Kommentare zu den eingscannten CV-Ausgaben
CV 108
In dieser
Ausgabe wird einleitend darauf eingegangen, dass seitens der WTG nunmehr ein
Copyrigth-Vermerk in ihrer Literatur angebracht ist, den es früher so nicht gab.
Zuzustimmen ist der Interpretation, dass eine komplette Wiederveröffentlichung solcher
Texte, juristische Komplikationen heraufbeschwören kann, wie immer man die auch moralisch
bewerten mag. Überziehen allerdings tut die CV mit ihrer unsachlichen Behauptung, damit
wäre nunmehr auch kein zitieren der WTG-Literatur möglich. Falsch. Solange
Zitatverwendungen nicht den Charakter eines eigenständigen, selbstständigen Werkes
verwässern, sind Zitate nach wie vor möglich. Daran ändert auch ein bestehendes
Copyright nichts.
Hervorhebenswert noch in dieser Ausgabe, die
leider etwas tendenziös kommentierte Wiedergabe eines "Memorandums" anlässlich
des "Auszuges" der Zeugen Jehovas aus dem Konzentrationslager Sachsenhausen, im
Jahre 1945. Auch einige Erläuterungen zur Namensform
"Jehova"
CV Christliche Verantwortung
Informationen zu christlichem Wandel und vermehrtem Verständnisvermögen
DIE MISSION VON CV
Ist Wegbereitung und Auferbauung im Glauben in christlicher und sozialer
Mitverantwortung und tätiger Nächstenliebe hier und heute. Dies erfolgt in besonderem
Hinblick auf die von der Wachtturm-Gesellschaft (WTG), USA, geleiteten Gemeinschaft der
Zeugen Jehovas und ihrer haltlosen Weltendeverkündigung. Diese Mission geht aus von der
Tradition und Bedeutung der internationalen Bibelforschervereinigung und dient der
Hinführung in die Nachfolge Jesu, der Bildung und Tätigkeit freier christlicher
Gemeinden sowie christlicher und mitmenschlicher Verständigung und aktueller Mission. Wir
rufen zur Mitarbeit
Nr. 108 Gera Juli 1978
EIN VERNICHTENDER WELTLICHER SCHLAG DER WTG GEGEN ALLE
AUS IHRER BEVORMUNDUNG FREIGEWORDENEN CHRISTEN IN DER WESTLICHEN WELT?
Mit weltlichen amerikanischen Rechtsmitteln sollen nunmehr die
Beweismittel aus der Hand geschlagen werden. Der Pferdefuß eines bloßen Menschenwerkes
tritt hervor!
Liebe Leser
Nie zuvor hat es in der hundertjährigen Geschichte der WTG einen solchen
Aufstand des christlichen Gewissens gegen die falsche WT-Endzeitverkündigung gegeben wie
jetzt Zusammenhang mit der seit 1966/67 weltweit verkündeten WT-Falschprophetie vom
1975-Ende. In den Kernländern vor den Türen der WTG in den USA, England und Deutschland
erschienen Bücher, Broschüren, Traktate und Zeitschriften, die der WTG förmlich den
Atem verschlagen haben, wogegen sie nur noch das Mittel der Nazis gegen alle
antifaschistische und demokratische Literatur anwandte: Verbrennen und abermals verbrennen
und vernichten. Besonders gegen CV wird diese Nazimethode angewandt. Es liegen
Wutausbrüche von WT-Hörigen vor, die CV-Beweismittel mit einem Streichholz am liebsten
in Flammen aufgehen zu lassen und die CV-Mitarbeiter niederzuschießen! Es ist dies die
furchtbare Frucht des Geistes der Verteufelung religiös Andersdenkender und besonders
derer, die es wagen, der WTG entgegenzutreten mit der Forderung Christi, erst einmal den
Balken aus dem eigenen Auge zu ziehen. Denn zuviele falsche Prophezeiungen und
fragwürdige Bibelauslegungen in den eigenen Schriften zeugen gegen sie, die ihr
massenweise vor Augen gehalten werden!
Unauffällig hat der WT nun seit 1978 einen "Dolch
im Gewande" für alle, die daraus noch gegen die WTG zitieren wollen.
Wir lesen da an unauffälliger Stelle auf der Titelinnenseite:
"Copyright © 1978 by Watch Tower Bible and Tract Society of Pennsylvania. All rights
reserved." (Engl. Ausgabe vom 1. März 1978 u. a.) Zu deutsch heißt das: Nachdruck
nur durch die WTG und alle Rechte vorbehalten, ohne ihre rechtliche Zustimmung kann
niemand mehr ohne Gefahr rechtlicher Sanktionen auch nur ein Zitat aus dem WT entnehmen!
Es ist klar, daß die WTG keinem ihrer christlichen
Kritiker, die sie als "böse Knechte, Judas, Rotte Korah, Teufelsdiener" und
ähnlich verleumdet, die Zustimmung gibt, auch nur einen Satz aus ihren Schriften zu
zitieren oder nachzudrucken. Tun sie es trotzdem, so kann die WTG nunmehr ein staatliches
Gesetz gegen sie in Anwendung bringen und sie verurteilen lassen. Mit anderen Worten, die
WT-Irrlehren sind nun durch weltliche Gesetze geschützt. Damit hat die WTG die Fassade
einer göttlichen Behütung und Überwaltung ihres Werkes auch in diesem Punkt
fallengelassen. Es ist der i-Punkt auf einer falschen Endzeitprophetie, ausgehend schon
vom Jahre 1799, die nach 5. Mose 18:20-22 mit Gott allerdings nichts zu tun hat. Wer
diesen falschen Propheten von nun an weiter zu entlarven versucht, bekommt von ihm selbst
einen gesetzlichen Todesstoß für sein Unterfangen. In der Tat, keinen von denen, die
nunmehr aus christlichem Gewissen gegen die WTG auftreten, hat Gott zum Schweigen
gebracht. Da ein Offenbarwerden der Haltlosigkeit der WTG-Endzeitverkündigung das Letzte
ist, greift sie nun selbst zum "Dolch". Wir denken u. a. an zahlreiche Brüder
und Schwestern in der BRD, die von der WTG freigeworden sind, und die den noch unter der
WT-Bevormundung Stehenden in christlicher Verantwortung helfen möchten.
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Wir lesen in dieser Ausgabe
Im Blickpunkt:
Dreißig Jahre sind in Kürze seit 1949/50 vergangen! Wer hätte das
gedacht! Wie die Zeugen vor 33 Jahren aus dem KZ Sachsenhausen auszogen. Ihr Vermächtnis.
Besinnung aus Anlaß des 30. Jahrestages der DDR.
Was ist der wahre Gottesname?
Sie nennen sich fälschlicherweise "Zeugen Jehovas"
Der Name Jehova ist ein starker Turm?
Die WTG ist sich der Falschheit des Namens "Jehova" sehr wohl
bewußt!
Ist "Jehova" Gottes heiliger Name?
Der für Christen entscheidende Name.
Wachtturm-Kongresse "Siegreicher Glaube" im Jahre 1978
Aufgaben und Ziele im 3. Jahr nach 1975
C. T. Russell bejahte die Evolutionstheorie!
Neues WT-Titelbild und neue WT-Zweckerklärung.
Demnächst:
Weitere Auseinandersetzungen und Aufbrüche unter den Zeugen in Bad
Doberan/Mecklenburg und Dresden.
Möge sich niemand vor der WTG fürchten. Nehmt vielmehr das
lebenswichtige Angebot an, das CV darstellt, jetzt alles zu überprüfen nach dem
christlichen Grundsatz, der auch im Hinblick auf die WTG gilt, nämlich
Vergewissert euch über alle Dinge
haltet fest an dem, was recht ist
1. Thess. 5:21 NW
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Selbstverständlich wird CV nach wie vor fortfahren, allen konkrete,
wirksame und praktische Hilfe wie bisher darzubieten. Die zwei Hauptschwerpunkte dieser
Ausgabe sind die Themen 30 Jahre DDR und der Name Gottes. Wer von den Zeugen hätte sich
1949/50 träumen lassen, daß nach 30 Jahren die DDR immer noch nicht vernichtet ist, wie
sie im WTG-Auftrag damals für die nächsten paar Jahre proklamierten? "Meine Herren,
Sie meinen wohl ein Jahr!" höhnte und spottete einer der obersten ostdeutschen
WTG-Beauftragten, Fritz Adler, damals! - Um als freie Christen in rechter Weise
weitergehen zu können, muß auch bezüglich des Gottesnamens Klarheit geschaffen werden.
Denn nach dem Evangelium gibt es nur einen "treuen und wahrhaftigen Zeugen",
Christus, seine Nachfolger aber haben "Zeugen Jesu Christi" zu sein. Apg. 1:8.
Mehr denn je wird CV darin helfen.
Wie sie vor 33 Jahren auszogen. Vorliegend das:
MEMORANDUM ÜBER DEN AUSZUG DER ZEUGEN JEHOVAS AUS DEM KONZENTRATIONSLAGER
SACHSENHAUSEN - 21. 4. 1945 BIS 3. 5. 1945
Von Ernst Seliger u. a.
