Kommentare zu den eingescannten CV-Ausgaben
CV 110
Mit dieser Ausgabe begann die CV einen Bericht über den
Kreisdiener Heinrich Ditschi. In der Hitlerzeit der dritte Landesleiter der Zeugen Jehovas
in Deutschland. Über 25 Fortsetzungen sollte sich dieser weitschweifig aufgezogene
Bericht erstrecken. Er wurde daher separat zusammengefasst, um einen besseren Überblick
zu ermöglichen. Der Fall des Kreisdieners Heinrich
Ditschi
In Zusammenfassung einiger Berichte über Afrika,
auch ein kritischer Rückblick auf die Rolle des hohen WTG-Funktionär Milton G. Henschel,
im Jahre 1963 im afrikanischen Land Liberia, in dieser Ausgabe.
CV Christliche Verantwortung
Informationen zu christlichem Wandel und vermehrtem Verständnisvermögen
Die Mission von CV
Ist Wegbereitung und Auferbauung in christlicher und sozialer
Mitverantwortung und tätiger Nächstenliebe hier und heute. Dies erfolgt in besonderem
Hinblick auf die von der Wachtturm-Gesellschaft (WTG), USA, geleiteten Gemeinschaft der
Zeugen Jehovas und ihrer haltlosen Weltendeverkündigung. Diese Mission geht aus von
Tradition und Bedeutung der internationalen Bibelforscherbewegung und dient der
Hinführung in die Nachfolge Jesu, der Bildung und Tätigkeit freier christlicher
Gemeinden sowie christlicher und mitmenschlicher Verständigung und aktueller Information.
Wir rufen zur Mitarbeit
Nr. 110 Gera September 1978
DAS ERNEUTE FALSCHE WELTENDE DER WTG MIT 1975 HAT DAS
MASS VOLLGEMACHT!
Nunmehr neue Dimensionen der Auseinandersetzung
Verantwortliche können nicht mehr einfach ausweichen
Liebe Leser!
Aufbruch in Dresden! Erste Berichte darüber mit einigen interessanten
Zusammenhängen wurden in CV 109 bereits veröffentlicht. Das Beispiel der einfachen
Schwester W. war einer der Zündfunken, wie in CV 94 ausführlich nachzulesen ist. Nun gab
es erste Gespräche mit CV in Bad Doberan, wo Bruder Siegfried M. zugab, daß er CV
natürlich gelesen hat, wie auch, daß er die Vorgänge in Dresden selbst aufmerksam
verfolgt! Lest in dieser CV-Ausgabe einen ersten über Bad Doberan.
Es ist auch an der Zeit, nunmehr drei Jahre nach 1975 eine erste Bilanz über die Weiterverschiebetaktik zu ziehen, die die WTG seit 1975 und besonders unter dem neuen WTG-Präsidenten F. W. Franz betreibt, um sich in eine weitere Generation zu retten. Verfolgt aufmerksam die nächsten CV-Ausgaben zu dieser Frage. Das Thema "Jona" in dieser CV-Ausgabe klärt besonders die einfachen Verkündiger auf, wie die WTG die Aufseher anleitet, sie nun nach 1975 weiter zu übertölpeln und in Arglosigkeit zu halten. Damit ist auch gleichzeitig eine ernste Frage an alle Aufseher gerichtet, sich nicht länger für ein derartiges Werk mißbrauchen zu lassen. Daß dies keine leeren Worte sind, zeigen die Aufbrüche in Dresden und anderswo wie die Gespräche in Bad Doberan, worüber noch viel mehr berichtet wird!
Wer kannte den WTG-Kreisdiener Heinrich Ditschi aus der
BRD? Er wurde zu einem der Hauptkronzeugen gegen die WTG in der BRD! Wie dokumentiert ist,
war er eines der Opfer der Gestapo-Kollaboration des BRD-Zweigdieners Erich Frost in der
Nazizeit. CV ist nunmehr in der Lage, den WTG-Schleier der Vertuschung über die
dramatische Zeugenschaft von Br. Ditschi gegen die WTG zu beseitigen. Lest auch hierüber
einen ersten Bericht!
Wer zum Thema Br. Heinrich Ditschi Erinnerungen hat, Hinweise geben kann
oder weitere Unterlagen besitzt, ist herzlich gebeten, sie zu übermitteln.
Mit dem eindringlichen Rat, auch anderen zu helfen und
sie zu ermuntern, auch zu prüfen, was gegen die WTG vorgebracht werden muß, möchten wir
dieser CV-Ausgabe ebenfalls eine weite Verbreitung wünschen gemäß dem christlichen
Grundsatz
Vergewissert euch über alle Dinge
Haltet fest an dem, was recht ist
1. Thess. 5:21 NW
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Unser heutiger Inhalt:
Die Begegnungen im Juni 1978 in Bad Doberan/Mecklenburg
Das erste CV-Gespräch mit Br. Siegfried M.
"Können wir noch eine ganz kleine Weile ausharren?"
So spricht die WTG 1977!
Ein weiterer Denkanstoß aus Jarmen
"Jona" - oder die Kernpunkte der Weisungen des WTG-Ostbüros in
Wiesbaden im ersten Halbjahr 1978 für die Untergrundtätigkeit, um 1975 wieder aus den
Köpfen zu verscheuchen
Ein Mensch, den man nicht vergißt
Kreisdiener Heinrich Ditschi - Ein aufrechter Verteidiger christlichen
Glaubens
Nachricht über Afrika
Was hat die WTG für weitere Chancen in der "dritten Welt"?
Zur biblischen Besinnung auf Christus
Gottes Kraft und Macht und Stärke im Auferstehungsgeschehen
Dienst am Wort
Brief an Bruder Werner G. in Dresden
Sie sollten endlich aufhören, sich an die Brust zu schlagen und ihren
Zustand als "Geistiges Paradies" zu proklamieren!
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WER HEUTE NOCH IN VERANTWORTLICHER STELLUNG DIE VON DER WTG FORTGESETZTE
ENDZEITLICHE WEITERTÄUSCHUNG HERZEN DER ARGLOSEN MITMACHT MUSS SICH VERANTWORTEN
Die CV-Begegnungen im Juni 1978 in Bad Doberan/Mecklenburg
"Du hast mit CV nichts zu besprechen? Dann wirst Du Dir einiges
anhören!"
Und er hörte sich einiges an. Eine ganze Weile sogar. Und der Besuch, der
an diesem Sonnabendvormittag da war, hörte es mit. Das war seitens CV dann wohl auch
beabsichtigt, als er die "harte Stirn" der WTG hervorkehrte: "Wir haben
miteinander nichts zu besprechen." Und er hörte sich nicht nur eine ganze Weile
einiges an, sondern antwortete auch auf konkrete Fragen und bestätigte, was CV wissen
wollte. Eigentlich war eine freundliche und brüderliche Aussprache beabsichtigt, wiewohl
das kaum zu erwarten war angesichts der Verdammungs- und Vernichtungsstrategie der WTG
gegen CV. Und die mußte er wohl praktizieren, wenn er nicht selbst von der WTG verdammt
werden wollte. Dachte er so? Andererseits war es doch zu interessant, mit CV direkt
konfrontiert zu werden. Müßte er nicht wenigstens wissen, was sie wollten? Sie schienen
seine Stellung zu kennen, war man sich doch auch persönlich nicht unbekannt. Auch die
Frau schaute einmal vorbei, um zu sehen, was sie durch die etwas geöffnete Tür nur zu
interessiert mitbekam.
Man möchte ihm helfen, unserem Bruder Siegfried M. in Bad Doberan. Man möchte ihm helfen, innezuhalten und zur Einsicht zu kommen. Es sei zugestanden, für seinesgleichen ist es mit am schwersten, zu erkennen, einzugestehen und daraus die erforderlichen Schlußfolgerungen zu ziehen, daß die WTG ein haltloses Endzeitwerk betreibt. Die übernommenen Verpflichtungen und damit gegebenen tieferen Einbindungen sind ein Wurzelwerk und eine Verstrickung, aus der man sich nur mit großer Anstrengung und begründeter Entschlossenheit herausreißen kann. Der WT-Glaube hat den Christenglauben derart umwuchert, daß zunächst nichts auseinandergehalten wird und man nicht erkennt, wie man dem WT mehr glaubt als der Schrift. Wenn sich dies verhärtet hat, wird eine harte Gegenargumentation unvermeidbar, um wenigstens einen solchen Anstoß zu geben, den man nie wieder vergessen kann.
Und ganz offensichtlich ist unser Bruder noch nie derartig zurechtgewiesen worden mit Bezug auf die WTG, wie es bei dieser Begegnung mit CV geschah. Mit absoluter Sicherheit kann gesagt werden, daß er eines Tages dankbar an diese erste Konfrontation zurückdenken wird. Er ist noch nicht sehr alt. Spätestens auf dem Sterbebett wird er erkennen, daß die ganze WT-Endzeit ein Schwindel war. Möchte er doch um seiner Kinder und seiner Familie willen vorher zur Einsicht kommen, um ihnen einen folgenschweren Irrweg zu ersparen, für den er als Vater die erste Verantwortung zu tragen hätte.
