Kommentare zu den eingscannten CV-Ausgaben
Im Falle der
Zeugen Jehovas haben die kommunistischen Regime jedenfalls nicht ihre
"Wunschpartner" gefunden. Wenn sie letztendlich eine US-imperialistische Politik
dahinter wähnten, haben sie gar nicht mal so unrecht. Politische Zielsetzungen
(Destabilisierung kommunistischer Regime) durch jene durchsetzen lassen, die genügend
einfältig sind, um tatsächliche politische Hintergründe nicht wahrzunehmen. Das ist in
der Tat gelungen, mittels der Zeugen Jehovas!
CV CHRISTLICHE VERANTWORTUNG
Informationen zu christlichem Wandel und vermehrtem Verständnisvermögen
DIE MISSION VON CV
Ist Wegbereitung und Auferbauung im Glauben in christlicher und sozialer
Mitverantwortung und tätiger Nächstenliebe hier und heute. Dies erfolgt in besonderem
Hinblick auf die von der Wachtturm-Gesellschaft (WTG), USA, geleiteten Gemeinschaft der
Zeugen Jehovas und ihrer haltlosen Weltendeverkündigung. Diese Mission geht aus von der
Tradition und Bedeutung der internationalen Bibelforscherbewegung und dient der
Hinführung in die Nachfolge Jesu, der Bildung und Tätigkeit freier christlicher
Gemeinden sowie christlicher und mitmenschlicher Verständigung und aktueller Information.
Wir rufen zur Mitarbeit
Nr. 109 Gera August 1978
AUFRICHTIGE KOMMEN NICHT UMHIN, CV ERNSTZUNEHMEN
WTG-Kreisaufseher gesteht: "Ja, ich habe CV gelesen"
Liebe Leser
Es war vor mehreren Wochen in Mecklenburg in dem kleinen Städtchen Bad
Doberan. Mancher WT-Zeuge mit seiner Familie hat hier schon Urlaub gemacht. Sagen wir z.
B. aus Hordorf bei Oschersleben, Bezirk Magdeburg. Viele haben sich dabei weder als
WT-Zeugen zu erkennen gegeben noch haben sie gar "Ferienpionierdienst"
geleistet. Ja, so ist es immer öfter. In diesem freundlichen Städtchen Bad Doberan war
es also. Es hatte direkte Begegnungen, Aussprachen und auch sehr freundliche
Unterhaltungen mit CV gegeben, denen keiner zunächst ausweichen konnte und auch nicht
ausweichen wollte. War es doch offensichtlich zu interessant, selbst zu hören, um sich
ein Urteil bilden zu können. Auf die konkrete Frage, ob CV gelesen wird, gab Bruder M.
aufrichtig zu, daß CV gelesen wurde. Er bestätigte auch, daß ein Brief aus Dresden
angekommen war mit einer Erklärung an alle WT-Zeugen, worüber in dieser CV-Ausgabe ein
erster Bericht erscheint.
Mehr denn je befassen sich heute zahllose WT-Zeugen mit CV, in Rostock erklärte eine Schwester, daß sie fest zum WT stehe, und wenn sie je in CV genannt wird, dann möchte sie nur als Zeuge Jehovas erwähnt werden, aber auf keinen Fall läßt sie es sich verbieten, CV zu lesen, sie sei doch sozusagen kein unmündiges Kind. In "höheren" Dienerkreisen bestätigt es sich immer mehr, daß alle CV lesen, es aber sorgfältig voreinander zu verheimlichen suchen. Manchmal tasten sie sich vorsichtig gegenseitig ab, um herauszufinden, ob der andere auch CV liest. Es ist so, wer von den "höheren" Aufsehern einmal CV in die Hand genommen hat, kommt nicht mehr davon los. Betrifft es doch brennend wie nie zuvor seinen eigenen Verantwortungsbereich. Soll er sich die Augen zubinden, um nicht zu sehen, was in seinem unmittelbaren Umkreis unter denen kursiert, für die er díe Verantwortung trägt?
Wir wollen es den "höheren" Brüdern zugestehen: Für sie ist es am schwersten, zu erkennen, einzugestehen und die erforderlichen Schlußfolgerungen daraus zu ziehen, daß die WTG ausgehend vom ersten WT-"Endzeit"-Termin 1799 (Schriftstudien 3, S. 37ff) eine sich schon fast 200 Jahre hinziehende und damit völlig haltlose "Endzeit" verkündigt. Die "höheren" Verpflichtungen und damit "tieferen" Einbindungen in dieses Werk erfordern um so stärkere Anstrengungen, aus diesen Verwurzelungen und Verstrickungen herauszufinden und herauszukommen. Und es gibt hierzu keine Alternative, wenn man nicht um jeden Preis an seinem "Posten" klebt, wenn man die Verantwortung vor den Brüdern und Schwestern im Auge hat. So muß der WT-Glaube aus dem Herzen gerissen werden, der den Christenglauben umwuchert hat, so daß sie in Wirklichkeit dem WT mehr glauben als der Schrift selbst, ohne es bisher gemerkt zu haben. Die Wahrheit über die WTG ist unerbittlich.
Die Aufseher von ihrem Kleinsten bis zu ihrem Größten
mögen sich eines gesagt sein lassen:
Glaubt nicht, daß Ihr Euch verstecken könnt! Glaubt nicht, daß Ihr der
herangereiften Auseinandersetzung über die WTG ausweichen könnt! Keiner wird unbehelligt
bleiben, der sich hinstellt, um das mit 1975 erneut als völlig haltlos erwiesene
WT-;,Endzeit"-Werk weiter mitzubetreiben, und eine neue Generation Argloser zu
täuschen! Ihr habt Verantwortung vor Gott über Menschen übernommen! Das ist das
Verantwortungsvollste, was ein Mensch übernehmen kann! Schon eine einzige "falsche
Prophezeiung" im Namen Gottes ist furchtbar! Oder glaubt Ihr etwa, die Warnung in 5.
Mose 18:20-22 gilt für Euch nicht? Ihr könnt Euch weder verstecken noch könnt Ihr
ausweichen! Die Zeit ist herbeigekommen. Auch für Euch gilt das Wort der Schrift, daß
das Gericht anfängt beim "Hause Gottes", bei denen, die sich Christen nennen.
Der Straßengraben der WTG-Straße ist besät mit solchen, die um haltlosester WT-Lehren
willen in den "zweiten Tod" gestoßen worden sind! Denen die WTG glaubt, die
"Krone des Lebens" wegnehmen zu können! Die mittelalterliche
Scheiterhaufenpolitik der WTG: "In die Flammen mit CV!" ist ebenfalls
vergeblich.
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In dieser Ausgabe bringen wir:
Ein weiterer beispielhafter Aufbruch in Dresden!
WT-Studienleiter mit seiner Familie setzt ein Zeichen für viele, viele
andere.
Interessante Zusammenhänge!
Jetzt wieder eine gewaltige Endzeitverschiebung im Gange
Was büßen Jehovas Zeugen dabei ein?
Wie ein "Rechtskomitee" im Kreis Demmin in Mecklenburg
gearbeitet hat - Ein Tatsachenbericht
"Uberzeugende Beweise" sprechen für sich
Ein weiterer Bericht aus Jarmen
Auch bei den Nichtchristen eines guten Rufes erfreuen
Die falsche Alternative "Christentum oder atheistischer
Kommunismus". Was ist christliches Verhalten?
Vor 40 Jahren am 9. November 1938 brannten in Deutschland' die jüdischen
Synagogen WTG mitschuldig an der antisemitischen Bewußtseinsvergiftung.
Wie eine Schwester der Versammlung in Thale/Harz handelte.
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Ein ehrlicher und aufrichtiger Hirte macht sich um alles Sorge, was die
Schafe betrifft, die er weidet. So ist es nur zu berechtigt, daß alle, die Verantwortung
vor den Brüdern und Schwestern tragen, sich vergewissern möchten, was in CV über die
WTG veröffentlicht wird und in ihrem unmittelbaren Umkreis kursiert. Legt in allen
Studiengruppen furchtlos CV auf den Tisch! Verlangt, die darin aufgeworfenen Fragen zu
beantworten! Ihr habt ein Recht darauf und sie sind verpflichtet dazu. Und möge jeder
andere helfen, daß unter den Zeugen Jehovas den Tatsachen ins Auge geschaut wird!
Vergewissert Euch über alle Dinge
Haltet fest an dem, was recht ist
1. Thess. 5:21 NW
EIN WEITERER AUFBRUCH IN DRESDEN!
