CV 118
CV Christliche Verantwortung
DIE MISSION VON CV
ist Wegbereitung und Auferbauung im Glauben in christlicher und sozialer
Mitverantwortung und tätiger Nächstenliebe hier und heute. Dies erfolgt in besonderem
Hinblick auf die der Wachtturm-Gesellschaft (WTG), USA, geleiteten Gemeinschaft der Zeugen
Jehovas und ihrer haltlosen Weltendeverkündigung. Diese Mission geht aus von Tradition
und Bedeutung der internationalen Bibelforscherbewegung und dient der Hinführung in die
Nachfolge Jesu, der Bildung und Tätigkeit freier christlicher Gemeinden sowie
christlicher und mitmenschlicher Verständigung und aktueller Information. Wir rufen zur
Mitarbeit.
CV Nr. 118 Gera Mai 1979
CV NICHT LESEN? DAS GEHT DOCH AUFRICHTIG GAR NICHT!
Schau doch nur auf den heutigen Inhalt!
Liebe Leser
Liebe Brüder und Schwestern
Unsere "Christliche Verantwortung" hat den Durchbruch längst
erzielt. Für gar manchen ist sie zu einem ständigen und auch sehr notwendigen Begleiter
geworden. Oft heimlich gesammelt. Ist es doch mehr als bloße Tagesinformation. Nicht nur
über Monate hinaus von Gültigkeit, sondern als zeitgeschichtliches Werk von bleibender
Bedeutung und bereits international beachtet. "Die Studiengruppe beobachtet genau
alle Vorgänge und Äußerungen der WTG, dokumentiert sie und versucht, ihre Bedeutung zu
erfassen. Diese kritische und dokumentarische Funktion übt sonst keine Stelle im
deutschen Sprachraum aus" (EZW 1973, Stuttgart/BRD). Die Weisung, CV ungelesen zu
verbrennen, sollte nicht ernst genommen werden. Es ist bei bestimmten Brüdern nur ein
Schutzverhalten, um CV unbemerkt selbst lesen zu können. Wir sollten dafür
stillschweigend Verständnis haben. Keiner, der CV aufrichtig durchgelesen aus der Hand
legt, bleibt davon unberührt. Ist es nicht so? So etwas wie CV hat es noch nicht gegeben,
nicht wahr?
Seid auch furchtlos. Die WTG hat keine überzeugenden
Beweise gegen CV. Sie hat ihre falschen Positionen immer nur mit persönlicher
Diffamierung und Verleumdung ihrer Kritiker verteidigt, um sie so durch Rufmord oder
moralisch außer Gefecht zu setzen. Lest nur den Denkanstoß aus Jarmen in dieser Ausgabe.
Doch die Liebe zur Wahrheit, auch über die WTG, kennt keine Furcht, wie wir in 1. Joh.
14:18 und 2, Tim. 1 :7 lesen. Wer aus der WT-Bevormundung freigeworden ist, atmet auf wie
nie zuvor. Erst dann erfährt man die herrliche Freiheit eines Christenmenschen, für
sich, für seine Kinder und Familie und für die Mitmenschen und lernt, diese Freiheit
anzuwenden. - Es gilt auch für das WT-Werk, wenn uns geboten ist.
Vergewissert euch über alle Dinge haltet fest an dem, was recht ist 1.
Thess. 5:21 NW
Eure Mitbrüder
CV-Redaktion
----------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Wir lesen in dieser Ausgabe
Eine erste Übersicht
Aufgedeckt!
Die Pläne der WTG die 80er und 90er Jahre bis hinein ins Jahr 2000
Zur "Überrest"-Diskussion
Die Zahl der 144 000 buchstäblich - vom WT selbst widerlegt
Eine brennende Frage!
WT-Ältester Josef Barth, Saarbrücken, bestätigt
Auf dem Wachtturm sitzen offene Feinde des Humanismus
Schau den Tatsachen ins Auge (Kongresse 1978)
Bad Doberan im Juni 1978
Unser Bruder bestätigt die WT-Unwahrheit über politische Neutralität
der Verkündigung Dieser Bericht soll helfen
Unser Erlebnisbericht
Kreisdiener Heinrich Ditschi - ein aufrechter Verteidiger christlichen
Glaubens (8)
Ein Mensch, den man nicht vergißt
Weiterer Denkanstoß aus Jarmen in Mecklenburg
Das Radio gehört Jehova?
"Blitze aus dem Tempel"
Wohin sollen wir gehen? 2/1979
Lebendiges Christentum freier Christen
Wehrdienstverweigerung - was sagt die Bibel dazu?
Mecklenburg, das Notstandsgebiet der Organisation
Wie ein Bezirksaufseher gezwungen wurde, sich dem "Staub der
Steine" der WTG zuzuwenden
In der nächsten Ausgabe
-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Eine erste Übersicht
AUFGEDECKT!
Die Pläne der WTG für die 80er und 90er Jahre bis hinein ins Jahr 2000
An die Verantwortlichen
Wir veröffentlichen hier eine erste Übersicht. Sie umreißt den Kurs,
den Jehovas Zeugen nach dem falschen WT-Weltende von 1975 nunmehr von der WTG weiter
geführt werden sollen. Die Darlegungen stützen sich auf Tatsachen und Sachverhalte, wie
sie bisher hierzu bekanntgeworden sind. Sie zeigen an, worin der gegenwärtige und
zukünftige WTG-Mißbrauch des christlichen Glaubens aufrichtiger Menschen im wesentlichen
weiter besteht und welchem hintergründigen politischen Zweck das dienen soll. Die
Veröffentlichung erfolgt, um vor allem die mißbrauchten Verantwortlichen so früh wie
möglich aufmerksam zu machen und zu warnen. Sie erfolgt auch, um erste Hinweise zu geben,
wo man sich kritisch mit der WTG befaßt, von ihr angesprochen oder herausgefordert ist
oder sich sonst Klarheit über ihren weiteren Kurs verschaffen möchte. Möge sie auch die
Verkündiger insbesondere dazu befähigen, ihre Anfragen zu stellen. Die Darlegungen
erheben noch keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es muß alles weiter beobachtet werden.
In dieser Hinsicht ist alles auch Themen- und Aufgabenstellung. Früher oder später
mögen weitere Gesichtspunkte hinzukommen. Es kann jedoch nicht früh genug aufmerksam
gemacht werden.
Zur religiösen Lehrentwicklung
Wir erkennen eine erneute Verdrängung der "endzeitlichen"
Naherwartungen wieder an den Horizont. Die Ankurbelung mit 1975 hat ihren Zweck erfüllt.
"Brüder, möchten wir uns daran erfreuen, daß Jehova seine Organisation heute so
wie eine polierte Kurbelwelle macht", sagte L. K. Greenless kürzlich in Wiesbaden.
"Diese Generation" wird so gedreht, um vor allem den 1914-Termin zu
entschärfen. Aus "die Generation, die 1914 erlebt hat", wird "die
Generation, die sich an 1914 erinnern kann". Entscheidende Lehränderungen sind
inzwischen angekündigt. Aus der neuen Präambel oder Zweckerklärung des
"Wachtturm" wurden die bisherigen Versprechungen wie "eindeutige
Beweise" für "kurz vor dem Ende", "von Gott vernichtet" und
"bevorstehende neue Ordnung" entfernt. Damit werden Neulinge schon ganz anders
für die Zukunft ausgerichtet.
In den Vordergrund rückt, was die Organisation festigt und aktiviert und alle möglichst bis über beide Ohren in den Dienst steckt. Auch solche Lehren, die das Werk möglichst als große, nützliche religiös-moralische Institution, als familien- und menschenrechtsfreundlich erscheinen lassen.
Es drängt sich die Schlußfolgerung auf, daß sich die WTG langfristig bzw. für immer als "endzeitliche" Religionsgemeinschaft etablieren will, wobei "endzeitlich" die ständige "Kurbelwelle" (L. K. Greenless, Brooklyn), der ständige Antrieb sein soll, als ob alles ständig zu erwarten sei, ohne daß sich die WTG jedoch wirklich festlegen muß. Offensichtlich wird die WTG als eine ständige derartige Institution für sehr nützlich erachtet.
Organisatorische Beobachtungen
Die Organisation wird auf eine weitere lange Zeitperiode unter Einsatz
modernster und kostspieligster Mittel umgestellt. Dazu wurden mit dem größten
kapitalistischen Komputer-Konzern einzig dastehende Geschäftsabkommen getroffen, mit
IBM-International, USA. IBM sei "sehr daran interessiert, mit Jehovas Zeugen
zusammenzuarbeiten" (LL. Barry, Brooklyn, November 1977 in Wiesbaden). IBM stellt die
größte Komputeranlage zur Verfügung, die es hierfür je gegeben hat, um einen
gleichzeitigen Ausstoß der WTG-Zeitschriften in allen benötigten Sprachen zu
gewährleisten. Das soll etwa 1980/81 beginnen. IBM-Leute steuern selbst diese Anlage,
wobei einige Brüder mithelfen dürfen. Dies sei das größte IBM-Versuchsunternehmen im
Weltmaßstab, weil niemand anders einen derartigen Bedarf in über 100 Sprachen zugleich
habe (LL. Barry).