"Du wirst von nun an keine Ruhe mehr vor CV haben,
bis Du es begriffen haben wirst!"
Schweigend nahm er diese Ankündigung zur Kenntnis. Wie er sich das
vorstelle: Es ist mit 1975 erneut bewiesen, daß die WTG eine Weltendeirrlehre verbreitet.
Ist es erforderlich, irgendeinem WTG-Kreisaufseher die Wachtturmzeitschriften aus der Zeit
vor 1975 vorzulegen, mit denen er das selbst mit verkündigt hat? Doch wohl nicht! Wollte
er bestreiten, daß das eine falsche Prophezeiung war? Doch wohl nicht! Und meint er, daß
die Warnung vor falschen Prophezeiungen in 5. Mose 18:20-22 für die WTG nicht gelte? Doch
wohl nicht!
Wie kann man angesichts dieser Tatsachen bedenkenlos die Weiterverschiebung dieser haltlosen WT-Endzeitverkündigung mitmachen? Ist es nicht ungeheuerlich, Hunderte argloser Verkündiger einen solchen Weg zu treiben? Wie kann man überhaupt noch unter die Menschen gehen für diesen falschen WTG-Propheten? Wie will er das später einmal vor seinen Kindern verantworten, wenn sie ihn zur Rede stellen? Er sieht doch ganz genau, wie die WTG bemüht ist, ihre Irrlehre von 1975 vergessen zu machen. Wie kann ein Aufrichtiger und Ehrlicher hierbei Helfershelfer sein? Dann die WTG-Politik, die sie über ihre Zweigaufseher, Bezirksaufseher und Kreisaufseher noch unten durchsetzt. Sollten ihm die WT-Schriften vorgelegt werden müssen, in denen die WTG seit Jahren eine feindselige antikommunistische politische Ausrichtung predigt? Doch wohl nicht. Wollte er diese politischen Feindseligkeiten als politische Neutralität oder gar als unpolitisch bezeichnen? Doch wohl nicht, Wie kann sich jemand angesichts dieser Tatsachen unter seine Mitmenschen begeben und verkünden, es werde ein völlig unpolitisches bzw. politisch neutrales Werk betrieben? Doch wohl nur als politischer Heuchler und Lügner. Aber wie wollte er glaubwürdig sein? Lehrt die WTG nicht eine skrupellose Mißachtung der Schrift, die da in 1. Petr. 3:13 gebietet, "aller die Menschen betreffenden Ordnung um des Herrn willen untertan" zu sein? Wie kann man da Feindschaft gegen die sozialistische oder kommunistische Ordnung verbreiten? Hier ist die Bibel. Wo ist der christliche Auftrag für solche Politik? Jemand, der für andere Verantwortung trägt, muß sich über die WT-Falschverkündigung Gedanken machen. Die Zeit ist hier und heute vorbei, wo die Verantwortlichen für diese Falschverkündigung selbst unbehelligt bleiben, während sie die arglosen Verkündiger ins Feuer schicken. Die "theokratische Kriegslist" ist nach 2. Kor. 4:2 NW schriftwidrig und daher wirkungslos. Es liegt in Jakobus 5:19,20 ein klarer christlicher Auftrag vor, Sünder von Irrwegen zurückzuführen. So ist das Gespräch mit ihm hier nur der Auftakt in Doberan.
"Ja, ich habe CV gelesen"
Schon daß er sich anhörte, was ihm vorgehalten wurde, auch daß er
seinen Besuch alles mithören ließ, auch Frau und Kinder, gibt Hoffnung, daß ein Same
gesät wurde, der früher oder später aufgehen und Frucht tragen wird. Es zeigte sich,
daß er genau verfolgt, wie und wo CV wirkt. So gab er auf eine entsprechende Frage zu
verstehen, daß er die Erklärung eines WT-Studienleiters und seiner Familie aus Dresden
erhalten habe, in der sich die Familie auf Grund der Erfahrungen in der WT-Organisation,
der Haltlosigkeiten der WT-Endzeitlehren und der Beweisführung in CV von der WTG als
falschen Propheten abwendet und jedes WTG-Rechtskomitee als unzuständig abweist. So
beschäftigt er sich mit diesen Problemen. Die CV-Beurteilung der WT-Politik bestätigte
er mit der Bemerkung, daß hierfür letztlich wohl die Staatsorgane zuständig seien, was
eine schwere Anklage gegen die WTG darstellt. Auf die konkrete Frage, ob er CV kenne und
lese, sagte er: "Ja, ich habe CV gelesen", hastig hinzufügend, daß er dies
aber jetzt nicht mehr tue. "Dies genügt", wurde ihm geantwortet. Es habe nicht
mehr geschehen können, als ihm einen ersten konkreten Anstoß zu geben. Dies ist der
erste Beginn. Es wird weitergehen. Offensichtlich kam ihm zum Schluß zum Bewußtsein,
daß er in dieser CV-Begegnung die ihm von der WTG gezogenen Grenzen überschritten hatte.
Es wurde eine CV-Zeitschrift bei ihm zurückgelassen. -
CVN
Der nächste Bericht:
Revision eines WTG-Ausschlußverfahrens in Bad Doberan vor CV-Komitee.
WTG-Vertreter gibt Rechenschaft und wird nachdenklich.
"KÖNNEN WIR NOCH 'EINE GANZ KLEINE WEILE'
AUSHARREN?"
So spricht die WTG 1977
Ein weiterer Denkanstoß aus Jarmen in Mecklenburg für alle aufrichtigen
WT-Zeugen
Vom Propheten Haggai genommen
"Können wir noch 'eine ganz kleine Weile' ausharren?" So
geschickt stellt die WTG eine lebenswichtige Frage, um zu testen, wie nach 1975 die
Wachtturmleser darauf reagieren werden. Selbstverständlich kann ein aufrichtiger Christ
auf die Wiederkunft des Herrn warten. Selbstverständlich kann man auf Gottes
Verheißungen bauen und auch darauf warten. Das sind doch Selbstverständlichkeiten. Was
soll das also?
Es geht um die jüngste falsche Endzeitauslegung von 1975. Hierüber müssen alle hinwegkommen, sollen alle hinweggetäuscht werden. Darum geht es. So wird in der Bibel gesucht, um eine passende Bibelstelle zu finden und daraus etwas zu machen. Wäre 1975 alles vorbei gewesen, so wäre das nicht nötig. Wieder muß der Prophet Haggai aus dem alten Testament herhalten.
Da gibt es von ihm einen Ausspruch Gottes. Es war zur Zeit des Wiederaufbaus des Jerusalemer Tempels um 520 v. Chr. nach der Rückkehr der Juden aus der Gefangenschaft unter König Darius. Der Prophet Haggai hatte im Namen Gottes zu erklären, daß der Tempel schöner als zuvor wieder aufgebaut werde und daß aus den umliegenden Völkern viele Kostbarkeiten hereinkommen würden, um den Tempel mit Herrlichkeit zu füllen. Das würde nicht lange dauern. "Nur noch eine kurze Zeit währt es", andere Übersetzungen sagen "eine ganz kleine Weile". Haggai 2:6. Haggai hatte etwas über den damaligen Tempelbau in Jerusalem zu prophezeien. 520 vor Christus.
Was aber machen die WT-Propheten aus den Worten Haggais? Sie benutzen seine Worte von der "kleinen Weile" einfach dazu, um über ihre jüngste falsche Endzeitauslegung von 1975 hinwegzutäuschen. Haggais "kleine Weile" muß nun nach 1975 herhalten, um die WT-Zeugen wieder zum Ausharren zu veranlassen. Haggai hat mit den den überhaupt nichts zu tun. Er. hatte das überhaupt nicht im Sinn.
1938 schon: Nur noch "einige wenige Jahre"!
Wer die falschen Voraussagen der WT-Propheten über die Schlacht von
Harmagedon kennt, weiß zu gut, wie schmerzlich solche falschen Endzeittermine für die
Hoffenden waren, weil sie nicht in Erfüllung gingen. Machen wir uns nichts vor. Jeder
Hoffende möchte nicht enttäuscht werden, schon gar nicht, wenn man ihm sagt: "Es
kann höchstens noch ein paar Jahre dauern." Aber die WTG nahm auf das Gefühl und
die ehrliche Hoffnung keine Rücksicht. Tragisch und anklagend zugleich sind die
vielfältigen Beweise, die von der Unberechenbarkeit der WT-Propheten Zeugnis ablegen.
