Kommentare zu den eingescannten CV-Ausgaben
Das Thema
"Wahlen" oder vielleicht sollte man doch lieber sagen: Volkszählungen Made in
DDR, findet auch in dieser CV-Ausgabe ihren Niederschlag. Meine Meinung dazu ist klar. Die
Wahlverweigerung der Zeugen ist unter den gegebenen Umständen auch als ein Akt
politischen Protestes zu sehen. Sie findet auch unter anderen gesellschaftlichen
Rahmenbedingungen statt. Im Gesamturteil kann ich die CV-"Argumentation" daher
nur äußerst befremdlich zur Kenntnis nehmen.
Man ist geneigt zu antworten:
"Hättet ihr geschwiegen, hätte man euch als weise angesehen. Aber ihr habt nicht
geschwiegen
"
In dieser CV-Ausgabe las man zum
Thema Wahl:
"Habt ihr
schon einmal nachgeprüft, wo ihr da wohl steckt? Es gibt zwei Rubriken, wo ihr mit
drinsteckt. Das ist die sich ergebende Prozentzahl der Nichtwähler von 1,72 Prozent oder
ausgezählt 212 151, und die Rubrik Gegenstimmen, also der Gegner und Feinde, von 20 990
oder 0,17 Prozent. (Nach: Ergebnisse der Wahlen vom 20. Mai 1979, ND 23. 5. 1979)
Ja, ihr, liebe Zeugen, seid einer der
treibenden Keile unter der Gruppe der Nichtwähler, die ihr durch die WT-Verkündigung
nach besten Kräften mit vermehrt. Und gar mancher ist auch unter den Gegnern, weil er
unter dem WT-Einfluß meint, sich 'als Feind dieser Welt' bei der Wahl anonym zum
'christlichen Vorbild' machen zu müssen. Erstaunlich, was so mancher hinterher erzählte,
was er alles auf den Wahlzettel geschrieben hatte. Bis hin zu solchen
religiös-politischen Verirrungen und Verwirrungen, Jesus Christus selbst als größten
'Feind dieser Welt' und 'allein rechtmäßigen Herrscher aller Nationen seit 1914 im
Himmel' als Gegenkandidaten auf den Wahlzettel zu setzen.
In anderen Fällen jedoch schien
ihnen das wohl selbst 'reichlich komisch' zu sein, und sie bemühten sich gar nicht mehr,
WT-Argumente vorzubringen. Feindselig griffen sie vielmehr Mängel und Unzulänglichkeiten
in Verwaltung und Wirtschaft an mit der gehässigen und höhnischen Frage: 'Und die soll
man auch noch wählen?'. Immerhin wurde hier offenbar, wohin der WT führt: Nicht zu
hilfreicher Kritik, sondern zu destruktiver politischer Feindschaft."
DIE MISSION VON CV
ist Wegbereitung und Auferbauung im Glauben in christlicher und sozialer
Mitverantwortung und tätiger Nächstenliebe hier und heute. Dies erfolgt in besonderem
Hinblick auf die von der Wachtturm-Gesellschaft (WTG), USA, geleiteten Gemeinschaft der
Zeugen Jehovas und ihrer haltlosen Weltendeverkündigung. Diese Mission geht aus von
Tradition und Bedeutung der Internationalen Bibelforscherbewegung und dient der
Hinführung in die Nachfolge Jesu, der Bildung und Tätigkeit freier christlicher
Gemeinden sowie christlicher und mitmenschlicher Verständigung und aktueller Information.
Wir rufen zur Mitarbeit
CV Nr. 119 Gera Juni 1979
RICHTIG PRÜFEN HEISST BEIDE SEITEN PRÜFEN
Liebe Leser
Liebe Brüder und Schwestern
Ist es eigentlich nicht völlig unwesentlich, wer uns etwas sagt, CV, eine
andere Zeitung, die wir lesen oder sonst? Die entscheidende Frage ist doch, stimmt das,
was da gesagt wird, ja stimmt das! Selbst Kindermund tut Wahrheit kund, obwohl ein Kind
oft gar nichts von der Sache versteht.
Lies 5. Mose. 1:17, 2. Chron. 19:7, Apg. 10:34, Rö. 2:11, Eph. 6:9, Kol.
3:25, 1. Petr. 1:17 oder Jak. 2:1. Überall sehen wir, daß bei Gott kein Ansehen der
Person zählt. Ist es die Wahrheit, stimmt es. Das zählt. Nichts als strengste
Sachlichkeit.
Kann aus Nazareth etwas Gutes kommen? So fragte einst Nathanael. Doch Philippus erwiderte: "Komm und sieh!" (Joh. 1:46). So kann man tatsächlich zunächst Vorurteile haben. Indem wir aber der Lehre der Schrift folgen, müssen wir analog antworten, was uns betrifft: Komm und lies! Aufrichtigkeit und eigenes Verantwortungsbewußtsein vor Gott und Menschen sind unsere Verbündeten. Interessierte z. B. bejahen es sofort, daß sie doch nicht nur nach dem gehen können, was die WTG über sich selbst sagt, wenn sie sich entscheiden wollen. Man muß doch das Für und Wieder erwägen. Man muß doch unbedingt auch prüfen, was gegen die WTG vorzubringen ist, Also beide Seiten sehen. Das kann man ehrlicherweise niemandem bestreiten. Wer für die Wahrheit ist, braucht sich davor nicht zu fürchten.
100 Jahre WT-Endzeitverkündigung besagt, daß sie sich
überlebt hat, ad absurdum geführt, als falsche Prophetie erwiesen. So ist ihre Zeit
herbeigekommen. 70 bis 80 Jahre wären nach Ps. 90:10 das höchste Zugeständnis, wenn man
übersieht, daß schon die 3. Generation "vergeht". Ist es nicht wirklich
höchste Zeit, immer wieder zu sagen,
Vergewissert euch über alle Dinge,
haltet fest an dem, was recht ist?
1. Thess. 5:21 NW
Eure Mitbrüder
CV-Redaktion
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Komm und lies diesmal:
Aus Jarmen in Mecklenburg
Wird Gott von der WTG freigewordene Christen in Harmagedon vernichten?
Die "überzeugenden Beweise" der WTG seit 1889
CV-Beratung Mai 1979 in Berlin
Die Studiengruppe "Christliche Verantwortung" hier und heute
Mit CV muß man nunmehr leben
Um was ging es, biblisch gesehen?
Die Kommunalwahlen vom 20. Mai 1979 in unserem Lande
Was war verantwortungsbewußtes christliches Verhalten?
Ein Mensch, den man nicht vergißt
Kreisdiener Heinrich Ditschi - ein aufrechter Verteidiger christlichen
Glaubens (9)
Unser Erfahrungsbericht
Wohin sollen wir gehen?
Lebendiges Christentum freier Christen 3/1979
Hier und heute weiter Christ sein - Fragen, vor denen wir dabei stehen und
was zu tun ist
Aktuelle Information
Zum Neubau von Bethel und Druckerei der WTG in der BRD
Das treibt von den Sitzen hoch!
Unsere Vorschau
Die zukünftigen WTG-Weltzentren in Amerika, Europa, Asien!
Unser "Notstandsgebiet Mecklenburg"!
Wie es in Bad Doberan weiterging!
Nächste CV-Ausgabe
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Wer die Vergangenheit nicht kennt, kann die Gegenwart nicht verstehen und
die Zukunft nicht begreifen
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Zur Glaubwürdigkeit der Wachtturmgesellschaft
WIRD GOTT VON DER WTG FREIGEWORDENE CHRISTEN IN HARMAGEDON VERNICHTEN?
Ein Denkanstoß aus Jarmen in Mecklenburg
Eine zeitgemäße Frage
Immer mehr Menschen trennen sich von der WT-Gesellschaft und bilden eigene
Bibelstudiengruppen. Besonders nach 1975 ist die Abwanderung von der WT-Gesellschaft
spürbar. Wir als ehem. Zeugen Jehovas und freie Christen können wohl die beste Antwort
auf die obige Frage geben, haben wir doch einige Jahrzehnte im WT-Dienst verbracht. Mit
aufrichtiger Hingabe haben wir alles gepredigt. Oft trafen wir Menschen an, die aus
Dankbarkeit dafür unsere Freunde wurden. Sie opferten sich förmlich auf für uns und
unsere Brüder. Sie halfen Not lindern und Schwierigkeiten meistern. Sie wollten einfach
für uns da sein. Wir hatten sie immer reichlich mit WT-Schriften versorgt. Wir
betrachteten dies als "Speise zur rechten Zeit" und wertvolles Rüstzeug.
Gewiß, es war ein Hilfsmittel, dessen eigentlichen Zweck wir erst später erkannten.
Sei auf der Hut!
Damit wir dies verstehen. Die WT-Schriften sind so geschrieben, daß man durch ihren Inhalt in Wahrheit an die WT-Gesellschaft gebunden wird. Diese verdeckte Handschellenmethode wird besonders im WT vom 1. 10. 1973 sichtbar: " regelmäßig die Bibel u n d die christlichen Publikationen, die Gott uns durch seine Organisation zukommen läßt, studieren", heißt es dort. Hier erkennt man deutlich, wie geschickt die WT-Gesellschaft im Namen Gottes ihre Handschellen anlegt! Das allein genügt jedoch nicht. Der ahnungslos glaubende und hoffende Mensch soll mit Haut und Haar bis an sein Lebensende der Organisation ausgeliefert sein: "Um dem Souverän des ganzen Universums zu dienen und ihn zu preisen, muß man mit der Organisation der christlichen Zeugen Jehovas verbunden sein". (WT 1. 10. 73) Merkt ein Aufrichtiger nicht allmählich die Absicht?
