nicht. Vielleicht hatte er Angst, eine Fußballspielübertragung im Fernsehen nicht miterleben zu können? Aus diesem Grund kam er zu einer Zusammenkunft schon mehr als einmal zu spät und fand dies anscheinend auch noch normal.
Brüderliche Liebe
TROTZ allem erfüllt Heinz über Jahre seine Aufgaben als Studienleiter.
Die Zusammenkünfte finden in einem Dorf außerhalb von Rostock statt und er muß etliche Kilometer wöchentlich mit dem Moped, später mit dem Auto, fahren. Da sind auch noch die ungeschriebenen Verpflichtungen bei den ZJ, die u.U. zu einer schweren Bürde führen können. Ein Glaser ist unter Glaubensbrüdern sehr gefragt. Auch die Ältesten nehmen keine Rücksicht darauf, daß Heinz Frau und Kinder hat, die umsorgt werden wollen. Ein Bruder baut sein Haus aus. Nach Fertigstellung sollen auch Ferienpioniere darin wohnen können. Brüder aus Rostock und Bad Doberan werden engagiert. Heinz wird um Mitwirkung gebeten, kann nicht nein sagen und opfert wertvolle Stunden seiner Freizeit.

Hilfe dringend erforderlich
DASS hier Konflikte entstehen und Ausgangspunkt für weitergehende Probleme werden, kann sicher jeder verstehen. Durch das Verhalten vieler Zeugen provoziert, nimmt Heinz einige Lehren der WT-Gesellschaft unter die Lupe und erkennt bald Widersprüche, die seinen Konflikt vergrößern. Mit wem kann er schon offen über solche Fragen reden, ohne als ketzerisch verschrieen zu werden? Die Probleme innerhalb der Familie werden größer. Eva wendet sich an einen Ältesten um Rat. Ein Komitee tritt zusammen. Es macht es sich einfach. Heinz wird das Amt eines Studienleiters aberkannt und ihm wird Gemeinschaftsentzug angedroht.

Statt echter Hilfe also Züchtigung. Heinz kapselt sich immer mehr ab. Nachdem er unzählige kaputte Fensterscheiben bei seinen Glaubensbrüdern repariert hat, hilft ihm keiner, seine angeschlagene Ehe zu retten.
WAS mag in seinem Kopf vor sich gegangen sein? Jahrelange WTG-Beeinflussung hinterlassen ihre Spuren!

Einen Tag später nahm er den Strick…

Danach
DIE Ältesten lehnten eine Beerdigungsansprache ab. Sie könnten es mit ihrem Gewissen nicht vereinbaren. Bei einer Aussprache mit Eva gaben sie zu, nach Heinz seinem Tod sich bei den Hausbewohnern über ihre Ehe erkundigt zu haben.

Ironie des Schicksals?
Jetzt ist Eva auch keine Zeugin Jehovas mehr.

EIN URTEIL DES BUNDESGERICHTSHOFES
Karlsruhe (epd)
VON der „Vereinigungskirche" MUN darf weiterhin behauptet werden, sie setze Menschen Psychoterror aus, proklamiere ein faschistisches System, sei eine kriminelle Vereinigung, und durch sie seien junge Leute bis zum Selbstmord getrieben worden. Diese Entscheidung traf der 6. Zivilsenat des Bundesgerichtshofes (BGH) in Karlsruhe gegen ein Urteil des 12.. Zivilsenats des Oberlandesgerichts Frankfurt in Darmstadt. (Aktenzeichen VI ZR 116/82)

AUCH in der BRD kann man also im Namen Gottes nicht machen, was man will. Familien-Minister Rainer Geißler am 20.11.82:
„Glaubensfreiheit findet da ihre Grenze, wo gegen die Prinzipien der freiheitlichen Demokratie verstoßen wird." Demokratische Freiheitsbeschränkung kann also durchaus religiöse oder religiös begründete Handlungen, Bewegungen und Entwicklungen betreffen.