Der große WT-Prophet J. F. Rutherford hielt im Jahre 1938 in London einen internationalen Vortrag, der in viele Länder mit dem Rundfunk übertragen wurde, betitelt: "Schau den Tatsachen ins Auge und erkenne den einzigen Weg des Entrinnens". 118 Rundfunkstationen übertrugen diesen Vortrag! Wörtlich sagte Rutherford: "Jonadabe, die jetzt ans Heiraten würden, wie es scheinen will, besser tun, e i n i g e wenige Jahre zu warten, bis der feurige Sturm von Harmagedon vorüber ist." Viele aufrichtig Glaubende warteten einige wenige Jahre mit dem Heiraten. Aber sie warteten vergeblich, 1942 starb dieser große Prophet. Ein neuer folgte ihm, N. H. Knorr. Er verscheuchte diese Erwartungen einfach, ja warnte vor weiteren Spekulationen. Enttäuscht mußten die jungen Zeugen Jehovas von damals einsehen, daß sie an der Nase herumgeführt worden waren.
Wenn sie bis heute nicht geheiratet haben, nur weil sie immer noch auf das Ende warten, oder nach den Jahren des Wartens nicht mehr den richtigen Partner finden konnten, dann geht die Hauptschuld dafür auf das Konto der Wachtturmpropheten. Mögen die Jugendlichen unter den Zeugen Jehovas wenigstens jetzt daraus die Lehre ziehen, wo der nächste Beweis der Haltlosigkeiten der WT-Voraussagen vorliegt!
1969: "In einigen wenigen Jahren"!
In Erwachet vom 22. 8. 1969, Nr. 16, Seite 15, ließ die WTG jetzt
verkünden: "Wenn du ein junger Mensch bist, so mußt du dir über die Tatsache im
klaren sein, daß du in diesem gegenwärtigen System der Dinge nie alt werden wirst. Wieso
nicht? Weil alle Beweise in Erfüllung biblischer Prophezeiungen anzeigen, daß dieses
verderbte System in einigen wenigen Jahren enden soll."
Diese wenigen Jahre sind nun auch schon wieder lange vorüber. Seit 1969 bis heute sind fast 10 Jahre vergangen, ein ganzes Jahrzehnt. Solange müssen die Zeugen nun wieder vergeblich auf Harmagedon warten. Wie lange laßt ihr Jugendlichen diesen WT-Propheten die Freiheit, euch weiter zu belügen? Euch um euer Eheglück zu bringen? Reichen die bisherigen falschen Prophezeiungen noch nicht? Darüber sollten besonders junge, heiratsfähige Zeugen Jehovas einmal in Ruhe nachdenken.
Man kann durchaus verstehen, wenn sie nun nach 1975 oftmals vorziehen, ihre eigenen Wege zu gehen. Wer will sich schon von unzuverlässigen Menschen, die die WT-Propheten erwiesenermaßen sind, sein Berufs- und Eheleben verunmöglichen oder zerstören lassen? Das hat der Schöpfer des Himmels und der Erde nie gewollt. Auch Haggai wollte mit seinen Worten damals alles andere, als zum Abwarten der verschiedenen falschen WT-Prophezeiungen aufrufen. Haggai sprach lediglich das aus, was Gott den damaligen Juden zu sagen hatte. Er wagte es nicht einmal in Gedanken, den Worten Gottes auch nur eine Silbe hinzuzufügen. Vor den Worten Gottes zeigte er ehrfurchtsvollen Respekt. Ganz anders dagegen die WTG und ihre Propheten. Sie zitieren Haggai nicht nur völlig willkürlich, sondern sie unterstellen ihm etwas, was er überhaupt nicht meinte. Die WT-Propheten machen sich wahrlich wenig Gewissensbisse.
Hurtig wird auch 1977 Haggai verwendet
Wir lesen im WT 6/77, S. 181: "Es ist aber jetzt Gottes Wille, daß
wir standhaft bleiben, seinen Geboten gehorchen und den Glauben Jesu bewahren. Erst
nachdem wir in diesem Sinne Gottes Willen getan haben, werden wir die Erfüllung der
Verheißung empfangen. Da es jetzt nur noch "eine ganz kleine Weile" dauert, bis
der Kommende eintreffen wird und nicht ausbleiben wird, wäre es töricht, wenn wir
aufhören würden, auszuharren, nur um unser persönliches Los zu erleichtern."
Für wie dumm hält die WTG ihre WT-Leser. Glaubt sie
wirklich, daß die erfahrenen Leser nicht merken, wie man sie wieder einmal an der Nase
herumführen will, um sie weiter für "einige wenige Jahre" mißbrauchen zu
können, damit die Weiterexistenz der WTG gesichert bleibt? Möchten doch alle
Aufrichtigen endlich einsehen, daß die WTG und ihre Propheten nicht nur Gott und
Christus, sondern auch allen Menschen, die es betrifft, den denkbar schlechtesten Dienst
erweisen! Was nützt all die Prahlerei in den WT-Schriften, "Wir sind die einzige
Organisation auf Erden, die im Interesse des Vorhabens Jehovas wirkt" oder "Wir
allein besitzen Gottes Geist" (WT 1. Okt. 1973 Nr. 19, S. 593), wenn alle Anzeichen
dafür sprechen, daß alle WT-Voraussagen nur geistloses Geschwätz sind? Wie oft sagten
sie mit "überzeugenden Beweisen" schon das Ende der Welt voraus! Aber jedesmal
haben sich die WT-Propheten geirrt und die Menschheit enttäuscht und belogen. So versucht
es die WTG immer wieder aufs Neue mit dem Schlagwort "nur noch eine kleine
Weile". Wie lange soll das jetzt 1978 noch dauern? Lohnt es sich, wieder "ein
paar Jahre" zu warten? Sollte man da nicht vorziehen, frei von der WTG den Weg als
Christ zu gehen?
- W -
"WELCHE HALTUNG NAHM JONA EIN, ALS JEHOVA NINIVE
ZU DER ZEIT NICHT VERNICHTETE, ZU DER JONA ES ERWARTET HATTE?"
Die Kernpunkte der Weisungen des WTG-Ostbüros in Wiesbaden im ersten
Halbjahr 1978, für die Untergrundtätigkeit, um die falsche WTG-Weltendeprophetie von
1975 wieder aus den Köpfen zu verscheuchen
Ein Wort an die einfachen Verkündiger
Das Ostbüro des WTG-Zweigbüros in Wiesbaden gibt monatlich eine anonyme
Untergrund-Ausgabe des monatlichen Informationsblattes "Unser
Königreichsdienst" heraus. In unchristlicher List (2, Kor. 4:2 NW) erscheint diese
Ausgabe ohne Titel und ohne Herkunftsangabe. Die einfachen Verkündiger erhalten sie
grundsätzlich nicht. Sie ist in erster Linie für die verschiedenen Aufseher. Diese geben
sie manchmal weiter, lassen daraus abschreiben, diktieren daraus oder geben daraus Notizen
weiter. Sie haben auf jeden Fall die Aufgabe, die Haupt- oder Kernpunkte daraus bis
hinunter in die Studiengruppen durchzusetzen, um es dann in der Verkündigung nach außen
wiederum in unchristlicher List umzusetzen. Diese Untergrund-Ausgabe ist lediglich
gekennzeichnet mit z. B. 1/78, 11]78, 111/78, IV/78 usw.
Wir wollen nun vor Augen führen, wie das WTG-Ostbüro das hier federführend ist, die Aufseher und Ältesten in ihrem Glauben zu mißbrauchen versucht, damit sie die Verkündiger dahin bringen, weiter für die WTG zu arbeiten, obwohl sie mit 1975 erneut als falscher Weltendeprophet entlarvt ist. Wir zitieren und beleuchten die Haupt- und Kernpunkte aus dem ersten Halbjahr 1978.
Jetzt in einer Zeit von "unbekannter Länge"
"Wir schreiben jetzt das Jahr 1978. Wir leben in einer Zeit
unbekannter Länge, die der Zeit zwischen Adams Erschaffung und dem Ende des 6.
Schöpfungstages entspricht. Auch besteht der Verkündigungs- und Lehrauftrag noch. Es
heißt für uns, mit noch größerer Energie, noch größeren Anstrengungen, mit
größerer Entschlossenheit und anhaltendem Mut wie Jeremia fortzufahren, das Werk zu tun.
Es ist unser Vorrecht, im Einklang mit der vorwärtsschreitenden Gemeinschaft von Brüdern
tätig zu sein." (1/78)
Zunächst: Ist es nicht in Wahrheit in der überwiegenden Mehrheit eine Gemeinschaft von Schwestern? Wehrt euch, mit einer Lüge zu leben und andere an diese Lüge zu gewöhnen. "Redet die Wahrheit, treulich, einer mit dem anderen", gebietet die Schrift. Sach. 8 :16.
Was die genannte Zwischenzeit betrifft, so weiß jeder,
daß sie erst danach erfunden und behauptet wurde, um sich noch "kleine Weile"
weiter einzuräumen. 1978 ist die WTG schon so weit, daß sie den Gedanken einer
"unbekannten Länge" an die erste Stelle stellt. Was den Lehrauftrag betrifft,
den wird man noch nach 1000 Jahren in der Bibel finden. Das ist doch also Betrug.
