Kommentare zu den eingescannten CV-Ausgaben
CV Christliche Verantwortung
Informationen zu christlichem Wandel und vermehrtem Verständnisvermögen
DIE MISSION VON CV
Ist Wegbereitung und Auferbauung im Glauben in christlicher und sozialer
Mitverantwortung und tätiger Nächstenliebe hier und heute. Dies erfolgt in besonderem
Hinblick auf die von der Wachtturm-Gesellschaft (WTG), USA, geleiteten Gemeinschaft der
Zeugen Jehovas und ihrer haltlosen Weltendeverkündigung. Diese Mission geht aus von
Tradition und Bedeutung der Internationalen Bibelforscherbewegung und dient der
Hinführung in die Nachfolge Jesu, der Bildung und Tätigkeit freier christlicher
Gemeinden sowie christlicher und mitmenschlicher Verständigung und aktueller Information.
Wir rufen zur Mitarbeit
Nr. 111 Gera Oktober 1978
WTG-KONGRESSE "SIEGREICHER GLAUBE" IM SOMMER
1978
Was haben sie real gebracht?
Liebe Leser
Die WTG-Kongresse waren die ersten in der neuen Zeitperiode unter dem
neuen, im Herbst 1977 gewählten WTG-Präsidenten F. W. Franz, die nunmehr begonnen hat.
Es ist der Beginn des zweiten Jahrhunderts der sog. "Neuzeitlichen"
Endzeitverkündigung der WTG seit 1874/78, ein endzeitliches Anpredigen nunmehr der
vierten Generation unter Mißbrauch der Worte Jesu, "diese Generation wird
" (Matth. 24:34). Als erste Kongresse nach dem Tode von WTG-Präsident N. H.
Knorr sind sie die entscheidende Weichenstellung für die Weiterverschiebung, die nun nach
1975 wieder fällig ist. Alles wird wieder umgedeutet. In Vorbereitung auf die Kongresse
wurde das im "Königreichsdienst" VI/78 schon wohlweislich eingeschoben:
"Wir werden durch neue und fortschreitende Offenbarungen der Wahrheit
bereichert."
Zunächst kommt es jedoch darauf an, für diese nun
wieder bevorstehenden Verschiebungsumwälzungen die Organisation selbst zu festigen und
der um sich greifenden Auflösungserscheinungen seit 1975 Herr zu werden. Das war die
Hauptaufgabe der Kongresse im Sommer 1978.
Es lief folgendes einheitliches Programm ab, gemäß dem Verlauf vom 29.
Juli bis 2. August 1978 in Düsseldorf:
- Warum sind wir hier? (W. Rudtke)
- Warum ich mich freue, hier zu sein (H. Henschel)
- Älteste, benehmt euch wie Männer! (E. Anstadt)
- Was sollte der Glaube an Gottes Sohn bei dir bewirken? (E. Peter)
- Hirten, gebt ihr auf die Herde acht? (U. Westphal)
- Aufseher, verrichtet das Werk eines Evangeliumsverkündigers (T.
Teubner)
- Vorbilder in bezug auf Glauben und Ausharren (H. Dickmann)
- Wem gehörst du? (J. Wunschmann)
- Gedenket der zuvor geredeten Worte (O. Walter)
- Pionierdienst in den Fußstapfen des Meisters (D. Cassola)
- Betheldienst, ein Beweis des Glaubens (K. Peinecke)
- "Schau nicht hinter dich, und steh nicht still" (H. Geisler)
- Der Glaube folgt auf das Gehörte, daher predige! (G. Wijsma)
- Hart arbeiten und uns anstrengen (E. Rahn)
- Als Träger der Gefäße Jehovas rein sein (S: Erdmann)
- Durch Glauben wandeln, nicht durch Schauen (F.Gudlikies)
- Die ganze Welt ist Jehovas Feld (A. D. Schroeder, Brooklyn)
- Erklärung unseres Glaubens (E. Rachuba)
- Gedenkt der zuvor geredeten Worte (H. W. Seitz)
- Die Lauterkeit in Prüfungen bewahren (H. Köhler)
- Gottergebenheit mit Zufriedenheit ist ein großer Gewinn (A. D.
Schroeder, Brooklyn)
- Jugendliche, die ihres Schöpfers gedenken (K. Ewald)
- Ihr Jugendlichen, was ist euer Lebensziel? (A. Donnertin)
- Laßt die kleinen Kinder zu mir kommen (H. Reuter)
- Die Bibel wird lebendig (T. Dugan)
- Haltet eure Ehe in Ehren, Gott läßt sich nicht verspotten (A. Haller)
- Die Bewältigung von Eheproblemen in unserer modernen Welt (G. Lietzke)
- Berichte von Personen die Gottes Rat befolgt haben (L. Kraschewski)
- Die Taufe, ein Ausdruck des Glaubens an Jehova (H. Bruckmann)
- Von der Welt keinen vollen Gebrauch machen (W. Konstanty)
- Liebe, der vorzüglichere Weg (R. Kelsey)
- Bring deine Familie Jehova näher (H. Sommerfeld)
- Das Familienleben glücklich gestalten (W. Pohl)
- Der wahre Schmuck christlicher Frauen (F. Kabelitz)
- Wenn du betest, bitte im Glauben (H. Heiner)
- Seid bereit! (E. Fabian)
- Der Glaube an Jehovas siegreiche Organisation (K. Franke)
- Zu wem sollen wir gehen als zu Jesus Christus? (M. Teller)
- Jesus Christus, der siegreiche König, mit dem die Nationen rechnen
müssen (M. Pötzinger, öffentlicher Vortrag)
- Haben wir den Sinn davon erfaßt? (W. Einschütz)
- Bleibt standhaft im Glauben (G. Künz)
Was erkennen wir?
Das Weltende ist wieder völlig an den Horizont geschoben, wie schon die
Themen von H. Dickmann, H. Geisler, F. Gudlikes, H. Reuter, W. Konstanty und K. Franke
durchblicken lassen. Im Vordergrund steht der Zusammenhalt der Organisation, ja in
vertuscht gotteslästerlicher Weise der G l a u b e an die Organisation! In der Tat,
darauf allein kommt es letztlich immer an. Jetzt nach 1975 wie nie zuvor!
Alles gipfelt schließlich darin, jeden so hart und
angestrengt an die Arbeit zu schicken, daß er überhaupt nicht zum nachdenken kommen kann
(E. Rahn). Und das Thema von A. D. Schroeder aus Brooklyn,:. "Die ganze Welt: ist
Jehovas Feld", ist nicht nur ein gut gewählter und im Ohr bleibender Slogan. A. D.
Schroeder macht hiermit klar, daß die WT-"Bald"-Prophezeiungen nie etwas
anderes waren als ein Mittel, ständig weiter hinzuhalten in Hoffen und Harren. Das Thema
von F. Gudlikies untermauert das förmlich. "Die ganze Welt", Br. A. D.
Schroeder? Für Afrika, Indien und China allein müßte das dann ja noch ein Jahrhundert
dauern! Was für ein gigantisches Hinhalten, Generation um Generation! Ein endzeitlich
völlig "verlorener Posten" für alle, die daran glauben! Darum immer und immer
wieder:
Vergewissert euch über alle Dinge
Haltet fest an dem, was recht ist
1. Thess. 5:21 NW
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Wir lesen in dieser Ausgabe
Die Auseinandersetzungen in Dresden gehen weiter!
"Das Geld gehört Jehova?" Kriminelle WTG-Praktiken. Zweiter
Zeugnisbrief an alle!
Für Neue eine entscheidend veränderte Zukunftsschau
Die neue Wachtturm-Zweckerklärung
Ein weiterer Denkanstoß aus Jarmen in Mecklenburg!
WTG-Kreisdiener Heinrich Ditschi, BRD,
ein aufrechter Verteidiger christlichen Glaubens (2)
"Benehmt Euch mit Weisheit im Verkehr mit denen, die nicht zur
Gemeinde gehören" Kol: 4:5
Als Christ unter den Mitmenschen '
Der erste Deutsche im All, ein neuer Papst wurde gewählt
Einige Fragen an die WT-Zeugen
"Ältester" muß Rechenschaft geben
Revision eines WTG-Ausschußverfahren durch CV in Bad Doberan, Mecklenburg
Gegenstand.:' "Götzendienst" und
"Neutralitätsverletzung" WTG-Politik aufgedeckt! - Nächste CV-Ausgabe!
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Die Auseinandersetzungen in Dresden greifen weiter um sich! Kriminelle
WTG-Praktiken aufgedeckt!
EIN ÄLTESTER: DIE WT-GESELLSCHAFT SAGT UND VERLANGT
"DAS IST JEHOVAS GELD"!
