Kommentare zu den eingescannten CV-Ausgaben
CV 116
In dieser Ausgabe unter anderem: Zitierung der berühmt-berüchtigten 1975-Ansprache des Konrad Franke am 20. 1. 1968 in Hamburg.


CV Christliche Verantwortung
Informationen zu christlichem Wandel und vermehrtem Verständnisvermögen
- 1. Thess. 4:12, 1. Kor. 14:20 -
Begründet von Willy Müller, GD, Gera/Thür., DDR

DIE MISSION VON CV
Ist Wegbereitung und Auferbauung im Glauben in christlicher und sozialer Mitverantwortung und tätiger Nächstenliebe hier und heute. Dies erfolgt in besonderem Hinblick auf die von der Wachtturm-Gesellschaft (WTG), USA, geleiteten Gemeinschaft der Zeugen Jehovas und ihrer haltlosen Weltendeverkündigung. Diese Mission geht aus von Tradition und Bedeutung der internationalen Bibelforscherbewegung und dient der Hinführung in die Nachfolge Jesu, der Bildung und Tätigkeit freier christlicher Gemeinden sowie christlicher und mitmenschlicher Verständigung und aktueller Information. Wir rufen zur Mitarbeit

CV Nr. 116 Gera März 1979

Die Zeit ist herbeigekommen
NACH HOYERSWERDA, BAD DOBERAN UND DRESDEN NUN AUCH POTSDAM
Weitere Aufbrüche bahnen sich an
Liebe Leser
liebe Brüder und Schwestern
"Ich? Ich gebe nur gelegentlich Zeugnis, wo jemand etwas hören möchte." "Das stimmt ja gar nicht, du bist ein Bruder, der andere anzuleiten und zu unterweisen hat." Schweigen. "Kennst du CV?" "Ja, das kenne ich." "Dann komm mal mit." "Nein, nein, da komme ich nicht mit hin, CV allein prüfen." "Natürlich, das kann man auch, aber prüfe es gründlich, denn deine leitende Zeugen-Tätigkeit ist christlich unverantwortlich." Freundlich reichte unser Bruder zur Verabschiedung die Hand, besorgt zur Tür blickend, daß nicht ein Dritter Zeuge dieses Gesprächs werde. Unser Bruder hat eine außerordentlich wichtige Funktion. Man wird staunen, wenn wir zur gegebenen Zeit darüber ebenfalls berichten. Kein leitender Bruder, der betroffen ist, kann CV länger ignorieren. Wir erleben das immer öfter.

Wir erinnern an den in CV veröffentlichten Aufbruch unseres Bruders Helmut Senger in Hoyerswerda. Er teilt mit, wo heute bei einem "Interessierten" CV auf den Tisch gelegt wird, läßt sich die WTG nicht mehr blicken.
Über die Gespräche, die in Bad Doberan geführt worden sind, und zwar auf Kreis-, Versammlungs- und Rechtskomitee-Ebene, wird zur Zeit in CV berichtet. Unser Bruder Siegfried M. bestätigte (erwähnter Brief aus Dresden an ihn), wie auf höchster ZJ-Ebene besorgt die CV-Wirksamkeit verfolgt wird. Wie in CV berichtet wurde, gaben in Dresden unsere Geschwister Knappe einen weiteren Anstoß dazu, besonders die WTG-Gerichtsbarkeit (Rechtskomitees) als völlig unrechtmäßig und unzuständig (sog. "andere Schafe" der WTG, die nicht einmal geistige Nachfolger Christi sind) zurückzuweisen. In unchristlicher Hoffnung unchristlich getauft (Phil. 3: 17-21, Eph. 4: 1-6, Rö. 6: 1-11), was gewisslich nicht ihre, sondern der WTG Schuld ist, üben sie völlig unmögliche "Richterfunktionen" aus.

Nun erleben wir in Potsdam einen weiteren Aufbruch. Seine Bedeutung erstreckt sich vor allem auf junge Brüder, kinderreiche ZJ-Familien und durch die WT-Verkündigung "geteilte Häuser" mit allem Elend, was dadurch über sie gekommen ist, nicht zuletzt am Rande des "Untergrunds".

Wer erkennt, was für eine glaubensmäßige, soziale, gesellschaftliche und menschliche Irreführung die WT-Endzeitverkündigung ist, in der er gestanden hat, trägt eine große Mitverantwortung zu helfen, hieraus frei zu werden. Jakobus 5:19, 20. Unsere heutigen Beiträge sind für Aufrichtige ganz sicher weitere Anregungen, innezuhalten, um sich eine gründliche Übersicht zu verschaffen. Zeigen uns die Aufbrüche nicht, daß wirklich ein "Stein im Rollen" ist? Oh ja!
Darum immer wieder unser christlicher Grundsatz
Vergewissert euch über alle Dinge
haltet fest an dem, was recht ist
1. Thess. 5: 21 NW Eure Mitbrüder
CV-Redaktion
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Unsere Übersicht
Nach Dresden nun Aufbruch in Potsdam!
Studienleiter verläßt in christlicher Verantwortung selbst die Organisation
Ein fürchterliches Geschrei: "Ein Satan in meiner Wohnung! Ein Satan in meiner Wohnung!" Robert Linde, WTG-Zweigbüro Thun/Schweiz, bestätigt
Ein solches Paradies kann es nicht geben, das ist unmöglich
Nimm die Bibel und prüfe es nach
Es stehen wieder Wahlen bevor
Darf ein Christ wählen?
Wie dachten die Apostel?
Ein Mensch, den man nicht vergißt
Kreisdiener Heinrich Ditschi, ein aufrechter Verteidiger christlichen Glaubens (6)
Unser Erlebnisbericht
Ernst Wauer und Konrad Franke, Wiesbaden
Religiöses Abenteurertum auf dem WTG-Kongreß München 1978
In Hamburg vor 10 Jahren!
Wie andere Mitmenschen es sehen
Was Außenstehende an Jehovas Zeugen beobachten
Sollte man das nicht auch ernstlich bedenken?
Bad Doberan im Juni 1978
"Lieber Bruder Siegfried, was wirst Du nach diesen Gesprächen nun tun?"
In der nächsten Ausgabe!
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WTG-Kongresse 1978
Von der WTG jetzt vier Jahre nach 1975 verlangte Demütigung: Den Staub von den Steinen ihrer Organisation zu lecken!
Vortragender in Düsseldorf: Wieder Konrad Franke!
Demnächst in CV!
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Nach Dresden nun Aufbruch in Potsdam!
STUDIENLEITER VERLÄSST IN CHRISTLICHER VERANTWORTUNG SELBST DIE ORGANISATION
Ein fürchterliches Geschrei: "Ein Satan in meiner Wohnung! Ein Satan in meiner Wohnung!"
Das letzte Mal in die Studiengruppe
Es war Anfang Februar 1979. Unser Bruder Michael Heyne suchte zum letztenmal seine Studiengruppe auf. Nach und nach war in seinem Herzen die Erkenntnis herangereift, daß es nicht länger christlich zu verantworten ist, der Wachtturmgesellschaft bedenkenlos zu folgen und zu dienen. Er begann diesmal nicht wie üblich. Zunächst schauten alle eigenartig drein. Als hinreichend begriffen wurde, daß mit dem falschen Endzeitpropheten, dem man nicht länger folgen dürfe, die Wachtturmgesellschaft gemeint ist, brach ein Tumult los. Ein fürchterliches Geschrei, "Ein Satan in meiner Wohnung! Ein Satan in meiner Wohnung!", ließ keine vernünftige Überprüfung der Dinge mehr zustande kommen. Unser Bruder hatte die Gründe seines Schrittes wie folgt für Zeugen Jehovas zusammengefaßt:

Erklärung
Potsdam, Februar 1979
Liebe Brüder und Schwestern
Als getaufter Christ bin ich verpflichtet und gewillt, den Willen Jehovas und Jesu Christi zu tun. Dazu gehört das Studium der Bibel und die Liebe zur Wahrheit. Beim Prüfen der Heiligen Schrift, in vielen persönlichen und organisatorischen Erfahrungen und durch eine genauere Übersicht und Einsicht bezüglich des gesamten Werkes der Gesellschaft, wie es durch die vielen bekannte Zeitschrift "Christliche Verantwortung möglich ist, mußte ich erhebliche Abweichungen der Wachtturmgesellschaft von der biblischen bzw. christlichen Wahrheit feststellen, zu denen ich mich als Christ ehrlicherweise nicht länger bekennen kann, geschweige denn, dies anderen zu predigen. Ich möchte das Entscheidende aufführen.

Die Gesellschaft hat sich durch die "im Namen Jehovas" erfolgte öffentliche Verkündigung falscher Zeitpunkte für die Aufrichtung des Königreiches Gottes auf Erden und für den Beginn der Zeit des Endes in Wahrheit als falscher Prophet erwiesen. Konkrete Harmagedon-Zeitpunkte bzw. Termine waren z. B. 1914, 1925 und 1975. Verschwommen ausgedrückte Termine waren u. a. um 1940, 1967, 1972, auch 1980. Termine für den Beginn der Endzeit waren 1799, 1874 und 1914, für die Wiederkunft Christi: 1874 und 1914. Alles dies mußte immer als unanfechtbare "göttliche Wahrheit" verkündigt werden. Ein solches Verkündigungswerk kann ich vor niemandem mehr glaubhaft vertreten. 1. Joh. 4: 1, Jer. 27: 15 NW, 5. Mose 18: 20-22, NW, Apg. 1: 7 NW, Matth. 24: 36, 44, 2. Thess. 2: 11, 1. Tim: 1 : 3, 4.