Das Entscheidende für die WTG ist jedoch, alle bis über beide Ohren in
Tätigkeit zu stürzen, damit niemand Zeit zum kritischen Nachdenken hat. Förmlich
keuchen sollen sie darin, damit sie nicht merken, wie sie hinsichtlich der Zeit wieder
über die Ohren gehauen werden.
"Große Begeisterung eine große Ausdehnung uns begeistern die vielen Pioniere . . . wir sind beeindruckt .. . unerwartete Mehren ein Ansporn, fortzufahren auszuharren Im Büro Brooklyn wurde ein Geschäftskomputer einsetzt, der in 9 Stunden das macht, was früher von den Brüdern in in 18 Tagen erledigt werden konnte . .. kannst du bei dir Fortschritte erkennen?" (11/78)
Förmlich hingeschubst zum Jubilieren wird hier jeder, damit er nicht merkt, wie er unter der WTG dahinstolpert. Immer mehr bewirkt diese aufdringliche Anordnung von Begeisterung über die WTG das Gegenteil. Denn was mehrt sich nicht alles!
WTG-Schuld Gott in die Schuhe geschoben
"So sammelt Jehova weiterhin die große Volksmenge
Unser Leben
wird durch das bereichert, was wir ihn lernen, obwohl wir seine unvergängliche Weisheit
und seine liebevolle Handlungsweise nie völlig verstehen lernen werden." (111/78).
Jetzt nach dem 1975-Fiasko zu erklären, daß wir Gottes Handlungsweise nie völlig verstehen werden, heißt doch faktisch, die ganze WTG-Falschprophetie letztlich Gott selbst in die Schuhe zu schieben. Man könne Gott eben nie völlig verstehen. Na ja, wenn das so ist, hat Gott selbst Schuld, soll er es doch richtig zu verstehen geben! Dann wäre die WTG auch kein falscher Prophet. Aber wenn man Gott nie völlig verstehen kann?
Demoralisierung der Verkündiger
"Obwohl uns Jehova mit der Fähigkeit zu lieben erschaffen hat, haben
wir festgestellt, daß wir als unvollkommene Geschöpfe nicht immer geneigt sind, Liebe zu
üben. Deshalb bedarf es unsererseits besonderer Anstrengungen, den Weg der Liebe zu
gehen. Ja, wir müssen uns ständig bemühen, auf diesem Weg zu bleiben . . .
Regelmäßig, Monat für Monat. Treibt uns die Liebe zum informellen Zeugnisgeben oder zur
Neuarbeit an?" (IV/78)
Nun sind die Verkündiger die Sündenböcke. Sie haben nicht genug Liebe, die WTG-Arbeit zu tun, auf dem WTG-Weg zu bleiben. Wer möchte als lieblos gelten? Bewußt wird diese Frage im emotionellen Bereich gehalten. Ein Hinterfragen dieser Vordergründigkeit gibt es nicht. Man kann doch ehrlicherweise nur lieben, was glaubhaft und wahr ist. Diese Frage wird hinsichtlich der WTG nicht zugelassen. Stattdessen werden die Verkündiger gemaßregelt. Die Wahrheit ist doch aber, daß die Neigung, die Anstrengungen aufzugeben, nicht ein Mangel an Liebe ist, sondern die Folge der offenbarwerdenden WTG-Unglaubhaftigkeit.
Ablenkung durch Hetze gegen den Staat: Das
"satanische System" sei schuld
"Wir wissen, daß das gegenwärtige satanische System immer mehr
Druck ausübt und die Menschen nicht nur von der Realität eines Schöpfers ablenkt,
sondern auch von der Wertschätzung seiner Eigenschaften und Vorkehrungen." (V/78)
Diese Ablenkung von den eigenen Weltende-Irrlehren ist sogar eine Wiederaufnahme der
antikommunistischen Hetze des kalten Krieges der fünfziger Jahre, als man das
"kommunistische System" offen als "satanische Herrschaft"
staatsfeindlich angriff. Christen haben das gesellschaftliche System, in dem und von dem
sie leben und existieren vielmehr als "obrigkeitliche Gewalten von Gott" und als
eine "die Menschen betreffende Ordnung um des Herrn willen" anzukennen. Römer
13:1,2, 1. Petr. 2:13. Diese Schriftworte werden skrupellos mit Füßen getreten. Tatsache
ist des weiteren, daß das sozialistische Gesellschaftssystem, das hier in den
Untergrundanweisungen der WTG speziell angegriffen wird, Glaubens- und Gewissensfreiheit
gewährt. Was die WTG da allerdings "Vorkehrungen Gottes" nennt, sind erstens
ihre eigenen haltlosen Auslegungen, und ist zweitens ein
politisch-gesellschaftsfeindlicher Mißbrauch des Glaubens. Um diesen Mißbrauch zu
begreifen, besteht allerdings "Druck" seitens der gesellschaftlichen Ordnung.
Der entsteht automatisch überall, wo fundamentale gesellschaftliche Prinzipien und
Gesetze mißachtet oder gebrochen werden, anstatt sie, was die Christen betrifft, "um
des Herrn willen" anzuerkennen. Das richtet sich keineswegs gegen den Glauben,
sondern gegen den gesellschaftlichen Mißbrauch des Glaubens. Das gilt es unterscheiden zu
lernen.
Falschprophezeiung der 1975-Vernichtung zugegeben,
Mißbrauch Ahnungsloser
"Welche Haltung nahm Jona ein, als Jehovas Ninive zu der Zeit nicht
vernichtete, zu der Jona es erwartet hatte? Wie sollten wir zu der Tatsache eingestellt
sein, daß Jehova das Predigtwerk weiter durchführen läßt? Fordere einen Verkündiger
auf, sich zu äußern - wenn möglich einen Verkündiger, der in den beiden letzten Jahren
die Wahrheit kennengelernt hat und dankbar dafür ist, daß Jehova geduldig das
Predigtwerk weiter durchführen ließ." (VI/78) Dies ist das Eingeständnis, daß
1975 eine Weltvernichtungsfalschprophezeiung war! Es ist das Eingeständnis, daß die WTG
ein falscher Prophet ist. Der Jona-Vergleich gänzlich an den Haaren herbeigezogen. Jona
hatte tatsächlich einen Auftrag, Ninive binnen 40 Tagen die Vernichtung zu prophezeien.
Aber Gott sagte zu Jona dann: "Mir sollte die große Stadt Ninive nicht leid tun, in
der mehr als hundertzwanzigtausend Menschen leben, die noch nicht zwischen rechts und
links zu unterscheiden wissen, dazu auch eine Menge Vieh?" (Jona 4:11) So wurde die
Prophezeiung widerrufen. Das läßt sich überhaupt nicht auf die
WT-Vernichtungsverkündigung übertragen, bei der auch die Kinder, die noch nicht
unterscheiden können, wie auch alles Vieh, vernichtet werden sollen. Das paßt alles
somit überhaupt nicht und läßt sich überhaupt nicht vergleichen. Darum ist diese
WTG-Jona-Argumentation reinste Willkür der WTG, um ihre 1975-Falschprophezeiung auf Gott
selbst zurückzuwälzen und sich reinzuwaschen.
Daß sie nun verlangen, einen Verkündiget als Vorbild hinzustellen, der erst "in den letzten beiden Jahren", also seit 1976, das heißt nach 1975, "die Wahrheit" kennengelernt hat und dafür "dankbar" ist, schlägt dem Faß den Boden aus! Das heißt doch, einen völlig Ahnungslosen zu benutzen, einen, der die vorhergehenden Weltendeprophezeiungen nicht erlebt hat und arglos dem glaubt, was nun wieder gesagt wird! Es ist eine abgefeimte Kalkulation, um das Werk mit neuen Arglosen weiter zu betreiben!
Ein Schlußwort an die verantwortlichen Aufseher
Ihr seid in der Regel "alte Hasen" aus der Zeit vor 1975 und
kennt also ganz genau die Weltendeverkündigung bis 1975. Merkt ihr nicht, was ihr für
einen Betrug mit völlig Ahnungslosen aus der Zeit nach 1975 treiben sollt, um die
einfachen Verkündiger nach 1975 weiter bei der Stange zu halten? Merkt ihr wirklich
nicht, daß die WTG mit dem völlig fälschlich zitierten Jona-Vergleich in Wirklichkeit
als ein falscher Prophet entlarvt ist? Ein Ehrlicher und Aufrichtiger wird das bemerken.
Ihr müßt euch entscheiden, denn einem solchen Betrug der WTG unter Benutzung völlig
neuer Argloser kann nicht tatenlos zugesehen werden. Ihr aber tragt die Verantwortung!