Ein zweiter Zeugnisbrief aus Dresden an alle
Der bisherige Aufbruch in Dresden
Aufgrund der eigenen, herangereiften Erkenntnis und Erfahrung in der
WT-Organisation und auf Grund der Übersicht und zusätzlichen Beweise, die durch die
Studiengruppe Christliche Verantwortung zugänglich wurden, erklärte ein Studienleiter
mit seiner Frau unter Zurückweisung jedes WTG-Rechtskomitees freiwillig seinen Austritt
aus der WT-Organisation und den von ihr geführten Zeugen Jehovas. Sie veröffentlichten
hierzu unter dem Datum vom 31. 5. 1978 eine "Erklärung", in der die Gründe im
einzelnen dargelegt wurden. Wir wiederholen sie hier noch einmal:
1. Mehrere, natürlich falsche Weltende-Termine von
1799 bis 1975 sind verkündet worden, die in den Kreisen der Gläubigen viel Unheil
angerichtet haben.
2. Die Prophezeiungen der Heiligen Schrift sind den Menschen wiederholt
widersprüchlich und damit unglaubhaft erklärt worden.
3. Auf Grund vieler Gespräche mit Zeugen Jehovas haben wir festgestellt,
daß diese Organisation kein geistiges Paradies darstellt..
4. Für erwachsene Menschen ist eine geistige Bevormundung durch die
Wachtturmgesellschaft unzumutbar, weil der Forderung, mündige Christen zu-sein,
widerspricht. Dabei wird eine solche Bevormundung als "guter Rat" eines
"belehrenden" Bruders gegeben. Doch der gleichzeitige Hinweis, daß die
persönliche Ablehnung eines solchen "Rates" gleichzusetzen ist mit der
Ablehnung Gottes, ist doch wohl eine Gotteslästerung ohnegleichen!
5. Wenn die Bevormundung so weit geht, daß die Teilnahme an den
öffentlichen Wahlen nicht gestattet ist, halten wir das für verantwortungslos und
staatsfeindlich und müssen eine solche Haltung ablehnen. Dies widerspricht der Heiligen
Schrift, die in 1. Petrus 2 Vers 13 gebietet, aller Menschen Ordnung um des Herrn willen
untertan zu sein. Das gilt auch für die Ordnung in unserem Lande. -'
Soweit die Hauptargumente in dieser
"Erklärung", Auch Br. W. G. in Dresden hat sie erhalten. Auch zu Br. S. M. in
Bad Doberan ist sie gegangen und zu vielen, vielen, anderen.
Wie die WTG auf diese Argumente reagiert
Die Verbreitung der "Erklärung" hat Diskussionen ausgelöst,
Bedenken und Fragen, wie noch nie. Eine große Beunruhigung hat die "Oberen"
erfaßt, wissen sie doch, daß die Argumente sachlich völlig richtig, sind. Zu
überzeugender Widerlegung deshalb unfähig, greift die WTG stattdessen zum nackten
psychologischen Terror der Verleumdung in ihrer bekannten religiös-intoleranten und
politisch-antikommunistisch-staatsfeindlichen Art, um wenigstens mit solchem Rufmord zum
Ziele zu kommen. Auf furchtbarste Weise verteufelt, wird jedem der Ketzerhut aufgesetzt,
der auch nur ein Argument aufgreift und zur Diskussion stellt. Wen die WTG nicht-zum
Schweigen bringen kann, weil er gegen sie im Recht ist, gegen den wird ein erbarmungsloser
religiös-politischer psychologischer Terror entfacht, eine psychologische Verfolgung, um
jeden anderen, abzuschrecken, auf daß er, aus Furcht vor WTG-Sanktionen die Ohren
verschließt und die Augen zumacht angesichts der gegen die WTG sprechenden Wahrheit. Hier
wird denn auch die Maske politischer Neutralität fallengelassen, die jetzt mehr denn je
vor das Gericht gezogen wird. Unverhüllt schlägt einem die von der WTG indoktrinierte
Feindschaft, ins Gesicht, die nur in einem einzigen "Argument" kulminiert: Den
Scheiterhaufen von Harmagedon für alle, die sich gegen die WTG erheben! Doch gibt es
keinen solchen Scheiterhaufen!
Das zweite Dokument:
Zeugnisbrief aus Dresden
Liebe Brüder und Schwestern!
Ein WTG-Ältester aus Dresden bestärkte uns in unserer Entscheidung,
selbst aus der WTG-Organisation auszutreten!
In einer Erklärung vom 31.5. 1978 hätten wir mit entsprechender
Begründung mitgeteilt, daß wir selbst aus der WT-Organisation ausgetreten sind.
Neue Erfahrungen mit der WTG und neue Beweise in CV ergaben weitere
wichtige Erkenntnisse für uns.
Wir stellten. bereits fest, daß die WTG einen religiösen und politischen
Mißbrauch mit dem Worte Gottes treibt, den wir vor Gott und den Menschen nicht länger
verantworten können. Wer unsere Erklärung noch erhalten möchte, schreibe uns
freimütig. Wir senden sie gern weiteren Brüdern und Schwestern zu.
Was haben wir für Erfahrungen gesammelt? Diese reichen
von Freude und Zustimmung über Unverständnis bis zur Ablehnung, Verleumdung und
Feindschaft.
Das hat es noch nicht gegeben: Jemand verläßt aus begründeter Einsicht
und Überzeugung die Organisation der Zeugen Jehovas. Auf Grund eigener Erfahrungen mit
dem Mißbrauch der Bibel und deren mehrmals veränderten Auslegungen durch die WTG weisen
wir die "WTG-Richter" als nicht ernstzunehmen und nicht zuständig zurück.
Es gab immer neue Diskussionen mit vielen Menschen in Dresden. Besonders eine Antwort hat uns erschüttert, die wir als Warnung allen Brüdern und Schwestern mitteilen möchten. Beim Besuch eines WTG-Ältesten, Bruder D. H., kam es zu einer längeren Unterhaltung. Dabei kamen wir auf den bekannten Bruder K. Sch., aus Dresden zu sprechen. Er war wegen ständigem Geldschmuggel nach Westberlin, also Vergehen gegen das Devisengesetz, zu 6 Jahren Haft verurteilt und lebt heute im Westen. Wir vertraten den Standpunkt, daß Christen nach dem Vorbild Jesu die Finanzgesetze des Staates doch achten müßten. Bruder D. H. legte die Weisung Der WT-Organisation dar, die das anders sehe und diesen Geldschmuggel verlange. "Das ist Jehovas Geld", sei der WTG-Grundsatz. Das ist doch Irrsinn! Das ist doch wirklich primitiv zu nennen! Solche Weisungen sind kriminell und staatsfeindlich! Finanzgesetze sind für jeden Staatsbürger verbindlich und jeder, der diese Gesetze übertritt, macht sich strafbar. Er wird zum kriminellen Verbrecher um des Geldes willen. Wieviele hat das schon betroffen! Andererseits ist es lächerlich, daß Jehova als Geistperson Geld benötigen soll. "Das ist Jehovas Geld" ist darum eine Gotteslästerung. Angesichts der mehrfach falschen Weltende-Vorhersagen durch die WTG wird nur einmal mehr bestätigt, daß sie nicht vom Geiste Jehovas, sondern von irrenden Menschen gelenkt wird. Nein, die WTG kann kein Gotteswerk sein. Bruder D. H., den sie uns schickten, hat das nur noch einmal bestätigt.
Alle Aufrichtigen sollten darüber nachdenken. Möge
dies ein weiterer Anstoß sein, die WTG zu verlassen und einen Weg als freie Christen zu
beschreiten. Die Zeit ist herbeigekommen!
8030 Dresden, den 14. 9. 1978
Riegelplatz 1
In christlicher Verbundenheit
gez. Lothar und Ingeborg Knappe
Für Aufrichtige gibt es kein Ausweichen
Sie wissen in Brooklyn angesichts ihrer Endzeit-Einherschiebung beginnend
mit 1799 mit wiederholten falschen Harmagedon-Terminen im Namen Jehovas bereits durch
mehrere Generationen hindurch, daß kein Gott sie gerufen hat, solches zu tun, daß sie
falsche Propheten sind. 5. Mose 18: 20-22. Darum brachten sie es auch fertig, von 1929 an
über 30 Jahre lang, die Obrigkeitslehren der Bibel zu verdrehen und überall sinnlos
gegen die Regierungen zu hetzen, vor die Gerichte zu bringen und ins politische Feuer zu
jagen, und wenn es Gut, Freiheit und Leben kostet, der Arglosen wohlgemerkt! Auch in der
Frage, was ist Religion, wurden jahrzehntelang bewußt fundamentale Irrlehren als
göttliche Wahrheiten verbreitet, sinnlos Haß und Zwietracht unter den Menschen säend.
Wieviele sind durch die WTG all dessen schuldig geworden! Seit Jahren kommt nun der von
der WTG organisierte Geldschmuggel dazu. Kein Staat der Erde läßt sich die Übertretung
seiner Finanzgesetze gefallen. Von dem christlichen Gebot, sie zu achten, ganz zu
schweigen! So werden Aufrichtige im Namen Jehovas sogar zu kriminellen Verbrechern
gemacht. Stellt dieses Thema überall zur Diskussion! Bedenkt, das Geld unterliegt
überall zuerst den staatlichen Gesetzen. In keinem Land der Erde kann man über sein Geld
verfügen, als einzelner wie als Gemeinschaft, als gemäß den Bedingungen der
entsprechenden staatlichen Gesetze, alles andere ist Gesetzesverletzung, kriminell! Jesus
selbst machte im Gespräch über den Zinsgroschen unmißverständlich klar, daß das Geld
zuerst und grundsätzlich "dem Cäsar gehört". "Das Geld gehört
Jehova" ist eine glatte Vergewaltigung dieser Worte Jesu.