- Besinnung aus Anlaß des 30. Jahrestages der DDR -
Allenthalben Rückschau auf das Vermächtnis von damals, unter Christen
auch
In der Nationalen Gedenkstätte des ehemaligen Frauen-Konzentrationslagers
Ravensbrück versammelten sich im April dieses Jahres in der Arbeitsgruppe Christliche
Kreise der Nationalen Front Pastorinnen, Theologinnen, Katechetinnen und im diakonischen
Dienst stehende Frauen und Pfarrfrauen.
In der evangelischen Monatsschritt Standpunkt vom Mai
1978 lesen wir einen Bericht über die ins Konzentrationslager verschleppten Pfarrer und
Priester aus allen faschistisch besetzten Ländern Europas.
Dies alles dient insbesondere der Besinnung unter den Christen auf das
Vermächtnis des Kämpfens, Leidens, Sterbens und Überlebens von damals für unsere
heutige Generation und Zeit, hier in unserem Land, 30 Jahre später.
Auch unter den letzten alten Zeugen Jehovas "dieser Generation", die nun nach 1975 wieder "vergeht", schaut man zurück. In mancher Zeugenfamilie erinnert man sich. Buchenwald, Sachsenhausen, Ravensbrück, Wewelsburg, Neuengamme, Dachau. Die Geschichte der Zeugen Jehovas in den Konzentrationslagern der Hitlerzeit ist erst bruchstückhaft geschrieben. In dieser Besinnung steht das "Memorandum über den Auszug der Zeugen Jehovas aus dem Konzentrationslager Sachsenhausen vom 21. 4. bis 3. 5. 1945" im Blickpunkt, verfaßt von Ernst Seliger, später einer der Hauptverantwortlichen des deutschen WTG-Werkes, und anderen, 18 dichtbeschriebene Seiten. Wir wollen heute, über 30 Jahre danach, sehen, was für ein Vermächtnis jene Zeugen Jehovas von damals hinterlassen und verwirklicht haben. In Betracht dafür stehen die wesentlichsten Kernaussagen jenes Sachsenhausen-Memorandums von 1945 mit seinem "Wir geloben" der damals in einem Walde bei Schwerin in Mecklenburg versammelten 230 Zeugen Jehovas aus 10 verschiedenen Nationen. Laßt uns sehen, was sie gelobten, was sie hinterließen, was daraus geworden ist und was es heute aussagt und bedeutet.
Sie müßten heute der WTG die Rechnung präsentieren
Wir lesen zu Beginn in den Memorandum: "Nach fast neun bis
zehnjähriger Gefangenschaft des Volkes Gottes kam im Januar 1945 nun auch für die
Geschwister im KL. Sachsenhausen der Zeitpunkt der Befreiung in greifbare Nähe. Da das
Kriegsglück des "Nordkönigs" sich von nun an ganz offensichtlich zu seinem
Unglück wendete und der "Südkönig" von beiden Seiten immer näher an die Tore
Berlins kam."
Sie bezeugten damit sich und der Welt jene falsche WTG-Endzeitprophetie in Neudeutung von Daniel 11, der "Nordkönig" sei der Hitlerfaschismus, und der "Südkönig" die demokratischen Mächte des Westens und der Sowjetunion, als "endgültige Erfüllung". (Die Neue Welt, 1942). Ernst Seliger war nach seiner Taufe im Februar 1923 von 1925 bis 1933 Mitarbeiter des "Bibelhaus Magdeburg". Er hatte also schon einmal der Welt eine falsche WTG-Prophezeiung gepredigt, nämlich daß Kaiser Napoleon im Jahre 1799 nach dem unfehlbaren "Wort des Propheten" die endzeitliche "Erfüllung" des "Nordkönigs" ist. (Die Harfe Gottes, 1926). Wer sich jetzt daran erinnerte, verdrängte diese falsche Prophezeiung jedoch bedenkenlos.
Heute nun predigt auch Ernst Seliger wieder bedenkenlos die dritte falsche Prophezeiung in dieser Sache. Danach seien ausschließlich der Kommunismus und die Sowjetunion seit 1917 dieser verbrecherische, satanische "Nordkönig". Schrittweise hatte die WTG diese erneute Umdeutung seit den fünfziger Jahren im Interesse des westlichen antikommunistischen kalten Krieges entwickelt. Doch wer präsentiert heute der WTG für die Kette dieses politischen Bibelmißbrauches, dieser falschen Prophezeiungen die Rechnung? Wer der WTG damals 1945 aufrichtig ihre falschen Daniel-Prophezeiungen geglaubt hat, für den wäre ehrlicherweise das Vermächtnis jenen Memorandums und seiner heute für jedermann erwiesenen falschen Prophetie, endgültig mit der WTG Schluß zu machen und sich nicht noch länger von ihr hinhalten zu lassen.
Mit Jesu Gleichnis vom barmherzigen Samariter gemessen
Wir lesen weiter: "Am Morgen des 21. 4. begann nun der Aufmarsch der
einzelnen Kolonnen. Zuerst die. Tschechen und Polen, dann folgten auch die anderen
Nationen, zuletzt sollten die Deutschen kommen. Es wurden Kolonnen zu je 600 Mann
gebildet, denen je ein Häftlings-Arzt und ein Häftlings-Pfleger zugeteilt wurden.
Hierdurch wurden auch die im Revier beschäftigten Brüder aufgeteilt, um dann jeweils so
einer Kolonne beigegeben zu werden. Sie versuchten aber mit Ausnahmen von zwei Brüdern,
sich dieser Bindung zu entziehen, um an der Gemeinschaft der übrigen Geschwister
teilzunehmen." Das bedeutete, daß sie sich der weiteren gesundheitlichen Betreuung
ihrer anderen Mithäftlinge entzogen. Auch Ernst Seliger, der ebenfalls im Revier
(Häftlings-Krankenbaracke) tätig war. Verglichen mit Jesu Gleichnis vom barmherzigen
Samariter der nicht noch dem Glauben dessen fragte, der unter die Räuber gefallen war,
ist das Verhalten der "Brüder", die sich den anderen "entzogen" und
sie ihrem Schicksal überließen, dem gleich, was in dem Gleichnis verurteilt wird. Die
Frage der Solidarität der Zeugen im KZ ist denn auch eines der übelsten Kapitel. Bis
heute sind sie unter der WTG-Vormundschaft diesem "Vermächtnis" treu geblieben.
War es ihnen damals gleichgültig, ob die anderen Häftlingskolonnen gesundheitliche
Betreuung hatten oder nicht, so rühren sie als "christliche" Gemeinschaft nach
wie vor nicht eine einzige Hand, was karitative oder diakonische Dienste für andere
betrifft, und wenn sie in ihrem sozialen Elend verkommen. Sie predigen ihnen eher noch,
Gott werde sie vernichten, wenn sie ihr soziales Elend selbst wenden. So bevormundet die
WTG ihre Zeugen z. B.: "Sie wissen, daß die politische Beteiligung nicht nur zu
nichts führen würde, sondern ihnen sogar Gottes Mißbilligung eintrüge. Sie wußten,
daß jene, die Politik treiben, Feinde Gottes sind und dadurch zur Vernichtung in Betracht
kommen. Wahre Christen zeigen also, daß sie Nachfolger Christi sind, indem sie nicht
versuchen, diese Welt zusammenzuflicken oder sie durch Politik zu verbessern." WT 1.
1. 1957, S. 5-8 dt.
Wie niemand anders Vertrauen und Gunst der SS
Im Memorandum heißt es: "Da sich nun inzwischen die (SS)
Transportleitung unserer Vertrauenswürdigkeit wieder erinnerte . . ." (S. 11). Und
es wird geschildert: "Als vorläufiges Reiseziel war Wittstock a. d. Dosse genannt
worden etwa 85 km von Sachsenhausen. Kaum waren wir vor dem Tor, bekamen wir den dritten
und vierten Wagen dazu. Und zwar war einer mit Gepäck für die Bewachung und einer
separat mit Privat-Eigentum des Lagerführers. Gerade der letztgenannte Wagen enthielt
anscheinend so wertvolles "Raubgut" der hohen Herren, daß sie sich genötigt
sahen, zu dessen Schutz folgende Sonderregelung vorzusehen: 1.) wurde als Transportführer
für unsere gesonderte Kolonne von ca. 230 Mann (wo alle anderen Kolonnen 600 betrugen!)
ein besonderer Unterscharführer zugeteilt. Er war eine seltene Ausnahme
"menschlichen" Charakters, der uns nicht schlecht gesonnen war. 2.) erhielt
dieser für unseren Transport besondere Vollmachten. Dadurch konnte er besonders günstige
Wege und Quartiere für uns suchen. 3.) war strengster Befehl ergangen, daß sich keine
anderen Häftlinge bei uns einschlichen."
