Kommentare zu den eingescannten CV-Ausgaben
In einem Punkt allerdings gleicht die Zeit vor dem Jahre 2000 der vor dem Jahre 1000. Damals erwarteten viele Menschen den Untergang der Welt. Sie hatten in der Offenbarung des Johannes von dem tausendjährigen Reich gelesen, indem Christus mit seinen Jüngern herrschen werde (Offb. 20,4) und glaubten, dieses tausendjährige Reich wird mit dem Jahre 1000 beginnen.
Auch heute ist kein Mangel an Propheten, die den Untergang dieser unserer Welt voraussagen. Mit den Sorgen um Nahrung und Energie fängt es an. Die Energiequellen, vor allem Erdöl und Kohle, erschöpfen sich. Die Menschheit geht nach der Meinung dieser Pessimisten dem Hunger und Kältetod entgegen, wenn sie nicht schon lange vorher ihren eigenen nuklearen Waffen zum Opfer fällt. Menschen, die das Leben bejahen und an die Zukunft glauben, lassen sich nicht von solchen Befürchtungen überwältigen. Für sie bedeutet die Erkenntnis der Gefahren einen Aufruf zur Tat. Auch Christen lehnen die tatenlose Furcht vor dem Weltuntergang ab, wie sie das schon vor dem Jahre 1000 getan haben.
Gott ist der Herr der Zeit, er hat die Menschheit nicht zum Untergang und Hoffnungslosigkeit, sondern als Mitarbeiter an der Vollendung der Schöpfung geschaffen. "Ich bin gekommen, daß sie das Leben haben und das sie es in Fülle haben." (Joh. 10.10) Mit Recht hat man gesagt, die Zeichen unserer Zeit deuteten darauf hin, daß eine Ära zu Ende geht. Das bedeutet aber keineswegs das Ende aller Zeiten. Das neue Jahrtausend, das sich ankündigt, fordert auch von den Christen die Besinnung von Grund auf, nicht mehr Stolz und Streit, nicht mehr Ringen um Macht und Herrlichkeit. Nur Friede und Liebe können die Welt verändern, nur im Zeichen des Friedens und der dienenden Liebe kann das dritte Jahrtausend nach Christus ein Jahrtausend der "triumphierenden Kirche" werden. "Wer unter euch der erste sein will, der sei der Diener aller." (Mk. 10,43)
So blicken wir dem dritten Jahrtausend nach Christus voller Hoffnung entgegen. Diese Hoffnung ist natürlicher und übernatürlicher Art. Die übernatürliche Hoffnung ist begründet in dem Glauben, daß Christus in der Kirche fortlebt, daß der Geist Gottes als Tröster bei uns ist, daß die Welt, die uns umgibt, immer mehr sich Christus nähert.
Unsere natürliche Hoffnung beruht auf dem Vertrauen in die machtvollen Kräfte, die sich heute für Frieden und Fortschritt einsetzen. Die Friedensbewegung faßt alle diese Kräfte zusammen; sowohl starke politische Energien wie auch Bewegungen anderer Natur, nicht zuletzt religiöse Kräfte aus den christlichen Kirchen wie aus anderen Religionen. Die tragende Säule der Weltfriedensbewegung sind die Energien des Sozialismus, dargestellt von jenen Staaten in denen die neue Gesellschaftsform bereits Wirksamkeit geworden ist und den zahlreichen Bewegungen, die sich in so vielen Ländern der Erde zum Sozialismus bekennen. Darüber hinaus wirksam im positiven Sinne ist der Wille aller Menschen zum Leben und ihre Furcht vor dem Untergang des Lebens auf der Erde.
Auch wenn wir unsere Blicke auf den Bereich der
christlichen Kirchen lenken, sehen wir viele Zeichen der Hoffnung.
Ein Zeichen ist die Selbstbestimmung der Christenheit, die sich zum einen
zeigt in der ökumenischen Bewegung, zum anderen in den Beschlüssen des Zweiten
Vatikanischen Konzils, das die Katholische Kirche für ihre Sendung in dieser Welt weit
geöffnet hat. Ein drittes Zeichen ist die breite Entfaltung der diakonischen Arbeit in
den Kirchen in allen Kontinenten. Dieses diakonische Werk bedeutet in seiner Gesamtheit
einen sehr ansehnlichen Beitrag zur Erfüllung der Aufgabe, die Leiden gehemmter und
behinderter Menschen zu lindern, Kranken und Sterbenden Trost und Zuversicht zu spenden.
In zwanzig Jahren beginnt das dritte Jahrtausend nach
Christus. Mit Hoffnung und Zuversicht sehen wir ihm entgegen. Auch in dem kommenden
Jahrtausend, wie heute und gestern, ist der Einsatz jedes einzelnen erforderlich. Der
Blick auf das kommende dritte Jahrtausend nach Christus ist Appell an die Tatbereitschaft
aller verantwortungsbewußten Menschen.
Aus: Begegnung 1/80, Berlin Dr. Gerhard Deszyk
Zur "theokratischen Schule 1980"
SCHON BIS 25. MAI 1981 FEST GEPLANT - FALSCHE PROPHETIE VON 1975 WIRD MIT
MACHT WEITER VERDRÄNGT
Folge 1
"Anweisungen"
Anweisungen - dies ist das erste Wort in dem 1980-Schule-Papier".
Damit wird von vornherein schon jede Diskussion abgeschnitten, wo etwa jemand seiner
Verwunderung darüber Ausdruck gibt, wie munter in die Zukunft geplant wird, wo doch 1975
alles längst zu Ende sein sollte.
Denn Anweisungen - das duldet keine Kritik. Man wird angewiesen, wie eine Schar Befehlsempfänger. Hier spricht nicht - "ein Diener aller" - wie es Jesus in Matth. 20: 26 verlangt. Hier spricht jemand, der seine Brüder anweist, der keinen Widerspruch duldet. Die "Anweisung" lautet: "Im Zeitraum vom 31. März 1980 bis zum Ende der Woche vom 25. Mai 1981 sollte die theokratische Schule wie folgt durchgeführt werden." Es folgt dann: "Lehrbücher, Aufgabe 1, Höhepunkte , Aufgabe 2, Zuteilungen, Bemerkungen, Rat, Wiederholungen, Programm."
