Kommentare zu den eingescannten CV-Ausgaben
CV CHRISTLICHE VERANTWORTUNG
MONATSSCHRIFT DER STUDIENGRUPPE CHRISTLICHE VERANTWORTUNG BEGRÜNDET 1959
VON WILLY MÜLLER, GD, GERA/THÜR, DDR
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NR. 129 GERA 1980
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UNGLAUBWÜRDIG - EINMAL MEHR
CV - ZJ im Mai in Potsdam
HINTER DEN KULISSEN - KRIMINALITÄT
Gangstertum im Namen der WTG
GENAU GEPRÜFT
Auseinandersetzung mit WT 1/1979
WAS UNBEQUEM IST - VERSCHWINDET
Zur Broschüre: Jehovas Zeugen im Zwanzigsten Jahrhundert
EINGESTÄNDNIS
Vor Gott und den Menschen völlig unglaubwürdig!
1799 - 1874 - 1914 - 1925 - 1945 - 1975 und:
Das Eingeständnis der WTG fünf Jahre danach
Wir lesen im Jahrbuch 1980 S.30 über einen Vortrag im WTG-Hauptbüro in
Brooklyn, New York, USA:
"Die Brüder schätzten auch die Offenheit, die in diesem Vortrag zum
Ausdruck kam, indem z.B. zugegeben wurde, daß die Gesellschaft für die Enttäuschung,
die eine Anzahl Brüder in Verbindung mit dem Jahr 1975 verspürte, teilweise
mitverantwortlich ist!"
Das ist doch der in glatte Worte zur Täuschung der Herzen Argloser
(Römer 16 : 18) gehüllte Endzeit-Offenbarungseid der WTG-Organisation als ein falscher
Prophet nach 5. Mose 18:20-22!
Es erhebt sich bei allen Nachdenklichen da immer mehr die Frage: Wenn die
Endzeitverkündigung so unglaubhaft ist, was ist dann der eigentliche Grund und
Hintergrund dieser ganzen Verkündigung? Zu welchem wahren Zweck wird sie trotzdem weiter
fortgesetzt?
Das Wesentliche der Organisation und ihrer Verkündigung ist wirklich
ihr Endzeitcharakter. Damit steht oder fällt alles. Mit den diesbezüglichen falschen
Prophezeiungen von 1799 bis 1975 ist sie darum tatsächlich gemäß 5. Mose 18: 20-22 als
ein falscher Prophet erwiesen - vor Gott und den Menschen!
"Solche Menschen dienen ja nicht unserem Herrn Christus, sondern
ihrem eigenen Bauch und täuschen mit ihren schönklingenden Reden und glatten Worten die
Herzen der Arglosen."
Römer 16:18 (Menge).
IN CV 73 UND 100 WURDE DIE UNGLAUBWÜRDIGKEIT DER GESAMTEN
WTG-ENDZEITVERKÜNDIGUNG NACHGEWIESEN!
CV - EIN ERNSTZUNEHMENDER FAKTOR
Liebe Leser,
Liebe Brüder und Schwestern!
"CV? - Natürlich lese ich das!" - "Mit der christlichen
Verantwortung müssen wir leben." - "Das hast Du doch aus CV!" Solche und
ähnliche Antworten hört man aus dem Munde von Studienleitern, Ältesten und Aufsehern
hohen und höchsten Ranges in der Organisation. Wir möchten ihnen daher sagen, daß ein
Aufrichtiger in der Tat nicht Augen und Ohren vor dem zuhalten kann, was um ihn herum
jeder lesen und sehen kann.
"Vergewissert Euch über alle Dinge", heißt es in 1. Thess.
5:21 NW ohne Einschränkung. Nur das, was man feststellen soll, ist eingeschränkt auf
alles, was recht ist. So muß man also auch CV lesen.
Die WTG-Abwehr gegen CV ist längst zusammengebrochen. Möglicherweise
steht sie nur noch in den in Organisationsfurcht gehaltenen Verkündigerreihen. Natürlich
gibt es auch eine Reihe Verantwortlicher, die sich Augen und Ohren zuhalten; weil die
WTG-Abwehr ZJ-CV zusammengebrochen ist, ist es lediglich eine Frage der Zeit bis der
leitende Apparat der Organisation in eine neue Qualität umschlägt, was die WTG in der
Tat ängstlich befürchtet. Doch sie weiß inzwischen überhaupt nicht mehr, wie so
mancher wirklich denkt, der ständig CV liest. Bei einer Aussprache CV-ZJ kürzlich in
Dresden blieb den ZJ angesichts der Tatsache nur noch das Schweigen, als ihnen gesagt
wurde "wenn Ihr ehrlich vor Euch selbst seid, müßt Ihr Euch sagen, ganz unrecht hat
CV nicht, nicht wahr?"
In CV wird darum für einen unterschiedlichen Leserkreis geschrieben. Da sind die Verkündiger, die Neulinge, die überhaupt noch keine Übersicht über die wahre Geschichte der Organisation haben. Sie sind zumeist gezwungen, nur "von der Hand in den Mund zu leben." Sie haben nur immer die neueste Version der Sache vor Augen. Dann sind da die Hauptverantwortlichen, die als "Lehrer" (Jak. 3:1) ein schweres Gericht vor sich haben, weil sie andere anleiten, gegebenenfalls in die Irre, ins Verderben, wo sich die WTG als falscher Prophet erweist. Sie müssen ganz anders angesprochen werden. Haben sie doch keine Hemmungen, bedenkenlos andere Menschen unter die WT-Endzeitirrlehren und WT-Neutralitätsheuchelei zu holen und über andere in "Rechtskomitees" zu richten. Nicht wenige Ehen und Familien haben sie durch die fanatische WT-Moral und WT-Politik zerstört. Dann möchten auch Außenstehende informiert werden wo sie sich mit dem WT-Einfluß befassen müssen, sei es im kirchlichen oder gesellschaftspolitischen Bereich.
