Kommentare zu den eingescannten CV-Ausgaben
CV 115
Bei der Analyse einer neu formulierten Zweckbestimmung im Impressum der Wachtturm-Ausgaben, meint die CV einen Unterschied zwischen den englischsprachigen und den des deutschen Sprachraumes wahrzunehmen. Er wird von ihr dahingehend interpretiert. Im englischsprachigen sei die "Neutralitätserklärung" de facto gestrichen; während in Europa, im Hinblick auf den Ostblock, die Farce der "Neutralität" in Worten (kaum aber in Taten), weiter aufrecht erhalten würde.



CV CHRISTLICHE VERANTWORTUNG
Informationen zu christlichem Wandel und vermehrtem Verständnisvermögen
- 1. Thess. 4:12, 1. Kor. 14:20 -
Begründet 1959 von Willy Müller, GD, Gera/Thür., DDR

Die Mission von CV
Ist Wegbereitung und Auferbauung im Glauben in christlicher und sozialer Mitverantwortung und tätiger Nächstenliebe hier und heute. Dies erfolgt in besonderem Hinblick auf die von der Wachtturm-Gesellschaft (WTG), USA, geleiteten Gemeinschaft der Zeugen Jehovas und ihrer haltlosen Weltendeverkündigung. Diese Mission geht aus von Tradition und Bedeutung der internationalen Bibelforscherbewegung und dient der Hinführung in die Nachfolge Jesu, der Bildung und Tätigkeit freier christlicher Gemeinden sowie christlicher und mitmenschlicher Verständigung und aktueller Information. Wir rufen zur Mitarbeit.

CV Nr. 115 Gera Februar 1979

DAS HERZ DES GERECHTEN ÜBERLEGT, UM EINE ANTWORT ZU GEBEN
Die Zeit dafür ist im letzten der siebziger Jahre mehr als herbeigekommen!
Liebe Leser
Liebe Brüder und Schwestern
"Das Herz des Gerechten überlegt, um eine Antwort zu geben", Sprüche 15:28. Wenn wir dieses Schriftwort aufrichtig bejahen, werden wir uns stets auf unsere Zeugenschaft hin, wie auch in unserer Verhaltensweise als Christ befragen lassen, wo dies ernsthaft geschieht. Ganz sicher zeigt ein Blick auf unsere heutigen Themen wiederum, daß die Anfrage, die CV an alle darstellt, gar nicht ernst genug genommen werden kann. Nicht nur uns selbst werden wir darum ehrlich Antwort zu geben versuchen, indem wir uns der Dinge vergewissern, sondern zuerst dann auch jenen, die als unsere Nächsten und Allernächsten mitbetroffen sind.

Dies ist die Art und Weise, wie CV unaufhaltsam anspricht und die Herzen gewinnt. Die Zeit dafür ist 1979, dem letzten der siebziger Jahre, mehr als herbeigekommen, wenn wir daran denken, was für die Mitte der siebziger Jahre der Welt verkündigt werden mußte. Das "Werk" steht oder fällt mit der Glaubwürdigkeit oder Unglaubwürdigkeit der Endzeitverkündigung. Dies ist und bleibt das entscheidende Hauptkriterium. Die WTG ist doch nicht um bloßer christlicher Erbauung willen gegründet worden. Es geht um den Endzeitcharakter der Verkündigung, der mit "1975" jede Glaubwürdigkeit (erneut) eingebüßt hat, Wir müssen uns nur eine entsprechende Übersicht verschaffen, die heutzutage nur in CV geboten wird. Denn es ist vor Gott und den Menschen unverantwortlich, auch nur einen einzigen Menschen noch unter diese Endzeitfahne zu holen. Überprüft das!
Zu nichts anderem laden wir auch mit dieser CV-Ausgabe wiederum ein mit den Worten der Schrift
Vergewissert euch über alle Dinge haltet fest an dem, was recht ist. 1. Thess. 5:21 NW
Eure Mitbrüder CV-Redaktion
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Unsere Übersicht
Aus Jarmen in Mecklenburg
Bücher, mit denen man Millionen Menschen viel Leid zufügte
Wir machten uns die Mühe, und forschten nach.
Neues in der Neutralitätsfrage!
Nur die Verkündigung im deutschen Sprachraum, an der WTG-"Ostfront", weiter als "Politisch neutral" ausgegeben
Was bedeutet das?
Bad Doberan im Juni 1978
Unser WT-Aufseher muß CV bestätigen, daß die Wachtturmgesellschaft ein falscher Endzeitprophet ist
Betroffenheit wie noch nie
Sanftes Säuseln lockert keine Gedanken
"Menschenpläne scheitern" - ?
Antwort an Jehovas Zeugen
Unser Erlebnisbericht aus Potsdam
Kreisdiener Heinrich Ditschi - ein aufrechter Verteidiger christlichen Glaubens (5)
Strengste christliche Maßstäbe an die WTG selbst
Kann man so mit dem Glauben umgehen?
Die große Verscheuchung von 1942 durch N. H. Knorr
Spatzen und Hühner verscheucht man.
WTG-Kongreß 1978
WTG-Aufseher E. Peter in Düsseldorf: "Weiterkeuchen!"
Habakuk, Habakuk, immer wieder Habakuk, 1844 bis 1979
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Antwort aus WTG-Zweigbüro Wiesbaden
München, Jan. 1979 CVN - Veränderung des Endzeitdenkens steht bevor. Parousia und 1914-Generation bisher "falsch verstanden". Demnächst - Mai 1979? - "neues Licht" hierüber. Warnung, diesem nicht "vorauszueilen".
Damit CV-Feststellung des WT-Glaubensbetruges an der 1914-Generation bestätigt.
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BÜCHER MIT DENEN MAN MILLIONEN MENSCHEN VIEL LEID ZUFÜGTE
Ein weiterer Denkanstoß aus Jarmen/Mecklenburg
Wir machten uns die Mühe und forschten nach
Eine bittere Feststellung
Kürzlich war es uns möglich, die alten Bücher, Broschüren, Kurzinformationen und Zeitschriften der Wachtturm-Gesellschaft durchzustöbern. Dabei machten wir folgende Feststellung: Seitdem die Schreiber der Wachtturm-Gesellschaft Bücher, Broschüren und Traktate schreiben, behaupten sie stets, ihr Schreiben diene zur Ehre Jehovas. Gewiß, es mag ihr aufrichtiger Vorsatz gewesen sein. Ist aber allein der Vorsatz schon der Schlüssel für das Auslegen der Bibel? Die Antwort darauf werden Bücher aus vergangener Zeit geben, Bücher der Wachtturm-Gesellschaft.

Heute, wo man ungestört die alten Bücher lesen kann, fällt es einem wie Schuppen von den Augen. Heute, nach dreißigjähriger Wachtturmzugehörigkeit stellt man sich die Frage: Wie konnte es möglich sein, mit solchen Büchern Millionen Menschen zu verführen? Heute, nach 1975, wo wiederum Millionen Menschen den eindeutigen Beweis dafür haben, daß die Wachtturm-Gesellschaft kein zuverlässiger Ratgeber ist, lohnt es sich schon, diese Gesellschaft bloßzustellen. Zuviel Leid ist durch diese Gesellschaft aufrichtigen Menschen in all den zurückliegenden Jahren durch ihre Falschinformationen zugefügt worden. Dazu kann man als Christ nicht schweigen.

Wenn man zurückdenkt, wie zuversichtlich wir und all diejenigen, die an die Voraussagen der Wachtturm-Gesellschaft glaubten, den Blick nach vorn richteten und förmlich von einem Endzeitfieber besessen waren, so kann man nachträglich nur noch fragen: Was sind das für Geister, die Jehovas Zeugen soweit bringen, daß sie jede Falschauslegung der Wachtturm-Gesellschaft annehmen und weiterverbreiten? Ohne Zweifel sind die einfachen Zeugen Jehovas oftmals enttäuscht gewesen als sie merkten, es kommt doch nicht alles so, wie es die Wachtturm-Gesellschaft voraussagte. Aber sie haben weiter gehofft. Nichts sollte sie von dieser Gesellschaft trennen, wenn auch ihre Erwartungen nicht in Erfüllung gingen.

Trotz Enttäuschung waren sie bereit, für diese Gesellschaft durchs Feuer zu gehen. Denn nur mit Hilfe dieser Gesellschaft kann man das ewige Leben erlangen. So lehrte es die Wachtturm-Gesellschaft ihren Anhängern. Mit diesen Vorstellungen leben und wirken auch heute noch die meisten Zeugen Jehovas und klammern sich förmlich an die Wachtturm-Gesellschaft. Weil sie nicht erkennen, wie die Wachtturm-Gesellschaft sie mißbraucht, deshalb muß ihnen geholfen werden.