K. O.
Ein Mensch, den man nicht vergißt
KREISDIENER HEINRICH DITSCHI - EIN AUFRECHTER VERTEIDIGER DES CHRISTLICHEN
GLAUBENS
Erzählt von Hermann Bach, Potsdam
November 1951
Dreitägige Kreisversammlung der Zeugen Jehovas in Langenberg/Rhld. Das
"Bürgerhaus" war geradezu ideal für eine solche Tagung. Mit seiner
Innenarchitektur glich es einem Opernhaus: Stufenweise angeordnete Stuhlreihen mit
Klappsitz, eine Loge, die sich als hufeisenförmiger Balkon in sinnvoller Höhe von einem
Ende der Bühne bis zum anderen Ende durch den ellipsenförmigen Saal zog. Auf der Höhe
eine Orgel. Die Anordnung der Pfeiler - das kuppelförmige Dach - die Fenster und Nischen
- eine gute Akustik - Fassungsvermögen des Saales 1500 Personen - was konnte sich die WTG
mehr wünschen, um mit ihrer Tagung Wirkung zu erzielen und somit Neue, Interessierte zu
gewinnen?
Ich war zu jener Zeit von der Versammlung Velbert/Rhld. Als Interessierter gewonnen worden, und was lag näher, als mich speziell für diese Tagung einzuladen? Tatsächlich wurde diese Kreisversammlung bestimmend für mein weiteres Leben: Kritisches Nachdenken wurde durch emotionelle Begeisterung hinweggefegt. Ich glaubte, "die Wahrheit" gefunden zu haben und entschloß mich, ebenfalls Jehovas "glücklicher" Anbeter zu werden. Daß ich in Wirklichkeit von da an fast 30 Jahre ein unglücklicher Sklave des Wachtturms wurde, ahnte ich in meiner Arglosigkeit nicht.
Mich faszinierte das riesige Spruchband: "Lobpreiset ich, denn Jehova, unser Gott, der Allmächtige, hat als König zu herrschen begonnen!" - Offb. 19:6 - Es war der Jahrestext. Welch eine Schaustellung des Namens Gottes! Wer von den anderen Christen legte Wert darauf, den erhobenen Namen des einzig wahren Gottes so vorbehaltlos an die 1. Stelle zu rücken - und nur das, nur das? Mit welcher Perfektion die einfachen Redner (waren es nicht Arbeiter?) Sich die Bibelstellen aus dem Ärmel schüttelten. Und wie plausibel, wie einleuchtend, wie überzeugend die Darlegungen waren! Dazu die Lieder: Sie alle waren auf Schrifttexte gegründet, geben n u r Gott die Ehre! Das Lied: "Singt, singt, singt, Jehovas Herrschaft winkt!", wurde für mich zu einem Ohrwurm!
Ja, so war es: Jehova herrschte durch seinen Sohn Christus Jesus - seit 1914. Er hatte als Allmächtiger die Herrschaft angetreten, himmlisch, versteht sich. Aber nun "winkte" seine Herrschaft auch der Erde. Ja, das Königreich ist da - es nähert sich uns. Jedes Reich hat Bürger. So auch hier: Der herrschende König "winkt" - und sein Volk "singt". Na bitte .. .
Der von der WTG am meisten gerügte und kritisierte
Kreisdiener
Kreisversammlungen begannen immer am Nachmittag eines Freitags und endeten
Sonntagabend. Ein ganztägiges Programm bieten also nur der Sonnabend und der Sonntag. Der
späte Nachmittag des Freitags dient speziell zur Schulung der Zeugen Jehovas. Was sonst
in den einzelnen Versammlungen abgewickelt wurde unter Vorsitz des Versammlungsaufsehers,
(damals Gruppendiener) und des Schuldieners, wurde hier auf Kreisebene durchgeführt. Die
Predigtdienstschule (damals Theokratische Dienstamtschule) leitete Bezirksdiener Erwin
Schwafert, der damals auch noch die Funktion eines Rechtsberaters der WTG innehatte. Als
Lehrstoff diente das Buch "Theokratische Hilfe für Königreichsverkündiger".
Wenn ich mich recht entsinne, wurde abgehandelt: "Der Vorbeimarsch heutiger
Religionen geht weiter".
Die Dienstversammlung leitete Kreisdiener Heinrich Ditschi. Er zeigte an Hand von Demonstrationen, Zwiegesprächen, Pantomimen, Einwänden und Widerlegungen, wie man im Dienst von Haus zu Haus auf überzeugende Art zum Erfolg kommt. Es fiel mir schon damals auf, daß die ganze Art seines Auftretens etwas aus dem Rahmen der üblichen WTG Schablone fiel. Seine brillante Darlegungskunst hatte eine unnachahmliche persönliche Note. Niemand konnte sich seinem Einfluß entziehen. Wenn er sprach, konnte man eine Stecknadel zu Boden fallen hören. Seine sprühenden Einfälle glichen Meteoren. Seine Gedanken, sein ganzer Geist war ein einzigartiger Flammentanz des sagenhaften Feuervogels.
Vielleicht war er gerade wegen seiner Eigenwilligkeiten - die doch ohne Zweifel äußerst positive Eigenschaften waren, wie der Erfolg bewies - der von der WTG am meisten gerügte und kritisierte Kreisdiener. Freilich, damals wußte ich das noch nicht. So etwas erfährt man erst Jahre später, wenn man selbst schon tüchtige Nackenschläge hinter sich hat und langsam begreift, daß der biblische Eifer und der Mut eines "Daniel in der Löwengrube" die Arena nicht verlassen darf und dort zu enden hat, wo der hohe Bretterzaun der WTG Vorschriften beginnt.
Die einfachen Verkündiger sind ohne Zweifel
ganzherzige und freudige Geber
Der Sonnabend brachte verschiedene Programmpunkte. Es sprachen mehrere
Redner, u. a. K. Gathmann, O. Brocks ("Mit dem Präsidenten auf Fidschi"), W.
Rudowitz, Günter Verwiebe und natürlich auch der Bezirks- und der Kreisdiener. Es wurde
selbstverständlich auch Felddienst (Dienst von Haus zu Haus) geleistet, und es gab Pausen
zwischen den einzelnen Programmpunkten. In den Pausen konnte man sich in die Cafeteria
begeben oder zu einzelnen Ständen, um einen Imbiß zu sich zu nehmen. Hier
"dienten" Brüder und Schwestern, um auf diese Weise für das körperliche Wohl
der Versammlungsteilnehmer zu sorgen. Die Speisen und Getränke wurden zum
Selbstkostenpreis abgegeben. Die WTG konnte sich diese verdienstlose Verabreichung von
Nahrungsmitteln leisten, weil diese oder entsprechende Geldmittel von den Verkündigern
vorher gespendet worden waren. Die Zeugen liebten Jehova eben "ganzherzig" und
bekanntlich liebt Gott einen "freudigen Geber". Die mit allen Regeln des
amerikanischen Managertums vertraute WTG wußte eine solche Einstellung
selbstverständlich in die für sie dienlichen Bahnen zu lenken. Auf diese Weise konnte
sie daher auch alle Kniffe der Reklametechnik ausspielen und einen mächtigen Eindruck auf
die Offentlichkeit erzielen.
Sonntag um 11 Uhr war die Taufansprache. Danach zogen die Täuflinge mit ihren Betreuern zur Schwimmhalle, um sich so auch die Anwartschaft für die Neue Welt zu sichern. Die Zeugen begaben sich derweil ins Feld, um im Dienst von Haus zu Haus neue Interessierte zu gewinnen. Um 15 Uhr hielt der Bezirksdiener die auf Einladungszetteln und Plakaten vorher angekündigte Ansprache für die Offentlichkeit. Im Anschluß daran erfolgte durch G. Verwiebe die "Zusammenfassung des Wachtturms". Es folgten noch einige Programmpunkte durch verschiedene Redner.
Dann kam auch der Kreisdiener wieder zu Wort
Er sprach über das Thema: "Für den Glauben kämpfen - Judas
3". Wenn ich heute zurückschaue, muß ich sagen, daß dieser Vortrag von Kreisdiener
Heinrich Ditschi eigentlich der herausragende Programmpunkt der drei Tage dieser
Kreisversammlung war. Es lag nicht nur am Thema. Die Persönlichkeit dieses Mannes war es
auch, die Kraft und Art seiner Darlegungen, sein Engagement, das alles vorher Gehörte in
den Schatten stellte.
Klein von Gestalt, aber gewaltig in der Stimme, sehe
ich ihn noch heute auf der Bühne stehen: Und er nickt mit dem Kopf sanft auf und ab, um
anzuzeigen, welche Mimik sanftmütige Schafe an den Tag legen, und der ganze Saal nickt
ebenfalls. Und er schüttelt mit dem Kopf und macht "brr", um anzuzeigen, wie
sich störrische Böcke benehmen, und der ganze Saal schüttelt mit dem Kopf und macht
ebenfalls "brr". Und er erzählt von den Gegnern, die höhnisch voraussagen,
daß diese Kreisversammlung eine Pleite werden würde, und er macht eine Pause - dämpft
die Stimme, und dann schwillt seine Stimme an und er ruft in den Saal: und doch haben wir
hier in Langenberg das Packende in die Hand bekommen! Und nun Brüder, haltet fest, und
hauruck, hauruck, hauruck . . .". Und alles im Saal ist aufgesprungen und hat das
phantasievoll beschworene Seil in die Hand genommen und alle rufen: "Hauruck,
hauruck, hauruck
" .