Sehen wir einen Vergleich. Da wird in Kirchen und Gemeinschaften im Rahmen von Caritas, Diakonie oder "Brot für die Welt" auch in unserem Lande Geld gesammelt, um vielleicht in irgendeinem Entwicklungsland Not lindern zu helfen. Die Gesetze verbieten es auf Grund der währungspolitischen, wirtschaftlichen oder handelspolitischen Situation, das gesammelte Geld in jenes Land zu schicken. So werden für dieses Geld Hilfsgüter gekauft und diese außer Landes geschickt. Christen sind wie jeder andere Bürger verpflichtet - das hat mit dem Glauben überhaupt nichts zu tun - die Finanzgesetze zu achten. Alles andere ist vor Gott und Menschen kriminell. Wie hat die WTG doch das christliche Gewissen abgestumpft!
Hier geht es nicht nur um falsche WTG-Lehren, die bloß
auf dem Papier stehen. Hier werden gutwillige, aufrichtige und arglose Menschen zu
Kriminellen gemacht! Ganz zu schweigen davon, was dadurch für Leid und Gefahr über ganze
Familien gebracht wird! Wer das dennoch verteidigt, widerspricht der Lehre Christi und
wird zum Verführer! Ihm muß in dieser Frage jeder christliche Glaube abgesprochen
werden. Widersteht ihm und warnt ihn schriftgemäß. Schlägt er das in den Wind, so
können ihm die "Schläge auf den Rücken der Toren" nicht erspart bleiben.
Besser ist jedoch, er lernt aus den hier geführten Auseinandersetzungen mit der WTG, die
nichts als Menschenwerk ist, das lediglich im Namen Gottes betrieben wird, selbst jedoch
nicht von Gott ist.
CVN
NEUE WACHTTURM-ZWECKERKLÄRUNG 1978 LÄSST DIE UMRISSE
DER WEITERVERSCHIEBUNG DER WT-ENDZEIT NACH DEM 1975-ENDZEITFIASKO DEUTLICHER WERDEN
Eine solche Organisatian laßt sich auch nach falschen Weltenden
schwerlich anhalten
Wer ehrlich und aufrichtig an die WT-Verkündigung vor 1975 denkt, weiß,
daß für 1975 weltweit das Weltende und der Beginn der Tausendjahrherrschaft Christi
verkündet worden ist. Siehe CV 100. Damit hat sich die WTG wie 1914 und 1925 selbst als
Endzeitgemeinschaft ad absurdum geführt. Sie hat erneut endzeitlich bankrott gemacht und
verspielt. Nur Arglose, die noch keine Ubersicht haben, können darüber hinweggetäuscht
werden. Das ist der unbestreitbare Sachverhalt. Die gedruckten WT-Predigtenn vor 1975
bezeugen es unwiderlegbar in vielen Sprachen vor aller Welt,.jede revolutionäre Bewegung
in den untersten Volksschichten schon im Keim zu ersticken Doch einen solchen
internationalen Publikations-Apparat läßt man auch bei solchem Bankrott nicht fallen
oder anhalten. Er hat inzwischen nicht nur eine Eigengesetzlichkeit erhalten derart, daß
die teuren Druck- und anderen technischen Anlasen nicht einfach gestoppt und,
geschleift werden können, sondern weiterarbeiten müssen. Da die Organisation für alle,
die sie hauptamtlich betreiben, auch die eigene Existenz bedeutet, geht es auch aus diesen
Gründen weiter. Und in den USA wird die WT-Organisation mit ihrem internationalen
Einfluß unter vielen Millionen einfacher, geistig wie sozial notleidender und ständig am
Rande des Aufbegehrens lebender Menschen als äußerst nützliche konservative
Organisation betrachtet, die mit ihrem Antikommunismus und ihrer Bekämpfung jedes
sozialpolitischen Aufbegehrens hilft, jede revolutionäre Bewegung in den untersten
Volksschichten schon im Keim zu ersticken. Die politischen Bemerkungen und Tendenzen in
den in den WT-Predigten lassen das nach wie vor erkennen. So war vorauszusehen, schon seit
der erstmaligen Verkündigung des 1975-Termins 1966/67, daß die WTG nach 1975 alles
erneut umändern und weiterverschieben muß und wird. Drei Jahre sind seitdem vergangen,
die es ermöglichen zu erkennen, wohin die Reise nun weiter gehen soll.
Im CV-Arbeitskreis wird daran gearbeitet, demnächst eine erste gründliche Übersicht hierüber vorzulegen. Die neue WT-Zweckerklärung, die seit Frühjahr 1978 im WT erscheint und sicher nach und nach im Wortlaut bekannt wird, wo man sonst das Augenlicht strapazieren muß und Lupen zuhilfe nimmt, laßt die Umrisse dieser Weiterreise erkennen. Laßt uns eine erste Prüfung vornehmen.
Die neue "Zukunftsschau" des WT
Äußerlich wurde die Zweckerklärung auf etwa ein Drittel
zusammengestrichen. Die Erklärung politischer Neutralität erscheint nicht mehr. Der
ständige Nachweis in CV -und anderen Dokumentationen über die WTG, daß dies
angesichts der politischen Tendenzen im WT eine Erklärung übelster politischer.
Heuchelei ist, konnte nicht länger ignoriert werden, zuviele waren dadurch mobilisiert
worden. Der Begriff Weltende erscheint nicht mehr. Auch der Begriff "diese
Generation" ist gestrichen, es heißt nur noch allgemein, und immer anwendbar
"bald". Auch von einer Vernichtung aller anderen ist keine Rede mehr, es wird
vielmehr von einer Erlösung "der Menschheit" gesprochen. Es wird beteuert, daß
sich der WT seit seinem ersten Erscheinen 1879, vor 100 Jahren, treu an das Wort Gottes
als seine Autorität gehalten habe. Was soll man zurückhalten, diese Beteuerung ist der
geschickteste Bluff. Natürlich hat die WTG immer gesagt, "im Namen Gottes"
allein rede sie, ihre Bibelauslegungen seien kein Menschenwerk, sondern "göttliches
Licht". Alles, was sie seit 100 Jahren schon mehreren Generationen predigt, hat sie
mit der Autorität Gottes umhüllt als "seine Wahrheiten", "seine
Lichtblitze aus dem Tempel", und jeder, der diese "Lichter" auch nur
kritisierte, wurde von ihr als "Rebell gegen Gott" ausgeschlossen.
Bitte, lest selbst! Bis auf den heutigen Tag unwiderrufen wurde proklamiert: "Es mögen in der Organisation Dinge geschehen, die wir nicht verstehen. Die Diener mögen einer Handlungsweise folgen, die wir als unrichtig erachten. Deswegen Kritik zu üben, würde eine unvernünftige Haltung verraten" (WT 1. 7. 57, S. 408f). Und weiter: "Laßt uns die Sache so ansehen, daß, was immer der 'Treue Sklave' tat, zu unserem Guten gereicht.
Der Sklave (die WTG, Anm.) erfüllt dadurch seine
eigene Pflicht vor Jehova, daß er das Werk Jehovas tut. Daher ist der Wille des Sklaven
der Wille Gottes. Rebellion gegen die Sklaven ist Rebellion gegen Gott!" (WT 1. 8.
56, S.. 474 dt.)
In dieser Anmaßung, Gott faktisch gleich zu sein, wurde u. a. von 1929
bis 1963 über 30 Jahre oder eine ganze Generation lang die verbrecherische Lehre
gepredigt, die politischen Regierungen seien "keine Obrigkeiten von Gott",
sondern von "Gangstern und Verbrechern", wie der bekannte Bezirksdiener Ernst
Pietzko hierzulande mit Erwachet vom 8. Nov. 1949 "Gangster in Amt und Würden.
Überzeugender Beweis dafür, daß Politiker nicht die von Gott verordneten
obrigkeitlichen Gewalten sind" das Werk vorantrieb. Ungezählt sind die, die von der
WTG wegen ihrer Rebellion gegen diese verbrecherische Lehre in den "zweiten Tod"
gestoßen wurden. Das ist nur ein Beispiel von zahlreichen, wie "treu" sich die
WTG an die Autorität des Wortes gehalten hat.