Bücher, die Millionen Menschen zum Verhängnis wurden
Es gibt wohl kaum eine andere Organisation in der Welt, die ihre Anhänger mit soviel Literatur überschüttet. Es ist aber auch bekannt, daß die Wachtturm-Gesellschaft streng darüber wacht, daß diese Literatur von ihren Anhängern auch gelesen wird. Eine ernsthafte Kritik an ihren Ausführungen läßt sie jedoch nicht zu. Der Grundsatz der Wachtturm-Gesellschaft lautet: Was wir veröffentlichen ist die Wahrheit und daran sollte man nicht herumnörgeln. Ja, sie geht noch einen Schritt weiter und macht ihren Lesern klar, daß nichts ohne den Heiligen Geist geschieht.

1960 veröffentlichte die Wachtturm-Gesellschaft unter "Fragen und Antworten" im Wachtturm vom 15. Februar, Seite 127, eine für alle Zeiten gültige Antwort auf die Leserfrage: "Wer schreibt die Publikationen der Wachtturm-Gesellschaft und welche Bildung besitzen die Schreiber?" Auszugsweise wiedergegeben heißt es dort: "Die Bibel zeigt, daß der Besitz des Heiligen Geistes der wichtigste Faktor beim Schreiben der biblischen Bücher gewesen war und daß dieser, die Menschen von Glauben, dazu antrieb, Gottes Wort aufzuzeichnen. Dieser Geist ist auch zu einem Verständnis der Heiligen Schrift notwendig." Einen Absatz weiter heißt es dann: "Diese Dinge im Sinn behaltend, möchten wir alle, die die Wahrheit der Bibel kennenzulernen suchen, anspornen, zu der Einsicht zu gelangen, daß die Personen, die für den Stoff verantwortlich sind, der in die Publikationen unserer Gesellschaft aufgenommen wird, in erster Linie den Heiligen Geist besitzen müssen. Der offenkundige Beweis, daß der Heilige Geist aus dem Inhalt und der Qualität der Schriften zutage tritt, die von der Wachtturm-Gesellschaft veröffentlicht werden, sollte das sein, was befriedigt und überzeugt, besonders, wenn man sie mit den inspirierten Worten Gottes, der Heiligen Schrift, vergleicht."

Nach diesen Ausführungen behaupten die Verantwortlichen, der Heilige Geist Gottes überwacht das Schreiben und Herausgeben. Ist es aber in Wahrheit so? Wir werden es gleich sehen.

Kann so etwas vom Heiligen Geist eingegeben sein?
Russell, Rutherford, Knorr, Franz und viele andere behaupten, den Heiligen Geist zu besitzen. Nachdem wir ihre Literatur gelesen haben, behaupten wir, daß sie allesamt ohne den Heiligen Geist geschrieben und veröffentlicht hoben, sonst würde es nicht zu so schwerwiegenden Auslegefehlern in der Literatur gekommen sein. Die nachfolgenden Beweise zeigen ganz eindeutig, wessen Geistes Kind sie waren bzw. noch sind.

Russells Schriftstudien sind der beste Beweis dafür, wie groß der Einfallsreichtum von intelligenten Menschen ist, Gott glauben. Im Band 5 seiner Schriftstudien schreibt Russell folgendes: "Die Einsetzung der irdischen Regenten dürfen wir nicht vor Ablauf der Zeit der Heiden-Nationen, im Oktober 1914, erwarten. Darin liegt keine Abweichung von Gottes unabänderlichem Plan." Mit den irdischen Regenten meinte Russell, die alten Fürsten wie Abraham, Isaak usw. -. Russell glaubte fest daran, daß die Auferstehung dieser heiligen Männer im Jahre 1914 stattfinden würde. In seinem Band spricht er diese Erwartung wie folgt aus: "Zu Beginn des Reiches, am Ende des Jahres 1914, werden also, soweit wir es verstehen, einzig die auferstandenen Heiligen des alten Bundes von Johannes dem Täufer rückwärts bis zu Abel, Abraham, Isaak, Jakob und alle Propheten, mit der Herrscherwürde bekleidet sein." Obgleich der Wunsch, die Fürsten zu begrüßen, von allen damaligen Gesalbten sehr groß war, ging er jedoch nicht in Erfüllung. So war es auch mit den anderen Auslegungen für das Jahr 1914 und danach. Das war natürlich eine große Enttäuschung für die damaligen Bibelforscher. Russell war zwar ein gläubiger Mensch, aber ein zuverlässiger Bibelausleger war er nicht.

Als Russell 1916 starb, übernahm Rutherford die Leitung des Werkes. Er ist als der große Schlauberger bekannt, ihm konnte fast keiner in den Weg treten. Mit juristischer Spitzfindigkeit meisterte er jede Situation. Was Russell noch nicht gewußt und veröffentlicht hatte, das lag nun in seinen Händen. Kaum hatte er sich von seinen Machtkämpfen erholt, machte er sich an das Auslegen der Bibel. Sein größter Erfolgsschlager war eine Broschüre, sie hieß: "Millionen jetzt lebender Menschen werden niemals sterben." (1920) Darin gab Rutherford seine neuesten Entdeckungen bekannt. In dieser Broschüre stellt er Russell als einen Stümper in der Bibelauslegung hin: damit setzte er eine ganze Welt in Bewegung. Er trat mit überzeugenden Beweisen auf, die keiner vorher kannte. Um ganz sicher zu gehen, um sich nicht allein lächerlich zu machen, gebrauchte er folgende Redewendung: "Wir haben überzeugende Beweise", anstatt "ich habe überzeugende Beweise".

Nun, was hatte er damals der Welt zu sagen? Er schrieb: "Wir haben, wie zuvor dargelegt, überzeugende Beweise dafür, daß die alte Ordnung der Dinge, die alte Welt, zu Ende geht und deshalb gänzlich vergehen wird, daß die neue Ordnung hereinbricht und daß das Jahr 1925 Zeuge der Auferstehung der alttestamentarischen Überwinder und des Beginns eines Wiederaufbaus der zertrümmerten Weltordnung sein wird, und, gestützt auf diese Beweise, ergibt sich der vernunftgemäße Schluß, daß Millionen von Menschen, die jetzt auf der Erde leben, im Jahre 1925 noch auf Erden sein werden."

Alle Welt horchte damals auf, zwar werden sich einige die Frage gestellt haben: ob Rutherford Recht bekommt oder ob es ihm genau so ergeht wie seinem Vorgänger Russell? 1925 kam und ging auf den Tag genau zu Ende. Was nicht pro grammgemäß ablief, war die Vorhersage des Schlaubergers Rutherford. Auch er brachte die alten Fürsten nicht zu der Überzeugung, daß es an der Zeit wäre, aufzustehen. Was Russell nicht schaffte, das gelang Rutherford auch nicht. Er mußte sich nach 1925 geschlagen geben.

Das tollste Husarenstück lieferte Rutherford im Jahre 1929; er veranlaßte, daß den alten Fürsten ein Haus gebaut wurde, 1930 ging es an die Arbeit. In dem Buch "Die neue Welt" ebenfalls von Rutherford herausgegeben, heißt es auf Seite 104: "Demzufolge können jene treuen Menschen der alten Zeit jetzt irgendwann zurückerwartet werden." Einige Reihen weiter heißt dann: "In dieser Erwartung ist im Jahre 1930 in San Diego, Kalifornien, ein Haus gebaut worden, über welches die religiösen Feinde in der breiten Öffentlichkeit böswillig vieles geredet haben. Es trägt den Namen "Beth-Sarim", was "Haus der Fürsten" bedeutet. Aber die alten Fürsten gingen auch auf diesen Dreh nicht ein. Keiner von ihnen zog in Beth-Sarim ein. Welch eine Enttäuschung für Rutherford, werden Unwissende sagen. Wir, die wir in alten und neuen Büchern der Wachtturm-Gesellschaft viel gelesen haben, wissen etwas mehr über dieses mysteriöse Haus "Beth-Sarim". Im Jahrbuch der Zeugen Jehovas, aus dem Jahre 1975, kann man auf Seite 193 unter der Überschrift "Die letzten Tage in Beth-Sarim" folgendes lesen: "Es sei kurz erwähnt, daß Bruder Rutherford nach der Freilassung aus seiner ungerechten Haft im Jahre 1918/19, die er wegen seiner Treue zu Jehova verbüßt hatte, eine schwere Lungenentzündung davontrug . . . In den 1920er Jahren ging er auf Anraten eines Arztes nach San Diego … Im Laufe der Zeit spendete jemand einen Betrag, der dafür gedacht war, in San Diego ein Haus für Bruder Rutherford bauen. Man baute es nicht auf Kosten der Watch Tower Society. Das Buch Rettung schrieb 1939 über dieses Grundstück: "In San Diego, Kalifornien, ist im Jahre 1929 auf einem Haus erbaut worden, das die Beth Sarim trägt und unter diesem Namen bekannt ist."