WT-Studienleiter mit seiner Familie setzt ein Zeichen für viele, viele
andere
Es war und ist unsere Überzeugung, daß es einfach unmöglich ist, wenn
die Aufrichtigen überall früher oder später das unglaubwürdige Endzeitwerk der WTG
nicht durchschauen sollten. Natürlich wissen wir auch, wie unendlich schwer es ist, eine
Sache zu verlassen, der man in gutem Glauben, es sei "die Wahrheit", aufrichtig
diente. Wir wissen um die inneren Kämpfe, die das bedeutet. Sind wir doch erwachsene
Menschen, denen der WT-Glaube nicht bloß ein Spiel war. Viele fragen sich heute, wie es
möglich ist, daß sie nicht eher kritisch über das WT-Werk nachgedacht haben und einfach
ernsthaft glauben konnten, was der WT verlangte. Eines ist klar, die Auseinandersetzung
mit der WTG ist schließlich nicht zu vermeiden.
Ein Hauptgrund für die bisherige bedenkenlose WT-Nachfolge ist ohne Zweifel der Umstand, daß die WTG es verstanden hat, jedem glauben zu machen, sie betreibe ein Werk Gottes. Erschrocken hat z. B. kürzlich ein WT-Bruder in Bad Doberan in einer Aussprache mit CV reagiert, er wolle sich nicht von seinem Glauben an Gott abbringen lassen. Er stutzte förmlich, als versucht wurde, ihm klarzumachen, daß es nicht um den Glauben an Gott geht, sondern allein um WTG-Hörigkeit.
Was ist in Dresden geschehen?
Wir denken, daß wir auf diese Frage die Tatsachen selbst sprechen lassen
sollten. Die nachfolgende Erklärung ist in Dutzenden Exemplaren unter den Zeugen in
Dresden verbreitet worden. Sie hat ihren Weg inzwischen bis in höchste WTG-Kreise
genommen und auch in der BRD bereits Resonanz gefunden. Auch in Dresden selbst liegen
schon Reaktionen vor.
"Erklärung!
Hiermit erklären wir als Christen unseren Austritt aus der
wachtturmgeführten Organisation der Zeugen Jehovas, weil wir erkannt haben, daß von ihr
ein religiöser und politischer Mißbrauch des Wortes Gottes betrieben wird. Wir
begründen dies mit folgenden Punkten: '
1. Mehrere, natürlich falsche Weltende-Termine von 1799 bis 1975 sind
verkündet worden, die in den Kreisen der Gläubigen viel Unheil angerichtet haben.
2. Die Prophezeiungen der Heiligen Schrift sind den Menschen wiederholt
widersprüchlich und damit unglaubhaft erklärt worden.
3. Auf Grund vieler Gespräche mit Zeugen Jehovas haben wir festgestellt,
daß diese Organisation kein geistiges Paradies darstellt.
4. Für erwachsene Menschen ist eine geistige Bevormundung durch die
Wachtturmgesellschaft unzumutbar, weil sie der Forderung, mündige Christen zu sein,
widerspricht. Dabei wird eine solche Bevormundung als "guter Rat" eines
"belehrenden" Bruders gegeben. Doch der gleichzeitige Hinweis, daß die
persönliche Ablehnung eines solchen "Rates" gleichzusetzen ist mit der
Ablehnung Gottes, ist doch wohl eine Gotteslästerung ohnegleichen!
5. Wenn die Bevormundung so weit geht, daß die Teilnahme an den
öffentlichen Wahlen nicht gestattet ist, halten wir das für verantwortungslos und
staatsfeindlich und müssen eine solche Haltung ablehnen. Dies widerspricht der Heiligen
Schrift, die in 1. Petrus 2 Vers 13 gebietet,
aller Menschen Ordnung um
des Herrn willen untertan zu sein. Das gilt auch für die Ordnung in unserem Lande. In
gutem Glauben haben wir jahrelang in dieser und für diese Brooklyner Wachtturm-, Bibel-
und Traktat-Gesellschaft gearbeitet und leider erst jetzt erkannt, daß die
Wachtturmtätigkeit weder unpolitisch noch neutral ist.
Dies alles beruht auf unserer eigenen herangereiften Erkenntnis und
Erfahrung dieser Organisation und auf Grund der Übersicht und zusätzlichen Beweise, die
uns durch die Studiengruppe Christliche Verantwortung zugänglich geworden sind. Unter
diesen o. g. Sachverhalten sehen wir es für verantwortungslos an, weiterhin in dieser
Gemeinschaft mitzuarbeiten. Ergänzend fügen wir hinzu, daß die Abkehr von dem
Wachtturmsystem nicht gleichbedeutend mit der Abkehr von Gott angesehen werden darf.
Vielmehr ist bei den "Freien Christen" oder auch anderen christlichen
Bekenntnissen das Band der Liebe schon für viele ehemalige Zeugen Jehovas wirksam
geworden. Auf Grund dieses verantwortungslosen Verhaltens dieser Organisation vor Gott und
Menschen lehnen wir es ab, die Zuständigkeit eines Rechtskomitees der Brooklyner
Wachtturmgesellschaft anzuerkennen.
8030 Dresden, den 31. 5. 1978
Riegelplatz 1
gez: Lothar Knappe
gez. Ingeborg Knappe"
Natürlich werden wir über die Auswirkungen dieses mutigen und entschlossenen Aufbruchs aus der Wachtturm-Organisation berichten. Wer CV liest, wird auf dem laufenden bleiben. Es ist doch selbstverständlich, daß man gern wissen möchte, was vor der eigenen Haustür passiert, was speziell die Dresdener betrifft
Einige interessante Zusammenhänge
Ohne Zweifel hätte man lieber ein weiteres Exempel statuiert und einen
Ausschluß vorgenommen. Dann wäre alles leichter. Man könnte unwissenderweise mit
Fingern auf sie zeigen und immerhin sagen, sie mußten ausgeschlossen werden, wer weiß.
Erstmal wurde das auf eine solche Weise zunichte gemacht! Offen ist ihnen gesagt worden,
daß sie bei diesen haltlosen Verkündigungen, die sie betreiben, vor Gott und Menschen
überhaupt kein Recht haben, sich als Rechtsprecher aufzuspielen. Sie hätten sicherlich
gern ihr "Recht" gesprochen, das doch nichts weiter als Wachtturm-Recht ist.
Alles wäre wie immer auf die Frage hinausgelaufen, erkennt ihr die WTG an oder nicht. Ob
sie Gott und die Bibel anerkennen, darauf hat sich noch kein WT-"Rechts"-Komitee
eingelassen. Daran zeigt es sich, daß sie nur WTG-Recht sprechen. Man muß lernen, dies
zu unterscheiden.
So hat man nur einen "Ältesten" geschickt,
um sich zu erkundigen, ob es mit dieser Erklärung so ist, wie es darin steht. Diese
Bestätigung bekamen sie allerdings.
Bestimmt wird es vor allem die Betroffenen interessieren, daß auch Br.
Günter diese Erklärung zugesandt bekommen hat. Das steht in Zusammenhang mit dem Bericht
in CV 94 über eine "Offene Auseinandersetzung mit CV über die WTG im April 1977 in
Dresden-Leuben-Zschachwitz". Es wurde ihm dazu mitgeteilt, daß "das tapfere
Auftreten der Schwester W. aus Leuben-Zschachwitz in bezug auf die antikommunistische
Propaganda und Blutfrage" viel dazu beigetragen hat, um die zugesandte Erklärung
herbeizuführen. So gehen viele ernste Anstöße in vielfacher Richtung aus. In der Tat,
man kann das alles eine Weile verdrängen. Eines Tages aber dringt es bei allen
Aufrichtigen derart ins Bewußtsein, daß Neuentscheidungen unvermeidlich sind.
CVN
Prüft selbst die WT-Kerngedanken!
JETZT WIEDER EINE GEWALTIGE ENDZEITVERSCHIEBUNG IM GANGE
Das Wichtigste, die Glaubwürdigkeit, eingebüßt
Verkündigung der 1975-Erwartung zugegeben
Der WT vom 15. 2. 1977, S. 113 dt. "Ist dieses Predigtwerk jetzt
schon abgeschlossen? Nein! Denn das Ende ist noch nicht gekommen.
Das Ende kommt nicht, nur weil wir denken mögen, daß es jetzt kommen
müßte, oder weil wir glauben, unser Gebiet sei schon gut bearbeitet worden. Das Ende
kommt erst, wenn das großartige Königreichspredigtwerk in dem Maße durch geführt
worden ist, wie Jehova es wünscht. Dann wird er die 'große Drangsal' einleiten. Bis
dahin gibt es noch ein Werk zu tun.
Was wäre gewesen, wenn Jehovas Zeugen im Jahre 1914,
im Jahre 1925, im Jahre 1975 oder in irgendeinem anderen Jahr in Erwartung der 'großen
Drangsal' nicht mehr wachsam geblieben wären und keine Pläne mehr für die Zukunft
gemacht hätten?
Wer weiß, in welchem Umfang die herrliche 'gute Botschaft' noch
verkündigt wird, bevor das Ende kommt!"