Das WTG-Welthauptbüro in Brooklyn/NY, schätzt sehr gut ein, daß CV
in Mitteleuropa der ernsteste geistige Faktor ist, dem die WTG je gegenüber gestanden
hat.
Entsprechend wird CV auch in der WTG-Europazentrale in der BRD beurteilt.
Sie wissen genau, daß hier einiges abzulesen ist, was sie betrifft, in dieser oder jener
Hinsicht. Was man besser tun oder lassen sollte, oder wie man manches noch
"besser" machen sollte, damit keiner dahinter kommt.
Es sind schon eine ganze Menge in der Organisation, die inzwischen
beobachtend "auf dem Zaun sitzen". Denn sie sehen, so ganz unrecht hat CV
wirklich nicht.
Lest auch diese Ausgabe und verbreitet sie überall entsprechend dem Gebot
Vergewissert Euch über alle Dinge
1. Thess. 5:21 NW
CV - ZJ im Mai 1979 in Potsdam
UNGLAUBWÜRDIG - EINMAL MEHR
Die Stellungnahme zu den WT-Obrigkeitsfalschdeutungen der Bibel
CVN Potsdam. Wir berichten zu einem weiteren Schwerpunkt der
Auseinandersetzung CV-ZJ-Älteste an einem Mittwochabend im Mai 1979 in Potsdam.
Was in diesem Punkt vor Augen geführt wurde
Im weiteren Verlauf der kritischen Diskussion über die WT-Verkündigung
wurde von CV nachgewiesen, daß die WTG auch in der Frage der Obrigkeit furchtbare
Irrlehren-Verantwortung und -schuld auf sich geladen hat. Es wurde deutlich gemacht, was
es bedeutet, allen Verkündigern ein verantwortungsloses Verhalten gegenüber den
staatlichen bzw. politischen Regierungen beizubringen. Das ist eine furchtbare WT-Schuld
an Freiheit und Gut, Leib und Leben aller einfachen Verkündiger, die man sinnloser
Staats- und Regierungsfeindlichkeit aufs Spiel gesetzt hat.
Es wurde die Ungeheuerlichkeit nachgewiesen, die Worte der christlichen Apostel in ihrem politischen Sinn zu verdrehen und zu verfälschen. Jahrzehntelang hat die WTG dies im Namen Jehovas gemacht.
Die staatsfeindliche WT - Schriftverdrehung
Wir lesen im WT 1952, S. 252 unter dem Titel "Untertan den höheren
Obrigkeiten":
"In der Heiligen Schrift, der Bibel, heißt es in Offenbarung 13:2
(NW) ausdrücklich, daß Satan es sei, der den Cäsaren der alten Welt die Macht und
Autorität verliehen habe. Folglich gehören zu den in Römer Kapitel 13 erwähnten
'höheren Obrigkeiten; die durch Gott beauftragt sind, nur die theokratischen regierenden
Obrigkeiten und nicht die Obrigkeiten des Cäsars."
"Paulus sagt weiter: "Die bestehenden Obrigkeiten sind durch Gott in ihre bezüglichen Stellungen gesetzt." (Römer 13:1) NW. Hier haben wir wieder den Beweis, dass diese die "theokratischen höheren Obrigkeiten" sind, weil geschrieben steht, daß 'Gott die Glieder in den Leib gesetzt (hat), jedes von ihnen so, wie es ihm gefiel'." (Abs. 6, 8).
Auf grund dieser Falschauslegung und willkürlichen Zusammenfügung von Bibelstellen nach äußerem Schein war u.a. im Jahr 1949 in "Erwachet" vom 8. November 1949 im Namen Gottes weltweit proklamiert worden: "Gangster in Amt und Würden. Überzeugender Beweis dafür, daß Politiker nicht die 'Von Gott verordneten obrigkeitlichen Gewalten' sind."
Gangster in Amt und Würden
Überzeugender Beweis dafür, dass Politiker nicht die "von Gott
verordneten obrigkeitlichen Gewalten" sind
BERN, 8. November 1949 - Vol. XXVII
"Awake!" - German Edition - Halbmonatlich Nr. 21
Mit den WT's vom 1. 1. bis 15.2.1963 dt. wurde nach Jahrzehnten solcher Irreführung dann auf einmal verkündigt - viele wollten das gar nicht glauben - daß natürlich in Römer 13 der politische "Cäsar" gemeint sei, nicht die "Regierenden" in der "theokratischen Organisation". Der Herr habe "helleres Licht" gegeben.
Was für eine Lüge im Namen Gottes! Hatte man doch bis 1929 sehr wohl verkündigt, daß in Römer 13 die politischen Regierungen gemeint sind! Kein Gott hatte also um 1962/63 "helleres Licht" gegeben.
Was unserem Bruder F. allein zu sagen übrigblieb
Die Obrigkeitsschriftverdrehungen der waren nicht zu leugnen. Unsere
Schwester H. mochte wütend hervorbrechen:" Das sind olle Kamellen!", um alles
abzutun. Sie bestätigte damit jedoch nur die Unglaubwürdigkeit der WTG. Es waren eher
emotionelle Ausbrüche, die einen selbst, ohne daß man es sonderlich merkt, viel mehr
fanatisieren können. Unser Bruder F., ihr Mann, sah sehr wohl, daß die Organisation hier
einer verantwortungslosen politischen Bibelverfälschung schuldig ist. Was sollte er dazu
sagen? Es zugeben? Sich zu dieser Organisation bekennen und sagen, sie sei Gottes
Organisation, werde von ihm geleitet? Das kann man schließlich nur, wenn einem alles egal
ist, was die Organisation macht, wenn man ihr bedenkenlos hörig ist. Ob unser Bruder wohl
innerlich zu solchen Überlegungen kam? So stand er angesichts dieser
WT-Verantwortungslosigkeit gleichsam mit dem Rücken an der Wand, indem er dazu allein
für sich erklärte: Er habe unter keiner falschen Obrigkeitslehre gestanden, er habe
keine falsche kennengelernt. Er habe immer die richtige Auffassung davon vertreten und
verkündigt.
