Kommentare zu den eingescannten CV-Ausgaben

CV 103

Als "Augurenlächeln" bezeichnet die CV in dieser Ausgabe die Reaktion der Zeugen Jehovas, auf den Vorhalt sie seien "antkommunistisch". Mit der Wahl dieser Vokabel verdeutlicht man selbst, dass dieser vermeintliche "Trumpf" bei den Zeugen Jehovas nicht so richtig sticht. Warum ist das so?

Zum einen. Ein Politologe der den politischen Substanzkern der Zeugen Jehovas herausarbeitet, würde wahrscheinlich auch sagen. Sie gehen nicht konform mit den "Wertvorstellungen" Systeme kommunistischer Art. Dieses nicht konform gehen, wird dann aber gleichzeitig maßlos überhöht, indem es von Seiten der hinter der CV stehenden Kräfte als "militanter Antikommunismus" hochgejubelt wird. Die Geschichte kennt militante Antikommunisten. Die Zeugen Jehovas gehören mit Sicherheit nicht zu ihnen.

Dies alles ist für sie noch lange kein "Freibrief". Jeder aktiven politischen Tätigkeit sind die Zeugen Jehovas durch ihre Leitung entfremdet. Ganz gleich welche "Farbe" diese politische Richtung nun hat. Mehr noch. Sie sind bewusst auf dass Niveau von politischen Analphabeten zurechtgestutzt, durch ihre Leitung. Auch das kann man als Politik bewerten. Auch der Analphabet wirkt indirekt politisch. Aber nicht in dem Sinne wie kommunistische und analoge Regime ihn sich wünschten. Der Vorwurf die Zeugen Jehovas seien "Antikommunisten", reduziert sich in der Praxis darauf, dass es lediglich politische Analphabeten sind.

Mit Analphabeten zusammen leben zu müssen, kann durchaus Stress erzeugend sein. Das ist alles nachvollziehbar. Wenn jene Regime allerdings meinen diesen Stress grundsätzlich nicht ertragen zu können, ist dies letztendlich auch eine kritische Rückfrage an diese Systeme. In letzterem Sinne sehe auch ich mich dann letztendlich als Antikommunist. Nicht aus der Motivation eines Analphabeten heraus, sehr wohl aber aus politischer Erkenntnis!

CV CHRISTLICHE VERANTWORTUNG
Informationen zu christlichem Wandel und vermehrtem Verständnisvermögen
- 1. Thess. 4:12, 1. Kor. 14:20 -
Begründet 1959 von Willy Müller, GD, Gera/Thür., DDR

DER ZWECK DIESER ZEITSCHRIFT
ist freie, christlich und menschlich verantwortungsbewußte Information zu Verkündigung und Organisation der Zeugen Jehovas und ihrer Leitenden Körperschaft, der Wachtturm-, Bibel- und Traktat-Gesellschaft, (WTG) und WTG-bedingten Konfliktlage der Zeugen Jehovas in der gegenwärtigen gesellschaftlichen Entwicklung. Die Vielseitigkeit der Darlegungen in CV widerspiegelt diese Situation, und weist Wege zu ihrer Lösung. -
Wir rufen zur Mitverantwortung und Mitarbeit.

Nr. 103 Gera Februar 1978

DIE 1914-GENERATION „VERGEHT" DOCH! 1914 WANKT!
„Wenn 'diese Generation' vergeht, dann ist Gott ein Lügner"
Eine biblische Generation dauert nur etwa 30 Jahre. Damit ist die WTG-Endzeitverkündigung für „diese Generation", für eine Generation seit 1914 eigentlich schon erledigt. Darum seinerzeit auch der Weltendetermin vor 1945. Billigen wir der WTG Psalm 90:10 zu, obwohl er ihr nicht zusteht, wo es heißt: „Unser Leben währt siebzig Jahre, und wenn es hoch kommt, achtzig Jahre", dann ergibt sich jetzt im Jahre 1978, daß diejenigen, die 1914 verständig genug waren, daß ihnen gepredigt werden konnte, fast schon ausgestorben sind!