Kein Zeuge hat von sich aus gedacht oder geglaubt, daß 1975 das Ende
kommen müßte! Jeder Ehrliche und Aufrichtige wird zugeben, daß dies vom
"verständigen Sklaven", von der WTG kam! Im übrigen wird hier deutlich, daß
die WTG selbst nie an die verkündeten Weltenden von 1914, 1925 und 1975 geglaubt hat,
sondern immer im voraus schon für die Zeit danach weiterplante.
Die "ganz kleine Weile" eine "sehr lange
Zeit"
Der WT vom 15. 3. 1977, S. 174ff, 181, 183 dt.: "Wir werden noch
weiter ausharren müssen.
Können wir noch 'eine ganz kleine Weile' ausharren?
Was für den ewigen Gott 'eine ganz kleine Weile' ist, könnte für uns
zwar eine sehr lange Zeit sein. Denken wir jedoch daran, wo wir uns in der 'Zeit des
Endes' befinden. Da es jetzt nur noch 'eine ganz kleine Weile' dauert, wäre es töricht,
wenn wir aufhören würden, auszuharren, nur um unser persönliches Leben zu erleichtern.
Wir werden, wenn nötig, selbst im Untergrund zusammenkommen."
Wir fragen: Ist jeder nicht unter dringendem Hinweis auf seine persönlichen Lebensinteressen für den WT-Endzeitglauben -gewonnen worden? Wird nicht jeder noch Außenstehende zu allererst unter diesen Gesichtspunkten angesprochen? Ist es also nicht berechtigt, das weitere Ausharren zu überprüfen, wenn die Endzeitversprechungen nicht eintreffen? Es wäre töricht, das nicht zu tun! Das Bedeutsamste ist jedoch, wie die WTG in diesem Zusammenhang den Gedanken einschiebt, daß die für die Zeit noch 1975 wieder gepredigte "ganz kleine Weile" eine "sehr lange Zeit" sein könnte. Die beigefügte Betonung des ewigen Gottes macht klar, es könnte nicht nur so sein, die einfachen Verkündiger sollen sich daran gewöhnen, daß es so ist. Sie sollen glauben; das sei Gottes Wille, damit sie nicht gegen die WTG aufstehen.
Die wichtigste Frage, in der Tat!
Der WT vom 15. 4. 1977, S. 236 dt.: "Wann? Wann? Wann? Für viele
Menschen ist die wichtigste Frage: Wann wird diese 'große Drangsal', diese weltweite
Vernichtung oder diese Weltkatastrophe hereinbrechen? Gottes Diener hätten diesen
Zeitpunkt schon immer gern gekannt."
Natürlich ist wann, wann, wann die wichtigste Frage! Wenn sie es nicht wäre, warum verkündet man dann "dieser Generation"? Was nützt die Verkündigung einer "Endzeit", die keiner erlebt, über die alle immer wieder "vergehen"? Sie sagen, "Gottes Diener hätten schon immer gern " usw. Mit 1914, 1925 und 1975 z. B. h a b e n sie Zeitpunkte "gekannt" und proklamiert! Das soll jetzt wieder vertuscht werden.
Schwester Louisa Gregoria, 102 Jahre alt
Der WT vom 1. 5. 1977, 5. 269, 271, dt.: "Von Louisa Gregoria
erzählt. - Ich habe nun fast 102 Jahre gelebt, viel länger als die uns Menschen
beschiedenen siebzig Jahre. Ich habe immer gewünscht, Harmagedon zu überleben, doch in
meinem Alter mag es nicht möglich sein. Daher freue ich mich, zu einer Zeit durch die
Auferstehung zum Leben zurückzukommen."
Wer 102 Jahre alt geworden ist, kann ohnehin jede Stunde sterben. Den berührt es nicht mehr sonderlich, wann das "Ende" kommt, um dabei zu überleben. Diese uralte Schwester ist sich ofenbar gar nicht bewußt, daß sie hier im WT benutzt wird, um den letzten Alten "dieser Generation" von 1914 ihr "Vergehen" beizubringen und sie von der Auflehnung gegen eine erneute falsche Endzeitprophetie der WTG abzuhalten.
Keiner erlebt die "Erfüllung", es wird
weiter hinausgeschoben!
Der WT vom 1. 4. 1977, S. 205f, 209, 217 dt.: "Obwohl diese Christen
des ersten Jahrhunderts den 'Tag Jehovas' erhofften, erlebte keiner von ihnen den Anbruch
dieses Tages. Wirkte sich dies nachteilig auf ihren Eifer und ihren Glauben aus? Doch wie
ist es heute? Hat Gottes Volk dadurch, daß der große Tag Jehovas noch nicht über die
Bösen auf der Erde hereingebrochen ist, etwas eingebüßt?
Wie glücklich ist doch dieser 'Sklave', daß dank der
Geduld Jehovas weit mehr Menschen eingesammelt werden konnten, als ursprünglich erwartet
wurde!
Selbst wenn das Warten länger dauert als man dachte. Niemand sollte sich
durch den Gedanken einlullen, es werde endlos hinausgeschoben."
Diese WT-Kerngedanken lassen keinen Zweifel daran: Keiner der 1914-Generation wird den 'Tag' erleben. Wozu wird sonst darauf hingewiesen, daß sie damals auch alle dahingestorben sind? Doch nur Arglose kann die WTG täuschen: Damals war es die erste Generation, jetzt sollte es aber die letzte sein! Wer lullt hier wen ein? Und die Worte, es dauert länger als man dachte, strafen alle Lügen, die sich heute hinstellen und sagen, sie hätten 1975 nie verkündigt!
Was die Zeugen-Gemeinschaft in Wahrheit eingebüßt
hat.
Der WT will jeden glauben machen, nichts sei eingebüßt worden dadurch,
daß nichts eingetroffen ist, was 1975 erwartet und verkündigt wurde. Das ganze Gegenteil
ist der Fall. Das Wichtigste, das Entscheidende, das Unersetzliche wurde eingebüßt: Die
endzeitliche Glaubwürdigkeit!
Nur Einfältige und Naive können annehmen, man könne
beliebig falsche Weltenden - 1914, 1925, 1975 z. B. - verkünden, und dann noch ernst
genommen werden. Man predigt der Menschheit etwas Falsches und hat dadurch nichts
eingebüßt? Wer das glaubt, ist wirklich eingelullt. Was glaubt die WTG, was sie in ihren
Zeugen für Menschen hat, daß sie solche Einlullungen, ja Überrumpelungen wagt? Die
endzeitliche Glaubwürdigkeit der ganzen Zeugen-Gemeinschaft ist eingebüßt! Welcher
Studienleiter, Älteste oder Aufseher kann das übersehen oder gar vor sich, der
Gemeinschaft und den Außenstehenden vertuschen oder leugnen? Der 'Sklave', die WTG ist
natürlich "glücklich"! Hängt doch von einer erfolgreichen Vertuschung der
endzeitlichen Unglaubwürdigkeit ihre Existenz ab. Die einfachen Verkündiger müssen
gutgläubig bleiben, wer sollte sonst das Werk tragen? Die Studienleiter, Ältesten und
Aufseher der WTG haben eine ungeheuerliche Verantwortung! Und sie übernehmen eine
ungeheuerliche Schuld vor Gott und den Menschen, wenn sie diese Kerngedanken des WT sehen,
und dennoch ihre Verkündiger nicht darauf aufmerksam machen!
F. F.
Ein Tatsachenbericht
WIE EIN "RECHTSKOMITEE" IM KREIS DEMMIN IN MECKLENBURG
GEARBEITET HAT
Hiermit teile ich den Brüdern des Rechtskomitees mit, daß ich es
vorziehe, von einer Aussprache vor dem Komitee Abstand zu nehmen. Ich habe durch meinen
Mann erfahren, wie hinterlistig Ihr gegen jeden andersdenkenden Bruder oder jede Schwester
vorzugehen gedenkt. Ihr habt meinen Mann wie einen Christusleugner behandelt und
demgemäß auch verurteilt. In Wahrheit ist er nach wie vor bemüht, Christus mehr denn je
nachzufolgen. Es ist eine Schande, daß ihr so von ihm denkt, und daß ihr ihm so ein
schlechtes Urteil durch Beschluß ausgesprochen habt. Er ging am 6. 11. 76 mit der
Hoffnung zur Rechtskomitee-Beratung, daß man ihn einmal vernünftig anhören würde. Er
glaubte, Ihr würdet mit ihm über den Brief an das Versammlungskomitee vom Mai und
November beraten. In Wahrheit habt Ihr heimtückisch, hinterlistig und gemein gehandelt.
Ebenso gemein hat das Geschwister-Paar gehandelt, das Euch den Privatbrief von uns in die
Hände spielte. Wir haben ihnen bereits einen Brief dazu geschrieben, hoffentlich zeigen
sie Euch denselben auch. Somit seid Ihr also die geistigen Henker meines Man nes geworden.