Das politische Verhalten wird in der neuen Zweckerklärung dahingehend erklärt, daß man klar von allen politischen Verwicklungen abstehe, sich heraushalte. Das ist genau solch juristischer Gummiparagraph. Schon immer hat sich die WTG selbst aus allen politischen Verwicklungen herausgehalten. Das heißt und hieß doch aber nie, daß sie ihre Verkündiger heraushält. Es war 1963 in Liberia. Es war eine Delegation unter Leitung von WTG-Direktor Milton G. Henschel mit den anderen leitenden WTG-Vertretern Klinck, Charuk, Mills und einem Vertreter des WTG-Zweigbüros in Nigeria. Um sich in Liberia ungehinderte Verkündigungsfreiheit zu verschaffen, erklärte M. G. Henschel dem liberianischen Staatspräsidenten Tubman freiweg, die WTG-Verkündigung sei auch "die beste Verteidigung gegen den atheistischen Kommunismus" (Jahrbuch 1977, S. 180). Als Henschel zuvor jedoch mit einer Gruppe liberianischer WT-Verkündiger in eine Verhaftungsaktion geraten war, ließ er sich als amerikanischer Staatsbürger mit anderen Ausländern nur zu schnell befreien, während die einfachen Verkündiger weiter den Mißhandlungen ausgeliefert blieben.
"Der Leutnant ging, um sich zu erkundigen", und alsbald war M. G. Henschel frei, beschützt von der US-diplomatischen Vertretung. So "halten" sie sich "heraus", dieweil sie die Verkündiger "gegen den atheistischen Kommunismus" anrennen lassen. (Erwachet 22. Okt. 1963, S. 11f). Doch wer hat schon die Aufzeichnungen zur Hand um alle WT-Beteuerungen immer sogleich überprüfen zu können?
Zum Schluß heißt es nur noch, der Wachtturm verkünde
jenes Königreich "als die reale Hoffnung für die Menschheit", unverbindlich
für "bald" prophezeit. Eine "reale"-Hoffnung? Es sollte 1914 kommen,
dann 1925, dann wenige Jahre nach 1938, dann keinesfalls 20 Jahre noch 1945, dann 1975. Da
können doch nur noch Einfältige an Realität glauben.
Wenn die neue Erklärung beginnt, der WT befähige, weit in die Ferne zu
blicken, und wenn sie demgegenüber aber "bald" einschränkt, ehe sie endet, so
kann man hier psychologische Taktik erkennen. Weit vorpreschen, dann aber das
Ungeheuerliche wieder etwas zurücknehmen, um schrittweise und unterschwellig daran zu
gewöhnen, daß "bald" gesagt wird, aber niemals gemeint ist. Wie seit 1914
stets "bald" gesagt wurde, aber niemals gemeint war. Flugs war es stets wieder
weit in die Ferne geschoben. Nicht ohne Grund schob der WT vom 15. 3.1977 S.174 ff für
die Zeit nach 1975 die Bemerkung ein: "Was für den ewigen Gott ,eine ganz kleine
Weile' ist, kann für uns zwar eine sehr lange Zeit sein!" -
Zusammengefaßt: Eine ganz andere Sicht
Die neue Erklärung vermittelt nunmehr einen ganz anderen Rahmen, eine
ganz andere Sicht. Nichts mehr von dieser Generation. Nichts mehr von einer Vernichtung
aller anderen. Eine Erlösung der Menschheit wird verheißen. Nicht einmal der Begriff
Zeit des Endes wird verwendet. Allerdings wird das inhaltlich noch nicht durchgehalten: Es
ist nur erst ein neuer Rahmen: Aber für die weiter Hinzukommenden schon eine ganz andere
Sicht. Oh, die WTG ist eine nicht zu unterschätzende Taktikerin! Über drei Generationen
und drei falsche Weltenden hat sie es bisher erfolgreich hinausschieben können!
F. F.
"WENN JEMAND MIT EINEM LANGEN BART AUF DIE BÜHNE
GEKOMMEN WÄRE, WÄRE DIE MENGE NICHT ZU HALTEN GEWESEN!"
Wie F. W. Franz auf dem internationalen Kongreß 1950 in New York die
"Auferstehung der Fürsten" inszenierte.
- Ein weiterer Denkanstoß aus Jarmen/Mecklenburg -
"Die 'Fürsten' sind da"
Warum veröffentlichte die Wachtturmgesellschaft im Jahrbuch 1975 folgende
Schilderung? Wir lesen:
"Jahrelang glaubten Jehovas Diener, daß die treuen Männer der alten
Zeit, wie zum Beispiel Abraham, Joseph und David, noch vor Ende dieses bösen Systems der
Dinge auferweckt würden. Wenn Gottes Diener daher vor Jahren zu einem Kongreß fuhren,
waren sie immer in einer gewissen Erwartung. Vielleicht würden bei diesem Kongreß ein
oder mehrere solcher auferweckten Fürsten oder Männer der alten Zeit erscheinen.
Und nun versetze dich in die Lage der 82 601 Kongreßteilnehmer, die am Samstag, dem 5. August 1950 abends, aufmerksam F. W. Franz zuhörten. An einem Höhepunkt in seinem fesselnden biblischen Vortrag fragte er: "Würde sich dieser internationale Kongreß freuen zu erfahren, daß sich HEUTE ABEND HIER, in unserer Mitte, eine Anzahl der voraussichtlichen FÜRSTEN DER NEUEN ERDE befinden?"
Welch eine Reaktion auf diese Frage folgte! Hier sind einige lebhafte Erinnerungen: "Ich erinnere mich noch gut, wie wir alle vor Überraschung den Atem anhielten und dann erwartungsvoll um uns zu schauen begannen . . . War David hier oder Abraham oder Daniel oder Hiob? Viele von uns Schwestern hatten Tränen in den Augen (Grace A, Estep)." "Ich war so aufgeregt, daß ich auf der Kante meines Stuhles saß und zum Unterstand (aus dem die Redner zur Bühne kamen) starrte. Ich war fest überzeugt, daß jeden Moment ein oder mehrere Männer der alten Zeit auf die Bühne kämen (Schwester Kenyon)". "Diejenigen, die in den Gängen standen, eilten zu den Eingängen des Stadions, um das Rednerpult sehen zu können. Vielleicht erwarteten sie, Abraham, David oder sogar Moses zu sehen. Die Menge stand auf - die Atmosphäre war spannungsgeladen. Ich bin fest überzeugt, wenn jemand mit einem langen Bart auf die Bühne gekommen wäre, wäre die Menge nicht mehr zu halten gewesen." (L. E. Reusch)
Darauf legte sich eine tiefe Stille über die Zuhörerschaft. Jeder bemühte sich angestrengt, sich keines der Worte des Redners entgehen zu lassen. Er sprach über die wirkliche Bedeutung des mit ,,Fürst" wiedergegebenen hebräischen Wortes. Er erklärte, daß die "anderen Schafe" der Neuzeit für ihren Glauben ebensoviel gelitten hätten wie Jehovas Zeugen in der Vergangenheit. Daher spreche nichts dagegen, daß Christus Glieder dieser "anderen Schafe" zu "Fürsten auf der ganzen Erde" einsetze. Am Schluß seiner Ansprache sagte Bruder Franz dann: "Mit diesen hinreißenden Aussichten auf das uns so nahe Gerückte laßt uns an der theokratischen Organisation festhalten und möge Gott sie als eine Neue-Welt-Gesellschaft weiterhin verbessern. Blicken wir nie zurück nach dem modernen Sodom, das zur Vernichtung bestimmt ist, sondern richten wir unser Angesicht in vollem Glauben geradeaus! .Vorwärts denn beständig, wir alle zusammen, als eine Neue-Welt-Gesellschaft!" (WTG-Jahrbuch 1975, S. 213f ausz.)
Welchen Eindruck macht diese Schilderung auf dich?
Ist es nicht unter aller Würde, den aufrichtig glaubenden Zeugen Jehovas
solche Schilderung noch einmal vor Augen zu führen? Haben diese Menschen, die blindlings
alles glaubten, was die WTG ihnen zu glauben vorschrieb, nicht schon genug Spott und Hohn
erdulden müssen, nur weil sie an die baldige Auferstehung der alten Fürsten glaubten?
Beweist diese Schilderung nicht genau das, was man von den Verantwortlichen der WTG zu
halten hat, was sie wert sind? Beweist diese Schilderung nicht auch, wie geschickt die
WTG-Führung ihre eigenen Falschauslegungen anderen in die Schuhe schieben möchte? Fragen
über Fragen könnte man zu dieser Schilderung stellen. Sie alle würden mit einem
Kopfschütteln beantwortet werden müssen. Wirklich, man muß mit dem Kopf schütteln,
wenn man Schwester Kenyon hört: "Ich war so aufgeregt, daß ich auf der Kante meines
Stuhles saß und zum Unterstand (aus dem die Redner zur Bühne kamen) starrte. Ich war
fest überzeugt davon, daß jeden Moment ein oder mehrere Männer der alten Zeit auf die
Bühne kämen." Desgleichen, wenn die Wachtturmgesellschaft L. E. Reusch sagen
läßt: "Diejenigen, die in den Gängen standen, eilten zu den Eingängen des
Stadions, um das Rednerpult sehen zu können. Vielleicht erwarteten sie, Abraham, David
oder gar Moses zu sehen. Die Menge stand auf - die Atmosphäre war spannungsgeladen. Ich
bin fest überzeugt, wenn jemand mit einem langen Bart auf die Bühne gekommen wäre,
wäre die Menge nicht mehr zu halten gewesen."