Natürlich wird dies in dem Memorandum alles so hingestellt, als ob Gott es gelenkt habe, um "seine Zeugen" zu bewahren. Wenn diese SS-Kalkulationen Gottes Werk waren, warum hat dann dieser Gott für sich vorher tausende Zeugen in den KZ umkommen lassen. So sind denn diese Darstellungen Betrug und Selbstbetrug. Gott wäre ein Gott schlimmster sinnloser Widersprüche, wäre dies sein Werk. Das Vertrauen, daß die KZ-Zeugen bei der SS besaßen, liegt auf einer Linie damit, daß ihnen (in Ravensbrück) u. a. die Fütterung und Pflege der Bluthunde der SS-Wachmannschaft anvertraut wurden. Und es liegt schließlich auf einer Linie mit dem Verhalten der Zeugen 30 Jahre später in Chile, wo sie 1973 als oftmals einzige Vertrauenswürdige des faschistischen Staatsstreich-Regimes in führende Positionen gesetzt wurden, aus denen man Kommunisten verhaftet hatte (WT 1. 1. 1977). Damals hatten sie das Raubgut der SS zu sichern, und sie taten dies nach besten Kräften. Für die einfachen Zeugen sagt die WTG immer und überall: Gott! Wie widersprüchlich das auch ist. In gutwilligem, vertrauensseligem Glauben, der schon an Naivität grenzt, merken sie oft lange nichts, bis die Widersprüche sie dann fast selbst zerreißen.
Über die russischen, ukrainischen und französischen
Mithäftlinge
"Damals in Sachsenhausen", VEB Deutscher Verlag der
Wissenschaften, Berlin 1970. Einer der Mitverfasser: Hans Seigewasser, ehemals politischer
Häftling im KZ Sachsenhausen, heute Staatssekretär für Kirchenfragen der DDR. Auch hier
wird über den Ausmarsch aus dem KZ Sachsenhausen berichtet. Unter dem Datum vom 24. April
1945: "Mit einer halben Stunde Pause müssen wir heute 33 km marschieren. Eine ganze
Hundertschaft ist ausgeschieden - tot, ermordet. Abends machen wir Rast in einem Gutshof.
Unweit der Scheune liegt eine Kartoffelmiete. Die völlig ausgehungerten Kameraden fallen
darüber her und essen rohe Kartoffeln. Kalt lächelnd, das ganze als einen Sport
betrachtend, befiehlt Hauptsturmführer Litsch, "Schießen!" Vier französische
Kameraden fallen, in den Händen noch krampfhaft die rohen Kartoffeln haltend. Das war der
fünfte Tag des Marsches." (S. 143)
Im Memorandum wird wie folgt auf diese Vorgänge eingegangen. "Und überall säumten die toten Häftlinge beiderseits die Landstraße. Ferner begegnete man durch Fliegerangriffe zerstörte Fahrzeuge, abgestürzte Flugzeuge und verendete Pferde über deren Kadaver sich dann jedesmal die russischen und ukrainischen, Häftlinge - aus ihrem Treck herausspringend - in wilder Gier stürzten, um sich in aller Eile mit Messer und Händen Fleischfetzen daraus zu reißen, die sie dann gebraten oder roh verschlangen. Ihre Taschen, Hände und Gesicht waren vielfach mit Blut verschmiert. Ebenso benahmen sie sich, wenn irgendwo Kartoffelmieten am Wege waren. Sie wurden dann meistens mit Knüppeln und Schreckschüssen in ihren Treck wieder zurückgetrieben - ein widerlicher, tierischer Anblick! Auf mancher Kartoffelmiete lagen sogar tote Häftlinge, mit dem Gesicht auf der geöffneten Miete, in den verkrampften Händen noch Kartoffeln haltend," Und was die Zeugen-Kolonne betrifft: "Gegen Spätnachmittag erreichten wir dann Rägelin, wo unser (SS) Transportführer uns wieder eine Scheune besorgt hatte." (S. 8)
Solch ein "widerliches, tierisches Benehmen in wilder Gier" hatten die Zeugen natürlich nicht nötig! Ihr SS-Transportführer hatte ihnen nicht nur ein gutes Dach über dem Kopf besorgt! Es ist empörend und abstoßend, wie die völlig ausgehungerten und verzweifelten russischen, ukrainischen und französischen Mithäftlinge als "blutbeschmierte, gierige wilde Tiere" verleumdet und diffamiert werden von solchen, die sich Christen nennen und sich dabei in der Gunst der SS-Mörder sonnten!
Wie "der Herr" und die SS für die Zeugen
sorgten
Die anderen aßen Graß und Baumrinde
Wir lesen im Memorandum: "Interessant und segensreich ist auch die
Erinnerung, auf welche Art und Weise der oft auf dieser Reise für die irdischen
Bedürfnisse seiner Kinder sorgte. Da hatten wir z. B. einen Brd., der sich gerade diese
Sache angelegenlichst empfohlen sein ließ. Hier waren es paar Kartoffeln, dort etwas Mehl
usw. Das brachte für diese Brüder natürlich manche Beschwerden mit sich, denn der Trupp
marschierte weiter und sie mußten dann weil die Beschaffung sich immer etwas verzögerte
- mit den Sachen hinter dem Trupp herlaufen, um ihn ordnungsgemäß einzuholen." Was
für "Beschwerden"! Die anderen wurden zusammengeknüppelt und
zusammengeschossen, wenn sie ihren "Treck" verließen! Aber lesen wir weiter:
"Auf diese Weise entwickelten sich diese Brüder regelrecht zu
Proviantierungs-Genies."
Eines dieser "Genies" kommt im Memorandum zu
Wort:
"Auf einer anderen Stelle war eine Frau beim Melken. Als sie nun noch
etwas zögerte, mir Lebensmittel zu überlassen, legte der SS-Posten, der mich dorthin
begleitete, sogar ein gutes Wort für uns ein." Das Memorandum fährt fort: "Da
sich nun inzwischen die (SS) Transportleitung unserer Vertrauenswürdigkeit wieder
erinnerte, mußten bald vorne in der Küche einige Brüder helfen. Dadurch fiel dann auch
manches für unsere Küche ab, sodaß es im Laufe der Zeit ganz erträglich wurde."
"Wie so anders draußen im großen Lager! Dort zunehmender Hunger - sodaß sogar Gras, Kräuter, Baumrinden und -wurzeln gekocht und gegessen wurden. Hierdurch nahm natürlich die Unruhe und Unzufriedenheit wie auch die Zahl der Toten dauernd zu - täglich starben 100 bis 110! Besonders abends, wenn die Feuerstellen gelöscht werden mußten und unsere acht Wachen stündlich aufzogen, konnten sie dies beobachten. Jedesmal, wenn dann so ein "Indianergeheul" irgendwo angestimmt wurde, wußte man .... Wie so ganz anders war doch das Leben beim Volke Gottes! Hier war Friede, Freude und Dankbarkeit der sichtbare Ausdruck göttlichen Segens."
Es ist abermals widerlich, empörend und abstoßend zu lesen, wie die berechnete Gunst und das "gute Wort" der SS-Mörder als göttlicher Segen verherrlicht werden. Nicht eine Kartoffel, nicht ein Pfund Mehl, nicht einen Tropfen Milch haben sie von diesem "göttlichen Segen" denen zukommen lassen, die von Gras und Baumrinde vegetieren mußten und täglich zu Hunderten starben und dabei noch als "heulende Indianer" von den SS-gesegneten Zeugen-Schreibern verhöhnt wurden. 30 Jahre später, im WT vom 15. 10. 1975, stellt sich Ernst Seliger als Musterbeispiel antikirchlicher, antifaschistischer und antikommunistischer Standhaftigkeit der nachgewachsenen nächsten Generation vor, die man nun nach dem falschen Weltende von 1975 erneut zu gewinnen hofft.
Was 30 Jahre DDR die Zeugen-Gemeinschaft endlich lehren
sollte
Es war WTG-Bezirksdiener-Ost Fritz Adler, der vor 30 Jahren erklärte, die
DDR werde ihr erstes Jahr nicht überstehen. Unter der "göttlichen Wahrheit",
die Regierung sei nicht "Obrigkeit von Gott" sondern nur eine "Clique von
Gangstern" (Erw. 8. 11. 1949), führten sie das Werk auf diese Weise unter Mißbrauch
und Verdrehung des Wortes Gottes ins politische Feuer. Skrupellos wurden die einfachen
Brüder und Schwestern den WT-Bibelverfälschungen zum Opfer gebracht. Das "neue
Licht" von 1962/63 war nichts als Scheinheiligkeit, hatten sie es doch selbst mit den
Obrigkeits-WTs von 1929 ausgelöscht gehabt! Bedenkenlos hatten Fritz Adler und Ernst
Seliger das damals mitgemacht! Noch 1965 hatten die WT-Führer keine Skrupel, ihre
Gemeinschaft und die Weltöffentlichkeit "auf das Ende der neuen totalitären
Regierung in Ostdeutschland" zu orientieren, in imperialistischen Hetzjargon gegen
"Breshnew" und "Sowjetrußland" ausschlagend. WT 15, 2. 1965. Und um
ihr falsches Weltende von 1975 zu überspringen, wurden die Zeugen 1974 u. a.
aufgepeitscht, zu verkündigen, wer "den kalten Krieg mit der kommunistischen Welt
einstellt", wer sich "der Koexistenz mit roten Regimen nähert" wer
"um Frieden mit dem Kommunismus bemüht ist", begehe "Hurerei", gehe
"unmoralische Beziehungen" ein und sei "mit Gotteshassern ins Bett'"
gegangen. WT 1. März 7 , S. 131 f dt. Selbst vor Mobilisierung, Aufpeitschung Mißbrauch
sexueller Emotionen schreckten die WT-Führer in ihrer antikommunistischen psychologischen
Kriegsführung und "Kriegslist" nicht zurück.