Das reicht Euch wohl noch nicht aus. Wollt ihr noch mehr Unheil anrichten? Was seid Ihr
bloß für Menschen geworden. Seid ihr wirklich so blind für die wirklichen Vorgänge in
der Organisation, oder könnt Ihr durch die WT-Brille so schlecht sehen, daß ihr
ernsthafte Vorgänge gar nicht mehr erkennen könnt? Wenn Ihr absolut nicht mehr auf
Gottes Wort Wert legt, und nur noch dem Wachtturm mehr Glauben schenkt als der Bibel, dann
gebt doch die NW-Übersetzung der Gesellschaft wieder zurück. Wozu braucht ihr überhaupt
eine Bibel, Ihr dürft sie ja doch nicht wahrheitsgetreu auslegen, das würde Euch die
Gesellschaft sehr übelnehmen. Laßt Euch nur weiterhin alle 2 bis 3 Jahre durch den
Wachtturm neue Bibelauslegungen auftischen. nur nicht selbst den Geist Gottes wirken
lassen. Die Schreiber des Wachtturm haben bisher gut verstanden, sich von der einen
Falschauslegung zu befreien und in eine andere hineinzulügen, und sie werden es auch in
Zukunft weiter so tun müssen, um überhaupt noch ernst genommen zu werden. -
Von Geschwistern aus dem Kreis Demmin
"ÜBERZEUGENDE BEWEISE" SPRECHEN FÜR SICH!
Darüber sollten Jehovas Zeugen einmal nachdenken!
Ein weiterer Bericht aus Jarmen/Mecklenburg
Oft hängt von einer gründlichen Überprüfung sehr viel ab. Denken wir
nur einmal an die Autobesitzer. Wenn sie nicht von Zeit zu Zeit den Zustand ihres Autos
überprüfen würden, dann würde es katastrophale Folgen haben, nicht wahr? So sollten
wir uns ebenfalls sorgfältig fragen und den Weg überprüfen, auf den wir unsere
Mitmenschen schicken. Es ist nämlich unverantwortlich, leichtgläubig und gedankenlos
etwas zu glauben und zu verkündigen, wogegen von anderer Seite nachdrücklich ernste
Einwände und Bedenken erhoben werden. Würdest du in ein Auto steigen, das nicht betriebs
und verkehrssicher ist?
Unser Denkanstoß
Was gebot Jesus seinen Nachfolgern zu predigen? Diese Frage stellt man
sich immer häufiger, wenn man sieht, wie die WT-Voraussagen nicht eingetroffen sind.
Diese Feststellung machen besonders viele nach 1975 und gehen dazu über, erneut die Bibel
zu durchforschen, weil alles anders gekommen ist, als sie durch die WTG gelehrt bekamen.
Sie sehen, daß das Verkünden der Schlacht von Harmagedon sinnlos war. Man möchte sich
nicht noch einmal derart irreführen lassen, geschweige denn andere irreführen.
Aufrichtige drehen darum der WT-Organisation wieder den Rücken zu. Sie bemühen sich,
nach urchristlichem Muster dem Herrn zu dienen. Auch in unserem Lande gibt es solche
christlichen Bibelstudien-Gemeinden. In Leipzig, Karl-MarxStadt, Dresden, Magdeburg,
Jarmen, Berlin, Rostock und anderen Orten versammeln sie sich, um die Nachfolge Jesu zu
festigen. Auch in anderen Ländern in Ost und West gibt es die verschiedensten Aufbrüche.
Denn es ist mehr als erstaunlich, was die WTG allen zugemutet hat, in die Welt hinauszuposaunen, in der Annahme, alles am besten zu wissen und jeden anderen Christen verachtend, der sich nicht der Organisation anschloß. Sie wurden angeleitet, gerade dem entgegengesetzt zu handeln, was Christus lehrte. Wir lesen in Markus 9:48-41 über das rechte Verhalten zu anderen Christen: "Johannes sagte zu Jesus: Wir haben da einen Mann gesehen, der hat deinen Namen dazu benutzt, böse Geister auszutreiben. Wir haben es ihm verboten, denn er gehört nicht zu uns. Laßt ihn doch, sagte Jesus, denn wer meinen Namen gebraucht, um Wunder zu tun, kann nicht im nächsten Augenblick schlecht von mir reden. Wer nicht gegen uns ist, ist für uns. Ich sage euch, wer euch einen Schluck Wasser zu trinken gibt, weil ihr meine Jünger seid, der wird dafür belohnt werden." Die WTG wird diesen Worten der Schrift jedoch eine eigene zurechtgezimmerte Auslegung entgegensetzen, denn sie weiß ja alles besser, besser als Christus selbst, wenn man diese Auslegungen untersucht, die nur zu oft einen Sinn erhalten haben, der bei Christus überhaupt nicht zu erkennen ist! Daß das so ist, beweisen zu viele Bibelauslegungen seit Bestehen der Organisation.
Seht und schaut her
Christus Jesus sagte damals in Matth. 24:36, was die Zeitpunkte und
Termine betrifft: "Aber den Tag oder die Stunde, wann das geschehen soll, kennt
niemand, auch nicht die Engel im Himmel, nicht einmal der Sohn. Nur der Vater kennt
sie." Die WTG dagegen wußte alles besser. Zwei Zitate nur sollen dazu dienen, um
dies zu beweisen.
In der WT-Broschüre "Millionen jetzt lebender Menschen werden niemals sterben" wurde seit 1920 der Menschheit verkündigt: "Wir haben, wie zuvor dargelegt, ü b e r z e u g e n d e Beweise dafür, daß die alte Ordnung der Dinge, die alte Welt, zu Ende geht und deshalb gänzlich vergehen wird, daß die neue Ordnung hereinbricht und daß das Jahr 1925 Zeuge der Auferstehung der alttestamentlichen Überwinder und des Beginns eines Wiederaufbaus der zertrümmerten Weltordnung sein wird." Es gelang der WTG jedoch, selbst die Auserwählten derart zu verführen, daß viele trotzdem weiter folgten.
Der zweite "Beweis". Mit Erwachet vom 22. 4. 1972, Seite 26, ließ die WTG aller Welt 50 Jahre später verkünden: "Unsere Generation wird das Ende der gegenwärtigen Ordnung mit ihren streßerzeugenden Problemen erleben. Wir haben sogar berechtigten G r u n d zu der Hoffnung, daß eine neue, von Gott geschaffene Ordnung noch im Laufe des gegenwärtigen Jahrzehnts anbrechen wird." "Wir haben" - fast aufs Wort gleichen sich diese falschen Prophezeiungen! So wurde verkündigt, daß 1975 Harmagedon geschlagen sei und die "neue Ordnung", die Tausendjahrherrschaft beginnt. Jahre vor 1975 wurde verlangt, die ganze Lebensweise darauf einzustellen, aber vergeblich, Harmagedon kam nicht.
So betrogen die Wachtturmpropheten ihre Zeugen und die Weltöffentlichkeit von einem Jahrzehnt zum anderen Jahrzehnt. All diesen Kummer hätten sich die Zeugen erspart, wenn sie bei den Worten Jesu geblieben wären.
Was sollen Jesu Nachfolger predigen?
Es gibt eine Vielzahl von Schriftstellen, die den Predigtauftrag Jesu
enthalten, ausgehend von seinen Worten in Matth. 28:19, 20: "Geht nun zu allen
Völkern der Welt und macht die Menschen zu meinen Jüngern. Tauft sie im Namen des
Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes. Lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch
aufgetragen habe. Und denkt daran: Ich bin immer bei euch, jeden Tag, bis zum Ende der
Welt." Wir könnten besonders hinweisen auf Matth. 5:1-12, 6:1-15, 7:12, 24:1-36, 43,
44. Natürlich gibt es noch viel mehr einschlägige Schriftstellen. Bibelleser wissen
bestimmt, wo man sie findet. Die Apostel bestätigten den Predigtauftrag Jesu an ihren
Briefen an die damaligen Glaubensgemeinden, z. B. 2. Petr. 3:1-16, Offb. 1:1-2, 21:3-5.
Was die WT-Verkündigung betrifft, müssen wir jedoch sagen, keine ihrer Endzeitvoraussagen, die sie so mit absoluter Zuverlässigkeit machten, wie wir sahen, traf ein. Die Antwort muß lauten: "Ihre Propheten prophezeiten falsch!" Eine solche Endzeit, wie der WT sie lehrt, gibt es nicht. Hierüber sollten Jehovas Zeugen einmal in Ruhe nachdenken. Wir lassen uns gern überraschen. - W -
AUCH BEI DEN NICHTCHRISTEN EINES GUTEN RUFES ERFREUEN
Jüngst in Bad Doberan und Dresden wieder bestätigt:
Die falsche Alternative "Christentum oder atheistischer
Kommunismus". Was ist christliches Verhalten?