Die Behauptung, die Gesellschaft würde durch den Geist Gottes als direktes Instrument zur Durchsetzung des göttlichen Willens auf Erden benutzt, ist durch diese Falschprophezeiungen als Lüge entlarvt und stellt demzufolge eine Gotteslästerung dar. Joh. 14: 6. Gott verändert sich nicht und kann darum nicht lügen. Folglich hat er mit dieser Verkündigung nichts zu tun. Mal. 3: 6, Hebr. 6: 18.

Die Dauer der Herrschaft Christi beträgt laut Bibel als König 1 000 Jahre. Offb, 20: 3, 5, 7. Laut Gesellschaft soll sie aber schon 1914 begonnen haben. Bis zur Vollendung der 1 000 Jahre (nach Harmagedon) wären das jedoch mehr als tausend Jahre. Da Christus, wie die Gesellschaft lehrt, das 1 000-Jahr-Reich vom Himmel aus regiert und seine "zweite Gegenwart" 1914 ebenfalls im Himmel stattgefunden haben soll, müssen beide Perioden zusammengezählt werden. Man kann sie nicht voneinander trennen. Auch diese Lehren erweisen sich also bei genauerem Hinsehen als ungereimt, widerspruchsvoll und folglich unglaubwürdig und unvertretbar. Nach gewissenhafter Prüfung der Bibel muß man zu der Erkenntnis kommen, daß die zweite Gegenwart Christi mit seiner sichtbaren Wiederkunft (Matth. 24: 30) als Geistperson in der Art seiner Auferstehung auf Erden beginnt. Apg. 3: 20, 21, Apg. 1: 10, 11, Joh. 14: 28, Hebr. 1: 6 NW, 1. Thess. 4: 15, 16. Bis zu diesem Zeitpunkt muß er im Himmel zur Rechten seines Vaters warten. Nach diesen Bibelaussagen ist selbst. die Wiederkunft Christi noch zukünftig, wie das auch die Falschprophezeiungen der Gesellschaft bestätigen. 1. Kor. 4: 6.

Die Lehre, daß die Angehörigen der "großen Volksmenge" Nachfolger Christi sind, beim Abendmahl aber als bloße Beobachter anwesend sein dürfen, ist unchristlich. Jesus weist ausdrücklich darauf hin, daß jeder, der seiner Berufung nach Leben erlangen möchte, Christi Fleisch und Blut in Form von Brot und Wein zu sich nehmen muß. Joh. 6: 35, 39, 44, 53-56, Luk. 22: 19, 20. Die Schriftstelle in Kor, 11 : 27-29, die zur Stützung dieser Falschlehre herangezogen wird, ist aus dem textlichen Zusammenhang gerissen. Sie gilt in Wahrheit der Selbstprüfung aller, die ansonsten teilnehmen können. Die Gesellschaft verwehrt somit 99% der Brüder und Schwestern, der einen und einzigen christlichen Berufung, die es gibt, nachzukommen, und schneidet sie somit vom ewigen Leben ab, wie es Christen allein verheißen ist. Eph. 4: 1-6. Ein solches Jüngermachen kann ich nicht länger als christlich vertreten, Es ist eine Vermessenheit der Gesellschaft, die 144 000 und die "große Volksmenge" auf diese Weise in "Gottes Vorhaben" festzuschreiben, (1. Kor. 13: 9, 10) und die Mehrheit aller treuen Brüder und Schwestern in Falschanwendung von 1. Kor. 11: 27-29 als "unwürdig" hinzustellen. Das ist christlich ernstlich nicht zu verantworten.

Von ihrer Behauptung, von Gott direkt geleitet zu werden, leitet die Gesellschaft auch ein Recht ab, über andere mittels eigener "Rechtskomitees" zu "richten" und Sünder u Kritiker durch den Gemeinschaftsentzug in den "zweite Tod" zu schicken. Nur wer die Deutungen und Vorstellungen der Gesellschaft über Gott und Christus anerkennt, bekomme ewiges Leben. Mit dieser unerhörten Anmaßung sie Jesus Christus praktisch das Richteramt aus der Hand, degradiert ihn zu ihrem Urteilsvollstrecker und erhebt sich praktisch über ihn. Jes. 11 : 1-5, Matth. 7: 1-6. Des weiteren erklärt sie die 4 Milliarden Menschen, die zur Zeit auf Erden leben, als vernichtungswürdig, nur weil sie ihre Deutungen und Vorstellungen von Gott und Christus nicht kritiklos annehmen, oder anders an Christus glauben, als die Gesellschaft will. Auch dies ist christlich gänzlich fragwürdig und nicht zu verantworten. Joh. 3: 16-18.

Wie ich mich überzeugen mußte, verleitet die Gesellschaft auch zu Geldschmuggel in die BRD und verstößt somit gegen die Devisengesetze der DDR (Das von uns gespendete G. H. Geld). Das stellt einen kriminellen Akt dar, der von der Bibel ausdrücklich mißbilligt wird, und dessen sich Christen in keiner Weise schuldig machen dürfen. Römer 13: 17, Matth. 22: 16-21 NW. Einer solchen Organisation kann ich als Christ nicht länger dienen.

Die Gesellschaft lädt weiter allen Brüdern und Schwestern in familiärer, ehelicher, erzieherischer, beruflicher und gesellschaftlicher Hinsicht Lasten auf, die christlich nicht gefordert sind. Luk. 11: 46, 1. Kor. 4: 6. Damit beraubt sie uns der christlichen Freiheit und unterwirft uns kritiklosem Gehorsam und geistiger Entmündigung (Gal. 5: 1, 2. Kor. 3: 17, 1. Kor. 14: 20) und verhindert die freie Entfaltung eines christlichen Gewissens (Römer 14: 1-4). Dadurch richtet die Gesellschaft in Ehen, Familien und menschlichen Beziehungen vielen Schaden an. So wird hinter dem äußeren Bild eines "geistigen Paradieses" in Wirklichkeit großes Unheil gestiftet, lieblos das "Haus geteilt" und verfeindet und verteufelt, und eine familiäre Ruine geschaffen. Ich kann als Christ nicht länger dieses "geistige Paradies" vor anderen Menschen heucheln, dieweil es in fast keiner Zeugen-Familie existiert und fast alle unter dem Stress der Gesellschaft leiden.

Diese hier aufgeführten Punkte widerspiegeln sich auch im Verhalten der Ältestenschaften, der ich unterstand. Unsere Altesten, außer Br. S., handeln ausgesprochen materiell orientiert und verhalten sich den geistigen und sozialen Bedürfnissen der "Schafe" gegenüber desinteressiert. Außerdem ist die ganze "theokratische Kriegslist" unchristlich. 2. Kor. 4: 2 NW, Jak. 2: 14-17, Kol. 3: 5, 1. Joh. 3: 17,18, 1. Tim. 1: 4. Die Gesellschaft mit ihrer hörigen Ältestenschaft übt keinen heilenden Einfluß auf "geteilte Häuser" aus, sondern schreibt den Andersgläubigen fälschlich als Ungläubigen von vornherein ab, wenn er sich den Deutungen und Vorstellungen der Gesellschaft nicht bedingungslos anschließt. Das ist christlich unerträglich. Markus 9: 36-41. Weiterhin verschweigt die Ältestenschaft den "Schafen" die widersprüchlichen Lehren der Gesellschaft aus der Vergangenheit bis in die Gegenwart, macht alle Lehrkurven mit und hilft, die längst erwiesene Unglaubwürdigkeit der Gesellschaft vor den Menschen zu vertuschen. 2. Tim. 4: 3, 4.

Mit dieser Handlungsweise der Gesellschaft und ihrer Ältestenschaft wird der Name Jehovas nicht geheiligt, sondern vor uns und anderen Menschen sichtbar unglaubwürdig gemacht. Das kann ich mit meinem christlichen Gewissen nicht länger vereinbaren. Deshalb trenne ich mich hiermit von der Wachtturm-Gesellschaft und ihrer Organisation, um ein treuer Zeuge Christi zu sein, wie es nach Apg. 1 : 8 erforderlich ist.

Ich lehne jede Gerichtsbarkeit irgendwelcher "Rechtskomitees" der Gesellschaft ab, da sie - wie zuvor dargelegt -, keine von Christus Jesus eingesetzte Rechtsgrundlage haben. Möge diese meine Entscheidung für Aufrichtige ebenfalls ein Anstoß zum Nachdenken sein, wie ich meinerseits ihnen gern weiter hilfreiche Auskunft zu geben bereit bin, gemäß dem christlichen Grundsatz, alles zu prüfen und das Gute festzuhalten. 1. Thess. 5: 21. -
In christlicher Verbundenheit
Euer Bruder
Michael Heyne
15 Potsdam, Geschw. Scholl-Str. 59
Bisherige Auswirkungen
Bisherige Auswirkungen
Diese Erklärung unseres Bruder Michael Heyne hat inzwischen sowohl in Potsdam selbst wie auch an anderen Orten weitere Verbreitung gefunden. Vor allem was die Zurückweisung der "Rechtskomitees" und deren Beschlüsse betrifft, war hierfür die ähnliche Erklärung der Geschw. Knappe aus Dresden (CV 109 111/1978) wegweisend. In Potsdam selbst hat dies inzwischen zu weiteren Neuentscheidungen geführt. Verfolgt die weiteren Berichte in CV hierüber.
CVN

Robert Linde, WTG-Zweigbüro Thun/Schweiz bestätigt:
EIN SOLCHES PARADIES KANN ES NICHT GEBEN, DAS IST UNMÖGLICH
Nimm die Bibel und prüfe es nach
Die Wachtturm-Paradies-Verkündigung
Wie allen bekannt ist, soll die Tausendjahrherrschaft nach Harmagedon in irdischer Hinsicht ein Paradies sein, in dem zwischen den Menschen auch zwischen den Tieren Frieden herrschen soll. Es wird Jesaja 11 : 6-9 zitiert, der Löwe soll Stroh fressen wie das Rind, der Wolf wird zu Gast bei Lamm weilen usw. Dieses Friedensbild existiert auch von Gemälden, Ansichtskarten und Wandbildern und wurde in verschiedenen Zeugen-Versammlungen als Hochzeitsgeschenk verwendet.