Sind Jehovas Zeugen so naiv?
Ja, so naiv läßt die WTG ihre Zeugen hier durch L. E. Reusch hinstellen.
Sie macht sie völlig zum Gespött. Ob L. E. Reusch hierüber im klaren ist? Was mögen
wohl alle die dazu sagen, die damals dabei waren? Würden sie heute auch noch so
"hingerissen" sein wie damals, wenn es heute auf einem Kongreß heißen würde:
"Wir stellen euch die alten Fürsten vor, hier ist Abraham, hier ist Jakob" usw?
Ja, es ist wirklich bedauerlich für Jehovas Zeugen, wenn man daran denkt, wie hilflos sie der Wachtturmgesellschaft ausgeliefert sind. Beweist diese Schilderung nicht auch eine große Einfältigkeit? Gewiß, es ist immerhin 28 Jahre her seit diese Fürstendarstellungen und diese dramatischen Vorgänge stattfanden. Ob Jehovas Zeugen solches An-der-Nase Herumführen auch in der Zukunft weiterhin ertragen, bleibt abzuwarten. Die WTG weiß, daß sie sich momentan solche Scherze kaum erlauben darf. Jetzt geht es erst einmal darum, über die Schwierigkeiten der Jetztzeit hinwegzukommen. Das Jahr 1975 hat doch erheblich viel Staub aufgewirbelt, besonders unter der älteren Generation.
Für jeden, der genau hinsieht, hat das WTG-Aushängeschild: "Wir besitzen den Geist der Wahrheit und wir sind Gottes Volk", seine leuchtende Kraft und Überzeugung gänzlich eingebüßt. Die nächste große Probe wird im Jahre 1980 über alle kommen, die der WTG immer noch folgen, was sie auch predigen läßt. Denn 1980 ist das letzte Jahr des "verheißungsvollen" Jahrzehnts um, worauf die Wachtturmgesellschaft alle noch vertröstet hat. Wir zitieren noch einmal, was die WTG mit 1980 als "letzter Grenze" unter "allen Nationen" verkündigt hat
"UNSERE GENERATION wird das Ende der gegen Ordnung
mit ihren streßerzeugenden Problemen erleben. Wir haben sogar berechtigten Grund zu der
Hoffnung, daß eine neue, von Gott geschaffene Ordnung n o c h im Laufe des gegenwärtigen
Jahrzehnts anbrechen w i rd." (Erwachet vom 22. April 1972, S. 26) Bis zum Ende des
gegenwärtigen Jahrzehnts im Jahre 1980 verbleiben noch 1 ½ Jahre! Es wird mit Sicherheit
weder nichts geschehen. Was dann?
Darüber sollten Jehovas Zeugen einmal in Ruhe nachdenken
- W -
WENN MAN ALS CHRIST UNTER DEN MITMENSCHEN ERNSTGENOMMEN
WERDEN WILL
"Benehmt euch mit Weisheit im Verkehr mit denen, die nicht zur
Gemeinde gehören" Kol. 4:5
Die Gefahr sozialer Gewissenlosigkeit
Der Apostel Paulus wies seinerzeit die römischen Christen zurecht:
"Denn nicht die Hörer des Gesetzes sind vor Gott gerecht, sondern die Täter des
Gesetzes werden gerechtgesprochen werden. Wenn nämlich die Nationen, die doch das Gesetz
nicht besitzen, von Natur aus die Forderungen des Gesetzes erfüllen, so sind diese, da
sie das Gesetz nicht besitzen, sich selbst ein Gesetz, sie beweisen ja dadurch, daß das
vom Gesetz gebotene Tun ihnen ins Herz geschrieben ist, wofür auch ihr Gewissen Zeugnis
ablegt." Römer 2: 13-15. Was für ein Weitblick über die eigene Gemeinde hinaus.
Wie sah und würdigte der Apostel zu seiner Zeit die Nichtchristen, die Menschen
außerhalb der Christengemeinde, das Gesetz Gottes im Herzen zu haben, zu tun, ohne es
sichtbar zu besitzen. Wie weit ist dieses christliche Denken des Apostels von den
WT-Verdammungs- und Vernichtungsdenken bezüglich aller anderen entfernt! Der Apostel
zwingt zu begreifen, daß die Menschen da, wo die christliche Gemeinde nicht hinrecht,
keineswegs nur gesetzlos und gewissenlos sein können. Im Gegenteil! Wer die
schwarzmalende WT-Brille absetzt, sieht tausend und abertausend Beispiele, von zärtlicher
Mutterliebe in der eigenen Familie über die Sorge für Arbeit und Brot bis zur sozialen
Hilfe in fernen Entwicklungsländern, damit auch dort die Menschen aus dem Elend
herauskommen. Der barmherzige Samariter im Gleichnis Jesu war alles andere als ein Christ
und dennoch für die, die "das Gesetz halten", ein beschämendes Vorbild an
Nächstenliebe, ohne zuvor nach dem Glauben zu fragen.
Wenden wir uns unserer eigenen Umwelt zu, den
Mitmenschen um uns herum in unserem Lande. Wir müssen das allerdings ohne WT-Brille tun,
vielmehr ganz im Geiste Jesu, wie ihn uns seine Gleichnisse vermitteln.
Das Zusammenleben der Menschen in Familie und Haus, bei der Arbeit, in
Dorf und Stadt und Land, von Land zu Land usw. erfordert es einfach, die notwendigen
fundamentalen moralischen Eigenschaften in rechter Weise zu beachten und zur Geltung zu
bringen. Das ist kein Privileg nur der Christen, wie wir mit Paulus und Jesus gesehen
haben. In unserem Lande wurde dies alles kürzlich in Diskussionen über bildende Kunst
und Literatur im Zusammenhang mit der VIII. Kunstausstellung in Dresden in besonderer
Weise öffentlicher Gegenstand. Wer unter seine Mitmenschen geht, um ihnen christliche
Lehren zu predigen und zu bezeugen, würde verantwortungslos handeln, wollte er solche
öffentlichen Diskussionen mißachten.
"Zu einigen Fragen der Entwicklung" von Prof. Hans Koch (ND vom 15./16. April 1978) lautete der gesellschaftlich maßgeblichste Diskussionsbeitrag in diesen die Christen in unserem Lande in gleicher Weise berührende Fragen. Ein Hauptgedanke war die Beachtung, Durchsetzung und Geltung solcher Eigenschaften im gesellschaftlichen Leben wie "Aufrichtigkeit, Ehrlichkeit, Feingefühl, Gerechtigkeitssinn, Gewissen, Güte, Freundlichkeit und moralische Integrität". Welchen aufrichtigen Christen berührt das nicht, noch dazu, wenn er sich selbst auch in solchen Fragen unter seine Mitmenschen begibt. Nun wird allerdings dazu ein mahnendes, ja warnendes Wort gesagt. Alle diese Fragen würden "falsch und unrealistisch" gestellt, wenn dies "unter Verzicht auf eine soziale Wertbestimmung" geschieht, "außerhalb der Orientierung auf große, allgemeinbedeutende Lebensziele in der Arbeit für den menschlichen Fortschritt". Es sei unmöglich, das Menschliche "in der Verneinung jedweder gesellschaftlichen Normen bzw. Erfordernisse finden zu wollen". Wenn das Gewissen nur verstanden wird "als abstrakte moralische Pflicht, gleichgültig, ob damit - im Sinne gesellschaftlichen Fortschritts - wesentliche und allgemeinbedeutende Interessen verletzt werden, dann birgt diese Gewissensauffassung die Gefahr sozialer Gewissenlosigkeit in sich".
Genau dies trifft auch auf die vom WT vermittelten und gepredigten Auffassungen zu! Jeder verantwortliche christliche Diener sollte das durchdenken! Die gesamte WT-Moral verneint und bekämpft .das "soziale Evangelium", das soziale Handeln aus christlicher Verantwortung. Die gesamte WT-Moral steht in spottender, höhnender und lästernder Feindschaft zu einer .sozialen Wertbestimmung, zu einer Orientierung auf die allgemeinen sozialen Lebensziele, die einfach schöpfungsbedingt sind, zu gesellschaftlichen Erfordernissen der "die Menschen betreffenden Ordnung". Durch die Verkündigung dieser WT-Moral werden diese allgemeinen sozialen Lebensinteressen nicht nur mißachtet, sondern systematisch verletzt.
Der WT-Verzicht auf eine soziale Wertbestimmung aller
Moral, ja der Kampf der WTG unter den Christen gegen jede soziale Wertbestimmung der Moral
ist mit folgender WT-Verkündigung dokumentiert:
"Worum sollten wahre Christen die Politik meiden, wenn sie doch
anscheinend viel tun könnten, um die Welt zu verbes sern? Aus Gewissensgründen stehen
sie davon ab, an der Politik dieser Welt teilzunehmen, ja selbst an Wahlen.
Sie wußten, daß jene die Politik treiben, Feinde
Gottes sind und dadurch zur Vernichtung in Betracht kommen.
