Kommentare zu den eingscannten CV-Ausgaben
CV 109
Zitat aus dieser CV-Ausgabe: "Die WTG war sich völlig bewußt, daß ihre Behauptung politischer Neutralität eine öffentliche Lüge war. WTG-Zweigdiener Erich Frost, Wiesbaden, machte in internen Kreisen nie ein Hehl daraus, daß die WTG "gegen den Staat im Osten" kämpfe." Genannte These wird versucht, wieder einmal zu belegen. Mit gemischten Gefühlen liest man das. Dieweil es wohl stimmt. Das mit der "Neutralität" ist eine Farce. Indes will die CV und ihre Hintermänner mehr. Sie möchten suggerieren: Nur ein himmelwärts gerichtetes Christentum, dass sich aus allen politischen Tagesfragen heraushält, devot den kommunistischen Machthabern gegenübertritt, wäre für sie akzeptabel.

Im Falle der Zeugen Jehovas haben die kommunistischen Regime jedenfalls nicht ihre "Wunschpartner" gefunden. Wenn sie letztendlich eine US-imperialistische Politik dahinter wähnten, haben sie gar nicht mal so unrecht. Politische Zielsetzungen (Destabilisierung kommunistischer Regime) durch jene durchsetzen lassen, die genügend einfältig sind, um tatsächliche politische Hintergründe nicht wahrzunehmen. Das ist in der Tat gelungen, mittels der Zeugen Jehovas!



CV CHRISTLICHE VERANTWORTUNG

Informationen zu christlichem Wandel und vermehrtem Verständnisvermögen
- 1. Thess. 4:12, 1. Kor. 14:20 -
Begründet 1959 von Willy Müller, GD, Gera/Thür., DDR

DIE MISSION VON CV
Ist Wegbereitung und Auferbauung im Glauben in christlicher und sozialer Mitverantwortung und tätiger Nächstenliebe hier und heute. Dies erfolgt in besonderem Hinblick auf die von der Wachtturm-Gesellschaft (WTG), USA, geleiteten Gemeinschaft der Zeugen Jehovas und ihrer haltlosen Weltendeverkündigung. Diese Mission geht aus von der Tradition und Bedeutung der internationalen Bibelforscherbewegung und dient der Hinführung in die Nachfolge Jesu, der Bildung und Tätigkeit freier christlicher Gemeinden sowie christlicher und mitmenschlicher Verständigung und aktueller Information. Wir rufen zur Mitarbeit

Nr. 109 Gera August 1978

AUFRICHTIGE KOMMEN NICHT UMHIN, CV ERNSTZUNEHMEN
WTG-Kreisaufseher gesteht: "Ja, ich habe CV gelesen"
Liebe Leser
Es war vor mehreren Wochen in Mecklenburg in dem kleinen Städtchen Bad Doberan. Mancher WT-Zeuge mit seiner Familie hat hier schon Urlaub gemacht. Sagen wir z. B. aus Hordorf bei Oschersleben, Bezirk Magdeburg. Viele haben sich dabei weder als WT-Zeugen zu erkennen gegeben noch haben sie gar "Ferienpionierdienst" geleistet. Ja, so ist es immer öfter. In diesem freundlichen Städtchen Bad Doberan war es also. Es hatte direkte Begegnungen, Aussprachen und auch sehr freundliche Unterhaltungen mit CV gegeben, denen keiner zunächst ausweichen konnte und auch nicht ausweichen wollte. War es doch offensichtlich zu interessant, selbst zu hören, um sich ein Urteil bilden zu können. Auf die konkrete Frage, ob CV gelesen wird, gab Bruder M. aufrichtig zu, daß CV gelesen wurde. Er bestätigte auch, daß ein Brief aus Dresden angekommen war mit einer Erklärung an alle WT-Zeugen, worüber in dieser CV-Ausgabe ein erster Bericht erscheint.

Mehr denn je befassen sich heute zahllose WT-Zeugen mit CV, in Rostock erklärte eine Schwester, daß sie fest zum WT stehe, und wenn sie je in CV genannt wird, dann möchte sie nur als Zeuge Jehovas erwähnt werden, aber auf keinen Fall läßt sie es sich verbieten, CV zu lesen, sie sei doch sozusagen kein unmündiges Kind. In "höheren" Dienerkreisen bestätigt es sich immer mehr, daß alle CV lesen, es aber sorgfältig voreinander zu verheimlichen suchen. Manchmal tasten sie sich vorsichtig gegenseitig ab, um herauszufinden, ob der andere auch CV liest. Es ist so, wer von den "höheren" Aufsehern einmal CV in die Hand genommen hat, kommt nicht mehr davon los. Betrifft es doch brennend wie nie zuvor seinen eigenen Verantwortungsbereich. Soll er sich die Augen zubinden, um nicht zu sehen, was in seinem unmittelbaren Umkreis unter denen kursiert, für die er díe Verantwortung trägt?

Wir wollen es den "höheren" Brüdern zugestehen: Für sie ist es am schwersten, zu erkennen, einzugestehen und die erforderlichen Schlußfolgerungen daraus zu ziehen, daß die WTG ausgehend vom ersten WT-"Endzeit"-Termin 1799 (Schriftstudien 3, S. 37ff) eine sich schon fast 200 Jahre hinziehende und damit völlig haltlose "Endzeit" verkündigt. Die "höheren" Verpflichtungen und damit "tieferen" Einbindungen in dieses Werk erfordern um so stärkere Anstrengungen, aus diesen Verwurzelungen und Verstrickungen herauszufinden und herauszukommen. Und es gibt hierzu keine Alternative, wenn man nicht um jeden Preis an seinem "Posten" klebt, wenn man die Verantwortung vor den Brüdern und Schwestern im Auge hat. So muß der WT-Glaube aus dem Herzen gerissen werden, der den Christenglauben umwuchert hat, so daß sie in Wirklichkeit dem WT mehr glauben als der Schrift selbst, ohne es bisher gemerkt zu haben. Die Wahrheit über die WTG ist unerbittlich.

Die Aufseher von ihrem Kleinsten bis zu ihrem Größten mögen sich eines gesagt sein lassen:
Glaubt nicht, daß Ihr Euch verstecken könnt! Glaubt nicht, daß Ihr der herangereiften Auseinandersetzung über die WTG ausweichen könnt! Keiner wird unbehelligt bleiben, der sich hinstellt, um das mit 1975 erneut als völlig haltlos erwiesene WT-;,Endzeit"-Werk weiter mitzubetreiben, und eine neue Generation Argloser zu täuschen! Ihr habt Verantwortung vor Gott über Menschen übernommen! Das ist das Verantwortungsvollste, was ein Mensch übernehmen kann! Schon eine einzige "falsche Prophezeiung" im Namen Gottes ist furchtbar! Oder glaubt Ihr etwa, die Warnung in 5. Mose 18:20-22 gilt für Euch nicht? Ihr könnt Euch weder verstecken noch könnt Ihr ausweichen! Die Zeit ist herbeigekommen. Auch für Euch gilt das Wort der Schrift, daß das Gericht anfängt beim "Hause Gottes", bei denen, die sich Christen nennen. Der Straßengraben der WTG-Straße ist besät mit solchen, die um haltlosester WT-Lehren willen in den "zweiten Tod" gestoßen worden sind! Denen die WTG glaubt, die "Krone des Lebens" wegnehmen zu können! Die mittelalterliche Scheiterhaufenpolitik der WTG: "In die Flammen mit CV!" ist ebenfalls vergeblich.
----------------------------------------------------------------------------------------------------------
In dieser Ausgabe bringen wir:
Ein weiterer beispielhafter Aufbruch in Dresden!
WT-Studienleiter mit seiner Familie setzt ein Zeichen für viele, viele andere.
Interessante Zusammenhänge!
Jetzt wieder eine gewaltige Endzeitverschiebung im Gange
Was büßen Jehovas Zeugen dabei ein?
Wie ein "Rechtskomitee" im Kreis Demmin in Mecklenburg gearbeitet hat - Ein Tatsachenbericht
"Uberzeugende Beweise" sprechen für sich
Ein weiterer Bericht aus Jarmen
Auch bei den Nichtchristen eines guten Rufes erfreuen
Die falsche Alternative "Christentum oder atheistischer Kommunismus". Was ist christliches Verhalten?
Vor 40 Jahren am 9. November 1938 brannten in Deutschland' die jüdischen Synagogen WTG mitschuldig an der antisemitischen Bewußtseinsvergiftung.
Wie eine Schwester der Versammlung in Thale/Harz handelte.
----------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Ein ehrlicher und aufrichtiger Hirte macht sich um alles Sorge, was die Schafe betrifft, die er weidet. So ist es nur zu berechtigt, daß alle, die Verantwortung vor den Brüdern und Schwestern tragen, sich vergewissern möchten, was in CV über die WTG veröffentlicht wird und in ihrem unmittelbaren Umkreis kursiert. Legt in allen Studiengruppen furchtlos CV auf den Tisch! Verlangt, die darin aufgeworfenen Fragen zu beantworten! Ihr habt ein Recht darauf und sie sind verpflichtet dazu. Und möge jeder andere helfen, daß unter den Zeugen Jehovas den Tatsachen ins Auge geschaut wird!
Vergewissert Euch über alle Dinge
Haltet fest an dem, was recht ist
1. Thess. 5:21 NW