"Wir sind der Stellvertreter Christi hier auf Erden. Wer auf uns nicht hört und sich nicht mit uns verbindet, wird von Gott vernichtet", sagt die WT-Gesellschaft damit von sich. Zur Bestätigung, wie raffiniert diese Gesellschaft andere verblendet, damit sie diesen Unsinn auch glauben, ein Beweis aus dem WT-Buch "Jehovas Zeugen in Gottes Vorhaben", wie die WT-Gesellschaft beansprucht, Vertreter Gottes und Christi auf Erden zu sein: " wurde klar, daß die Vollmacht zur Ernennung von Dienern in Versammlungen der heutigen Gesellschaft der Zeugen Jehovas auf der leitenden Körperschaft der Klasse des treuen und verständigen Sklaven ruht, die von Jesus Christus vom Tempel aus geleitet wird. Es wurde deshalb vorgeschlagen, daß die Brüder in den verschiedenen Versammlungen der ganzen Welt eine Resolution, wie sie der Wachtturm darlegte, in Betracht ziehen sollten Die Resolution lautete:
Wir, die Gruppe des Volkes Gottes, das für seinen Namen herausgenommen worden ist und sich nun in befindet, anerkennen, daß Gottes Regierung eine reine Gottesherrschaft ist, daß Christus Jesus sich im Tempel befindet und den vollen Befehl und die volle Gewalt über die sichtbare Organisation Jehovas wie auch über die unsichtbare innehat und daß "DIE GESELLSCHAFT" der sichtbare VERTRETER DES HERRN auf Erden ist. Daher stellen wir das Gesuch, daß "die Gesellschaft" unsere Gruppe für den Dienst organisiere und deren verschiedene Diener bestelle " (S. 148/49)
Dieser Auszug zeigt deutlich, mit welchen Mitteln und Formulierungen die WT-Gesellschaft in jedem Fall vorgeht, um alle auf sich auszurichten. Wir als freie Christen können immer nur von dieser Organisation als "Stellvertreter des Herrn auf Erden" warnen, damit Ahnungslose vor Enttäuschungen bewahrt bleiben mögen. Diese Organisation ist ähnlich der falschen Propheten, vor denen uns Jesus warnte! Matth. 24:11, Mark 13: 22-23, 5. Mose 18:20-22. Wir als freie Christen heute hätten uns nicht von der WT-Gesellschaft getrennt, wenn sie zuverlässiges Bibelwissen vermitteln würde. Seht die Haupttatsachen, die uns zu dieser Trennung gezwungen haben.
Stets "überzeugende Beweise" seit 1889
Die ewige Rechthaberei der leitenden Körperschaft widerte uns einfach an.
Seit 1889 behauptet diese Gesellschaft, "überzeugende Beweise" für ihre
Voraussagen zu besitzen. Aber jedesmal wurde sie genau dadurch zum Lügner gestempelt!
Hier einige dieser Beweise. 1889 konnte man in Schriftstudien II folgendes lesen:
"Man verwundere sich daher nicht, wenn wir in den nachfolgenden Kapiteln B e w e i s
e beibringen, daß das Aufrichten des Königreiches Gottes schon begonnen habe, daß in
der Prophezeiung aufgezeichnet stehe, daß das Jahr 1878 die Zeit sei, da die Ausübung
seiner Macht beginnen sollte, und daß der Krieg des großen Tages Gottes des
Allmächtigen (Offb, 16:14), der im Jahre 1914 zu Ende gehen soll, bereits angefangen
ist."
Damals hatte die WT-Gesellschaft alle zu dem Glauben verleitet, daß 1914 alles vorbei sei. Aber alles war nur Annahme und Illusion. Es breitete sich große Enttäuschung aus. Viele trennten sich noch 1914 von der Organisation, um Gott aufrichtig und ehrlich weiter dienen zu können. Man sollte glauben, daß die Pleite von 1914 eine Lehre war. Aber nein. Schon sechs Jahre später, 1920, konnte man eine neue Weltendeprophezeiung hören. In der Broschüre "Millionen jetzt lebender Menschen werden niemals sterben" hieß es Seite 103 wieder fälschlicherweise: "Wir haben, wie zur dargelegt, überzeugende Beweise dafür, daß die alte Ordnung der Dinge, die alte Welt, zu Ende geht und deshalb gänzlich vergehen wird, daß die neue Welt hereinbricht, und daß das Jahr 1925 Zeuge der Auferstehung der alttestamentlichen Überwinder und des Beginns eines Wiederaufbaus der zertrümmerten Weltordnung sein wird."
Auch das Jahr 1925 verging und Harmagedon kam nicht. Wieder trennten sich viele berechtigterweise von der Gesellschaft. Auch C. C. Binkele, der Leiter des Zentraleuropäischen Büros der WT-Gesellschaft in der Schweiz. Es war einfach zuviel, was sie über sich ergehen lassen mußten. Auch nach dieser falschen Prophezeiung hörte die WT-Gesellschaft mit ihrer Rechnerei nicht auf. Nach einer kurzen Verschnaufpause wurde wieder die Harmagedon-Trommel gerührt.
1938 konnte man in einer Broschüre, betitelt "Schau den Tat s a c h e n ins Auge" folgendes lesen: "Jonadabe, die jetzt ans Heiraten denken, würden, wie es scheinen will, besser tun, einige wenige Jahre zu warten, bis der feurige Sturm von H a r m a g e d o n vorüber ist." Wieder taten sie in ihrer Unkenntnis der Vergangenheit, was ihnen die WT-Gesellschaft zu predigen vorschrieb. Sie ahnten nicht, daß sie enttäuscht werden würden. Jahr um Jahr harrten sie. Inzwischen starb J. F. Rutherford selbst über seine 1938-Prophezeiung dahin (1942). Der nachfolgende WT-Präsident, N. H. Knorr, verscheuchte eiligst alles wieder auf dem Cleveland-Kongreß 1942: "Der öffentliche Vortrag des Präsidenten verscheuchte alle Gedanken daran, daß der 2. Weltkrieg in dem universellen Krieg von Harmagedon enden würde." (Dein Name werde geheiligt, S. 329) Wieder war der Traum vom nahen Ende aus. Ja, so hat man damals die Jugendlichen an der Nase herumgeführt.
Genauso war es auch mit der 1975-Falschprophezeiung. In Erwachet vom 22. 8. 1969 rief der "kluge Knecht" die Jugendlichen auf: "Wenn du ein junger Mensch bist, so mußt du dir auch über die T a t s a c h e im klaren sein, daß du in diesem gegenwärtigen System der Dinge nie alt werden wirst. Wieso nicht? Weil alle B e w e i s e in Erfüllung biblischer Prophezeiungen anzeigen, daß dieses verderbte System i n e i n i g e n J a h r e n enden soll. Als junger Mensch wirst du daher nie das Ende einer Laufbahn erreichen, die dir dieses System bietet. Wenn du zum Beispiel zur Mittelschule gehst und eine Hochschulbildung in Erwägung ziehst, so bedeutet das wenigstens vier, vielleicht auch sechs oder acht weitere Jahre bis zum Abschluß in einem besonderen Fach. Aber wo wird sich dieses System der Dinge dann befinden? Es wird auf dem Wege zu seinem Ende weit vorangeschritten sein, wenn es nicht sogar schon verschwunden sein wird.'"
Als 1975 jeder sehen konnte, was für ein Schwindel das wieder war, erklärte die WT-Gesellschaft einfach: "Wie berührt es dich, daß du 'Tag und Stunde' nicht kennst? Es ist natürlich, den Wunsch zu haben, von den immer größer werdenden Weltproblemen, dem täglichen Kampf um den Lebensunterhalt, sowie von Krankheit, Alter und Tod befreit zu werden. Doch was ist, wenn diese Befreiung nicht so schnell kommt, wie du es dir persönlich vorgestellt hast? Bist du entschlossen, Gott weiterhin zu dienen, ganz gleich, was die Zukunft bringen mag? (WT 15/1975, S. 471).
Alle diese "Beweise" zeigen deutlich, daß es
keine WT-Harmagedon-Vernichtung gibt, daß vielmehr Jehovas Zeugen durch den WT verdummt,
und in ihrer Leichtgläubigkeit mißbraucht werden.
Nun entscheide selbst über deine Zukunft
Willst du weiterhin ein Sklave des WT bleiben? Oder ziehst du es vor,
ebenfalls den Schritt zu tun, den wir als freie Christen getan haben? Glaube nicht, daß
die WT-Gesellschaft das Allheilmittel für die Zukunft ist. Dafür sprechen zu viele
Beweise gegen sie. Von 1889 bis 1975 liegen sie dir in diesem Artikel vor.