"
falls die Zeit es erlaubt."
Unter "Aufgabe 1" ist die Weisung bemerkenswert: " ..wobei
sowohl die Fragen verwendet werden sollten, die am Ende eines jeden Kapitels stehen, als
auch die angeführten Schrifttexte, falls die Zeit es erlaubt." Mindestens hier
sollten die "Lehrer", (Jak. 3:1), zum erstenmal stutzig werden, wenn sie sich
über die Weiterverschiebung seit 1975 nun schon durch bis 1981 noch keine Gedanken
machen.
Denn es wird hier die Grundlinie der WTG sichtbar, daß
ihre Schriften und Bücher vor der Bibel kommen, über der Bibel stehen, daß ihre
Erklärungen von der Bibel zu bestätigen seien, was auch immer erklärt wird, heute
dieses oder morgen das Gegenteil davon, wie z.B. mit 1975.
Erst kommen die Bücher der WTG, danach dann auch die Bibel,
"....falls die Zeit es erlaubt." Und wenn es die Zeit nicht mehr erlaubt ?
Die Schwestern unchristlich diskriminiert
Unter "Zuteilungen" lautet die "Anweisung": "Wo
es ratsam erscheint, können Schwestern die Ansprache übernehmen, die sie dann einer
anderen Schwester vortragen." Das heißt, sie haben sich zu hüten, ihre Ansprache an
Brüder zu richten. Sie haben unter sich zu bleiben, untergeordnet, zweitklassig. Dem
entspricht völlig die Redeweise der Organisation von der "Gemeinschaft der
Brüder", während die Organisation zu einem derartigen Teil aus Schwestern besteht,
daß diese Redeweise in vielen Versammlungen schon an patriarchalischen und
selbstgefälligen Selbstbetrug grenzt. Ist das doch schon für jeden Zuschauenden längst
eine offensichtliche Verfälschung der Wirklichkeit. Merken das die Brüder nicht, die nur
lauter Schwestern vor sich haben!
Die Organisation folgt hier dem von Christus aufgehobenen israelitischen Gesetzesdenken, nur um die in ihrer Mehrheit aus Frauen bzw. Schwestern bestehende Organisation unter Hörigkeit zu halten. Denn wenn Frauen ein Unrecht empfinden, kann es den Unrechttuenden furchtbar gehen. So muß zu ihrer Beherrschung ein Doppeltes an Unterdrückung erfolgen. So werden sie nach dem für Christen ungültigen mosaischen Gesetz förmlich zur Nichtperson oder Unperson in den Versammlungen erklärt. Bekanntlich reihte das mosaische Gesetz die Frauen als männliches Besitztum unter die Tiere ein, wie wir es in 2. Mose 20:17 lesen. Christus hat bekanntlich mit diesem Gesetz Schluss gemacht. Er hat Christen vom "Fluch des Gesetzes" erlöst. (Gal. 3:13) In Christus gibt es den Unterschied zwischen "Mann und Weib" nicht mehr, sie sind alles eins, in der Versammlung gleichwertig. (Gal. 3:27,28) Das allerdings könnte die WT-Organisation aus den Angeln heben angesichts der überwiegenden Mehrheit der Frauen.
So werden sie in ihrer doch schöpfungsbedingten weiblichen Eigenschaft in der Versammlung zur Unperson erklärt und als Frauen erst gar nicht zur Kenntnis genommen, als ob nur Brüder oder Männer da seien, aber als Frauen gar nichts gelten. Ihre Diskriminierung als Frauen soll ihnen nicht erst zum Bewußtsein kommen. Das wäre in der Tat ein Sprengstoff.
Schule und Arbeitsplatz
Unter "Bemerkungen" werden die "Leiter" - Leiterinnen
sind undenkbar - angewiesen, u. a. eventuell versäumte Anweisungen zum Verhalten von
Kindern und Jugendlichen in der Schule und von Berufstätigen am Arbeitsplatz zu geben.
Damit wird die Sache auch gesellschaftspolitisch, was in einer demnächst folgenden
schriftgemäßen Überprüfung untersucht wird.
K. 0.
WARUM ICH KEIN ZEUGE JEHOVAS MEHR SEIN KANN!
(2. Folge und Schluß)
Abstoßendes über Abstoßendes
Auch ansonsten wuchs das Interesse der Ältesten an materiellen Dingen
nach 1975 sehr stark an. Man wollte sich so richtig schön für Harmagedon mit Möbeln und
anderen Dingen einrichten. Nun sollen einige Geschehnisse geschildert werden, die in mir
berechtigt Zweifel aufkommen ließen, über die Echtheit ihres christlichen Wandels, der
Nächstenliebe und den Glauben an die WT-Prophezeiung: Es war 1977. Die Nachbarin einer
Familie war gestorben und der Nachbar hatte das hinterlassene Gut auf den Boden gebracht.
Da er als Erbregler eingesetzt war, konnte er den Zeugen Jehovas Gegenstände zum Erwerb
anbieten. Dabei kam es zu einem Streit zwischen den Frauen. Es kam fast zur Schlägerei.
1976 wollte ein Bruder allen Ernstes vom Personenkraftverkehr Potsdam einen alten Omnibus kaufen, um damit ein fahrbares Urlaubsdomizil einrichten zu können. Ich sollte dieses Geschäft abwickeln. 1976 bat mich ein Bruder, ihm sein Fahrrad zu reparieren. Ich erklärte mich bereit und fuhr zu ihm nach Hause. Während ich das Fahrrad reparierte, sah ein kleines Mädchen, das ebenfalls in dem Hause wohnte, sehr artig zu. Der Bruder bemerkte die Kleine und fuhr sie in einem sehr scharfen Tone an: "Verschwinde, Du bist hier nicht nötig!" Ich kannte ihn bis dahin als hilfsbereiten und sanftmütigen Menschen. Deshalb trafen mich diese Worte wie ein Hammerschlag. Von da an bezweifelte ich, ob die Zeugen Jehovas wirklich Nächstenliebe übten und das alleinige Volk Jehovas wären.