Sodann werden im Weltmaßstab unter Regie von Brooklyn vier neue Zentren gebildet. Für Europa übernimmt das der deutsche Zweig in der BRD. Dabei sollen in Zukunft gewisse regionale Bedingungen oder "nationale Besonderheiten" berücksichtigt werden, fortan "ohne Einmischung in innere Angelegenheiten", keine Trennung des Werkes, aber gewisse "Anpassungen".
Inzwischen wurde mitgeteilt, daß das neue Europa-Zentrum in Niederselters bei Limburg/Lahn, etwas nördlich von Wiesbaden in der BRD entstehen soll. Die WTG habe dort 30 ha mit drei großen Wohnkomplexen gekauft für 15 Millionen Mark. Den dort noch wohnenden Familien seien 250 Mark für jeden Monat geboten worden, den sie früher ausziehen. Die Verkündiger der Umgegend seien zu freiwilligen Arbeiten aufgerufen worden. Über die "Sekretäre" in den Versammlungen fordere die WTG auf, ihre Kredite zu 3 Prozent Zinsen für eine Laufzeit von 10 Jahren zugeben, um die Unkosten zu decken. Das Zweigbüro in Wiesbaden soll verkauft werden. Nach anderen Mitteilungen soll dort nur noch das "Ostbüro" bleiben.
Die WTG-Zeitschriften wurden nach modernen psychologischen Werbemethoden optisch umgestaltet, um ansprechender zu wirken. Eine bessere Berücksichtigung realer geistiger, familiärer, moralischer und sozialer Interessenlagen wurde vorgenommen, um die emotionale Wirksamkeit zu erhöhen. Innenorganisatorisch wurde durch WTG-abhängige "Sekretäre" und Zurücknahme der zerrütteten Ältesten-Rotation eine neue Form geschaffen, um das ganze Werk sicherer als bisher weiter diktatorisch leiten zu können, als "theokratisch" bezeichnet. Damit einher geht eine drastische Verurteilung jeglicher demokratischen Methode und Verhaltensweise, was auf den Kongressen 1978 besonders laut wurde.
Mit den Kongressen 1978 ist als ein überrumpelndes Hauptthema "Der Glaube an die siegreiche (!) Organisation" geführt worden. Die diktatorischen Forderungen nach Unterordnung gehen so weit, sich schon "mit dem Staub der Steine" der Organisation zufrieden zu geben! Eine Demütigung und Entwürdigung vor allem der einfachen Verkündiger bis zum bekannten "Staublecken". Christliche Brüderlichkeit? Hier wird die gesamte hundertjährige WTG-Erfahrung zur Anwendung gebracht, für jeden geplanten Zweck Willige und Arglose unter Ausnutzung ihres Glaubens zur Verfügung zu haben, was immer ihnen auch gepredigt und abverlangt wird, wenn es nur "im Namen Jehovas" geschieht, Diese "Radikalisierung" der Unterordnung steht in ursächlichem Zusammenhang mit dem jetzigen radikal neuen Kurs nach der jüngsten falschen Endzeitprophetie von 1975.
Auch eine "neue Ostpolitik"
Für den gesamten englischen Sprachraum des internationalen Werkes wurde
in der WT-Präambel der Begriff "politisch neutral" entfernt. Für den deutschen
Sprachraum, der zugleich auch die WTG-"Ostfront" gegen den Kommunismus, gegen
die sozialistischen Länder darstellt, wurde diese heuchlerische Begriff beibehalten.
Zwar bleibt der grundsätzliche WTG-Kampf gegen jede "Weltverbesserung", d. h. gegen jede staatsbürgerliche sozialpolitische Mitverantwortung als Christ, gegen Beteiligung an Demokratie, an sozialem Fortschritt und gegen "revolutionäre Umtriebe" unverändert, wie die Kongresse 1978 erneut bewiesen. Doch nicht zu eilig, aber zielbewußt wird die bisherige offene antikommunistische Hetze formell und verbal abgesetzt, während moralische, familien- und menschenrechtsfreundliche Aspekte mehr hervorgekehrt werden. Auffällig wurden auf den Kongressen 1978 für den deutschen Sprachraum in Europa ausschließlich "neuzeitliche Glaubenszeugen" aus der Nazizeit vorgeführt, um den früheren Antifaschismus wieder ins Blickfeld zu bringen.
Seit 1977/78 versucht die WTG nun, in der Hoffnung auf ihre neuen "politischen Töne" in den sozialistischen Ländern auf eine neue "legale" Weise zum Zuge zu kommen. Die entsprechenden Aktivitäten des neuen WTG-Präsidenten Franz, des neuen WTG-Vizepräsidenten Henschel und verschiedener hinzugezogener "nationaler" Berater machen das eindeutig. Ihr bankrotter Antikommunismus in rüdestem Schmähjargon des "kalten Krieges" wie "rote Marionetten", "wilde Tiere hinter dem eisernen Vorhang", "kommunistenverseucht", "rote Faschisten" und ähnliches mehr scheint plötzlich wie fortgeblasen. Fast die Menschenfreundlichkeit selbst! Dabei gehen sie so vor, als ob ihr bankrotter Antikommunismus nichts als eine böswillige Erfindung und Unterstellung seitens der Kommunisten war, ihnen nichts als großes Unrecht zugefügt worden sei, die Kommunisten sich schleunigst zu revidieren und sie zu rehabilitieren hätten! Ohne Zweifel steht es hiermit in Zusammenhang, wenn an der WTG-"Ostfront" die Kalte-Kriegs-Lüge politischer Neutralität weiter gepredigt wird.
Eine erste Bewertung des neuen religiösen,
organisatorischen und politischen Kurses der WTG unter WTG-Präsident F. W. Franz
Die neue Großoffensive der WTG kann mit Beginn der 80er Jahre erwartet
werden. Zur Zeit ist die Hauptaufgabe die Festigung der Organisation, die Sicherung einer
Kerngruppe, die die neue Ausgangsposition bezieht. Nach außen ein derartig radikaler
Abbruch aller Brücken hinter sich, "daß man den Rückweg überhaupt nicht mehr
finden kann" (K. Franke, Mitgl. Des Zweigkomitees Wiesbaden, Kongr. 1978), verbunden
mit weiterer Verteufelung aller anderen. Nach innen ein Höchstmaß an "inbrünstigem
Zusammenhalt" herbeiführen. Die ständigen weiteren Endzeitversprechen, ob als
Naherwartung für die Alten oder an den Horizont geschoben für die Neuen, die für die
erneute Weiterverschiebung gebraucht werden, sind nicht ernst zu nehmen. Schon ein
einziges Weltendeversprechen im Namen Gottes, das nicht eintrifft, ist nach 5. Mose
18:20-22 zu viel. Sie haben schon ein halbes Dutzend auf dem Gewissen. Jeder falsche
Prophet muß auch für den Augenblick oder praktischen Bedarf etwas Nützliches bieten.
Wie sollte ihm sonst jemand folgen?
Die jetzigen neuen Bau- und Ausdehnungspläne - es war zur Zeit des falschen Weltende von 1925 z. B. das gleiche, damals in Magdeburg - zeigen, daß sie in Brooklyn selbst nie an die von ihnen verkündigten Weltenden geglaubt haben. Es bestätigt sich immer wieder, daß das Auf und Ab mit den endzeitlichen Erwartungen die ständige "Kurbel" ist, um das Werk in Schwung zu halten, ein Riesenbetrug an denen, die aufrichtig daran glauben und es immer wieder anderen predigen. Die Aufnahme von Krediten mit einer Laufzeit von 10 Jahren jetzt am Ende des Jahrzehnts der 70er Jahre, wo alles ganz bestimmt zu Ende sein sollte, ist der i-Punkt auf diesem Endzeitschwindel. Zugleich aber bedeutet er noch etwas ganz anders. Die WTG macht hiermit auch einen Test um zu prüfen, mit wem sie noch weiter rechnen kann. Denn wer die 15 Millionen mitfinanziert, ist weiter "ihr Mann". Das leuchtet auch durchaus ein. In Wirklichkeit sie die "Kreditschärflein" der Verkündiger nicht. Sie will sich ihrer lediglich vergewissern, sie binden und verpflichten. Vielleicht werden sie dafür wieder als "Gideons Schar"-Erfüllung hingestellt.
Mit der Tatsache, daß sich IBM, die größte kapitalistische Komputer-Firma der WTG annimmt, und ihr Programm verwirklicht, kommen wir zu den politischen Hintergründen. Wenn hier manches auch nur erst in Ansätzen zu sehen ist, wollen wir schon darauf aufmerksam machen.