Wir als freie Christen haben uns dazu entschieden,
weiterhin ohne den WT-Einfluß in Bibelstudiengruppen die Nachfolge Jesu zu festigen. Wir
wissen durch das Bibelstudium, daß Gott auf das Herz schaut und bei ihm kein Ansehen der
Person gilt. Er schreibt den Christen keine Organisation vor, mit der sie sich verbinden
sollen. Christus Jesus verurteilte niemanden zu seiner Lebzeit, der sich nicht
bedingungslos als sein Nachfolger ausgab. Er drohte nur denen, die verkehrter Denkweise
nicht abließen, sie würden in die Verdammnis gehen. Das möge sich die WT-Gesellschaft
vor Augen halten. Dazu auch 5. Mose 18:20-22. Denn wir haben den nützlichen biblischen
Rat: "Meine lieben Freunde, glaubt nicht allen, die vergeben, den Geist zu besitzen.
Prüft sie, um herauszufinden, ob ihr Geist von Gott kommt. Denn viele falsche Propheten
sind unterwegs." 1. Joh. 4:1 DGN. Von 1889 bis 1975 gehört die WT-Gesellschaft dazu!
Darum ist ihre Harmagedon-Rache an uns freien Christen und allen anderen eine Illusion,
vor der niemand Bange zu haben braucht. 5. Mose 18:20-22. Man lese auch 1. Thess. 4:1-8,
1. Petr. 2:11-17, Matth. 5:43-48, 6:1-6, 7:21-23. -. So kann jeder Mut fassen. Niemand
braucht die Hoffnung aufzugeben. Es geht auch ohne WT-Gesellschaft weiter! Besser, endlich
wirklich frei in christlicher Verantwortung vor Gott und Menschen.
- Es grüßen eure Brüder und Schwestern aus Jarmen -
CV-Beratung Mai 1979 in Berlin
DIE STUDIENGRUPPE "CHRISTLICHE VERANTWORTUNG" HIER UND HEUTE
Erste Ausführungen
Mit CV müssen die Zeugen nunmehr leben
Ist es daher nicht das Beste, CV hinreichend kennenzulernen? In der
WTG-Führung hat man längst begriffen, daß für sie hier kein Weg mehr um CV
herumführt, was die entscheidenden Fragen betrifft. Die Zeit, in der ihr niemand auf die
Finger schauen kannte, ist vorbei. Immer mehr erkennen mittels CV, daß es eine reale
Alternative zur endzeitlichen WTG-Unglaubwürdigkeit gibt. Die Rolle von CV in diesem
Erkenntnisprozeß hier und heute war denn auch Hauptinhalt des ersten Beratungsthemas, dem
wir uns in einem ersten Bericht über diese Beratung zuwenden möchten.
Warum wir wieder zusammengekommen sind
Unter diesem Thema wurde ausgeführt:
Unser Willkommen gilt zuerst denen, die heute zum ersten Mal hier sind, um
unser Werk "Christliche Verantwortung" näher aus eigener Anschauung
kennenzulernen. Der Charakter unserer Gespräche soll dem, soweit es in diesen wenigen
Stunden möglich ist, Rechnung tragen. Weil dabei aber manches unter neuen Bedingungen neu
formuliert und angesprochen werden muß, ist das sicher für uns alle wertvoll. Wir wollen
also den neuesten Stand unserer Aktivitäten und Ergebnisse kennenlernen, jüngste
Erfahrungen austauschen und sehen, wie wir alles weiter entwickeln müssen. Es liegt dabei
in der Natur der Sache, daß wir nicht nur die Notwendigkeit unserer Arbeit hervorheben,
sondern uns auch die Dimensionen bewußt machen, in denen das heute geschehen muß, zu
Beginn der achtziger Jahre. Auch das wird manchen neuen Aspekt ergeben. Wer zum ersten Mal
in unserem Kreis ist, wird sicher eine gute erste Vorstellung davon erhalten, daß unsere
Arbeit und unsere Veröffentlichungen auf einem sehr realen Fundament stehen.
Es soll im Blick auf die WTG auch nicht unerwähnt bleiben, daß dieses CV-Werk in christlicher Verantwortung von "Kronzeugen" getan wird, die die unerhörte Schule der WTG voll durchlaufen haben, die für die WTG durchs Feuer gegangen sind in dem aufrichtigen und arglosen und leider einfältigen Glauben, daß dies ein von Gott geleitetes Werk sei. Sie haben dafür kein Opfer gescheut, sei es Zeit, Geld und Gut, Entwicklungsmöglichkeiten, Beruf, Jugend, Liebe, Kinder und Familie, ja Gesundheit und Freiheit. Lebendige "Kronzeugen" dafür, daß das WT-Werk eine groteske "endzeitliche" religiös-politische Irreführung unter Mißbrauch unseres christlichen Glaubens ist. Schon an mehreren Generationen. In der Familie mit sinnlosem Märtyrerblut auf KZ-Scheiterhaufen bezahlt, bezahlt auch mit buchstäblicher "Verführung der Auserwählten", betrogen bis zum Tode, bis zum jüngsten Tag.
Zur Politik in CV, die uns oft und Vorwurf gemacht wird
Unser Werk richtet sich nicht gegen Gott und Christus. Wer es ehrlich
prüft, erkennt das unschwer. Es richtet sich gegen den religiös-politischen Mißbrauch
des christlichen Glaubens. Da pflügen wir allerdings und kehren das Oberste zu unterst
und umgekehrt. Wir decken dabei nicht nur auf, wie dieser Mißbrauch geschieht. Wir sagen
auch offen, zu weichem Zweck das geschieht. Denn "endzeitlich" ist das in
Wahrheit alles nur falsche Prophetie. (CV 73, CV 100)
An dieser Stelle ein grundsätzliches Wort zur Politik
in CV, die uns oft und meist zuerst zum Vorwurf gemacht wird. Die Dinge liegen genau
umgekehrt. Ein CV-Gespräch, das vor kurzem in Rathenow geführt wurde, soll das
veranschaulichen.
Mit dem Blick auf eine daliegende CV-Schrift kam der Vorwurf: "CV
treibt ja Politik. Damit haben Jehovas Zeugen nichts zu tun." Es wurde als Antwort
das WTG-Buch "Was hat die Religion für die Menschheit gebracht" hergenommen,
1951/53 veröffentlicht, als es CV noch gar nicht gab. Es wurde Seite 10, Absatz 6
aufgeschlagen und mit einem Rotstift die dortige politische Hetze und Schmähung "die
roten Faschisten oder Kommunisten" drastisch unterstrichen. Unsere Antwort lautete
nun: Was ist das hier? Das ist nicht nur politische Hetze und Schmähung, das ist sogar
skrupellose politische Lüge. Denn die Nazizeit z. B. hat bewiesen, doll die Kommunisten
weder rote noch andere Faschisten sind, sondern die konsequentesten Antifaschisten und
Feinde des Faschismus waren und sind. Wenn CV nun diese von der WTG verbreitete politische
Hetze, Schmähung und Lüge beim Namen nennt und entlarvt, dann treibt CV eine
unzulässige Politik? Hier steht doch alles auf dem Kopf! Gar nicht zu reden von dem
christlichen Verbot in Titus 3:1,2, irgendjemanden zu schmähen. Solange die WTG unseren
christlichen Glauben derartig politisch mißbraucht, wird und muß CV dies in christlicher
Verantwortung beim Namen nennen. Es war natürlich alles noch ausführlicher. Die WTG darf
uns diese politische Hetze, Schmähung und Lüge zur Verbreitung in die Hand drücken, wir
haben das als politische Neutralität hinzustellen und ansonsten zu schweigen? Da muß
doch jeder andere sogen, entweder sind sie politische Heuchler, oder sie sind politisch
nicht ganz zurechnungsfähig. Oder was sonst?
So gehört es in den Bereich unserer christlichen Verantwortung gemäß 1. Tim. 2:1-3 und Titus 3:1,2 dafür einzutreten, daß das rechte christliche Verhältnis zu den "obrigkeitlichen Personen" in unserem Lande, zu unserer "die Menschen betreffenden Ordnung" (1. Petr. 2:13) wiederhergestellt wird. Schwerste Schuld ruht auf der WTG gegenüber diesem Land und diesem Staat, seit sie Ende der vierziger Jahre Jehovas Zeugen unter der Fahne ihrer "Obrigkeits"-Irrlehre, "Gangster in Amt und Würden". Überzeugender Beweis dafür, daß Politiker nicht die von Gott verordneten obrigkeitlichen Gewalten sind" (Erwachet 8. November 1949, Nr. 21, Bern), gegen diesen Staat, gegen diese "obrigkeitliche Gewalt" in den Untergrundkampf führte. Zeugen dessen sind heute hier in unserer Mitte, die darin einst hohe Mitverantwortung hatten.
In diesem Zusammenhang sind grundsätzliche Fragen zu klären, in denen die WTG nachhaltige Verwirrung gestiftet hat, lebenswichtige Fragen, weil sie unser reales Leben hier und heute betreffen.
Zum Beispiel
- Ist die "die Menschen betreffende Ordnung", unsere Umwelt, die
"böse Welt", deren Feind ein Christ sein muß?
- Ist die Anerkennung des Kommunismus christlich oder ist das eigentlich
ein Kompromiss, also eine Verletzung christlicher Grundsätze, christlichen Glaubens?
- Kann ein Christ einen atheistischen Staat vollgültig in seinen
Forderungen bejahen, zu seinen "guten Werken" bereit sein, oder was?