Die Verantwortung der Bischöfe, Ältesten oder Aufseher
Die Hirtengleichnisse zeigen uns, wie insbesondere ein christlicher
Prediger die Augen offen halten muß für alles, was um ihn herum geschieht und die
Christengemeinde betreffen könnte. Ist doch Christsein der Ernstfall des täglichen
Lebens in der Familie und unter den Mitmenschen. Das gesellschaftliche Leben unserer Zeit
nun bringt es mit sich, dabei besonders das Verhalten zu den andersdenkenden und
nichtchristlichen Mitmenschen im Auge zu haben. Dies gehört sogar zu den
Hauptgesichtspunkten der Erfordernisse christ lichen Gemeindedienstes und Gemeindelebens.
So erhebt der Apostel Paulus die ernste Forderung, "im Verkehr mit Nichtchristen
ehrbar zu wandeln". (1. Thess. 4:12 Me) Und die Aufseher ermahnt er, daß sie sich
"auch bei den Nichtchristen eines guten Rufes erfreuen müssen", damit sie nicht
"in übles Gerede" kommen und "der Schlinge des Verleumders
verfallen". (1. Tim 3:7 Me). Wie sieht es nun aus? Wir hoffen sehr, daß die Aufseher
allenthalben sich zu Herzen nehmen, was hier gesagt wird! Denn sie können zu Recht zur
Verantwortung gezogen werden. 2. Kor. 4:1, 2. 2. Tim. 2:1 . 1. Petr. 3:15.
"Obrigkeitliche" Bilanz 1977 in unserem Lande
und die Christen
"Das Jahr 1977 geht zu Ende. Es war für uns ein gutes Jahr, ein Jahr
des Friedens, des wirtschaftlichen Aufschwungs und des sozialen Fortschritts, ein weiteres
Jahr der Stärkung. Wissenschaft und Bildung, Kultur und Künste sind weiter gediehen. Die
wirtschaftlichen Erfolge wurden, unseren sozialistischen Grundsätzen entsprechend, in
sozialpolitische Maßnahmen umgesetzt. Im Namen des Zentralkomitees der Sozialistischen
Einheitspartei Deutschlands, des Staatsrates, des Ministerrates und des Nationalrates der
Nationalen Front der Deutschen Demokratischen Republik danke ich allen herzlich, die zu
den Erfolgen im zu Ende gehenden Jahr beigetragen haben. Dieser Dank gilt allen Bürgern
unseres Landes, die unabhängig von Weltanschauung und Religion im Dienste ihres
sozialistischen Vaterlandes zusammenwirken." (Neujahrsansprache des Vorsitzenden des
Staatsrates der DDR, E. Honecker. Neue Zeit, 31. Dezember 1977).
Wir sehen hier, wie auch die Christen ganz selbstverständlich einbezogen sind in die "die Menschen betreffende Ordnung" in unserem Lande. Auch sie sind als Menschen soziale Wesen mit natürlichen sozialen und kulturellen Bedürfnissen und Ansprüchen. Auch sie können sich "ihr Brot nicht allein backen". Untrennbar sind auch sie mit der sozialen Gemeinschaft aller verbunden, auf die "die Menschen betreffende Ordnung" angewiesen. Für viele sind das natürlich Binsenweisheiten. Im Blick auf die WT-Hörigkeit sind sie jedoch Sprengstoff! Man wird die Zündschnür schon glimmen sehen. Denn die WTG stellt den Christen religiös motiviert feindselig und voll Haß gegen die sozialistische "die Menschen betreffende Ordnung" nicht nur in unserem Lande. Jüngste Auseinandersetzungen in Bad Doberan und Dresden haben das erneut bestätigt. Nicht zu "ehrbarem Wandel mit den Nichtchristen" führt die WTG, sondern zu feindseligem Verhalten gegen sie! Wir haben jedoch die Verantwortung und Pflicht, hier einzugreifen, wenn wir Christen sein wollen. Jak. 5:19, 20.
Schauen wir uns zuerst die WT-Grundsätze für alle
Christen an
Lassen wir nun die WTG selbst sprechen und jedermann möge überall
Rechenschaft von den verantwortlichen Aufsehern fordern. Diese aber mögen sich ihrer
eigenen Verantwortung vor Gott und den Menschen bewußt werden. Sie sind hiermit zur
Rechenschaft gezogen.
Was hat die WTG dem Verhalten zur "obrigkeitlichen Gewalt" und "die Menschen betreffenden Ordnung" in unserem Lande zugrunde gelegt? Was für eine Verhaltensweise sollen ihre Zeugen Jehovas verbreiten? Wie sollen sich alle Christen bei Strafe ihrer Vernichtung durch Gott verhalten? Der Leser wird einigen schockierenden Tatsachen ins Auge schauen müssen. Die Aufseher aber mögen sich warnen lassen und innehalten!
Nachdem die WTG seit 1947 ihre anfängliche politische Neutralität verlassen und sich in den kalten bzw. psychologischen Krieg gegen den Osten eingereiht hatte, führte sie unmittelbar nach der Gründung der DDR die Zeugen-Gemeinschaft hier im Lande in einer religiösen Skrupellosigkeit ins politische Feuer, die ihresgleichen sucht. Mit der deutschen Erwachet-Ausgabe vom 8. November 1949, Nr. 21, Vol. XXVII, ließ sie die Zeugen eine öffentliche Kampagne starten unter der aufreizenden und die Bibel verfälschenden Schlagzeile: "Gangster in Amt und Würden. Überzeugender Beweis dafür, daß Politiker nicht die "von Gott verordneten obrigkeitlichen Gewalten" sind!" Über ein Jahrzehnt wurde dann unter dieser Losung der erbittertste antikommunistische psychologische Krieg gegen die sozialistische bzw. kommunistische "die Menschen betreffende Ordnung" oder "obrigkeitliche Gewalt von Gott" geführt, den eine Religionsgemeinschaft je geführt hat.
Die Maske der politischen Neutralität fallen lassend, ließ die WTG ihre Zeugen 1951 sich brüsten: Sie "haben nie gezögert, offen zu sagen, was sie vom Kommunistenregime halten. Sie haben die Wahlen in der Ostzone als einen Trug gebrandmarkt (1949) und das kommunistische Regime selbst als eine 'satanische Herrschaft'." (Der Wachtturm, 1. 2. 1951) Und 1952 ließ die WTG ihre Zeugen schäumen: "Welches Rettungssystem sucht denn der Kommunismus der ganzen Erde aufzuzwingen und das Volk zu dessen Sklaven zu machen? Den befremdenden unsinnigen Wahn, daß eine gottlose, christuslose, materialistische Gesellschaftsordnung, die den Schöpfer unseres Planeten und die von ihm festgelegten Gesetze zur Leitung seiner Geschöpfe völlig außer acht läßt, dem Volke Frieden, Sicherheit und Rettung bringen könne. Gleich ungezügelten wilden Tieren zwingen sie dem Volke hinter dem Eisernen Vorhang ihre Ideen und wilden Träume auf." (Der Wachtturm, 1, Juni 1952)
1955 tritt die imperialistische psychologische Kriegslosung für den antikommunistischen Mißbrauch des Glaubens offen und unverhüllt hervor: "Kommunismus oder Christentum - was wird triumphieren? Heute bedroht der Kommunismus alle Völker. Jehovas Zeugen stellen mit der Bibel den Kommunismus als eine falsche Religion, eine eitle Hoffnung bloß. Distanzieren Sie sich vom Kommunismus!" (Erwachet, 8. Juni 1955). Bekanntlich war die falsche Alternative "Christentum oder Kommunismus" eine der politischen Hauptlosungen, mit denen die damalige westdeutsche Führungspartei, die CDU, im Blick auf Christen, Kirchen und Religionsgemeinschaften in ihrer Deutschlandpolitik arbeitete. Die WTG war sich völlig bewußt, daß ihre Behauptung politischer Neutralität eine öffentliche Lüge war. WTG-Zweigdiener Erich Frost, Wiesbaden, machte in internen Kreisen nie ein Hehl daraus, daß die WTG "gegen den Staat im Osten" kämpfe.
Nachdem sich die WTG 1962/63 gezwungen sah, ihre "Obrigkeits"-Fälschungen auf Grund öffentlicher Anprangerung und Entlarvung in Büchern, deren Verfasser sie als "böse Knechte, Judasse, Verräter und Rotte Korah" verleumdete, wieder zu ändern, beging sie die Skrupellosigkeit, in ihrem Buch "Ewiges Leben in der Freiheit der Söhne Gottes", S. 188, folgendes zu erklären: "Die Religionssysteme der Christenheit sind beschämenderweise der Übertretung dessen, was der inspirierte Apostel Paulus hier (Römer 13:1, 2) zu sagen hatte, schuldig geworden."