EIN WEITERER AUFBRUCH IN DRESDEN!
WT-Studienleiter mit seiner Familie setzt ein Zeichen für viele, viele andere
Es war und ist unsere Überzeugung, daß es einfach unmöglich ist, wenn die Aufrichtigen überall früher oder später das unglaubwürdige Endzeitwerk der WTG nicht durchschauen sollten. Natürlich wissen wir auch, wie unendlich schwer es ist, eine Sache zu verlassen, der man in gutem Glauben, es sei "die Wahrheit", aufrichtig diente. Wir wissen um die inneren Kämpfe, die das bedeutet. Sind wir doch erwachsene Menschen, denen der WT-Glaube nicht bloß ein Spiel war. Viele fragen sich heute, wie es möglich ist, daß sie nicht eher kritisch über das WT-Werk nachgedacht haben und einfach ernsthaft glauben konnten, was der WT verlangte. Eines ist klar, die Auseinandersetzung mit der WTG ist schließlich nicht zu vermeiden.

Ein Hauptgrund für die bisherige bedenkenlose WT-Nachfolge ist ohne Zweifel der Umstand, daß die WTG es verstanden hat, jedem glauben zu machen, sie betreibe ein Werk Gottes. Erschrocken hat z. B. kürzlich ein WT-Bruder in Bad Doberan in einer Aussprache mit CV reagiert, er wolle sich nicht von seinem Glauben an Gott abbringen lassen. Er stutzte förmlich, als versucht wurde, ihm klarzumachen, daß es nicht um den Glauben an Gott geht, sondern allein um WTG-Hörigkeit.

Was ist in Dresden geschehen?
Wir denken, daß wir auf diese Frage die Tatsachen selbst sprechen lassen sollten. Die nachfolgende Erklärung ist in Dutzenden Exemplaren unter den Zeugen in Dresden verbreitet worden. Sie hat ihren Weg inzwischen bis in höchste WTG-Kreise genommen und auch in der BRD bereits Resonanz gefunden. Auch in Dresden selbst liegen schon Reaktionen vor.

"Erklärung!
Hiermit erklären wir als Christen unseren Austritt aus der wachtturmgeführten Organisation der Zeugen Jehovas, weil wir erkannt haben, daß von ihr ein religiöser und politischer Mißbrauch des Wortes Gottes betrieben wird. Wir begründen dies mit folgenden Punkten: '
1. Mehrere, natürlich falsche Weltende-Termine von 1799 bis 1975 sind verkündet worden, die in den Kreisen der Gläubigen viel Unheil angerichtet haben.
2. Die Prophezeiungen der Heiligen Schrift sind den Menschen wiederholt widersprüchlich und damit unglaubhaft erklärt worden.
3. Auf Grund vieler Gespräche mit Zeugen Jehovas haben wir festgestellt, daß diese Organisation kein geistiges Paradies darstellt.
4. Für erwachsene Menschen ist eine geistige Bevormundung durch die Wachtturmgesellschaft unzumutbar, weil sie der Forderung, mündige Christen zu sein, widerspricht. Dabei wird eine solche Bevormundung als "guter Rat" eines "belehrenden" Bruders gegeben. Doch der gleichzeitige Hinweis, daß die persönliche Ablehnung eines solchen "Rates" gleichzusetzen ist mit der Ablehnung Gottes, ist doch wohl eine Gotteslästerung ohnegleichen!
5. Wenn die Bevormundung so weit geht, daß die Teilnahme an den öffentlichen Wahlen nicht gestattet ist, halten wir das für verantwortungslos und staatsfeindlich und müssen eine solche Haltung ablehnen. Dies widerspricht der Heiligen Schrift, die in 1. Petrus 2 Vers 13 gebietet, … aller Menschen Ordnung um des Herrn willen untertan zu sein. Das gilt auch für die Ordnung in unserem Lande. In gutem Glauben haben wir jahrelang in dieser und für diese Brooklyner Wachtturm-, Bibel- und Traktat-Gesellschaft gearbeitet und leider erst jetzt erkannt, daß die Wachtturmtätigkeit weder unpolitisch noch neutral ist.
Dies alles beruht auf unserer eigenen herangereiften Erkenntnis und Erfahrung dieser Organisation und auf Grund der Übersicht und zusätzlichen Beweise, die uns durch die Studiengruppe Christliche Verantwortung zugänglich geworden sind. Unter diesen o. g. Sachverhalten sehen wir es für verantwortungslos an, weiterhin in dieser Gemeinschaft mitzuarbeiten. Ergänzend fügen wir hinzu, daß die Abkehr von dem Wachtturmsystem nicht gleichbedeutend mit der Abkehr von Gott angesehen werden darf. Vielmehr ist bei den "Freien Christen" oder auch anderen christlichen Bekenntnissen das Band der Liebe schon für viele ehemalige Zeugen Jehovas wirksam geworden. Auf Grund dieses verantwortungslosen Verhaltens dieser Organisation vor Gott und Menschen lehnen wir es ab, die Zuständigkeit eines Rechtskomitees der Brooklyner Wachtturmgesellschaft anzuerkennen.
8030 Dresden, den 31. 5. 1978
Riegelplatz 1
gez: Lothar Knappe
gez. Ingeborg Knappe"

Natürlich werden wir über die Auswirkungen dieses mutigen und entschlossenen Aufbruchs aus der Wachtturm-Organisation berichten. Wer CV liest, wird auf dem laufenden bleiben. Es ist doch selbstverständlich, daß man gern wissen möchte, was vor der eigenen Haustür passiert, was speziell die Dresdener betrifft

Einige interessante Zusammenhänge
Ohne Zweifel hätte man lieber ein weiteres Exempel statuiert und einen Ausschluß vorgenommen. Dann wäre alles leichter. Man könnte unwissenderweise mit Fingern auf sie zeigen und immerhin sagen, sie mußten ausgeschlossen werden, wer weiß. Erstmal wurde das auf eine solche Weise zunichte gemacht! Offen ist ihnen gesagt worden, daß sie bei diesen haltlosen Verkündigungen, die sie betreiben, vor Gott und Menschen überhaupt kein Recht haben, sich als Rechtsprecher aufzuspielen. Sie hätten sicherlich gern ihr "Recht" gesprochen, das doch nichts weiter als Wachtturm-Recht ist. Alles wäre wie immer auf die Frage hinausgelaufen, erkennt ihr die WTG an oder nicht. Ob sie Gott und die Bibel anerkennen, darauf hat sich noch kein WT-"Rechts"-Komitee eingelassen. Daran zeigt es sich, daß sie nur WTG-Recht sprechen. Man muß lernen, dies zu unterscheiden.

So hat man nur einen "Ältesten" geschickt, um sich zu erkundigen, ob es mit dieser Erklärung so ist, wie es darin steht. Diese Bestätigung bekamen sie allerdings.
Bestimmt wird es vor allem die Betroffenen interessieren, daß auch Br. Günter diese Erklärung zugesandt bekommen hat. Das steht in Zusammenhang mit dem Bericht in CV 94 über eine "Offene Auseinandersetzung mit CV über die WTG im April 1977 in Dresden-Leuben-Zschachwitz". Es wurde ihm dazu mitgeteilt, daß "das tapfere Auftreten der Schwester W. aus Leuben-Zschachwitz in bezug auf die antikommunistische Propaganda und Blutfrage" viel dazu beigetragen hat, um die zugesandte Erklärung herbeizuführen. So gehen viele ernste Anstöße in vielfacher Richtung aus. In der Tat, man kann das alles eine Weile verdrängen. Eines Tages aber dringt es bei allen Aufrichtigen derart ins Bewußtsein, daß Neuentscheidungen unvermeidlich sind.
CVN

Prüft selbst die WT-Kerngedanken!
JETZT WIEDER EINE GEWALTIGE ENDZEITVERSCHIEBUNG IM GANGE
Das Wichtigste, die Glaubwürdigkeit, eingebüßt
Verkündigung der 1975-Erwartung zugegeben
Der WT vom 15. 2. 1977, S. 113 dt. "Ist dieses Predigtwerk jetzt schon abgeschlossen? Nein! Denn das Ende ist noch nicht gekommen.
Das Ende kommt nicht, nur weil wir denken mögen, daß es jetzt kommen müßte, oder weil wir glauben, unser Gebiet sei schon gut bearbeitet worden. Das Ende kommt erst, wenn das großartige Königreichspredigtwerk in dem Maße durch geführt worden ist, wie Jehova es wünscht. Dann wird er die 'große Drangsal' einleiten. Bis dahin gibt es noch ein Werk zu tun.