Wer auch immer den Betrag für dieses Haus gespendet hat, das bleibt dahingestellt, aber eines steht fest, mit diesem Haus wurde sehr viel Unheil gestiftet. Aus den Schriften ehemaliger Mitarbeiter von Rutherford erfährt man noch, wer in diesem Haus ein und aus ging und wie turbulent es dort oft zuging. Die Veröffentlichung dieser Tatsachen wird zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen.

Kommen wir wieder zurück zum eigentlichen Kernpunkt, zu den Aussagen der Bücher, mit denen man Millionen Menschen viel Leid zufügte. Als Rutherford sich nach der großen Enttäuschung im Jahre 1925 erholt hatte, versuchte er mit der Herausgabe von neuen Büchern seine Hauptschuld von sich auf andere abzuwälzen. Dieses Meisterwerk kann man in dem Buch "Rechtfertigung" Band II nachlesen, Seite 143 und 332. Rutherford schreibt: "Gottes ergebenes Volk betonte die Wichtigkeit der Daten 1914, 1918 und 1925. Aber es traf nicht alles ein, was es vorausgesagt hatte. Jehovas Getreue wurden in ihren Erwartungen für die Jahre 1914, 1918 und 1925 enttäuscht und ihre Enttäuschung hielt eine Zeit lang an. Später lernten die Treuen, daß, obwohl jene Daten in der Heiligen Schrift in bestimmter Weise festgelegt sind, sie dennoch keine Daten mehr für die Zukunft festsetzen und nicht voraussagen sollen, was sich zu einem gewissen Zeitpunkt ereignen werde, sondern daß sie sich, was die einzutreffenden Ereignisse anbetrifft, auf GOTTES WORT verlassen sollen, was sie auch tun."

Mit diesem Witz, so muß man diese Ausführungen bezeichnen, hat Rutherford die gesamte Hauptschuld für seine falschen Voraussagen von sich auf andere abgewälzt. Wer da glaubt, Rutherford ist nicht allein dafür verantwortlich zu machen, der lese bitte das Vorwort in den Büchern RECHTFERTIGUNG nach, dort steht nämlich groß und breit, "Kommentare von J. F. Rutherford".

Man könnte die Anzahl von Beweisen noch weiter und noch ausführlicher behandeln, um die ganze Wahrheit über die Wachtturm-Propheten sichtbar werden zu lassen, aber dazu ist dieser Artikel nicht gedacht. Mit diesem Artikel wollen wir aufrichtig glaubenden Menschen und unseren Brüdern und Schwestern in der Wachtturm-Gesellschaft vor Augen führen, wie verhängnisvoll Bücher, Broschüren, Traktate und Zeitschriften der Wachtturm-Gesellschaft werden können, wenn man ihnen ernsthaft Glauben schenkt. Möge sich die Leitung der Brooklyner Weltzentrale der Zeugen Jehovas eines hinter die Ohren schreiben, damit ihnen späteres Leid erspart bleibt.

"Alles, was wir herausgeben, wird einer ernsthaften Prüfung unterzogen. Und noch eins, in Deutschland sind wir im glücklichen Besitz der gesamten Literatur, von Russell angefangen."
Wir erkennen den hohen erzieherischen Wert christlicher Literatur selbstverständlich an, aber der Wachtturm-Gesellschaft sprechen wir das Recht zum Bibelauslegen ab, denn durch ihre Auslegungen wurde bereits Millionen Menschen viel Leid zugefügt.
- W -

WTG-Lehrveränderungen nach "1975"
NUR DIE VERKÜNDIGUNG IM DEUTSCHEN SPRACHRAUM, AN DER WTG "OSTFRONT", WEITER ALS "POLITISCH NEUTRAL" AUSGEGEBEN
Was bedeutet das?
Die Wachtturm-Zweckerklärungen
"Meine Brüder, bedenkt wohl, daß ein Lehrer ein umso strengeres Urteil empfangen wird." Jak. 3:1. Diesen christlichen Grundsatz möchten wir aus ganz bestimmten Gründen, aus guten Gründen, hier voranstellen.

Bekanntlich legen die Zweckerklärungen auf der Titelinnenseite des Wachtturms dar, welche Grundhaltung und welche Aufgabenstellung die Organisation insgesamt hat. Jeder kann sich in gebotener Kürze und schnell informieren, womit er es bei dieser Zeitschrift und Organisation lehrmäßig, religiös und auch politisch zu tun hat. Natürlich sind das Darlegungen, die lediglich zum Ausdruck bringen, wie dieses Werk sich selbst sieht bzw. von anderen gesehen werden will.

Als weitere Lehrveränderung nach dem falschen Weltende von 1975 erleben wir nun auch, wie die WTG die bisherige Zweckerklärung austauscht und durch eine neue ersetzt. Es ist klar, daß das bei der Bedeutung dieser Erklärungen genau beachtet werden muß. Sicherlich schauen viele dar gar nicht so genau hin.

Viele haben das bisher nie genau durchgelesen und durchdacht. Ganz entscheidende "endzeitliche" Veränderungen bestehen darin, daß u. a. gestrichen wurde, man habe "eindeutige Beweise", daß alles "kurz vor seinem Ende" stehe.
Auch daß die Welt "von Gott vernichtet" würde, ist gestrichen. Desgleichen ist "eine bevorstehende gerechte neue Ordnung" gestrichen worden.

Ein Neuling bekommt nunmehr ein ganz anderes Bild. Doch wir wollen noch etwas anderes sehen.
Eine politische Kursänderung?

Mit dem neuen WTG-Präsidenten F, W. Franz seit 1977 kommt die Organisation auch politisch auffallend in Bewegung. Bisher sagte die WT-Zweckerklärung grundsätzlich: "Die Zeitschrift Der Wachtturm … verhält sich in politischen Fragen streng neutral." Für den englischen Sprachraum: "The Watch Tower . . . stays strictly neutral as regards political affairs."

Natürlich war das seit Jahr und Tag politische Irreführung und Heuchelei. Denn neutral sein heißt, weder für noch gegen, weder pro noch anti. Die bekannte antikommunistische Hetze in den "gedruckten Predigten" der WTG spricht in dieser Frage Bände, Das Gewissenlose ist, daß jeder Zeuge Jehovas, der diesen Sachverhalt kennt, vor seinen Mitmenschen zum politischen Lügner wird, die das doch nachprüfen können. Wir wollen das jetzt nicht alles zitieren.

Unter dem neuen WTG-Präsidenten F. W. Franz wurde nun auch der. Wachtturm weiter verändert. Das neue äußerliche Bild deutet auch vieles an, das soll aber hier nicht die Frage sein. Uns interessiert hier, wie es politisch weitergehen soll. Weiter wie bisher mit aggressiven politisch antikommunistischen Tiraden und Schlagwörtern?

Für die USA selbst und den uns weitgehend unzugänglichen englischen Sprachraum, was die Verkündigung in Mitteleuropa und an der WTG-"Ostfront" betrifft, wurde eine prinzipielle politische Kursänderung vollzogen. Der Grundsatz der politischen Neutralität wurde aufgegeben und aus der Wachtturm-Grundsatzerklärung gestrichen.

Es heißt nun in der englischen Wachtturmausgabe seit 1978 nicht mehr, "The Watch Tower … stays strictly neutral as regards political affairs", zu deutsch, "Der Wachtturm … Verhält sich in politischen Fragen streng neutral", sondern es heißt jetzt: "It stays clear of all political involments", zu deutsch, "Er hält sich heraus aus allen politischen Verwicklungen". Der Grundsatz der Neutralität ist gestrichen.

Es kommt lediglich darauf an, sich politisch nicht verwickeln zu lassen, wenn man für oder gegen Stellung bezieht.
Niemand mache sich Illusionen darüber, daß die WTG nicht über die Bedeutung der Grundsätze nachdenke, die sie streicht oder proklamiert. Wie jede Zweckerklärung ist das ein religiöses und politisches Programm für Jahrzehnte! Für den weltweiten englischen Sprachraum von Amerika und England bis Südafrika gibt es fortan also keine politische Neutralität mehr. Das steht offenbar im Zusammenhang mit der künftigen politischen Bedeutung der WTG in der "dritten Welt".

Im deutschen Sprachraum weiter politische Neutralität heucheln, warum?
Sehen wir die Tatsachen. Es hieß in der bisherigen deutschsprachigen WT-Zweckerklärung in Übereinstimmung mit den englischen. Originalausgaben, wie bereits zitiert: "Die Zeitschrift Der Wachtturm … verhält sich in politischen Fragen streng neutral." Abweichend und im Widerspruch zu der neuen Zweckerklärung für den weltweiten englischen Sprachraum, wo die Neutralität gestrichen wurde, heißt es in der neuen deutschen Fassung weiterhin: "Die Zeitschrift Der Wachtturm … hat sich seit ihrem Erscheinen im Jahre 1879 treu an Gottes Wort gehalten und ist politisch streng neutral." (Der Wachtturm, 15. Juni 1978, Nr. 12, S. 2, Wiesbaden). Das trifft auch für die deutschsprachige Ausgabe der Schweiz zu. Wir stellen also fest, daß das gesamte deutschsprachige Werk in Europa im Gegensatz zum weltweiten englischsprachigen Werk weiterhin für politisch neutral erklärt wird. Damit hat nun ein politisches Doppelspiel begonnen.