Nach wie vor gilt jedoch die WT-Politik für Jehovas Zeugen: Keine "Koexistenz mit roten Regimen". Und "Frieden mit dem atheistischen Kommunismus" gleiche "unmoralischen Beziehungen" und bedeute, "mit Gotteshassern ins Bett gegangen" zu sein. (Der Wachtturm, 1. März 1974). Der Kommunismus wird bis auf den heutigen Tag verteufelt und dämonisiert. (Der Wachtturm 15. Febr. 1977, S. 110). Es war jüngst in Dresden, wo auf Grund dieser WT-Politik feindselig hervorbrach, daß die deutsch-sowjetische Freundschaft "schon zum Halse heraushänge". In Bad Doberan bestätigte im Juni 1978 eine junge Zeugen-Schwester, wie fest nach wie vor die imperialistische psychologische Kriegslosung "Christentum oder Kommunismus" in vielen Köpfen sitzt.
Wie nun haben sich Christen zu verhalten?
Die WT-Politik tritt die eingangs zitierten Weisungen des Apostels Paulus
in 1. Thess. 4:12 und 1. Tim. 3:7 skrupellos mit Füßen. Sie führt die Zeugen in
übelstes politisches Gerede und in zahllose politische Schlingen. Aufrichtiges Wollen,
Christ zu sein, wird für dem Evangelium fremde Zwecke mißbraucht. Um hier
herauszufinden, muß man sich zuerst einmal fest und konsequent auf die Grundsätze der
Schrift selbst stellen, und die WT-Autorität über die Schrift beiseite lassen.
Was gebietet uns nun die Schrift bezüglich der sozialen menschlichen Ordnung oder Gesellschaftsordnung? Es heißt in 1. Petrus 2:13 wie folgt: "Seid aller die Menschen betreffenden Ordnung um des Herrn willen untertan" (Menge). Ohne Zweifel ist die sozialistische (kommunistische) Gesellschaftsordnung eine solche soziale, menschliche Ordnung. Woher nimmt die WTG das Recht, die Schrift zu mißachten und gegen diese "die Menschen betreffende Ordnung vorzugehen und sie feindselig und gehässig als "rote Regime", "unsinnigen Wahn" und "wilde Tiere hinter dem Eisernen Vorhang" zu bekämpfen? Das ist eindeutig ein der Schrift fremder Auftrag. Mit Erstaunen nahmen dies kürzlich zwei vermutliche Zeugen Jehovas, die anonym bleiben wollten und sich als "Interessierte" ausgaben und CV aufsuchten, zur Kenntnis. Das Gebot des Apostels Petrus gibt uns die Grundlage. Wir haben nun weiter die verschiedensten Weisungen der Schrift, was konkrete Gesichtspunkte betrifft. Bis auf den heutigen Tag zeigt sich, daß dies alles nicht oft genug vor Augen geführt werden kann. Die WTG hat ihren religiös-politischen antikommunistischen Haß tief eingeimpft. Die bekannte Schriftstelle in Römer 13: 1-7 zeigt u. a., daß die Menschen das Recht vor Gott haben, um ihrer sozialen Interessen willen eine menschliche Ordnung zu errichten, ihre Anerkennung zu verlangen und sie auch mit dem "Schwert" zu schützen und zu sichern. Um des Gewissens willen hat ein Christ dies zu respektieren. In der Tat, sein soziales Gewissen sollte ihn das unschwer erkennen lasssen. Dies aber wird vom WT um seiner Politik willen unterdrückt.
In 1. Tim. 2: 1, 2 werden Christen angehalten, u. a. auch für die verantwortlichen "obrigkeitlichen Personen" zu beten, Fürbitten darzubringen wie auch Danksagungen. Die soziale Verantwortung für alle im Lande zu tragen, ist ohne Zweifel ein schweres und ernstes Amt, das Christen, wie wir sehen, unterstützen und fördern sollen.
Schließlich laßt uns noch Titus 3:1, 2 sehen: "Bringe ihnen in Erinnerung, daß sie sich den obrigkeitlichen Gewalten unterordnen, ihren Befehlen Gehorsam leisten und zu jedem guten Werk bereit seien, daß sie niemand schmähen, sich friedfertig und nachgiebig zeigen und nichts als Sanftmut gegen alle Menschen beweisen" (Menge). Das ist ein vernichtendes Urteil gegen die infame Hetze des WT wie "rote Regime", "unsinniger Wahn", "wilde Tiere hinter dem Eisernen Vorhang" u. a. m.! Eine ganze CV-Ausgabe und mehr könnte man mit den antikommunistischen Schmähungen des WT füllen! Hier wird ein fremder politischer Auftrag sichtbar, jegliche Bereitschaft der Christen zu guten Werken mit den "obrigkeitlichen Gewalten" der sozialistischen "die Menschen betreffenden Ordnung" zu verhindern und sie stattdessen feindselig dagegen zu stellen. Paulus aber sagt: "Wenn jemand euch etwas anderes als Evangelium verkündet außer dem, was ihr von mir empfangen habt, der sei verflucht!" Gal. 1:9.
Ist aber nun der Atheismus ein Grund?
Die auch von der WTG aufgenommene falsche Alternative "Christentum
oder atheistischer Kommunismus" erfordert, daß wir die obige Frage untersuchen. Die
simple Auffassung vieler ist, weil Sozialismus und Kommunismus sich als atheistisch
verstehen, ein Christ aber an Gott (theos) glaubt, muß der Christ ein Feind des
Sozialismus und Kommunismus sein, was dann auch für den sozialistischen Staat gelte. Es
gäbe nur das eine oder das andere, eines schließe das andere aus, stehe dem anderen
entgegen. Alles andere sei Kompromiß, Heuchelei, Verrat am Christentum.
Wie ist es aber wirklich? Ist der Atheismus für Christen ein solcher Stein des Anstoßes? Wer den Sachverhalt und die Bedeutung nicht entstellt, der sieht, daß Atheismus zu deutsch nichts weiter heißt als nichtgöttlich, nichtreligiös, im Unterschied zu antiatheistisch oder gottfeindlich. Im Sinn mancher wird das zugegebenermaßen arg verwechselt. Auch von der Bedeutung her ist das nicht anders. Einer der geistigen Väter des Kommunismus, Friedrich Engels selbst, erklärt, daß Atheismus ein "rein negatives Wort" ist. (Marx/Engels, Über Religion, S. 114 Berlin 1958). Es drückt keinerlei Feindschaft aus, sondern lediglich Verneinung. Wer das bisher nicht so gesehen hat, sollte in der Tat darüber nachdenken.
Wenn nun also offen gesagt wird, daß die sozialistische (kommunistische) "die Menschen betreffende Ordnung auch die entsprechenden "obrigkeitlichen Gewalten" der Staat atheistisch oder nichtreligiös sind, so kann kein Anstoß sein. Wie sollte der Staat denn sonst sein. Religiös? Katholisch? Evangelisch? Baptistisch? Adventistisch? Was würden dann jedesmal die anderen Gläubigen fordern können? Allein in der DDR bestehen Dutzende verschiedener religiöser Bekenntnisse. Alle sollten darum lieber froh sein, daß der sozialistische Staat oder die staatliche Ordnung weder diese noch jene religiöse Konfession verkörpert, sondern nichtreligiös oder atheistisch ist. Es gibt gar keine andere Möglichkeit. Gerade weil diese "die Menschen betreffende Ordnung" nichtreligiös oder atheistisch ist, kann sie für alle da sein, unabhängig von Weltanschauung und Religion, wie das einleitend zum Ausdruck kam. Denn die sozialen Interessen, Anliegen und Bedürfnisse, um deretwillen staatliche oder gesellschaftliche Ordnung sein muß, sind vom religiösen Glauben unabhängig. Schon ein kleines Kind, das überhaupt noch nichts glauben kann, hat solche Bedürfnisse, die an sich somit nichtreligiöser oder atheistischer Natur sind. Sie sind jedem Menschen eigen, dem Glaubenden wie dem Nichtglaubenden. Das muß man als Christ einsehen. Für das grundsätzliche Nachdenken hierüber: ,.Die Demarkationslinie zwischen christlichem Glauben und Atheismus verläuft durch jeden Menschen" (Ökumenische Diskussion IV/1-1968, S. 22, Genf). Was unsere sozialen Lebensbedürfnisse betrifft, so haben wir Christen anderen Menschen nichts voraus. Sie sind uns allen angeboren, Gläubigen wie Nichtglaubenden, sie sind ganz natürlich, nichtreligiös.