Menschenverachtung und politischer Haß
Noch ein weiteres Ereignis veranlaßte mich zum Nachdenken. Eine Schwester
erzählte mit freundlichem Lächeln und auf mich und meine "ungläubige" Frau
abgestimmt, daß sich, je näher das Ende kommt, um so mehr Freude an der Vernichtung des
"gottlosen" Ehepartners bei dem Ehepartner, der sich in der "Wahrheit"
befindet, einstellt.
Im übrigen wurde stets und ständig über das "Frohlocken" der Zeugen Jehovas gesprochen, wenn sie die fast vier Milliarden Tote von Harmagedon vor sich liegen sehen würden. Ein Bruder stand einmal im Jahre 1978 an seinem Wohnzimmerfenster und sah hinaus. Wir waren zu unserer Versammlung zusammengekommen und hatten bis zum Beginn noch einige Zeit. Vor dem Haus befindet sich eine Straßenbahnhaltestelle und ein Offizier der NVA ging wartend auf und ab. Plötzlich lachte der Bruder auf und sagte: "Marschiere nur. In Harmagedon hat sich's ausmarschiert, dann wirst du vernichtet."
In Zeugenkreisen wird ständig nach Katastrophen Ausschau gehalten und jedes Unglück wird begeistert als ein "Zeichen der Zeit" begrüßt. Natürlich habe ich auf die "Neue Welt" auch sehnsüchtig gewartet, ich wäre sonst ja kein Zeuge Jehovas gewesen.
Aber soviel unverhohlene Menschenverachtung war mir
dann doch zuviel. Ich fragte mich, ob das wirklich die Sanftmütigen sind, die das
Erdreich besitzen sollen. (Matth. 5:5). Mir taten die vielen Menschen leid, vor allem die
Kinder, die in den Harmagedontod gehen sollten, nur weil sie keine Zeugen Jehovas sind und
ich fragte mich, ob das wirklich der einzig gangbare Weg für Jehova Gott sei. Außerdem
grauste mich immer mehr vor dem Gedanken, in der "Neuen Welt" unter solchen
"Fürsten" (Ältesten) zu stehen, die ich inzwischen kennengelernt hatte. Mein
jetziger Standpunkt der WTG gegenüber bestätigt mir die Richtigkeit meiner damaligen
Empfindungen.
Ein weiterer Aspekt meiner kritischen Beobachtungen der Ältesten war die
Verschiebung von Harmagedon und das geistige Desinteresse an der Erde.
Sie nehmen es nicht so genau
Mit einem Bruder ging ich 1977 nach Babelsberg in den
"Felddienst" Bei einer alten und kranken Rentnerin, die sehr verzweifelt war und
oft weinte, gaben wir "Zeugnis". Nachdem der Bruder die ganze Leier von der
zukünftigen WTG-Herrlichkeit abgedreht hatte, sagte er wörtlich: "Und diese
Ereignisse erwarten wir jetzt in den 80er Jahren." Fast die gleichen Worte gebrauchte
er 1971 bei uns, nur, daß es damals die 70er Jahre sein sollten.
Nachdem wir die Wohnung verlassen hatten, stellte ich ihn zur Rede. Er
meinte, er müsse sich da versprochen haben.
Keine göttliche Organisation, sondern nur Menschenwerk
Das Jahr 1978 war sehr aufschlußreich und dramatisch zugleich. Die
sogenannte "geistige Speise", ohne die kein Zeuge Jehovas leben kann, kam sehr
spärlich, wenn überhaupt. Man mußte hinter jedem Wachtturm herlaufen. Kein Ältester
wußte, was eigentlich los ist. Die Studiengruppen blieben sich selbst überlassen, ja es
wurden Geschwister einfach keiner Studiengruppe zugeteilt. Daß er in meine Gruppe kam,
war meine Initiative. Als ich den vorsitzführenden Ältesten daraufhin und wegen einer
anderen Schwester ansprach, antwortete er sinngemäß, wer Wertschätzung habe, finde den
Weg zur Studiengruppe, wer keine Wertschätzung habe, finde den Weg nicht.
Da die Ältestenschaft, die ja von Jehova angeblich geleitet wird, sich nicht richtig aufeinander abgestimmt hatte, konnte es passieren, daß ein Interessierter die 80 Fragen zweimal beantworten mußte, ehe er getauft wurde. Ich fragte mich ernstlich, ob das das Volk Jehovas ist oder ein schlecht organisierter Angelverein, denn im Volke Gottes konnte es so ein Durcheinander nicht geben. Gott ist ein Gott des Friedens und nicht der Unordnung.
Ich hatte gehofft, daß sie für den Bestand meiner Ehe
eintreten
Ab Sommer 1978 hat sich die Situation unserer Ehe dramatisch zugespitzt.
Wegen der ganzen Zeugenintoleranz stand unsere Ehe auf dem Spiel. Als ich dem Ältesten
das erzählte, sagte er zu mir, ich sollte froh sein, daß ich die endlich los bin und es
gäbe in Potsdam eine Schwester, die sehr gut zu mir passen würde.
Ich hatte gehofft, daß die Ältesten für den Bestand meiner Ehe
eintreten würden, indem wir alle nach Möglichkeiten eines Ausgleiches suchten, aber das
Gegenteil war der Fall.
In dieser Situation kam eines Nachmittags ein Ältester
zu uns nach Hause und wollte mich heimlich in einer dienstlichen Angelegenheit sprechen.
Meine Frau holte ihn ins Wohnzimmer und stellte ihn wegen seiner Heimlichtuerei zur Rede.
Weiterhin schilderte sie ihm unsere Ehesituation. Er saß auf dem Sofa wie
ein begossener Pudel und stammelte Verlegenheitszeug. So hatte ich mir einen Ältesten
nicht vorgestellt und empfand echte Abscheu und Zorn gegen diese selbstgefälligen
aufgeblasenen Schwätzer, die sich als Hirten und Richter aufspielen, in Wirklichkeit aber
jeder Schwierigkeit ausweichen.