Nun ja, natürlich. Er kam erst zur Organisation, als diese Bibelverfälschungen schon Teil der WTG-Entwicklungsgeschichte geworden waren. Aber es ging ja auch gar nicht um seine Haltung in dieser Frage. Es ging um die Glaubwürdigkeit oder Unglaubwürdigkeit der Organisation darin, von Gott geleitet zu sein oder nicht.
Mit dem Rücken an der Wand stehend und nur noch sich selbst in dieser
Frage verteidigend, bestätigte er auf diese Weise, wie unglaubwürdig die Organisation
ist.
- wird fortgesetzt -
M E C K L E N B U R G S "BEZIRKSDIENER" S C H R E I B T A N C
V
UND BEKOMMT ANTWORT
Eine Dokumentation zur Neuorientierung
Brief des BD
3. 12. 1969
An die
Studiengruppe
Christliche Verantwortung
Bitte nehmen Sie zur Kenntnis, daß ich Ihre Briefe erhalten habe. Doch
bin ich nicht Ihr Bruder. Vielleicht werden Sie fragen, warum spricht er so? Nun, ein
Bruder vertritt die Interessen des Königreiches Gottes und nicht die Interessen des
Staates. Ein Bruder trägt zur Einheit und zum Frieden in der christlichen Versammlung
bei. Ihre Briefe bewirken genau das Entgegengesetzte. Sie tragen den Stempel des
sektiererischen Geistes. Die Bibel sagt: "Solche meide!" (Titus 3:10;2. Tim.
3:1-7). Damit dürfte sich alles andere erübrigen.
CV - Antwort
Berlin, den (Jan. 1970)
Lieber
Zuvor einen freundlichen Gruß in der Hoffnung, daß Du diese Zeilen doch
nachdenklich betrachten möchtest. Der Anlaß dieses Briefes ist ein tieferes Nachdenken
über Deine Zeilen vom 3.12.69 mit den darin angegebenen Gründen, mit uns keinen
brüderlichen Gedankenwechsel über unserer Meinung nach dringende Fragen einzugehen. Du
gabst freimütig Gründe an, bitte nimm nun auch eine freimütige Erwiderung zur Kenntnis,
die auch unsererseits aus aufrichtiger Bemühung entspringt.
Deine Gründe sind ohne Zweifel schwerwiegend und ernst.
Deine Gründe sind ohne Zweifel schwerwiegend und ernst. Du schreibst,
daß wir der Einheit unter den Brüdern nicht dienten und Du nicht dem Staat, sondern dem
Königreich dienen willst....
Du sagtest weiter, es gäbe keine gemeinsame Basis zwischen uns. Wir sagen, doch! Wir haben etwas gemeinsam, davon sind wir fest überzeugt, nämlich den Grundsatz, nicht über das hinauszugehen, was geschrieben ist nach 1. Kor. 4:6. Ist das nicht ein wenig Nachdenklichkeit wert?
Gestatte nun bitte, auf Deine Entgegnung betreffs Staat einzugehen.
Wie Deine Zeilen zeigen, siehst Du die Sache so: Staat oder Königreich ?
Du wirst erstaunt sein und solltest die Beweise sehen: Dieses Entweder-Oder ist nicht
biblisch. Wir wünschen sehr, Du würdest angesichts dessen die ernste Besorgnis erkennen,
die unserem Bemühen zugrunde liegt,
Für alle, die Verantwortung tragen oder
trugen, ist die Situation doch wirklich zu ernst, als daß irgendetwas nicht wirklich bis
zu Ende geprüft werden sollte.
Oder sollten wir als Christen zu erhaben sein,
keiner Kritik mehr zu bedürfen ? Dieses Recht dürfen nur Unfehlbare beanspruchen. Nun
aber zu Deiner Erwiderung Staat oder Königreich. Bitte überprüfe im Sinne von 1. Kor.
4:6 sorgfältig die folgenden Tatsachen:
Christus oder Cäsar ?
Paulus sagte vor Gericht einst nicht, Christus oder Cäsar. Apg. 25:8-11.
Verschiedene Christen hatten ungeachtet ihrer Königreichshoffnung bedeutende staatliche
Funktionen, wie der Schatzmeister der königlichen Regierung von Äthiopien, der Hauptmann
Cornelius oder auch Sergis. Apg. 8:27-39, 10: 1-48, 13:12. Die bekannten Ausführungen in
Römer 13:1-7 sprechen auch nicht von einem Entweder-Oder sondern von einem Einordnen des
Christen. Ähnlich 1. Petrus 2:13,14. In 1. Tim. 2:1-3 wird sogar das Gebet für Staat und
Regierung verlangt. Es gibt in der Schrift also keinen Grundsatz für Christen, Gott oder
Staat.