Fortsetzung folgt
NACHRICHT ÜBER AFRIKA
Wer zählt die Völker und nennt ihre Namen
Afrika, dieses große Land. 730 Hauptsprachen mit eigener Grammatik hat
der amerikanische Sprachforscher J. Greenberg in seine Klassifikation afrikanischer
Sprachen einbezogen. "Erwachet" z. B. erscheint in Suaheli, Twi, Xosa, Yoruba,
Zulu, Afrikaans und Sutha. Aber nicht nur der Vielfalt in Sprache und Dialekt sehen wir
uns gegenüber. Auch das ganze Problem der animistischen Stammesreligionen tritt hinzu.
Deshalb werden christliche Missionare auch besonders verantwortungsbewußt vor Gott und
den ihnen zuhörenden Menschen mit der Bibel umgehen müssen. Oft ist es nicht möglich,
mit wörtlich übersetzten Bibelstellen zu arbeiten. In der Sprache der Zulus z. B.
begegnen uns 120 verschiedene Wörter für "Gehen".
Das größere Problem aber ist, wie soll man den christlichen Gottesbegriff übersetzen und nahebringen, an welche Vorstellungsinhalte darf man anknüpfen, um christliche Gottesvorstellung, unseren Herrn Jesus Christus, in Afrika in rechter Weise ohne Vergewaltigung des Gotteswortes und der Menschen nahezubringen?
Und noch ganz andere Fragen stehen in Afrika vor der Tür. Große Not und Hunger. Wenn es richtig ist, daß hochentwickelte westliche Industrieländer so außerordentlich abhängig von Rohstoffen aus Übersee sind, denken wir nur an Öl oder Uran - die Liste der "strategischen Rohstoffe" ist lang - dann rückt Afrika als möglicher Lieferant in den Brennpunkt.
Die Verkündigung der WTG in Afrika
Um uns ein Bild hierüber zu machen, sollten wir uns folgende Vorstellung
verinnerlichen.
In einem Gebietsstreifen von 7000 km Länge und 1 200 km Breite quer durch
Mittelafrika, 80 mal größer als die DDR, sind 4000 Verkündiger der WT-Gesellschaft
tätig. Sie bearbeiten 30 Prozent der Landfläche des afrikanischen Kontinents. In 174
Versammlungen organisiert, erstreckt sich ihre Tätigkeit auf folgende Staaten:
Burundi, Elfenbeinküste, Gambia, Kenia, Mali, Mauretanien, Niger,
Senegal, Sudan, Tschad und Uganda. Hier hätte also praktisch eine Versammlung ein Gebiet
von ca. 50 000 km2 zu bearbeiten. Das ist flächenmäßig größer als der
Staat Burundi. In Kenia liegen die Verhältnisse günstiger, denn mit 6474 km2
pro Versammlung entspricht dieses Gebiet vergleichbar dem Bezirk Dresden der DDR. In der
Republik Niger treffen wir auf ganz andere Größen. Bis zum Jahre 1964 gab es in Niger
keinerlei Eisenbahnverbindung. Pro 100 000 Einwohner schwankt die Zahl der Verkündiger in
den genannten Ländern zwischen 1 und 18. Zum Vergleich seien die entsprechenden Zahlen
der USA und der BRD genannt: Im Durchschnitt 253 bzw. 168 Verkündiger pro 100 000
Einwohner. Trotz verstärkter Anstrengungen, unterstützt durch Aufrufe und Forderungen,
die Verkündigung in den genannten Ländern durch neue Werke des
"Menschenfischens" zu steigern, gab es in den letzten sieben Jahren keinen
durchschlagenden Erfolg. Während dieser 7 Jahre war nur eine effektive Steigerung
durchschnittlich um 2000 Verkündiger möglich.
Wo andere vormissioniert haben
Anders in Südafrika. Hier konnte die Zahl durchschnittlich um 5 350
Verkündiger von 1971 bis 1977 gesteigert werden. Für Südafrika mit etwa 26 Millionen
Einwohnern ist anzumerken, daß in diesem Land ca. 2 000 andere religiöse Gruppen und
Sekten tätig sind. Regional ist die ganze südliche Spitze von Afrika mit Malawi, Zaire,
Sambia, Rhodesien und Südafrika ein Gebiet starker Aktivität in der Verkündigung.
Sambia erzielte in 7 Jahren 18 000 Taufen. Es erwies sich aber als unmöglich, die
Durchschnittsverkündigerzahl des Jahres 1971 zu steigern. Die 18 000 Taufen wurden durch
Verluste (ohne Tote) gänzlich verbraucht. Ganz ähnlich verlief die Entwicklung in
Rhodesien. Auch hier stagniert die Organisation in der Durchschnittszahl des Jahres 1971.
Der Tauferfolg wurde durch Verlust in Null-Wachstum dezimiert.
Bedeutung von Strukturbedingungen
Generell ist zu berichten, daß für die genannten 5 Länder alle
Strukturbedingungen, der Grad ihrer wirtschaftlichen Erschließung; Verbindungen wie
Straße, Schiene und Flüsse sowie ihr Reichtum an Bodenschätzen wesentlich günstiger
sind, als in anderen Ländern Afrikas. Dazu gehört auch eine auffällige Dichte an
Versammlungen der WTG mit insgesamt ca. 3 600. Unter den Bedingungen dieser Länder ergib
das im Durchschnitt pro Versammlung ein Gebiet von ca. 1340 km2, so groß, wie
die Landkreise Rostock und Stralsund zusammen. Der Durchschnitt einer Versammlung liegt
bei 40 Verkündigern. Vergleichsweise zu den USA ist der Verkündiger-Durchschnitt in
Sambia mit 1 051 pro 100 000 Einwohner viermal größer als in den USA. Wenn allgemeine
Strukturbedingungen den Erfolg der Verkündigung durchaus beeinflussen können, dann muß
auch über die sog. "strategische Lage" dieser 5 Länder als von besonderer
Bedeutung gesprochen werden, wie Bodenschätze und Anteil von Westeuropäern in diesen
Ländern. Um diese "Lage und Bedeutung" kümmern sich solche Institutionen wie
Bankhäuser und ihre internationalen Konsortien. Zu nennen wären-hier: Chase
Manhattan Bank der Kuhn, Warburg-Gruppe, New York; Bankhaus Dillen, Read & Cie., New
York, (Morgan Gruppe; General William H. Droper jr., deutsche Familie K n o r r );
internationale Finance Corporation; Merchant Bank of Central Afrika und die Standard Bank,
New York.
Wachsende Erkenntnis über die Entwicklungsbedingungen
Unter Berücksichtigung all dieser Bedingungen sind Afrika-Spezialisten
der WT-Gesellschaft zu folgender Aussage über mögliche Entwicklungen gekommen.
Mittelfristig angelegt, wie wird sich "Verkündigung und Taufe" gestalten?
1) Abgeschwächten Erfolg erwarten sie für die Verkündigung in den
christlich vormissionierten Feldern der Länder Rhodesien, Sambia, Mosambik, Malawi und
Zaire.
2) Bis 1984 wird für 12 afrikanische Länder unter Berücksichtigung auch
ihrer vorherrschenden traditionellen religiösen Bindungen kein Erfolg (in 7 Jahren ca.
2000) angenommen. Das betrifft die Länder: Burundi, Niger, Kenia, Sudan, Tschad, Senegal,
Mali, Gambia, Elfenbeinküste, Mauretanien, Uganda und Obervolta.
Die Begründung, warum diese Entwicklung so erwartet wird, stützt sich
auf Erkenntnisse, die wesentlich auch durch die Verkündigung der WTG hervorgerufen
wurden. Zwar verzögert, aber dennoch ständig, wachse unter afrikanischen Zeugen die
Einsicht:
Daß die WTG in afrikanischen Ländern "heuchlerisch", von Kompromissen "umgarnt und verblendet" ihre "Wahrheit" in Afrika ausrichte. Für die 5 Länder: Rhodesien, Sambia, Südafrika, Malawi und Zaire werde zunehmend erkannt und verstanden, daß die WTG-Verkündigung "Rassenschranken und Diskriminierung" heuchlerisch zur Duldung empfiehlt. Angeblich beherzigen die Christen, Jehovas Zeugen in Afrika, damit ein Gebot Gottes. Diese Duldung eines Gebots des "Cäsars" (der weltlichen Obrigkeit), betreibt und fordert die WTG-Verkündigung aber seit der Zeit, als nach ihrem Willen für andere Regionen der Erde, die weltliche Obrigkeit nach Röm. 13 noch ein "Ausdruck" der "Organisation Satans auf Erden" war. Unter dieser "Obrigkeits-Definition" wurden bis 1962 Tausende Zeugen Jehovas verurteilt und in die Gefängnisse geworfen. Anders als mit Duldung der "Rassenschranken und Diskriminierung" hätte sich die WTG z. B. in ehemaligen englischen Mandatsgebieten gar nicht "über Wasser halten" können, mit einer "euro-amerikanischen" Obrigkeits-Definition, wie sie die WTG für andere Länder forderte, wäre die WTG-Verkündigung glatt verboten worden. Unter der Vorherrschaft handfester wirtschaftlicher Interessen, unter absoluter Sicherung des "weißen Einflusses", wäre ein Verbot (bis zum Jahre 1962) das sichere Schicksal der WTG geworden.