Was wäre gewesen, wenn Jehovas Zeugen im Jahre 1914, im Jahre 1925, im Jahre 1975 oder in irgendeinem anderen Jahr in Erwartung der 'großen Drangsal' nicht mehr wachsam geblieben wären und keine Pläne mehr für die Zukunft gemacht hätten?
Wer weiß, in welchem Umfang die herrliche 'gute Botschaft' noch verkündigt wird, bevor das Ende kommt!"
Kein Zeuge hat von sich aus gedacht oder geglaubt, daß 1975 das Ende kommen müßte! Jeder Ehrliche und Aufrichtige wird zugeben, daß dies vom "verständigen Sklaven", von der WTG kam! Im übrigen wird hier deutlich, daß die WTG selbst nie an die verkündeten Weltenden von 1914, 1925 und 1975 geglaubt hat, sondern immer im voraus schon für die Zeit danach weiterplante.

Die "ganz kleine Weile" eine "sehr lange Zeit"
Der WT vom 15. 3. 1977, S. 174ff, 181, 183 dt.: "Wir werden noch weiter ausharren müssen.
Können wir noch 'eine ganz kleine Weile' ausharren?
Was für den ewigen Gott 'eine ganz kleine Weile' ist, könnte für uns zwar eine sehr lange Zeit sein. Denken wir jedoch daran, wo wir uns in der 'Zeit des Endes' befinden. Da es jetzt nur noch 'eine ganz kleine Weile' dauert, wäre es töricht, wenn wir aufhören würden, auszuharren, nur um unser persönliches Leben zu erleichtern.
Wir werden, wenn nötig, selbst im Untergrund zusammenkommen."

Wir fragen: Ist jeder nicht unter dringendem Hinweis auf seine persönlichen Lebensinteressen für den WT-Endzeitglauben -gewonnen worden? Wird nicht jeder noch Außenstehende zu allererst unter diesen Gesichtspunkten angesprochen? Ist es also nicht berechtigt, das weitere Ausharren zu überprüfen, wenn die Endzeitversprechungen nicht eintreffen? Es wäre töricht, das nicht zu tun! Das Bedeutsamste ist jedoch, wie die WTG in diesem Zusammenhang den Gedanken einschiebt, daß die für die Zeit noch 1975 wieder gepredigte "ganz kleine Weile" eine "sehr lange Zeit" sein könnte. Die beigefügte Betonung des ewigen Gottes macht klar, es könnte nicht nur so sein, die einfachen Verkündiger sollen sich daran gewöhnen, daß es so ist. Sie sollen glauben; das sei Gottes Wille, damit sie nicht gegen die WTG aufstehen.

Die wichtigste Frage, in der Tat!
Der WT vom 15. 4. 1977, S. 236 dt.: "Wann? Wann? Wann? Für viele Menschen ist die wichtigste Frage: Wann wird diese 'große Drangsal', diese weltweite Vernichtung oder diese Weltkatastrophe hereinbrechen? Gottes Diener hätten diesen Zeitpunkt schon immer gern gekannt."

Natürlich ist wann, wann, wann die wichtigste Frage! Wenn sie es nicht wäre, warum verkündet man dann "dieser Generation"? Was nützt die Verkündigung einer "Endzeit", die keiner erlebt, über die alle immer wieder "vergehen"? Sie sagen, "Gottes Diener hätten schon immer gern …" usw. Mit 1914, 1925 und 1975 z. B. h a b e n sie Zeitpunkte "gekannt" und proklamiert! Das soll jetzt wieder vertuscht werden.

Schwester Louisa Gregoria, 102 Jahre alt
Der WT vom 1. 5. 1977, 5. 269, 271, dt.: "Von Louisa Gregoria erzählt. - Ich habe nun fast 102 Jahre gelebt, viel länger als die uns Menschen beschiedenen siebzig Jahre. Ich habe immer gewünscht, Harmagedon zu überleben, doch in meinem Alter mag es nicht möglich sein. Daher freue ich mich, zu einer Zeit durch die Auferstehung zum Leben zurückzukommen."

Wer 102 Jahre alt geworden ist, kann ohnehin jede Stunde sterben. Den berührt es nicht mehr sonderlich, wann das "Ende" kommt, um dabei zu überleben. Diese uralte Schwester ist sich ofenbar gar nicht bewußt, daß sie hier im WT benutzt wird, um den letzten Alten "dieser Generation" von 1914 ihr "Vergehen" beizubringen und sie von der Auflehnung gegen eine erneute falsche Endzeitprophetie der WTG abzuhalten.

Keiner erlebt die "Erfüllung", es wird weiter hinausgeschoben!
Der WT vom 1. 4. 1977, S. 205f, 209, 217 dt.: "Obwohl diese Christen des ersten Jahrhunderts den 'Tag Jehovas' erhofften, erlebte keiner von ihnen den Anbruch dieses Tages. Wirkte sich dies nachteilig auf ihren Eifer und ihren Glauben aus? Doch wie ist es heute? Hat Gottes Volk dadurch, daß der große Tag Jehovas noch nicht über die Bösen auf der Erde hereingebrochen ist, etwas eingebüßt?

Wie glücklich ist doch dieser 'Sklave', daß dank der Geduld Jehovas weit mehr Menschen eingesammelt werden konnten, als ursprünglich erwartet wurde!
Selbst wenn das Warten länger dauert als man dachte. Niemand sollte sich durch den Gedanken einlullen, es werde endlos hinausgeschoben."

Diese WT-Kerngedanken lassen keinen Zweifel daran: Keiner der 1914-Generation wird den 'Tag' erleben. Wozu wird sonst darauf hingewiesen, daß sie damals auch alle dahingestorben sind? Doch nur Arglose kann die WTG täuschen: Damals war es die erste Generation, jetzt sollte es aber die letzte sein! Wer lullt hier wen ein? Und die Worte, es dauert länger als man dachte, strafen alle Lügen, die sich heute hinstellen und sagen, sie hätten 1975 nie verkündigt!

Was die Zeugen-Gemeinschaft in Wahrheit eingebüßt hat.
Der WT will jeden glauben machen, nichts sei eingebüßt worden dadurch, daß nichts eingetroffen ist, was 1975 erwartet und verkündigt wurde. Das ganze Gegenteil ist der Fall. Das Wichtigste, das Entscheidende, das Unersetzliche wurde eingebüßt: Die endzeitliche Glaubwürdigkeit!

Nur Einfältige und Naive können annehmen, man könne beliebig falsche Weltenden - 1914, 1925, 1975 z. B. - verkünden, und dann noch ernst genommen werden. Man predigt der Menschheit etwas Falsches und hat dadurch nichts eingebüßt? Wer das glaubt, ist wirklich eingelullt. Was glaubt die WTG, was sie in ihren Zeugen für Menschen hat, daß sie solche Einlullungen, ja Überrumpelungen wagt? Die endzeitliche Glaubwürdigkeit der ganzen Zeugen-Gemeinschaft ist eingebüßt! Welcher Studienleiter, Älteste oder Aufseher kann das übersehen oder gar vor sich, der Gemeinschaft und den Außenstehenden vertuschen oder leugnen? Der 'Sklave', die WTG ist natürlich "glücklich"! Hängt doch von einer erfolgreichen Vertuschung der endzeitlichen Unglaubwürdigkeit ihre Existenz ab. Die einfachen Verkündiger müssen gutgläubig bleiben, wer sollte sonst das Werk tragen? Die Studienleiter, Ältesten und Aufseher der WTG haben eine ungeheuerliche Verantwortung! Und sie übernehmen eine ungeheuerliche Schuld vor Gott und den Menschen, wenn sie diese Kerngedanken des WT sehen, und dennoch ihre Verkündiger nicht darauf aufmerksam machen!
F. F.