"Wohin sollte man sonst gehen?" -
Das Eingeständnis falscher Prophetie
Ich sagte ihm, daß ich alle Ältesten zur Rede stellen werde, wenn sich
die WT-Prophezeiung über das Ende dieses Systems der Dinge als eine Lüge herausstellen
sollte. Ende Dezember, kurz vor dem Ausbruch Kältewelle, nahm er mich in seinem Auto zu
einer Besprechung nach Drewitz mit. Während der Fahrt sagte er zu mir, wir dienten Jehova
schließlich nicht bis zu stimmten Datum, sondern für ewig. Weiterhin brachte er zum
Ausdruck, daß es keine andere Organisation des wahren Gottes gäbe, als die
Neue-Welt-Gesellschaft. Wohin sollte man also sonst gehen?
Da ich sowieso schon der Gesellschaft sehr kritisch gegenüberstand und in mir mehr Abneigung als Zuneigung ihr gegenüber vorhanden war, erwiderte ich ihm: "Wenn ich Euch ein einziges Mal beim offensichtlichen Lügen erwische, trenne ich mich von Euch." Ich wußte damals noch nicht, daß das der letzte Kontakt mit ihm sein sollte.
Nicht für eine Mark Nächstenliebe, obwohl sie dicke
Autos fahren
Im Januar 1979 bekamen fast alle Brüder Vorladungen zur
Wehrüberprüfung, auch ich. Aber als einziger war ein anderer Bruder für eine
Einberufung vorgesehen worden. Da er fünf Kinder hatte und bei der Verweigerung
eingesperrt würde, erwartete ich eine große Hilfsaktion aller Potsdamer Zeugen Jehovas
für ihn. Aber nichts geschah. Die Ältesten ließen sich bei ihm nicht einmal blicken.
Ich erklärte mich bereit, für die Familie die Miete zu übernehmen, um dadurch den
Anfang für, die Hilfsaktion zu machen, aber ich stand damit allein da. Das war wirklich
nicht leicht für uns, denn wir sind eine große Familie und können uns ein Auto nicht
leisten. Später erklärte ein Bruder vor Interessierten in Babelsberg, die Zeugen Jehovas
hätten dem Bruder geholfen, denn ein Zeuge Jehovas hätte ja die Miete übernommen, aber
das war ich.
Tatsache aber ist, daß die Ältesten dicke Autos fahren, aber keine Mark der Nächstenliebe übrig hatten. Die Worte einer Schwester, es breche ihr bald das Herz, wenn sie an die Familie denke, konnte ich unter diesen Umständen nur mehr als fragwürdig auffassen.
Da ich nach wie vor der Überzeugung war, daß die
Neue-Welt-Gesellschaft trotz aller Widersprüche die Organisation Jehovas sei und ich ja
Jehova und Jesus Christus unter allen Umständen treu bleiben wollte, nahm ich mir vor,
noch bis zum Abendmahl die Ereignisse abzuwarten.
M. H.
D a s E r g e b n i s
Wenn man dies alles erlebt und beginnt, darüber nachzudenken, kann man
das Werk der WTG nicht länger als "von Gott" ansehen. Das wiederum bedeutet die
Lebensneuentscheidung. So kam es auch. Unser Bruder stellte sämtliche Aktivitäten für
die WTG-Organisation ein, legte sein Dienstamt als Studienleiter nieder, machte mit all
diesem Schluß. Da er sich nicht schweigend zurückzog, sondern seine christliche
Verantwortung erkannte, auch den anderen Brüdern und Schwestern zu helfen, hackte sich
die Organisation wieder ein Glied ab und schloß ihn aus.
Früher hatte die WTG jeden mit dieser Methode mundtot gemacht, wirkungslos für die Organisation. Hatte doch keiner weiter eine Möglichkeit, seine Stimme den Zeugen dennoch vernehmbar zu machen. Mit CV ist das nun aber in christlicher Verantwortung möglich.
AUS DER ORGANISATION:
Harmagedon erst in 260 Jahren, weil Jesus ein Jude war ?
Ob Harmagedon kommt?
Als Antwort erlaube ich mir heute, Auszüge
aus dem Brief des Bruders Tadeusz aus Warszawa zu zitieren. Er schreibt: "
Manche Älteste der Zeugen Jehovas erzählen jetzt immer lauter und lauter, Harmagedon
kommt erst in 260 Jahren.
Nach 260 Jahren, am 21. September 2239, vergehen 6 000 Jahre des jüdischen Kalenders und beginnt Rosch Haschana 6 001, das heißt, das 1000jährige Paradies der Zeugen Jehovas. Um diese Version von Harmagedon zu beweisen, hat der Älteste der Zeugen Jehovas, Br. in der Versammlung viele "ernste und feste" Beweise und Argumente gegeben Weil Jesus Christus, Jehovas Sohn, ein Jude war, verwendete er als Jude mit voller Sicherheit auch den jüdischen Kalender. Er bediente sich, er konnte sich nicht eines anderen Kalenders bedienen, mit voller Sicherheit des jüdischen Kalenders. Einen anderen Kalender gab es nicht, den unserer Zeitrechnung
Die Wachtturm-Gesellschaft verbreitet verschiedene Harmagedon-Versionen jetzt mit der Absicht, um ihr Gesicht zu retten und die Harmagedon-Frist möglichst weit in die Zukunft zu entfernen. Diese Manöver sieht man genau. So nun auch die Fabel, daß erst nach 260 Jahren Harmagedon sein wird. Bei uns in der Versammlung nehmen die Brüder und Schwestern das schon nicht mehr ernst und machen Witze darüber Harmagedon kommt nach 6 000 Jahren nach Jehovas Uhr, und bei Jehova sind unsere 1000 Jahre nur 24 Stunden (2. Petr. 3:8, Ps. 90:4). "Die Schwestern und Brüder rechnen ihr Datum von Harmagedon nach Jehovas Uhr", schreibt Br. Tadeusz aus Warszawa und appelliert an alle Brüder und Schwestern, das zu überlegen und in den Versammlungen und Zirkeln der Zeugen Jehovas zu besprechen. "Vergeßt nicht, daß laut Jehovas Uhr Harmagedon nach 6000 Jahren kommen soll, und bei Jehova sind vierundzwanzig Stunden für uns 1000 Jahre." Also wenn wir Jehovas Zeit in unsere umrechnen, in welchem Jahr nach unserer Zeitrechnung sollen wir dann die Hoffnung auf Harmagedon haben?", fragt Br. Tadeusz. Antwortet ihm an meine Adresse unter der Bemerkung "Für Br. Tadeusz" ....