In vielen Büchern hat die Wachtturmgesellschaft dies der Menschheit verkündigen lassen. Zeugen beglücken ihre kleinen Kinder mit diesem Bild und versprechen ihnen, daß sie in der "neuen Welt" mit Löwen und Tigern spielen können. Wir müssen allen die schockierenden Tatsachen unterbreiten, daß diese Paradiesverkündigung eine furchtbare Täuschung der Herzen der Arglosen ist. Römer 16: 18. Wer den Mut hat, Tatsachen ins Auge zu schauen, lese mit offenen Augen die nachfolgenden Ausführungen. Es ist eine Zumutung, was erwachsenen Menschen, mündigen Christen hier seitens der Wachtturmgesellschaft verkündigt wird. Es ist kein Spott und kein Hohn, sondern bittere Wahrheit: Diese Paradiesverkündigung liegt auf dem Niveau von Kinderverstand, Naivität und absoluter christlicher Entmündigung. Seht die biblischen Beweise.

Es hat nie Frieden unter den Tieren gegeben
Die Wachtturmgesellschaft läßt im Buch "Rettung aus der Weltbedrängnis steht bevor" (1975), Seite 180, Absatz 4 ihre Zeugen den Menschen verkündigen: "Die wilden Tiere reißen und fressen keine Haustiere mehr. Sie sind zahm und gutartig geworden. Sie sind keine Fleischfresser, sondern sind Pflanzenfresser geworden. Ein solcher Friede zwischen den Tieren bestand auf der Erde im Garten Eden, bevor Jehova Gott den vollkommenen Mann und die vollkommene Frau in diesen Garten setzte." Diese Veröffentlichung ist purer Unsinn, Nach der Bibel hat es im "verlorengegangenen Paradies" überhaupt keine zahmen und gutartigen Tiere in diesem Sinne, keinen Frieden zwischen den Tieren gegeben. Sie kamen lange vor den Menschen von vornherein schon als "wilde Tiere" ins Dasein. Wir lesen in 1. Mose 1: 24,25, "Die Erde bringe hervor alle Arten lebender Wesen, Vieh, Gewürm und wilde Tiere . . . Da machte Gott alle Arten der wilden Tiere " Die Wachtturmgesellschaft setzt das einfach außer Kraft. Die Schlange ist z. B. schon "listiger als alle Tiere des Feldes" gewesen, "die Gott geschaffen hatte". 1. Mose 3: 1. Ein "wiederhergestelltes Paradies" mit wiederhergestelltem Frieden unter den Tieren ist von daher schon eine Unmöglichkeit.

Weil die Tiere nicht im "Bilde Gottes" geschaffen sind
Es ist weiter purer Unsinn, daß die Tiere wieder "gut" werden würden. Nur der Mensch wurde "im Bilde Gottes" geschaffen. Die Begriffe oder Kategorien "gut" und "böse" sind auf die Tierwelt überhaupt nicht anwendbar oder übertragbar. Nur im Märchen gibt es den "bösen Wolf" (Rotkäppchen). "Gut" und "böse" sind allein der menschlichen Vernunft zugeordnet, die Tiere sind weder gut noch böse, da sie keinen Verstand haben. Die Wachtturmgesellschaft überträgt hier die Maßstäbe der menschlichen Vernunft in die Tierwelt, das kann sich allenfalls der Märchendichter erlauben.

Die Tiere sind niemals "böse" geworden, sie haben keinen "Sündenfall", sind nicht durch Ungehorsam auf einen bösen Weg geraten. Sie konnten und können und werden es nicht können, zwischen gut und böse zu unterscheiden. Nur für den Menschen war der "Baum der Erkenntnis", was "gut" oder "böse." ist, gepflanzt worden, nicht für die Tiere. Christus ist schließlich nicht für Tiere gestorben, um sie vom Bösen zu erlösen. Eine "Wiederherstellung" der Tierwelt zum "Guten" ist daher eine absurde Verkündigung. Das gleicht ernsthaft einem Märchen. Überlege, was sich ergeben würde, wenn die Tiere "wieder friedlich" werden sollten.

Sollten sie "wieder friedlich", wieder "gut" werden, dann ergäbe sich auch für sie automatisch die Frage eines ewigen Lebens. Denn die Vögel würden die Raupen nicht mehr fressen, die Spinnen keine Mücken mehr, die Katzen keine Mäuse mehr, der Löwe keine Antilopen mehr usw., von der Großtierwelt bis in die Welt der Kleinsttiere, der Bakterien, würden das reichen müssen. Damit käme das gesamte ökologische Gleichgewicht der Natur aus den Fugen, das auf dein Getötet- und Gefressenwerden in der Tierwelt entscheidend aufgebaut ist. Wenn also dieses "Böse" aufhören soll, alle Tiere "friedlich" würden, auf das sie so leben, wie die Menschen, oder wie die Wachtturmgesellschaft sagt, "bestimmt wird es aber im Tierreich nicht anders sein als in der menschlichen Gesellschaft" (Buch Rettung Seite 180, Absatz 5), dann würde also auch der Tod unter den Tieren verschwinden müssen. Damit stellt sich die Frage eines ewigen Lebens für sie. Was für ein Unsinn!

Wenn es also dann weiter in diesem Rettungsbuch heißt: "Das Tierreich muß ein Spiegelbild der menschlichen Gesellschaft sein, es muß die Verhältnisse unter den Menschen widerspiegeln" (Abs. 5), dann ist das doch etwas für Kinder und Unmündige, für Naive. Ein Berliner, dem dies dargelegt wurde, reagierte: "Mensch, willste mir vakohlen, det is doch wat für Klein-Doofchen mit Plüschohren." Wir müssen lachen, aber ist es wirklich anders?

Am Ende müßte auch die Vermehrung der Tiere aufhören, eben weil die Spinne keine Mücken mehr frißt, die Vögel keine Raupen mehr, die Katzen keine Mäuse mehr, die Füchse keine Hasen mehr, die Löwen keine Antilopen mehr usw. Wenn sie dennoch sterben sollten wegen der Vermehrung, dann können sie sich auch weiter fressen. Wir sehen, es wird langsam albern. Wenn das Tierreich ein Spiegelbild der menschlichen Gesellschaft werden soll laut Wachtturm, dann lügt die Bibel, weil Gott dann die Tiere ursprünglich auch in "seinem Bilde" geschaffen haben müßte. Die Tiere können nicht "gut" werden, weil sie niemals "in Sünde gefallen" oder "böse" geworden sind, auf daß sie davon "erlöst" werden müßten. Es ist wirklich eine Zumutung an den Verstand, was der Wachtturm da verkünden läßt.

Robert Linde (WTG) bestätigt: Gift, Tarnmantel und Folterzangen - Kongreß München 1978
"Gift, Tarnmantel und Folterzangen" gehören zu den naturgegebenen (die Erde bringe hervor, 1. Mose 1: 24) "Angriffs- und Verteidigungsstrategien in der Tierwelt." Wir lesen darüber in einer Abhandlung von Patricia Frank: "Ebenso mannigfaltig wie wirksam sind die Angriffs- und Verteidigungsstrategien in der Tierwelt wichtigste Grundlage für das ökologische Gleichgewicht. Gifte werden bei den meisten Tiergruppen und vielen Pflanzengruppen als "Waffe" eingesetzt. Zum Beispiel alle bekannten 30 000 Spinnenarten. Bewegliche Spitzklauen sind bei fast allen Spinnenarten als "Giftinjektionsspritzen" ausgeprägt. "Stichwaffen" verwenden Tiere wie Nashörner, Antilopen, Störche, Rinder. Weite Verbreitung von Zangenwaffen. So hat der größte Krebs der Welt, das Männchen der japanischen Riesenkrabbe, Scherenfüße von etwa 1,4 Meter Länge . . ." (Berliner Zeitung, 10./11. Juni 1978) Die Wachtturmgesellschaft hat auch in diesem Zusammenhang einen guten Grund, den Zeugen das Zeitungslesen so gut es geht zu verteufeln. Sie könnten beim Lesen solcher Dinge wie hier nachdenklich werden.

Aber Br. Robert Linde vom WTG-Zweigbüro in Thun/ Schweiz bestätigte in seinem Vortrag, "Liebe - der vorzüglichere Weg", auf dem WTG Kongreß 1978 in München die Unmöglichkeit eines paradiesischen Tierfriedens und wies diese Vorstellungen selbst in das Reich eines Märchens.