Die Schrift lehrt uns vielmehr, den Dienst für Christus und für Staat und Gesellschaft, weil der Christ nach der Schrift zugleich Bürger des Königreiches und Staatsbürger ist, wie dies auch Paulus zum Ausdruck brachte in Apg. 22:27-29. Sollte heute nicht mehr gelten, was im Urchristentum galt? Wie kann man Gott oder Staat sagen, Königreich oder Staat, wenn ein Christ beides zugleich sein muß: Bürger des erwarteten Königreiches und Staatsbürger ? Der WT setzt in unbiblischer Weise Welt mit Staat absolut gleich. Ist das aber nicht ein folgenschweres Tun ? Sehr wohl, wie die aus der Schrift zuvor zitierten Tatsachen zeigen. Wenn wir auf die laufenden Auswirkungen der WT-Entgegensetzung Christ und Staat sehen, sollten wir im Hinblick auf die Schrift erkennen, daß einiges hier der Klärung bedarf. In einer sozialistischen, demokratischen Staatsordnung wie hier, wo man die bürgerliche Mitverantwortung eines jeden Bürgers fordert, wo man sich folgerichtig mit der Lösung aller sozialen Fragen befassen muß, führt eine solche Entgegensetzung von Christ - Staat zu ernsten Folgen, vor denen wir stehen. Warum sollten wir diese Fragen nicht behandeln? Warum solltest Du Dich dem verschließen müssen ? Ist ein Christ nicht frei, zu überprüfen, was an ihn herantritt ?
Dies sind einige unserer Beweggründe.
Lieber
Dies sind einige unserer Beweggründe. Sind sie nicht doch ein wenig
berechtigt und begründet? Wir hoffen sehr, daß Du Deinen Sinn nicht verschließen
möchtest. Wir sind so frei, Beweise von Dir entgegenzunehmen, die uns ins Unrecht setzen,
aber wer hat das schon je getan ? Es wurde und wird vieles über die Organisation gesagt
und geschrieben, vieles ist sogar unberechtigt , vieles zeugt von einer zu geringen
Sachkenntnis. Andererseits muß man vieles unter dem Unrecht sehen und zu verstehen
suchen, was manchen Brüdern von der Organisation widerfahren ist, denn viele ungerechte
Ausschlüsse sind nicht revidiert.
Wir bemühen uns sehr, all diese Dinge zu unterscheiden. Wir sehen aber nicht ein, warum man diese vielseitigen Stimmen nicht hören sollte. Wir sollten wirklich sehen, was es alles für Auswirkungen und Folgen gibt. Die einen sehen gar so weit und begründen die vollständige Verwerfung der Gesellschaft und der von ihr gepredigten Lehren. Wir sollten auch hier nicht ängstlich sein, den Tatsachen ins Auge zu schauen. Wir brauchen uns vor der Wirklichkeit der Zustände, Verhältnisse und Vorkommnisse nicht zu fürchten, wenn wir der Wahrheit dienen wollen.
Deine andere Begründung ist, wir dienten nicht der Einheit unter den
Brüdern.
Bitte nimm auch dazu eine Antwort zur Kenntnis. Es gibt keine unbedingte
Einheit um jeden Preis. Mancher Einheit kann man als ehrlicher Christ wirklich nicht
dienen. Einheit unter Christen muß auf einer bestimmten biblischen Grundlage beruhen. Wo
diese nicht beachtet ist, muß zunächst um die entsprechende Einheit gerungen werden.
Bedenke, die WT-Gesellschaft hat schon oft eine falsche Einheit herbeigeführt und mit
allen Mitteln aufrechterhalten. Wir erklären, daß im Verhältnis zum Staat auch jetzt
wieder eine falsche, eine unbiblische Einheit aufrechterhalten. werden soll. Sieh doch
folgendes Beispiel:
Wo aber lag die Schuld für diese Zwietracht unter Brüdern ?
Bis 1962/63 wurde die Einheit unter der WT-Gesellschaft bezüglich des
Verhaltens zum Staat durch eine Obrigkeitslehre gewährleistet, die völlig falsch und
unbiblisch gewesen ist. Was war der Preis dieser Einheit ? Ungezählte Brüder und
Schwestern , die sich ernstlich Gott hingegeben hatten, Gott gegenüber völlig unschuldig
waren, waren dieser Preis. Allerdings waren sie der WT-Gesellschaft gegenüber schuldig
geworden. Bekanntlich ging es um die Frage, sind Staat und Regierung Obrigkeit von Gott
oder nicht ? Der WT verneinte dies ab 1929. In "Licht" II erklärte der
Präsident, was daraufhin folgte: "Aber auch solche, die erklärten, in einem
Bundesverhältnis mit Gott zu stehen, sind gleichzeitig in den Bereich der Erschütterung
gekommen. Gottes Blitze haben seine Wahrheit und sein Vorhaben klarer als je zuvor
offenbart. Die Erleuchtung über die 'höheren Gewalten' hat viel Getöse und Schütteln
verursacht und es sind viele hinausgeschüttelt worden." (S. 60, 1930).
Rotte Korah, Rebellen usw. wurden diese Hinausgeschüttelten genannt. So wurde die Einheit ab 1929 in staatspolitischen Fragen unter eine völlig falsche Bibeldeutung aufrechterhalten. Bis 1962/63 wurde jeder ausgeschlossen, der diese Einheit nicht respektierte. Wo aber lag die Schuld für jene Zwietracht unter Brüdern ?
Allein bei der WT-Gesellschaft
Allein bei der WT-Gesellschaft, die erst 1962/63 wieder zur
Obrigkeitslehre vor 1929 zurückkehrte. Was aber willst Du von den Brüdern erwarten, die
über 30 Jahre lang unschuldig als Rebellen behandelt wurden, wenn sie überhaupt noch
leben und nicht voller Gram und Verzweiflung gestorben sind? Hast Du auch nur das
geringste Bekenntnis der Schuld der WT-Leitung erfahren in dieser furchtbaren Sache? Gilt
für die WT-Leitung nicht, ihre Sünden zu bereuen und die Brüder um Vergebung zu bitten?