Wahre Christen zeigen also, daß sie Nachfolger Christi sind, indem sie
nicht versuchen, diese
Welt zusammenzuflicken oder sie durch Politik zu verbessern." (WT 1.
1. 57 S. 5-8 ausz.)
Ob das die Wirtschaftspolitik betrifft, die Kulturpolitik, die
Sozialpolitik, ja selbst die Finanzpolitik wird z. B. in unserem Land mit Füßen
getreten, indem bestimmte WT-Hörige gesetzeswidrig riesige Geldsummen nach dem Westen
schmuggeln. Skrupellos läßt die WTG ihre Zeugen auf die Christen allenthalben
einpredigen:
"Doch ringe nicht die Hände, noch weine um sie! Die sich zur Bibel bekennende Christenheit offenbart ihre Verachtung für Gottes Wort durch ihre krasse Unwissenheit über die wahren biblische Lehren (wie sie die WT bringt, Anm.). Sie verdient nichts Besseres als die barbarischen Kriege, die Flut von Verbrechen, die Kriminalität; die, allgemeine Unsittlichkeit und die sich mehrenden Drangsale!" (WTG-Traktat "Die Hoffnung auf Frieden" Wiesbaden T 10 - X).
Bis auf diesen Tag ist die WT-Organisation von diesem
Geist sozialer Gewissenslosigkeit geprägt.
Nach der erneuten Weltende-Falschprophetie von 1975 sollte es allen
Aufrichtigen leichter fallen, aus dieser durch die Weltende-Falschprophetie bedingten
sozialen Gewissenlosigkeit herauszufinden. Es sollte nun, nach 1975 leichter sein zu
erkennen, daß ihre Aufrichtigkeit, ihre Ehrlichkeit, ihr Feingefühl, ihr
Gerechtigkeitssinn, ihr Gewissen, ihre Güte, ihre Freundlichkeit und ihre moralische
Integrität für eine falsche und unrealistische Sache mißbraucht wurden. Es sollte ihnen
nun nach 1975 leichter fallen, zurückzukehren zu der christlichen Denk- und
Handlungsweise, wie sie Christus selbst und die Apostel mit Bezug auf soziale
Verantwortung gelehrt haben. Alles andere ist früher oder später zum Scheitern
verurteilt.
Die Menschen wehren sich zu Recht dagegen, alle Moral und Sittlichkeit zu einer derartigen sozialen Gewissenslosigkeit umzufunktionieren. Denn die sozialen Bedürfnisse aller Menschen sind natur- bzw. schöpfungsbedingt und daher unabhängig vom christlichen Glauben, wie wir eingangs mit Paulus und Christus sahen.
Oft hilft auch der Blick in einen Spiegel
Sie hatte ihre Erfahrung gemacht, wo auch die Zeugen von der WTG gehalten
sind, ihr "informelles Zeugnis" zu geben. Das Wartezimmer eines Arztes, ein
abgelegenes Dorf, der Urlaub im Sommerhaus an der Ostsee, Bekanntenkreise, jung und alt in
der Nachbarschaft, die stille Stunde auf einem Friedhof, die mancher in Erinnerung an
liebe Angehörige dort verbringt. "Hauptsächlich habe ich gelernt", sagte sie,
Helga Schubert, eine christliche Schriftstellerin, "daß der Mensch nicht
einschichtig ist, sondern aus vielen widersprechenden Meinungen besteht, über sich selbst
und andere, daß es dem Menschen schwerfällt, sich zu akzeptieren, wie er ist. Er gibt
seinem Bedürfnis nach, anders zu sein, und gerät dabei in Konflikte". (Edith Opelt
anläßlich des III. Schriftstellerkongresses, NZ 24. 4. 1978 Berlin)
Jeder lebt unter der WTG in Wirklichkeit in vielen sich
widersprechenden Meinungen und Ansichten, die er oft nur vage bemerkt, die ihm da und dort
nur schwach aufglimmen, ohne daß daraus eine Flamme wird. Wie schwer fällt es, dies zu
erkennen. Sie leben in den unmöglichsten Widersprüchen und verbreiten sie. Heute dies
und morgen das Gegenteil davon als "Wahrheit von Gott". Sie merken nicht, daß
bei einer solchen Sachlage kein Gott mit der WTG etwas zu tun haben kann. Daß der Mensch
nicht einschichtig ist und daß diese Erkenntnis schwerfällt, mag ein kleiner Trost sein,
wo man sich fragt, wie man der WTG nur so lange bedenkenlos folgen konnte.
Die Schrift aber schickt uns auch bei denen in die Lehre, die "das
Gesetz nicht haben" und dennoch als "Täter des Gesetzes gerechtgesprochen
werden". Laßt uns auch daraus lernen.
- P -
DER ERSTE DEUTSCHE IM ALL, EIN NEUER PAPST WURDE
GEWÄHLT
Einige Fragen an die WT-Zeugen
Wie bekannt ist, startete am 26. August 1978 das sowjetische Raumschiff
Sojus 31 u. A. Mit dem ersten Deutschen, Oberstleutnant S. Jähn aus der DDR. Die
Erforschung und Nutzung des Weltraums ist anerkannt unabdingbar für den allgemeinen
wissenschaftlich-technischen Fortschritt und die Volks bzw. Weltwirtschaft geworden. Es
ist gleichsam als die bisher höchste Stufe in der Aufgabe des Menschen anzusehen.
"sich die Erde untertan zu machen" 1. Mose 1:28.
"Habemus papam", wir haben einen Papst, riefen zahlreiche katholische Gläubige auf dem Petersplatz in Rom, nachdem die Kardinalsversammlung am 26. August 1978 mit Johannes Paul I. einen Nachfolger für Papst Paul Vl. gewählt hatte. Sicher haben viele WT-Zeugen diese beiden historisch zu nennenden Vorgänge durch Presse, Rundfunk oder Fernsehen zur Kenntnis genommen. Mancher hat sich auch schon den WT-Vers darauf gemacht vom "Hineinpfuschen in Gottes Vorhaben" bis zum "Lied über die große Hure Babylon". Für Aufrichtige ist dieses WT-Endzeitdenken seit 1975 aber so brüchig, daß sie das damit nicht mehr einfach abtun.
"An alle" ernstgenommen
"Es ist ihr Herzenswunsch, a l l e n Menschen Gutes zu tun, indem sie
ihnen von der guten Botschaft erzählen", bevormundet die WTG weiter nach 1975
("Jehovas Zeugen im zwanzigsten Jahrhundert", Kongr. 1978). Laßt uns dies zum
Nachdenken indes im Hinblick auf den ersten Deutschen im All und die Weltraumforschung im
allgemeinen und die Wahl eines neuen Papstes ernstnehmen. Was ergibt sich?
Wenn a l l e Menschen - und a l l e sind aufgefordert und angesprochen - nach der WT-"Botschaft" handeln würden, gäbe es dann auch nur einen einzigen Flug in das Weltall? Keinen! Es wäre nämlich keiner dazu bereit und es gäbe keinen Staat, der das ermöglichen könnte. Es gäbe weder Weltraumforschung noch irgend technisch-wissenschaftlichen Fortschritt. Es gäbe nämlich nicht mal einen Volkswirtschaftsplan, weil das bedeutet, "Politik zu treiben", was die WTG als angebliche "Feindschaft gegen Gott" bekämpft, Es gäbe überhaupt keine politische Regierung auf Erden, weil niemand eine wählen dürfte, somit keine staatliche bzw. politische Ordnung. Von einem Weltraumprogramm, das eine hohe gesellschaftliche Entwicklung voraussetzt, ganz zu schweigen! Weiter gefolgert, gäbe es weder Wirtschaftspolitik noch Schulpolitik noch Handelspolitik, noch Gesundheitspolitik, noch Finanzpolitik, noch Kulturpolitik, noch Entwicklungspolitik. Es gäbe keinen Bürgermeister, keinen Landrat, keinen Stadtrat, keinen Minister, keinen Bundeskanzler, keinen Staatsrat, kein Parlament, keine Volkskammer, keinen Gesetzgeber.
Wenn sich wenigstens die verantwortlichen WT-Zeugen einmal vorurteilslos Gedanken darüber machen würden, welche wirtschaftliche und soziale Funktion das "Politiktreiben", die politische Regierung hat, sie müßten sich an den Kopf fassen, solche WT-Verkündigung an a l l e Menschen zu richten! Wollten alle die politischen Bedingungen der WTG annehmen, was sie ja wohl müßten, wollten sie "errettet" werden, dann könnten die alten WT-Zeugen nicht einmal ihre Rente ausgezahlt bekommen, weil das eine Frage der Sozialpolitik z. B. ist. Würden sie dann endlich merken, was für einen politischen Unsinn die WTG a l l e n anbietet?
"Habemus papam", oder keinen neuen Papst
mehr?
Es ist unglaublich, mit welcher Dreistigkeit die WTG die unmöglichsten
Lehren herausgibt. Und es ist erschütternd, wie erwachsene das bedenkenlos übernehmen
und ernstlich vertreten und jeden feindselig verteufeln, der es wagt, ihnen zu
widersprechen!