- "Gott oder Staat?" Was ist es um Wahl, Wehrdienst, soziale und
politische Mitverantwortung in der Hausgemeinschaft, im Dorf, in der Gemeinde, in Stadt
und Land, in Beruf und gesellschaftlichen Leben? Wie steht es um das Demokratie- und
Sozialverständnis als Christ?
Dies alles und noch viel mehr steht durch die falsche
WTG-"Endzeit"-Verkündigung auf der Tagesordnung. Wir können sagen, daß unsere
Antwort dazu eine geistige Pionierarbeit ersten Ranges ist, über die Kreise der Zeugen
Jehovas hinaus unter den Christen.
Das wird recht treffend auch von anderen beobachtet. So urteilt die
Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen in Stuttgart z. B. über uns: "
.. . eine Gruppe scharfer Kritiker der WTG
Die Studiengruppe beobachtet genau aller
Vorgänge und Äußerungen der WTG, dokumentiert sie und versucht ihre Bedeutung zu
erfassen. Diese kritische und dokumentarische Funktion übt sonst keine Stelle im
deutschen Sprachraum aus." (MD 5/73) Sollte die WTG das übersehen?
Andererseits haben wir keine Illusionen
Ja, andererseits haben wir keine Illusionen, weder was uns betrifft in
Sicht der WTG, noch was der WTG-Einfluß für geistige oder psychologische Schwierigkeiten
bedeutet.
Die offizielle Reaktion der WTG auf CV ist totschweigen, die CV-Schriften
ungelesen verbrennen und gegen die CV-Mitarbeiter Verleumdungen und Diffamierungen wie
"eine Klasse von Judassen, Verrätern, Rotte Korah, von den Roten gekauften
Staatsdienern, böse Knechte, Christusfeinde, Rebellen gegen Gott" usw., also nichts
als psychologischer Terror zur Abschreckung bis zum Rufmord. Wo WTG-Irrlehren aufgedeckt
wurden, hat die WTG immer nur so reagiert. Sie hat keine überzeugenden Argumente. In den
dreißiger Jahren wurden die auf dem rechten christlichen
"Obrigkeits"Verständnis beharrenden Ältesten abgeschafft und verjagt mit dem
öffentlichen Rufmord und psychologischen Terror, sie seien "stößige, riechende und
hochnäsige Böcke", die die "Speise des Herrn besudeln", und "das
Volk Gottes" den "tierischen Regierungen der Organisation Satans" vorwerfen
(Rechtfertigung II/1932). Auch gegen uns heute holt man die "Argumente" wieder
aus Gosse und Kloake, jetzt noch mit einem Schuß politische Sex versehen, Wer, wie wir,
"den kalten Krieg mit der kommunistischen Welt einstellt", wer sich "der
Koexistenz mit roten Regimen nähert", wer "Frieden mit dem atheistischen
Kommunismus" macht, der gehe "Kompromisse" ein, der gehe "unmoralische
Beziehungen" ein, der betreibt "Hurerei", der ist "mit Gotteshassern
ins Bett gegangen". (WT 1. 3. 74).
Demgegenüber gilt für uns das Wort der Schrift, "soviel an euch liegt, so lebt mit allen Menschen in Frieden". Römer 12:18. Mit a l l e n Menschen, also auch mit den Kommunisten. Wie hat der WT Jehovas Zeugen politisch verführt! Wenn die WTG jetzt nach ihrer falschen Prophetie von 1975 in Verfolg einer neuen Strategie und Taktik einige neue politische Töne anschlägt, so hat sie nach wie vor den "politischen Dolch des kalten Krieges im geistlichen Gewande", denn sie hat nicht eine einzige Silbe dieser Politik für falsch erklärt, bedauert und widerrufen. Wie gesagt, wir haben da keine Illusionen.
Aufrichtigkeit und eigenes Verantwortungsbewußtsein
sein sind unsere Verbündeten
Nun zu einigen wesentlichen psychologischen Schwierigkeiten. Der WT packt
und bindet bei ganz realen menschlichen und irdischen Sehnsüchten noch Glück, Frieden,
sozialer Gerechtigkeit und Leben in Fülle. Aber durch moralische und politische
Schwarzmalerei werden alle eigenen menschlichen Absichten und Anstrengungen nachhaltig
verteufelt. Weiter wird ständig gegen die eigene Vernunft und das eigene Urteilsvermögen
gepredigt. Das führt alles zu derartigen Verunsicherung, daß man sich überhaupt an eine
kritische Prüfung der WTG heranwagt, wie fragwürdig etwas auch erscheinen mag. Das
führt schließlich zu einer Pervertierung des eigenen Gewissens, das völlig durch
WT-Grundsätze ersetzt ist. Jede Regung des eigenen Gewissens dagegen wird schon in den
Ansätzen unterdrückt in der WT-bedingten Annahme, es sei ein dämonischer oder
teuflischer Einfluß, wie berechtigt es auch ist.
Selbst wenn es schockiert, so sei es ausgesprochen. Unser Gewissen wird durch den WT derart pervertiert, daß wir gar nicht mehr empfinden, wie man durch Akzeptierung einer Vernichtung aller Andersdenkenden und Andersglaubenden, vom unschuldigen und unmündigen Säugling bis zum Greis, auf das Denkniveau mittelalterlicher Inquisitoren und neuzeitlicher SS-KZ-Schergen erniedrigt wird. Was bei Menschen ein Verbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit ist, nämlich, Andersgläubige zu vernichten, soll bei Gott Gerechtigkeit sein? Würden wir ein kleines Kind erschlagen, nur weil es in Berlin-Pankow in den evangelischen Kindergarten geht? Und Gott hat das zu seiner Rechtfertigung nötig? Man fahre nach Auschwitz und betrete die dortigen Gaskammern und schaue sich die kümmerlichen Habseligkeiten an, die dort von Hunderttausenden vernichteter Juden übriggeblieben sind.
Wenn wir so vorgehen, wie wir es tun, so rechnen wir in der Hauptsache mit der Aufrichtigkeit und dem eigenen Verantwortungsbewußtsein eines jeden vor Gott und Menschen. Diese Eigenschaften sind unsere Verbündeten. Keiner, der CV sachlich prüft, kann sich auf die Dauer zuknöpfen. Wir können leider noch keine Namen öffentlich nennen, weil Aufbrüche noch in der Entwicklung sind. CV wird nicht nur heimlich gelesen, es wird unheimlich gelesen! Die Abwehr ist durchbrochen.
Unsere Wegweisung "Wohin gehen?"
Damit werden nun noch einige Worte über die Neuorientierung notwendig,
die wir nun geben. Wir pflügen, um für ein Leben fortan als freie Christen, in
christlicher Freiheit, Herz und Sinn freizumachen. Dabei gibt es keinen
Vernichtungszeitdruck mehr, weil es solche Endzeit überhaupt nicht gibt. Wenn wir unter
Druck stehen, dann nur so, weil wir sehen, daß wir nach Jakobus 5:19,20 auf Grund unserer
Erfahrungen die Verantwortung sehen, von den WT-Irrwegen zu befreien für einen rechten
christlichen Lebensweg. Wir haben Zeit, alles gründlich zu prüfen. Wir brauchen nichts
ängstlich zu überstürzen.
Gleichzeitig machen wir sichtbar, daß niemand allein stehen muß, wenn er den WT-Irrweg verläßt. Er hat Mitverbundene. Er hat weiter Brüder und Schwestern. Er bleibt mit den nun anstehenden geistigen Bedürfnissen nicht allein. Das sog. Vorhaben Jehovas ist eine WT-Konstruktion. Was ergibt sich daraus nicht alles. Eine ganze Weltanschauung stimmt nicht. Aber man bleibt nicht allein. Denn christliche Gemeinschaft steht nach 1. Kor. 13:9,13 über Erkenntnisunterschieden. Auch schütten wir das Kind nicht mit dem Bade aus, sondern halten fest an dem, was recht ist. 1. Thess. 5:21. Das Christentum behält seinen Platz in unserem Leben. Vielleicht weniger auf den Lippen. In der Weltliteratur gibt es keine bessere Formulierung dessen, was Liebe ist, als in 1. Kor. 13 der Bibel. Dabei müssen wir mit Römer 2:15 anerkennen, daß auch anderen dies alles ins Herz geschrieben sein kann. Das Vorbild Christi im Leben, Helfen, Ertragen, Leiden und Sterben kann jedem Menschen etwas geben. Christus am Kreuz sollte wieder einen Platz in unserem Sinn erhalten, nachdem die WTG ihn daraus vertrieben hat. Die äußeren Formen sind zweitrangig. Und wenn du in dein Kämmerlein gehst und hinter dir zuschließt, so daß niemand etwas sieht und hört. Matth. 6:6.
Die Schrift nicht mehr intolerant und rechthaberisch
deuten
Für uns sollte fortan praktisches Christentum im Vordergrund stehen so,
wie Glaube ohne Werke tot ist. Jak. 2:20. Niemand hat so viele Zukunftserfüllungen
konstruiert wie die WTG. Das sollte uns eine hinreichende Warnung sein. Wir werden die
Bibel darum in vielem völlig neu verstehen lernen müssen. Nicht mehr wie die WTG, indem
man sich über die Schrift hermacht und sie intolerant und rechthaberisch deutet. Die
Zukunft können wir ohnehin nicht erzwingen. Wir haben ein gerütteltes Maß zu tun,
praktische Erkenntnishilfe zu geben. Wenn uns nach 1. Kor. 13:9, heute nur Stückwerk an
Erkenntnis zugesagt ist, dann sollten wir uns fortan hüten, unsere Erkenntnis als
Bekenntnis intolerant festzuschreiben. Seit fast 2000 Jahren gibt es Christen auf Erden.