Was bedeutet das?
Der WT-Inhalt bleibt im wesentlichen international einheitlich, wenn auch die deutschen Übersetzungen immer später kommen und manches in deutscher Sprache nicht erschien und erscheint. So gilt das Neutralitäts-Doppelspiel in der Hauptsache für Außenstehende, für die Öffentlichkeit. Auf jeden Fall wird in Mitteleuropa, im deutschen Sprachraum, an der "Ostfront" der WTG, das Aushängeschild angeblicher politischer Neutralität nicht entfernt, wie wir sehen. Natürlich hat man sich in Brooklyn und Wiesbaden dabei etwas gedacht. Sie machen in solchen Fragen nichts ohne politische Kalkulation.

Was wäre die Folge, wenn sie auch ihre antikommunistische "Ostfront" nicht mehr für "politisch neutral" erklären? Was würden sie damit selbst für Beweise liefern, was die bisherige Tätigkeit betrifft?

Sie würden allen ihren "Ostfrontkämpfern" selbst den Beweis liefern, daß der Vorwurf, sie seien angesichts des WTG-Antikommunismus politische Heuchler und Lügner, wenn sie von Neutralität sprechen, stimmt. Da es hier um grundsätzliche Fragen geht, könnte das Sprengkraft haben, die ihre "Ostfront" zusammenbrechen läßt. In den englischsprechenden Ländern sind die Verkündiger weit vom Schuß. Den in Europa "gegen den Kommunismus bollwerkenden" Verkündigern (Br. Amann, Wiesbaden, am 26. 7. 1960 gegenüber dem Westdeutschen Tageblatt, Dortmund) jedoch klarzumachen und in die Hand zu geben, ihre Neutralitätsbeteuerungen stimmen nicht, könnte einen Aufstand im eigenen Schützengraben auslösen. Die Sache ist ohnehin schwierig genug, wenn man die Opfer betrachtet, die dieses sinnlose "Bollwerken" bisher gekostet hat. Das Doppelspiel ist das kleinere Übel. Sicher wird man es eine Weile so spielen, aber, es nie wieder ungeschehen machen können.

Aus einigen bisherigen politischen Verwicklungen möchte die WTG heraus
Wenn man den schon vor dem falschen Weltende von 1975 begonnenen riesigen Ausbau des WTG-Werkes, ihre Produktionsabkommen mit der größten Computerfirma der kapitalistischen Welt, mit IBM, dazu die politischen Töne der Kongresse 1978 und die Betriebsamkeit des neuen WTG-Präsidenten F. W. Franz beobachtet, sowie seiner "Zonenaufseher", wie Lloyd Barry u. a., dazu den Hintergrund, vor dem sich alles vollzieht, dann werden die WTG-Absichten deutlich. Das betrifft auch die bisherige WTG-"Ostfront". Die sprichwörtliche Frage "Wie sag ich's meinem Kinde", ist die Schwierigkeit, welche die eigenen Verkündiger betrifft. Die neuen politischen Töne lassen erkennen, daß man offensichtlich im WTG-Hauptbüro denkt, auch die Öffentlichkeit könnte getäuscht werden. Sie glauben anscheinend, wenn die Neutralitätsfahne speziell gegenüber dem "Osten" hochgezogen bleibt, in erster Linie also im deutschen Sprachraum, dazu eine weniger aggressive Ausdrucksweise, dann könne man sogar "den kommunistischen Feind" täuschen. Man sei nunmehr wirklich neutral, ohne zu dem bisherigen Kampf, "den Kommunismus zu besiegen" (WT 15. 9. 1961) und der entsprechenden antikommunistischen Verleumdung, Hetze und Schmähung, wie "ungezügelte wilde Tiere hinter dem Eisernen Vorhang" (WT 1. Juni 1952) u. a. m., auch nur Stellung nehmen zu müssen. Ein Neutralitätsdoppelspiel ist für die WTG tatsächlich das kleinere Übel, wenn man sich innerhalb und außerhalb der Organisation übertölpeln läßt. Doch die Zeit ist herbeigekommen. Was da "im Namen Jehovas" geschieht, ist zu viel.
K. O.

Bad Doberan im Juni 1978
UNSER WT-AUFSEHER MUSS CV BESTÄTIGEN, DASS DIE WACHTTURM-GESELLSCHAFT EIN FALSCHER ENDZEITPROPHET IST
Betroffen wie noch nie, fragte er CV
Schlußbemerkung zum vorgetragenen politischen WTG-"Rechtsurteil" der "Neutralitätsverletzung" und des "Götzendienstes"
"Du hast Götzendienst betrieben", stieß unser Bruder Martin hervor, als er aufgefordert wurde, vor CV Rechenschaft über den Gemeinschaftsentzug von Bruder V. zu geben. Weihnachten und das Pionierhalstuch waren die "Delikte". In den vorangegangenen Doberan-Berichten ist die Haltlosigkeit beider WTG-Urteile nachgewiesen worden. Zum politischen WTG-Urteil der "Neutralitätsverletzung" - in unserem Fall, weil Bruder V. seinen kleinen Jungen zur "kommunistischen" Pionierorganisation gehen ließ - war noch eine Schlußbemerkung angesagt. Es betrifft die schriftgemäße Grundposition.

Bruder Peter W., Bad Doberan, bestätigte es später, wie wir noch sehen werden, mit seinen Antworten, daß der WT lügt, wenn er Neutralität sagt. Die Hauptverantwortlichen wissen nur zu genau, daß der WT in politischen Fragen antidemokratisch und antikommunistisch ist. Das "Neutralitätsverletzungs"-Urteil ist somit eine Lüge in sich selbst. Mit glatten Reden werden hier die Arglosen getäuscht. Es gibt gar keine WT-Neutralität.

Und was den "Kommunismus" betrifft, also die sozialistische Staats- und Gesellschaftsordnung, so handelt es sich für
Christen um eine "die Menschen betreffende Ordnung", der "um des Herrn willen" Unterordnung und nicht Feindschaft entgegengebracht werden soll. 1. Petr. 2:13. Daß diese Ordnung nicht konfessionell ist, sondern atheistisch, d. h. nichtreligiös, ist gut, denn es ermöglicht Religionsfreiheit und läßt entfallen, daß man aus religiösen bzw. konfessionellen Gründen, aus Glaubensgründen, dagegen sein müßte. Es sei denn, man verfolgt gegnerische politische Interessen oder dient solchen. Das jedoch trifft auf die WTG zu, und es kommt darauf an, dies zu erkennen. So kann ein Christ, ohne in wirkliche Glaubenskonflikte zu kommen, den verschiedenen Institutionen der "die Menschen betreffenden Ordnung um des Herrn willen" angehören, selbst militärischen, wie die urchristlichen Beispiele uns lehren. Lukas 3:14, Matth. 8:5, 10, 13, Lukas 22:36, 38, Apg. 10:1, 22, 44-48. Die Zugehörigkeit zu politischen Institutionen der "die Menschen betreffenden Ordnung um des Herrn willen" ist gemäß folgenden Schriftstellen möglich: Apg. 8:27, 38, 39, Apg. 13:7, 12, 1. Kor. 7:20. Offensichtlich hatte unser Bruder Martin diese Schriftstellen niemals wirklich ohne über das hinauszugehen, was geschrieben steht, in Betracht gezogen; 1. Kor. 4:6, darf er doch der Schrift nicht mehr gehorchen als der WTG. So besteht überhaupt keine christliche Berechtigung, die Zugehörigkeit eines Kindes zur Kinderpionierorganisation, wo Spiel und Bildung auch zu rechtem Verhalten innerhalb der "die Menschen betreffenden Ordnung" erzogen werden, vor ein sog, christliches Rechtskomitee zu zerren auf diese Weise über andere Familien herzumachen. Es ist nichts weiter, als ihnen die WT-Ketzerhüte aufzusetzen. Schriftgenmäß ist das nicht. Die Rechenschaftslegung unseres Bruders Martin vor CV in dieser Sache konnte natürlich nur ein erster Anstoß sein, hierüber seinerseits nachzudenken.