Hätte die katholische Kirche sich seit 1966/67 auf das WTG-Weltende
"Mitte der siebziger Jahre", 1975, eingerichtet, dann hätte schon Papst Paul
VI. zurücktreten müssen. Weiter hätte die Kirche ihre weltweiten karitativen Werke für
ungezählte Bedürftige und Gebrechliche aufgeben müssen. In ihren Krankenhäusern wären
die Patienten verblutet. Schulen und Universitäten wären verfallen. In Heilanstalten
gäbe es Chaos. Kinderheime würden verwahrlosen. Vor Entbindungsheimen verzweifelte
werdende Mütter. Schließlich hätte sie jahrtausendealte Werke der Kultur und Kunst, mit
der sie die menschliche Zivilisation bereichert hat, dem Verfall preisgeben müssen. Das
alles unterhält die katholische Kirche nämlich auch! Nur Unzurechnungsfähige oder
Verbrecher in der Kirche könnten also auf die WTG-Weltenden setzen! Die
WTG-Verantwortlichen in Wiesbaden und Brooklyn mögen dazu ihren eigenen WT vom 15.
September 1956 Nr. 18, S. 562/63, dt., Absatz 15 nachlesen!
Nun hat sich die jüngste WT-Weltendeverkündigung von 1975 ebenfalls als internationale Irrlehre erwiesen. Keiner also kann die WTG endzeitlich ernstnehmen, will er sich nicht selbst zugrunderichten. Als nun Papst Paul VI. starb, hätte sich da die katholische Kirche nach der WTG umschauen und keinen neuen Papst mehr wählen sollen" Während die WTG selbst ihre Weltendetermine skrupellos weiter verschiebt und allen den Tritt gibt, die ihr diese falschen Termine vorhalten, weil sie daran geglaubt haben?
Liebe Bruder und Schwestern unter der WTG!
Hat euch die WTG nicht den gesunden Menschenverstand getrübt, daß ihr
nicht begreift, daß man auch nicht ein einziges falsches Weltende verkünden darf nach 5.
Mose 18:20-22? Würde man euch ernstgenommen haben, so müßte man euch nach den falschen
Weltendeterrninen aus Stadt und Land verjagen, damit durch die verantwortungslose
WT-Weltendeverkündigung nicht weitere soziale Katastrophen ausbrechen. Papstwahl, der
erste Deutsche im All, wie letztlich das ganze schöpfungsbedingte soziale Leben, das man
nicht mißachten kann, sind für jeden aufrichtig Nachdenkenden Beweis für eine
endzeitliche Täuschung der Herzen Argloser durch die WTG, die ihresgleichen sucht!
K. O.
EIN MENSCH, DEN MAN NICHT VERGISST
Heinrich Ditschi - ein aufrechter Verteidiger christlichen Glaubens (2)
Jeden Zuhörer nahm er gleichsam bei der Hand
Niemals zuvor hatte ich einen derartig überwältigenden Ausdruck der
Kraft des Geistes erlebt. Was der kleine Kreisdiener Heinrich Ditschi hier demonstrierte,
war unwahrscheinlich. Ein kleines Männlein steht auf der Bühne. Er läßt Worte in den
Saal fallen, spricht stumm in Mimik und Gestik. Aber in diesem unscheinbaren Körper
steckt ein Bündel an Energie. Wie unsichtbare elektrische Funken knistern die
Gedankengänge dieses Dieners durch den Saal. Sie springen über auf den einzelnen
Zuhörer. So wird gleichsam der Geist des genialen Dirigenten auf, der Bühne zur
Denkweise aller Zuhörer. Er hat sie fast buchstäblich vereinnahmt, sicher und souverän.
Jeden einzelnen Zuhörer im überfüllten Saal nimmt sozusagen bei der Hand und geht mit
ihm spazieren, wohin er möchte. - Was für ein Triumph des Geistes durch diesen
Kreisdiener!
Selbstverständlich gibt es ohne Fleiß keinen Preis. Ohne harte Arbeit und ständiges Training kann man nicht solche Erfolge erzielen. Trotz einer gewissen Naturveranlagung muß ich diesem Diener bescheinigen, daß er hart an sich selbst arbeitete. Er las täglich in der Bibel. Sein Wissen war nicht nur angenommenes Wachtturm-Wissen. Er hielt sich auch nicht streng an die Anweisungen des "lnformator", heute "Unser Königreichsdienst". Sie waren ihm zu starr und zu dogmatisch. Er ersetzte sie gewöhnlich durch eigene, flexiblere Art und Weise, wobei er lediglich darauf achtete, daß sie nicht zu sehr von der Linie der WTG abwich. Dem Wesen nach war er ein überzeugter Christ. Für ihn war Christus als der Sohn des lebendigen Gottes grundsätzlich der Mittelpunkt alles Geschehens.
Sein tragischer Irrtum
Die WTG muß er damals als ein Werkzeug Gottes betrachtet haben, mit dem
man verbunden sein mußte, um für einen gewissen Zeitabschnitt ein gemeinsames Werk für
Gott und Christus zu tun. Selbstredend kann man "innerhalb dieses gemeinsamen
Werkes" Eigeninitiative entfalten und unter Beachtung aufrichtig erforschter
Schriftstellen gewonnene Erkenntnisse im Dienst verwenden, um so Gott und dem beauftragten
"Sklaven" (WTG) noch wohlgefälliger zu dienen. Daß aber gerade hierin der
tragische Irrtum aller Zeugen Jehovas beruht, hat sich wohl selbst ein Heinrich Ditschi
damals nicht träumen lassen. Denn in der Endkonsequenz - sollte es zu einem Konflikt
kommen - selbst in simplen, banalen Versammlungsentscheidungen, Vorschriften und sonstigen
Bagatellen, sieht es so aus: Es gilt der Wille des "Sklaven", nicht der Wille
Gottes oder der Wille seines Sohnes. Man bedenke: Er soll doch schon als König regieren,
er "winkt"! Nein, der "Sklave" hat das letzte Wort, und er hat es
selbst dann, wenn die ganze Bibel dagegenspricht! Siehe die 30 Jahre dauernde
Obrigkeitsbibelverdrehung durch die WTG.
Da mögen Gott und sein Sohn noch so "winken", und man möge freudig zurückwinken, mit Palmzweigen in den Händen, wie es uns die WTG gleichsam beibrachte, das nützt alles nicht. Die WTG beachtet die Palmzweige nicht. Sie zückt die Peitsche, wenn du ihre Auslegung nicht anerkennst! Zudem hat sie noch die Schere in der Hand, die Christus ihr bei seinem "Amtsantritt 1914" gleichsam in Brooklyn hinterlegte, um uns als unnütze oder gar entartete Rebe vom Weinstock des Herrn abzuschneiden. Aber wer käme als aufrichtiger Christ und Anbeter Gottes schon auf die Idee, daß ein von ihm beauftragter "Sklave", der nach Christi eigenen Worten sich selbst als unnütz zu betrachten hat, es wagen würde, im Angesicht des "bereits regierenden Königs und der ausgesandten Engel", die sorgsam darüber wachen, daß dieser "Sklave" seine Befugnisse nicht überschreitet, seine Mitknechte zu schlagen und zu drangsalieren? Ganz bestimmt hatte der Kreisdiener Heinrich Ditschi damals noch nicht geahnt, daß für die WTG der Name Jehovas und der Name seines Sohnes völlig zweitrangig waren, daß es ihr lediglich um den Glanz des eigenen Namens geht. Ja, daß sie sich in vermessener Weise selbst als den "Nabel der Welt" betrachtet, wie sie das später unverhüllt in ihrem Buch "Auch du kannst Harmagedon überleben und in Gottes neue Welt gelangen" zum Ausdruck brachte. Tatsache ist, daß dieser Diener Heinrich Ditschi an ein wichtiges Werk Gottes glaubte, das getan werden müßte, und deshalb unter der WTG diente und sie als notwendiges Übel in Kauf nahm. Auf seine Weise versuchte er so, Christentum in seinem Predigtdienst zum Ausdruck zu bringen. Seine Hingabe an Gott und Christus waren echt.
"Den Juden ein Jude, den Griechen ein
Grieche"
Kein Wunder also, wenn ein Mann von solchem Format und solchen
Qualitäten, dazu mit einer Vision beseelt, die schon die Urchristen, was den Eifer für
Gott betrifft, über sich hinauswachsen ließ, einen derart immensen Einfluß auf andere
ausübte. Wenn er in seiner Methode auch Kniffe anwandte (es waren durchaus Tricks dabei),
so tat er dies aber nicht in hinterhältiger Absicht. Eher praktiziert die WTG so etwas in
ihren immer neuen Büchern. Er tat es einzig und allein darum, um Menschen in biblischer
Weise zu helfen, eine eigene Erkenntnis über Gott zu erwerben. Seine verblüffenden
Einfälle, mit denen er ständig zu überraschen wußte, und die nie ohne Wirkung blieben,
beruhten auf selbst erarbeiteten Methoden, die ihrerseits wiederum auf Schriftstellen
basierten.