Die DDR existierte nicht nur ein Jahr. Auch die Aufwärmung von 1965 war religiös-politische Irreführung. Und zur friedlichen Koexistenz gibt es keine Alternative. Selbst die USA haben die DDR inzwischen diplomatisch anerkannt. Alles ist als ein einziger politischer Mißbrauch der Zeugen-Gemeinschaft erwiesen. Jahrzehntelang.
In den faschistischen Konzentrationslagern wurden durch echte gegenseitige Hilfe und Solidarität zwischen anderen Christen und Kommunisten Grundlagen jener Verständigung und Zusammenarbeit gelegt, auf der u. a, die heutige "die Menschen betreffende Ordnung" in unserem Lande beruht, der auch Christen "um des Herrn willen Untertan" sein müssen. 1. Petr. 2:13. Was war dagegen das Vermächtnis der führenden Zeugen, die in den KZ waren? Wie das Memorandum aufzeigt, zementierten sie dort speziell ihre politischen Bibelverdrehungen, besonders ihre Feindschaft zu ihren politischen Mithäftlingen, denen sie von ihrem SS-Segen an Lebensmitteln nicht "ein Glas Wasser" abgaben. Es ist schlimmster, naiver Selbstbetrug und eine Täuschung der Herzen der Arglosen, die SS-Kalkulationen zum Schutz ihres Raubgutes als Arrangement Gottes zu erklären, während man höhnisch "beobachtet" wie sie ringsherum zu Hunderten täglich verhungern. Nach 30 Jahren peitschen sie selbst sexuelle Emotionen gegen die "Roten" auf!
Wie die wirkliche Entwicklung zeigt, war und ist alles
umsonst. Sie stehen unter der WTG "endzeitlich" auf verlorenem Posten. 30 Jahre
erneut "endzeitliche" Irreführungen und politischer Mißbrauch des Glaubens
sollten allen Aufrichtigen endlich ein Halt gebieten, sich weiter von der WTG mißbrauchen
zu lassen. Sie hat ihre Glaubwürdigkeit längst verspielt, ja, sie hat sie
"endzeitlich" nie besessen. Möge der 30. Jahrestag der Gründung und Existenz
der von der WTG schon in der Wiege bekämpften DDR als doch in Wahrheit von Christen
anzuerkennenden "die Menschen betreffende Ordnung" Anlaß sein, den
WT-Irreführungen den Rücken zu kehren und einen Weg als freie Christen zu beschreiten, -
- P -
SIE NENNEN SICH FÄLSCHLICHERWEISE "ZEUGEN
JEHOVAS"
- Eine Studie -
Unter der Vielzahl der christlichen Religionsrichtungen und Strömungen
fällt eine besonders auf, die der "Zeugen Jehovas". Durch für andere
unverständliches Verhalten, ständig genährten und wachgehaltenen Glaubenseifer, erregen
sie immer wieder die Aufmerksamkeit von Mitmenschen. Es sollen an dieser Stelle nicht die
Hintergründe und Entwicklungstendenzen dieser Organisation aufgeführt werden. Vielmehr
soll ein Sachverhalt untersucht werden, der für Außenstehende in den meisten Fällen
nicht bekannt ist. Ihr Name.
Wie verhält es sich damit?
Es ist ein eigenartiger Name, den sie sich da gegeben haben, "Zeugen
Jehovas". Ist das überhaupt für Christen richtig? Was heißt denn
"Jehova" wirklich? Was ist denn das überhaupt für ein Wort und Name? Wo stammt
das eigentlich her? Was für einen Namen hat man sich denn da gegeben? Kann man sich
biblisch ernsthaft überhaupt so nennen?
In einem vor längerer Zeit veröffentlichten Artikel der WTG wird behauptet, daß der Name "Jehova" eine der verschiedenen Aussprachen des hebräischen Gottesnamens ist, der schon Jahrhunderte lang gebraucht wird. Man beruft sich dabei auf die Inschriftengeschichte. Man weist hin auf uralte Gesangbücher, Grabsteine, und glaubt somit auf "wissenschaftliche" Weise den Beweis erbracht zu haben, daß "Jehova" der echte, wirkliche Name Gottes für Christen ist. Und daraus wird dann gefolgert, daß auch die Träger dieses Namens die einzigen echten Christen sind. In Wahrheit ist das eine kuriose Logik. Wie immer sieht die Wirklichkeit anders aus. Den Namen "Jehova" gibt es gar nicht als Bezeichnung Gottes in der altjüdischen Religion. Diese Tatsache ist allgemein in der Sprachwissenschaft bekannt, und zwar schon Jahrhunderte lang. Jeder Mensch, der Hebräisch kennt, kann dies bestätigen. Wie aber sind die Angehörigen dieser Gemeinschaft auf diesen Namen gekommen? Wie ist es möglich, daß in der zurückliegenden Geschichte tatsächlich oftmals diese Bezeichnung "Jehova" gebraucht wurde? Dies ist in der Tat ein sprachgeschichtliches Problem und soll erläutert werden. Die Zeugen folgen auf jeden Fall in dieser Frage anfechtbaren menschlichen Traditionen und Konstruktionen.
Zur Problematik
Im Originaltext des Althebräischen kommt die Namensbezeichnung Gottes
sehr oft vor. Zum Beispiel in 2. Mose 6:3, Psalm 83:19 oder Jesaja 42:8. Er wurde mit vier
hebräischen Konsonanten (Mitlauten) geschrieben, ohne Vokale oder Selbstlaute. Es waren
die hebräischen Buchstaben H (He), W (Waw), H (He) und J (Jod). Dies wurde entgegen dem
Deutschen von rechts nach links gelesen, also JHWH. Jedem fällt auf, daß man das nicht
lesen kann. Tatsächlich besteht die Kompliziertheit des Althebräischen darin, daß nur
die Konsonanten (Mitlaute) geschrieben wurden. Im Deutschen erläutert würde das so
aussehen: Das Wort ,;Vater" schriebe man nur "Vtr".
Sprachgeschichtlich entwickelte sich um die Jahrhundertwende neben vielen anderen das "tiberianische Punktsystem" welches sich dann auch durchsetzte und seit der damaligen Jahrhundertwende nun schon fast zweitausend Jahre im Gebrauch ist. In der Praxis sah das so aus, daß man nun auch die Vokale (Selbstlaute) schrieb, angezeigt durch Punkte, welche unter dem Konsonanten stehen, nach dem sie gelesen werden. Im Deutschen würde das vergleichsweise so aussehen: "Vater" = "Vtr".
Aber die Gottesbezeichnung JHWH, ursprünglich etwa "Juachwe", deutsch "Jawe" gesprochen, bildet die berühmte Ausnahme. In der jüdischen Orthodoxie hat bis heute erhalten. Die Gottesbezeichnung "Juachwe" nie ausgesprochen. Das Jom-Kippur-Fest macht eine Ausnahme. So wird beim Vorlesen von Bibelstellen in der Synagoge nicht "Juachwe" gesagt, obwohl es. dort steht, sondern "Adon", Herr. Damit man dies tut, wurden die Vokale vom Wort "Adon" (Herr) einfach über und unter dem Wort "Juachwe" geschrieben. So entstand aus dem Vermischen von Geschriebenem und zu Sprechendem ein ganz anderes Bild. Wenn man die eingangs erwähnten Fakten außeracht läßt, heißt das dann "Jehova".
Name "Jehova" ein sprachlicher Mischmasch
"Jehova" ist also eine durch sprachliche Willkür konstruierte
Bezeichnung. Es ist ein Mischmasch aus dem Geschriebenen (kuree) und dem Gesprochenen
(kutiv): Konsonanten vom Wort "Juachwe" oder "Jahwe" und Vokale vom
Wort "Adon". Das ist seriös überhaupt nicht vertretbar. Aber was interessierte
das schon die WTG, die 1931 unbedingt ein Unterscheidungsmerkmal für die von ihr
geführte Gemeinschaft brauchte. Auch hier zeigt sich, daß die von ihr hervorgekehrte
"genaue Erkenntnis" nur Schein ist. Natürlich waren manche Gelehrte des
Mittelalters nur wenig mit den Sachverhalten vertraut. Auch war jüdisches Kulturgut
weitgehend mißachtet und diskriminiert. Man denke z. B. an die Judenghettos und
Judenprogrome. Die WTG steht auf jeden Fall mit dem Namen "Jehova" auf einem
brüchigen Fundament.
Das Calwer Bibellexikon sagt zur Entstehung des falschen Namens "Jehova" anstelle der richtigen Aussprache "Jahwe" folgendes: "Der Name des Gottes Israel wurde grundsätzlich nicht überliefert. Geschrieben wurden seine Konsonanten jhwh und die Vokale von adonaj (= der Herr), sodaß die M i s c h f o r m Jehowa entstand, die sich im Kirchenlied auch heute noch findet. Durch die Wissenschaft wurde im 19. Jahrhundert der Sachverhalt aus der griechischen Schreibung festgestellt."
Es ist traurig für aufrichtige Menschen, die der WTG
keineswegs aus schlechten Beweggründen folgen, daß sie hieraus keine Konsequenzen
ziehen. Sollte man nicht prüfen, unter was für einen Namen man sich stellt? Hier liegt
eine Verantwortung für jeden einzelnen."
eingesandt
DER NAME JEHOVA IST EIN STARKER TURM?