Offenbar fällt das der Leitung nicht im Entferntesten ein. Ist das nicht sehr bedenklich?
Natürlich hat es keine ganz genaue Rückkehr zu den politischen Verhaltensweisen vor 1929
gegeben und wir behaupten und beweisen, daß im Verhältnis zum Staat immer noch nicht
alles so in Ordnung ist, wie es biblisch sein müßte.
Was meinst Du wohl, warum der WT überhaupt Korrekturen vornimmt ?
Was meinst Du wohl, lieber
, warum der WT überhaupt Korrekturen
vornimmt? Weil es Brüder gibt, einzelne und in Gruppen , viele sogar ausgeschlossen, die
nicht still sind, sondern die Gesellschaft immer wieder auf die Fragwürdigkeit in Lehre
und Tätigkeit hinweisen. Zu ihnen gehören auch wir. Es mag zu Beginn wirklich nicht
immer alles hinreichend klar in seinen Ursachen und Umrissen oder Wirkungen gesehen
werden, auch von uns manchmal nicht. Aber die Entwicklung treibt das unaufhaltsam voran.
Wir glauben, daß die Gesellschaft sehr gut weiß, daß die Ansichten ihrer
"Rebellen" meist sehr wohl begründet sind. Auch die unseren, z. B. im Hinblick
auf das Verhältnis der Christen im und zum Staat. Siehe die zitierten Bibelstellen. Das
ist so ernst, daß man das nicht übergehen kann.
Wir hoffen nun.
Wir hoffen nun, Dir mit diesen Ausführungen eine nicht ganz
uninteressante Antwort auf Deine Antwort gegeben zu haben, die des Nachdenkens wert ist.
Wir glauben, daß uns die Bindungen des Christentums dennoch vereinen. Was wäre das für
eine Bruderliebe, die nur ihresgleichen liebt. Wir wünschen , Du würdest tiefer in all
diese Probleme eindringen, denn der christlichen Verantwortung können wir nicht entgehen,
wir sind in sie hineingestellt worden. Bedarf nicht vieles weiterer Erörterung ?
In christlicher Verbundenheit.
CV - Hinweis:
Die ersten Darlegungen zum Fall unseres Bruders "BD-Mecklenburg"
wurden in CV 122 veröffentlicht unter dem Thema: "Mecklenburger Bezirksdiener"
schreibt nach Wiesbaden. Wie aufkeimende christliche Mündigkeit eines BD noch einmal
niedergeschlagen wurde.
- P -
EDLER GESINNT SEIN UND ÜBERPRÜFEN
"Drängt die Zeit?" - WT 1/1979 dt. (179) 1. Folge
Abschnitt 1,2 und 3:
Die Verfolgung, die in Matth. 24:9 von Jesus prophezeit wurde, geschieht
nur um des Namen Jesu Christi willen. Jeder, der Jesus Christus als Herren und Retter
anerkennt , öffentlich bekennt und deshalb verfolgt wird, leidet um Christi willen diese
Verfolgung. Jeder Verstoß gegen eine staatliche Ordnung und deren Gesetze, aus welchen
Gründen auch immer, zieht eine strafrechtliche Verfolgung nach sich. Die Organisation
predigt, sich antisozial, antidemokratisch, antikommunistisch, staatsfeindlich und
kriminell (Geldschmuggel) zu verhalten. Sie predigt politische Untätigkeit, was sich
gegen die notwendige soziale Verantwortung in der Gesellschaft richtet. Ihre angebliche
politische Neutralität ist eine Lüge. In Abschnitt 1, den Zeilen 9-12 werden die
Kommunisten gleich nach den Nazis angeführt. Der Leser bekommt auf diese Weise
suggeriert, der Kommunismus sei dem Faschismus wesensgleich. Das bestätigt, daß die WTG
politisch nicht neutral ist.
Abschnitt 3:
Hier wird Jeremia 1:19 angeführt. Diese Worte richtete Gott an Jeremia
und nicht an die WTG. Von einer heutigen größeren oder gegenbildlichen Erfüllung an der
WTG kann keine Rede sein.
Abschnitt 4 :
Eine Vorbereitungszeit Noahs auf die Sintflut von "möglicherweise 60
Jahren" ist eine WTG-Erfindung und hat schon gar keine neuzeitliche
Erfüllungsparallele zur 60jährigen WTG-Wirksamkeit. Im übrigen verbreitet die WTG ihren
Weltendeunsinn schon ungefähr 100 Jahre lang. Die einzige biblische Zeitangabe bis zur
Sintflut lesen wir in 1. Mose 6:3. Noah selbst aber kannte diese Zeitspanne von 120 Jahren
nicht. Erst sieben Tage vor Flutbeginn wurde er von Gott angewiesen, die Arche mit den
Tieren zu füllen. 1. Mose 7:4.
Die WTG hat bis vor kurzem das sich nahende Königreich gepredigt. Hier wird bewußt das angeblich 1914 im Himmel unsichtbar errichtete Königreich und der Beginn des Milleniums Christi nach Harmagedon miteinander verrührt, um erstens 1914 verblassen zu lassen und zweitens nach 1975 geistige Erfüllungen vorzugaukeln. Es ist von der WTG falsch, ihre Harmagedon-Vernichtungs-Predigt mit dem Predigen Noahs gleichzusetzen. Noah predigte als "Prediger der Gerechtigkeit" gerechte göttliche Grundsätze und nicht die Rettung in der Arche. Gott hat die damalige gottlose Welt verurteilt und nur Noah als gerecht erfunden, also durfte Noah gar keine Rettung predigen. 1. Mose 6:5-7,8-10.