IM WTG-Zweigbüro Wiesbaden/Selters, BRD, wurde dieses Urteil des BGH mit Argusaugen aufgenommen. Vollzieht man doch mit dem WT-Blutkult durch Transfusionsverweigerung ebenfalls gleichsam Selbstmorde und fahrlässige Tötungen Minderjähriger. Auf Sardinien wurde deswegen 1982 ein ZJ-Ehepaar zu 14 Jahren Haft verurteilt. (FAZ 12.3.82) Wiederholt wurde auch das antidemokratische und intolerante System der WTG, die alle Andersdenkenden und Andersgläubigen, die gesamte menschliche Rasse, Christen, Juden, Moslems, Buddhisten usw. zu „Kriminellen" und „Pflichtvergessenen" erklärt, die nur verdienen, vernichtet zu werden (WT 15.9.58, S. 565), als faschistoid bezeichnet, Es fand sich hier nur noch nicht der Kläger vor den Bundesrichtern für einen entsprechenden Prozess.
CVN

An die Versammlung Zittau
ERKLÄRUNG
Von den falschen Gottesboten, alias Wachtturm-Gesellschaft, alias Neue-Welt-Gesellschaft, habe ich mich zurückgezogen.
Willkürliche Auslegung der Heiligen Schrift und bibelwidrige Behauptungen dieser Gesellschaft haben mich zu diesem Schritt veranlaßt (Römer 8:38,39).
STEFFEN SCHREINERT
8800 ZITTAU
Zittau, 15.8.83
STRASSE DER EINHEIT 16

LESERZUSCHRIFTEN
Fragen - Meinungen - Hinweise - Antworten
VOR uns liegt das Titelblatt der Zeitschrift CV, zerrissen und mit der Rotstift-Bemerkung versehen, von Brigitte R.:
„BEHALTET DEN MIST!" :
DA kann man nur sagen, wer keine vernünftigen Argumente mehr hat, greift zu Hammer und Axt. Jedenfalls bedeutet diese unsachliche Bemerkung, daß jene Leserin CV gelesen hat, und auch wenn sie aus Uneinsichtigkeit oder Unkenntnis nun unsachlich urteilt, ändert das nichts daran, daß ihr vernünftige Argumente fehlen. Immer wieder machen wir die Erfahrung, daß Zeugen Jehovas zu mehr als den fragwürdigen Argumenten der WTG kaum fähig sind. Wichtig wären Gegenbeweise, sachliche Begründungen, aber, wo sollen solche herkommen, wenn es oft nicht einmal dazu reicht, eine kritische Frage Interessierter glaubhaft zu beantworten. Trösten wir uns damit, daß die überwiegende Mehrheit der CV-Leser mit Interesse an die Lektüre geht und nicht in dem Hinweis auf Papierverschwendung ihr einziges Abwehrmittel sieht .

MERKWÜRDIGE Erfahrungen gehören übrigens auch zu dem, was hier und da in unserem Briefkasten landet. Vielleicht ist es für die Leserin R. doch peinlich, so unsachlich vorgegangen zu sein. Lassen wir es dahingestellt. Von Bruder oder Schwester K. aus Erfurt jedenfalls kommt die Feststeilung, „daß es sinnlos ist, an einem Baum zu rütteln, der in vortrefflichem Mutterboden eingepflanzt ist" und „… daß aufkommende Sekten den wahrheitserklärenden treuen klugen Knecht, den Jesus eingesetzt hat, falsch darstellen." Dazu nur zwei Anmerkungen: Weiß der Briefschreiber nicht, daß einem unabsehbaren Heer von Mäusen gleich der Zweifel, die Zwietracht und die Machtgier die Wurzeln des WTG-Baumes abnagen und dieser viele welke Äste bekam? Woher weiß er, wenn er so ein Kenner der Bibel ist, daß dieser Knecht, die WTG, wirklich von Jesus eingesetzt wurde? Das hat doch die WTG von sich selbst behauptet. Die Bibel kennt keine WTG!
ERST DENKEN, DANN SCHREIBEN!

Christliche Verantwortung": Herausgeber Henry Werner; DDR 6500 Gera. Otto-Dix-Str.6
Preis: 0,20 M; Jahresabonnement: 2.- M; Versand auch kostenlos
Konto-Nr.; 4564-30-1952; Genossenschaftskasse für Handel und Gewerbe, Gera
A533/84 V 7 1 2426 KO

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