Er führte aus: "Und gerade noch etwas: Was verabreicht uns eine Biene, wenn wir zu nahe treten? Einen schmerzhaften Stich! Jehova hat also dieses wertvolle Insekt mit einem geschickt wirkenden Schutz versehen". Es war also Jehova selbst, der die Biene mit einem Giftstachel versehen hat! Ist die Biene deswegen als "böse" einzustufen? Müßte sie, um wieder "gut" zu werden, diesen Giftstachel ausspucken? Müßte sie von diesem tatsächlich tödlich wirkenden "Waffen", bei gehöriger Dosis, "erlöst" werden? Wie lächerlich. Die Erde hat die Biene schon giftig hervorgebracht. 1. Mose 1: 24. Sie war nie zahm, sondern immer schon wild. Kommen wir noch einmal zurück zum "Garten Eden".

Haie, Kamele, Eisbären, Saurier, Raubwale
Keiner frißt den anderen. Die Wachtturmlehre, ein solcher Friede unter den Tieren habe auch im Garten Eden geherrscht, ist auch aus folgendem Grund eine Täuschung der Herzen Argloser. "Eden" war keine Wüste. So gab es dort auch keine Wüstentiere wie Kamele. Es konnten auch keine Eisbären dort sein. Raubfische wie Haie, Wale, die nur in den Ozeanen leben können und auf massenweise Kleinfische angewiesen sind, konnten auch nicht in "Eden" sein, weil es in "Eden" keine Ozeane gab. Im "Fotodrama der Schöpfung", in dem eine Evolution der Tiere zugegeben wird, zeigt die WTG selbst Tiere wie Saurier, die lange vor den Menschen schon wieder ausgestorben waren, Raubsaurier, Riesenechsen u. a. m. Die konnten auch nicht in "Eden" gewesen sein. Der ganze einstmalige "Tierfrieden" im "Paradies" ist also ein völlig unbiblisches und haltloses Märchen, das man erwachsenen Menschen vorgaukelt. In "Eden" war schon die Schlange "listiger" als alle Tiere. Wie konnten also dort alle Tiere "friedlich" sein? Wozu Vorsicht oder List, wenn alle nur friedlich sind? Die Wachtturmgesellschaft selbst führt auf Seite 182 ff ihres Rettungsbuches (1975) den Gedanken ein, daß Jesaja 11: 6-9 nur übertragene, sinnbildliche Bedeutung habe, indem sich seit 1919 mit der Organisation ein "geistiges Paradies" entwickele, in dem es lediglich so sei, als ob ein kleines Kind mit Giftschlangen spielen könne. Das ist eigentlich der Todesstoß für den andererseits gepredigten Glauben an einen paradiesischen Frieden auch unter den Tieren. Ist ihnen in Brooklyn selbst nicht ganz geheuer dabei? Es muß wohl so sein, wenn sogar WTG-Zweigbüro-Mitarbeiter der Ansicht sind und diese auf Kongressen verkündigen, daß Jehova selbst die Tiere mit giftigen und schmerzhaften, ja tödlichen Waffen ausgerüstet habe zur Erhaltung ihrer Art. Steht nach dem falschen Weltende von 1975 auch der Paradiesglaube auf der Liste?

Dem ganzen Sachverhalt nach, wie er hier in wesentlichen Punkten vor Augen geführt wurde, ist die verkündigte buchstäbliche Erfüllung von Jesaja 11: 6-9 völlig unmöglich.

Was ergeben sich für Konsequenzen?
Wenn die buchstäbliche Erfüllung von Jesaja 11: 6-9 in der Tausendjahrherrschaft nicht stimmt, dann haben alle Zeugenmütter ihren kleinen Kindern wirklich ein Märchen erzählt, daß sie dereinst mit Nattern und wilden Tieren spielen können. Dann gibt es auch kein "wiederhergestelltes Paradies", wie über 100 Jahre lang gepredigt, kein derartiges "Vorhaben Gottes", das sich wirklich als "Vorhaben Gottes" erweist sondern als WT-eigene Konstruktion. Genauso ist es.

Es ist seitens der Wachtturmgesellschaft überhaupt eine Anmaßung, "Gottes Vorhaben" wissen zu wollen. Wenn die Schrift sagt - Jesaja 55: 8, 9 und Römer 11 : 33 - daß niemand in der Lage ist, "Gottes Wege" zu ergründen oder zu erforschen, dann muß sich auch die Wachtturm-Organisation darin als ein falscher Prophet erweisen. "Der Buchstabe tötet, der Geist macht lebendig". 2. Kor. 3: 6. Eine buchstäbliche Erfüllung von Jesaja 11 : 6-9 ist eine derartig biblisch und schöpfungsgemäß unhaltbare Ungereimtheit, daß das ganze von der Wachtturmgesellschaft konstruierte "Vorhaben Jehovas" zusammenbricht. Es wird kein Wachtturm-Paradies geben. Die bisherigen "Verschiebungen" dieses Paradieses - 1914, 1925, 1945, 1975 - bestätigen das nur. Man kann aber den zweiten Schritt nicht vor dem ersten tun. Darum sollten diese Feststellungen der Anlaß sein, nunmehr auf dem Wachtturmweg innezuhalten, um dieses ganze Werk erst einmal gründlich kritisch zu überprüfen. Wer wollte sich selbst und anderen etwas zumuten, was es nicht geben kann, was unmöglich ist? - biblischer Grundlage entbehrt.
O. O.

DARF EIN CHRIST WÄHLEN?
Zu den bevorstehenden Wahlen im Lande
Darf ein Christ wählen? Mit dieser Frage beschäftigen sich immer mehr Zeugen Jehovas gründlicher als bisher. Deshalb ist es angebracht, näher darauf einzugehen, stehen doch 1979 wieder Wahlen in unserem Lande bevor. Oft trifft man einige an, die, auf die Richtlinien der Organisation gestützt, jede vernünftige Aussprache über die Notwendigkeit der Wahl mit haltlosen Argumenten boykottieren. Andere geben sich Voreingenommenheiten hin, die jedes Verantwortungsbewußtsein vermissen lassen.

Mit dem Entstehen der Demokratie, zu deutsch Volksherrschaft, ergeben sich Recht und Pflicht der Menschen, die notwendigen "obrigkeitlichen Personen" (1. Tim. 2: 2) durch Auswahl oder Wahl der noch menschlichem Ermessen Geeignetsten in die staatlichen Ämter in Dorf, Stadt und Land zu berufen. So war es zur Zeit der ersten Christen natürlich nicht. Grundsätzlich hatte das Volk damals wenig oder keine Möglichkeit, sich an der Wahl eines Staatsoberhauptes usw. zu beteiligen. Kaiser, Könige oder wie sie auch immer genannt wurden, hatten meistens ihre Nachfolger oder Beauftragten aus ihrer Blutsverwandtschaft ausgewählt, Thronnachfolger, Prinzen u. a. m. Fast 2000 Jahre sind seit der urchristlichen Zeit vergangen.

In unserem Land sind Christen heute gleichberechtigte und gleichverpflichtete Bürger, was Gesetz und Ordnung betrifft. Die Gottesdienstfreiheit wird staatlich geschützt und ist verfassungsmäßig garantiert. Es versteht sich von selbst, daß jede eigene Freiheit dort endet, wo die Rechte der anderen anfangen. Was Jehovas Zeugen betrifft, so gibt es da einige Besonderheiten. Das Ergebnis einer Studiengruppe ist dies.

Wie man feststellt, sind sie durchschnittlich wohlhabende und guteingerichtete Personen. Viele besitzen ein Auto und eine modern eingerichtete Wohnung. Sie sind Nutznießer von modernsten Geräten wie Rundfunk, Fernsehen, Tonband, Telefon, Plattenspieler. Sie nutzen sämtliche sozialen Einrichtungen wie Krankenhaus, Entbindungsheime, Ferienheime, Kur- und Sozialversicherung und Sozialfürsorge. Haben sie Probleme, dann wenden sie sich auch an die zuständigen Behörden oder "obrigkeitlichen Personen", damit Abhilfe geschaffen werde.

Haben sie Erfolg, dann sind sie überaus freundlich und dankbar. Geschieht es nicht zu ihrer Zufriedenheit, dann wird nicht nur geschimpft, dann lassen sie sich mitunter zu "Satans" Anklagen hinreißen, es sei eben alles Teufelswerk. Natürlich tun sie das nicht offen vor den "obrigkeitlichen Personen" sondern "Untergrund". Denn alles wollen sie haben, auf nichts wollen sie verzichten, wenn diese "weltlichen Behörden" auch "Satansdiener" sind. Da ist die christliche Lehre völlig vergessen, daß diese "obrigkeitlichen Personen" schriftgemäß "Gottesdiener" sind.

Diese Staatsverteufelung führte dann auch soweit, die Behörden hinters Licht zu führen durch bewußte Falschheit und Lüge. Amtspersonen wurden durch Karikaturen und ausfallende Redensarten beleidigt und geschmäht (Titus 3: 1, 2), sogar auf öffentlichen Kongressen. Protestresolutionen und Drohbriefe glaubte man, verfassen zu müssen. Alles in allem ein recht eigensinniges unchristliches Verhalten in dem Glauben, dem Christentum einen guten Dienst zu erweisen. Haben sie bisher nicht viel erreicht, so wird es auch in Zukunft sein. Wenn sie sich unbeobachtet fühlten, haben sich nicht wenige hin und wieder unmöglich benommen. Von der urchristlichen Lebensweise war wenig zu verspüren. Apg. 4:32-36. Im Gegensatz zu den Urchristen waren sie allenfalls stundenweise Christen. Hinter allem stand ausgesprochen und unausgesprochen die angebliche seit 1914 geltende Nichtanerkennung der Macht und Autorität der politischen Regierungen.