Abschnitt 5:
Die Schriftstellen am Ende des Abschnittes sind suggestiv angelegt worden.
Es soll der Eindruck entstehen, daß der Beginn des Milleniums Christi und das Ende der
alten Weltordnung mit einer großen Drangsal oder Vernichtung aller Nichtzeugen verbunden
ist. Aber die Texte Matth. 24: 37-39 und Lukas 17:26-27 sprechen nicht von Drangsal oder
Vernichtung, sondern vom Offenbarwerden Jesu Christi.
Die Schriftstelle Matth. 24:21, in der von einer großen Drangsal die Rede ist, behandelt den Abschluß des jüdischen Systems und ist seit 70 u. Z. Geschichte. Jesus gebrauchte den Vergleich mit Noahs Zeit, um auf die Gleichgültigkeit der Menschen hinzuweisen, die er bei seiner Wiederkunft antreffen wird. Jesus sprach von keiner weltweiten Vernichtung.
Abschnitt 6:
Das Wichtigste für wahre Christen ist, Liebe zu üben, Glaube und
Hoffnung zu bewahren, Erkenntnis über Gott und Christus anzunehmen und das Lösegeld
Christi anzunehmen. Das "aufgerichtete Königreich" als "bedeutsamstes
Werk" vor dem "Ende" zu predigen, ist, nicht deren Aufgabe, denn das ist
ein Brooklyner Weltende-Falschevangelium.
Abschnitt 8:
Die Behauptung, Jesu würde bei seinem Offenbarwerden ein ähnliches
Gericht vollstrecken, wird von den nachfolgenden Schriftstellen nicht gestützt. Lukas
17:28-30 spricht von einem Zustand, in dem sich die Menschen befinden, wenn Jesus
wiederkommt. Die damalige Vernichtung ist ihre Strafe für ihr unmoralisches Leben gewesen
und dient für spätere Generationen als Warnung. Judas 7 verweist auf die Konsequenzen,
die ein unsittliches Leben heraufbeschwört, aber nicht darauf, daß Jesus bei seiner
Wiederkunft alle vernichtet.
Abschnitt 9:
Lot hat nie eine Gerichtsbotschaft an die Einwohner Sodoms und Gommoras
gerichtet. Er sollte nur seine Schwiegersöhne warnen. 1. Mose 19:12-14. Gott hatte diese
Städte verurteilt, weil außer Lot und seinen Töchtern keine Gerechten mehr, in ihr zu
finden waren. 1. Mose 18:20-33.
Wir sollten uns davor hüten, zurückzublicken. Mit diesen Worten will
die WTG ihre Anhänger daran hindern, kritische Vergleiche anzustellen. Es soll der
Eindruck entstehen, daß es nur eine Zufluchtstätte zur Rettung gibt, die WTG. K. Franke
1978 Kongreß "Siegreicher Glaube" : Wir sollten alle Brücken so gründlich
hinter uns abbrechen, daß es kein zurück mehr geben kann.
M.H.
HINTER DEN KULISSEN - KRIMINALITÄT
IN KRIMINELLER DENKWEISE JESU WORTE GRÖBLICHST VERLETZT
- Organisationsgeldschmuggel in Gera -
Der Bericht CV - ZJ Potsdam im Mai 1979 in CV Nr. 124 mit den Darlegungen
über die Kriminalisierung der ZJ - Organisation in puncto Geldschmuggel erinnert an
ähnliche Vorfälle in Gera. Das war vor etlichen Jahren. Es war zu Gerichtsprozessen
gekommen, worüber auch in der Presse öffentlich berichtet wurde.
Besonders wer nach der WT- Weltende-Irrlehre von 1975 als Neuling zur
Organisation geholt worden ist, hat kaum je hinter die Kulissen blicken können. Man muß
aber unbedingt die Vergangenheit kennenlernen. Sonst fällt man immer wieder auf die neu
zurechtgemachte Endzeitverkündigung herein. Die Organisation versteht es meisterhaft ,
unter Mißbrauch der Bibelstellen zu verhindern, daß man sich echt mit, ihrer
Vergangenheit beschäftigt, jeder wird weiter nach vorn gerissen unter
Endzeitbibelauslegungen, die nur noch Einfältige und Arglose bis zur nächsten
Irrlehren-Entlarvung glauben können.
Wie 1914, 1925, 1945 und jüngst 1975.
Was 1959/60 in Gera geschah
In der "Volkswacht" Gera vom 21. Januar und 28. April 1960 wurde
öffentlich darüber berichtet. Den leitenden Brüdern Woldemar Böhme, Ortsgebietsdiener
Gera, Karl Winnerlich, Gruppendiener Gera-Liebschwitz, Fritz Seyfarth, Gruppendiener Bad
Köstritz und Ludwig Hennig aus Gera-Langenberg, wurde ein umfangreicher gesetzwidriger
Geldschmuggel nach Westberlin, Bayernallee Nr. 46/50, WTG-Büro, nachgewiesen. Bei Bruder
Seyfarth handelte es sich u. a. um 25 000 M.
Die Brüder Woldemar Böhme, Karl Winnerlich und Fritz Seyfarth erklärten bei der öffentlichen Gerichtsverhandlung, daß sie mit der Wachtturm-Organisation fortan nichts zu tun haben wollten. In einem offenen Brief, der am 28. April 1960 abgedruckt wurde, berichtete auch die langjährige Zeugin Jehovas, Schwester I. Schlamp aus der Geraer Kreisstadt Stadtroda über diesen Organisationsgeldschmuggel, um alle Brüder und Schwestern zu warnen und aufzufordern, über die Organisation kritisch nachzudenken. Leider fand das damals unter den Zeugen Jehovas selbst nur wenig Verbreitung . Wir wissen ja, wie wenige nur eine Zeitung lesen. Die Organisation weiß schon, wofür es gut ist in ihrer eigenen Sache, wenn sie so gegen das Lesen anderer Schriften ist.