Milton G. Henschel, Brooklyn, 1963 in Liberia
Als 1963 Milton Henschel vom Bethel Brooklyn, USA, als Sekretär von
WTG-Präsident K n o r r nach Liberia kam, zeigte sich wieder die heuchlerische,
gespaltene Zunge der WTG. Hunderte afrikanische Zeugen und Milton Henschel wurden wegen
der "Fahnengruß-Frage" verhaftet, schikaniert und verprügelt. Am 12. 3. 63
wurde Milton Henschel jedoch mit 26 "Ausländern" freigelassen.
Warum, weil sie durch einen afrikanischen Oberstleutnant hei der Regierung Tubman reklamieren ließen, "sie seien ja immerhin USA-Staatsbürger". Das geschah, während sie wußten und als Augenzeugen zusahen, wie die "einheimischen Zeugen Jehovas", ohne USA-Paßport, Männer und Frauen, wegen Nichtleistung des "Fahnengrußes" weiterhin verprügelt wurden. "Treubleiben", genau mit diesem Wort hatte man sich öffentlich gebrüstet, demütig mitleiden mit seinen schwarzen Brüdern - für Milton Henschel war sein USA-Rock näher als seine theokratische Weste. 27 andere Zeugen hatten den "himmlischen Bürger" zugunsten des "weltlichen Bürgers" mit "USA- oder nigerianischem Paß", wie einen alten Rock einfach eingetauscht, derweil wegen der Fahne ruhig weiter geprügelt wurde. Anschließend wurden die Versammlungen von "untreuen, schwarzen Brüdern" durch Ausschlußverfahren "gesäubert", damit alles in der rechten Ordnung bleibe, zum Lobpreis Gottes - so verordneten es jedenfalls die "Ausländer" später.
Auch der "Madagaskar-Protest" der WTG von
1971
wird heute als "in einem heuchlerischen Zwielicht stehend"
erkannt. Mit Regierungsdekret Nr. 70-431 vom August 1970 war die Tätigkeit auf Madagaskar
verboten worden. Den Schreibern von Protestbriefen und Petitionen hatte die WTG geraten,
die Regierung von Madagaskar an die "Erklärung der Menschenrechte der UNO" zu
erinnern. Und das in einem Atemzug, mit dem die WTG zuvor und zugleich die UNO als ein
"Werk Satans und Vollenderin der Vernichtung aller Religionen" in allen
WT-Publikationen verteufelt hatte. Erinnert sei hier nur an das Buch: "Babylon the
Great Has Fallen" (Babylon die Große). Es ist dieser Geist der WTG, der sich nicht
entblödet, die anstößigsten Dinge von den Zeugen zu verlangen - dessen Verlogenheit und
korrupte Moral - dulde sie nun "Rassenschranken" unter fadenscheinigsten
Berufungen auf Gott, oder schreibe sie "Protestbriefe", die sich auf "die
satanische UNO" berufen sollen, der heute in Afrika zunehmend erwachend durchschaut
werde.
Bearbeitet: W. D.
Zur biblischen Besinnung auf Christus
Dienst am Wort
GOTTES KRAFT UND MACHT UND STÄRKE IM AUFERSTEHUNGSGESCHEHEN
"Er erleuchte die Augen eures Herzens, daß ihr erkennen möget
was da sei die überschwengliche Größe seiner Kraft an uns, die wir glauben, weil
die Macht seiner Stärke bei uns wirksam wurde, die er in Christus wirken ließ. Durch sie
hat er ihn von den Toten auferweckt
" Epheser 1, 18-20
Die Auferweckung Jesu Christi steht im Mittelpunkt
Das Entscheidende am Evangelium als wirklicher Frohbotschaft ist, daß
Jesus Christus von den Toten auferstanden ist. Bei der Verkündigung der Apostel, bei
ihrem Ruf zur Bekehrung - immer stand die Auferweckung Jesu Christi im Mittelpunkt. Auch
für die Gläubiggewordenen war und ist die Auferstehung des Herrn die Gewähr für ihre
eigene Auferstehung und das ewige Leben. Aus unserem obigen Text fällt die Häufung
äußerst inhaltsschwerer Begriffe auf. Und diese starken Ausdrücke sind wirklich am
Platze, wenn wir die Auferstehung Jesu denken. "Tot ist tot", meint der
natürliche Mensch. Es gehört schon eine alles Menschliche übersteigende Kraft dazu,
einen Toten wieder lebendig zu machen, so muß deshalb gefolgert werden.
Ostern, die Auferstehung, zeigt Gottes Kraft
Nun ist uns in dem wunderbaren Gotteswerk der Auferweckung Jesu Christi
ein einzigartiger Anschauungsunterricht gegeben, wie Gott auch in uns wirken will, Kraft -
griechisch dynamis - unser Fremdwort Dynamit kommt von daher, meint die innewohnende
Spannkraft, die Fähigkeit zum Vollbringen, zum Durchhalten. Das griechische Wort für
Kraft hat etwas mit Können zu tun. Ostern zeigt uns, was Gott kann. Mehrfach wird die
Kraft Gottes erwähnt im Zusammenhang mit der Auferweckung des Heilandes (Röm. 1,4; 2.
Kor. 13,4; Phil. 3,10).
Gottes Kraft in uns wirksam
Wirksamkeit ist das zweite inhaltsschwere Wort in unserem Text. Das dafür
gebrauchte griechische Wort finden wir in unserem Wort Energie wieder. Wirksamkeit setzt
Kraft in Bewegung. Was nützt das größte Kraftwerk, wenn die Elektroenergie bei uns zu
Hause nicht wirksam wird. Bei der Ruferweckung des Herrn Jesus wurde die Kraft Gottes
wirksam. Auch in unserem Leben soll und wird Gottes Kraft wirken, in unserem Alltag heute
und später einmal bei unserer Ruferweckung.
Paulus schreibt weiter im Epheserbrief: " daß er euch Kraft gebe nach dem Reichtum seiner Herrlichkeit, stark zu werden durch seinen Geist an dem inwendigen Menschen" (3,16) und "dem aber, der überschwenglich tun kann über alles, was wir bitten oder verstehen, nach der Kraft, die da in uns wirkt . .." (3,20). Freilich haben wir "solchen Schatz in irdenen Gefäßen, auf daß die überschwengliche Kraft sei Gottes und nicht von uns" (2. Kor. 4,7). Wir sehen immer nur unsere Schwachheit, Krankheit, Ohnmacht, Sündhaftigkeit. Ostern soll uns lehren, die große Kraft Gottes zu sehen und an sie zu glauben, damit sie sich verwirklichen kann durch Gottes Gnade. Paulus jedenfalls streckte sich danach aus, "ihn, Jesus Christus, zu erkennen und die Kraft seiner Auferstehung" (Phil. 3,10).
Ostern, die Auferstehung, offenbart Herrschergewalt
Gottes
Gewalt ist das dritte gewichtige Wort in unserem Text. Dafür steht
"kratos" im griechischen Text. Wir finden es wieder in unserem Wort Demokratie
im Sinne von Herrschaft. Die Herrschergewalt Gottes wurde Ostern überragend deutlich.
Golgatha, das Sterben des Heilands, zeigt die Gewalt des Todes und des Satans. Wie Jesus
Christus Ostern der Gewalt des Todes entrissen wurde, so dürfen wir uns unter Gottes
Gewalt stellen. Dann "werden wir wachsen in der Erkenntnis Gottes und gestärkt
werden mit aller Kraft durch seine herrliche Macht" (Kol. 1,11 ; Eph. 6,10).
und Stärke. Stärke ist der vierte vielsagende Ausdruck in unserem Text. Gemeint ist die Kraft, die nach außen sichtbar wird. Ostern ereignete sich dies etwa so, daß die Hüter des Grobes Jesu bei der Auferweckung in große Furcht gerieten und wie Tote wurden. Wenn nun diese Stärke wirkt, heißt das, daß etwas von. der Stärke Gottes in unserer Umwelt zu sehen sein muß, indem sie eine heilige Gewalt (Energie) ausübt auf unsere Mitmenschen.
Worum Paulus betet
Paulus betet dafür, daß die Gläubigen die Auferstehungskraft
kennenlernen. Zunächst muß diese Kraft, wie unser Text sagt, an uns, d. h. in uns hinein
wirken. Was ist das erste, was das göttliche Dynamit mit Energie in uns zur Herrschaft
bringt? Das Glauben! Ein junger Mann klagte neulich: "Ich kann's nicht glauben!"