Auch wir sind heute nicht die einzigen. Auch hier müssen wir noch viel lernen. Wenn wir
die WTG hinter uns lassen, stehen wir in all diesem erst am Anfang.
Wenn nun mancher in seinem Denken die christlichen
Positionen nicht in allem teilt, auf die wir uns bescheiden, oder in seinem
Selbstverständnis vieles ganz anders sieht, so bleiben seine Erfahrungen unter der WTG
für uns dennoch unverzichtbar und seine Mitverbundenheit mit uns deshalb außer Frage.
Zugleich dient das der Einübung unsererseits in die Größe, aber auch Grenze unseres
eigenen Stückwerks. Ein brauchbares praktisches Christentum zu erweisen, uns selbst und
denen, für die es leuchten soll, das sollte unsere Hauptaufgabe sein, Mit den
verantwortlichen Brüdern bereits entstandener freien christlicher Gemeinden haben wir
dies als "die Mission von CV" gemeinsam formuliert. Unsere Wegweisung
"Wohin gehen?" in CV folgt diesem, wo wir zuvor und zugleich Herz und Sinn aus
den Verwirrungen und Verstrickungen der WTG befreien. Keiner ist dazu besser in der Lage
auf Grund eigener Erfahrung, und berufener dazu, und eigentlich vor Gott und unseren
Mitmenschen in der Verantwortung dafür, als wir. -
Die Berichte über die CV-Beratung werden fortgesetzt - CVN
DIE KOMMUNALWAHLEN VOM 20. MAI 1979 IN UNSEREM LANDE,
DIE ZEUGEN JEHOVAS UND DIE WTG
Was war verantwortungsbewußtes christliches Verhalten?
Um was ging es, biblisch gesehen?
Es waren Kommunalwahlen, das heißt, es ging um die Wahl der örtlichen
und regionalen "obrigkeitlichen Personen" für unsere "die Menschen
betreffenden Ordnung" (1. Tim. 2:2, 1. Petr. 2:13. Es steht außer Frage, daß die
Bürger eines Landes nicht nur das Recht haben, sondern auch die Pflicht,
"origkeitliche Personen" oder "obrigkeitliche Gewalt" im Interesse von
Recht, Sicherheit, Ordnung, Verwaltung und Gesetz zu berufen und einzusetzen. Dies ist
"von Gott", wie wir in Römer 13:1 lesen. Eigentlich ist dies alles
selbstverständlich für Christen. Es sind sozusagen Binsenweisheiten des christlichen
Glaubens, wenn, ja wenn man nicht über das hinausgeht, was geschrieben steht! Und das ist
ja nach 1. Kor. 4:5 dem Christen untersagt. Nicht so für die Zeugen Jehovas unter der
WTG. Aber darauf kommen wir noch.
Weil das christlich so ist, waren unter den Kandidaten für die zu wählenden Volksvertretungen oder "obrigkeitlichen Personen" mehr als 16 000 Angehörige christlichen Glaubens. So kandidierte z. B. als Abgeordneter für den Kreistag Schönebeck bei Magdeburg Pfarrer Gerhard Vellmer. Im Bezirk Cottbus waren es mehr als 1200 christliche Kandidaten für die Volksvertretungen, unter ihnen Charlotte Görs als christliche Bürgermeisterin der Gemeinde Naundorf, Kreis Forst. Es könnten noch viel mehr genannt werden. Für die Stadtverordnetenversammlung Naumburg kandidierte Pastor Manfred Specht vom Bund evangelisch-freikirchlicher Gemeinden (Baptisten), um auch ein Beispiel aus dem Bereich kleiner Religionsgemeinschaften zu nennen. Wiederum: Das ganze Gegenteil ist bei den WTG-geführten Zeugen Jehovas der Fall.
Für einen Christen kann es rechtens gar nicht anders sein, als auf bestgeeignete Weise seinen Teil Mitverantwortung in der "die Menschen betreffenden Ordnung um des Herrn willen" zu tragen. 1, Petr. 2:13. Jedes gegnerische Verhalten ist sozial verantwortungslos und christlich abstoßend. Die Verwaltung in Stadt und Land muß geschaffen, gesichert und wahrgenommen werden. Jehovas Zeugen würden sich sehr schnell umgucken, wenn alle Menschen ihrem Beispiel diesbezüglich folgen würden!
Werden wir nun konkret, liebe Zeugen!
Wo hat euch die WTG nun einrangiert, wenn wir die zahlenmäßigen
Ergebnisse der Wahlen betrachten? Schaut ihr euch das überhaupt an? Habt ihr schon einmal
nachgeprüft, wo ihr da wohl steckt? Es gibt zwei Rubriken, wo ihr mit drinsteckt. Das ist
die sich ergebende Prozentzahl der Nichtwähler von 1,72 Prozent oder ausgezählt 212 151,
und die Rubrik Gegenstimmen, also der Gegner und Feinde, von 20 990 oder 0,17 Prozent.
(Nach: Ergebnisse der Wahlen vom 20. Mai 1979, ND 23. 5. 1979)
Ja, ihr, liebe Zeugen, seid einer der treibenden Keile unter der Gruppe der Nichtwähler, die ihr durch die WT-Verkündigung nach besten Kräften mit vermehrt. Und gar mancher ist auch unter den Gegnern, weil er unter dem WT-Einfluß meint, sich "als Feind dieser Welt" bei der Wahl anonym zum "christlichen Vorbild" machen zu müssen. Erstaunlich, was so mancher hinterher erzählte, was er alles auf den Wahlzettel geschrieben hatte. Bis hin zu solchen religiös-politischen Verirrungen und Verwirrungen, Jesus Christus selbst als größten "Feind dieser Welt" und "allein rechtmäßigen Herrscher aller Nationen seit 1914 im Himmel" als Gegenkandidaten auf den Wahlzettel zu setzen. In anderen Fällen jedoch schien ihnen das wohl selbst "reichlich komisch" zu sein, und sie bemühten sich gar nicht mehr, WT-Argumente vorzubringen. Feindselig griffen sie vielmehr Mängel und Unzulänglichkeiten in Verwaltung und Wirtschaft an mit der gehässigen und höhnischen Frage: "Und die soll man auch noch wählen?". Immerhin wurde hier offenbar, wohin der WT führt: Nicht zu hilfreicher Kritik, sondern zu destruktiver politischer Feindschaft.
Auf verlorenem Posten
Die WTG-Kongresse 1978 formulierten es für alle Zeugen Jehovas erneut
verbindlich: "Jehovas Zeugen beteiligen nicht an Politik und helfen auf diese Weise
nicht, die Zustände zu verbessern" (Kongreßbroschüre "Jehovas Zeugen im
zwanzigsten Jahrhundert", S. 29). Die angeführten Gründe dafür sind eine einzige
Entstellung und Falschanwendung von Bibelzitaten, worauf an anderer Stelle ausführlich
eingegangen werden wird. Der erste Teil dieser Formulierung ist ohnehin politische Lüge,
denn die WTG hat Jehovas Zeugen in die vorderste Front des Mißbrauchs des Glaubens für
antikommunistische Politik gestellt. Die WTG-Geschichte strotzt förmlich von solcher
Politik. Jeder WT-treue Zeuge ist ein lebendiges Beispiel dafür, wenn es konkret wird,
etwa in der Frage deutsch-sowjetische Freundschaft oder bei der Verbreitung solcher
lügenhaften politischen Schmähungen wie "rote Faschisten" oder "wilde
Tiere hinter dem Eisernen Vorhang", was schwarz auf weiß vorliegt!
Mit der Weisung, in keiner Weise zu helfen, die sozialen Zustände und Verhältnisse zu verbessern, und dies als vorbildliches Verhalten für alle hinzustellen und weltweit zu predigen, verfolgt die WTG zwar einen gezielten politischen Zweck. Jedoch was Jehovas Zeugen betrifft, so sind sie damit von vornherein auf einen verlorenen Posten gestellt. Denn die sozialen Bedürfnisse sind ein schöpfungsbedingtes ehernes Naturgesetz für alle Menschen. Wer sie persönlich mißachtet, richtet sich selbst zugrunde, wird ein asoziales Element, erfriert oder verhungert. Und eine Gesellschaftsordnung, die sie mißachtet, versinkt in Anarchie und Gesetzlosigkeit, in Despotie und Willkür, in Barbarei. Wie kann man da als "höchste Weisheit" akzeptieren und allen verkündigen, die Gestaltung der sozialen Zustände zu verweigern? Sollen denn die Länder der Armut z. B. in ihrem sozialen Elend stecken bleiben? Eine solche Verkündigung ist doch verantwortungslose Grausamkeit an Millionen, die in Elendshütten hausen und hungern! Wundert euch nicht, liebe Zeugen, wenn man in solchen Ländern eure destruktive Verkündigung erbarmungslos unterbindet! Wie denn! In den Bethelheimen z. B. lebt man in modernstem Komfort! Und in den Hungerländern sollen sie weiter in Katen hausen, zerrissen und nackt herumlaufen? Das ist sozial gewissenlose Unmoral! Mit Jakobus 2: 14-20 ist das höchst unchristlich, ja gedankenlose Torheit! Was erwartet ihr dafür? Lest Sprüche 19:29.