Wenn der Apostel Paulus z. B. davon spricht, "den Juden ein Jude und den Griechen ein Grieche zu sein", wenn er sagt, er wendet gewisse Methoden an, in Ehrlichkeit wohlgemerkt, damit er "für Christus auf alle Fälle einige gewinne", wenn man dann diese Paulus-Methoden betrachtet, seine Auseinandersetzungen mit Felix, Festus, König Agrippa usw., und wenn man dann bedenkt, daß Heinrich Ditschi dies alles nachzuahmen versuchte, abgewandelt und passend gemacht für moderne Menschen von heute, dann kann man erkennen, wie hart er an sich selbst gearbeitet haben muß. Wie sehr er Gott, Christus und seine Mitmenschen geliebt haben muß, daß er sich all diesen Mühen unterzog, um seine ganzen Qualitäten auszuschöpfen und sie selbstlos anderen zum Nutzen dienstbar zu machen.
Man erkennt dann aber auch, daß er eben mit diesen biblischen Methoden erheblich von den WTG-Methoden abwich und sich in den Augen Brooklyns tadelnswerte "Eigenwilligkeiten" zuschulden kommen ließ. Diese Feststellung verdient unbedingt festgehalten zu werden. Nur so wird der spätere Konflikt Ditschi kontra WTG, von dem im Verlauf dieser Artikelserie noch die Rede sein wird, für jeden verständlich sein.
Eine Kreisversammlung in Langenberg
Von der Langenberger Kreisversammlung fuhren die Brüder
"aufgetankt" in ihre Versammlungen zurück. Eigentümlicher weise fiel mir
später auf: Wieso mußten sie überhaupt aufgetankt" werden, wie sie es selbst
nannten? Wozu besaßen sie denn eigentlich die Bibel, zusätzlich innerhalb der
Versammlung noch die Gemeinschaft Gleichgesinnter? Trotzdem hatte man nicht genügend
Kraft und Geist, daß man Kreisversammlungen zum Auftanken" so bitter nötig
hatte wie das tägliche Brot? Warum brauchte ein Heinrich Ditschi denn keine solche
Tankstelle? Wieso hatte er denn Überfluß, so daß er imstande war, vom eigenen Geist
noch eine Menge auszuteilen?
Und schließlich: Wenn es biblisch korrekt zugehen soll, dann müßten Kreisversammlungen und überhaupt alle Kongresse entsprechend den Vorbildern des Volkers Gottes sein, eine Demonstration für Außenstehende. Damit sich diese von der Wahrheit und dem Segen Gottes überzeugen können, den er allen ohne Ansehen der Person gewährt, sofern seine Vorkehrung beachtet wird. Als passender Vergleich könnte hierzu das Gebet Salomos für den "Fremdling aus fernem Land" dienen, das der König nach Beendigung des Tempelbaus sprach. Selbstherrlich versucht die WTG das auch so darzustellen. In Wirklichkeit ist es das aber nicht. Abgesehen von der Gewinnung Neuer dienen solche Kongresse vielmehr zur erneuten Antreibung der Zeugen, damit sie in ihrem Dienst für die WTG und im Verkauf der WTG-Publikationen nicht müde werden. Darum gleichen die abgehetzten Verkündiger auch Rennwagen, die nach Absolvierung einer vorprogrammierten Rennstrecke zeitweise immer wieder die Boxen (Kongresse) aufsuchen müssen, um ihren leergefahrenen Bezinbehälter neu aufzutanken. Von einer exakten, echt fundierten Bibelerkenntnis kann niemals die Rede sein.
Er nahm den Kampf mit der WTG auf
Aber ich sage das heute so leichthin. Wer sich nämlich echte
Bibelerkenntnis aneignet, gerät eines Tages zwangsläufig mit der WTG in Konflikt, Und
dann kommen die Gewissensnöte! Hier die Machenschaften der WTG - dort die lieben Brüder!
Beides ist keineswegs identisch. Und schließlich die Konsequenz einer Trennung von der
WTG: "Wohin soll ich gehen?" Ja, diese bange Frage ist es, die zur Tragik für
jeden Zeugen wird. Tatsächlich, "wohin soll ich gehen?" Sicher, die Bibel lehrt
keine Kollektiverrettung, ich kann mich nur selbst retten durch meinen Glauben an
Christus. Ferner: "Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, bin ich mitten
unter ihnen." Aber wenn diese zwei oder drei im Moment nicht da sind? Es ist
schließlich nicht jedermanns Sache, und sei es auch nur für eine kurze Zeit, auf sich
allein gestellt zu sein.
Ein Heinrich Ditschi fand die Kraft, dort ganz allein zu stehen. Und er fand sogar die Kraft, in dieser Position seine Arbeit fortzusetzen und in Gewissensnot geratenen Brüdern zu helfen, Und am Ende wuchs er förmlich über sich selbst hinaus. Er nahm den Kampf mit der WTG auf und investierte persönliches Geld in aufklärende Druckschriften, um der Öffentlichkeit den wahren Charakter dieser "Neuen Welt Gesellschaft" bzw. Wachtturmgesellschaft zu enthüllen.
Doch davon soll heute im einzelnen noch nicht die Rede sein. Damals waren im Westen die sich noch dem 2. Weltkrieg ergebenden Zielstellungen der USA und die damit in Beziehung stehenden Absichten der WTG noch nicht erkennbar, zumindest für die Zeugen kaum. Und Heinrich Ditschi half u. a. bei der Langenberger Kreisversammlung mit, in dieser Sache nach völlig ahnungslos, alle kräftig "aufzutanken" Im Grunde war es dort eigentlich er, kraft seiner Persönlichkeit und des Geistes, der auch den Müdesten vom Stuhl hochriß und ihnen einen Elan einhauchte, der bestimmt für ein weiteres Vierteljahr reichte.
Der Segen Gottes schien mir offenkundig
Ich war nur Interessierter mit einer Bibelkenntnis sicherlich unbeholfener
Art. Aber diese Langenberger Kreisversammlung mit dem Erleben dieses einzigartigen Dieners
reichte aus, daß ich ab sofort als Interessierter noch den Dienst von Haus zu Haus
aufnahm. Ich folgte dem Kreisdiener in seiner Art und Weise so gut es ging, wahrscheinlich
auch noch sehr unbeholfen bei meinen spärlichen Kenntnissen. Aber die Befolgung der auf
der Kreisversammlung gezeigten "Muster", demonstriert von Heinrich Ditschi,
verhalfen mir zu Erfolgen, die ich in meinen kühnsten Träumen nicht erwartet hatte:
Absatz einer Menge WTG-Literatur, sehr viele Nachbesuche und daraus resultierend binnen
einer Woche sogar zwei Heimbibelstudien!
Tatsächlich, der Segen Gottes schien mir offenkundig!
Welche Freude! Und nicht genug damit: In Mettmann (Rheinland) war die Kreisdienerwoche
zuende. Der Kreisdiener würde jetzt die Versammlung Velbert (Rheinland) besuchen. Ich
hatte in meinem Betrieb vorsorglich Urlaub beantragt, damit ich mit dem Kreisdiener
persönlich in den Dienst gehen könnte! Er würde sich bestimmt auch freuen über meine
Erfolge, die ich als Neuling doch eigentlich seinen "Mustern" zu verdanken
hatte. Mit Heinrich Ditschi zusammen in den Dienst! Ein erregender, ein elektrisierender
Gedanke! Ja, ich fieberte der Ankunft des Kreisdieners entgegen
- erzählt von Hermann Bach, Potsdam
IN CV WIRD DER UNTER DEM ÜBERALTERTEN
ÜBERGANGSPRÄSIDENTEN F. W. FRANZ BEGONNENE NEUE KURS DER WTG IN DIE NÄCHSTE GENERATION
GRÜNDLICH GEPRÜFT UND DARGESTELLT
Liebe Leser
Mit der 1978-Kongreß-Broschüre "JZ - Jehovas Zeugen im zwanzigsten
Jahrhundert" hat die WTG jede konkrete Naherwartung eines "Endes"
endgültig vom Tisch gefegt und das Programm für das "zwanzigste Jahrhundert"
mindestens bis zum Jahre 2000 umrissen. Es zeichnet sich ab, daß dramatische
Neuveränderungen in den Endzeitlehren bevorstehen. Im CV-Arbeitskreis hat eine
gründliche Prüfung all dessen begonnen. Dies wird ein Schwerpunkt aller künftigen
CV-Ausgaben sein. Wir sind nun zuversichtlich, daß auch diese CV-Ausgabe zum vermehrten
Verständnisvermögen beiträgt bei allen, die aufrichtig sind. Verbreitet CV überall.
In christlicher Verbundenheit
Eure Brüdern und Schwestern
Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen
CV-Leitung Gera/Thür.
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"Christliche Verantwortung": Monatsschrift der Studiengruppe
Christliche Verantwortung. Herausgeber: Wolfgang Daum. DDR 65 Gera, Otto-Dix-Straße 6.
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A 5237/78 V 7 1 2526