In einer Sendung des Berliner Rundfunks, Pulsschlag der Zeit. vom 28. 2. 79 (Dr. Siegbert Gedlich) wurde festgestellt, daß die USA "Großkomputer für politische Gegenleistungen verkauft". So zeichnet es sich auch bezüglich IBM-Komputer für die WTG ab. IBM-International steht eindeutig im Dienste der amerikanischen Durchdringung Westeuropas. So wurde schon zu Beginn der 70er Jahre u. a. der IBM-Aufsichtsratsvorsitzende Arthur M. Watson als neuer USA-Botschafter in Paris eingesetzt, um entsprechende amerikanische Interessen zu forcieren (Martin Kauders, ND 23. 4. 70). Die "neue Ostpolitik" der WTG beginnt auffällig ungefähr mit der Amtszeit des neuen USA-Präsidenten Carter und seines Sicherheitsberaters Brzezinski, und wie der Punkt auf's i wird WTG-Präsident F. W. Franz sogleich kurz nach dem ersten und einzigen Osteuropa-Besuch des USA-Präsidenten Carter in gleicher Richtung aktiv. Wie der Sonderbotschafter der UdSSR Sorin als Vertreter in der UNO-Kommission für Menschenrechte jüngst darlegte, ist es die neue Außenpolitik der USA nach Brzezinski, daß der "bankrotte Antikommunismus und Antisowjetismus als Grundlage der Außenpolitik nicht mehr dienen kann und durch die Kampagne um die Menschenrechte zu ersetzen ist" (Neue Zeit, Moskau 16-78). Postwendend läßt die WTG ihren bankrotten Antikommunismus fallen! Postwendend schaltet sie um auf ein familien- und menschenrechtsfreundliches Vorgehen! Seit WTG-Präsident C. T. Russell ist die WTG über die verschiedensten Bindeglieder wie Generäle, Senatoren, Kongreßabgeordnete, Großgeschäft, Diplomaten, US-Offiziere und Vertreter in Washington an höchster Stelle für ganz spezielle Interessen angebunden. Prahlte WTG-Zweigdiener E. Frost 1946 mit seiner Vollmacht vom US-Außenministerium in Washington, so hat sich IBM der WTG nun unmittelbar angenommen.
Die von der WTG verlangte Politik war und ist in ihrem Wesen immer die gleiche, von Anfang an: Mit laufenden Weltende- und Gottesreichsversprechungen, die ihr überlassen bleiben, beizutragen, daß in den "unteren sozialen Schichten", unter dem unvermeidlichen "Strandgut" des kapitalistischen Systems, sowie generell im Bereich des entwurzelten, entrechteten, erniedrigten und verzweifelten "kleinen Mannes", im Bereich der "Ausgeflippten", der Ausgebeuteten und Elenden jedes sozial-politische Aufbegehren oder gar Liebäugeln mit "revolutionären Umtrieben" (WTG Kongresse 1978) aus den Herzen und Hirnen vertrieben und unterbunden wird und bleibt.
In der Umsetzung dieser Politik untergrund auch gegen die sozialistischen Länder ist nun offensichtlich eine Zeit des Umschaltens gekommen. Die WTG hat offenbar die Auflage, ihren bankrotten Antikommunismus ebenfalls abzusetzen und sich auf "Menschenrechtspolitik" als "nützlichen Anstoß zum Widerstand gegen die Herausforderung des Kommunismus" (Henry A. Kissinger, ehem. US-Außenminister, 1978) umzustellen. Mehr noch. Sie hat offensichtlich die Auflage, sich durch entsprechende Veränderung ihrer Verkündigung eine legale religiöse Bewegung in den christlichen Kreisen der sozialistischen Länder aufzubauen, "den politischen Dolch weiter im Gewande", denn widerrufen hat sie keine einzige ihrer antikommunistischen politischen Kampfpositionen. Glaubt man in Brooklyn als schärfste antikommunistische Gruppe unter den Religionsgemeinschaften wirklich, die "obrigkeitlichen Personen" bzw. Regierungen der sozialistischen Länder auf diese Weise übertölpeln zu können? Der ähnliche heuchlerische Versuch mit Bezug auf die Sowjetregierung 1957 rückt da auf die Tagesordnung.
Lasse sich niemand länger von der WTG in seinem
christlichen Glauben für dem Evangelium in Wahrheit fremde Zwecke mißbrauchen. Hierauf
ruht kein Segen. Vergewissert euch mit uns vielmehr weiter gründlich über alles, was die
WTG betrifft, um rechtzeitig zu erkennen, wohin nun die Reise wieder gehen soll. Der
Scheideweg ist erreicht. -
K. O.
Zur "Überrest"-Diskussion
DIE ZAHL DER 144000 BUCHSTÄBLICH - VOM WT SELBST WIDERLEGT
Eine brennende Frage!
In Kürze alle Zeugen Jehovas gänzlich von der Gemeinschaft mit Christus
abgeschnitten
Den Wachtturm-Zeugen stehen grundlegende Änderungen bevor. Wer sich die
Mühe macht, erkennt unschwer, wie das Werk erneut in eine neue, lange Zeitperiode
weiterverschoben wird. Das Erwähnen einer "Nähe" des "Endes" ist nur
Hinhalten und Wundpflaster für die Alten, die wieder nichts erleben und wieder
"vergehen" müssen. Bezeichnenderweise operiert die WTG seit geraumer Zeit schon
mit der Formulierung, "die sich an 1914 erinnern können", anstatt, die es
erlebt haben! (Siehe "Wahrer Friede und Sicherheit", S. 88, Abs. 28, dt. 1973).
Damit ist eigentlich alles klar.
Damit sind aber auch in Kürze alle noch lebenden "Überrestglieder" dahingestorben, mit denen die WTG die Verbindung aller Zeugen Jehovas "mit dem Christus" demonstriert und ihnen vertuscht, daß sie eigentlich gar keine Nachfolger Christi sind und sein können, wo sie die Salbung mit dem Geiste Gottes ablehnen. Wenn nun diese letzten "Überrest"-Glieder auch "vergangen" sind, was dann? Dann wird endgültig offenbar werden, wie die WTG das Christentum und den Glauben an Gott und Christus mißbraucht und verdreht hat. Dem wird sie allerdings vorbeugen. Denn das wäre die geistige Katastrophe für ihr Werk. Somit muß und wird die WTG eine grundlegende Änderung des Selbstverständnisses aller ihrer Zeugen herbeiführen, was jedoch nur vorsichtig unterschoben werden wird. Andernfalls wird offenbar, daß alle Zeugen Jehovas gänzlich von der Gemeinschaft mit Christus abgeschnitten sind. Ohne Zweifel haben sie dieses Problem in Brooklyn längst erkannt. Wir können uns förmlich vorstellen, wie sie dort über der Bibel hocken, um die Auslegungen zu konstruieren, die sie nun wieder vor der Selbstentlarvung retten können. Wo sind überhaupt noch "Überrest"-Glieder und wie alt sind sie? Und vor allem, was haben sie noch zu sagen? Waren sie nicht überhaupt zumeist zum einfachen Verkündiger degradiert? Liegt das Werk nicht Hand "anderer Schafe", die überhaupt nicht den neutestamentlichen Maßstäben für Christen entsprechen? Nur soviel: Kein WT-"anderes Schaf" kann eigentlich ein neutestamentlicher Ältester sein! Man überprüfe dies einmal! Das wird erstaunlich werden!
Der WT-144 000 - Widerspruch
Bekanntlich hat nach dem WT Gott seit dem Jahre 1935 etwa offenbart, daß
die "Salbung mit dem Geiste Gottes" nur bis zu diesem Jahre ging, und seither
die "anderen Schafe" hervortreten, die damit nichts mehr persönlich zu tun
haben. Bis zum Jahre 1935 etwa ist somit die Klasse der 144 000 "vollzählig",
bis auf wenige "Ergänzungen", die gelegentlich von der WTG zugelassen oder
eingeräumt wurden. Nach dem Jahr-Buch 1979 gibt es im Weltmaßstab von diesen 144 000
seit dem ersten Jahrhundert im Jahre 1978 nur noch 9 762 Personen. Es gibt die
Überlegung, daß die WTG "anderen Schafe" ab 1935 eigentlich nur erfunden hat,
weil die Gesamtzahl der Organisation über die Zahl von 144 000 hinausgeplant war und
hinauswuchs.
Nehmen wir nun eine erstaunliche Sache zur Kenntnis, die uns zeigt, wie die WTG auch in der 144000-Frage in grotesken Widersprüchen sich förmlich selbst auf die Füße tritt, was zeigt, daß sie nicht von einem klaren Geist Gottes, sondern von einem Geist der Widersprüche geleitet wird.
Im Wachtturm vom 15. Oktober 1952 werden u. a. die zehn hauptsächlichen Christenverfolgungswellen der Zeit des Urchristentums dargestellt. Hierbei werden auch die Zahlen der christlichen Märtyrer dieser Verfolgungen genannt, soweit die bekannt wurden. Wir erhalten dadurch eine zahlenmäßige Vorstellung, wieviel christliche Märtyrer es schon damals gegeben hat.