Im Grunde genommen könnt ihr, liebe Zeugen, nur dankbar dafür sein, daß andere Christen bzw. Mitmenschen eure Verkündigung zurückweisen. Nur weil das alle anderen zurückweisen und ignorieren, haben wir alle Arbeit und Auskommen, soziale Sicherheit und soziale Fürsorge, Schulbildung usw., und ihr könnt allen gleichsam auf der Nase herumtanzen und proklamieren. Finger weg davon, "die Zustände zu verbessern". Keiner von euch könnte heute ein Auto fahren, hätte man eure Predigt, sagen wir nach dem Kriege seit 1945, in unserem Lande ernstgenommen. Könnt ihr nicht soweit denken? Ja, ihr könnt nur essen, trinken, euch kleiden, wohnen und arbeiten, weil andere das entgegen eurer Verkündigung durch eine entsprechende soziale Ordnung und politische Verwaltung garantieren, nicht zuletzt wieder durch die Wahl "obrigkeitlicher Personen", ohne die das nicht geht.
Allerdings kann man schon gar nicht aus christlicher
Verantwortung tatenlos zuschauen, wenn der Anspruch erhoben wird, bei Strafe ihres
Untergangs müßten alle andere gleich handeln. Solcher "Predigt" muß
widersprochen werden. Es ist sogar ein biblischer Auftrag, Irrtümern entgegenzutreten und
Mitmenschen davor zu bewahren. Jak. 5:19,20. Sich in politischen Fragen Irrlehren und
Dummheiten zu erlauben, kann gefährlich werden. Denn die sozialen Bedürfnisse sind die
ernsteste Frage des Lebens, die Existenzfrage, wie wir in Jakobus 2:14-16 lesen. Immer
wieder sind Wahlen eine Anfrage an alle, und an Christen insbesondere. Wer nicht als
verantwortungslos dastehen will unter den Mitmenschen, stellt sich dieser Anfrage.
F. F.
EIN MENSCH, DEN MAN NICHT VERGISST
Kreisdiener Heinrich Ditschi - ein aufrechter Verteidiger christlichen
Glaubens (9)
Handelsvertreter im Dienste einer religiösen Verlagsanstalt
Streng genommen waren die Argumente von Br. Ditschi bei seinem
Drei-Bücher-Angebot keineswegs biblisch. Ehrlicherweise muß man zugeben, daß es sich
hierbei eher um ein geschickt-geführtes Verkaufsgespräch" eines geschulten
religiösen Handelsvertreters" im Dienste einer Verlagsanstalt, genannt WTG,
handelte. Mit einem verständnisvollen Augenzwinkern könnten sehr tolerant eingestellte
Menschen diese Methode noch als vertretbar ansehen, wenn durch den Verkauf der Bücher der
gute Zweck", nämlich die p e r s ö n l i c h e Heranführung an die Bibel
(etwas anderes hatte man auf Grund der gemachten Beteuerungen ja nicht im Sinn!), erfüllt
worden oder wenigstens der biblische Inhalt dieser theokratischen Meisterwerke"
konstant geblieben wäre.
Aber gerade diese unabdingbaren Voraussetzungen waren nach dem Erwerb dieser drei Bücher mit dem geschmackvollen grünen, orangen und braunen Kaliko-Einband mit Gold- oder Silberschrift der Titel" für den Käufer nicht gewährleistet. Durch die in Brooklyn vorbereiteten Lehrveränderungen und die dafür bereits neu geplanten Bücher und sonstigen Publikationen, die man in millionenfacher Auflage herausgegeben und verkaufen wollte (was neben der Gehirnwäsche der eigentliche Zweck war), stellte den Inhalt dieser drei Lehrbücher nach kurzer Zeit wieder in Frage. Somit war der religiöse Kunde" - in diesem Fall der Oberlehrer des Velberter Gymnasiums - der Geprellte, denn er hatte im Grunde weiter nichts als Attrappen in seinem Bücherschrank stehen. Darüber konnten auch die wunderbaren Kaliko-Einbände nicht hinwegtäuschen, die objektiv gesehen den angeblichen Selbstkostenpreis von 7,50 M für die drei Bücher nicht im geringsten aufwiegen konnte.
Handelsware" ohne Garantie!
Aus diesem Grund muß sich die WTG im Interesse solcher arglosen Käufer
schon die Frage gefallen lassen, ob sie selbst bereit wäre, Fachliteratur oder
wissenschaftliche Werke zu kaufen, deren Inhalt sich schon nach kürzester Frist als
völlig wertlos erweist? Würde sie selbst teure Werke kaufen n u r der
geschmackvollen Einbände" wegen?
Angesichts der sich jährlich steigernden Produktion der WTG kann man
heute aber mit Fug und Recht sagen: Es gibt in der ganzen Welt Millionen Menschen
(keineswegs Zeugen Jehovas!) die solche wertlosen Attrappen im Bücherschrank zu stehen
haben!
Jeder Mensch, der den rechten Einblick in das Wesen der Verkaufstechnik" der WTG hat, kann sich davon überzeugen, daß die Bücher Gott bleibt wahrhaftig", Die Neue Welt", Die Wahrheit wird euch frei machen" und sogar später herausgegebene Bücher h e u t e keinen Pfifferling mehr wert sind. Bedauerlicherweise können die Kunden" aber nicht einmal bei der Firma" reklamieren, wie sie das sonst beim Erwerb von Handelsobjekten tun können, denn die Firma" liefert ihnen trotz der Übertölpelungstechnik" ihrer Reisevertreter bei Auslieferung der Ware einen für die Lebensdauer ungefähr angemessenen Gegenwert für die Kosten des Objekts in Form eines Garantiescheines" mit. Die Wachtturm-Gesellschaft tut das aber nicht, obwohl sie in ihrem Taschenbuch für Jehovas Zeugen (Ist die Bibel wirklich das Wort Gottes?) auf Seite 17 hochtrabend verkündet, die Bibel hätte es noch "nie nötig gehabt, auf den neuesten Stand gebracht zu werden" - und damit den Anschein erweckt, der Inhalt ihrer Publikationen sei "beständig" bzw. "konstant".
In Anbetracht ihrer Behauptung, das 1914 gekommene Königreich sei eine "funktionierende Wirklichkeit" (Geheimnisbuch, Seite 358); müßte sie aber, wenn sie den Anspruch einer seriösen Verlagsanstalt erheben will und auch um des Ansehens willen, als göttlicher Kanal" zu wirken, z. B. dem Buch "Gottes 1000jähriges Königreich hat sich genaht" einen solchen Garantieschein beifügen. Entsprechend dem Titel - der bei jedem Abnehmer den Anschein absoluter Spitzenqualität erweckt - müßte sie das sogar als Beweis für die Echtheit dieser "Ware" mit einer Garantie für mindestens 1000 Jahre!
Doppelter Betrug
Da die WTG sich ihrer Rolle als religiöser Scharlatan sehr wohl bewußt
ist, wird sie natürlich niemals auf einen solchen Gedanken verfallen. Sie kennt den
Begriff "kaufmännische Ehrbarkeit" nicht, der für vergleichsweise andere
"Firmen" eine Selbstverständlichkeit ist. Stattdessen schickt sie trotz der
erwiesenen unlauteren Machenschaften weiterhin ihre Handelsvertreter unter der Maske
ehrbare Bibelverkündiger zu einem angeblichen "Erziehungsfeldzug" aus, um ihre
"religiöse Ware" - immer mit dem irreführenden Etikett
"Bibelstudien-Hilfsmittel" versehen - an den Mann zu bringen und auf diese Weise
gleichzeitig weitere völlig kostenlos für sie arbeitende Reisevertreter zu gewinnen,
damit der Umsatz jährlich gesteigert werden kann.
Bei diesem unleugbaren Tatbestand muß unbedingt festgehalten werden, daß von seiten der tüchtigen "Geschäftsfirma WTG" d o p p e l t e r Betrug vorliegt: Der von ihr ausgesandte Reisevertreter erhält niemals seine "Provision". Die für die Zukunft in Aussicht gestellte "Belohnung" (der Erwerb eines sogenannten "Verdienstkontos bei Jehova" laut WT vom 15. 5. 1957, Seite 317) erweist sich am Ende seiner Tätigkeit (und seines Lebens!) als Illusion.
So gesehen war Br. Ditschi trotz seiner persönlichen Ehrlichkeit - gemessen am Fall des Velberter Oberlehrers als ein Beispiel für viele ähnliche Fälle - auch nur ein von der WTG mißbrauchter "religiöser Handelsvertreter" für eine in jeder Hinsicht viel zu teuer bezahlte "Ware".
Rehabilitierung der "biblischen"
Ditschi-Methode durch fundierte Tatsachen
Und dennoch muß man sagen: Ungeachtet dieser erschütternden Fakten, die
die ganze Verworfenheit und Skrupellosigkeit dieser angeblichen "christlichen
Verlagsanstalt" aufzeigen, war Br. Ditschis Methodik insgesamt gesehen durchaus
biblisch. Durch fundierte Tatsachen kann das nachgewiesen werden.