Ein Tatsachenbericht
WIE EIN "RECHTSKOMITEE" IM KREIS DEMMIN IN MECKLENBURG GEARBEITET HAT
Hiermit teile ich den Brüdern des Rechtskomitees mit, daß ich es vorziehe, von einer Aussprache vor dem Komitee Abstand zu nehmen. Ich habe durch meinen Mann erfahren, wie hinterlistig Ihr gegen jeden andersdenkenden Bruder oder jede Schwester vorzugehen gedenkt. Ihr habt meinen Mann wie einen Christusleugner behandelt und demgemäß auch verurteilt. In Wahrheit ist er nach wie vor bemüht, Christus mehr denn je nachzufolgen. Es ist eine Schande, daß ihr so von ihm denkt, und daß ihr ihm so ein schlechtes Urteil durch Beschluß ausgesprochen habt. Er ging am 6. 11. 76 mit der Hoffnung zur Rechtskomitee-Beratung, daß man ihn einmal vernünftig anhören würde. Er glaubte, Ihr würdet mit ihm über den Brief an das Versammlungskomitee vom Mai und November beraten. In Wahrheit habt Ihr heimtückisch, hinterlistig und gemein gehandelt. Ebenso gemein hat das Geschwister-Paar gehandelt, das Euch den Privatbrief von uns in die Hände spielte. Wir haben ihnen bereits einen Brief dazu geschrieben, hoffentlich zeigen sie Euch denselben auch. Somit seid Ihr also die geistigen Henker meines Man nes geworden. Das reicht Euch wohl noch nicht aus. Wollt ihr noch mehr Unheil anrichten? Was seid Ihr bloß für Menschen geworden. Seid ihr wirklich so blind für die wirklichen Vorgänge in der Organisation, oder könnt Ihr durch die WT-Brille so schlecht sehen, daß ihr ernsthafte Vorgänge gar nicht mehr erkennen könnt? Wenn Ihr absolut nicht mehr auf Gottes Wort Wert legt, und nur noch dem Wachtturm mehr Glauben schenkt als der Bibel, dann gebt doch die NW-Übersetzung der Gesellschaft wieder zurück. Wozu braucht ihr überhaupt eine Bibel, Ihr dürft sie ja doch nicht wahrheitsgetreu auslegen, das würde Euch die Gesellschaft sehr übelnehmen. Laßt Euch nur weiterhin alle 2 bis 3 Jahre durch den Wachtturm neue Bibelauslegungen auftischen. nur nicht selbst den Geist Gottes wirken lassen. Die Schreiber des Wachtturm haben bisher gut verstanden, sich von der einen Falschauslegung zu befreien und in eine andere hineinzulügen, und sie werden es auch in Zukunft weiter so tun müssen, um überhaupt noch ernst genommen zu werden. -
Von Geschwistern aus dem Kreis Demmin

"ÜBERZEUGENDE BEWEISE" SPRECHEN FÜR SICH!
Darüber sollten Jehovas Zeugen einmal nachdenken!
Ein weiterer Bericht aus Jarmen/Mecklenburg
Oft hängt von einer gründlichen Überprüfung sehr viel ab. Denken wir nur einmal an die Autobesitzer. Wenn sie nicht von Zeit zu Zeit den Zustand ihres Autos überprüfen würden, dann würde es katastrophale Folgen haben, nicht wahr? So sollten wir uns ebenfalls sorgfältig fragen und den Weg überprüfen, auf den wir unsere Mitmenschen schicken. Es ist nämlich unverantwortlich, leichtgläubig und gedankenlos etwas zu glauben und zu verkündigen, wogegen von anderer Seite nachdrücklich ernste Einwände und Bedenken erhoben werden. Würdest du in ein Auto steigen, das nicht betriebs und verkehrssicher ist?

Unser Denkanstoß
Was gebot Jesus seinen Nachfolgern zu predigen? Diese Frage stellt man sich immer häufiger, wenn man sieht, wie die WT-Voraussagen nicht eingetroffen sind. Diese Feststellung machen besonders viele nach 1975 und gehen dazu über, erneut die Bibel zu durchforschen, weil alles anders gekommen ist, als sie durch die WTG gelehrt bekamen. Sie sehen, daß das Verkünden der Schlacht von Harmagedon sinnlos war. Man möchte sich nicht noch einmal derart irreführen lassen, geschweige denn andere irreführen. Aufrichtige drehen darum der WT-Organisation wieder den Rücken zu. Sie bemühen sich, nach urchristlichem Muster dem Herrn zu dienen. Auch in unserem Lande gibt es solche christlichen Bibelstudien-Gemeinden. In Leipzig, Karl-MarxStadt, Dresden, Magdeburg, Jarmen, Berlin, Rostock und anderen Orten versammeln sie sich, um die Nachfolge Jesu zu festigen. Auch in anderen Ländern in Ost und West gibt es die verschiedensten Aufbrüche.

Denn es ist mehr als erstaunlich, was die WTG allen zugemutet hat, in die Welt hinauszuposaunen, in der Annahme, alles am besten zu wissen und jeden anderen Christen verachtend, der sich nicht der Organisation anschloß. Sie wurden angeleitet, gerade dem entgegengesetzt zu handeln, was Christus lehrte. Wir lesen in Markus 9:48-41 über das rechte Verhalten zu anderen Christen: "Johannes sagte zu Jesus: Wir haben da einen Mann gesehen, der hat deinen Namen dazu benutzt, böse Geister auszutreiben. Wir haben es ihm verboten, denn er gehört nicht zu uns. Laßt ihn doch, sagte Jesus, denn wer meinen Namen gebraucht, um Wunder zu tun, kann nicht im nächsten Augenblick schlecht von mir reden. Wer nicht gegen uns ist, ist für uns. Ich sage euch, wer euch einen Schluck Wasser zu trinken gibt, weil ihr meine Jünger seid, der wird dafür belohnt werden." Die WTG wird diesen Worten der Schrift jedoch eine eigene zurechtgezimmerte Auslegung entgegensetzen, denn sie weiß ja alles besser, besser als Christus selbst, wenn man diese Auslegungen untersucht, die nur zu oft einen Sinn erhalten haben, der bei Christus überhaupt nicht zu erkennen ist! Daß das so ist, beweisen zu viele Bibelauslegungen seit Bestehen der Organisation.

Seht und schaut her
Christus Jesus sagte damals in Matth. 24:36, was die Zeitpunkte und Termine betrifft: "Aber den Tag oder die Stunde, wann das geschehen soll, kennt niemand, auch nicht die Engel im Himmel, nicht einmal der Sohn. Nur der Vater kennt sie." Die WTG dagegen wußte alles besser. Zwei Zitate nur sollen dazu dienen, um dies zu beweisen.

In der WT-Broschüre "Millionen jetzt lebender Menschen werden niemals sterben" wurde seit 1920 der Menschheit verkündigt: "Wir haben, wie zuvor dargelegt, ü b e r z e u g e n d e Beweise dafür, daß die alte Ordnung der Dinge, die alte Welt, zu Ende geht und deshalb gänzlich vergehen wird, daß die neue Ordnung hereinbricht und daß das Jahr 1925 Zeuge der Auferstehung der alttestamentlichen Überwinder und des Beginns eines Wiederaufbaus der zertrümmerten Weltordnung sein wird." Es gelang der WTG jedoch, selbst die Auserwählten derart zu verführen, daß viele trotzdem weiter folgten.

Der zweite "Beweis". Mit Erwachet vom 22. 4. 1972, Seite 26, ließ die WTG aller Welt 50 Jahre später verkünden: "Unsere Generation wird das Ende der gegenwärtigen Ordnung mit ihren streßerzeugenden Problemen erleben. Wir haben sogar berechtigten G r u n d zu der Hoffnung, daß eine neue, von Gott geschaffene Ordnung noch im Laufe des gegenwärtigen Jahrzehnts anbrechen wird." "Wir haben" - fast aufs Wort gleichen sich diese falschen Prophezeiungen! So wurde verkündigt, daß 1975 Harmagedon geschlagen sei und die "neue Ordnung", die Tausendjahrherrschaft beginnt. Jahre vor 1975 wurde verlangt, die ganze Lebensweise darauf einzustellen, aber vergeblich, Harmagedon kam nicht.

So betrogen die Wachtturmpropheten ihre Zeugen und die Weltöffentlichkeit von einem Jahrzehnt zum anderen Jahrzehnt. All diesen Kummer hätten sich die Zeugen erspart, wenn sie bei den Worten Jesu geblieben wären.

Was sollen Jesu Nachfolger predigen?
Es gibt eine Vielzahl von Schriftstellen, die den Predigtauftrag Jesu enthalten, ausgehend von seinen Worten in Matth. 28:19, 20: "Geht nun zu allen Völkern der Welt und macht die Menschen zu meinen Jüngern. Tauft sie im Namen des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes. Lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch aufgetragen habe. Und denkt daran: Ich bin immer bei euch, jeden Tag, bis zum Ende der Welt." Wir könnten besonders hinweisen auf Matth. 5:1-12, 6:1-15, 7:12, 24:1-36, 43, 44. Natürlich gibt es noch viel mehr einschlägige Schriftstellen. Bibelleser wissen bestimmt, wo man sie findet. Die Apostel bestätigten den Predigtauftrag Jesu an ihren Briefen an die damaligen Glaubensgemeinden, z. B. 2. Petr. 3:1-16, Offb. 1:1-2, 21:3-5.