Dieses 1914-Dokument hat die WTG selbst in Erwachet vom 8. Oktober 1973, als sie noch 1975 predigte, veröffentlicht: Es ist nunmehr der dokumentarische Beweis, daß die WTG ein falscher Prophet ist! „Eine Generation" hat sich als Lüge erwiesen! Nicht Gott ist ein Lügner, wenn „diese Generation" doch vergeht, sondern die WTG ist ein falscher Prophet! Sie verschiebt alles selbst in die nächste Generation! Ihre 1914-Endzeit ist eine falsche Prophetie! Was kann dich da noch an sie ketten?

„ES IST JA DIE HÖHE, DASS ICH DEN TOD UNSERES PRÄSIDENTEN KNORR VON CV ZU WISSEN BEKAM!"
Muß eine Hoffnung immer mit einer Enttäuschung enden? Erfahrungen, die Zeugen Jehovas nach 1975 machten. Ein weiterer Bericht aus Jarmen, einer kleinen Stadt in Mecklenburg
Der Mensch ist im allgemeinen so veranlagt, daß er seine Hoffnungen gerne erfüllt sehen möchte. Eine Hoffnung ist wie ein Versprechen, das nach einer bestimmten Zeit verwirklicht wird. Um auf etwas zu .hoffen, muß man warten lernen, Geduld aufbringen und Glauben haben. Was aber, wenn so eine Hoffnung zu einer Enttäuschung wird? Kann man dann demjenigen immer wieder glauben, der einem Hoffnungen gemacht hat?

Unsere Erfahrungsberichte
Wir veröffentlichen hier Leserzuschriften, die unmißverständlich all das widerspiegeln, was in den Herzen der Zeugen Jehovas nach 1975 in Bewegung ist. Bei der Abschrift unserer Leserzuschriften lassen wir verständlicherweise den Namen des Briefschreibers weg, denn es sind ja durchweg unsere Brüder und Schwestern, die noch in der Organisation bleiben möchten, weil sie sich noch nicht endgültig entschieden haben, „wohin sollen wir gehen?"

Niederschmetternd, aber was tun?
Bruder A. schreibt uns folgendes: Oft steht man vor einem Problem. Es ist das Problem, wie bringe ich es meinen Interessierten bei, daß sie nicht an der Wachtturmlehre zweifeln sollten. Wenn man immer wieder predigt, wird man ständig von fragenden Augen angeschaut. Es sind oftmals aufrichtig glaubende Menschen, ihre Fragen, ihr heimliches Mißtrauen ist zwar verständlich, aber für mich manchmal niederschmetternd.

Wonach die Menschen fragen,. die ich betreue, könnt Ihr Euch gut denken, darüber brauche ich im Brief wohl nichts erwähnen. Was soll ich tun? Wie soll man darauf antworten?
Nun, lieber Bruder A.: Wir verstehen Deinen Kummer, Deine Lage, in der Du Dich befindest. Leider geht es Dir nicht allein so, Du wirst es aus dem Inhalt der anderen Briefschreiber entnehmen. Das Jahr 1975 ist vielen zum Verhängnis geworden, am meisten der Wachtturmgesellschaft, sie trägt die Hauptschuld an Eurem Kummer.

Zu Deiner Frage: Wie soll man darauf antworten? Wir möchten Dir folgenden Rat geben. Sage Deinen Interessierten die Wahrheit., Sage ihnen, daß es nicht Deine Schuld ist, daß die Voraussagen im Wachtturm zu einer Enttäuschung geführt haben. Sage ihnen, daß Du keine andere Wahl hattest, Du mußtest die Auslegungen im Wachtturm so verkündigen. Hättest Du Dich damals dagegen aufgelehnt, wäre es als Rebellion ausgelegt worden. Dir blieb also keine andere Wahl. In Zukunft mache nicht wieder den gleichen Fehler, sondern bleibe bei der Wahrheit.Wenn Du natürlich von diesem Gewissenszwang und dem Wachtturmgehorsam befreit sein möchtest, damit Du Dein christliches Gewissen entlasten kannst, dann wende Dich an die Freien Christen in unserem Lande. Sie haben Ähnliches hinter sich, und studieren nun ohne Angst und Zittern die Bibel und verkündigen weiterhin die frohe Botschaft. Soviel zu Deinem Brief und Deinen Sorgen.