Wie unser Bruder die WTG als falschen Propheten bestätigte
Wie unser Bruder die WTG' als falschen Propheten bestätigte. Nachdem die GE-Themen Weihnachten und Pionierorganisation "ausgestanden" waren, wurde unser Bruder Martin aufgefordert, auch über den GE-Punkt "1975" Rechenschaft abzulegen. Bruder V.: "Nun, wie war's damit? Habe ich nicht recht gehabt, mich zu weigern, an 1975 zu glauben und 1975 verkündigen?". Was sollte unser Bruder antworten. Er hätte Bruder V. ehrlicherweise Recht geben müssen, wodurch er sich selbst den Boden unter den Füßen weggezogen hätte. So schwieg er einfach. Auf einmal besann er sich offenbar und stieß hervor: Wie er überhaupt dazu komme, hier vor CV Rechenschaft über einen WTG-Gemeinschaftsentzug abzulegen. Nun gut, wurde ihm geantwortet, es genügt ohnehin, was er gesagt hat.

Damit waren nun die CV-Vertreter an der Reihe, ihm einiges vorzuhalten, und ihm die entscheidende religiöse Gewissensfrage zu stellen: "Hast du die Glaubensüberzeugung, daß du mit dem Ausschluß von Bruder V. diesen auch von Verbindung mit Gott und Christus abgeschnitten hast, oder doch nur von einer Organisation?" Schweigen. Und weiter: "Wenn du der Ansicht bist, ihn auch von Gott und Christus ausgeschlossen zu hoben, dann gnade dir Gott. Dazu hast du weder ein Recht noch bist du dazu imstande. Dann bitte Gott um Verzeihung." Völlig betroffen brachte unser Bruder hierzu kein Wort hervor.

Eindringlich wurde ihm nun vor Augen geführt, wie er anderen Menschen mit "1975" ein falsches Weltende verkündigt und sich und die WTG damit als falscher Prophet erwiesen habe. Nun bestritt er einfach, daß "1975" verkündigt worden sei. Was sollte er machen, wenn er sich von CV nicht überführen lassen wollte, um dann von der Organisation selbst "verstoßen" zu werden, "Wie kannst du die Fakten über 1975 bestreiten? Und sitzt nicht hier Bruder V. vor dir, demgegenüber du persönlich deinen Glauben an 1975 bezeugt hast?" Wieder zunächst Schweigen. Auge in Auge, von Angesicht zu Angesicht ist es ehrlicherweise unmöglich, Tatsachen abzustreiten. Vor dritten Personen ist das leicht. Bruder V, aber war kein Dritter. So fragte er schließlich betroffen: "Und wenn aber Harmagedon morgen doch kommt?" "Damit bestätigst du zunächst, daß die WTG 1975 eine falsche Prophezeiung verbreitet hat." Schweigen. Und: "Was heißt hier, wenn Harmagedon usw. Du nimmst doch nicht im Ernst an, daß jemand auf völlig unsichere Wenn- und Aberspekulationen Lebensentscheidungen gründen kann!" Wenn morgen plötzlich das Haus einstürzt, dann sind wir selbstverständlich begraben. Wenn morgen die Sonne auf die Erde fällt, sind wir alle erledigt, natürlich: Wenn! Aber das ist doch naiv. Man muß die Sache doch auf Glaubwürdigkeit prüfen. "1975" indessen erwies die Unglaubwürdigkeit solcher Prophetie! Ob er das begriff? Er schwieg und wagte nichts mehr entgegenzusetzen. Es folgte nun eine Warnung an unseren Bruder Martin und seine liebe Frau im Hinblick auf ihre 5 kleinen Kinder, die sie in dieser Form wohl noch nie zur Kenntnis nehmen mußten. Keine Drohung mit Vernichtung, wie es der WT praktiziert, sondern eine christliche Ermahnung, deren Same mit Sicherheit früher oder später aufgehen wird, wo Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit die Triebfedern des Herzens sind.

Wir wollen die Verabschiedung vorwegnehmen. Beide, unser Bruder Martin und seine Frau, begleiteten ihre CV-Besucher bis zur Haustür. Die Verabschiedung war wiewohl freundlich-ernst, so wiederum sehr höflich. Es wurde ihm zum Schluß gesagt, daß über diese Gespräche in CV berichtet wird. Mit der CV-Schlußfrage an unseren Bruder Martin, "Was wirst du nun tun?" und seine Antwort, beschäftigt sich die nächste Folge dieser Doberan-Berichte. -

DIE AN ALLE MENSCHEN GERICHTETE WACHTTURM-"PREDIGT"
"MENSCHENPLÄNE SCHEITERN"
Hier ist meine Antwort an Jehovas Zeugen
Sollte man nicht bedenken, wie solche "Predigt" bei den anderen Menschen ankommt?
Die widersprüchlichsten Gedanken gingen mir vor dieser Antwort durch den Kopf. Oh, diese "Unpolitischen", sagte ich mir, sie greifen als erwachsene Menschen alle Menschenpläne an und erklären sie für zwecklos. Soll man das überhaupt ernst nehmen? Ist hier nicht jede Antwort vergeblich? Ich dachte an das alte Sprichwort, gegen Dummheit kämpfen Götter selbst vergebens. Aber dann empfand ich das als unangemessen, vielleicht sogar als beleidigend. Aber "starker Tobak" ist solche Predigt, sagte ich mir wieder. Antwortet ihnen niemand, dann denken sie sich vielleicht, es könne keiner auf ihre Predigten antworten, weil sie eben die Wahrheit seien. Und wenn man aber solche Menschenpläne verteidigt, schließlich geht es nirgends ohne sie, dann werden sie denken, kann ja nicht anders sein, der Teufel fühlt sich mit seinen Plänen getroffen, und sie bedenken gleichfalls nichts. Was für ein Teufelskreis, dachte ich mir, in den sie immer weitere Menschen hineinziehen. Nein, dachte ich mir, gerade deswegen muß man antworten. Dieser Teufelskreis muß doch aufzubrechen sein. Natürlich nicht, indem man bloß sanft säuselt. Da lockert sich kein Gedanke.

Sklavenaufstände, Hungerrevolten, Bauernkriege, Revolutionen - nur so wurden verfestigte Strukturen aufgebrochen und die Menschen schließlich zum Nachdenken und Verändern gezwungen. Auch die alten Propheten Israels waren wortgewaltige Männer. Jesus selbst rüttelte mitunter heftig, um das Nachdenken seiner Zuhörer zu lockern, "wie einer, der Gewalt hat." Die einen haßten ihn dafür, und sannen darauf, wie sie ihn zum Schweigen bringen könnten. Die Aufrichtigen aber wurden erschüttert. In tiefer Erschütterung lesen wir die Aufzeichnungen darüber.

Menschenpläne heute, das ist genügend Milch aus der Landwirtschaft für die Kinder, das sind Pläne zur Sicherung von Arbeitsplätzen für alle, das sind Export- und Importpläne für Erz und, Öl, Apfelsinen und Kaffee, für friedlichen Handel und Wandel, Entwicklung und Fortschritt. Können Jehovas Zeugen nicht so weit denken bei ihrer menschenplan-feindlichen Verkündigung? Das wäre enorm! Offensichtlich aber können sie das nicht. Würden sie das sonst verkündigen? Ich denke mir, daß wenigstens einige von ihnen nachdenklich zur Kenntnis nehmen werden, wie solche Predigt bei denen ankommt, denen sie predigen, was ich nun darlegen möchte, ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen.

Diese Predigten sind empörend!
Ja, ich will das gleich zuerst sagen. Es kommt ja dabei doch heraus. Es ist nämlich, als ob man Steine statt Brot gibt, als ob man sagt: Geh hin in Frieden, iß dich satt, kleide dich, während man aber verbietet, auch nur die Hand zu rühren, um das zu verwirklichen. "Willst du wohl einsehen, du gedankenloser Mensch, daß der Glaube ohne Werke unnütz ist?", empört sich Jakobus über so etwas.

Man müßte ja die staatliche Plankommission auflösen, alle Parteien und alle Behörden. Man müßte ja alle Mitglieder der Volkskammer, des Ministerrates, des Staatsrates, alle Volksvertreter, Abgeordneten und Bürgermeister nach Hause schicken, ihnen den Wachtturm in die Hand drücken und sagen: Laßt die Finger von eurem bisherigen Tun, lauft mit uns von Haus zu Haus und verkündet, daß es sinnlos ist, irgendwelche Menschenpläne zu machen. Oder ist die Wachtturm-Verkündigung keine Anleitung zum Handeln? Wozu wird sie dann verkündigt?