Aus: Brief an Christen Nr. 61
vom 1.12.1979; Jahrg. III, Lublin/Polen.
Zu diesem und weiteren WTG-Tricks mit Harmagedon unsere Stellungnahme:
Rotieren wie eine polierte Kurbelwelle
Die 1972 vor dem falschen Weltendetermin von 1975 eingeführte Rotation
der Ältestenschaft ist nun wieder liquidiert. Das Jahrbuch 1978 hatte es bestätigt. CV
hatte seinerzeit richtig vorausgesagt, daß es so kommen würde. Ja, diese ständige
Rotation aller hatte die personelle Abhängigkeit und Kontrolle fester gezerrt, weil jeder
erst von oben bestätigt werden mußte. Auch ließ sich nun schwerer eine innere
Opposition aufbauen. Die Frage bleibt, warum das eingeführt wurde. Hatten sie Angst vor
vielen Rebellionen, weil vorauszusehen war daß Präsident Knorr dahinstirbt, ohne daß
sich ein Ende "erfüllt" ?
Dessen ungeachtet, so CV damals, würde die Rotation eine Zerrüttung bringen. Denn niemand könne sich mehr in ein Dienstamt einarbeiten: Da ist er es auch schon los ! Jeder wird die Probleme auf den nächsten abschieben. Was für die Rotation aus der Bibel geholt wurde, war purer Bibelmißbrauch. Jeder hat nur bestimmte Gaben. Niemand hat alle Gaben, um reihherum alle Ämter ausfüllen zu können. Als CV das voraussagte, lachten sie nur. Ja, sie haben die Bibel, immer so hingedreht, wie sie gebraucht wurde.
Aber es kam, wie CV es sagte. Der ""vorsitzführende Aufseher" ist durch die ständigen "Sekretäre" wieder entmachtet, die die wirkliche Macht haben, weil sie die Verbindung haben. Dazu gibt es wieder einen ständigen Wachtturm-Studienleiter, einen ständigen Wachtturm-Schulaufseher. Nur der Vorsitzende der Ältestenschaft rotiert allein bedeutungslos weiter. Manchmal rotiert aber auch er nicht mehr, weil keiner sonst den Vorsitz führen kann. Damit ist der Turnus wieder gestorben. Wie aber wurde diese "Rotation der Ältestenschaft" 1972 als "höchster Ausdruck theokratischer Ordnung des geistigen Paradieses" eingeführt! Wir sehen erneut, wie die Organisation der Willkür derer unterliegt, die darin das Sagen haben, ja, "im Namen Gottes" nur nicht "von Gott". Bruder Greenless aus dem Hauptbüro in Brooklyn, NY/USA, verglich in einer Ansprache in Wiesbaden die Organisation mit einer "polierten Kurbelwelle". Ja, an dem Vergleich ist was dran. Man soll in der Organisation nicht zum Innehalten und zur kritischen Besinnung kommen. Es ist erstaunlich, wie die Wachtturm-Gesellschaft Christen, die doch mündige Glieder eines "lebendigen Leibes" sein sollen, in polierte Werkzeuge rasender Maschinen umfunktioniert! So mancher wurde dabei buchstäblich durchgedreht und landete in einer Nervenheilanstalt.
Unrealistische, Überspannte, Selbstbetrügerische und
Phantasierende
Laßt es uns ganz offen sagen. Ja, ganz unverblümt ! Durch die
Organisation verlernen es alle ganz systematisch, im täglichen Leben, im Umgang mit den
Mitmenschen und in ihrem Urteil über das gesellschaftliche Leben, real, sachlich und
nüchtern zu sein. Nehmen wir eines der neusten Beispiele.
In 1/80 werden alle wie folgt orientiert:
"
und selbst bis zu den kleinen Inseln in allen Weltmeeren. Ja,
das Zeugniswerk hat jede Nation bis zum entferntesten Teil der Erde erreicht, und all das
ist durch Jehovas Geist ermöglicht worden."
Das ist doch reine Phantasterei! Nimm doch nur einmal einen Schulatlas her
und suche einmal die "kleinen Inseln in allen Weltmeeren" zusammen! Ein
verschwindend kleiner Teil ist davon wirklich erreicht worden! Vergegenwärtige dir dazu
den bedrohlichen Stand des Analphabetentums noch in vielen Ländern!
Weiter: Wo es zu lauter Armut und Unwissenheit auch
weder Radio noch Fernsehen gibt. Nimm dazu nur den WTG-Jahresbericht 1979: In dem
Riesenland Indien mit 625 000 000
Einwohnern gibt es bisher nur ganze 4 506 Verkündiger, wobei sogar noch
ein Verkündigerrückgang zu verzeichnen ist! Wir könnten Dutzende solcher Feststellungen
treffen. Sie beweisen, daß es theatralischer Selbstbetrug ist, was da über den Stand der
Verkündigung in die Welt gesetzt wird! Wer diese Organisationsbehauptungen überprüft,
kann sich ob ihrer Phantasterei nur noch an den Kopf fassen. Nach und nach wird man durch
solche Denkweise wirklich unfähig und untüchtig, das Leben so zu sehen, wie es wirklich
ist.
DIE UNVERSTÄNDLICHKEITEN DES WTG - EVANGELIUMS
Worüber Zeugen Jehovas einmal nachdenken sollten
Zwei Evangelien?
Das Ziel der WTG-Predigttätigkeit ist, Menschen in die Organisation zu
bringen. "Menschen, die sich von Jehova belehren lassen, wird er in die Organisation
hereinnehmen und wird ihnen ein Vater sein und sie werden ewiges Leben erlangen. Sie
können es auf keine andere Weise erlangen." (WT 15.01.1958, 5.53). "Möchten
sich alle beeilen, in die Organisation Jehovas hinaufzuziehen und dort zu bleiben!"
(WT 15.01.1957, 5.62).