Wie dachten die Apostel?
Paulus, ein Apostel Jesu, war ein sehr geachteter Nachfolger des Herrn. In seinem Brief an die Christen in Rom schrieb er: "Die Regierenden erfüllen einen Auftrag Gottes, indem sie ständig über dem Recht wachen, Gebt also allen Vertretern der Staatsgewalt, was ihr ihnen schuldig seid. Zahlt Steuern und Zoll. Erkennt ihre Autorität a n und erweist ihnen die Ehre, die ihnen zusteht." Römer 13, Vers 6 und 7, DNG. An Timotheus schrieb Paulus: "Vor allem liegt mir daran, daß ihr als Gemeinde Bitten und Gebete, Fürbitte und Dank vor Gott bringt. Betet für alle Menschen, für die Regierenden und für alle, die Gewalt haben (obrigkeitliche Personen, Menge), damit wir ein Leben in Ruhe und Frieden führen können, fromm und anständig in jeder Hinsicht". 1. Tim. 2: 1-2 DGN. Tertullian aus Afrika schrieb noch um 200 n. Chr. über die christlichen Versammlungen: "Wir beten auch für die Kaiser, für ihre Beamten, für den Bestand des Reiches, für die Ruhe der Staaten", (Schuchert, Kirchengeschichte, S. 182) Ganz anders handeln Jehovas Zeugen, die noch den Anweisungen der Wachtturmgesellschaft handeln.

Nach wie vor spotten und höhnen sie feindselig und verächtlich: "Warum sollten wahre Christen die Politik meiden, wenn sie doch anscheinend viel tun könnten, um die Welt zu verbessern? Laut der Bibel geht die Antwort dahin, daß wahre Christen weder die Demokratie, den Sozialismus, Kommunismus noch irgendeine andere menschliche Regierungsform als Heilmittel für die Weltbedrängnis befürworten oder predigen! - Aus Gewissensgründen stehen sie davon ab, an der Politik dieser Welt teilzunehmen, ja selbst an Wahlen. Sie wissen, daß die politische Beteiligung nicht nur zu nichts führen würde, sondern ihnen sogar noch Gottes Mißbilligung eintrüge. Sie wußten, daß Gottes Königreich dazu bestimmt ist, alle politischen Herrschaften zu vernichten, und daß jene, die Politik treiben, Feinde Gottes sind und dadurch zur Vernichtung in Betracht kommen. - Wahre Christen zeigen also, daß sie Nachfolger Christi sind, indem sie nicht versuchen, diese Welt zusammenzuflicken oder sie durch Politik zu verbessern. Ungeachtet, wieviele Stimmen für die Herrscher dieses bösen Systems der Dinge abgegeben werden, ist es zum Untergang verurteilt. Kein noch so großer politischer Feldzug, keine Zahl der Namenchristen, die sich mit Politik befassen, und k e i n s d e r vielen Gebete für diese Welt, die Geistliche oder Politiker sprechen mögen, wird sie vor der sicheren Vernichtung bewahren". (Wachtturm, 1. 1. 57, S. 5-8) Was für ein Wachtturmhohn auf die Gebetsforderungen des Apostels Paulus an Timotheus bezüglich Staat und Regierung. Mit dieser Hetzpropaganda wiegelt man natürlich jeden Zeugen Jehovas auf, eine feindselige Haltung gegenüber den Bemühungen der "obrigkeitlichen Gewalten" einzunehmen. Wer Jehovas Zeugen kennt, weiß nur zu gut, wie genau oftmals solche Weisungen der Wachtturmgesellschaft umgesetzt wurden, Ja, Jehovas Zeugen gehen sogar noch einen Schritt weiter und belehren andere Menschen in diesem spöttischen, höhnenden, feindseligen und schmähenden Sinne. Mit Recht stellt sich jede "obrigkeitliche Person" die Frage, wo solche Massenverkündigung mit ihren Millionenauflagen hinführt. Es gibt genügend Beweise, was daraus für Folgen entstanden sind.

Erkennt ihre Autorität an
Der jetzige Zustand unter Jehovas Zeugen in diesen Fragen ist eine extreme politische Pervertierung oder Entartung, in die sie schrittweise durch die Wachtturmgesellschaft hineingeführt worden sind. Es ist nützlich, einmal kennenzulernen, was C. T, Russell, der 1. Wachtturmpräsident einst schrieb. In Band 6 Schriftstudien lesen wir: "Den Menschen Ehren zu erweisen, ihrem Charakter oder ihrer öffentlichen Stellung an den Gegensätzen unterworfen zu sein, bedingt keine Teilnahme an der Regierung dieser Welt. Wo der Abstimmungszwang gesetzlich eingeführt ist, sollte sich die Neue Schöpfung ohne Murren fügen, an den Abstimmungen Lind Wahlen teilzunehmen und von ihrem Stimmrecht den gewissenhaftesten Gebrauch machen, denen ihre Stimme geben, welche sie als die besten Kandidaten betrachtet. Wo kein Stimmzwang besteht, sollte sich, d e r M e i n u n g s i n d w i r, die neue Schöpfung der Teilnahme an Wahlen und Abstimmungen enthalten". (S. 550 f, 1904). Damit ist erwiesen, daß C. T. Russell über Wahlbeteiligung nur seine eigene Meinung äußerte,

Die Schrift verlangt jedoch, daß Christen d i e A u t o r i t ä t der Regierenden anerkennen, wie wir lasen. Mit der Lehre von J. F. Rutherford seit 1925, Christus habe seit 1914 allein rechtmäßig alle Macht und Autorität, die Regierenden hätten sie seit 1914 schon an ihn abzutreten - u. a. schon Kaiser Wilhelm! (Dein Wille geschehe auf Erden, S. 268) - wurde diese Forderung der Schrift systematisch ins Gegenteil verkehrt. Tatsächlich haben Zeugen Jehovas demgemäß auf Wahlzettel geschrieben, wo es um "obrigkeitliche Personen" ging, sie hätten seit 1914 Christus gewählt! Was für eine Pervertierung oder Entartung christlichen Denkens! Als ob Christus seit 1914 vom Himmel her die "obrigkeitlichen Personen" abgesetzt hätte, so daß sie nicht mehr gewählt werden dürften und er Dorf, Stadt Lind Land vom Himmel her regieren und verwalten würde. Was für eine Verkorksung des Sinnes ist das doch! Da müßte Christus seit 1914 ja die Funktionen aller Bürgermeister, Landräte, Abgeordneten, Senatoren, Minister, Kanzler, Präsidenten und Staatssekretäre übernehmen. Und keiner begreift diesen Unsinn, ja, man geht damit sogar noch unter die Menschen, und selbst an die Tür der "obrigkeitlichen Personen". Was Wunder, wenn sie urteilen, Jehovas Zeugen seien da religiös-politisch nicht ganz normal. Mögen sich alle deshalb durch folgenden "Lichtblick" des Wachtturms, den er einmal hatte, zurechtbringen lassen: "Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. - Dieses starke Recht auf Liebe zu sich selbst drängt jeden Menschen, an die eigene Bewahrung zu denken, an Schutz vor Schädigungen von Leib und Leben, an die Vermeidung all dessen, was ihn verletzen könnte, und an die Vorsorge fall das, was zu seiner Weiterexistenz erforderlich ist. - Das Bedürfnis, das der Mensch hat, in Geselligkeit zu leben, ist eines der Urgesetze der Natur, von denen sich unsere Pflichten und Rechte herleiten, und die Existenz einer Gesellschaft hängt von der Bedingung ab, die Rechte aller Menschen zu respektieren. - Wo solch soziale Interessen auf gesunde Weise gefördert werden, bringen sie Freude und Zufriedenheit. Nur Verbrecher und geistig Unzurechnungsfähige werden von der Verbindung mit der menschlichen Gesellschaft ausgeschlossen". Wachtturm, 15. 9. 1956, S. 559 -563.

Wenn allen Menschen christlich erlaubt ist, "obrigkeitliche Gewalten" oder "obrigkeitliche Personen" in Dorf, Stadt und Land zu haben und ihre Autorität anzuerkennen, dann kann man andererseits nicht predigen, solche politischen Personen seien Feinde Gottes, die zur Vernichtung in Betracht kommen, man dürfe sie nicht wählen, jede Stimmabgabe für sie sei nutzlos. Das schlägt den schöpfungsbedingten sozialen Interessen, um deretwillen sie da sein bzw. gewählt werden müssen, ins Gesicht. Eine solche Predigt muß als sozialfeindlich und unzurechnungsfähig zurückgewiesen werden. Der Christ selbst hat soziale Interessen, um deretwillen "obrigkeitliche Personen" berufen bzw. gewählt wer den müssen. So ergibt sich für Christen sogar eine soziale Pflicht zur Teilnahme an der Wahl möglichst bestgeeigneter "obrigkeitlicher Personen" in Stadt und Land. Wahlenthaltung wäre ein unchristliches "Vorbild" an elementarster sozialer Verantwortungslosigkeit. -
Eine Gruppe ehemaliger leitende ZJ

EIN MENSCH, DEN MAN NICHT VERGISST
Kreisdiener Heinrich Ditschi - ein aufrechter Verteidiger christlichen Glaubens (6)
Kreisdiener-Woche in Velbert
Selbstverständlich waren die Erfahrungen mit Br. Ditschi nicht schmerzlich. Im Gegenteil! Das Kennenlernen dieses wertvollen Menschen wiegt schon den größten Teil der Bitternis auf, die man durch geistiges Gangstertum in der Tretmühle der WTG erfahren mußte. Nach der Kreisversammlung Langenberg ist die Kreisdienerwoche mit Br. Heinrich Ditschi eines jener Erlebnisse, deren man sich gerne erinnert.