Durchdenkt denn keine Zeuge Jehovas, was er da allen Menschen predigt? Wo haben die Verantwortlichen unter ihnen ihren Verstand? Ist bei ihnen das soziale Urteilsvermögen völlig zerstört? Können wir denn ohne volkswirtschaftliche und sozialpolitische Menschenpläne existieren? Blickt doch auf eure eigenen Kinder die ihr in die Welt gesetzt habt! Lehren euch nicht wenigstens ihre leiblichen und sozialen Bedürfnisse, daß wir Menschenpläne brauchen? Wenn auf die Wachtturm-Verkündigung hin alle Menschenpläne unterlassen würden, dann gehen wir alle über kurz oder lang nach Arbeit und Brot betteln oder versinken in anarchistischen Hungerrevolten oder ähnlichen sozialen Katastrophen. Oh, ihr "Unpolitischen"! Wo ist euer soziales Denkvermögen? Muß man erst die gesamte staatliche und volkswirtschaftliche Planung in allen bis in jedes Familienleben hineinreichenden Einzelheiten aufzeigen, damit erkannt wird, was für ein horrender Unsinn, was für eine Unannehmbarkeit und Provokation die Predigt ist, die Finger von allen Menschenplänen zu lassen? Die Wachtturm-Gesellschaft hat selbst die Waffe geliefert, die diesen Unsinn entlarvt: "Wo die sozialen Interessen auf gesunde Weise gefördert werden, bringen sie Freude und Zufriedenheit. Nur Verbrecher und geistig Unzurechnungsfähige werden von der Verbindung mit der menschlichen Gesellschaft ausgeschlossen." (Wachtturm vom 15. 9. 1956, Seite 563, deutsch)

Die Innere Mission und das Hilfswerk des Bundes der Evangelischen Kirchen in der DDR umfassen 58 Krankenhäuser mit 7123 Betten, 95 Einrichtungen für geistig und körperlich behinderte Menschen mit 5899 Betten, 15 Heime für Mutter und Kind, 330 Alters- und Altenpflegeheime mit 11 396 Plätzen, 6 Hospize mit 400 Betten, 40 Diakonissenmutterhäuser und Schwesternhäuser mit 6270 Plätzen und 6 Diakonieanstalten mit 1357 Betten. Ohne Zweifel wird das alles nur durch jene vom Wachtturm gegeißelten Menschenpläne aufrechterhalten. Sollen die evangelischen Kirchen und Christen aufhören, die Versorgung dieser Einrichtungen zu planen und zu gewährleisten? Sollen dann die betroffenen Kranken, Schwachen, Hilflosen, Krüppel und sonstigen Bedürftigen sich selbst überlassen bleiben, auf die Straße geworfen werden oder irgendwie verkommen? Das wäre doch die Folge, wenn die Wachtturm-Menschenplan-Verkündigung angewandt wird! Hinzu kämen auch alle staatlichen und kommunalen sozialen Institutionen. Oh ihr "Unpolitischen"! Begreift ihr denn nichts! Wie könnt ihr nur mit solchen Predigten unter die Menschen gehen! Ihr könnt nur froh sein, daß euch darin kaum jemand ernst nimmt. Der Wachtturm macht euch vor den Menschen lächerlich und unzurechnungsfähig und redet euch dann ein, es wäre nur der dem Christen beschiedene Spott, damit ihr darüber nicht zum kritischen Nachdenken kommt. Nein, nein, keineswegs! Die Wachtturm-Verkündigung ist unannehmbar.

Wie man den Zeugen Jehovas entgegentreten muß, um ihnen zu helfen
Ich habe den Eindruck gewonnen, daß die Zeugen Jehovas überhaupt nicht kritisch darüber nachdenken, was z. B. die soziale und politische Bedeutung ist von dem, was der Wachtturm zu verbreiten verlangt. Trotzdem sie erwachsene Menschen sind, denken sie offenbar, sie brauchten sich nicht verantwortlich zu fühlen für die Bedeutung dessen, was sie lehren. Nun ja, sie selbst denken das nicht aus. Sie bekommen, es von der Wachtturm-Gesellschaft in die Hand. Aber nur ein noch Unmündiger ist in solchem Fall ohne eigene Verantwortung, so daß die Eltern haften müssen. Sie können sich auch nicht ausreden, das wäre eine Verkündigung "von Gott". Nicht Gott produziert das, sondern die Wachtturm-Gesellschaft. Darum muß es ja auch laufend geändert werden.

Die Zeugen Jehovas müssen in ihrem sozialen Denken vom Kopf auf die Füße gestellt werden. Sie müssen vor allem als Christen sozial angesprochen werden. Hier muß man ganz unerbittlich sein, um ihretwillen. Davon darf man sich nicht ablenken lassen, etwa durch ihre Angriffe gegen andere Kirchen, Es geht nicht darum, was andere falsch machen, es geht darum, selbst etwas Ordentliches anzubieten und jeden Unsinn zu unterlassen. Dann kann man auch vor der Türe anderer kehren. Sagte Jesus nicht, daß man erst den Balken aus dem eigenen Auge ziehen sollte? Und der Wachtturm hat ihnen mit dem Menschenplanthema einen gewaltigen Balken in die eigenen Augen geschoben, der sie sozial fast blind macht! Sie müssen begreifen, daß auch Christen soziale Wesen sind, um deren sozialer Bedürfnisse willen in gleicher Weise Menschenpläne oder menschliche Pläne gemacht und verwirklicht werden müssen. Und daß es nur Kindern, Unmündigen und Unzurechnungsfähigen zu verzeihen ist, wenn sie das nicht verstehen. Erwachsene müssen sich bemühen. Wenn sie diese Frage begriffen haben, fällt ihnen vieles andere wie Schuppen von den Augen, was die Wachtturm-Gesellschaft betrifft. Es gibt dafür ein unerschütterliches biblisches Fundament, nämlich, die sozialen Bedürfnisse aller Menschen sind schöpfungsbedingt, und mit dem Auftrag, "machet euch die Erde untertan" sind die Menschen ein für allemal in die Selbstverwaltung ihres sozialen und gesellschaftlichen Lebens entlassen worden, unwiderruflich, bis heute, für alle Zeit. Jakobus bestätigte das nur für Christen, wenn er empört die zurechtwies, die den Glauben und die sozialen Bedürfnisse wie Nahrung, Kleidung, Obdach und Frieden zwar lautstark auf den Lippen hatten, ohne es aber praktisch zu geben! Ohne die Hände dafür zu rühren, es also zu planen und zu realisieren: "Willst du wohl einsehen, du gedankenloser Mensch, daß der Glaube ohne Werke unnütz ist?" (Jak. 2:20). Jede Bibelauslegung, die die schöpfungsbedingte Eigen- und Selbstverantwortung des Menschen mißachtet oder in Frage stellt, muß falsch sein, und sie wird sich immer wieder als falsch erweisen. Kein "Vorsatz Gottes" kann richtig erkannt sein, wo diese menschliche Verantwortung verneint wird. Auf die Erde gestellt, haben sich die Menschen überall selbst um ihre sozialen Bedürfnisse zu kümmern. Alles andere ist tatsächlich unverantwortliche Gedankenlosigkeit.

Ich konnte ihn verstehen
Als ich mit einem meiner Kollegen, der ein gesellschaftlich sehr aktiver Mensch ist, über die Zeugen Jehovas sprach, weil sie in der Nachbarschaft aufgetreten waren, sagte er: "Die Zeugen Jehovas? Die haben ihre soziale Sicherheit durch unsere politische Arbeit und Verantwortung und zerren uns dafür überall politisch in den Dreck. Die schlimmsten Diffamierungen verbreiten sie über uns, von 'Hurendiener' bis ,Satansvertreter'. Die würden sich umgucken, wenn wir uns nicht mehr um die politische Ordnung im Lande kümmern und
auf sie hören würden. Unsere Volkswirtschaftspläne garantieren auch ihnen die Existenz, wofür sie uns und unsere Pläne nur mit politischem Dreck bewerfen. Denen dafür noch die Köpfe streicheln? Erbarmungslos ideologisch dreinschlagen muß man hier, damit sie zur Besinnung kommen!" Na, na, na, versuchte ich ihn zu besänftigen. "Sollen wir uns für ihre Verteufelung unserer Arbeit und Verantwortung noch bedanken?", fragte er zurück. Ich konnte ihn verstehen. -
Eingesandt

EIN MENSCH, DEN MAN NICHT VERGISST
Kreisdiener Heinrich Ditschi - ein aufrechter Verteidiger christlichen Glaubens (5)
Die faulen Früchte einer verderblichen Verstrickung, Matth. 6:24
Der "bedauerliche Zwischenfall" war nur e i n e r der Stolpersteine, die Br. Ditschi in den Weg gelegt wurden. Daß eine solche "Nadelstich-Politik" auf die Dauer zu Kontroversen führen muß, liegt auf der Hand. Bei den zu erwartenden Auseinandersetzungen hatte dann aber die WTG den "längeren Arm". Sie hatte den Überblick im internationalen Maßstab, I h r e Ziele waren für Jahrzehnte im v o r a u s geplant. Die bedauernswerten Opfer aber, die zunächst nicht wußten, was die Angriffe auf ihre Person eigentlich bedeuten sollten, hatten nur einen begrenzten Überblick i n n e r h a 1 b ihres Zweiges. Wäre Bruder Ditschi z. B, bekannt gewesen, daß in anderen Zweigen bewährten Brüdern genau zum gleichen Z e i t p u n k t ähnliche Dinge widerfuhren (in Amerika Bruder Schnell und in England Bruder Hermery), dann hätte er sich manches zusammenreimen können und hätte sich entsprechend darauf eingestellt. So aber mußte er abwarten, was die zunächst unklaren Vorgänge bedeuten sollten.