Als Augenzeuge in der Ausübung seines Dienstes muß ich zur Rehabilitierung seiner wahrhaft christlichen Gesinnung vermerken, daß er niemals versuchte, durch sektiererische Verdrehungen die Bibel zu entwerten und so auf Schleichwegen die Publikationen der Wachtturmgesellschaft unbemerkt in den Vordergrund zu schieben. Vielmehr ermahnte er die Menschen beim Absatz von WT-Literatur immer wieder daran zu denken, daß es sich n u r um Hilfsmittel handelt, die zum Bibellesen anreizen" sollen, selbstverständlich die Hl. Schrift selbst aber niemals ersetzen könnten. Diesen Gedanken schärfte er übrigens auch seinen Mitbrüdern ein, die er zum Dienste schulte.
Hier nur ein Beispiel: Den Büchern der WT-Gesellschaft ist immer ein Leittext vorangestellt. So findet man beim Aufschlagen des Buches Gott bleibt wahrhaftig" z. B. auf der ersten Seite sofort den Text von Römer 3:3,4. Dieser nach der kath. Storr-Übersetzung zitierte Bibeltext besagt, daß j e d e r Mensch ein Lügner ist; nur Gott a l l e i n ist wahrhaftig. In der Regel verwies Br. Ditschi bei seinem Drei-Bücher-Angebot" auf diese unmißverständliche Aussage der Hl. Schrift. Somit dürfte bewiesen sein, daß der Kreisdiener den Abnehmer solcher Bücher niemals im Unklaren ließ, was dieser selbst in der Endkonsequenz als maßgebliche Autorität anzuerkennen habe.
Wenn Br. Ditschi in seiner Tätigkeit als hauptamtlicher Mitarbeiter der WTG in einer bestimmten Phase seiner Predigt ein nach Art von Handelsvertretern geschicktes Verkaufsgespräch" führte (was er ja schließlich entsprechend der Mission der Bibelanstalt" tun mußte), so geschah es dennoch bona fide (im guten Glauben) und in Anlehnung an den Rat des Paulus in 1. Kor. 9:20, in übertragenem Sinne den Juden ein Jude und den Griechen ein Grieche zu sein", um auf alle Fälle Menschen für Christus zu gewinnen (1. Kor. 9:19). Und schließlich wollte er gemäß seiner inneren Einstellung auch t a t s ä c h l i c h Menschen an ein e c h t e s Bibelstudium heranführen.
Wenn aber letztendlich all seine guten Absichten durch die bereits geschilderten Tatsachen zunichte wurden -, als er erkennen mußte, daß er ein mißbrauchter Betrogener seiner göttlichen Auftraggeber" war und ihr Handlanger, arglose Menschen ebenfalls zu betrügen, da fand er auch den christlichen Mut, für seine Taten einzustehen und dafür vor Gott und Menschen in tätiger Reue die Verantwortung zu übernehmen.
Als ihm die ganze Tragweite seiner gefährlichen
illusionären Weltende-Verkündigung zum Bewußtsein kam, fand er nach drei
Nervenzusammenbrüchen einen gangbaren Weg, das Ansehen wahren Christentums
wiederherzustellen.
In der Erkenntnis, daß er wohl schlecht bei jedem einzeln seiner Opfer
sich entschuldigen konnte, gab er in angesehenen Tageszeitung eine Großannonce auf, worin
seinen Austritt aus der WT-Organisation erklärte und Gründe dafür angab.
Einem Langenberger Bruder, der ihn später entgegen den Vorschriften der WTG auf der Straße anhielt und ihm den Vorwurf machte: "Aber Heinrich, warum hast Du das getan?", entgegnete Br. Ditschi: "Die WT-Gesellschaft hat mich dazu gezwungen." Und das trifft den Nagel auf den Kopf! Denn wenn die Watch Tower Society ehrliche christliche Mitarbeiter dazu anstiftet, arglose Menschen für antichristliche Zwecke listig einzufangen und zu mißbrauchen, dann muß ein solcher Mitarbeiter eben in christlicher Verantwortung vor Gott und Menschen sich bei diesen Opfern vor der Öffentlichkeit entschuldigen. Mögen "Wachtturmbrillenträger" die Handlungsweise Br. Ditschi getrost als Verrat bezeichnen. Durch den Sohn Gottes selbst wird der Kreisdiener, dessen Stellung mit dem Engel bzw. Vorsteher oder Altesten von Pergamon vergleichbar ist, durch die Weisung: "Ich weiß, wo du wohnst, nämlich da, wo der Thron Satans ist; und doch hältst du weiterhin an m e i n e m N a m e n fest, und du hast deinen Glauben an mich nicht verleugnet Offb. 2:13 NW -, gerechtfertigt.
Als die "Synagoge Satans" (die WTG)
schließlich Br. Ditschi zwang, seinen öffentlichen Austritt zu erklären, weil er sonst
als "Altester" den Namen Christi hätte l e u g n e n müssen, wird er wieder
gerechtfertigt durch den Sohn Jehovas, der da sagt: "Wer siegt, der wird so in weiße
äußere Kleider gehüllt werden; und ich will s e i n e n N a m e n keinesfalls aus dem
Buch des Lebens auslöschen, sondern ich will seinen Namen vor meinem Vater und seinen
Engeln b e k e n n e n." - Offb. 3:5 NW; siehe auch Matth. 10:32,33; Lukas 12:8,9 NW.
Diese fundierte biblische Tatsache dürfte wohl endgültig für die
Methodik und auch für die spätere Handlungsweise als Rehabilitierung gelten!
Erzählt von Hermann Bach, Potsdam
Wohin sollen wir gehen? 3/1979
LEBENDIGES CHRISTENTUM FREIER CHRISTEN
Hier und heute weiter Christ sein - Fragen, vor denen wir dabei stehen und
was zu tun ist
Wir können nur als Christen der Tat weiter bestehen. Liebe zu Gott und
Christus, wie soll und kann sie sich anders als in der Liebe zum Nächsten, zum
Mitmenschen, erweisen? Mehr als je zuvor gilt dabei angesichts vieler nutzloser und
haltloser Endzeitauslegungen das Wort, daß der Glaube ohne praktische Werke tot ist, also
in unsren Werken lebt. Und das hat nach Jakobus 2: 14-20 und 5:1-6 durchaus auch eine
reale, soziale Dimension.
Welche Fragen sind uns nun aufgegeben, wenn wir in gebotener christlicher Freiheit wandeln wollen? Wir sollten das als eines der ersten Dinge sehr wohl ins Auge fassen. Wir müssen doch zunächst eine Vorstellung haben von dem Fragenkreis, in dem wir vor Gott und Menschen eigentlich schon immer stehen, es jetzt nur neu beantworten müssen. Das Leben stellt viele Fragen. Täglich beantworten wir sie, im Detail wie auch im Grundsätzlichen. Wir legen uns darüber nur nicht immer auch hernach Rechenschaft ab. Da müßten wir ja ein tägliches Kontobuch führen.
Es sind verschiedene Fragen, die wir neu beantworten
müssen, weil wir mit ihnen weiterleben, als Christen allzumal. Sind folgende Fragen
einige dieser Fragen?
Wenn wir alle nichterfüllten Endzeitauslegungen verwerfen müssen (5.
Mose 18:20-22), was bleibt als "das Gute", das wir festhalten müssen? Was ist
von bleibender Bedeutung für unser weiteres Leben? 1. Thess. 5:21. Darüber sollten wir
uns klarwerden. War es doch bloß ein endzeitlicher Mißbrauch unseres christlichen
Glaubens.
Da all unser Erkennen gemäß der Schrift (1. Kor. 13:9) bei aller Aufrichtigkeit nur "Stückwerk" sein kann, wie sollten wir fürderhin über andere Mitchristen denken und reden, deren "Form der Anbetung" des gleichen Gottes und Christus aber unterschiedlich ist? Markus 9:38-42.
Echte christliche Nächstenliebe fragt in Notsituationen und damit grundsätzlich nicht nach dem Glauben dessen, dem geholfen werden muß. Das Gleichnis vom barmherzigen Samariter in Lukas 10:25-37 lehrt das unzweideutig. Haben wir je die soziale Dimension dieser Lehre Jesu durchdacht? Auch damit stehen oder fallen wir als Christ! Wie haben wir bisher diesbezüglich gehandelt, was unsere nahen und fernen Nächsten betrifft in Elend und Not? Wie muß danach die soziale Dimension echten Christseins aussehen? Was ist heutiger Samariterdienst?
Welche reale geistige Hilfe bedeutet das "Hinschauen auf Jesus als Anfänger und Vollender des Glaubens" in unserer Unvollkommenheit, Unzulänglichkeit, Fehlerhaftigkeit, Gebrechlichkeit, in unseren Verfehlungen, Bedrängnissen, in Aussichtslosigkeit und auch persönlicher Verzweiflung, in gar manchen Schwierigkeiten des Lebens? In Familie, Ehe, Liebe, im Kindsein, Jungsein, in Beruf und Arbeit, im Altwerden, in der Todesstunde?