Da es nur ein gültiges Evangelium gibt, wodurch Menschen gerettet werden können, weist die Wachtturm-Gesellschaft in ihrer konfessionseigenen Bibelübersetzung, der "Neuen-Welt-Übersetzung" in Matth. 24.14 ausdrücklich darauf hin, daß diese gute Botschaft allen Nationen z u e i n e m Zeugnis gepredigt wird.
Unverständlich wird es aber nun, wenn man den Wachtturm des Jahrganges 1944 mit der Überschrift des Hauptartikels "Dieses Evangelium wird gepredigt werden, Matth. 24.14" zur Hand nimmt und feststellen muß, daß da von zwei Evangelien gesprochen wird. Der 6. Abschnitt lautet wie folgt: "Erst im Jahre 1920 offenbarte Gott durch seinen größten Propheten Jesus Christus, daß der Ausdruck: "dieses Evangelium vom Reich" eine mehr bestimmte und unmittelbare Bedeutung hat. Im Jahre 1920 erschien im WT vom 1. Juli ein Artikel, betitelt: "Das Evangelium vom Reiche". Dort wurde unter dem Absatz: "Arbeit für alle" folgendes beschrieben: "Laßt uns beachten, daß er nicht sagte, daß das Evangelium, das den Sanftmütigen während des ganzen Evangeliumzeitalters verkündigt wurde, gepredigt werden soll. Was für ein Evangelium könnte er denn meinen? Evangelium bedeutet eine frohe Botschaft. Die frohe Botschaft über das Ende der (Un)Ordnung der alten Dinge und über die Errichtung des Reiches Messias. Das bedeutet, daß die dunkle Nacht der Sünde und des Betrübnisses im Begriff ist zu verschwinden. Das bedeutet ferner, daß das Reich Satans im Begriff ist zu zerfallen, ohne sich wieder aufzurichten - weil der Herr hier ist. Er hat seine große Macht an sich genommen und regiert! Laßt uns beachten, daß diese Botschaft in der erwähnten Reihenfolge überbracht werden muß in der Zeit zwischen dem (1.) großen Weltkrieg und der Zeit der großen Drangsal, die vom Meister, Matth. 24:21,22 erwähnt wird. Diese Botschaft konnte nicht vor Beginn des (1.) Weltkrieges überbracht werden."
Offenbar gibt es da ein Evangelium, welches den "Sanftmütigen" während des "Evangeliumszeitalters" vor dem (1.) Weltkrieg gepredigt wurde, obwohl der Herr dieses gar "nicht sagte", und ein "Evangelium" , welches der Herr ab dem (1.) Weltkrieg als dem "Ende der (Un) Ordnung der alten Dinge und über die Errichtung des Reiches des Messias" angeblich (der biblische Beweis von der WTG fehlt) in Auftrag gab , "weil der Herr hier ist" und "seine große Macht an sich genommen" hat "und regiert".
Es gibt also laut Wachtturm-Lehre zwei Evangelien, eines für die Zeit vor dem 1. Weltkrieg und eines für die Zeit nach dem 1. Weltkrieg. Wie aber soll man da Matth. 24:14 laut der Neuen-Welt-Übersetzung verstehen, wo doch "zu einem Zeugnis" zu lesen ist ? Hat die Wachtturm-Gesellschaft das einzig wahre, biblisch bezeugte und ewige Evangelium gegen ein unbiblisches von Menschen erdachtes Evangelium vertauscht?
Ja, sie hat es getan !
Ja, sie hat es getan, obwohl die Heilige Schrift ausdrücklich davor
warnt:
"Mich wundert, daß ihr euch so bald abwenden lasset von dem, der
euch berufen hat in die Gnade Christi, zu einem anderen Evangelium, obwohl es doch kein
anderes gibt; nur das etliche da sind, die euch verwirren und wollen das Evangelium
Christi verkehren. Aber wenn auch wir oder ein Engel vom Himmel euch würde Evangelium
predigen anders, als wir euch gepredigt haben, der sei verflucht." Gal. 1:6-8.
Wie gefährlich ist es doch, ein von Menschen erdachtes
und damit falsches Evangelium zu verkünden! Johannes bezeugt in der Offenbarung Kap. 14,
Vers 6, daß es nur ein für alle Zeiten gültiges Evangelium gibt.
Wie ist es aber nun möglich, daß die Wachtturm-Gesellschaft ein
Evangelium ihren Verkündigern glaubhaft nahebringen konnte, welches das Ende der
bestimmten Zeiten der Nationen, den Beginn der unsichtbaren Gegenwart Jesu Christi, die
Aufrichtung des Königreiches Gottes im Himmel, den Sturz Satans auf die Erde und den
Anfang der Endzeit im Jahre 1914 beinhaltet?
Es ist durch eine geschickte Verdrehung der Endzeitkapite1 in den Evangelien Matth. 24, Markus 13 und Lukas 21 sowie der Offenbarung möglich gewesen. So wird beispielsweise Matth. 24:11 so angewandt, daß der Zeuge Jehovas den Eindruck gewinnt, das Evangelium vom Königreich Gottes würde ab 1914 bis Harmagedon als Endzeitwerk in der ganzen Welt gepredigt. Dabei widerlegt gerade die Schriftstelle Luk. 16:16 diese Behauptung der WTG.
Es heißt dort: "Das Gesetz und die Propheten reichen bis auf Johannes (den Täufer). Von da an wird das Evangelium vom Reich Gottes gepredigt und jedermann drängt sich mit Gewalt hinein." Luk. Erhebt sich nunmehr die Frage, ob Johannes bis 1914 lebte und wirkte, oder ob die fast 1 900 Jahre, die von Johannes bis 1914 vergangen sind, eine unerwähnenswerte Zeitspanne darstellen! Tatsache ist aber, daß Jesus Christus das Reich Gottes predigte, als er auf Erden war und sich selbst als "Reich Gottes" und als dessen höchster Repräsentant sowie sein Realisator kenntlich machte. Luk. 17:20,21.