Die Beweggründe für solche heimtückischen Anschläge aus dem Hinterhalt sind heute leicht verständlich. Man darf nicht vergessen, was man der Generation versprochen hatte, der auch Br. Ditschi angehörte. Für diese Ziele (man lese nur die entsprechende WTG-Literatur jener Zeit) hatte sich der Bruder als aufrichtiger Nachfolger Jesu Christi und als ein treuer Anbeter Jehovas eingesetzt! Ja, zwei Drittel seines Lebens hatte Br. Ditschi für diese „verbindlichen und allzeit gültigen Maßstäbe" der WTG aufgebraucht. Wegen seiner Treue war er würdig befunden worden, in der Illegalität vorübergehend Zweidiener des gesamten Werkes für Deutschland zu werden. Wie konnte er da ahnen, daß die Brooklyner selbst es waren, die eines Tages Verrat üben würden? Wie konnte er ahnen, daß sie all ihre vor der Weltöffentlichkeit publizierten christlichen Maßstäbe bedenkenlos preisgeben würden?

Aber die WTG, die seit "Richter" (Apg. 17:31) Rutherford mit dem Großkapital hinter den Kulissen ein "Gegenseitigkeitsverhältnis" praktizierte (von ihr selbst in den Bänden „Rechtfertigung" verschämt zugegeben), kannte in dieser Hinsicht keinerlei Skrupel.

Nüchtern betrachtet muß die WTG auch so handeln, da sie den Gesetzmäßigkeiten einer solchen Bindung unterliegt.
2. Tim. 2:4
2. Pet. 2:19-21
Verwickelt und verstrickt in die "Geschäfte dieser Welt" suchte die WTG nach Beendigung des 2. Weltkrieges daher ganz naturgemäß aus den Nachkriegswirren Nutzen zu ziehen. Sie erkannte die Chance, mit Hilfe ihrer "Märtyrer" zu Ansehen zu gelangen und sich auf religiöser Ebene in die vordersten Reihen zu spielen. Fernziel: Die t o n a n g e b e n d e Religion werden! Diesem Machtrausch erliegend stellte sie ihre Weichen für die Zukunft.

Wie dokumentarisch nachweisbar, hatte die WTG schon-1942 (nach dem Tode Rutherfords) den Plan gefaßt, in völliger Abkehr von den Lehren Jesu Christi die "Schattenbilder" des Alten Testaments (nur für die Hebräer verbindlich!) zu modernisieren mit dem Ziel, Millionen von Menschen in listiger Weise zu übertölpeln, sie ihrer christlichen Hoffnung zu berauben und sie sich als Sklaven für die Wachtturm-Diktatur dienstbar zu machen.

Welch ungeheuerliches Versklavungs-Programm die WTG verwirklichen will, erkennt man erst richtig, wenn man das Buch "Auch du kannst Harmagedon überleben …" zur Hand nimmt. Die von der WTG vorgestellten 42 Bilder, nach ihrem Willen für die Praxis verordnet für die willkürlich geschaffene „Klasse der anderen Schafe", macht jedem Bibelkenner die Abkehr der Wachtturm-Gesellschaft vom Christentum in erschreckender Weise deutlich.

Freiheit und Sklaverei sind zwei gegensätzliche Begriffe! Jedem, der in der L e h r e C h r i s t i verbleibt, wird gemäß Joh. 8:31, 32 die W a h r h e i t angeboten, die f r e i macht. Der Apostel Paulus setzt diesen Gedanken fort und spricht in Römer 8:21 von der "herrlichen Freiheit der Kinder Gottes". Wer der Lehre der WTG folgt, wird durch die L ü g e einer angeblich neuzeitlichen "Gibeoniter-Klasse" in die S k 1 a v e r e i geführt. Er wird zum "Holzhauer und Wasserschöpfer für das Haus Gottes" degradiert! Unter dem Ausdruck "Haus Gottes" versteht die WTG nach eigener Definition sich selbst. Damit sind ihre wahren Absichten völlig klar.

Mit der Schaffung einer "Neuen-Welt-Gesellschaft" hat die WTG die Katze aus dem Sack gelassen. Sie weigert sich, die für a I 1 e Christen verbindliche Weisung von Matth. 28:19, 20 anzuerkennen und gibt damit zu verstehen, daß sie k e i n e christliche Organisation mehr sein will! Sie will nicht den Völkern "die gute Nachricht der Rettung" predigen. Sie will sie nicht lehren, a 1 1 e s zu halten, was Jesus g e b o t e n hat. Nein, sie will zu den Völkern gehen und Menschen gewinnen für ihre Theokratie, dem willkürlich vorgezogenen "Tausendjahrreich" Brooklyner Prägung. Denn der verbrämte Ausdruck "Neue-Welt-Gesellschaft" stellt weiter nichts dar als nur dies: eine modern-feudalistische Sklavenhalter-Gesellschaft unter der Diktatur der WTG innerhalb eines großkapitalistischen Weltsystems!

Damit zeigen sich die faulen Früchte einer verderblichen Verstrickung. Wie der Herr in Matth. 6:24 w a r n e n d sagte, daß man nicht g l e i c h z e i t i g der Sklave zweier Herren sein kann, so erfüllt sich nun seine W a r n u n g unerbittlich an der WTG. Ja, sie kann nicht gleichzeitig der Sklave des Herrn und der Sklave des Reichtums (sprich: Großkapital) sein. Ungeachtet ihrer Behauptung, der "treue Sklave" sein, beweisen die faulen Früchte, wem sie in Wahrheit dient. - Matth. 7:15, 16 -

Heiligenschein - Tarnkappe der WTG für Scheinheiligkeit
"Erwirb Weisheit! Und um alles, was du erworben hast: Erwirb Verstand!" So heißt es in Sprüche 4:7, Elberfelder Bibel. Aber w i e erwirbt man Verstand? Wenn man heute die ganzen Jahre zurück verfolgt bis ins Jahr 1951, dann ist alles überschaubar und mit entsprechender Bibelkenntnis auch alles verständlich. Aber damals schon zu wissen, was die WTG alles hinter dem Rücken aufrechter Diener ausheckte, dazu gehörte tatsächlich mehr als eine Portion gesunder Menschenverstand!

Nun war aber die Bibelkenntnis von Br. Ditschi nicht gerade gering, seine Beobachtungsgabe gefürchtet, seine Scharfsinnigkeit in allen Versammlungen sprichwörtlich. Das alles w u ß t e auch die WTG. Daher ist die Ausschaltung dieses hervorragenden Dieners für uns heute verständlich. Ich sage heute , und muß hinzufügen: Leider erst heute.

Die WTG hat es meisterhaft verstanden, ihr antichristliches Wesen mit perfekter christlicher Scheinheiligkeit zu tarnen, indem sie den Heiligenschein ihrer "Märtyrer" geschickt für sich ausnutzte. - 2. Kor. 11 :12-15 -

Im Gegensatz zu den "Paradepferden" Konrad Franke und Erich Frost, die (wie sich Jahre später herausstellte) in Wirklichkeit "Pseudo-Märtyrer" waren, mehr noch: sogar Kollaborateure für die Gestapo - war der Nimbus, der Br. Ditschi umgab, durchaus echt. Rechnet man hinzu, daß er vom Judas Frost ans Messer geliefert wurde, als Kreisdiener unter diesem Judas auch noch dienen mußte, und dann von der WTG selbst noch tüchtige Knüppel zwischen die Beine geworfen bekam -, dann kann man ihn wahrhaftig als "Märtyrer des 20. Jahrhunderts im Dienste Jesu Christi" bezeichnen.

Ja, Br. Ditschi war wirklich ein Vorbild - in jeder Beziehung! Ich hatte ihn in Langenberg erlebt, seiner Ankunft in Velbert entgegengefiebert und hatte dann seine ganze Art im gemeinsamen Dienst studieren können.

Seine Persönlichkeit gab den Ausschlag, daß ich mich entschloß, ein Zeuge Jehovas, genauer gesagt: ein Anhänger der WTG zu werden. Doch irgendwie trug ich eine Brille der Kurzsichtigkeit: Wie kam ich zu der Annahme, daß die Brooklyner Führer, - Personen also, die ich n i e gesehen hatte - die gleichen Charaktereigenschaften haben müßten, die gleiche gute Gesinnung, wie sie Br. Ditschi an den Tag legte? Ich glaube, h i e r liegt der Kardinalfehler im Denkprozeß der N e u e n. Und das ist der Vorteil für die WTG! Ich Tor! Spätestens beim "Aufbruch" von Br. Ditschi hätte ich meinen spontan gefaßten Entschluß, blindgläubig im Trott der WTG-Irrlehren immerzu im Kreise zu marschieren, wieder rückgängig machen müssen. Aber zu diesem Zeitpunkt war ich bereits vom Wachtturm "geimpft", bewegte mich auf dem toten Gleis des "Schmalspurdenkens". Und auch d a s ist der Vorteil für die WTG!