Ich nehme es ihm ab und will in Zukunft noch mehr für ihn beten, daß doch Gottes Kraft
über ihn kommt. Gerade hier wird deutlich, wie schwer es Gott hat, wenn er all das in
unserem Herzen überwinden will, was uns am Glauben hindert, und uns zu lebendigem Glauben
helfen will. Die angewandten Mittel entsprechen dem Grad der Schwierigkeit. Schachte ich
einen leichten Boden aus, genügt der Spaten, ist der Boden hart, brauche ich eine Hacke.
Es gibt aber auch Böden, denen nur mit Sprengladungen beizukommen ist. Jemand schrieb mit
Recht: "Ostern zeigt uns etwas von den gewaltigen Anstrengungen Gottes zu unserer
Rettung" (1. Kor. 2,5).
Gott bringt ans Ziel
Diese große Gotteskraft schafft in uns dann auch eine stabile
Heilsgewißheit. Sie ist es auch, die uns in einer glaubenslosen Umwelt beim Heiland
hält. Das wahrzunehmen ist immer wieder staunens- und anbetungswert. Wir sind eben durch
den Glauben angeschlossen an eine riesige Kraftzentrale. Die Kraft Gottes bewältigt nicht
nur gerade die Schuld unserer Sünde, sie ist vielmehr in einem Übermaß vorhanden, um
sich tausendfach in unserem Glaubensalltag auszuwirken, "die überschwengliche
Größe der Kraft", sagt Paulus hier. Der treue Herr wird es schaffen, daß wir
einmal untadelig vor sein Angesicht treten können. Wir dürfen die Auferstehungskraft als
eine göttliche Hilfe zur richtigen Führung unseres Lebens in Anspruch nehmen. Freilich
können wir sie auch verleugnen und uns mit frommen Formen begnügen (2. Tim. 3,5). Laßt
uns vielmehr an Ostern, an das Auferstehungsgeschehen denken und die Kraft Gottes
glaubensvoll bejahen!
Johannes Hummel
Diese wegweisenden und auferbauenden Worte eines Predigers der freien evangelischen Gemeinde in St. Gangloff, der übrigens eng mit dem Begründer von CV, unserem Bruder Willy Müller, verbunden war (CV 49, April 1973), zeigen den Zeugen zugleich auch dieses: Das ganze Gegenteil von dem ist wahr, was der WT lehrt. Bei anderen Mitchristen ist es ein tiefer und aufrichtiger Glaube an Christus, ja er steht wirklich im Mittelpunkt ihres Lebens, wie es schriftgemäß sein soll, wo dies der Fall ist, nur zu berechtigt auch für die Zeugen wegweisend sein können. Sind sie doch in Wirklichkeit von der WT-Organisation abhängig gemacht worden, wie jede Probe aufs Exempel beweist. Sie steht in Wirklichkeit an erster Stelle, nicht Christus: Man lasse sie fallen, dann zählt für sie auch kein Glaube an Christus mehr. Ist es nicht so? -
BRIEF AN BRUDER WERNER G. IN DRESDEN-8045
Um alles eingehend schriftgemäß zu prüfen, wurde mit der Erklärung der
Geschw. Knappe über ihren Austritt aus der WTG-Organisation zusätzlich ein Brief an
Bruder Werner G. In Dresden gerichtet. Der Brief hatte folgenden Wortlaut:
Dresden, den 7. Juni 1978
Werter Bruder!
Wir haben CV 94 gelesen und waren beeindruckt über das tapfere Auftreten
der Schwester W. aus Leuben-Zschachwitz in bezug auf die antikommunistische Propaganda und
der Blutfrage. Dieser Artikel trug viel dazu bei, um unsere als Anlage beigefügte
Erklärung herbeizuführen. Bitte danke ihr in unserem Namen dafür, daß wir nun den Weg
in Freiheit gefunden haben.
Weiterhin können wir versichern, daß diese Christliche Verantwortung
noch manchen Zeugen Jehovas die Augen öffnen wird.
Die erwähnte Erklärung, die an viele in Dresden, bis hoch an die Ostsee und auch in die BRD versandt wurde, ist in CV 109 veröffentlicht worden. CVN
SIE SOLLTEN ENDLICH AUFHÖREN, SICH AN DIE BRUST ZU
SCHLAGEN UND IHREN ZUSTAND ALS "GEISTIGES PARADIES" ZU PROKLAMIEREN!
CV erhält aus ZJ-Kreisen immer wieder vertrauliche Briefe, in denen über
unglaubliche Vorkommnisse in sittlicher und moralischer Hinsicht informiert wird. Die
Empörung ist durchweg völlig berechtigt. Selbstverständlich erscheint es geboten, hier
keine Namen zu veröffentlichen, wie denn z. B. im Gerichts-Report einer Zeitung immer
ebenfalls Diskretion ein Recht ist, das immer in Betracht zu ziehen ist, wo die
Intimsphäre berührt wird.
Das heißt jedoch nicht, daß nicht Sachverhalte genannt werden dürften, um andere vor Lüge, Heuchelei und Mißbrauch ihres Glaubens zu bewahren. Bekanntlich werden viele Arglose in die Organisation gebracht, indem ihnen gepredigt wird, die WTG-Organisation sei ein Muster und Vorbild an Sauberkeit, Ehrlichkeit, Aufrichtigkeit und Reinheit, hoch über allen "Weltmenschen" stehend. Zuviele sind aus diesem Trugbild furchtbar erwacht, als sie dann dieses "geistige Paradies" näher innen kennenlernten. Nicht den geringsten Vorzug hat diese Organisation.
Da sind ZJ-Ehen vom Gift gegenseitiger Eifersucht
gänzlich zerfressen. Dort verprügelt ein ZJ seinen Arbeitskollegen. Ein ZJ verführt
eine Minderjährige und schwängert sie. Ein "Heimbibelstudienleiter" geht unter
seinen weiblichen "Interessierten" auf sexuelle Abenteuer aus. Ein anderer
gießt den Schnaps immer in Wein, weil er ein heimlicher Trinker ist. Die ZJ-Jugendlichen
werden "verkuppelt" und einander zugeschoben. Schnüffler werden angesetzt, um
geschiedene Schwestern zu "überwachen". Sogenannte "Rechtskomitees"
ohne jede juristische Vorbildung stiften in fanatischem Dilletantismus nicht wieder
gutzumachendes familiäres Unheil. Es gibt Berichte über Selbstmord und Mord unter ZJ und
furchtbare Tragödien, womit sich Polizei und Gerichte befassen müssen.
Ja, sie sollten aufhören, sich vor anderen an die Brust zu schlagen!
NEUE WACHTTURM-ZWECKERKLÄRUNG 1978 LASST DIE UMRISSE
DER WEITERVERSCHIEBUNG DER WT-ENDZEIT NACH DEM 1975-ENDZEITFIASKO DEUTLICHER WERDEN
Liebe Leser
Liebe Brüder und Schwestern
Es tritt nun immer deutlicher ein, was in CV schon seit der neuen
WT-Endzeitterminisierung auf 1975 seit 1966/67 vorausgesagt wurde: 1975 ist eine Irrlehre,
die WTG wird danach alles systematisch verändern und neue "Erfüllungen"
konstruieren müssen, um weiter halbwegs für Arglose glaubhaft zu bleiben,
Nun erscheint seit 1978 der WT wieder mit einem anderen
Titelbild und einer neuen Zweckerklärung. Wer diese heute liest, um sich als Neuling eine
Übersicht über die Zielstellung des WT zu verschaffen, bekommt schon ein ganz anderes
"Weltbild" vorgesetzt, wird schon in eine ganz andere "Schau" der Zeit
hineingeführt, was die Zukunft betrifft. Der Begriff "Zeit des Endes" wird z.
B. überhaupt nicht mehr gebracht.
Und vieles andere mehr.
In der nächsten CV-Ausgabe wird das eingehender behandelt. Es ist ein
weiterer Aspekt dessen, wie die WTG alle in Arglosigkeit halten möchte, damit sie weiter
unter ihre längst zerschlissenen Endzeitfahne dahinstolpern. In der nächsten CV-Ausgabe
setzen wir auch den Bericht über Bad Doberan fort.
Möge nun auch diese CV-Ausgabe, dazu dienen, daß alle
Aufrichtigen den Weg als freie Christen in unserem Lande finden möchten.
In christlicher Verbundenheit
Eure Brüder und Schwestern
Mitarbeiter, Mitarbeiterinnen
und Mitverbundenen
CV-Leitung Gera/Thür.
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"Christliche Verantwortung": Monatsschrift der Studiengruppe
Christliche Verantwortung. Herausgeber: Wolfgang Daum, DDR 65 Gera, Otto-Dix-Straße 6.
Preis: M 0,20. Jahresabonnement M 2,-. Versand auch kostenlos.
Konto-Nr. 4564-30-1952 Bank für Handel u. Gewerbe
A 5220 78 V 7 1 2204