Was die WT-Verkündigung betrifft, müssen wir jedoch sagen, keine ihrer Endzeitvoraussagen, die sie so mit absoluter Zuverlässigkeit machten, wie wir sahen, traf ein. Die Antwort muß lauten: "Ihre Propheten prophezeiten falsch!" Eine solche Endzeit, wie der WT sie lehrt, gibt es nicht. Hierüber sollten Jehovas Zeugen einmal in Ruhe nachdenken. Wir lassen uns gern überraschen. - W -

AUCH BEI DEN NICHTCHRISTEN EINES GUTEN RUFES ERFREUEN
Jüngst in Bad Doberan und Dresden wieder bestätigt:
Die falsche Alternative "Christentum oder atheistischer Kommunismus". Was ist christliches Verhalten?
Die Verantwortung der Bischöfe, Ältesten oder Aufseher
Die Hirtengleichnisse zeigen uns, wie insbesondere ein christlicher Prediger die Augen offen halten muß für alles, was um ihn herum geschieht und die Christengemeinde betreffen könnte. Ist doch Christsein der Ernstfall des täglichen Lebens in der Familie und unter den Mitmenschen. Das gesellschaftliche Leben unserer Zeit nun bringt es mit sich, dabei besonders das Verhalten zu den andersdenkenden und nichtchristlichen Mitmenschen im Auge zu haben. Dies gehört sogar zu den Hauptgesichtspunkten der Erfordernisse christ lichen Gemeindedienstes und Gemeindelebens. So erhebt der Apostel Paulus die ernste Forderung, "im Verkehr mit Nichtchristen ehrbar zu wandeln". (1. Thess. 4:12 Me) Und die Aufseher ermahnt er, daß sie sich "auch bei den Nichtchristen eines guten Rufes erfreuen müssen", damit sie nicht "in übles Gerede" kommen und "der Schlinge des Verleumders verfallen". (1. Tim 3:7 Me). Wie sieht es nun aus? Wir hoffen sehr, daß die Aufseher allenthalben sich zu Herzen nehmen, was hier gesagt wird! Denn sie können zu Recht zur Verantwortung gezogen werden. 2. Kor. 4:1, 2. 2. Tim. 2:1 . 1. Petr. 3:15.

"Obrigkeitliche" Bilanz 1977 in unserem Lande und die Christen
"Das Jahr 1977 geht zu Ende. Es war für uns ein gutes Jahr, ein Jahr des Friedens, des wirtschaftlichen Aufschwungs und des sozialen Fortschritts, ein weiteres Jahr der Stärkung. Wissenschaft und Bildung, Kultur und Künste sind weiter gediehen. Die wirtschaftlichen Erfolge wurden, unseren sozialistischen Grundsätzen entsprechend, in sozialpolitische Maßnahmen umgesetzt. Im Namen des Zentralkomitees der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands, des Staatsrates, des Ministerrates und des Nationalrates der Nationalen Front der Deutschen Demokratischen Republik danke ich allen herzlich, die zu den Erfolgen im zu Ende gehenden Jahr beigetragen haben. Dieser Dank gilt allen Bürgern unseres Landes, die unabhängig von Weltanschauung und Religion im Dienste ihres sozialistischen Vaterlandes zusammenwirken." (Neujahrsansprache des Vorsitzenden des Staatsrates der DDR, E. Honecker. Neue Zeit, 31. Dezember 1977).

Wir sehen hier, wie auch die Christen ganz selbstverständlich einbezogen sind in die "die Menschen betreffende Ordnung" in unserem Lande. Auch sie sind als Menschen soziale Wesen mit natürlichen sozialen und kulturellen Bedürfnissen und Ansprüchen. Auch sie können sich "ihr Brot nicht allein backen". Untrennbar sind auch sie mit der sozialen Gemeinschaft aller verbunden, auf die "die Menschen betreffende Ordnung" angewiesen. Für viele sind das natürlich Binsenweisheiten. Im Blick auf die WT-Hörigkeit sind sie jedoch Sprengstoff! Man wird die Zündschnür schon glimmen sehen. Denn die WTG stellt den Christen religiös motiviert feindselig und voll Haß gegen die sozialistische "die Menschen betreffende Ordnung" nicht nur in unserem Lande. Jüngste Auseinandersetzungen in Bad Doberan und Dresden haben das erneut bestätigt. Nicht zu "ehrbarem Wandel mit den Nichtchristen" führt die WTG, sondern zu feindseligem Verhalten gegen sie! Wir haben jedoch die Verantwortung und Pflicht, hier einzugreifen, wenn wir Christen sein wollen. Jak. 5:19, 20.

Schauen wir uns zuerst die WT-Grundsätze für alle Christen an
Lassen wir nun die WTG selbst sprechen und jedermann möge überall Rechenschaft von den verantwortlichen Aufsehern fordern. Diese aber mögen sich ihrer eigenen Verantwortung vor Gott und den Menschen bewußt werden. Sie sind hiermit zur Rechenschaft gezogen.

Was hat die WTG dem Verhalten zur "obrigkeitlichen Gewalt" und "die Menschen betreffenden Ordnung" in unserem Lande zugrunde gelegt? Was für eine Verhaltensweise sollen ihre Zeugen Jehovas verbreiten? Wie sollen sich alle Christen bei Strafe ihrer Vernichtung durch Gott verhalten? Der Leser wird einigen schockierenden Tatsachen ins Auge schauen müssen. Die Aufseher aber mögen sich warnen lassen und innehalten!

Nachdem die WTG seit 1947 ihre anfängliche politische Neutralität verlassen und sich in den kalten bzw. psychologischen Krieg gegen den Osten eingereiht hatte, führte sie unmittelbar nach der Gründung der DDR die Zeugen-Gemeinschaft hier im Lande in einer religiösen Skrupellosigkeit ins politische Feuer, die ihresgleichen sucht. Mit der deutschen Erwachet-Ausgabe vom 8. November 1949, Nr. 21, Vol. XXVII, ließ sie die Zeugen eine öffentliche Kampagne starten unter der aufreizenden und die Bibel verfälschenden Schlagzeile: "Gangster in Amt und Würden. Überzeugender Beweis dafür, daß Politiker nicht die "von Gott verordneten obrigkeitlichen Gewalten" sind!" Über ein Jahrzehnt wurde dann unter dieser Losung der erbittertste antikommunistische psychologische Krieg gegen die sozialistische bzw. kommunistische "die Menschen betreffende Ordnung" oder "obrigkeitliche Gewalt von Gott" geführt, den eine Religionsgemeinschaft je geführt hat.

Die Maske der politischen Neutralität fallen lassend, ließ die WTG ihre Zeugen 1951 sich brüsten: Sie "haben nie gezögert, offen zu sagen, was sie vom Kommunistenregime halten. Sie haben die Wahlen in der Ostzone als einen Trug gebrandmarkt (1949) und das kommunistische Regime selbst als eine 'satanische Herrschaft'." (Der Wachtturm, 1. 2. 1951) Und 1952 ließ die WTG ihre Zeugen schäumen: "Welches Rettungssystem sucht denn der Kommunismus der ganzen Erde aufzuzwingen und das Volk zu dessen Sklaven zu machen? Den befremdenden unsinnigen Wahn, daß eine gottlose, christuslose, materialistische Gesellschaftsordnung, die den Schöpfer unseres Planeten und die von ihm festgelegten Gesetze zur Leitung seiner Geschöpfe völlig außer acht läßt, dem Volke Frieden, Sicherheit und Rettung bringen könne. Gleich ungezügelten wilden Tieren zwingen sie dem Volke hinter dem Eisernen Vorhang ihre Ideen und wilden Träume auf." (Der Wachtturm, 1, Juni 1952)

1955 tritt die imperialistische psychologische Kriegslosung für den antikommunistischen Mißbrauch des Glaubens offen und unverhüllt hervor: "Kommunismus oder Christentum - was wird triumphieren? Heute bedroht der Kommunismus alle Völker. Jehovas Zeugen stellen mit der Bibel den Kommunismus als eine falsche Religion, eine eitle Hoffnung bloß. Distanzieren Sie sich vom Kommunismus!" (Erwachet, 8. Juni 1955). Bekanntlich war die falsche Alternative "Christentum oder Kommunismus" eine der politischen Hauptlosungen, mit denen die damalige westdeutsche Führungspartei, die CDU, im Blick auf Christen, Kirchen und Religionsgemeinschaften in ihrer Deutschlandpolitik arbeitete. Die WTG war sich völlig bewußt, daß ihre Behauptung politischer Neutralität eine öffentliche Lüge war. WTG-Zweigdiener Erich Frost, Wiesbaden, machte in internen Kreisen nie ein Hehl daraus, daß die WTG "gegen den Staat im Osten" kämpfe.

Nachdem sich die WTG 1962/63 gezwungen sah, ihre "Obrigkeits"-Fälschungen auf Grund öffentlicher Anprangerung und Entlarvung in Büchern, deren Verfasser sie als "böse Knechte, Judasse, Verräter und Rotte Korah" verleumdete, wieder zu ändern, beging sie die Skrupellosigkeit, in ihrem Buch "Ewiges Leben in der Freiheit der Söhne Gottes", S. 188, folgendes zu erklären: "Die Religionssysteme der Christenheit sind beschämenderweise der Übertretung dessen, was der inspirierte Apostel Paulus hier (Römer 13:1, 2) zu sagen hatte, schuldig geworden."