Entsprechend den Dienstanweisungen hätte die Dienstwoche ungefähr in diesem Rhytmus ablaufen müssen: Einführung und Eröffnungsansprache des Kreisdieners am Dienstag. Es folgt die Dienstversammlung und Predigtdienstschule. Im Anschluß daran erteilt der Kreisdiener Rat und spricht auch über die Versammlungstätigkeit im allgemeinen. In den folgenden Tagen schult der Kreisdiener im Dienst von Haus zu Haus die Pioniere (wenn vorhanden) sowie Verkündiger, die sich beruflich freimachen können. Straßendienst am Sonnabend um 15.00 Uhr, öffentlicher Vortrag am Sonntag um die gleiche Zeit. Im weiteren Verlauf des Schlußprogrammes gibt der Kreisdiener einen zusammenfassenden Überblick über die Tätigkeit der Woche und verabschiedet sich von der Versammlung.

Unbestritten ist der herausragende Punkt einer Dienstwoche der öffentliche Vortrag des Kreisdieners. Br. Ditschi hatte sich eine zusätzliche wirksame Überraschung ausgedacht. Im Normalfall hätte auf den Vortrag das Wachtturm-Studium stattfinden müssen. Aber so, wie der Kreisdiener aus besonderen Gründen bereits den Dienstag "auf den Kopf" gestellt hatte, war auf seinen Wunsch hin auch das WT-Studium „vorgezogen" worden auf den Vormittag. Das ging zwar auf Kosten des Haus-zu-Haus-Dienstes, ermöglichte aber eine "reservierte Stunde" für Interessierte von 16.00-17.00 Uhr. Auf diese Weise erhielten eingeladene Gäste die Möglichkeit, sich ungezwungen zu äußern. Tatsächlich gestattete der Kreisdiener die kompliziertesten Fragen, und er beantwortete sie alle ruhig, gelassen. Darum war diese Stunde besonders wertvoll.

Abschließend hielt dann Br. Ditschi seine Schlußansprache. Um 18.00 Uhr war das Tagesprogramm beendet, und damit hatte auch eine interessante Dienstwoche - geprägt von einem Kreisdiener - ihren Abschluß gefunden.
Kriterien der Versammlung: "Br. Müde", "Schw. Schläfrig", "Schw. Itzenblitz" und "Br. Naseweis"!
Es lohnt sich, einige Höhepunkte dieser Kreisdiener-Woche etwas näher in das Blickfeld zu rücken. So erhält der Leser eine lebendige Vorstellung von einem nicht alltäglichen Bruder, von seinem Charakter, seinem quecksilbrigen Geist, seiner Anpassungsfähigkeit, seinem Humor, seiner Spritzigkeit, seiner Eleganz.

Plastisch vor Augen steht mir noch heute jener bewußte Dienstag, da der Kreisdiener inmitten der Versammlung saß - verdeckt durch die Mettmanner Brüder - und unbemerkt seine Beobachtungen anstellte. Als er dann zur gegebenen Zeit überraschend aufstand, zum Podium ging und sich vorstellte, war man auf allerhand gefaßt.

Natürlich fiel Br. Ditschi nicht mit der Tür ins Haus. Er dachte nicht daran, das Resultat seiner Beobachtungen der Versammlung sofort zu präsentieren. Zunächst goß er "Salböl" aus, machte witzige Bemerkungen über interessante Dinge, die er in einer vorbildlichen Versammlung des Kreises erlebt hatte, und er empfahl sie zur Nachahmung. Dann kam er unmerklich auf die Kriterien zu sprechen. Seine tadelnden Worte galten allerdings nicht der Versammlung Velbert. Ach wo! Im Mittelpunkt seiner Ausführungen stand eine "Versammlung anderswo". Er wolle, sagte Br. Ditschi, die schlechten Beispiele - ja, das teilweise krasse Fehlverhalten einiger Glieder dieser Versammlung, nur warnend vor Augen stellen, verbunden mit der herzlichen Bitte, die angesprochenen Dinge h i e r n i c h t Fuß fassen zu lassen.

Als typische Beispiele nannte er den "Br. Müde`, die "Schw. Schläfrig", die "Schw. Itzenblitz" (nicht zu verwechseln mit Gräfin Itzenblitz) und den "Br. Naseweis". Der "Br. Müde` übe sich in der Pantomime, seinen Geist aufzugeben. Teilnehmer der Predigtdienstschule, die zum erstenmal Sprechaufgabe absolvieren müßten, fühlten sich verunsichert in ihrem Bemühen, den Stoff für die Zuhörer erbaulich zu meistern, empfänden in dem Verhalten des "Br. Müde" einen versteckten Tadel an ihrer Sprechkunst und veranlasse sie, hochroten Kopfes zu stottern.

Die "Sches. Schläfrig" klappere ununterbrochen Augenlidern, um dem Gruppendiener zu signalisieren: Öffne das Fenster! Es ist schlechte Luft im Raum!
"Schw. Itzenblitz" praktiziere das entgegengesetzte Extrem: Mit Augen und Ohren ist sie überall. Sie hört den Holzwurm nagen im Stuhlbein des Nachbarn, sieht das winzige Stäubchen an der Zeitschriftenmappe des Gebietsdieners … Kurzum: "Schw. Itzenblitz" nimmt blitzartig die unscheinbarsten Vorgänge wahr. Nicht die geringste Kleinigkeit im gesamten Ablauf des Programmes entgeht ihren hellwachen Sinnen. Aber gerade deshalb verpasse sie in ihrem Übereifer den Anschluß in den wesentlichen und entscheidenden Dingen.

"Bist Du schon geimpft?"
Der Clou des Tages war indes das Porträt des "Br. Naseweis", das der Kreisdiener mit Unterstützung von Mimik und Gestik meisterhaft zeichnete. Zunächst macht er den Seelenzustand eines eingeladenen Besuchers sichtbar, der den Saal betritt und sofort ruckartig von 20 Augenpaaren ins Visier genommen und neugierig taxiert wird. Sodann zeigte er in wechselnden Posen die ständig sich steigernde Verwirrung des "Opfers", das sich nach diesen unerquicklichen Eindrücken zuletzt auch noch mit dem "Br, Naseweis" konfrontiert und einem "hochnotpeinlichen Verhör" unterworfen sieht.

Daß man freundlich gesinnte Besucher mit einem derart stupiden Verhalten endgültig wieder vertreibt, macht Br. Ditschi nun vollends klar, indem er die Rolle des "Br. Naseweis" in krassester Form parodierte:
Wie ein von der Sehne geschnellter Pfeil schoß er auf die erste Sitzreihe zu, stürzte sich auf den Gruppendiener, zottelte ihn am Ärmel seines Jacketts, deutete mit dem Zeigefinger der anderen Hand auf jene Stelle am Oberarm, wo bei den meisten Menschen die obligatorischen Pockenpusteln zu finden sind, und schnarrte mit der Stimme eines Großinquisitors: "He, - Du! Bist Du schon geimpft?" Ein prustendes Gelächter war die Folge dieser urkomischen Situation mit der grotesk anmutenden Fragestellung. Ja, das war wieder einmal ein Bonmot a la Ditschi. Solche Stilblüten von ihm - ob nun wörtlicher oder pantomimischer Art - waren beliebt. -

Die Methoden des Kreisdieners erwiesen sich als wirksam. Der Einzelne fühlte sich angesprochen, aber niemand war beleidigt. Daß zum Beispiel die in den Vordergrund gerückte "Versammlung anderswo" eine Farce war, ahnte man zumindest. Auch der "Br. Naseweis" war im Grunde kein Bruder. Jeder. in der Versammlung wußte, daß speziell eine ganz bestimmte Schwester von der Sucht hochgradiger Neugierde befallen war. Die Verlagerung auf das männliche Geschlecht war also nur ein zusätzlicher Trick des Kreisdieners. Die Vorspiegelung von Dingen angeblich fremder Personen milderte aber den Tatbestand für den betreffenden Sünder; ermöglichte es ihm, ein Fehlverhalten neutral zu sehen und bewegte ihn zu einer besseren Einkehr.