In unchristliche kriminelle Denkweise abgesunken
Jesus Christus hat in Matth. 22 im Gespräch vom Zinsgroschen unzweideutig
klargemacht, daß die Finanzgesetze des "Cäsars", des Staates ohne wenn und
aber vom Christen allzumal einzuhalten sind. "Das ist Jehovas Geld" ist darum
eine kriminelle Doktrin, die außerdem ganz speziell einen
antikommunistisch-staatsfeindlichen Charakter hat. Ob das Geld in Privatbesitz oder in der
Hand einer Gemeinschaft ist oder eines Vereins, es kann doch niemand machen was er will.
Es kann in jedem Fall nur gemäß den Gesetzen verwendet werden. Alles andere ist
kriminell. Auch die Organisation weiß das.
So hieß es im WT immer bezüglich Geldüberweisungen, daß dies im
Lande stets gemäß den gesetzlichen Vorschriften, und international nur gemäß
internationaler Geldanweisung erfolgen soll.
Nur dem sozialistischen Staat gegenüber wurde dies außer Kraft gesetzt,
vorsätzlich und damit verbrecherisch. Weil man in antikommunistischer Staatsfeindschaft
den ganzen Staat mißachtet hat, sei er gegründet wurde. Weil man jeden, der den kalten
Krieg "mit roten Regimen" oder einstellt, verteufelt und schmäht und im
Gossenjargon diffamiert: "
er würde mit Gotteshassern ins Bett gehen und (WT 1.
März 1974 Nr. 5, 5.131 f).
Wenn die Organisation nicht so gewissenlos wäre, würde mancher vielleicht darüber nachdenken, daß auch andere Gemeinschaften das Geld im Lande lassen müssen, weil das Gesetz es so vorsieht. Man könnte hier von der christlichen Diakonie und Caritas anderer Kirchen lernen. Aber gegen sie wird genauso haßerfüllt vorgegangen, sind andere Christen doch gar die "Hure Babylons", die ebenfalls "mit roten Regimen" huren. Das Schmähverbot in Titus 3:2 war und ist nur Lippenbekenntnis.
Potsdam, Gera, Dresden und wo noch ?
Eine Organisation, die auch nur einen ihrer Geringsten in Mißachtung
klarer christlicher Gebote und für alle verbindlicher staatlicher Gesetze zum Straucheln
bringt und zum Kriminellen macht und solche kriminelle Denkweise für alle zur Norm
erhebt, ist kein Gotteswerk, um das mindeste zu sagen. Die entsprechenden Vorgänge in
Potsdam, Gera und Dresden (CV 111) sollten hinreichende Signale sein. Wie die Erfahrung
jedoch zeigt, muß noch schärfer mit, dem "Schwert des Geistes" dreingeschlagen
werden, müssen die Tatsachen noch massiver allen vor Augen geführt werden! Muß der
ganze kriminelle Untergrund nach oben gekehrt werden, damit allen die Augen aufgehen. Da
dies seitens der Organisation ein skrupelloser antikommunistischer Mißbrauch des
christlichen Glaubens ist, und wenn es den Betroffenen die Existent kostet, muß dies wohl
geschehen. Christus sagt: "Wer immer aber einen dieser Kleinen, die an mich glauben,
straucheln macht, für den ist es nützlicher, daß ihm ein Mühlstein um den Hals
gehängt wird und er ins weite offene Meer versenkt werde!" Matth. 18:6. Mögen die
ersten bereits öffentlich aufgetretenen Brüder Böhme, Winnerlich und Seyfarth aus Gera
alle anderen nachdenklich stimmen. Denn es ist unsere christliche Aufgabe, die Irrwege
aufzudecken, wie geschrieben steht: "Wer einen Sünder von seinem Irrweg bekehrt, der
wird damit seine Seele vom Tode retten "Jak. 5:20.
WAS UNBEQUEM IST - VERSCHWINDET
Zur Broschüre von 1978: JEHOVAS ZEUGEN IM ZWANZIGSTEN JAHRHUNDERT
Es war die öffentliche Attraktion der WTG-Kongresse 1978, die gelbe
Broschüre "Jehovas Zeugen im zwanzigsten Jahrhundert", in aller Welt zu
verbreiten. Ein Jahr später ist sie schon wieder revidiert. Äußerlich fällt das
zunächst überhaupt nicht auf. Man denkt, man hat die Originalausgabe von 1978 in der
Hand.
Die politische und kriminelle Aussage wurde revidiert
Beim Durchblättern der neuen; revidierten Ausgabe von 1979 fällt auf,
daß sie etwas bunter gestaltet ist, etwas farbiger leuchtet. Ohne Zweifel wurde dabei die
Absicht verfolgt, durch leuchtende Farben die veränderte Textausgabe weniger ins Auge
springen zu lassen. Die neue Ausgabe ist nämlich nicht nur revidiert. Sie ist um ganz
bestimmte politische Aussagen reduziert. Das soll möglichst unkritisch hingenommen
werden. Natürlich kann die Farbenpracht einen gründlichen Betrachter nicht täuschen.
Dennoch; im Gefühl der Begeisterung über die äußere Aufmachung hat schon mancher
seinen Verstand hintenan gesetzt und manches unkritisch, ja unbemerkt, geschluckt. In der
Originalausgabe waren wichtige politische und kriminalisierende Fragestellungen unter dem
Titel: "Fragen, die öfter über Jehovas Zeugen gestellt werden":
- "Warum beteiligen sich die Zeugen nicht an Politik und helfen auf
diese Weise, die Zustände zu verbessern?"