So ist es nur richtig, daß die menschliche, staatliche
Ordnung nichtkonfessionell, nichtreligiös, atheistisch ist. Andernfalls gäbe es
tatsächlich Grund, religiös bedingt dagegen zu sein. Sie würde möglicherweise zum
Zankapfel unter den verschiedenen Gläubigen werden. Die Frage des Atheismus der "die
Menschen betreffenden Ordnung", der staatlichen Ordnung, kann somit rechtens
überhaupt kein Stein des Anstoßes für Christen sein. Wenn ihn die WTG dennoch dazu
macht, dann verfolgt sie in Wirklichkeit damit andere Ziele. Wenn wir nicht über das
hinausgehen, was tatsächlich geschrieben steht (1. Kor. 4:6), dann können sich Christen
auch bei den Nichtchristen eines guten Rufes erfreuen, wie es schriftgemäß sein soll,
anstatt gegen sie Feindschaft, Haß und Schmähungen zu verbreiten. Allerdings erfordert
das den Bruch mit den "endzeitlichen" WT-Lehren, die diese Feindschaft, diesen
Haß und diese Schmähungen um fremder Interessen willen zum unabdingbaren Bestandteil
haben und deshalb ein "andersartiges Evangelium" darstellen, das vom Apostel
Paulus verflucht wird. Gal. 1:6-9
K. O.
Schaut den Tatsachen ins Auge
VOR 40 JAHREN AM 9. NOVEMBER 1938
BRANNTEN IN DEUTSCHLAND DIE JÜDISCHEN SYNAGOGEN
Die WT-Zeugen damals: Die Juden haben in den KZ der Nazis
"gerechterweise zu leiden und zu sterben"WTG kein göttliches Werk
Beim Namen genannt: Unbußfertig und reuelos
Am 9. November dieses Jahres 1978 ist es 40 Jahre her, daß in Deutschland
die jüdischen Gotteshäuser, die Synagogen, von den antisemitischen Nazihorden in Brand
gesteckt wurden. Es war der Auftakt zur Vernichtung von etwa 6 000 000 Juden aus ganz
Europa. Majdanek, Treblinka, Auschwitz sind einige der berüchtigten
KZ-Vernichtungsstätten.
Der Rat der Evangelischen Kirche der Union in der BRD hat im Frühjahr eine Erklärung verabschiedet, in der an jenen Tag vor 40 Jahren erinnert wird. Es heißt darin u. a., der Synagogenbrand sei zum Symbol von Untaten geworden, die "unter dem bedrückenden Schweigen der Kirchen oder mit Billigung und Beteiligung von Christen" begangen wurden. Es wird zur Aufdeckung verborgener Judenfeindschaft auch in der christlichen Verkündigung aufgefordert und auch dazu, dem Vergessen und Verdrängen der unseligen Vergangenheit zu widerstehen.
Es mag die WT-Zeugen von heute schocken: Unter den Christen, die jene antisemitischen Massenverbrechen von damals nicht nur billigten, sondern sogar für gerecht hielten, waren auch die WT-Zeugen. Dem evangelischen bußfertigen und reuevollen Verhalten anläßlich der 40. Wiederkehr jenes Tages der Synagogenzerstörung steht bis zum heutigen Tage eine unbußfertige und reuelose WTG gegenüber, die schamlos ihre Lehrverbrechen von damals vergessen macht und verdrängt.
Jeder soll die Beweise sehen
Es begann schon 1933. Kurz nachdem Hitler "die Macht
übernommen" hatte, veranstaltete die WTG unter Leitung von WTG-Präsident J. F.
Rutherford und WTG-Generaldirektor N. H. Knorr am 25. Juni 1933 in Berlin-Wilmersdorf
"eine ca. 5000 Personen umfassende und mehrere Millionen Deutscher repräsentierende
Vertreterkonferenz der Bibelforscher Deutschlands (Zeugen Jehovas)". Die Konferenz
verfaßte einen Brief an Hitler, in dem erklärt wurde: "Wolle der Herr Reichskanzler
eine Kommission bestimmen, die wirklich nur - dem für solche Fälle geltenden gerechten
und vom Herrn Reichskanzler selbst aufgestellten Grundsätzen entsprechend - unsere
Angelegenheit vorurteilslos prüfen würden. Mit diesen Grundsätzen meinen wir das in
Punkt 24 des Programms der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei Gesagte: 'Wir
fordern die Freiheit aller religiösen Bekenntnisse im Staat, soweit sie nicht dessen
Bestand gefährden oder gegen das Sittlichkeits- und Moralgefühl der germanischen Rasse
verstoßen. Die Partei bekämpft den jüdisch-materialistischen Geist in und außer uns .
. .' Wir sind fest überzeugt, daß - wenn man an uns
diesen angeführten
Programmpunkten nach beurteilt - die nationale Regierung Deutschlands keinerlei Ursache
finden wird, unsere Gottesdienste oder unsere Missionstätigkeit zu hindern."
Die WTG tat nichts geringeres, als im Interesse ihrer Gottesdienst- und Missionstätigkeit die faschistische Rassenpolitik und Judenfeindschaft als gerecht zu erklären. (Dokumentation: Die Zeugen Jehovas, Urania 1970).
Am Vorabend des 9. November 1938 nun, als im Vollzuge der faschistischen antisemitischen Rassenpolitik die Synagogen Deutschlands in Flammen aufgingen, veröffentlichte die WTG im deutschen Sprachraum von der Schweiz aus in ihrer Zeitschrift "Trost" (heute "Erwachet") vom 15. Juni 1938 eine Erklärung über "Die Juden", die den Protest gegen die Judenverfolgungen verhinderte. Es hieß darin, die Juden seien "Bundesgenossen in des Teufels Organisation", sie hätten "Wind gesät", nun würden sie "Sturm ernten", hätten also selbst Schuld, "Jehova" sei es, der ihren "Wagen" nun in den Sturm der Verfolgung bringe.
Auch als sie schließlich die Massenvernichtung der Juden im KZ vor Augen hatten, rührte es jene WT-Zeugen nicht. So vermerkt der KZ-Kommandant von Auschwitz, SS-Sturmbannführer Höß, in seinen autobiografischen Aufzeichnungen kurz vor seiner Hinrichtung 1947 in Polen, daß die Zeugen-KZ-Häftlinge der Ansicht waren, die Juden hätten im KZ "gerechterweise zu leiden und zu sterben" (Kommandant in Auschwitz, S. 113, Stuttgart 1958). Kein Zeuge wäre damals von sich aus zu solchen verbrecherischen Ansichten gekommen. Es war die Judenverteufelung, die die WTG anfangs der 30er Jahre einführte, um die Hitlerregierung günstig zu stimmen.
In der Tat: Das kann kein Werk Gottes sein
Ja, diese Tatsachen vertuscht die WTG wohlweislich in ihren Büchern und
Zeitschriften! Es sind antisemitische und profaschistische Lehrverbrechen übelster Art,
und das im Namen Gottes! Bis zum heutigen Tag hat sie das erfolgreich vergessen machen und
verdrängen können! Statt dessen stellt sie sich hin und schlägt sich an die Brust und
zeigt mit Fingern auf die anderen! Und die Neuen, die zur Organisation kommen, wissen
nichts und erfahren nichts. Ja, Erfahrungen mit ihnen zeigen ein erschreckendes Verhalten!
Sie erklären allen Ernstes, das seien alles Lügen und Fälschungen über die WTG!
Bedenkenlos stellen sie sich hin und sagen spöttisch lächelnd, die WT-Schriften seien
gefälscht, das habe es nicht gegeben! So weit hat die WTG sie gebracht! Und so
verkündigen sie unter den Menschen!
Darum müssen noch härtere Wahrheiten über die WTG veröffentlicht werden. Noch härteren Tatsachen werden sie ins Auge schauen müssen. Die Auseinandersetzung mit der WTG wird unerbittlich. Es gibt keinen anderen Weg angesichts der erschreckenden Bedenkenlosigkeit, mit der WTG ihre Verbrechen vor Gott und den Menschen vergessen macht und verdrängt, um sich weiter als Werk Gottes auszugeben.
Einzelne folgten der WTG nicht und halfen den bedrohten
Juden
Wenn auch die damalige WT-Verkündigung aus Gründen ihrer
profaschistischen Kollaborationsabsichten zur Rettung der eigenen Haut ein zusätzlicher
geistiger Dolchstoß in den Rücken der verfolgten Juden war, so gab es einzelne
WT-Zeugen, die der WTG in dieser Sache nicht folgten, die sich ein reines christliches
Gewissen bewahrten. Dies muß zur Schande der WTG gesagt werden.
In der damaligen WT-Versammlung in Thale am Harz war es
u. a. Schwester Alwine Zetschak, die der in der Nachbarschaft wohnenden jüdischen Familie
Selig heimlich mit Lebensmitteln half. Die Nazis am Ort hatten der Familie sämtliche
Möglichkeiten des Lebensunterhalts entzogen und sie dem Verhungern preisgegeben, so daß
Vater Selig von der Müllkippe auf dem Mühlenberg leben mußte, von Lumpen und Abfällen.
Ungeachtet der Gefahr, die jede Hilfe für Juden für sie bedeutete, schaffte Schwester
Zetschak manches von dem, was sie auf ihre eigene Lebensmittelkarte bekam, heimlich in die
Krone, wo Familie Selig wohnte. Heute gehört. Schwester Zetschak zu den Letzten der
1914-Generation, über die die WTG skrupellos erneut hinweg geht, die sie erneut
"vergehen" läßt, um ihr unglaubwürdiges "Endzeit"Werk in die
nächste Generation zu retten, nachdem 1975 als Irrlehre offenbar geworden ist. Nein, die
WTG ist kein göttliches Werk.