Eine Rezitation
Einer der deutlichsten Beweise dafür, daß das Werk Brooklyns eine grobe
religiöse Irreführung darstellt, ist die Tatsache, daß alle Wachtturmanhänger unter
einem falschen Namen laufen, wenn sie sich "Jehovas" Zeugen nennen. Woher stammt
der Gottesname "Jehova"? Das alte Testament wurde in hebräischer Sprache
geschrieben. Im Hebräischen wird der Gottesname der Juden durch die vier Konsonanten JHVH
ausgedrückt. In der hebräischen Sprache wurden die Vokale wie a, e, i, o, u,
ursprünglich nicht geschrieben. Aus ehrfurchtsvoller Scheu sprechen die Juden den
heiligen Namen Gottes nicht aus, sondern sagen stets "Adonai", was auf deutsch
"Herr" heißt.
Jüdische Textkritiker, Massoreten genannt, machten es sich Zeit von etwa 750 bis 1 000 n. Chr. zur Aufgabe, den ursprünglichen hebräischen Text in Aussprache und Vortrag genau zu fixieren. So setzten sie unter die hebräischen Konsonanten bestimmte Zeichen für die sonst nur gesprochenen sogenannte Vokalzeichen. Was den Gottesnamen betraf, so setzten sie bei JHVH die Selbstlaute von "Adonai" ein, weil die Juden Adonai sagten, wenn sie von ihrem Gott sprachen. Nach den Regeln der massoretischen Vokalisation oder Selbstlautordnung schrieben sie unter das J ein e an Stelle des a, weil J kein Gaumenlaut ist. Das zustande gekommene Wort sah nun aus wie JeHoVaH. Nur von sprachkundigen Christen wurde dieses Wortgebilde als JEHOVA gesprochen.
So ist der Name JEHOVA zwischen dem 11. und 14. Jahrhundert n. Chr. aufgekommen. (Vorwort zu "The New World Christian Greek Scriptures", Neue-Welt-Übersetzung des Neuen Testamentes der Wachtturmgesellschaft) - Anmerkung: Im Vorwort zur deutschen Übersetzung n i c h t ausgeführt! -
Die richtige Form der Bezeichnung JHVH für den Gott der Juden ist, nach den Kennern der Sprache nicht JEHOVA, sondern JAHWE. Jehova ist auf jeden Fall falsch, darüber sind sich die meisten Gelehrten und Sprachforscher einig. Auch die Wachtturmführung hat seit 1950 dieser Tatsache zugestimmt.
Die Lexika sagen über den Namen JEHOVA:
Jehova, fälschlich für Jahwe (Knaur)
Jehova, siehe Jahwe (Großer Brockhaus)
Über den Namen JAHWE:
Jahwe (fälschlich Jehova) Name Gottes im AT (Knaur)
Jahwe, die ursprüngliche Aussprache des Eigennamens des Gottes Israel
(Großer Brockhaus)
Selbst die für die Brooklyner "Fürsten" sehr maßgebliche
Elberfelder Bibelübersetzung sagt in ihrem Vorwort unter "Die Namen Gottes":
(S. IV)
"Jehova, wir haben diesen Namen des Bundesgottes Israel beibehalten,
weil der Leser seit Jahren an denselben gewöhnt ist
Von den neueren Gelehrten wird
fast einstimmig angenommen, daß anstatt JEHOVA oder JEHOVI ,Jahwe' zu lesen sei."
Und in ihrer eigenen Bibelübersetzung, der sogenannten
Neuen-Welt-Übersetzung des Neuen Testamentes, erklären die Brooklyner auf Seite 82, daß
der Name JEHOVA tatsächlich erst seit dem 14. Jahrhundert aufgekommen ist. "While
inclining to view the pronunciotian ,Ya.weh' os the more correct way, we have retained the
form Jehova' because of people's familiarity with it since the 14th century." (Obwohl
die Aussprache ,Ya.weh' als korrekter anzusehen ist, haben wir die Form 'Jehova' wegen
ihrer Volkstümlichkeit seit dem 14. Jahrhundert) - Anmerkung: Diese Ausführungen f e h l
e n im Vorwort der deutschen Übersetzungen der NW! -
Auch in ihrem Buche "Ausgerüstet für jedes gute Werk" auf Seite 25 geben sie zu, daß JEHOVA nicht die ursprüngliche Form ist. Im "Wachtturm" wurde die Form JAHWE hin und wieder gebraucht (z. B. vom 15. 4. 1957, S. 230). Damit ist bewiesen, daß der Name Jehova falsch ist, daß die "Zeugenführer" also unbiblischen massoretischen Traditionen anhängen. Obwohl sie in ihrem Buch "Gott bleibt wahrhaftig" auf den Seiten 11, 12 und 16 in derer Weise sämtliche Anhänger unbiblischer Traditionen unter Hinweis auf Christus und Paulus als Lügner, Scheinheilige und Heuchler brandmarken, sind sie nicht bereit, mit ihren eigenen unbiblischen, massoretischen, volkstümlichen Traditionen, den Gottesnamen betreffend, zugunsten der Wahrheit zu brechen. Wider besseres Wissen halten sie am falschen Namen Jehova fest und nennen sich danach. Sie werden auch weiterhin versuchen, die Bedeutung der Falschheit ihres Namens zu bagatellisieren, ja völlig bedeutungslos zu machen. Aber mit ihrem Urteil über die Anhänger unbiblischer Traditionen entlarven sich die Brooklyner selbst als Heuchler und Lügner. Warum verwerfen die Wachtturmführer nun nicht den Namen Jehova, wo sie ihn doch selbst als eine falsche Bezeichnung für ihren Gott erkannt haben? Warum geben sie nicht dem richtigen Gottesnamen den Vorrang und nennen sich offiziell "Jahwes Zeugen"?
Hier spielt die Macht der Gewohnheit eine Rolle, die
Macht der Tradition. Bald ein Jahrhundert lang haben die Zeugenführer den Namen JEHOVA
als "heilig, unantastbar, einzig, lebenswichtig und inspiriert" verkündet und
proklamiert. Die Anhänger haben sich also daran gewöhnt. Diese Tradition zu verwerfen
wäre verheerend für Brooklyns internationale Organisation. Einmal käme die ganze, so
mühsam errungene Popularität in den Kreisen, die sie für sich interessiert haben, ins
Wanken. Aber auch die Anhänger selbst würden in schwere Erschütterungen geraten, wollte
man das "Heiligste" auf einmal verwerfen. Es ist schon genug "göttliche
Wahrheit" verändert, umgemodelt oder umgestoßen worden. Wenn gar der Name Jehova
ins Wanken käme, was wäre dann noch von Bestand? -
(Aus: Günther Pape, Ich war Zeuge Jehovas, Berlin 1961)
DIE WTG IST SICH DER FALSCHHEIT DES NAMEN
"JEHOVA" SEHR WOHL BEWUSST!
Man muß nur aufmerksam genug hinschauen
Ein heißes Eisen, eine gefährliche Frage
Man stelle sich vor, die WTG würde gemäß den Worten Jesu, zuerst den
Balken aus dem eigenen Auge zu ziehen und vor der eigenen Tür zu kehren, ihre eigenen
menschlichen Traditionen überprüfen, denen sie mit der Bezeichnung "Jehova"
anhängt. Man stelle sich vor, sie würde den Namen "Jehova" fallen lassen und
wie es richtig ist, "Jahwe" einführen. Man stelle sich vor, die "Zeugen
Jehovas" müßten sich "Zeugen Jahwes" nennen. Das käme möglicherweise
einem Schlaganfall für die Organisation gleich, einem Kollaps.
Die Namensbegründung von 1931
Als 1931 die bis dahin übliche Bezeichnung "Bibelforscher"
durch "Jehovas Zeugen" ersetzt wurde, ließ die WTG von allen eine
"Resolution" annehmen, in der die ausschlaggebende Begründung lautete:
"daß Jehova der wahre und allmächtige Gott ist, weshalb wir mit Freuden den Namen,
den der Mund Gottes, des Herrn, genannt hat, annehmen und wünschen, unter folgendem Namen
bekannt zu sein und also genannt zu werden: Jehovas Zeugen. - Jes. 43: 10-12, 62-2, Off.
12:17" (Jehovas Zeugen in Gottes Vorhaben, S. 125)
Ab sofort erschien auf jeder Titelseite des Wachtturms weltweit der Text: "Ihr seid meine Zeugen, spricht Jehova Jes. 43:12." Wer macht sich schon Gedanken darüber, daß Jesaja in vorchristlicher Zeit lebte, daß diese Worte nur zum damaligen Volk Israel gesprochen wurden, daß sie überhaupt keine Namensgebung darstellten, daß sie eine Zeugenschaft bedeuteten, die unter dem alten Bund, dem Gesetzesbund stand und die mit Jesus ihr Ende fand. Wenn noch jemand Zeuge Gottes dieser Art sein konnte, dann allenfalls Jesus allein als der "treue und wahrhaftige Zeuge" Off. 1:5. Und er gebot seinen Nachfolgern nicht, "Zeugen Jehovas" zu sein, sondern sein Auftrag lautete: " Ihr werdet Zeugen für mich sein " Apg. 1:8. So können sich Christen nicht mit dem alttestamentlichen Jesaja-Wort belegen. Für sie gilt das Wort Christi. Wenn in der Resolution zum Schluß Offenbarung 12:17 zitiert wird, so ist das eine glatte Bibelvergewaltigung, weil dort ausschließlich vom "Zeugnis Jesu" gesprochen wird, von keinem "Zeugnis Jehovas". Doch in Wirklichkeit steht in der WTG-Organisation der "Wachtturm" über die Bibel. Die Namensgebung von 1931 hat nicht der "Mund Gottes" vorgenommen, sondern die WTG selbst.