Andere Kreisdiener faselten von "Wäsche waschen". Br. Ditschis Methode war dagegen eine "Therapie schmerzlosen Tadels." Und sie war nützlich und heilsam. Das gibt mir die Berechtigung, zu konstatieren: Sinnfälliger kann man einen Rat wohl kaum noch dem Bewußtsein des Hörers und Zuschauers nahe bringen.
- erzählt von Hermann Bach, Potsdam -

Ernst Wauer und Konrad Franke, Wiesbaden
RELIGIÖSES ABENTEURERTUM
AUF WTG-KONGRESS MÜNCHEN 1978
Beifallsklatschen durchtoste das Olympia-Stadion
Auch bei dir Furcht, Unkenntnis und blinder Gehorsam?
Der Beweis, daß dies die WTG-Methoden sind, damit du dich bedenkenlos der Organisation unterwirfst:
Die Tatsachen zeigen, daß sich Jehova Gott heute einer Klasse des "treuen und verständigen Sklaven", einer Gruppe Gott hingegebener und gesalbter Christen bedient, um sein Werk auf Erden zu leiten.

Wenn wir uns darüber klargeworden sind, wer uns mit der Wahrheit des Wortes Gottes bekannt gemacht hat und wer den Geboten Gottes gehorcht und die Prophezeiungen der Bibel erfüllt und die christlichen Früchte des Geistes hervorbringt, ist es nicht nötig, daß wir alle Schriften lesen, die von Personen herausgegeben werden, d i e das bestreiten.

Wenn er für sich die Fragen, wessen sich Jehova bediene, wer die echten christlichen Früchte hervorbringe und die Prophezeiungen der Bibel erfülle, entschieden hat, l i e s t e r solche Schriften nicht und verschwendet damit nicht seine kostbare Zeit und r i s k i e r t n i c h t, daß sei n e L o y a l i t ä t getrübt wird. Da er seinen Glauben auf eine Erkenntnis des Wortes Gottes gegründet hat, weiß er, daß es keine Tatsachen gibt, durch die sein Standpunkt widerlegt werden kann, und daß das, was in diesen Schriften vorgebracht wird, daher Verleumdungen sein müssen". (Erwachet, Wiesbaden 8. Juni 1961)

Das Risiko der Loyalität ist nicht mehr oder weniger als die Gefahr, das Leben zu verlieren, angeblich durch Gott, wobei mit Loyalität in erster Linie immer die Treue zur WTG bzw. ihrer Organisation gemeint ist. Weil es Tatsachen gibt, die die Gruppe in Brooklyn als falsche Propheten offenbaren, ist die WTG gezwungen, wie die Inquisitoren gegen das Lesen anderer Schriften vorzugehen. Hierzulande vor allem gegen CV. Die Unkenntnis über die wirkliche WTG-Geschichte bei den Verkündigern und anderen Menschen ist eine Hauptstärke der WTG ihnen gegenüber, um sie folgsam zu machen und zu halten.

Schaltest du auch deinen eigenen Verstand ab?
"Da große Drangsal immer schneller auf uns zukommt, ist es jetzt nicht an der Zeit, selbstsicher zu werden oder auf uns selbst zu vertrauen. Wir dürfen uns n i e a u f u n s e r eigenes V e r s t ä n d n i s oder auf das anderer Menschen v e r l a s s e n, seien es nun Staatsmänner, Wirtschaftsberater, Soziologen oder religiöse Propheten . . . Vertrauen auf Jehova." (Wachtturm 1. 5. 1977, 5. 280)

Die Zeit vergeht immer gleichmäßig, niemals "immer schneller". Ja, man muß den eigenen gottgegebenen Verstand ausschalten, wenn man der WTG folgt, insofern stimmt das. Aber die Wachtturmschreiber sind doch auch nur "andere Menschen", fehlerhaft und unvollkommen. Sie sind nicht nur ebenfalls religiöse Propheten, sondern sogar religiöse Propheten mit einem ganzen Konto falscher Prophezeiungen von 1799 bis 1975! Du sollst nicht erkennen, daß das Vertrauen auf Jehova, das du haben sollst, in Wirklichkeit ein Vertrauen auf das ist, was die Wachtturmgesellschaft dir über Jehova jeweils beibringt und beizubringen gedenkt! Allein dreimal schon wurde das Buch der Offenbarung umgedeutet mit den WTG-Büchern "Schriftstudien 7", "Licht 1, 2" und "Babylon". Nur wer seinen eigenen Verstand ausschaltet, kann der Wachtturmgesellschaft Beifall klatschen, was immer sie auch predigen läßt und abverlangt.

Ernst Wauer und Konrad Franke
Es war gegen Ende des Vortrages "Vorbilder in bezug auf Glauben und Ausharren" auf dem WTG-Kongreß 1978 im Olympia-Stadion in München. Redner war Ernst Wauer, früher Zweigbüro Magdeburg. Das Thema beinhaltete nichts Neues. Es war alles zusammengetragen worden, was die Bibel über Ausharren sagt, um es nun auch nach 1975 wieder für die WTG wirksam zu machen. Das Besondere war allerdings, daß erstmals auch "neuzeitliche Vorbilder" des Ausharrens vorgestellt wurden. So holte sich Ernst Wauer, wohlgeplant natürlich, die Brüder und WTG-Vertreter Wiedenmann, Knöller, Kelberer und Franke auf die Bühne. Konrad Franke inszenierte den Höhepunkt dieser Vorstellung.

Ernst Wauer:
"Und nun hören wir noch ein weiteres Vorbild des Glaubens und Ausharrens, Bruder Konrad Franke".
Konrad Franke:
Er sei seit 56 Jahren im Dienst und seit 47 Jahren im Vollzeitdienst. Jetzt sei er ein Glied des Zweigkomitees hier in Deutschland.
Ernst Wauer:
"Wie denkst du über die gesamte Zeit deines Ausharrens?"
Konrad Franke:
zum Schluß ausrufend; als Höhepunkt und Ansporn für Tausende, die im Stadion versammelt waren: "Jehova hat mein Ausharren mit vielen Dienstvorrechten belohnt.

Wer Fortschritte im Glauben machen will, kann ich nur raten, schnellstens den Vollzeitdienst aufzunehmen und gleichzeitig die Brücken hinter sich so vollständig abzubrechen, daß er den Weg zurück überhaupt nicht mehr finden kann!" Tosender Beifall durchrauschte daraufhin das gesamte Stadion. Oder war es nur das Klatschen, das die Lautsprecheranlage von der Bühne ins ganze Stadion und Gelände trug?

Ernst Wauer:
"Danke, Bruder Franke! Nun sagt selbst Brüder, die ihr hier im Forum sitzt, sind die vier Beispiele von führenden Ältesten in unserer heutigen modernen Zeit nicht wirklich Vorbilder für unseren Glauben und Ausharren?"
Daß das Stadion oder "Forum" in der Mehrheit von Schwestern gefüllt war, was hilft's, die unchristliche Überheblichkeit jener Ältesten kommt kaum jemandem zum Bewußtsein. Denn wiederum klatschte das ganze Stadion, jetzt Beifall für die gezielte Schlußfrage von Ernst Wauer.

Nachweislich haben Ernst Wauer und Konrad Franke als "führende Alteste" seinerzeit nicht nur geholfen, die Altesten der 30er Jahre als "stößige und riechende Böcke" zu verteufeln und das Ältestenamt als "unbiblisch" abzuschaffen, sie haben selbst auch schon mindesten drei falsche Weltenden gepredigt, 1925, 1945 und 1975. Konrad Franke mußte wegen seines extremen 1975-Fanatismus sogar als WTG-Zweigdiener abgesetzt werden. Wahrlich, was für Vorbilder!

WTG-Zweigdiener Konrad Franke am 20. 1. 1968 in Hamburg in einer Dienstansprache
"Im Laufe der Zeit hat uns Jehova immer mehr verstehen lassen, über diese Zeitabschnitte, und vor zwei Jahren schon wurde das erstemal unsere Aufmerksamkeit auf das Jahr 1975 gelenkt. Mancher war zweifelnd und sagte, da muß man vorsichtig sein. Ihr habt euch schon einmal blamiert. Und wenn ich an 1925 denke, wer weiß, was da wieder rauskommt. Ich werde mich einmal zurückhalten.

Ja, die Gesellschaft oder der treue und verständige Sklave, der ja dazu da ist, uns die Speise zur rechten Zeit zu geben, so sagen wir doch wohl, ja, der war jetzt und hat uns davon befreit, es kam nicht von uns, oder ist jemand von euch auf den Gedanken gekommen? Es kam doch von dieser Stelle. Auf einmal beginnen einige doch zu zweifeln. Als ich einmal mit einigen jungen Brüdern sprach, da sagte der eine zu mir, ach weißt Du, Bruder Franke, ich weiß nicht, ob man das so deutlich sagen kann. Denn stell Dir mal vor, die alte Schwester sowieso, die geht jetzt von Haus zu Haus und die wird das nie so ausdrücken, wie Du das sagst und wird jetzt nun 75, 75, 75 und 75 und was das nun unter Umständen für die Organisation eine Schmach bringen könnte. Du glaubst, du würdest das viel intelligenter machen, du sagst, ich warte mal. Die haben sich schon mal blamiert. Da habe ich ihm gesagt, weißt du, wenn es ums blamieren geht, dann blamiere ich mich mit der Organisation! Ich will nicht allein, abseits stehen. Und bei aller Objektivität hier, so gut wie ich das meine, ich habe einen schweren Verdacht. Warum lacht Ihr denn? Ich habe ja noch gar nicht ausgesprochen. Ich glaube, Ihr habt Gründe zu derselben Annahme wie ich, daß auch hier in unserer Mitte welche sind, die auch noch Vorbehalte haben. Aber Brüder, tun wir recht, wenn wir so zweifeln an unsere Aufgaben heranzugehen? Können wir dann überhaupt noch mit Recht die Publikationen verbreiten? Wir wollen jetzt nicht alle diese Dinge aufzählen, die in den Wachttürmen kamen.