Reich Gottes noch zukünftig
Seit der Auferstehung Jesu Christi bis zu seiner Wiederkunft werden
Menschen einzig durch den Glauben an i h n von Sünde und Tod freigesprochen und damit
befähigt, nach des Herrn Wiederkunft im Reich Gottes ewiges Leben zu empfangen. Somit ist
das Reich Gottes noch zukünftig, aber in der Person Jesu Christi, dem seit seiner
"Himmelfahrt und nicht erst seit 1914 vom Vater alle Gewalt im Himmel und auf Erden
übertragen wurde (Matth. 28:20), zum Eckstein geworden. 1. Petr. 2:4-10.
Seit Bestehen des neuen Bundes, dessen Eckstein und Mittler einzig und allein Jesus Christus ist, haben Menschen aller Völker die Möglichkeit, durch den Glauben an den Erlöser mit dem Vater versöhnt und von ihm gerechtgesprochen zu werden. Röm. 10:4; 5:1 3:22,24,26-28.
Dieses Erlösungsangebot hat Gültigkeit zunächst für die Juden, etwas später dann für die Heiden. Dem Apostel Petrus wurden zwei symbolische Schlüssel des Himmelreiches übergeben (Matth. 16:19). Den ersten gebrauchte Petrus für die Juden (Apg. 2. 14-43) und den zweiten für die Heiden (Apg. 10). Dadurch ist offenkundig geworden, daß die Gnadenzeit, die mit Jesus begann (Luk. 4:16-21) nicht etwa 1914 wie die WTG behauptet, durch den Apostel Petrus für Juden und Heiden zugänglich gemacht wurde. Mit welcher Berechtigung lehrt die WTG, daß die Menschheit erst im 1000-Jahrreich gerechtfertigt werden soll ?
Interessante Vergleiche
In seinem Buch: "Vom 'Zeugen Jehovas' zum Zeugen Jesu Christi"
stellt der Verfasser Hans-Jürgen Twisselmann - ehemaliger leitender Bruder in der
WT-Organisation in der BRD - das WT-Evangelium dem der Bibel gegenüber. Er gibt folgende
Zusammenfassung. "Zusammenfassend muß also gesagt werden, daß die "gute
Botschaft" der Wachtturm-Gesellschaft und ihrer "Verkündiger" in
direktem Widerspruch steht zum Evangelium unseres Herrn Jesus und seiner Apostel, und zwar
in neunfacher Hinsicht:
- ihr Inhalt: nicht das 'Wort vom Kreuz' - sondern das 'aufgerichtete
Königreich';
- ihr Mittelpunkt: nicht die Person Jesu, sondern das Datum 1914;
- ihre Grundlage: nicht (heils)geschichtliche Tatsachen - sondern
chronologische Berechnung;
- ihr Ursprung: nicht in der Liebe Gottes - sondern in den Köpfen von
Menschen;
nicht 'vor Grundlegung der Welt' - sondern im vorigen Jahrhundert;
- ihr Ziel: nicht Einsammlung zu Jesus hin - sondern nur 'Theokratische
Organisation, ;
- ihre Frucht: nicht Bekehrung sondern Belehrung;
- ihre Berufung: nicht himmlisch - sondern irdisch;
- ihr Geist: nicht 'geistlich' fleischlich-seelisch;
- ihre Reichsgottesschau: nicht auf Kommende - sondern auf das
gegenwärtige 1914 gekommene 'Reich' gerichtet."
Wovor die Bibel warnt
Dieser Artikel wurde nicht zu dem Zweck geschrieben, innerhalb der
Wachtturm-Gesellschaft vom Glauben abzubringen. Diese unredliche Absicht unterschiebt die
WTG, allen andersdenkenden Personen, besonders ihren Kritikern. Sie hat ein starkes
Interesse daran, so gegen ihre Kritiker zu handeln. Sind sie doch die einzigen, die
öffentlich die Irrlehren, falschen Prophezeiungen und Bibelverdrehungen. der,
WTG, brandmarken.
Das Anliegen dieses Artikels soll sein, alle Geschwister auf den einzigen Weg zu Gott, der nur durch Jesus Christus möglich ist, hinzuweisen. Joh. 14:6. Die WTG hat weder eine Mittlerfunktion als Mitteilungskanal oder als treuer und verständiger Sklave, noch ist sie Jehovas irdische Organisation, in der allein Rettung durch die von ihr erfundene große Drangsal Harmagedon genannt, möglich ist.
Sie hat sich als ein falscher Christus und als falscher
Prophet erwiesen. Die Bibel warnt eindeutig vor falschen Christussen , die vorgeben, nur
sie (in unserem Falle die WTG) seien ein Zufluchtsort, der zur Rettung führt. Auch warnt
sie vor falschen Propheten. Es handelt sich dabei um solche, die im Namen Jehovas
religiöse Prophezeiungen äußern, die sich nicht erfüllen. Die 100jährige Geschichte
der WTG ist voll von falschen religiösen Prophezeiungen im Namen Jehovas. (Harmagedon
1914, 1925, ca. 1945, 1967 und 1975) 5. Mose 18.20-22; Offb. 16:13 19:20; 20:10; Matth,
24-11,24). Seid, also, liebe Geschwister, auf der Hut und lernt endlich das Werk Gottes
von Menschenwerken zu unterscheiden, damit ihr nicht zu den Bedauernswerten gehört, die
das Ziel, mit Gott versöhnt zu werden, verfehlt haben. Matth. 24:11.