Unter der Überschrift "Die zehn
Verfolgungen" macht der WT folgende Angaben:
1. unter Nero: zusammengetrieben und "summarisch verurteilt",
2. unter Domitian (95 n. Chr.): 40000 den Märtyrertod,
3. unter Trajan: aufhängen, ertränken, verbrennen,
4. unter Mark Aurel: grausamste Behandlung
5. unter Severus: stoßweise in verschiedenen Teilen des Reiches,
6. unter Maximinus (235 n. Chr.): zahllose christliche Opfer, Leichen oft
zu Haufen geworfen,
7. unter Decius (249 n. Chr.): durch das Reich hin schlimmste Marterungen,
weder Alter noch Geschlecht verschont,
8. unter Valerian (257 n. Chr.): ungezählte weitere Märtyrer,
9. unter Aurelian (247 n. Chr.): flammte kurz auf,
10. unter Diokletian (303 n. Chr.): 17 000 in einem Monat umgekommen, in
der Provinz Ägypten 144 000 gewaltsam in den Tod, in Verbannung und Zwangsarbeit 700 000
umgekommen.
(Der Wachtturm, 15, Oktober 1952. S. 317, 318, Wiesbaden) Das sind
zusammengerechnet in der urchristlichen Zeit allein 901 000 christliche Märtyrer! Also
Christen, die in der Nachfolge Jesu bis in den Tod gegangen sind! Da gab es überhaupt
noch keine "anderen Schafe" im WT-Sinne, die erst 1935 n. Chr. erfunden wurden.
Sind 901 000 nicht mehr als 144 000 - ? Also kann schon von daher gesehen die Zahl der 144
000 unmöglich buchstäblich gemeint sein! Das zu verkündigen, ist also eine
ungeheuerliche Bibelverdrehung. Wo sollte man denn da die 901 000 Nachfolger Christi bis
in den Tod der urchristlichen Zeit einordnen? Vielleicht waren 800000 dieser christlichen
Märtyrer überhaupt keine Christen? Der WT anerkennt sie aber als christliche Märtyrer!
Damit widerlegt er die eigene Lehre, die 144 000 buchstäblich zu nehmen.
Wenn nun die letzten "Überrest"-Glieder im WT-Sinne in Kürze dahingestorben sind, ja, was dann? Es kann doch wohl nicht angehen, daß sich die wenigen Hauptamtlichen Hauptbüro und Zweigbüros ständig weiterhin als Rest des "Überrestes" erklären und die Masse der Millionen Verkündiger als Christen zweiter Klasse betrachten! Nun, wir werden es sehen! - 0.0.
WT-Ältester Josef Barth, Saarbrücken, bestätigt auf
dem Kongreß in München 1978:
AUF DEM WACHTTURM SITZEN OFFENE FEINDE DES HUMANISMUS
Schau den Tatsachen ins Auge
Josef Barth, Saarbrücken
"Seid bereit", hieß das Thema auf dem Kongreß 1978 in
München, das der WT-Älteste Josef Barth aus der ZJ-Versammlung Saarbrücken im Auftrag
der WTG vortrug. Im Zusammenhang mit der gepredigten Vernichtung aller anderen Menschen,
"Tag Jehovas" genannt, verkündigte er folgendes Verdammungsurteil über alle
anderen Menschen: "Der gesamten Menschheit steht ein Ereignis von höchster
Wichtigkeit bevor. Der Tag Jehovas. Eigentlich müßten alle Menschen dazu bereit sein.
Mit dem Beginn des Zeitalters des Humanismus aber haben sie Gott beiseite und den Menschen
in den Mittelpunkt gesetzt."
Viele Millionen Menschen können heute noch nicht einmal lesen und schreiben. Milliarden in Asien und Afrika z. B. hat die WT zudem überhaupt noch nie erreicht, was sie selbst zugibt. Was ist das also für ein oberflächliches Geschwätz in großspuriger Wichtigtuerei, eigentlich müßten alle Menschen dazu bereit sein? Doch wie wurde dazu geklatscht! Noch schlimmer sind die Worte auf der Bühne dieses internationalen Kongresses, "mit Beginn des Zeitalters des Humanismus", also der Menschlichkeit, "wurde Gott beiseite und der Mensch in den Mittelpunkt gesetzt". Mit dieser Verdammung des Humanismus oder der Menschlichkeit wird nicht nur ein ungeheuerlicher Dilettantismus offenbar. Denn Gott ist bei Milliarden von Menschen keineswegs beiseite gesetzt, nur weil sie die WT-Vorstellung von Gott nicht teilen. Auch steht der Mensch sehr wohl selbst für Gott im Mittelpunkt, indem das Teuerste für ihn dahingegeben wurde, der Sohn Gottes selbst. Wir sehen, es ist alles ganz anders, als das lauthals und wichtigtuerisch international proklamiert wurde. Für die Arglosen, die das alles auf den Kongressen begeistert geschluckt und beklatscht haben, ist es ein ganz trauriges Kapitel. Denn mit Sicherheit wird es für alle Aufrichtigen unter ihnen früher oder später ein erschütterndes Erwachen aus ihrer Arglosigkeit geben.
Auch schließen Christentum und Humanismus keineswegs einander aus. Sie sind keine Gegensätze. Jeder sachliche Vergleich beweist das. Das Christentum ist vielmehr zugleich Ausdruck wärmster Menschlichkeit. Man sehe nur das Gleichnis Jesu vom barmherzigen Samariter in Lukas 10, wo er lehrt, auch sozial Hilfe zu leisten, selbst ohne nach dem Glauben zu fragen. Was für abstrakte und trügerische Dogmen sind dagegen die WTG-Proklamationen gegen Humanismus, gegen Menschlichkeit!
Das Schlimmste ist jedoch noch etwas ganz anderes!
Die Verdammung des Humanismus, der Menschlichkeit, ist in der Tat eine
Grundvoraussetzung dafür, den "Tag Jehovas" gemäß WT-Auslegung, also die
Vernichtung aller anderen Menschen, in seinem eigenen Gewissen zu akzeptieren und für
gerecht und richtig zu halten, konkret: daß ein anderer christlicher oder jüdischer
Nachbar z.B. auf Grund seines anderen Glaubens gerechterweise "in Kürze"
grausam vernichtet wird. Die heute Zeugen Jehovas sind, dachten zuvor keineswegs in
solchen unmenschlichen Kategorien über Menschen anderen Glaubens und anderer Auffassung.
Sie sind allein durch die WTG dahin gekommen. Ihr Gewissen ist durch diese ständige
Indoktrinierung schon so weit, daß sie diese Unmenschlichkeit gar nicht mehr empfinden.
Sonst müßten sie sich förmlich innerlich dagegen aufbäumen! Nicht einmal, daß auch
unschuldige Kinder bis zum Säugling mitvernichtet werden sollen, rührt sie. Was immer
die WTG im Namen Gottes verkündet, machen sie zu ihrem Gewissen. Protestiert, wo es nicht
so ist!
Es kommt noch schlimmer, noch furchtbarer! Hitler hat ca. 6 Millionen Menschen aus ganz Europa, vom Säugling bis Greis, vernichten lassen, nur weil sie Juden bzw. Jüdischen Glaubens waren. Am "Tage Jehovas" soll Gott u. a. diesen Völkermord an den Juden vollenden und an allen anderen Menschen dazu? Hat Gott das nötig? Die WTG hat Gott zu einem Großinquisitor gemacht und sein Vorhaben zu einem riesigen Scheiterhaufen für alle, die lediglich einen anderen Glauben haben! Auch im KZ Auschwitz rauchten Scheiterhaufen, weil die Krematorien die Judenverbrennungen nicht schafften! Fahrt doch einmal hin nach Auschwitz!
Hätte es ein allmächtiger Gott nötig, sich vor einem Verbrecher, Satan, damit zu rechtfertigen, oder vor irgendjemand anders, indem er ein noch größeres Massenmorden veranstaltet, als es Satan jemals fertiggebracht hat? Es ist die WTG, die soetwas in Mißbrauch der Bibel konstruiert und als Gottes Vorhaben ausgibt und Gott zuschreibt. So hat sich denn auch jeder derartige Vernichtungstermin schon über 100 Jahre lang als falsche WT-Prophetie erwiesen, zuletzt 1975.