Nach wie vor gilt jedoch die WT-Politik für Jehovas Zeugen: Keine "Koexistenz mit roten Regimen". Und "Frieden mit dem atheistischen Kommunismus" gleiche "unmoralischen Beziehungen" und bedeute, "mit Gotteshassern ins Bett gegangen" zu sein. (Der Wachtturm, 1. März 1974). Der Kommunismus wird bis auf den heutigen Tag verteufelt und dämonisiert. (Der Wachtturm 15. Febr. 1977, S. 110). Es war jüngst in Dresden, wo auf Grund dieser WT-Politik feindselig hervorbrach, daß die deutsch-sowjetische Freundschaft "schon zum Halse heraushänge". In Bad Doberan bestätigte im Juni 1978 eine junge Zeugen-Schwester, wie fest nach wie vor die imperialistische psychologische Kriegslosung "Christentum oder Kommunismus" in vielen Köpfen sitzt.

Wie nun haben sich Christen zu verhalten?
Die WT-Politik tritt die eingangs zitierten Weisungen des Apostels Paulus in 1. Thess. 4:12 und 1. Tim. 3:7 skrupellos mit Füßen. Sie führt die Zeugen in übelstes politisches Gerede und in zahllose politische Schlingen. Aufrichtiges Wollen, Christ zu sein, wird für dem Evangelium fremde Zwecke mißbraucht. Um hier herauszufinden, muß man sich zuerst einmal fest und konsequent auf die Grundsätze der Schrift selbst stellen, und die WT-Autorität über die Schrift beiseite lassen.

Was gebietet uns nun die Schrift bezüglich der sozialen menschlichen Ordnung oder Gesellschaftsordnung? Es heißt in 1. Petrus 2:13 wie folgt: "Seid aller die Menschen betreffenden Ordnung um des Herrn willen untertan" (Menge). Ohne Zweifel ist die sozialistische (kommunistische) Gesellschaftsordnung eine solche soziale, menschliche Ordnung. Woher nimmt die WTG das Recht, die Schrift zu mißachten und gegen diese "die Menschen betreffende Ordnung vorzugehen und sie feindselig und gehässig als "rote Regime", "unsinnigen Wahn" und "wilde Tiere hinter dem Eisernen Vorhang" zu bekämpfen? Das ist eindeutig ein der Schrift fremder Auftrag. Mit Erstaunen nahmen dies kürzlich zwei vermutliche Zeugen Jehovas, die anonym bleiben wollten und sich als "Interessierte" ausgaben und CV aufsuchten, zur Kenntnis. Das Gebot des Apostels Petrus gibt uns die Grundlage. Wir haben nun weiter die verschiedensten Weisungen der Schrift, was konkrete Gesichtspunkte betrifft. Bis auf den heutigen Tag zeigt sich, daß dies alles nicht oft genug vor Augen geführt werden kann. Die WTG hat ihren religiös-politischen antikommunistischen Haß tief eingeimpft. Die bekannte Schriftstelle in Römer 13: 1-7 zeigt u. a., daß die Menschen das Recht vor Gott haben, um ihrer sozialen Interessen willen eine menschliche Ordnung zu errichten, ihre Anerkennung zu verlangen und sie auch mit dem "Schwert" zu schützen und zu sichern. Um des Gewissens willen hat ein Christ dies zu respektieren. In der Tat, sein soziales Gewissen sollte ihn das unschwer erkennen lasssen. Dies aber wird vom WT um seiner Politik willen unterdrückt.

In 1. Tim. 2: 1, 2 werden Christen angehalten, u. a. auch für die verantwortlichen "obrigkeitlichen Personen" zu beten, Fürbitten darzubringen wie auch Danksagungen. Die soziale Verantwortung für alle im Lande zu tragen, ist ohne Zweifel ein schweres und ernstes Amt, das Christen, wie wir sehen, unterstützen und fördern sollen.

Schließlich laßt uns noch Titus 3:1, 2 sehen: "Bringe ihnen in Erinnerung, daß sie sich den obrigkeitlichen Gewalten unterordnen, ihren Befehlen Gehorsam leisten und zu jedem guten Werk bereit seien, daß sie niemand schmähen, sich friedfertig und nachgiebig zeigen und nichts als Sanftmut gegen alle Menschen beweisen" (Menge). Das ist ein vernichtendes Urteil gegen die infame Hetze des WT wie "rote Regime", "unsinniger Wahn", "wilde Tiere hinter dem Eisernen Vorhang" u. a. m.! Eine ganze CV-Ausgabe und mehr könnte man mit den antikommunistischen Schmähungen des WT füllen! Hier wird ein fremder politischer Auftrag sichtbar, jegliche Bereitschaft der Christen zu guten Werken mit den "obrigkeitlichen Gewalten" der sozialistischen "die Menschen betreffenden Ordnung" zu verhindern und sie stattdessen feindselig dagegen zu stellen. Paulus aber sagt: "Wenn jemand euch etwas anderes als Evangelium verkündet außer dem, was ihr von mir empfangen habt, der sei verflucht!" Gal. 1:9.

Ist aber nun der Atheismus ein Grund?
Die auch von der WTG aufgenommene falsche Alternative "Christentum oder atheistischer Kommunismus" erfordert, daß wir die obige Frage untersuchen. Die simple Auffassung vieler ist, weil Sozialismus und Kommunismus sich als atheistisch verstehen, ein Christ aber an Gott (theos) glaubt, muß der Christ ein Feind des Sozialismus und Kommunismus sein, was dann auch für den sozialistischen Staat gelte. Es gäbe nur das eine oder das andere, eines schließe das andere aus, stehe dem anderen entgegen. Alles andere sei Kompromiß, Heuchelei, Verrat am Christentum.

Wie ist es aber wirklich? Ist der Atheismus für Christen ein solcher Stein des Anstoßes? Wer den Sachverhalt und die Bedeutung nicht entstellt, der sieht, daß Atheismus zu deutsch nichts weiter heißt als nichtgöttlich, nichtreligiös, im Unterschied zu antiatheistisch oder gottfeindlich. Im Sinn mancher wird das zugegebenermaßen arg verwechselt. Auch von der Bedeutung her ist das nicht anders. Einer der geistigen Väter des Kommunismus, Friedrich Engels selbst, erklärt, daß Atheismus ein "rein negatives Wort" ist. (Marx/Engels, Über Religion, S. 114 Berlin 1958). Es drückt keinerlei Feindschaft aus, sondern lediglich Verneinung. Wer das bisher nicht so gesehen hat, sollte in der Tat darüber nachdenken.

Wenn nun also offen gesagt wird, daß die sozialistische (kommunistische) "die Menschen betreffende Ordnung auch die entsprechenden "obrigkeitlichen Gewalten" der Staat atheistisch oder nichtreligiös sind, so kann kein Anstoß sein. Wie sollte der Staat denn sonst sein. Religiös? Katholisch? Evangelisch? Baptistisch? Adventistisch? Was würden dann jedesmal die anderen Gläubigen fordern können? Allein in der DDR bestehen Dutzende verschiedener religiöser Bekenntnisse. Alle sollten darum lieber froh sein, daß der sozialistische Staat oder die staatliche Ordnung weder diese noch jene religiöse Konfession verkörpert, sondern nichtreligiös oder atheistisch ist. Es gibt gar keine andere Möglichkeit. Gerade weil diese "die Menschen betreffende Ordnung" nichtreligiös oder atheistisch ist, kann sie für alle da sein, unabhängig von Weltanschauung und Religion, wie das einleitend zum Ausdruck kam. Denn die sozialen Interessen, Anliegen und Bedürfnisse, um deretwillen staatliche oder gesellschaftliche Ordnung sein muß, sind vom religiösen Glauben unabhängig. Schon ein kleines Kind, das überhaupt noch nichts glauben kann, hat solche Bedürfnisse, die an sich somit nichtreligiöser oder atheistischer Natur sind. Sie sind jedem Menschen eigen, dem Glaubenden wie dem Nichtglaubenden. Das muß man als Christ einsehen. Für das grundsätzliche Nachdenken hierüber: ,.Die Demarkationslinie zwischen christlichem Glauben und Atheismus verläuft durch jeden Menschen" (Ökumenische Diskussion IV/1-1968, S. 22, Genf). Was unsere sozialen Lebensbedürfnisse betrifft, so haben wir Christen anderen Menschen nichts voraus. Sie sind uns allen angeboren, Gläubigen wie Nichtglaubenden, sie sind ganz natürlich, nichtreligiös.