Mit unvorstellbaren Argumenten weiter an Harmagedon glauben!
Ein weiterer Bruder schreibt: Es ist oft unvorstellbar, mit welchen Argumenten uns die dienenden Ältesten davon überzeugen wollen, daß Harmagedon nicht mehr allzulange auf sich warten lässt. Nach ihrer Meinung kann es sich nur noch um ein paar Jahre handeln. Ist es wirklich so?

Ja, lieber Bruder, Du und Deine Studienteilnehmer haben es wirklich nicht so einfach, aber glaube, die Ältesten Deiner Versammlung auch nicht. Sie glauben meistens auch nicht mehr an das, was sie Euch einreden. Aber was bleibt ihnen weiter übrig? Sie sind für den Zusammenhalt der Organisation verantwortlich und müssen zu solchen Notlügen greifen. Tröste Dich, die Zeit wird sie Lügen strafen.

Es ist ja die Höhe, daß ich den Tod unseres Präsidenten Knorr von CV zu wissen bekam!
Eine Schwester schrieb uns: Es ist ja die Höhe, daß ich den Tod unseres Präsidenten Knorr von CV zu wissen bekam. Ob unsere Diener das hier nicht früher gewußt haben? Das würde mich mal interessieren. Vielleicht wißt Ihr mehr. Ja liebe Schwester, CV weiß mehr. Präsident N. H. Knorr starb am 8. Juni 1977. Bis zum WT vom 1. August 1977 wurde dies auch in den USA offiziell im WT verschwiegen. Monatelang schwieg der amerikanische WT. Das deutsche Zweigbüro in Wiesbaden machte diese Verschwörung des Schweigens natürlich mit. Nur intern konnte man die Wahrheit erfahren. CV erfuhr so vom Tod des Präsidenten dies schon wenige Tage direkt aus dem Zweigbüro Wiesbaden, sodaß schon in der Juni-Ausgabe 1977 in CV darüber berichtet werden konnte. Fragt doch einmal an, wann und wo im deutschen WT darüber berichtet wurde! Der Tod von WTG-Präsident N. H. Knorr ist ein ganzes Kapitel für sich, vor allem die Verhaltensweise der WTG dabei selbst. Übermittelt an CV Eure konkreten Fragen dazu, sie werden beantwortet.

Ich freue mich, daß Ihr immer tapfer seid und uns CV regelmäßig zuschickt! Macht weiter so! Ein sehr aufgeweckter, hochbetagter Bruder schrieb folgenden Brief an uns: Ich lese CV nun schon mehrere Jahre. Einiges gefällt mir absolut nicht darin, der politische Teil. Aber das muß wohl so sein, vielleicht verstehe ich davon nichts. Aber alles andere ist sehr, ja sogar hoch interessant! Zum Beispiel die Beweise für die Falschdeutungen der Wachtturmgesellschaft. Dann lese ich besonders gern die christlichen Artikel „Dienst am Wort", die mit Hilfe von Bruder Alfred Diener aus Dresden geschrieben wurden. Heute ist er schon längst tot. Der Bruder hatte wenigstens den Mut und hat etwas getan und den Beweis erbracht, daß der Herr auch dort seinen Geist wirken läßt, wo zwei oder drei in seinem Namen versammelt sind. In unserer Gegend haben unsere älteren Brüder nicht den Mut dazu, offen gegen die Fehler der Gesellschaft aufzutreten, obgleich sie an den Auslegungen der Gesellschaft herumnörgeln. Ich bin schon zu alt dazu. Ich freue mich, daß Ihr immer tapfer seid und uns CV regelmäßig zuschickt. Macht weiter so! Ja, lieber Bruder, das versprechen wir Dir. Wir werden so lange weiter warnen und auf der Hut bleiben, solange bis die WTG eingesehen hat, daß sie beim Auslegen der heiligen Schrift grobe Fehler gemacht hat. Bis sie eingesehen hat, daß ihre geistlosen Auslegungen auf Menschenweisheit aufgebaut waren.