Plötzlich verschwand der Name aus dem Wachtturm!
Die deutsche Wachtturm-Ausgabe vom 15. März 1974, im deutschen Sprachraum
mit "Zeugen Jehovas" und der Jesaja-"Begründung". Weltweit hatte man
plötzlich einen Wandel vollzogen. Eine Erklärung ist die WTG ihren Zeugen dafür bis
heute noch schuldig. Das war nicht nur eine kosmetische oder optische Veränderung. Den
Namen "Zeugen Jehovas" von der Wachtturm-Titelseite weltweit zu streichen, hat
schon seinen Grund! Und der war so einfach wie schwerwiegend: Die alttestamentliche
Jesaja-"Begründung" konnte der Kritik nicht mehr standhalten. Der "Mund
Gottes" hatte da ohnehin nichts "genannt", sodaß die WTG mit dieser
Streichung "Gott über den Mund gefahren" wäre. Vielleicht haben etliche einige
Male geschluckt, als sie diese Streichung bemerkten. Bei allen Aufrichtigen wird dies aber
ohne Zweifel ein Same sein, der noch aufgeht.
Ein Kompromiß, und was er bedeuten kann
Auffallend liest man nun in den Wachtturm-Schriften schon seit einiger
Zeit eine neue Formulierung, eine neue Bezeichnung, nämlich "Jehovas christliche
Zeugen Jehovas" oder die "christlichen Zeugen Jehovas". Das ist natürlich
noch keine offizielle Bezeichnung, die man vielleicht gar über dem Eingang eines
"Königreichssaales" angebracht hätte, wie die Versammlungsstätten noch
bezeichnet werden. Es ist ein Kompromiß. Das geht schon eine ganze Weile so. Die neu
Hinzukommenden jedenfalls haben sich von Anfang an gleich mehr oder weniger so zu
verstehen, sind sie doch die nächste Generation, in die das ganze Werk nun vorsichtig
weitergeschoben wird. Wenn dann die Nachkriegsgeneration "vergangen" ist, von
der ohnehin nur hier und da etliche leben, dürfte eine vollständige Streichung der
Bezeichnung "Jehovas Zeugen" nur noch wenig Schwierigkeiten bereiten. Mit Gott
hat das alles nichts zu tun. Wer das überblickt, sieht wohlausgewogene, langfristige
psychologische Kalkulationen und Manipulationen. Ihre bereits fast 200 Jahre
überspannende "Endzeit"-Verkündigung hat sie in Brooklyn ohne Zweifel sehr
erfahren darin gemacht, wie man das mit sowenig Erschütterungen wie möglich machen muß.
Das Jahr 1799 war ursprünglich "nach den eigenen Worten des Propheten der Beginn der
Zeit des Endes". (Die Harfe Gottes, S. 215, WTG Magdeburg 1926). Die jetzige
Kompromiß-Formulierung "christliche Zeugen Jehovas" oder "Jehovas
christliche Zeugen" sind der Beweis dafür, daß die WTG genau weiß, was auf dem
Spiel steht. Diese Kompromiß-Formulierung beweist weiter, daß die gesamte Opposition
gegen die WTG in dieser Frage völlig zu Recht besteht! Überschaut man das ganze Problem
insgesamt, so ist offensichtlich, daß sich die WTG in der Tat der Falschheit des Namens
"Jehova" für ihre Zeugen völlig bewußt ist, was ihnen in seiner Tragweite
jedoch nicht zum Bewußtsein kommen soll. Nachfolger Christi können sich nicht
"Zeugen Jehovas" nennen, wenn sie in seinem Worte bleiben wollen. -
IST "JEHOVA" GOTTES HEILIGER NAME?
Die einen pflegen diese Frage mit einer erstaunlichen Sicherheit zu
bejahen. Andere verneinen sie.
Was ist nun richtig?
- Aus: Immer im Bilde 7 -
Wer als erster die freie Lautung Jehova prägte
Um überhaupt das Problem richtig zu erkennen, müssen wir zunächst
einmal folgende Tatsache sehen: Die hebräische Schrift des biblischen Urtextes kannte
keine Selbstlaute. Der Leser mußte aus seiner Kenntnis die Selbstlaute beim Lesen
gedanklich einfügen. Die hebräische Schrift sah vergleichsweise so aus, wie wenn man das
deutsche Wort Stück als Stck. abkürzte. Der Name Gottes wurde im Hebräischen also nur
mit Mitlauten geschrieben: JHWH. Da die Juden aus übertriebener Ehrfurcht den Namen
Gottes auszusprechen vermieden, ist die Kenntnis seiner richtigen Aussprache verloren
gegangen. Wir wollen daher auf drei Fragen Antwort suchen: Woher rührt die uns heute
geläufige Aussprache des Namens Gottes? Ist die uns heute geläufige Aussprache des
Namens Gottes richtig oder falsch? Kann man die ursprüngliche Aussprache des Namens
Gottes in außerbiblischer Literatur wiederfinden?
In dem empfehlenswerten Büchlein "Vom Zeugen Jehovas zum Zeugen Jesu Christi" von H. J. Twisselmann (Brunnen-V.) 4. Auflage, finden wir auf Seite 69 folgende Notiz: "Die Wachtturmgesellschaft, die von der Anerkennung und dem Gebrauch dieses ,Jehova'-Namens das Heil abhängig macht, ist ein großer Gegner der römischen Kirche. Aber gerade diese Form der Aussprache des göttlichen Namens verdankt sie dem Beichtvater von Papst Leo X., Petrus Golatinus, der sie vom Jahre 1518 an vertrat. Vorher haben weder Juden noch Christen Jehova' gelesen." In einem Brief vom 7. 9. 1973 schreibt mir das Katholische Inform.-Büro Glaubensgemeinschaften - D 7961 Haisterkirch: "Sachlich richtig ist, daß der Franziskaner Galatinus, Beichtvater Leo des X. in seinem Werk De arcanis catholicae veritatis' die Wiedergabe des Tetragrammatons mit Jehova gibt. Es ist auch richtig, daß er dem Papst empfahl, diese Ausspracheform zu gebrauchen." Mit Tetragrammaton bezeichnet der jüdisch-griechische Philosoph Philo (um 25 v. bis 50 n. Chr.) die vier Buchstaben des Namens Gottes, sonst üblich: Tetragramm.
Einem Brief vom 17. 7. 1974 des Theologischen Seminars
der Universität Kiel entnehme ich. "Galatinus verteidigt die Aussprache Jehova,
setzt sie aber auch schon voraus. So weist er darauf hin, daß Reuchlin wisse, der
Gottesname sei Jehova zu lesen."
Johannes Reuchlin: (1455-1522) erster deutscher Hebräischlehrer.
Das "Lexikon zur Bibel" (5. Auflage, Spalte 967) erwähnt auch
das Problem des Gottesnamens, "der infolge übertriebener ängstlicher Befolgung des
3. Gebotes (2. Mose 20, 7) von den Juden zwar mit den konsonantischen Schriftzeichen JHWH
geschrieben, aber so gelesen
wurde, als ob das Wort adonaj 'Herr' dastände . . .
Als dann später bei der Erweiterung der hebr. Schrift durch Vokalzeichen
zu den
adonaj hinzugeschrieben wurden - wobei nach einem hebr. Sprachgesetz aus dem ersten a ein
e wurde -, so bedurfte es nur noch der Unkenntnis mittelalterlicher Übersetzer, damit
,J-e-H-o-W-a-H'
gelesen wurde." Die Aussprache Jehova ist also das Ergebnis
einer willkürlichen Kombination und daher falsch. Die den Konsonanten des Gottesnamens
JHWH hinzugefügten Vokalzeichen sollten ja nicht mit diesen zusammen gelesen werden,
sondern nur daran erinnern, daß statt des Gottesnamens die Bezeichnung adonaj (Herr) bzw.
älohim (Gott) zu lesen seien. In dem Werk "Cursus completus patrologiae" (J. P.
Uligue, Bd. 9, Spalte 59) finden wir folgenden Hinweis: ,Sanctus Pagninus, der - wenn er
nur nicht verleitet worden ist von Häretikern - als erster die fremde Lautung Jehova
geprägt hat." Der erwähnte heilige Pagninus (1470 bis 1541) stammt aus Lucca in
Italien, war führender Orientalist, Bibelübersetzer und Ausleger. Er fand Unterstützung
seiner Arbeit seitens Papst Leo X.