Möge auch Josef Barth diesen CV-Artikel lesen
Ursprünglich hatte sich die WTG angemaßt, den "Plan Gottes"
entdeckt zu haben. Geplatzte Falschdeutungen zwangen sie dann dazu, ein wenig
zurückzustecken, man reduzierte auf "das Vorhaben Gottes". Sie sollten
gänzlich aufhören, Gott ihre eigenen stets wieder haltlosen Endzeitkonstruktionen zu
unterstellen. Jehovas Zeugen aber mögen erkennen, daß der ihnen von der WTG
aufgenötigte Vernichtungsglaube selbst antihumanistisch ist, unmenschlich, und ein
antihumanistisches, unmenschliches Gewissen erzeugt. Oder könnte bei Gott Gerechtigkeit
sein, was für Menschen das schlimmste Verbrechen ist? Merkt denn niemand der Zeugen
Jehovas, wie die WTG jeden mit ihrer Vernichtungsverkündigung auf die Denkweise von
Inquisitoren und KZ-Kommandanten bringt? Wenn sie es auch nicht ausführen sollen, bejahen
und begrüßen sollen sie es. Was ist da der Gewissensunterschied?
Mit der Verdammung des Humanismus auf den Kongressen
1978 ist bestätigt worden, daß auf dem Wachtturm offene Feinde des Humanismus, der
Menschlichkeit, sitzen, nur um eines haltlosen Vernichtungsglaubens willen. Da muß man
schließlich auch unterschlagen, daß es einen christlichen Humanismus gibt, gar nicht
davon zu reden, daß der Humanismus vielmehr Christen mit Nichtchristen und anderen
Gläubigen verbindet, weil er für alle Menschlichkeit bedeutet. Eine solche Verbindung zu
verhindern, gehört jedoch zur hintergründigen Aufgabenstellung der WTG. Darum immer
wieder neue bzw. verschobene Vernichtungslehren, darum die Feindschaft gegen den
Humanismus. Auch in Aufrichtigkeit kann man auf einem Irrweg sein, nicht wahr? - Man muß
aber zur Einsicht kommen.
F. F.
Bad Doberan, im Juni 1978
UNSER BRUDER BESTÄTIGT DIE WT-UNWAHRHEIT ÜBER POLITISCHE NEUTRALITÄT
DER VERKÜNDIGUNG
Dieser Bericht soll helfen
Unser Bruder Peter W. war gerade im Begriff, in den Garten zu gehen. Er
ist nämlich ein ausgezeichneter Blumenzüchter, Rosen, wie erinnerlich. Er nahm sich
jedoch die Zeit, sich das Anliegen des CV-Besuches hinreichend erklären zu lassen. Warum
auch nicht. Sie empören sich zu Recht über jeden Bürokraten, der sich weigert, ein
Anliegen anzuhören. Selber aber wollen sie nicht besser sein? So ließ er sich darlegen,
daß es an der Zeit ist, alle Verantwortlichen auf die Unglaubwürdigkeit der
WT-Endzeitlehren hinzuweisen und ihnen die Wahrheit darüber vor Augen zu führen. So
wurden eine ganze Reihe Widersprüche genannt.
Zunächst verteidigte er, wie zu erwarten, alle Ungereimtheiten und Widersprüche als "hellerwerdendes Licht", und verwies darauf, daß sich die WTG als "treuer und kluger Knecht" verstehe. Auf die Erwiderung, daß ja gar nichts heller werde, sondern alles mehrfach schon umgedeutet worden ist, ja verworfen und ausgelöscht wurde, wurde er nachdenklich und schwieg. Wer aufrichtig und ehrlich ist, kann das nicht als "von Gott" verteidigen. Mancher mußte schon die Erfahrung machen, daß man wohl die WT-Lehren anderen predigen kann nach dem Motto, "mögen sie es hören oder lassen", wobei man sich auf keine kritische Frage einzulassen braucht. Doch zuhause, wo man nicht abweisen und ausweichen kann, offenbart sich schon am eigenen Sohn, an der eigenen Tochter, daß diese "Lichter" keiner eingehenden Kritik standhalten. Anstatt dem Vater in solchen Fällen mangelnde Überzeugungskraft und mangelhafte Fähigkeiten vorzuwerfen, sollte man besser die "von Gott"-Ansprüche der WTG unter die Lupe nehmen. Auch hier wurde ein solcher Anstoß gegeben, der verspricht, Früchte zu tragen. Kein Aufrichtiger kann sich auf die Dauer der CV-Argumentation entziehen.
Ein wichtiger Unterhaltungspunkt wurde dann die antikommunistische Hetze in der WT-Verkündigung und das WT-Aushängeschild politischer Neutralität davor. Es wurde klargestellt, daß die Organisation mit der Lüge, sie kämpfe ja auch gegen den Kapitalismus, die Wahrheit bestätigt, daß sie einen antikommunistischen Kampf führt und also nicht neutral ist. Unser Bruder bestätigte diesen Sachverhalt. Es kam zum Bewußtsein, in welchem Selbstbetrug man sich dreht, sich bei einem solchen politischen Kampf für "neutral" zu halten.
Dazu wurde das Organisations-Argument durchgesprochen, wer diese WT-Politik zur Sprache bringe, wolle nur Streit entfachen, mit dem dürfe man sich nicht weiter unterhalten. Unser Bruder konnte nichts dagegen sagen, daß dieses "Argument" die Sache auf den Kopf stellt. Die WTG läßt die Zeugen antikommunistisch hetzen - unser Bruder bestätigte die Echtheit der Beweise aus der Literatur - und wer sich dagegen verwahrt, will nur Streit entfachen? Das ist doch eine üble Verdrehung. Dagegen gab es nichts mehr zu sagen. Auch das wird in einem aufrichtigen Herzen Frucht tragen. Es wurde nur zu deutlich, daß da für die WTG ehrlich nichts durchzustehen ist. Solche Erfahrungen, ausweichen zu müssen, schweigen zu müssen, nichts mehr überzeugend erwidern zu können, wenn es konkret wird, haben unausbleibliche Folgen.
Die Stärke der WTG hat maßgeblich immer darin
bestanden, daß man ihre Vergangenheit nicht wirklich überprüfen konnte, daß man keine
Vergleichsmöglichkeiten zu früheren Irrlehren hatte, daß man so gehalten wird, immer
von der Hand in den Mund zu leben. Wer sich vergewissert, was die WTG in ihren über 100
Jahren schon alles im Namen Gottes in die Welt gesetzt hat, was nicht eingetroffen ist,
der sieht einen falschen Propheten am Werke, wie es ihn noch nicht gegeben hat. Die
Beweise, die unserem Bruder vor Augen geführt wurden, bleiben nicht ohne Wirkung. Es
konnte hierzu die CV-Sonderausgabe Nr. 73 in der Wohnung unseres Bruders zurückgelassen
werden, die beste Vergleichsmöglichkeiten bietet. -
Im nächsten Bad-Doberan-Bericht lesen wir, was unser Bruder zur falschen
WT-Weltende-Prophetie von 1975 sagte.
CVN
EIN MENSCH, DEN MAN NICHT VERGISST
Kreisdiener Heinrich Ditschi - ein aufrechter Verteidiger christlichen
Glaubens (8)
Wahrnehmung biblischer Rechte in voller christlicher Mündigkeit
In Bezug auf Mündigkeit oder Unmündigkeit eines Christen bewies Br.
Ditschi durch sein Verhalten, daß er die Ermahnungen von Hebr. 5:12-14 bestens verstanden
hatte. Gerade sein sicheres Auftreten als Lehrer gemäß seiner gefestigten Erkenntnis,
seine pädagogische Fähigkeit, Probleme anderer Menschen sich in Geduld anzuhören und
Wege zu ihrer Lösung aufzuzeigen, sein mündiges s e l b s t ä n d i g e s Wirken in
allen Dienstbereichen i n n e r h a l b des gemeinsamen Predigtwerkes (von der WTG
entsprechend ihrer eigenen Sprachregelung mit der Bezeichnung eigenwillig"
verzerrt wiedergegeben) - all dies beweist, daß die Praxis und Ausübung seiner eigenen p
e r s ö n l i c h e n Evangelisationsmethoden nachweisbar durch die Bibel nicht nur
gestützt, sondern ausdrücklich gebilligt und zur Nachahmung empfohlen wurde. - Matth.
28:20; 2. Tim., 3:16, 17; Römer 12: 6,7; Eph. 4: 11-16; 1. Tim 3:2; 2. Tim. 2:, 24; Titus
1:9; 1. Tim. 4:14-16; Hebr. 5 :12-14 ; Gal. 4:1-6.
Aus diesem Grunde geschah es wohl auch (so, als wäre die Überwindung von Schwierigkeiten für einen befähigten Diener die leichteste und naturgemäß selbstverständlichste Sache der Welt), daß Br. Ditschi in einem Fall konsequenter Ablehnung der "Droh-Frohbotschaft", wie sie eben im Sinne der WTG an den Türen dargelegt werden muß, dennoch einen Weg fand, ein wertvolles Gespräch herbeizuführen.
"Fachsimpeleien" von Abiturienten!