So ist es nur richtig, daß die menschliche, staatliche Ordnung nichtkonfessionell, nichtreligiös, atheistisch ist. Andernfalls gäbe es tatsächlich Grund, religiös bedingt dagegen zu sein. Sie würde möglicherweise zum Zankapfel unter den verschiedenen Gläubigen werden. Die Frage des Atheismus der "die Menschen betreffenden Ordnung", der staatlichen Ordnung, kann somit rechtens überhaupt kein Stein des Anstoßes für Christen sein. Wenn ihn die WTG dennoch dazu macht, dann verfolgt sie in Wirklichkeit damit andere Ziele. Wenn wir nicht über das hinausgehen, was tatsächlich geschrieben steht (1. Kor. 4:6), dann können sich Christen auch bei den Nichtchristen eines guten Rufes erfreuen, wie es schriftgemäß sein soll, anstatt gegen sie Feindschaft, Haß und Schmähungen zu verbreiten. Allerdings erfordert das den Bruch mit den "endzeitlichen" WT-Lehren, die diese Feindschaft, diesen Haß und diese Schmähungen um fremder Interessen willen zum unabdingbaren Bestandteil haben und deshalb ein "andersartiges Evangelium" darstellen, das vom Apostel Paulus verflucht wird. Gal. 1:6-9
K. O.

Schaut den Tatsachen ins Auge
VOR 40 JAHREN AM 9. NOVEMBER 1938
BRANNTEN IN DEUTSCHLAND DIE JÜDISCHEN SYNAGOGEN
Die WT-Zeugen damals: Die Juden haben in den KZ der Nazis "gerechterweise zu leiden und zu sterben"WTG kein göttliches Werk
Beim Namen genannt: Unbußfertig und reuelos
Am 9. November dieses Jahres 1978 ist es 40 Jahre her, daß in Deutschland die jüdischen Gotteshäuser, die Synagogen, von den antisemitischen Nazihorden in Brand gesteckt wurden. Es war der Auftakt zur Vernichtung von etwa 6 000 000 Juden aus ganz Europa. Majdanek, Treblinka, Auschwitz sind einige der berüchtigten KZ-Vernichtungsstätten.

Der Rat der Evangelischen Kirche der Union in der BRD hat im Frühjahr eine Erklärung verabschiedet, in der an jenen Tag vor 40 Jahren erinnert wird. Es heißt darin u. a., der Synagogenbrand sei zum Symbol von Untaten geworden, die "unter dem bedrückenden Schweigen der Kirchen oder mit Billigung und Beteiligung von Christen" begangen wurden. Es wird zur Aufdeckung verborgener Judenfeindschaft auch in der christlichen Verkündigung aufgefordert und auch dazu, dem Vergessen und Verdrängen der unseligen Vergangenheit zu widerstehen.

Es mag die WT-Zeugen von heute schocken: Unter den Christen, die jene antisemitischen Massenverbrechen von damals nicht nur billigten, sondern sogar für gerecht hielten, waren auch die WT-Zeugen. Dem evangelischen bußfertigen und reuevollen Verhalten anläßlich der 40. Wiederkehr jenes Tages der Synagogenzerstörung steht bis zum heutigen Tage eine unbußfertige und reuelose WTG gegenüber, die schamlos ihre Lehrverbrechen von damals vergessen macht und verdrängt.

Jeder soll die Beweise sehen
Es begann schon 1933. Kurz nachdem Hitler "die Macht übernommen" hatte, veranstaltete die WTG unter Leitung von WTG-Präsident J. F. Rutherford und WTG-Generaldirektor N. H. Knorr am 25. Juni 1933 in Berlin-Wilmersdorf "eine ca. 5000 Personen umfassende und mehrere Millionen Deutscher repräsentierende Vertreterkonferenz der Bibelforscher Deutschlands (Zeugen Jehovas)". Die Konferenz verfaßte einen Brief an Hitler, in dem erklärt wurde: "Wolle der Herr Reichskanzler eine Kommission bestimmen, die wirklich nur - dem für solche Fälle geltenden gerechten und vom Herrn Reichskanzler selbst aufgestellten Grundsätzen entsprechend - unsere Angelegenheit vorurteilslos prüfen würden. Mit diesen Grundsätzen meinen wir das in Punkt 24 des Programms der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei Gesagte: 'Wir fordern die Freiheit aller religiösen Bekenntnisse im Staat, soweit sie nicht dessen Bestand gefährden oder gegen das Sittlichkeits- und Moralgefühl der germanischen Rasse verstoßen. Die Partei bekämpft den jüdisch-materialistischen Geist in und außer uns . . .' Wir sind fest überzeugt, daß - wenn man an uns … diesen angeführten Programmpunkten nach beurteilt - die nationale Regierung Deutschlands keinerlei Ursache finden wird, unsere Gottesdienste oder unsere Missionstätigkeit zu hindern."

Die WTG tat nichts geringeres, als im Interesse ihrer Gottesdienst- und Missionstätigkeit die faschistische Rassenpolitik und Judenfeindschaft als gerecht zu erklären. (Dokumentation: Die Zeugen Jehovas, Urania 1970).

Am Vorabend des 9. November 1938 nun, als im Vollzuge der faschistischen antisemitischen Rassenpolitik die Synagogen Deutschlands in Flammen aufgingen, veröffentlichte die WTG im deutschen Sprachraum von der Schweiz aus in ihrer Zeitschrift "Trost" (heute "Erwachet") vom 15. Juni 1938 eine Erklärung über "Die Juden", die den Protest gegen die Judenverfolgungen verhinderte. Es hieß darin, die Juden seien "Bundesgenossen in des Teufels Organisation", sie hätten "Wind gesät", nun würden sie "Sturm ernten", hätten also selbst Schuld, "Jehova" sei es, der ihren "Wagen" nun in den Sturm der Verfolgung bringe.

Auch als sie schließlich die Massenvernichtung der Juden im KZ vor Augen hatten, rührte es jene WT-Zeugen nicht. So vermerkt der KZ-Kommandant von Auschwitz, SS-Sturmbannführer Höß, in seinen autobiografischen Aufzeichnungen kurz vor seiner Hinrichtung 1947 in Polen, daß die Zeugen-KZ-Häftlinge der Ansicht waren, die Juden hätten im KZ "gerechterweise zu leiden und zu sterben" (Kommandant in Auschwitz, S. 113, Stuttgart 1958). Kein Zeuge wäre damals von sich aus zu solchen verbrecherischen Ansichten gekommen. Es war die Judenverteufelung, die die WTG anfangs der 30er Jahre einführte, um die Hitlerregierung günstig zu stimmen.

In der Tat: Das kann kein Werk Gottes sein
Ja, diese Tatsachen vertuscht die WTG wohlweislich in ihren Büchern und Zeitschriften! Es sind antisemitische und profaschistische Lehrverbrechen übelster Art, und das im Namen Gottes! Bis zum heutigen Tag hat sie das erfolgreich vergessen machen und verdrängen können! Statt dessen stellt sie sich hin und schlägt sich an die Brust und zeigt mit Fingern auf die anderen! Und die Neuen, die zur Organisation kommen, wissen nichts und erfahren nichts. Ja, Erfahrungen mit ihnen zeigen ein erschreckendes Verhalten! Sie erklären allen Ernstes, das seien alles Lügen und Fälschungen über die WTG! Bedenkenlos stellen sie sich hin und sagen spöttisch lächelnd, die WT-Schriften seien gefälscht, das habe es nicht gegeben! So weit hat die WTG sie gebracht! Und so verkündigen sie unter den Menschen!

Darum müssen noch härtere Wahrheiten über die WTG veröffentlicht werden. Noch härteren Tatsachen werden sie ins Auge schauen müssen. Die Auseinandersetzung mit der WTG wird unerbittlich. Es gibt keinen anderen Weg angesichts der erschreckenden Bedenkenlosigkeit, mit der WTG ihre Verbrechen vor Gott und den Menschen vergessen macht und verdrängt, um sich weiter als Werk Gottes auszugeben.

Einzelne folgten der WTG nicht und halfen den bedrohten Juden
Wenn auch die damalige WT-Verkündigung aus Gründen ihrer profaschistischen Kollaborationsabsichten zur Rettung der eigenen Haut ein zusätzlicher geistiger Dolchstoß in den Rücken der verfolgten Juden war, so gab es einzelne WT-Zeugen, die der WTG in dieser Sache nicht folgten, die sich ein reines christliches Gewissen bewahrten. Dies muß zur Schande der WTG gesagt werden.