Wir finden eine Unmenge Beweise in der jetzigen Zeit in den Publikationen der Gesellschaft. Wie kommt es dann eigentlich, daß wir diesbezüglich Zweifel hegen? Trauen wir dem Sklaven nicht mehr? Oder was ist es, wenn wir plötzlich andere Überlegungen anstellen? Vielleicht möchten wir doch ein bißchen länger Zeit mit dieser alten Welt haben? Und das ist mein Appell in dieser Abendstunde an euch, liebe Brüder! Ich glaube, bei diesen wirtschaftlichen Verhältnissen, wie wir sie in Deutschland heute haben, sollte jede Familie die Frage in Erwägung ziehen, einen Pionier in ihrer Mitte zu haben. Und eins kann ich euch versichern: Wenn ihr es jetzt nicht ergreift, jetzt ist eine günstige Gelegenheit. Die wird niemals wieder kommen. Heute, übermorgen wird es schwerer werden. Wohl dem, der bereits in den Reihen dieser Kämpfer steht! Sonst würden wir es nicht mehr schaffen. Sonst wird Harmagedon kommen und uns überrumpeln, denn wenn nach der Zeitrechnung 1975 im Frühjahr des Jahres 1975 die 1000 Jahre beginnen, dann dürfen wir doch wohl annehmen auf Grund unserer Belehrung und Unterweisung, daß Harmagedon dann nicht nachdem stattfindet und in den Sabbat hineinwirkt in den Tag, das gibt es nicht. Das wissen wir doch wohl. Also muß diese Sache vorher geschehen. Und dann überlegt euch, wieviel Zeit wir noch haben!" -

Ein Jahrzehnt später, im Jahre 1978, nachdem sich alle mit der Organisation als falsche Propheten bezüglich 1975 blamiert haben, verlangt derselbe Konrad Franke, sich dieser Organisation bedenkenlos zu verschreiben und alle Brücken hinter sich so gründlich abzubrechen, daß man den Weg zurück überhaupt nicht mehr finden kann! Und Zehntausende klatschen wiederum Beifall. Ein solches Weltende-Abenteurertum ist unübertroffen.

Zur Person von Konrad Franke muß gesagt werden, daß er als BRD WTG-Zweigdiener zu den schärfsten Einpeitschern des 1975-Harmagedon-Termins gehörte, wie die Auszüge aus seinem 1968-Vortrag hierüber in Hamburg erkennen lassen. Mit ihm hätte der ganze deutsche WTG-Zweig 1975 einen Endzeitkollaps bekommen. Da man dies in Brooklyn voraussah, wurde er 1969 rechtzeitig als Zweigdiener abgesetzt. -
F. F.

WAS AUSSENSTEHENDE AN JEHOVAS ZEUGEN BEOBACHTEN
Das leitende Organ der "Zeugen Jehovas", die Wachtturmgesellschaft in Brooklyn/USA, versucht überall glaubhaft zu machen, daß ihre Anhänger ihrer christlichen Einstellung wegen angegriffen werden. Viele glauben das auch und betrachten deren Tätigkeit als harmlos, zumal sie, oberflächlich betrachtet, niemand etwas zu leide tun.

Aber was steckt in Wirklichkeit hinter dieser "Endzeitgemeinschaft", die versucht, ihre Denkweisen anderen zu suggerieren und damit für sich zu gewinnen, unter dem Vorwand "der einzig wahre Vertreter Gottes auf Erden" zu sein!
- Sie lehren, jede Bluttransfusion abzulehnen, selbst wenn es ihrem Kinde oder ihnen selbst den Tod bedeutet, was einem Ritualmord gleichkommt. Um diesbezügliche entgegenstehende Gesetze zu umgehen, wird u. U. ein Arztbesuch in solchen Fällen vermieden.
- Sie lehren die Jugendlichen, keine Qualifizierung, höhere Bildung oder Universitätsausbildung aufzunehmen bzw. bestehende abzubrechen, da dies überflüssig sei, denn das Weltende wäre nahe, und sie als Angehörige der "Erretteten" könnten als Überlebende alles in Ruhe im "ewigen irdischen Leben" nachholen.
Sie sind aber die ersten, die auf Grund ihrer Tätigkeit wegen Überreiztheit, unruhigem Schlaf und Nervosität den Arzt aufsuchen und es selbstverständlich finden, daß andere für sie z. B. die akademische Laufbahn eingeschlagen haben, um allen Menschen zu helfen.
- Sie lehren zwar, als Arbeiter gut und zuverlässig zu sein, um hier als vorbildlich zu gelten. Sieht man aber näher hin, betreiben sie Arbeitskräfteabwerbung zu Gunsten ihrer sogenannten Missionsarbeit. Denn in ihrer Freizeit werben sie von Tür zu Tür und bei Erfolg versuchen sie fortgeschrittenem Stadium eine verheiratete Frau davon zu überzeugen, ihre berufliche Tätigkeit aufzugeben, um vollzeit für diese Gesellschaft tätig sein zu können. Sie sollen es ihren Angehörigen und anderen damit "begründen", daß Sie mit ihrer Arbeit als Hausfrau und ihrer Arbeit im Garten z. B. voll ausgelastet sei. Außerdem habe man schon alles, alles andere wäre unchristlich. Sie stehen allerdings mit an erster Stelle, die sich aufregen, wenn sie in Geschäften, Kaufhallen usw. lange Wartezeiten auf sich nehmen müssen und lenken in der Öffentlichkeit geschickt diesen Zustand auf ein Verschulden des Staates, der unfähig wäre, diese Mißstände zu beseitigen. Denn nach ihrer Ansicht kann nur nach Vernichtung aller irdischen Regierungen und aller anders als sie denkenden Menschen durch eine "Himmlische Regierung" Ordnung geschaffen werden.
- Sie lehren, anderen Bürgern gegenüber liebenswürdig und gefällig zu sein, wenn nötig, über Jahre, sofern Aussicht auf Erfolg besteht, diese Bürger für ihre Tätigkeit zu gewinnen. Diese Haltung schlägt allerdings sofort ins Gegenteil um, sofern keine Chancen bestehen oder gar ihre Lehren vernunftsgemäß widerlegt werden.
- Sie lehren, eine berufstätige Ehefrau käme durch ihre Tätigkeit im Betrieb unnötig mit "weltlichen" Menschen in Kontakt, die ihren Geist negativ beeinflussen würden. Ja, sie gehen sogar soweit zu behaupten, daß man als Angehöriger dieser Gesellschaft noch Feierabend mindestens eine Stunde Zeit benötige, um seine Gedanken von dein ungesunden Einfluß seiner weltlichen Arbeitskollegen loszulösen.
- Sie lehren, nicht zur Wohl zu gehen und somit keine Obrigkeit zu wählen, das heißt Regierung oder Partei. Sie sind somit gegen die bestehenden Regierungen und bestätigen dies auch mit der Behauptung, bereits eine andere, eine theokratische Regierung gewählt zu haben. Sie entziehen sich somit jeglicher demokratischer Mitverantwortung und verweigern jede entsprechende Funktion und Aufgabe.
- Sie lehren, anders als sie Denkende und Bürger in verantwortlichen staatlichen Stellen als "Feinde Gottes" hinzustellen und stiften somit Feindschaften in den zwischenmenschlichen Beziehungen. Sie schrecken selbst davor nicht zurück, ihren eigenen, nicht mit dieser Lehre sympathisierenden Ehepartner bei den eigenen Kindern und anderen Mitmenschen in schlechtes Licht zu stellen, indem sie u. a. harmlose Äußerungen ins Gegenteil umkehren und hochspielen.
- Sie lehren, keine Zeitung zu lesen, warnen vor Rundfunk und Fernsehen, da bestimmte Sendungen ihre Lehren negativ beeinflussen würden.
- Sie lehren, die Gesetze eines Staates nur soweit zu respektieren, wie es ihren Interessen erforderlich ist. Zollvergehen, wie z. B. Material- oder Geldschmuggel werden verlangt, Irreführung der Behörden durch falsche Aussagen oder Schweigen über Angelegenheiten, die einem Staate Schaden zufügen, werden sanktioniert.
- Sie lehren, den "Feind", d. h. Andersdenkende, auf falsche Fährte zu bringen, also gegen solche, die von ihnen nichts wissen wollen, falls erforderlich, zu lügen. Sie versuchen sich einzureden, daß anderen dadurch kein Schaden entstehe!

Liebe Leser
liebe Brüder und Schwestern
Wer in Ruhe über alles das nachdenkt, was in dieser CV-Ausgabe wieder unterbreitet wurde, muß der nicht tatsächlich zu der Feststellung kommen, daß der Scheideweg erreicht ist?
Herzliche Grüße in christlicher Verbundenheit von allen Mitarbeitern, Mitarbeiterinnen und Mitverbundenen
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"Christliche Verantwortung: Monatsschrift der Studiengruppe Christliche Verantwortung. Herausgeber: Wolfgang Daum, DDR 65 Gera, Otto-Dix-Straße 6. Preis: M 0,20. Jahresabonnement M 2.-. Versand auch kostenlos.
Konto-Nr.: 4564-30-1952 Bank für Handel und Gewerbe

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