Es ist traurig, aber leider wahr: Mit dem Heiligenschein des E c h t e n deckt die WTG als willkommene Tarnkappe ihre Scheinheiligkeit zu. Doch zeigt sich immer wieder, daß diese E c h t e n niemals bei ihr bleiben. Entweder werden sie in antichristlicher Weise als "gefährlich Unbequeme" von ihr verjagt, oder schikaniert und zugrunde gerichtet, oder aber sie brechen aus, nachdem sie sich an den Kerkermauern des religiösen Irrenhauses der WTG gründlich wund gerieben haben.

Diese beiden Faktoren: Kurzsichtigkeit als Neuling infolge übersteigerter Emotion und spätere "Wachtturm-Impfung" sind die Trümpfe der WTG, so daß man solchen Vorgängen hilflos gegenübersteht. Dabei sind die Dinge bei gesundem Menschenverstand doch eigentlich sonnenklar! Denke ich an die Kreisdiener-Woche in Velbert zurück, begreife ich heute noch nicht meine damalige Naivität. So dachte ich: „Mein Gott, wenn schon Kreisdiener Heinrich Ditschi in brillanter Weise die Worte der Bibel in lebendiges Feuer ummünzt, wie muß es da erst in Brooklyn aussehen?" Und ich stellte mir vor, daß es dort in der Zentrale von Christussen, Petrus' und Paulussen nur so wimmelt.
Ein Irrtum - ein folgenschwerer Fehlschluß, der mir heute schmerzhaft und bitter zum Bewußtsein kommt.
Erzählt von Hermann Bach, Potsdam

Kann man so mit dem Glauben umgehen?
DIE GROSSE VERSCHEUCHUNG VON 1942
Spatzen und Hühner verscheucht man
Theokratischer Neue-Welt-Kongreß vom 18. Bis 20. September 1942 in Cleveland, Ohio, USA! WTG-Präsident N. H. Knorr: "Der öffentliche Vortrag des Präsidenten stand unter dem Thema: Weltfriede - ist er von Bestand? Er verscheuchte alle Gedanken daran, daß der 2. Weltkrieg in dem universellen Krieg von Harmagedon enden würde."
(Dein Name werde geheiligt, S. 329, Abs. 14, WTG 1963 dt.)

Der vorigen Generation hatte die WTG das Weltende wie folgt predigen lassen:
WTG-Präsident J. F. Rutherford 1938 in der Royal Albert Hall in London!
"Schau den Tatsachen ins Auge und erkenne den einzigen Weg des Entrinnens! Was sind die Tatsachen? Das, was Gott der Allmächtige, der unmöglich lügen kann, selbst enthüllt und nicht das, was irgendeine eine Untersuchungskommission voreingenommener Männer zu Tage fördern mag. Richter Rutherford führt sie dir klar vor Augen.

Die Tatsachen sind von solcher Wichtigkeit, daß Richter Rutherfords Vortrag in der Royal Albert Hall in London durch Radio und direkte Telefonlinien einen Zuhörerkreis von insgesamt über 150 000 Menschen erreichte, die sich in mehr als 50 Städten der Vereinigten Staaten, Kanadas, Großbritanniens, Australiens, Neuseelands und Tasmaniens zu einer Hauptversammlung zusammengefunden hatten. Gleichzeitig wurde der Vortrag durch eine Kette von 118 Radiostationen der Vereinigten Staaten über den ganzen Kontinent ausgestrahlt. Er wird jetzt veröffentlicht, damit weitere Millionen ihn lesen, den Tatsachen richtig ins Auge schauen und dauernde Segnungen empfangen können."

Über Harmagedon besagten diese "göttlichen Enthüllungen" von J. F. Rutherford im Jahre 1938:
"Jonadabe (heute die "anderen Schafe", Anm.), die jetzt ans Heiraten denken, würden, wie es scheinen will, besser tun, einige wenige Jahre zu warten, bis der feurige Sturm Harmagedons vorüber ist und dann die ehelichen Beziehungen aufzunehmen und die Segnungen zu genießen.
Mögen die Jonadabe nun ruhig, nüchtern und mit tiefer Freude die vor ihnen liegende wunderbare Aussicht betrachten!" (Brosch.: Schau den Tatsachen ins Auge, WTG 1938, Bern)
Das war es, was WTG-Präsident N. H. Knorr sogleich nach dem Tode von J. F. Rutherford als falsche Prophetie wieder verscheuchte.

Der WTG-BEAUFTRAGTE E. PETER AUF DEIN KONGRESS 1978 IN DÜSSELDORF:"WEITERKEUCHEN"
Liebe Leser
Liebe Brüder und Schwestern
Das Geständnis, mit "1975" wieder falsch prophezeit zu haben, schaute auf den 1978-Kongressen aus allen Löchern. Mühsam nur konnte es verdeckt werden:
Wenn das Ende auch nicht so schnell gekommen sei, wie viele von uns erwartet hätten, so sei das kein Grund zur Enttäuschung. Die Zeit sei nicht verschoben, Keiner dürfe von irgendeiner Zeitspanne abhängig sein. Alle müßten dahin kommen, wo Josua hinkam, indem er den "Weg alles Irdischen" ging. (Jos. 23:14). Auch müsse sich Habakuk erfüllen: Die Vision sei noch für die bestimmte Zeit, sie gehe keuchend dem Ende zu. Sie würde keine Lüge mitteilen. Selbst wenn sie säumen sollte, so würde sie sich nicht verspäten. Hab. 2:2, 3. Alle sollten darum "mit dieser Vision weiterkeuchen". (E. Peter, 29. 7. Düss. 11.05).

Keuchen ist gut. Es ist wirklich ein Keuchen. Doch sei die Frage erlaubt, wie oft sich Habakuk für die WTG noch "erfüllen" soll! Und was für eine Bedenkenlosigkeit der Redner! Verkündigte die WTG der Welt "die rechte Auslegung des Gesichts" von Habakuk nicht schon für 1844 bis 1874, als "endgültigem" Termin der Wiederkunft Christi? (Schriftstudien 3/S. 76ff). Als hierüber Gras gewachsen, Harmagedon 1914, und auch 1945 nicht gekommen war, wie der Welt dann verkündigt wurde, geschah es öffentlich auf dem "Theokratischen Kongreß" Pfingsten 1945 in Zürich, was auch E. Peter nachlesen kann. Wieder wurde Habakuk bemüht: "Wenn es verzieht, so harre sein. Selbst wenn die Schlußabrechnung von Harmagedon noch um zehn oder zwanzig Jahre verziehen sollte - es wurde nicht gesagt, daß es wirklich so sein wird - so muß doch .. ", wurde proklamiert! (Trost, 1. Juni 1945, Nr. 545 WTG Bern). Eine Generation später wird Habakuk nun zur "Verscheuchung" von "1975" eingespannt. Da können doch nur noch Unwissende und Arglose mitmachen.
Oder?
Keiner, der sich vergewissert und sich eine Übersicht verschafft darüber, was die WTG mit Habakuk schon alles angestellt hat, kann ihr da noch irgendetwas glauben und abnehmen, nicht wahr? Für jedes falsche Weltende muß Habakuk herhalten, damit alle unter der WTG weiterkeuchen. Und wie geschickt sie formulieren: Wenn es bei Habakuk heißt, die Vision keuche, so machen sie daraus ein Verkündigerkeuchen! Jedesmal wird dazu auch die Erstarrung von Lots Weib zitiert, damit du wahre Todesfurcht haben sollst davor, die WTG kritisch zu überprüfen. Aber auch das ist verfälscht, denn Lots Weib schaute zurück auf das, was sie verlassen hatte, während wir auf den WTG-Weg zurückblicken müssen.

Nein, kein vernünftiger, ernsthafter und schriftgemäß mündiger Christ kann diese Keucherei unter der WTG weiter mitmachen, wobei das tatsächlich ein Stress ist, der viele schon zu Nervenbündeln gemacht hat. Wir sind zuversichtlich, daß auch diese CV-Ausgabe viele Anregungen gegeben hat, das alles endlich zu durchschauen, um in christlicher Verantwortung den rechten Weg beschreiten zu können.
Herzliche Grüße in christlicher Verbundenheit von allen Mitarbeitern, Mitarbeiterinnen und Mitverbundenen
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"Christliche Verantwortung: Monatsschrift der Studiengruppe Christliche Verantwortung. Herausgeber: Wolfgang Daum, DDR 65 Gera, Otto-Dix-Straße 6. Preis: M 0,20. Jahresabonnement M 2.-. Versand auch kostenlos.
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A 6057/79 V 7 1 635

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