Wie soll ein Christ hier und heute "Friedensstifter" sein? Die meiste Neuarbeit erfordert ganz offensichtlich das bisherige Verhalten zu den öffentlichen Friedensfragen, die man doch keineswegs von den persönlichen Interessen trennen kann. Alle diesbezüglichen Konflikte beweisen das nur. Auch im persönlichen Bereich liegt vieles im Argen durch den rechthaberischen Anspruch, "allein in der Wahrheit" zu sein. Oft ist es unter diesem Anspruch nur ein Friede, der auf der Furcht vor doch nur allzuberechtigten Einwänden beruht. Wie wurden wir doch angehalten, die Friedensbemühungen aller anderen zu verspotten und zu verhöhnen, als "Haschen noch Wind" zum Beispiel. Und doch leben auch wir davon.
Damit kommen wir zu einer Hauptfrage, der Frage der Mitverantwortung des Christen als Staatsbürger. Hier liegen bisher die schwersten Verfehlungen vor. Hier ist mit das meiste zerstört, oft sehr nachhaltig, ganz speziell, was den sozialistischen Staat betrifft, in dem wir leben. Hier muß erst Grundsätzliches wieder begriffen werden.
Jedes Volk hat auch seine Sitten und Gebräuche, christliche oftmals, auch nichtchristliche, Volksbräuche, Feste, Feiern und Jubiläen, auch was das gesellschaftspolitische Zusammenleben betrifft, in dem wir unausweichlich stehen, weil wir uns eben unser Brot nicht allein backen können. Christen müssen hierzu nicht nur eine vertretbare Meinung haben. Sie müssen darin auch eine vernünftige Verhaltensweise im Zusammenleben mit anderen an den Tag legen. Was gibt es z. B. nicht alles für Probleme mit den Geburtstagsfeiern, mit Weihnachten, mit Ostern, in vielen Familien, in die das hineingetragen wurde.
Welches Verständnis müssen Christen den Menschen gegenüber aufbringen, die einer anderen als christlichen Religion, einer nichtchristlichen Religion, angehören. Dennoch sind sie unsere fernen Nächsten, von deren Hände Arbeit und Mühen auch Christen hierzulande leben. Sehr gut leben, während jene anderen dabei zu oft hungern!
Das Christentum kann sich nicht ins Mauseloch verkriechen, wenn es wie ein Licht leuchten soll. Christen müssen darum auch wissen, wie Außenstehende und Nichtchristen über das christliche Zeugnis denken und urteilen. Andere haben sogar das Recht, Rechenschaft zu fordern über den Glauben, der in uns ist. Was gehört hier in unser Blickfeld?
Dies alles und noch viel mehr
Dies alles und noch viel mehr sollte christliches Leben aktualisieren und
christliches Zusammenkommen erfüllen. Nicht Vollkommenheit und Einheit in der Erkenntnis
ist Christen zugesagt, das Band umfassender Nächstenliebe hat obenan zu stehen. So steht
denn an erster Stelle wirklich nur das Wachsen in der "größten Gabe", in der
Liebe zu Gott und den Menschen. Was die Menschen betrifft, gehört dazu ein tiefes
Verstehen, ja ein tiefes Umdenken unsererseits. Die wenigen Fragen, die wir hier nennen,
zeigen das schon an. Wenn wir solche hilfreichen Werke zu vollbringen suchen, wird unser
Glaube nicht sterben, sondern lebendig bleiben.
- P -
Aktuelle Information
ZUM NEUBAU VON BETHEL UND DRUCKEREI IN DER BRD
Das treibt von den Sitzen hoch!
Im Prinzip das Gleiche wie seinerzeit 1925
Wie bekannt, hatte die WTG auch für 1925 weltweit im Namen Gottes das
Harmagedon-Weltende und den Beginn des Tausendjahrreiches predigen lassen. Sie kommt nun
nicht nur mit der gleichen "Täuschung der Herzen der Arglosen", keiner habe
sich doch nur "bis zu einem bestimmten Zeitpunkt", oder "bis zu einem
bestimmten Datum" hingegeben, sondern "von nun an bis in Ewigkeit"
(Bulletin Magdeburg/Brooklyn 1. Juli 1928, WT 15. 9. 74, S. 571, 15. 6. 75, S. 379), so
daß sie sich mit jeder nachfolgenden falschen Zeitprophezeiung abzufinden haben. Auf
ähnlich überrumpelnde Weise vergrößert sie auch ihren organisatorischen Machtapparat.
Während sie die Verkündiger dem damaligen Weltendetermin von 1925 zukeuchen ließ, bereitete sie die Liquidierung des damaligen Bethel in Barmen und einen Neubau in Magdeburg vor, der dann ab 1925 den Neuaufschwung in Generation "ankurbelte".
Das gleiche geschah jetzt wieder! Während sie die Verkündiger dem letzten Weltendetermin von 1975 zukeuchen ließ, saßen sie in Brooklyn über Plänen, nach 1975 auf ganz neue Art, wieder eine weitere Generation zu "vereinnahmen". Nach und nach können wir nun auch hinter diese Kulissen schauen. So erhalten wir aus verschiedenen ZJ-Versammlungen in der BRD Informationen, wonach die WTG seit Januar 1979 von allen Verkündigern Kredite erwartet bzw. verlangt, um den au des BRD-Bethels als Europa-Zentrale (neben einer Amerika-Zentrale und einer Asien-Zentrale) zu finanzieren.
Diese Kredite haben eine Laufzeit von 10 Jahren, und die WTG bietet dazu 3 Prozent Zinsen. Wir hatten dies schon berichtet. Es bestätigt sich auch, daß der Neubau in Niederselters/BRD errichtet werden soll. Die Verkündiger der Umgebung sind zu freiwilligen Arbeiten aufgerufen worden. Nie haben sie in Brooklyn selbst an eines der Weltenden geglaubt, dem sie die Verkündiger entgegenkeuchen ließen! Als in einer Besprechung im Bethel Wiesbaden vom 7. bis 11. November diese Pläne diskutiert wurden, wurde dem anwesenden Brooklyner Bethelbruder Lloyd Barry die Frage gestellt: "Bedeutet dieses Vorausplanen, daß die Gesellschaft nicht damit rechnet, daß in den nächsten 3 bis 4 Jahren das Ende kommt?" L. Barry antwortete, "das ist keineswegs damit gesagt". Das heißt, er sagte nicht, daß es nicht kommen würde. Ja, so hat die WTG sich immer die Hintertür offengehalten. Um biblisch zu wirken, führte L. Barry dann das Beispiel von David an, der auch nur einen Kieselstein brauchte, um Goliath zu töten, aber trotzdem 5 Steine sammelte. Ob der Vergleich zu Recht oder zu Unrecht erfolgt, wagte keiner zu fragen. Wie mit einer Brechstange im Steinbruch, so holt sich die WTG aus der Bibel heraus, was ihr ins Konzept paßt. Und man schluckt es. Sind sie im Bethel tatsächlich so unfähig? Ist dort keiner in der Lage, sich über die bisherigen falschen Weltenden und die WTG-Methoden dazu zu vergewissern, um zu begreifen, was hier für ein Spiel getrieben wird? Es sei wiederholt: Nie haben sie selbst in Brooklyn an die Weltenden geglaubt, denen sie die Verkündiger entgegenkeuchen ließen!
Was sie wirklich für Ziele mit ihrer
Weltendeverkündigung verfolgen, Generation um Generation, verrät auch der Plan, nunmehr
Weltzentren in Amerika, Europa und Asien für die Zukunft zu schaffen. Das entspricht
nämlich einer ganz bestimmten anderen Strategie, auf die wir im Zusammenhang mit der
neuen Zeitperiode, in die die WTG alles hinüberschaffen will, ausführlich eingehen
werden. Die Zeit ist herbeigekommen. Aber für die WTG
inf
UNSERE VORSCHAU
Liebe Leser
Liebe Brüder und Schwestern
"Erwirb dir Weisheit, und um den Preis deines ganzen Vermögens
verschaffe dir Einsicht", ermahnen uns die Sprüche in Spr. 4:7. Ja, Einsicht. Darauf
kommt es jetzt an wie nie zuvor.
Es liegen einige neue Gesichtspunkte vor zu der Frage, wohin entwickelt
sich die WTG nunmehr nach ihrem letzten falschen Weltende von 1975? Nichts ist wichtiger,
als den Weg zu kennen, den man andere erwachsene Menschen führen soll! In der nächsten
CV-Ausgabe untersuchen wir eingehender den Plan, den die WTG mit der Neuerrichtung ihrer
zukünftigen Weltzentren in Amerika/USA, Europa/BRD und Asien/Japan verfolgt, während sie
der 1914-Generation ihr "Vergehen" beibringt. Macht schon jetzt einander auf
diese Untersuchung aufmerksam. Informiert sein ist die wichtigste Voraussetzung !
Wir berichten auch weiter über unser
"Notstandsgebiet Mecklenburg" und darüber, wie es in Bad Doberan weiterging.
Von nun an ist und wird die WTG beim Wort genommen! Es gibt für sie kein Ausweichen mehr.
Jeder ist nur gut beraten, wenn er sich hierüber unbedingt auf dem Laufenden hält,
eingedenk der biblischen Forderungen, ohne Ansehen der Person allein zu fragen, stimmt
das? Ist das tatsächlich so?
Herzliche Grüße in christlicher Verbundenheit von allen Mitarbeitern,
Mitarbeiterinnen und Mitverbundenen
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