Jahwe als richtige Form des Gottesnamens bestätigt
Ich zitiere noch einmal aus dem Brief vom 17. 7. 1974 des Theologischen
Seminars der Universität Kiel: "Aussprache ,Jehova': Die Frage läßt sich nicht
sicher beantworten, wer sie eingeführt hat. Der erste sichere Nachweis findet sich bei
Porchetus de Salvaticis Victoria Porcheti adversus impios Hebraesos', geschrieben
1303." Im oben genannten Werk "Cursus completus patrologiae" finden sich
die Schriften der sogenannten Kirchenväter, welche der Zeit der Kenntnis der richtigen
Aussprache des Namens Gottes näher stehen. Zwei Umstände lassen uns aufhorchen: Sie
erwähnen öfters den Namen Gottes und zwar schrieben sie in griechischer Schrift (einer
Schrift mit Selbst lauten). Für uns ist jetzt nur dies wichtig, wie sie das Testament
gelesen haben.
Das genannte Werk antwortet darauf wie folgt:
Bd. 9, Spalte 60 Klemens von Alerxandria (griech. Kirchenschriftsteller
des 2. Jahrh.) gibt den Namen Gottes mit Jau wieder in Stromatum, Lib. V. 6,34.
Bd. 41, Spalte 685 Epiphanius von Salamis (Metropolit, Ketzerbestreiter,
ca. 315-403) gibt den Namen Gottes mit Ja und Jabe wieder in Adversus Haereses Lib. I.
Tom. III - Haeres. XL.
Bd. 80, Spalte 244, Theoderet Bischof von Kyrrhos, Syrien, ca. 393-457)
gibt den Namen Gottes mit Jabe und (A)ja wieder in Ex Interogationes 15.
Bd. 83, Spalte 460. Derselbe Verfasser gibt den Namen Gottes mit Aja und
Jaboj wieder in Haereticar. Fabular. Compendium - Lib. V.
Die Kurzform "Ja" ist uns neutestamentlich im griechisch
geschriebenen Halleluja (Oft. 19, 1.3.4.6) überliefert, zu deutsch: Lobet Ja(hve)! Ferner
auch in Namen, die mit ja enden, z. B. Uri-ja (mein Licht ist Ja(hve), Jesaja (meine
Rettung ist Ja(hve), Hiski-ja (meine Stärke ist Ja(hve). Theodoret sagt in oben
angeführter Stelle (Ex Interrogationes 15) wörtlich: "Geschrieben wird es mit vier
Buchstaben, weshalb es Tetragramm genannt wird . . . Die Samariter nennen es Jabe, (Anm.:
b wurde weich gesprochen, wie unser w) die Juden aber (A)ja."
In der Realencyklopädie f. prot. Theol. u. Kirche (Bd. 8, 3. Auflage)
lesen wir auf Seite 533 dazu: "Jenes Jobo dagegen" in dem nur Jahwe erkannt
werden kann, hat gerade der Samariter um so größeres Gewicht, als sie an das Verbot der
Aussprache des heiligen Namens im Gegensatz zu den Juden nicht gebunden sind
Dazu
der neuerdings mehrfach (vergl. LCB 1896, 3) betonte Umstand, daß samaritanische Gedichte
den Reim nach JWWH auf eh ausgehen lassen."
Das Wachtturmbuch "Die Wahrheit, die zu ewigem
Leben führt" (Aufl. 1968 S. 18) sagt: "Es ist jedoch nicht ausschlagebend, wie
du den Gottesnamen aussprichst, ob ,Jahwe', 'Jehova' oder anders."
Doch wie sagt die Bibel: "Wenn daher jemand weiß, wie er das tun
soll, was recht ist, und es doch nicht tut, so ist es ihm Sünde" (Jak. 4, 17).
"Wer seine Sünden verhehlen will, kommt nicht zum Ziel, wer sie aber bekennt und
läßt, der findet Erbarmen" Spr. 28, 13.
Der entscheidende Name
Jede Überbewertung des alttestamentlichen Gottesnamen findet im Neuen
Testament keine Grundlage. Noch Willen ist JESUS der "Name über allen Namen"
(Phil. 2:9). Darum kann es nur von IHM heißen: "IN KEINEM ANDEREN IST DAS HEIL, AUCH
IST KEIN ANDERER NAME UNTER DEM HIMMEL DEN MENSCHEN GEGEBEN, DURCH DEN WIR GERETTET WERDEN
SOLLEN" (Apg. 4:12). Wie können bibelforschende Christen dennoch von Kenntnis und
Gebrauch eines anderen Namens das Heil abhängig machen?
Der ganze Reichtum der Heilsgaben Gottes ist ja
ausdrücklich denen verheißen, die glauben an Jesu Namen:
- Gottes Kinder sind, "die an seinen Namen glauben" (Joh. 1, 12)
- Vergebung ihrer Sünden empfangen, "alle die an ihn glauben durch
seinen Namen" (Apg. 10, 43, 1. Joh. 2, 12)
- Gerecht geworden sind sie "durch den Namen des Herrn Jesu" (1.
Kor. 6, 11)
- Und das ewige Leben erlangen sie nur "durch den Glauben
in
seinem Namen" (Joh. 20, 31).
Wenn es sich aber so verhält, hilft es dann, die Menschen über den Namen
"Jehova" aufzuklären? Dann muß den nach Heil und Leben Hungernden und nach
Vergebung Verlangenden doch der Name Jesu gepredigt werden! Darum predigten die Apostel
"den Namen des Herrn Jesus" (Apg. 9, 28). Davon müssen selbst die Gegner
ungewollt Zeugnis ablegen, indem sie verlangen, "sie sollten nicht reden im Namen
Jesu", nicht "lehren in diesem Namen" (Apg. 5, 40.28). Es dennoch zu tun,
bedeutete für Jesu Zeugen (Apg. 1, 8, Offbg. 17, 6) "um seines Namens willen Schmach
zu leiden" (Apg. 5, 41 ; 9, 16). Für sie aber war in allen Fällen das eine
entscheidend: "Der Name des Herrn Jesus ward hochgelobt" (Apg. 19, 17).
- Hans Joachim Schultz D-2070
WACHTTURM-KONGRESSE "SIEGREICHER GLAUBE" IM
JAHRE 1978
Aufgaben und Ziele im 3. Jahr nach 1975
München und Düsseldorf
Im Rahmen der internationalen Kongreß-Serie 1978 werden von der WTG in
diesem Jahr nur zwei große Kongresse in der BRD durchgeführt, in München und in
Düsseldorf, für den südlichen bzw. den nördlichen Teil des Landes. Sie werden als
internationale Kongresse bezeichnet. Die Programme laufen auch in englischer,
griechischer, türkischer, spanischer, italienischer, portugiesischer Sprache, wie auch
für jugoslawische Teilnehmer. Das Kongreß-Programm läuft 5 Tage. Die Abende werden
nicht mehr mit Darbietungen angefüllt und sind für die Teilnehmer zur Freizeit geworden.
Generell werden alle darauf hingewiesen, daß die Kongreß-Ausgaben auf Grund der
steigenden Lebenshaltungskosten für jeden höher sein werden. Über die
Kongreß-Abteilungen "Freiwillige Dienste" wird organisiert, daß der
organisatorische Ablauf und die anfallende Arbeit weitgehend von den Teilnehmern selbst
freiwillig und kostenlos bewältigt wird. Es wird schon im Voraus auf Unbequemlichkeiten
orientiert.
Das Kongreß-Motto "Siegreicher Glaube"
Dieses Motto des Jahres 1978 stellt angesichts der mit dem falschen
1975-Weltende erneut als grundsätzlich haltlos erwiesenen
"Endzeit"-Verkündigung eine generelle "Flucht nach vorn" dar. Es ist
ein Vorwärtsreißen aller unter einem Halleluja, in einer Sieger-Euphorie, in einem
Glaubenstaumel, dieweil sie in Wahrheit und Wirklichkeit auf einem "verlorenen
Posten" stehen. Sie "erfüllen" keine "Endzeit"Generation, wie
das erste WTG-"Endzeit"-Datum von 1799 vor nunmehr fast 200 Jahren beweist. Sie
sinken eine Generation nach der anderen ins Grab. Eine Generation nach der anderen
"verging" und "vergeht" vor unseren Augen. Das Kongreß-Motto
"Siegreicher Glaube" soll über diese Wirklichkeit hinwegtäuschen,
hinwegreißen, hinwegtreiben, eine neue gigantische geistige Überrumpelung, ist doch in
Wahrheit der "Endzeit"-Glaube ein "verlorener Glaube", Generation um
Generation seit 1799.
So wird ihnen allen ein "siegreicher Glaube" eingeredet, der, an der unglaubwürdigen "Endzeit"-Verkündigung gemessen, überhaupt nicht existiert. Laufend, seit dem ersten Termin von 1799, ist der "Endzeit"-Glaube, den die WTG vermittelt, als falsche Prophetie durch die anders verlaufende Entwicklung besiegt worden. Jüngst erst wieder 1975. Mit dem Kongreß-Motto machen sie sich alle, einer dem anderen, selbst etwas vor.
Die Presseberichte: Sand in die Augen
Wenn man hinterher immer die Presseberichte anschaute - viel legten sich
richtige Sammlungen an und tauschen sie aus - so stellte man meistens nur eitel Lob fest,
wie wunderbar alles organisiert gewesen sei und wie einwandfrei sich alle Teilnehmer
benommen hätten. Sind diese Journalisten wirklich so einfältig oder werden sie
gezwungen, so zu schreiben? Nur wenige wagen es, sich mit der WTG anzulegen.