M. H.
Ein Mensch, den man nicht vergisst:
Kreisdiener Heinrich Ditschi - ein aufrechter Verteidiger christlichen
Glaubens (17)
Musterbeispiel für WTG-Verfälschungskunst
Unter der Überschrift Nachwirkungen des Kongresses in Paris 1937"
finden sich auf Seite 161f des Jahrbuchs 1974 bemerkenswerte Feststellungen. Sie sind ein
Musterbeispiel für WTG-Verfälschungskunst:
Während der zweiwöchigen Abwesenheit des letzten
Bezirksdienstleiters hatte sich in Deutschland wieder einiges ereignet. Schwester Löhr,
die bei den meist wöchentlich stattfindenden Zusammenkünften anwesend war, bei denen
Bruder Ditschi mit etwa fünfzehn Brüdern und Schwestern alle Dienstangelegenheiten
besprach, war verhaftet worden. Das kam so:
Da die Besprechungen, die in den meisten Fällen morgens gegen 9 Uhr begannen, sich oft bis 17 Uh ausdehnten, hatten die teilnehmenden Brüder und Schwestern den Wunsch geäußert, mittags eine gemeinsame Mahlzeit einzunehmen. Schwester Löhr wurde gebeten, das Kochen zu übernehmen. Aus Sicherheitsgründen wechselten die Brüder jede Woche den Ort ihrer Zusammenkunft, und das machte es notwendig, den großen Topf, in dem meist ein Eintopfgericht gekocht wurde, zuvor dorthin zu bringen, wo die nächste Zusammenkunft stattfinden sollte. Ob nun der Gestapo durch die Aussagen von Brüdern, die neu verhaftet worden wären, oder auf einem anderen Weg der Ort der letzten Zusammenkunft vor dem Kongreß in Paris bekannt wurde, kann niemand sagen. Jedenfalls behielt die Gestapo diese Wohnung unter Beobachtung und als Schwester Löhr kam, um den Kochtopf drei oder vier Tage vor der nächsten Zusammenkunft abzuholen, folgte ihr die Gestapo zu dem neuen Treffpunkt und verhaftete sie dort. Die Gestapo erkannte bald, daß sie nicht nur den neuen Treffpunkt gefunden hatte, sondern auch Bruder Ditschis geheimen Aufenthaltsort. Nach dem Kongreß in Paris kehrte er unmittelbar nach Berlin zurück und betrat seine Wohnung ohne sich zu vergewissern, ob von irgend einer Seite Gefahr drohe. Bruder Ditschi ging in die Falle und wurde auf der Stelle verhaftet.
Den Kenner der Materie bringt es schon gar nicht mehr zum Erstaunen, mit welch meisterhaftem Geschick die WTG bei ihren Darlegungen sich um die Dinge herumzuwinden versteht. Die Verhaftung der Elfriede Löhr geschah also so: "Ob nun die Gestapo durch die Aussagen von Brüdern, die neu verhaftet worden waren der Ort der letzten Zusammenkunft bekannt wurde, kann niemand sagen. Jedenfalls behielt die Gestapo diese Wohnung unter Beobachtung und als Schwester Löhr kam folgte ihr die Gestapo und verhaftete sie dort." Die Aussagen von unbekannten Brüdern wurden also zum verhängnisvollen Stolperstein für Elfriede Löhr! Diese Darstellung im Jahrbuch 1974 folgt nun genau 4 Jahre nach Erscheinen des "Blaubuches" von Manfred Gebhard. Dort findet sich eine exakte Angabe auf Seite 180f darüber, wer es war, der die ersten Hinweise der Gestapo zur Kenntnis brachte. Durch weitere Recherchen war dann die Festnahme der Elfriede Löhr nur noch eine Frage der Zeit.
Im Fall von Heinrich Ditschi verhält es sich ebenso.
Nur durch die Angaben des Erich Frost gegenüber der Gestapo wurden zunächst die
Verbindungen bekannt und der Fahndungsapparat auf seine Spur gelenkt.
Da Heinrich Ditschi mit Elfriede Löhr zusammenarbeitete, konnte die
Gestapo wegen des Frost-Verrates sogar zweigleisig operieren bzw. parallellaufende
Fahndungen durchführen. Trotz ihrer am Kern vorbeischlängelnden Darlegungskunst wird
diese wohl eher zutreffende Version von der WTG im Grunde auch bestätigt, denn sie
schreibt: "Die Gestapo erkannte bald, daß sie nicht nur den neuen Treffpunkt
gefunden hatte, sondern auch Bruder Ditschis geheimen Aufenthaltsort."
"Wohlgemerkt! Dieser Satz folgt auf die völlig zusammenhanglos geschilderte
Geschichte von der Verhaftung der Elfriede Löhr!
Selbstverschuldung oder bestellte Falle?
Die sich sofort anschließende Darstellung der Ditschi-Verhaftung ist
weiter nichts als eine zweite pointenlose Geschichte: "Nach dem Kongreß in Paris
kehrte er unmittelbar nach Berlin zurück und betrat seine Wohnung, ohne sich zu
vergewissern, ob von irgendeiner Seite Gefahr drohte. Bruder Ditschi ging in die Falle und
wurde auf der Stelle verhaftet."
Hier beginnt die WTG, Bruder Ditschi unauffällig den
"Schwarzen Peter" zuzuschieben. Er ist selbst schuld! Er hat sich nicht
"vergewissert"! Das ist natürlich völlig abwegig. Jeder Zeuge Jehovas weiß,
daß im Untergrund mit Erkennungszeichen, Merkmalen und dergleichen gearbeitet wird.
Zweifelsohne war auch in diesem Falle etwas vereinbart, und bei seiner Rückkehr wird es
so gewesen sein, daß das Signal auf "Keine Gefahr" gestellt war. Er war also
völlig arglos. Schließlich muß auch gefragt werden, woher die WTG die Weisheit von der
"Nicht-Vergewisserung" des amtierenden Reichsdieners hat, wo dieser doch
mutterseelenallein auf weiter Flur stand. Zudem ist von Bruder Ditschi bekannt, daß er
immer (also auch in gefahrlosen Zeiten) die Vorsicht in Person war! Wenn die WTG aber ihre
Satzstellung wörtlich verstanden wissen will,' dann bitte: "
betrat seine.
Wohnung, ohne sich zu vergewissern, ob von irgendeiner Seite Gefahr drohe." Es
dürfte als absurd anzusehen sein, wenn man nach Betreten der Wohnung plötzlich kräftige
Fäuste. im Nacken verspürt, sich dann zu vergewissern, woher dieser "Druck"
kommt! Was die WTG hier zum besten gibt, ist kompletter Unsinn: Wenn Bruder Ditschi in
eine Falle ging, was die WTG verschnörkelt zugeben muß, dann war es eine
wohldurchdachte. Daß sie aber zuschnappen konnte und es für Bruder Ditschi kein
Entrinnen gab, kam nur durch Kollaboration zustande. Das und nichts anderes ist die nackte
Wahrheit.
Erzählt von Hermann Bach, Potsdam
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