- "Warum kämpfen sie nicht für ihr Land?"
- "Weshalb verweigern Jehovas Zeugen Bluttransfusionen?"
Diese drei Fragen erscheinen in der Neufassung von 1979 nicht mehr! Da
muß man sich doch fragen, was hat das zu bedeuten?
Daß die beiden ersten Fragen sozialpolitischen bzw. militärpolitischen Charakter haben, dürfte jeder sehen. Ein Wort darum zur dritten Frage. Sie ist aus dem Grunde kriminalisierend, weil in der Bibel zwar zeitweilige Verbote des Blutessens, nicht aber einer Bluttransfusion enthalten sind. Die WTG geht folglich mit ihrem Transfusionsverbot über das geschriebene Wort, 1. Kor. 4:6, sträflich hinaus. Und zwar mit der Maßgabe, daß Eltern durch einen entsprechenden Gewissenszwang veranlaßt werden, gegebenenfalls ihre unmündigen Kinder durch Verweigerung lebensrettender Transfusionen in den Tod zu schicken. Das ist eine verbrecherische Anmaßung über Leben und Tod Minderjähriger. Das widerspricht sowohl dem verfassungsmäßigen Elternrecht, wie auch dem biblischen Tötungsverbot. Es ist klar, daß die WTG mit dieser Revision allein politischen Gesichtspunkten folgt.
Was sind die Hintergründe ?
Bezeichnenderweise sagt die WTG auch in diesem Falle nicht, warum sie
diese Revision vorgenommen hat. Obwohl dies doch eine nur zu berechtigte Frage ist, wenn
man sieht, was es betrifft. Aber die Zeugen wurden immer in Hörigkeit gehalten, in
Unmündigkeit. Als ob man ihnen keinerlei Rechenschaft schuldig ist. Allerdings mit
glatten Worten zur Täuschung der Herzen der Arglosen. Schauen wir uns also die
Zusammenhänge an, die die WTG verschweigt. Mit der ersten, jetzt wegrevidierten Frage,
hatte die WTG 1978 aller Welt bestätigt, daß sie überall davon abhält, sich an der
Verbesserung irgendwelcher sozialer Mißstände zu beteiligen. Das ist für eine
christliche Gemeinschaft nicht nur eine skandalöse und empörende, sondern auch eine
gewissenlose Verhaltensweise im christlichen Sinne. Die zweite Frage bedeutet, allen
Menschen überall auch die Wehrdienstverweigerung zu predigen, eine Herausforderung an
jeden Staat.
Zur dritten. Frage sei hier nur gesagt, daß die WTG ihren bluthörigen
Zeugen auf diese
Weise schon Mordkommissionen ins Haus beschert hat. Außerdem fehlen für
diese WTG-Blutgesetzgebung jede Art "eindeutige Hinweise in der Schrift", wie
das kürzlich bezüglich der bisherigen WTG-Praxis die "Hurerei" betreffend auch
eingestanden werden mußte (WT 15. Mai 1978, Leserfrage dt.). So gerät dieser
WTG-Blutkult über kurz oder lang ohnehin ins Wanken. Am furchtbarsten wird es für die
Eltern, die ihre Kinder diesem kriminellen Blutkult geopfert haben.
Natürlich hat die WTG sich in militärpolitischer und sozialpolitischer Hinsicht grundsätzlich nicht geändert, wenn sie äußerlich auch eine Revidierung vorgenommen hat. Doch auch diese hat ihre Gründe. Es weht nämlich seit kurzem ein anderer politischer Wind in den USA und in der BRD. Im Rahmen der "Carter-Doktrin", der USA- Ost - und Öl- Politik für die 80er Jahre, einer offensichtlichen Rückkehr zu den Formen des antikommunistischen kalten Krieges, werden in den USA und anderswo auch Voraussetzungen für eine Wiedereinführung der Wehrpflicht geschaffen. USA-Heeresminister Alexander hat sich sogar für eine Wehrerfassung von Frauen ausgesprochen. Da wird es bedenklich, dem Volk zu predigen, für das Land nicht zu kämpfen.
In der BRD, wo das zweite Hauptbollwerk der WTG existiert, hat die SPD-Regierungspartei für die Zukunft einige "prinzipielle Register" gezogen, was die Christen im Lande betrifft: Die Frage nach Gott sei "schlicht als die soziale Frage zu definieren" und "der Christ könne nicht umhin, nach den ökonomischen Bedingungen seiner Existenz vor Gott zu fragen." (Christ u. Welt, 18.1.80. Stuttgart). Angesichts dessen als christliche Gemeinschaft allen zu predigen, es abzulehnen zu helfen, die sozialen Zustände zu verbessern, wäre in der Tat eine Herausforderung an die gesamte Öffentlichkeit. So schaltet die WTG auch in dieser politischen Frage um.
Ein Werk von Gott ?
Wer sich eine Gesamtübersicht über die Entwicklung der politischen
Aussagen und Grundsätze in der WTG-Verkündigung verschafft, der erkennt unschwer, wie
hier nichts von Gott ist. Die WTG hat sich in jedem Fall der für sie ausschlaggebenden
politischen Interessenlage angepaßt. Wenn dazu immer wieder behauptet wird, es sei doch
alles "dem Höchsten gewidmet", so sollte man das so wörtlich nehmen, wie es
gesagt wird. Es wird Gott gewidmet und in seinem Namen getan, mehr wirklich nicht. Gott
widmen und in seinem Namen tun, kann man schließlich alles. Die täuschende Kunst der
falschen Propheten beruht genau hierauf. (5. Mose 18:22).
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