In der damaligen WT-Versammlung in Thale am Harz war es u. a. Schwester Alwine Zetschak, die der in der Nachbarschaft wohnenden jüdischen Familie Selig heimlich mit Lebensmitteln half. Die Nazis am Ort hatten der Familie sämtliche Möglichkeiten des Lebensunterhalts entzogen und sie dem Verhungern preisgegeben, so daß Vater Selig von der Müllkippe auf dem Mühlenberg leben mußte, von Lumpen und Abfällen. Ungeachtet der Gefahr, die jede Hilfe für Juden für sie bedeutete, schaffte Schwester Zetschak manches von dem, was sie auf ihre eigene Lebensmittelkarte bekam, heimlich in die Krone, wo Familie Selig wohnte. Heute gehört. Schwester Zetschak zu den Letzten der 1914-Generation, über die die WTG skrupellos erneut hinweg geht, die sie erneut "vergehen" läßt, um ihr unglaubwürdiges "Endzeit"Werk in die nächste Generation zu retten, nachdem 1975 als Irrlehre offenbar geworden ist. Nein, die WTG ist kein göttliches Werk.
- P -

WELCHE PERSÖNLICHE HILFE BIETET DER WACHTTURM?
Was ein Interessierter nach einigen WT-Studien und nach einigem ZJ-Umgang feststellen mußte
Ein bevorzugtes und immer wiederkehrendes Thema in den "bibelerläuternden Schriften" ist die Endzeit. Die Unglaubwürdigkeit dieser Lehre bestätigt sich mit jedem neuen Tag nach dem "Katastrophenjahr" 1975. Als "Zeichen der Zeit" wird immer die fehlende Liebe unter der Menschheit an erster Stelle genannt. Als Maßstab wird aber hauptsächlich geschildert, wie es in den USA ist: Die Arbeitslosen, die Kriminalität und anderes. Aber die USA ist nicht die Menschheit. Eine Tatsache wird geflissentlich unterschlagen. Es gibt doch seit 60 Jahren ein 2. Weltsystem, welches gegen die Brutalität und Kriminalität sehr energisch vorgeht und keine solche Gangster-Unterwelt zuläßt. Was sollen wir mit den USA-Maßstäben hier.

Auch in der Organisation sind so viele Schwierigkeiten, daß das "geistige Paradies" nur eine Fassade für Außenstehende ist. Immer häufiger gibt es in der Versammlung Streitigkeiten, weil nichts wirklich geklärt wird. Der hohe Zeitaufwand beim Studium der Literatur. Das können nur die wenigsten bewältigen. Die kleine Schrift hat schon vielen die Augen verdorben. Das ist ja eine richtige Gesundheitsschädigung, aber doch keine Liebe. Persönliche Meinungsverschiedenheiten sind oft nervenzerrüttend, weil der Wachtturm selbst intolerant gegenüber anderen Meinungen ist und dadurch intolerant macht. Auch wegen des Nichteintreffens der Wachtturm-Prophezeiungen merkt man, wie es schwelt und gärt. Viele Brüder erwarten auch Hilfe in persönlichen Dingen. Noch mehr Schwestern, die offiziell gar nicht "da sind". Es heißt nur immer "liebe Brüder". Dabei besteht die Organisation aus soviel Schwestern, daß sie zusammenbrechen würde, wären sie nicht. Das ist in heutiger Zeit abstoßend.

Der Wachtturm 18/77 "Mit festem Griff an das Wort des Lebens klammern" ist unvergeßlich. Nehmen wir doch einmal einige Gedanken daraus und untersuchen sie. Sicherlich werden sich viele erinnern.

"Stress überwinden".
Hier wird erklärt, daß viele Menschen, auch Christen, unter nervenaufreibenden Belastungen (als Streß definiert) stehen. Welcher Rat zur Beseitigung dieses Zustandes wird ihnen gegeben? Kurz gesagt: Auf Gott vertrauen und "leise, beruhigende Musik" hören. Die Ursache des "Streß" wird untersucht. Was aber erkennt man als Hauptursache? Es ist doch so: Der Zeuge soll den nötigen Unterhalt für die Familie verdienen. Alle übrige Freizeit soll er möglichst die Literatur studieren, predigen gehen, die Zusammenkünfte besuchen und soviele "Studien" wie möglich bei anderen Leuten machen, wobei nicht ausbleibt, sich mit ihren Problemen zu befassen. Den Urlaub soll er dann möglichst als Ferienpionier verbringen. Bei Hobby, Fernsehen, Kino, Theaterbesuch oder sonstiger Geselligkeit und Entspannung kann er nur ein schlechtes Gewissen haben; da er diese Zeit nicht "auskauft". Wer diese WT-Anleitung wirklich ernst nimmt, richtet sich psychisch zugrunde. Er wird mit der Zeit ein Nervenbündel. Kein Mensch hält das längere Zeit durch ohne nervliche Schäden. Die Beispiele sind zahlreich. Es gibt keine Organisation, die die Menschen so einspannt wie der WT.

Wie gesagt: Diese Ursachen werden nicht angeschnitten, geschweige denn bekämpft. Ein wirksamer Rat wird also in Wahrheit nicht erteilt. Im Gegenteil, die Gründe für den Streß werden verschleiert.

"Trost für Niedergedrückte"
Auch für diese Personen wird der Rat gegeben, "sich mit festem Griff an das Wort des Lebens zu klammern", wobei unausgesprochen natürlich das Wort des WT gemeint ist. Aber könnten denn Jehovas Zeugen überhaupt niedergedrückt sein, wo sie doch in Kürze ewiges Leben empfangen sollen? Gerade hier liegt das Problem: Weil viele den WT-Endzeitprophezeiungen keinen Glauben mehr schenken, sind sie enttäuscht und niedergedrückt. Davon aber will der WT ablenken. Solchen Menschen müßte man wirklich raten, die Bibel zu studieren, aber ohne den WT!

"Schüchternheit und Furcht überwinden".
"Überaus schüchterne Menschen haben Mühe, sich über ihren Glauben zu äußern." Diese WT-Bemerkung steht in engem Zusammenhang mit dem vorher gesagten.

Wenn ein Mensch von seinem eigenem Glauben nicht mehr voll überzeugt sein kann, ist es durchaus keine Schüchternheit, wenn er sich über seine Ansichten nicht äußern möchte. Denn wenn vorhergesagte Dinge nicht eintreffen, wird die Religion unglaubwürdig. Wenn man sich das auch ein lang nicht einzugestehen wagt, aus Furcht vor den Konsequenzen, es kommt unweigerlich nach und nach zum Bewußtsein. Das Unsicherwerden und Zurückhalten keineswegs Schüchternheit; sondern eine ganz normale Stufe oder Vorstufe zur eigenen Besinnung. Der WT möchte dessen Komplexe einreden, hier einen Schüchternheitskomplex, um den Betreffenden psychologisch in der Hand zu behalten.

Schlußbemerkung:
Der WT geht den einzelnen Problemen in Wirklichkeit nicht auf den Grund, sondern lenkt von den wahren Gründen ob, die beim Streß und bei der Unglaubwürdigkeit der WTG selbst liegen. Deshalb ist auch eine wirksame Hilfe zu erwarten. -
Eingesandt

DIE BERICHTERSTATTUNG ÜBER DEN AUFBRUCH IN DRESDEN GEHT WEITER!
AUCH AUSFÜHRLICHE BERICHTE ÜBER DIE AUSEINANDERSETZUNGEN IN BAD DOBERAN FOLGEN!
Welche weiteren Fragen kommen auf uns zu?
Liebe Leser
Liebe Brüder und Schwestern
Wir glauben, diese Ankündigungen sprechen für sich. Darüber hinaus wird folgendes immer deutlicher: Unter dem neuen WTG-Präsidenten F. W. Franz werden die "Endzeit"-Erwartungen immer mehr an den Rand gedrängt zugunsten einer weiteren unbestimmten Zeitperiode des Weitermachens. Es ist inzwischen möglich, eine Bilanz über neue, gravierende Umdeutungen der Schrift zu ziehen. Auch die politischen Akzente in der WTG-Verkündigung werden umgesetzt. Die WTG-Zeitschriften "Der Wachtturm" und "Erwachet" sind nicht nur äußerlich verändert worden. Die Zweckerklärungen wurden verändert und vermitteln dem neuen Leser eine wesentlich veränderte Sicht und Zukunftsschau. Neue juristische Rechtsansprüche der WTG werden geltend gemacht. Die Sexualmoral wird gelockert. Der Unfehlbarkeitsanspruch, "Kanal Gottes" zu sein, wird modifiziert. Alles wird immer deutlicher reduziert auf einen Charakter, auf eine Gemeinschaft praktischen Christentums für jetzt und unbestimmte Zeit, ohne natürlich die Vision des "Endes" vom Horizont verschwinden zu lassen. Doch sie ist an den Horizont geschoben, so als eine Art bleibender Ansporn, bleibender Anreiz, bleibendes Versprechen, aber auch als gelegentlich, gezücktes Schwert. Als bleibende Drohung bleibt das "Ende" am Horizont auf diese Weise erhalten.

Die folgenden CV-Ausgaben werden u. a. alle diese Fragen und ihre Bedeutung behandeln, um allen Aufrichtigen helfen, die Abwege der WTG zu verlassen und den Weg als freie Christen in unserem Lande und in unserer Zeit zu finden.
In christlicher Verbundenheit
Eure Brüder und Schwestern
Mitarbeiter, Mitarbeiterinnen
und Mitverbundenen
CV-Leitung Gera/Thür.
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------
"Christliche Verantwortung": Monatsschrift der Studiengruppe Christliche Verantwortung. Herausgeber: Wolfgang Daum, DDR 65 Gera, Otto-Dix-Straße 6. Preis: M 0,20. Jahresabonnement M 2,-. Versand auch kostenlos.
Konto-Nr.. 4564-30-1952 Bank für Handel u. Gewerbe

A 5195/78 V 7 1 1933

ZurIndexseite