In dar praktischen Schulung von Predigtmethoden im Dienst von Haus zu Haus
bearbeitete Br. Ditschi im Verlaufe der Kreisdienerwoche mit mir auch die in Velbert-West
sehr bekannte Eichenstraße. Dabei gerieten wir auch an die Tür eines Wohnungsinhabers,
der als Oberlehrer am Gymnasium, Velbert, Blumenstraße, tätig war. Auf das Läuten des
Kreisdieners öffnete sich die Tür und im Rahmen stand ein Mann ungefähr gleichen Alters
wie Br. Ditschi, der im übrigen den Eindruck eines Gelehrten erweckte. -
Guten Tag", sagte der Kreisdiener. Mit der von Knigge streng vorgeschriebenen Höflichkeitsform von Personenvorstellungen fuhr er fort; "Mein Name ist Ditschi und dieser junge Mitarbeiter neben mir nennt sich Bach. Wir kommen im Auftrag einer Bibelgesellschaft " - Weiter kam er nicht.
Danke, ich habe kein Interesse", sagte der Mann mit dem Gelehrtenkopf kurz angebunden und wollte die Türe schließen. "Aber Herr Lehrer", sagte Br. Ditschi mit leisem Vorwurf in der Stimme, behandelt man denn s o einen Schulkameraden, mit dem man gemeinsam die Schulbank gedrückt hat?" Dabei blinzelten seine Augen mit einer unnachahmlichen Treuherzigkeit durch seine scharfen Brillengläser und bohrten sich mit sanfter Güte in die Augen seines Gegenüber und hielten sie mit einer unerklärlichen Gewalt fest. Wie bitte fragte der Mann völlig konsterniert und zögerte merklich, seine Absicht in die Tat umzusetzen.
Ich bin doch der Heinrich Ditschi aus Sprockhövel", sagte der Kreisdiener wieder mit einem Anflug von Vorwurf. Und rasch setzte er hinzu: "Machten wir nicht zur gleichen Zeit unser Abitur?" "Ich weiß nicht recht", sagte der Mann verwirrt und sein Gesicht legte sich in nachdenkliche Falten. Schließlich sagte er entschuldigend: "Wissen Sie, ich kann mich noch erinnern . . . Aber kommen Sie doch bitte herein."
Diese Aufforderung kam uns natürlich sehr gelegen und. wir folgten ihm unverzüglich in sein Studierzimmer. In der Unterhaltung, die sich nun entspann, stellte sich heraus, daß Br. Ditschi und der Oberlehrer zwar nicht an der gleichen Schule ihr Abitur erworben hatten, aber sie "drückten" tatsächlich im gleichen Jahr "gemeinsam" die Schulbank, so, wie es der Kreisdiener in der Einleitung behauptet hatte.
Angesichts der seltenen Gelegenheit, mit einem gebildeten Menschen ein niveauvolles Gespräch zu führen, wich Br. Ditschi von der WTG-Vorschrift ab, im Haus-zu-Haus-Dienst an jeder Tür n u r ein Zeugnis von 3 bis 8 Minuten zu geben. Stattdessen erging er sich mit dem Oberlehrer über eine halbe Stunde in "Fachsimpeleien" -, und da dieser in seinen Bücherschränken die Werke der Weltliteratur aufzuweisen hatte, kam man zwangsläufig auch auf den Faust" zu sprechen.
Hier erwies sich nun der Kreisdiener zu meiner und des Oberlehrers Verblüffung als eine absolute Kapazität. Br. Ditschi schüttelte sich Faust"-Zitate nur so aus dem Ärmel. Mit der Präzision eines Maschiengewehres prasselten ganze Feuergarben auf uns nieder. Der Oberlehrer sagte anerkennend: Ich kannte bisher keinen Menschen, der so umfangreich den Faust" in seinem Gedächtnis hat. Warum sind sie kein Dramaturg geworden?
Eine durchaus biblische" Ditschi-Methode?
Selbstverständlich hatte der Kreisdiener während der ganzen Zeit den
Zweck seines Besuches sorgfältig im Auge behalten. Bei der letzten Frage seines
Gastgebers lenkte er geschickt auf den biblischen Teil" über. Man entwickelte
sich oft anders, als man sich vorher träumen ließ, meinte Br. Ditschi. Er ging wieder
auf die Weltliteratur ein und erwähnte beiläufig, daß die großen Geister die Bibel mit
an vorderster Stelle der Literatur setzen. Der Oberlehrer bestätigte das. Ja, und so habe
er sich einer Bibelgesellschaft angeschlossen, spann Br. Ditschi den Faden weiter, die
sich damit befasse, einen biblischen Erziehungsfeldzug durchzuführen. In der
breiten Masse" herrsche eine erschreckende Unkenntnis über den Inhalt dieses
wertvollen Buches. Der Oberlehrer bejahte auch das.
Nun zog der Kreisdiener sein Angebot" aus
der Aktentasche (Drei-Bücher-Angebot laut Informator"), zeigte auf die Titel
der einzelnen Bücher: Gott bleibt wahrhaftig", Die Wahrheit wird euch
frei machen" und Die neue Welt".
Die Art, wie er die Bücher etwas fächerförmig in der Hand hielt und ins
Blickfeld rückte, ihre genaue Reihenfolge in der Farbanordnung grün, organge, blau, sein
ausdrücklicher Hinweis auf diese farbigen Einbände, gewürzt mit fachgerechten
Bemerkungen: geschmackvoll,
Kaliko-Einband
Gold- und Silberprägung der
Titel
verfehlten ihre Wirkung nicht.
Diese Bücher werden zu einem Selbstkostenpreis von insgesamt 7,50 M zur Verfügung gestellt. Im Vergleich zu einem einzigen Buch ähnlicher Qualität im einschlägigen Buchhandel ist dieser Preis nicht nennenswert. - Zudem sind diese Bücher Bibelstudien-Hilfsmittel, die die Menschen auf Grund ihrer Thematik und der Schriftstellen zum Aufschlagen der Bibel zwingen; das verleiht ihnen einen zusätzlichen ethischen Wert. -
Auf diese Weise werde ein späteres selbstständiges
Studium der Bibel beim leser gefördert, schloß der Kreisdiener, und ob er, der
Oberlehrer
als Geburtstagsgeschenk
oder so
??-
Die Bücher sind wirklich sehr preiswert", sagte der
Oberlehrer, und er zückte seine Geldbörse. Den Einladungszettel für den öffentlichen
Vortrag am Sonntag nahm er ebenfalls entgegen.
Ich entsinne mich noch gut, wie mich damals die Methode
von Br. Ditschi, die er mit einem derart durchschlagenden Erfolg bei dem Velberter
Oberlehrer praktizierte, stark beeindruckte. Bei aller Hochachtung vor dem sauberen und
anständigen Charakters dieses auch von mir verehrten Dieners frage ich mich aber heute:
War die Demonstration der hier geschilderten Ditschi-Methode
biblisch"?
Erzählt von Hermann Bach, Potsdam
"DAS RADIO GEHÖRT JEHOVA.- PSALM 89:11" -
BIST DU EBENFALLS DE SELBEN MEINUNG?
Ein weiterer Denkanstoß aus Jarmen, einer kleinen Stadt in Mecklenburg
Liebe Brüder und Schwestern, lieber Leser!
Kürzlich hatten wir die Möglichkeit, die beiden Bände Licht noch einmal
zu lesen. Sie beinhalten die Auslegungen des ehemaligen Wachtturm-Präsidenten Rutherford
über die Offenbarung Johannes. Als ehemalige Zeugen Jehovas sind wir ja so allerhand
gewöhnt. Aber das, was in Band 1 Seite 323 geschrieben steht, geht doch wohl zu weit.
Dort heißt es nämlich:
"Das Radio gehört Jehova. Psalm 89:11. Er hat es für seinen Zweck ins Dasein gerufen. Satans Vertreter jedoch suchen es gänzlich in ihre Hände zu bekommen, aber Gott wird zu seiner Zeit sowohl in diesem Stück als auch in anderen Dingen seine Übermacht offenbaren." Soweit der Wortlaut. Zum besseren Verständnis dieser Behauptung sei noch die Bibelstelle erwähnt; hier der volle Wortlaut: "Dein ist der Himmel, dein ist auch die Erde; das ertragsfähige Land und seine Fülle - du selbst hast sie gegründet." (Psalm 89:11) NW. Es lohnt sich, darüber einmal in Ruhe nachzudenken.
Wir sind der Meinung, Rutherford geht hier zu weit. Wenn dem so wäre, daß das Radio ihm gehört, hätte Jehova es zu allererst den treuen Nachfolgern seines Sohnes Jesus Christus in den Sinn gegeben, das Radio zu erfinden und zu bauen. Rutherford wagt sich in diesen zwei Bänden Licht überhaupt sehr weit aus dem Bereich des Möglichen. Diese Bücher muß man einmal gelesen haben, dann erst erkennt man seine Überheblichkeit. Die kurze Betrachtung eines haarsträubenden Satzes, den Rutherford in Band 1 Seite 5 schrieb, (der - wie man bemerken wird - in krassem Widerspruch zu der vorherigen Behauptung über das Radio steht), soll dazu dienen, seine Überheblichkeit und seine Unfähigkeit nachzuweisen: auf Seite 5 Band 1 heißt es: "Jehova läßt zu seiner festgesetzten Zeit sein Vorhaben seinen gehorsamen Geschöpfen kundtun." - So ein wichtiger Satz, wenn er erst einmal geschrieben steht, hat schon seine Bedeutung; er sagt den Kindern Gottes sehr viel.