Die Weisungen, die die WTG in Vorbereitung der Kongresse 1978 gab, lassen ein wenig hinter die Kulissen blicken. Es wird vor "schlechtem Benehmen" gewarnt. Keiner soll in "schäbiger oder legerer" Kleidung kommen, Bei früheren Kongressen habe es Betrunkene und Lärmende gegeben, Teilnahme an Diskotheken und Tanzveranstaltungen. "Schwere moralische Vergehen" seien bei der WTG anzuzeigen. Es wird auch für erforderlich gehalten, die Teilnehmer dazu anzuhalten, daß sie ihre Unterkünfte bezahlen. Hinter diesen WTG-Weisungen verbirgt sich alles andere, als ein "wunderbares" Verhalten! Daß viele ZJ-Jugendliche die Gelegenheiten nutzen, in der Großstadt, in der der Kongreß abgehalten wird, möglichst unerkannt einmal eine Diskothek oder Tanzveranstaltung zu besuchen, macht die kulturelle Einengung sichtbar, die nur zu oft es sogar verunmöglicht, das junge Menschen einen Lebenspartner finden können. Besondere Sorge bereitet der WTG, was an den Abenden geschieht, da die Umstände die WTG zwingen, keine Abendprogramme mehr durchzuführen, nach denen viele oft erst Mitternacht in ihre Quartiere kamen. Die Räder der Organisation mahlen mächtig im Sand. Sogar vor Dieben während des Kongreß-Programm wird gewarnt. Niemand soll auf seinem Sitzplatz in der Versammlungsstätte etwas liegen lassen. Ein Werk Gottes, das durch Engel beschützt und behütet wird? Selbst hat jeder aufzupassen.
Schließlich belegen viele egoistisch und rücksichtslos die Plätze der Versammlungsstätten, und wenn deswegen andere stundenlang stehen müssen. Dieser Familien- und Gruppenegoismus ist zu einem zentralen Problem geworden. Nicht die elementarste Brüderlichkeit ist hier vorhanden, allenfalls auf den Lippen und dem Papier. "Erst einmal ich", schon bei der Platzverteilung. Was wäre erst, wenn es um die existentiellen Lebensgüter der Menschen ginge! Auch diese Vorgänge hinter den Kulissen zeigen, daß dies nur ein Menschenwerk ist. Die Aufrichtigen werden dies erkennen.
Täuschung der Herzen der Arglosen
Welches Herz einer Mutter wird nicht warm angesprochen, wenn ihr gesagt
wird, daß sie auf dem Kongreß die Gelegenheit hat und ergreifen kann, daß ihr Kind
viele Kinder aus anderen Ländern kennenlernen kann! Viele haben solche Gelegenheiten nie
im Leben! "Vielleicht werden einige aus anderen Ländern in ihrer sauberen,
leuchtenden Landestracht erscheinen!" So wird gemahnt und gelockt. Grußworte
austauschen in anderen Sprachen! Internationale Freundschaften schließen! Mit anderen aus
fernen Ländern korrespondieren! "Menschen treffen Menschen!" Stärker als je
zuvor wird schon in der Kongreßvorbereitung diese Saite zum Klingen gebracht. Und
wieviele werden um dieser Dinge willen sagen, ja, ich fahre!
"Uns unter unsere Brüder aus anderen Ländern mischen und die Initiative ergreifen, indem wir uns vorstellen!" So soll jeder vorandrängen. Was für ein gegenseitiges Vorstellen wird das sein! Es ist die klug ausgedachte psychologische Strategie der WTG jetzt nach ihrem falschen Weltende von 1975, einen dem anderen zu verpflichten, jeden durch das Bekenntnis vor dem anderen zu binden: Auch ich, und meine Familie, glauben dem WT. Wie sagte der vormalige WT-Zweigdiener Konrad Franke 1968 in Hamburg, als vorgehalten wurde: Was, wenn 1975 nichts passiert? "Dann blamieren wir uns eben mit der Gesellschaft!" Wie unglaubwürdig das ganze "Endzeit"-Werk auch ist, jeder soll an seine Fortentwicklung und ständige Weiterverschiebung gebunden sein, daß er nie mehr davon loskommt. Es sollen ihn Erfahrungen, Empfindungen und Gefühle damit verbinden, gegen die Vernunft, die nüchterne Einsicht, daß doch alles haltlos ist, nicht aufkommt. Massenhaftes gegenseitiges Vorstellen auf den Kongressen, rührende, in fremden Sprachen gestammelte Begrüßungen, wobei mit kaum kritische Erörterungen möglich sind, beeindruckende leuchtende Farben, dies alles wird bewußt angeregt.
Es ist eines der Geheimnisse der Bindung an die WTG, was sie auch zumutet, zu predigen: Das "Herz" den "Verstand" ausspielen und einsetzen, Emotionen gegen rationale, vernünftige Überlegungen, die das "Endzeit"-Werk doch längst als haltlos erkennen lassen. Es ist eine Erfahrung, daß die emotionalen, gefühlsmäßigen Eindrücke der Kongresse am längsten nachwirken. W a s da glaubend gemacht wurde, ist bald wieder aus dem Sinn und müßte erst wieder nachgelesen werden.' Die "leuchtenden Farben" aber schildert man noch lange, begeistern noch lange die Gemüter, die Herzen der Arglosen über die laufenden "Endzeit"-Verschiebungen weiter hinwegtäuschend.
Die realen Kongreßergebnisse
Sie bestehen alles in allem in einem weiteren gewaltigen Antrieb, das
WTG-"Endzeit"-Werk ohne zu murren und ohne kritisch zu hinterfragen
"begeistert" fortzusetzen und zu verhindern, daß irgend jemand stutzig wird. So
wird von vornherein Ausgeschlossenen weder Quartier und Unterkunft zur Teilnahme an den
Kongressen gegeben noch vermittelt. Ihre Teilnahme soll schon von den örtlichen
Versammlungen her unmöglich gemacht werden. Diese Weisungen wurden erstmals ausgegeben.
Sie zeigen die zunehmende Furcht vor aufklärender Opposition. Wird sie 1978 stärker sein
als 1977?
- wird fortgesetzt -
ZUSCHRIFTEN/BERICHTE/INFORMATIONEN
C. T. Russell bejahte die Evolutionstheorie
Im Jahre 1914 veröffentlichte die WTG unter ihrem ersten Präsidenten
Pastor C. T. Russell die Bilddokumentation "Das Photo-Drama der Schöpfung". Wir
lesen darin (S. 12, dt., 5, Auflage, Magdeburg 1925) über die Entstehung der Tiere auf
Erden folgendes:
"Evolutionstheorie und Bibel haben in scharfem Gegensatz zueinander
gestanden. Es ist jedoch viel unnötige Reibung verursacht worden. Nur in Bezug auf den
Menschen redet die Bibel von einer besonderen, direkten Schöpfung Gottes. Die Zeugnisse
der Schöpfungsgeschichte in Bezug auf die niedrigen Geschöpfe sind vielmehr dem Gedanken
einer spezialisierten Evolution günstig.
Der richtige Gedanke scheint der zu sein, daß unter Gottes Überwaltung
verschiedene Arten von Geschöpfen fortgesetzt entwickelt wurden und schließlich
feststehende Arten bildeten, von denen es keine Abweichungen oder Abänderung geben
sollte."
Das erneute Fiasko, das die WTG allen Arglosen mit dem falschen Weltende
von 1975 bereitete, zwingt letztlich zum Überdenken des gesamten
"Weltablaufes", den die WTG als "Vorhaben Jehovas" konstruiert hat.
WEITERE AUSEINANDERSETZUNGEN UND AUFBRÜCHE UNTER DEN
ZEUGEN IN MECKLENBURG UND SACHSEN!
Liebe Leser,
liebe Brüder und Schwestern
Wir hoffen und wünschen, daß auch der Same, der mit dieser CV-Ausgabe
ausgestreut wurde, früher oder später überall aufgehen möge. Wir sind sicher: In
aufrichtigen Herzen wird es Frucht tragen. Im Zusammenhang mit der CV-Wirksamkeit ist es
nun zu weiteren fruchtbaren Auseinandersetzungen und Aufbrüchen in Mecklenburg und
Sachsen gekommen. Im Brennpunkt stehen Zeugen-Gruppen in Bad Doberan mit höchsten
Aufsehern und in Dresden. Die Dresdener Entscheidungen haben bereits ausgestrahlt bis an
die Ostsee! Erwartet darüber in CV ausführliche Berichte. Wer inzwischen etwas erfahren
hat, sollte den Dingen weiter nachgehen. Die Zeit i s t herbeigekommen! Alle werden den
Mißbrauch des christlichen Glaubens seitens der WTG erkennen. Allein darum geht es. Macht
überall guten Gebrauch auch von dieser CV-Ausgabe.
In christlicher Verbundenheit
Eure Brüder und Schwestern
Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen
CV-Leitung Gera, Thür.
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"Christliche Verantwortung"; Monatsschrift der Studiengruppe
Christliche Verantwortung. Herausgeber: Wolfgang Daum. DDR 65 Gera, Otto-Dix-Straße 6.
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