- P -
WELCHE PERSÖNLICHE HILFE BIETET DER WACHTTURM?
Was ein Interessierter nach einigen WT-Studien und nach einigem ZJ-Umgang
feststellen mußte
Ein bevorzugtes und immer wiederkehrendes Thema in den
"bibelerläuternden Schriften" ist die Endzeit. Die Unglaubwürdigkeit dieser
Lehre bestätigt sich mit jedem neuen Tag nach dem "Katastrophenjahr" 1975. Als
"Zeichen der Zeit" wird immer die fehlende Liebe unter der Menschheit an erster
Stelle genannt. Als Maßstab wird aber hauptsächlich geschildert, wie es in den USA ist:
Die Arbeitslosen, die Kriminalität und anderes. Aber die USA ist nicht die Menschheit.
Eine Tatsache wird geflissentlich unterschlagen. Es gibt doch seit 60 Jahren ein 2.
Weltsystem, welches gegen die Brutalität und Kriminalität sehr energisch vorgeht und
keine solche Gangster-Unterwelt zuläßt. Was sollen wir mit den USA-Maßstäben hier.
Auch in der Organisation sind so viele Schwierigkeiten, daß das "geistige Paradies" nur eine Fassade für Außenstehende ist. Immer häufiger gibt es in der Versammlung Streitigkeiten, weil nichts wirklich geklärt wird. Der hohe Zeitaufwand beim Studium der Literatur. Das können nur die wenigsten bewältigen. Die kleine Schrift hat schon vielen die Augen verdorben. Das ist ja eine richtige Gesundheitsschädigung, aber doch keine Liebe. Persönliche Meinungsverschiedenheiten sind oft nervenzerrüttend, weil der Wachtturm selbst intolerant gegenüber anderen Meinungen ist und dadurch intolerant macht. Auch wegen des Nichteintreffens der Wachtturm-Prophezeiungen merkt man, wie es schwelt und gärt. Viele Brüder erwarten auch Hilfe in persönlichen Dingen. Noch mehr Schwestern, die offiziell gar nicht "da sind". Es heißt nur immer "liebe Brüder". Dabei besteht die Organisation aus soviel Schwestern, daß sie zusammenbrechen würde, wären sie nicht. Das ist in heutiger Zeit abstoßend.
Der Wachtturm 18/77 "Mit festem Griff an das Wort des Lebens klammern" ist unvergeßlich. Nehmen wir doch einmal einige Gedanken daraus und untersuchen sie. Sicherlich werden sich viele erinnern.
"Stress überwinden".
Hier wird erklärt, daß viele Menschen, auch Christen, unter
nervenaufreibenden Belastungen (als Streß definiert) stehen. Welcher Rat zur Beseitigung
dieses Zustandes wird ihnen gegeben? Kurz gesagt: Auf Gott vertrauen und "leise,
beruhigende Musik" hören. Die Ursache des "Streß" wird untersucht. Was
aber erkennt man als Hauptursache? Es ist doch so: Der Zeuge soll den nötigen Unterhalt
für die Familie verdienen. Alle übrige Freizeit soll er möglichst die Literatur
studieren, predigen gehen, die Zusammenkünfte besuchen und soviele "Studien"
wie möglich bei anderen Leuten machen, wobei nicht ausbleibt, sich mit ihren Problemen zu
befassen. Den Urlaub soll er dann möglichst als Ferienpionier verbringen. Bei Hobby,
Fernsehen, Kino, Theaterbesuch oder sonstiger Geselligkeit und Entspannung kann er nur ein
schlechtes Gewissen haben; da er diese Zeit nicht "auskauft". Wer diese
WT-Anleitung wirklich ernst nimmt, richtet sich psychisch zugrunde. Er wird mit der Zeit
ein Nervenbündel. Kein Mensch hält das längere Zeit durch ohne nervliche Schäden. Die
Beispiele sind zahlreich. Es gibt keine Organisation, die die Menschen so einspannt wie
der WT.
Wie gesagt: Diese Ursachen werden nicht angeschnitten, geschweige denn bekämpft. Ein wirksamer Rat wird also in Wahrheit nicht erteilt. Im Gegenteil, die Gründe für den Streß werden verschleiert.
"Trost für Niedergedrückte"
Auch für diese Personen wird der Rat gegeben, "sich mit festem Griff
an das Wort des Lebens zu klammern", wobei unausgesprochen natürlich das Wort des WT
gemeint ist. Aber könnten denn Jehovas Zeugen überhaupt niedergedrückt sein, wo sie
doch in Kürze ewiges Leben empfangen sollen? Gerade hier liegt das Problem: Weil viele
den WT-Endzeitprophezeiungen keinen Glauben mehr schenken, sind sie enttäuscht und
niedergedrückt. Davon aber will der WT ablenken. Solchen Menschen müßte man wirklich
raten, die Bibel zu studieren, aber ohne den WT!
"Schüchternheit und Furcht überwinden".
"Überaus schüchterne Menschen haben Mühe, sich über ihren Glauben
zu äußern." Diese WT-Bemerkung steht in engem Zusammenhang mit dem vorher gesagten.
Wenn ein Mensch von seinem eigenem Glauben nicht mehr voll überzeugt sein kann, ist es durchaus keine Schüchternheit, wenn er sich über seine Ansichten nicht äußern möchte. Denn wenn vorhergesagte Dinge nicht eintreffen, wird die Religion unglaubwürdig. Wenn man sich das auch ein lang nicht einzugestehen wagt, aus Furcht vor den Konsequenzen, es kommt unweigerlich nach und nach zum Bewußtsein. Das Unsicherwerden und Zurückhalten keineswegs Schüchternheit; sondern eine ganz normale Stufe oder Vorstufe zur eigenen Besinnung. Der WT möchte dessen Komplexe einreden, hier einen Schüchternheitskomplex, um den Betreffenden psychologisch in der Hand zu behalten.
Schlußbemerkung:
Der WT geht den einzelnen Problemen in Wirklichkeit nicht auf den Grund,
sondern lenkt von den wahren Gründen ob, die beim Streß und bei der Unglaubwürdigkeit
der WTG selbst liegen. Deshalb ist auch eine wirksame Hilfe zu erwarten. -
Eingesandt
DIE BERICHTERSTATTUNG ÜBER DEN AUFBRUCH IN DRESDEN
GEHT WEITER!
AUCH AUSFÜHRLICHE BERICHTE ÜBER DIE AUSEINANDERSETZUNGEN IN BAD DOBERAN
FOLGEN!
Welche weiteren Fragen kommen auf uns zu?
Liebe Leser
Liebe Brüder und Schwestern
Wir glauben, diese Ankündigungen sprechen für sich. Darüber hinaus wird
folgendes immer deutlicher: Unter dem neuen WTG-Präsidenten F. W. Franz werden die
"Endzeit"-Erwartungen immer mehr an den Rand gedrängt zugunsten einer weiteren
unbestimmten Zeitperiode des Weitermachens. Es ist inzwischen möglich, eine Bilanz über
neue, gravierende Umdeutungen der Schrift zu ziehen. Auch die politischen Akzente in der
WTG-Verkündigung werden umgesetzt. Die WTG-Zeitschriften "Der Wachtturm" und
"Erwachet" sind nicht nur äußerlich verändert worden. Die Zweckerklärungen
wurden verändert und vermitteln dem neuen Leser eine wesentlich veränderte Sicht und
Zukunftsschau. Neue juristische Rechtsansprüche der WTG werden geltend gemacht. Die
Sexualmoral wird gelockert. Der Unfehlbarkeitsanspruch, "Kanal Gottes" zu sein,
wird modifiziert. Alles wird immer deutlicher reduziert auf einen Charakter, auf eine
Gemeinschaft praktischen Christentums für jetzt und unbestimmte Zeit, ohne natürlich die
Vision des "Endes" vom Horizont verschwinden zu lassen. Doch sie ist an den
Horizont geschoben, so als eine Art bleibender Ansporn, bleibender Anreiz, bleibendes
Versprechen, aber auch als gelegentlich, gezücktes Schwert. Als bleibende Drohung bleibt
das "Ende" am Horizont auf diese Weise erhalten.
Die folgenden CV-Ausgaben werden u. a. alle diese
Fragen und ihre Bedeutung behandeln, um allen Aufrichtigen helfen, die Abwege der WTG zu
verlassen und den Weg als freie Christen in unserem Lande und in unserer Zeit zu finden.
In christlicher Verbundenheit
Eure Brüder und Schwestern
Mitarbeiter, Mitarbeiterinnen
und Mitverbundenen
CV-Leitung Gera/Thür.
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"Christliche Verantwortung": Monatsschrift der Studiengruppe
Christliche Verantwortung. Herausgeber: Wolfgang Daum, DDR 65 Gera, Otto-Dix-Straße 6.
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A 5195/78 V 7 1 1933