Prüfen wir erst einmal wen Jehova gemäß den Auslegungen Rutherfords die Aufgabe des Kundtuns in der Zeit des Endes dieser Welt anvertraut hat. Auf Seite 12 Band 1 finden wir folgende Auskunft: "Die Glieder des Überrestes dürfen jetzt Gesichte sehen, das heißt, es ist ihnen ein Verständnis von bisher unverstandenen Dingen geschenkt worden." Soweit der Original-Wortlaut. Wer mit dem Überrest gemeint ist, weiß jeder Zeuge Jehovas. Wie dieser Überrest jedoch durch die Wachtturm-Gesellschaft mißbraucht wird, davon wissen die wenigsten etwas. Wie bekannt, ist der Überrest auf der ganzen Erde verstreut zu finden und im Namen dieses Überrestes wird die Literatur der Wachtturm-Gesellschaft hergestellt.
Viele Überrestglieder werden überhaupt nicht nach ihrer Meinung (Gesichten) gefragt. Andere werden, weil sie ihre die Bibelauslegungen der Wachtturm-Gesellschaft offen aussprechen, zur Verantwortung gezogen, falls sie gegenteilige Meinungen haben. Die gesamte Literatur der Wachtturm-Gesellschaft war schon von jeher nur von einer Handvoll hauptamtlichen Schreibern der Brooklyner Weltzentrale geschrieben worden. Den Hauptanteil trugen die Präsidenten und Vizepräsidenten dazu bei. Weil das so war und heute noch so ist, wird jede Kritik an der Literatur der Wachtturm-Gesellschaft durch Organisationsangehörige streng gerügt.
Jede Kritik eine Auflehnung gegen Jehova
Wer die Überheblichkeit der Hauptverantwortlichen in den Bethelhäusern
der Wachtturm-Gesellschaft selbst erlebt hat, kann ein Lied davon singen, wie in
Krisenzeiten mit aufrichtigen kritischen Brüdern und Schwestern verfahren wurde. Im
Wachtturm vom 1. August 1956 kann man über die Verfahrensweise der Wachtturm-Gesellschaft
gegen Aufrührer folgendes lesen: "Der Sklave erfüllt dadurch seine eigene Pflicht
vor Jehova, das er das Werk Jehovas tut. Daher ist der Wille des Sklaven der Wille
Jehovas. Rebellion gegen den Sklaven ist Rebellion gegen Gott." Und der Wachtturm vom
1. November 1948 macht den Kritikern klar, daß Auflehnung gegen die Anweisung Rebellion
ist und Vernichtung durch Gott zur Folge hat. So wurde jeder Andersdenkende bedroht und in
Schach gehalten. Deshalb, weil man auch schon zu Rutherfords Zeiten mit solchen und
ähnlichen Anweisungen Kritikern drohte, konnte Rutherford seine eigenen überheblichen
Vorstellungen veröffentlichen.
Man sollte normalerweise nicht immer an der Vergangenheit von bereits verstorbenen Menschen etwas auszusetzen haben. Aber es geht hier nicht allein um die Person, sondern um die Sache, die er vertrat. Deshalb, weil Rutherford durch s Überheblichkeit so vielen aufrichtigen Menschen Schaden zugefügt hat, muß noch einmal daran erinnert werden. Viele unserer älteren Brüder aus den Bethelheimen kennen Rutherford persönlich, nicht nur die Kritiker. Er konnte oftmals sehr ausfallend werden. Sein Eigenwille, sein Durchsetzungsvermögen und auch seine juristischen Fähigkeiten machten ihn zu einem oft unberechenbaren Menschen. Was auch immer die Wachtturm-Gesellschaft über ihn in den Jahrbüchern berichtet, es ist nicht die volle Wahrheit. Es ist nur die halbe Wahrheit. Wer von Anfang an, als Rutherford Präsident wurde, ihn fast täglich erlebte, der muß zugeben, daß er Jehova einen schlechten Dienst erwiesen hat.
Sollte jemand diese Feststellung anzweifeln, darin muß eben Beweismaterial aus Brüderhand veröffentlicht werden, vorerst sollten Auszüge aus der WT-Literatur genügen, um seine Charakterzüge aufzuzeigen. Seine Gegner beschimpfte er folgendermaßen: "Handlanger des Teufels, rücksichtslose Böcke, hochnäsige und riechende Böcke, Egoisten, die mit ihren schmutzigen Füßen auf der Speise des Herrn herumtrampeln, Älteste, die kein Herzensverlangen haben, mit der gegenwärtigen Wahrheit in Übereinstimmung zu kommen." Soweit einige Auszüge aus der damaligen Literatur. Warum Rutherford mit solchen schamlosen Redensarten seine Gegner überschüttete, ist einzig und allein darauf zurückzuführen, daß sie seine nicht genügend begründeten willkürlichen Bibelauslegungen ablehnten. Das brachte ihn so in Wut.
Daß die willkürlichen Bibelauslegungen über die
obrigkeitlichen Gewalten, die Auferstehung der alten Fürsten, die Einsetzung in den
Versammlungen, unannehmbar waren, hat nach seinem Tode sein Nachfolger nachgewiesen, in
dem er solche unannehmbaren Bibelauslegungen vollkommen neu überarbeiten ließ. Also
waren es doch keine Wahrheiten, die Jehova aus seinem Tempel hervorblitzen ließ, wie es
Rutherford immer so schön behauptete; siehe "Rechtfertigung Bd. 1, Seite 254. Genau
solche unannehmbare Tempelwahrheit war auch die Behauptung: "DAS RADIO GEHÖRT
JEHOVA". Diese nachdenkliche Betrachtung sollte allen vernünftig denkenden Brüdern
und Schwestern ein weiterer Beweis dafür sein, wie WT-Lehren gemacht und durchgesetzt
wurden und weiterhin durchgesetzt werden.
- W -
Wohin sollen wir gehen?
LEBENDIGES CHRISTENTUM FREIER CHRISTEN
Wehrdienstverweigerung - was sagt die Bibel dazu?
Ohne Umschweife kann darauf geantwortet werden: Die Bibel wirft die Frage
der Wehrdienstverweigerung gar nicht erst auf. Die Hebräischen Schriften in ihrer
Gesamtheit sind maßgeblich für das Volk des Alten Bundes bestimmend. Die Vorschriften
dieses Alten Bundes sind für Christen nur "Schattenbilder", während die
"Wirklichkeit dem Christus gehört". Kolosser 2:17, Hebr. 9:24 NW.
In der Wehrdienstfrage können die "Schatten" den Christen daher keine verbindliche Wegleitung sein. Endgültig klargestellt wird der Sachverhalt durch den Text von Hebr. 1:1,2, der eindeutig nachweist, daß am Ende der Tage der "Erbe aller Dinge", nämlich der Sohn Gottes selbst, zu uns redet. Damit ist bewiesen, daß allein das Neue Testament für Christen verbindlich ist.
Die Christlichen Griechischen Schriften in ihrer Gesamtheit stellen die Wehrdienstfrage ebenfalls nicht als ein Gewissensproblem zur Diskussion. Die Aussagen sind vielmehr klar und für jedermann leicht verständlich. Wir empfehlen, folgende Schriftaussagen sorgfältig zu prüfen: Lukas 3:14, Lukas 22:35,36, Apostelgeschichte Kapitel 10, 1. Korinther 7:20,24.
Aber auch ohne diese Texte, die teilweise das Waffenhandwerk, Bewaffnung oder Militärpersonen zum Gegenstand der Betrachtung erheben, ist allein schon durch die Briefe treuer Nachfolger Christi, in denen sie auf die staatsbürgerlichen Pflichten von Christen aufmerksam machen, die Wehrdienstfrage biblisch gegenstandslos. - Titus 3:1-3, Römer 13:1-7, 1. Petr. 2:11-17, 1. Tim. 2:1-3. Um sich davon zu überzeugen ist es gut, besonders die Verse 1 und 2 des 13. Kapitels des Römerbriefes (nach NW) zu analysieren. Die Aussage, daß sich derjenige, der sich dem Staat in den Weg stellt, "Gott selbst in den Weg stellt", müßte zur Besinnung mahnen. Man beachte dazu besonders auch die Warnung, daß solcher für sich selbst "ein Gericht empfangen" wird!
Wer sich dennoch als Wehrdienstverweigerer auf die Bibel beruft, Texte aus dem Zusammenhang reißt, um damit eine Stütze zur Verteidigung für sein Verhalten zur Hand zu haben, ist ein bedenkenloser oder eher von Emotionen als von genauer Erkenntnis beherrschter Bibelverfälscher, ob ihm das nun bewußt ist oder nicht. Es gibt allerdings auch bedauernswerte Opfer, die in ihrer eigenen reichlichen biblischen Unkenntnis von religiösen "Lehrern" irregeleitet sind, um für andere Zwecke mißbraucht zu werden.
Wir können also zusammenfassend sagen, die Wehrdienstverweigerung findet in der Bibel keine Stütze. Die schriftgemäß begründeten Darlegungen haben das hinreichend bewiesen. In unseren weiteren Wohin-gehen-Betrachtungen werden wir nun auf die Texte eingehen, auf die sich gar mancher dennoch beruft, um Wehrdienstverweigerung biblisch zu begründen. Dies soll zum einen bestimmte Gewissensnöte berücksichtigen, und zum anderen die aus dem Zusammenhang gerissenen Texte in ihre richtige Umgebung zurückführen.
Zu den obrigkeitlichen Konzessionen
Die Wehrdienstverweigerung ist keine biblische Frage. Sie ist auch kein
"Ruhmesblatt" allein der Zeugen Jehovas, wie es oft hingestellt wird.
Mennonitische Christen z. B. sind schon seit Jahrhunderten Wehrdienstverweigerer. Ohne
Zweifel haben auch die beiden Weltkriege dazu beigetragen, daß diese Frage ausgeprägter
wurde, so daß dem obrigkeitlicherseits entsprechend Rechnung getragen wurde.
Für jeden normaldenkenden Menschen, Christen eingeschlossen, ist es einleuchtend, daß die "obrigkeitliche Gewalt", der Staat, auf Einrichtungen wie Polizei, Feuerwehr, Armee usw. nicht verzichten kann. Es muss ein geordnetes Staatswesen gewährleistet sein, nach innen wie nach außen. Es ist dies auch das existenzbedingte Selbstbestimmungsrecht eines jeden Volkes, nach christlichem Verständnis gemäß dem Auftrag, "mehret euch und füllet die Erde und machet sie euch untertan". 1. Mose 1 Vers 28. -
Und Christen sind Teil dieser Völker, auf Grund der
gemeinsamen Lebensbedürfnisse untrennbar als gleiche Staatsbürger, wie es auch Paulus
seinerzeit bekundete. Apg. 22:28. Es kann für die "obrigkeitliche Gewalt" daher
nur gewisse Konzessionen geben.
In den USA können hauptamtliche oder vollzeitliche Religionsdiener usw.
vom Wehrdienst befreit werden. Die Wachtturmgesellschaft hat dies in verschiedenen
Gerichtsprozessen auch für alle ihre vollzeitlichen Mitarbeiter erwirkt. Die einfachen
Verkündiger werden im Falle von Wehrdienstverweigerung weiter verhaftet und verurteilt.
Nach Angaben der US-"Time" 1969/3 saßen 1968 etwa 300 Verkündiger in den USA
wegen Wehrdienstverweigerung im Gefängnis. Wie sich jeder ausrechnen kann, ist diese
Regelung ein erhebliches Druckmittel in der Hand der Wachtturmgesellschaft in der Frage
des Vollzeitdienstes. Andererseits ist es beschämend, wie man hier die "geringsten
der Brüder Christi" allein leiden läßt, und sich selbst mittels der
IV-D-Geistlichen-Klassifizierung der US-Regierung bevorechtet.
In der BRD ist ein waffenloser Ersatzdienst für jedermann eingeführt worden. Wer jedoch diesen ebenfalls verweigert, wird verhaftet und gerichtlich bestraft. So wurde z. B. im März 1979 der Zeuge Jehovas Roland K. von einem Schöffengericht in Essen/BRD wegen Verweigerung des waffenlosen Ersatzdienstes gerichtlich verurteilt.
In der DDR gibt es ebenfalls einen waffenlosen
Ersatzdienst für jedermann. Das entsprechende Gesetz besagt, daß "Wehrpflichtige,
die aus religiösen Anschauungen oder aus ähnlichen Gründen den Wehrdienst mit der Waffe
ablehnen", einen waffenlosen Dienst in Baueinheiten ableisten können. Verweigerung
auch dieses waffenlosen Dienstes wird jedoch ebenfalls gerichtlich bestraft. Diese
waffenlose Möglichkeit ist als Konzession der "obrigkeitlichen Gewalt"
gesellschaftlich noch vertretbar, und sie ist für einen Christen keineswegs unzumutbar,
gibt es doch für ihn biblisch eigentlich überhaupt keinen Grund zur
Wehrdienstverweigerung. Ein christliches Gewissen kann dadurch also schriftgemäß nicht
belastet werden, wenn man nicht hinausgeht über das, was dazu geschrieben steht, 1.
Korinther 4:6, sondern bei dem bleibt, was in den Evangelien, von Christus und den
Aposteln gelehrt wurde. Joh. 6:68. -
Hermann Bach und Mitverbundene
Studiengruppe CV April 1979 Potsdam/H.
WOHIN SOLLEN WIR GEHEN?
Eine nur zu berechtigte Frage
Liebe Leser
Liebe Brüder und Schwestern
Zahlreiche, ja zu viele endzeitliche Voraussagen und Termine von 1799 bis
1975 sind nicht eingetroffen. Nach 5. Mose 18:20f ist die WTG damit als ein falscher
Prophet erwiesen. Sie hat also gar kein Recht, die Frage der Jünger an Jesus, "wohin
sollen wir gehen?", für sich in Anspruch zu nehmen. Wenn es trotzdem geschieht, dann
ist dies nur der Beweis für dies: Die WTG weiß um die Tatsache, daß es bei ihr nicht
stimmt. Sie hofft auf die Verteufelung, mit der sie laufend das Vertrauen in alles andere
zerstört, so daß einer "den Weg zurück überhaupt nicht mehr finden kann",
wie K. Franke vom Zweigkomitee Wiesbaden es formulierte. Das bedeutet, unausgesprochen
soll man sich mit der Organisation als dein "kleineren Übel" abfinden, was
immer dort auch nicht stimmt.
Praktisch haben wir das in Dresden erlebt. "Ihr habt ja auch nichts Besseres", sagte jemand zu CV als Entgegnung auf den Nachweis der Ungereimtheiten und Haltlosigkeiten der WTG, wobei er nicht merkte, daß dies eine Bankrotterklärung für die WTG war. Hierfür die Frage der Jünger?
Es gibt schon etwas Besseres, einen besseren Weg,
nämlich den, in ein Leben als freier Christ zurückzukehren, einen Weg, für den CV
zunächst Herz und Sinne von allem haltlosen WT-Ballast freimacht. Man muß erst den
Balken aus den eigenen Augen ziehen, eher geht es nicht. Damit ergibt sich dann auch
wieder die Gemeinschaft, die Christen untereinander halten sollen. Dahin sollen wir gehen.
Herzliche Grüße in christlicher Verbundenheit
von allen Mitarbeitern, Mitarbeiterinnen und Mitverbundenen
Vorschau auf 1980
DAS JAHR 1980 BRINGT EINE FOLGENSCHWERE ENTSCHEIDUNG!
Die Stunde der Prüfung ist da
Die Wachtturmgesellschaft verkündete 1972:
"Unsere Generation wird das Ende der gegenwärtigen Ordnung mit ihren
streßerzeugenden Problemen erleben. Wir haben sogar berechtigten Grund zu der Hoffnung,
daß eine neue, von Gott geschaffene Ordnung noch im Laufe des gegenwärtigen Jahrzehntes
anbrechen wird."
(Erwachet 22. April 1972, S. 26, in 27 Sprachen der Welt und in einer
Auflage von 7 350 000)
Ist es wirklich so?
Ob diese Voraussage sich erfüllen wird?
Steht die Welt vor ihrer Vernichtung?
Bekommt die Wachtturmgesellschaft Recht?
Was sagt die Bibel dazu?
Noch in diesem Jahrzehnt?
Das letzte Jahr dieses Jahrzehnts hat begonnen!
Wenn die Welt 1980 nicht vernichtet ist, was dann? Wird die
Wachtturmgesellschaft schuldig gesprochen?
Die Wachtturmgesellschaft schon jetzt auf der Anklagebank
Wahrheit und Falschheit werden gegenübergestellt!
Wir gehen der Sache auf den Grund!
Sensationelle Enthüllungen zu erwarten!
Man kann die ganze Welt nicht so im Namen Gottes zum Narren halten!
Eine Warnung an Jehovas Zeugen!
Wir bringen Beweise über Beweise, schwarz auf weiß!
-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------
"Christliche Verantwortung: Monatsschrift der Studiengruppe
Christliche Verantwortung. Herausgeber: Wolfgang Daum, DDR 65 Gera, Otto-Dix-Straße 6.
Preis: M 0,20. Jahresabonnement M 2,-. Versand auch kostenlos.
Konto-Nr.: 4564-30-1952 Bank für Handel und Gewerbe.
A 6169/79 V 7 1 1189