Nun ein Wort an unsere anderen Briefschreiber
Liebe Brüder und liebe Schwestern, liebe Leser von CV. Es ist uns natürlich klar, daß ein jeder von Euch eine ausführliche Antwort auf seine Fragen und Beweggründe erhalten möchte, das wird selbstverständlich auch geschehen. Wir werden in nächster Zeit an Euch persönlich schreiben, habt bitte etwas Geduld. Wir möchten es in diesem Zusammenhang natürlich nicht versäumen, Euch ein herzliches Dankeschön für den Inhalt Eurer Briefe zu sagen. Eure Briefe bestätigen es uns immer wieder, wie es wirklich in der Organisation aussieht.

Ein interessantes Gespräch
Zum Abschluß möchten wir noch auf ein interessantes Gespräch eingehen, das kürzlich ein CV-Mitarbeiter mit einem Noch-Zeugen aus dem Raum Mecklenburg führte.
Auf die Frage des CV-Mitarbeiters: Warum hast Du bis 1975 alle Wachtturmauslegungen ernst genommen?, sagte er: Wer konnte das ahnen, daß die Gesellschaft uns enttäuschen würde. Ich bin seit 1965 mit der Organisation verbunden und habe in all den Jahren von dem, was die Organisation falsch vorausgesagt hat, so gut wie nichts erfahren. Das ist auch der eigentliche Grund dafür, warum ich der Organisation bedingungslos nachfolgte. Ich sah in der Organisation die Organisation Jehovas und glaubte fest daran, daß nur wir, die zur Organisation gehören, seine Zeugen sind und errettet werden. Alle, die sich unserer Organisation nicht anschließen, gehen ohne Ausnahme in die Vernichtung. Dieser Gedanke hat mich all die Jahre dazu verpflichtet, mit der Organisation verbunden zu bleiben. Wer will denn schon in die Vernichtung gehen? Heute denke ich - über die Organisation schon anders. Einige Artikel im Wachtturm, die nach 1975 erschienen sind, haben mich zum Nachdenken veranlaßt und helfen mir einen eigenen Standpunkt über Gottes Organisation zu erarbeiten. Soweit der Gesprächspartner. Gewiß erzählte er dem CV Mitarbeiter selbstverständlich noch weit mehr. Davon werden wir in einer späteren Ausgabe schreiben. Eines kann heute dazu schon erwähnt werden: Wenn der weitere Gesprächsstoff zur Veröffentlichung kommt, dann wird es wohl in Mecklenburg eine Umbesetzung der Ältesten geben, ja noch mehr, dann wird sehr wahrscheinlich die gesamte Leitung der Organisation hier umbesetzt werden müssen. Unserem Gesprächspartner wird dann ein Gemeinschaftsentzug bevorstehen. Er sagte aber: „Damit finde ich mich dann auch ab, weil ich schon eingesehen habe, daß die Organisation der Zeugen Jehovas niemals Gottes Organisation sein kann." -

HABEN WIR NOCH HOFFNUNG? - 2. TEIL
Einblick in die inneren Auseinandersetzungen eines alten Bruders der 1914-Generation nach 1975
Bleibt er beim WT?
Vorbemerkung:
Diese Darlegungen stützen sich auf viele Unterhaltungen, in denen die Fragen und Probleme sichtbar wurden, mit denen sich unser Bruder innerlich herumschlägt. Hinter der Fassade einer nach wie vor zur Schau getragenen geradezu fanatisch wirkenden Treue zur WTG kreuzen oftmals die ketzerischsten Gedanken über und gegen die WTG. Nur in vertraulichen Gesprächen und Unterhaltungen gewinnt man mitunter Einblick in diese „Seelenqualen", die oft zu nicht für möglich gehaltenen Überlegungen führen. Oft zeugen sie von einer unglaublichen inneren Zerrissenheit, Ohnmacht und geistigen Selbstkasteiung, aber auch von gefährlicher Ketzerei, die nur noch den letzten Anstoß braucht. -

Was ist Wahrheit, wenn 1975 vergeht wie jedes andere Jahr?
Alle, die an 1975 geglaubt haben und heute noch daran festhalten, waren und sind von Dämonen besessen, sagt der Sklave (WTG, Anm.), die übrigen sind die wahren Anbeter Jehovas. So einfach ist das. Warum bin ich nicht früher darauf gekommen, daß mein ewigliches Leben nicht zuerst vom Glauben an die heilige Schrift und Jehova Gott abhängig ist, sondern vom Glauben an den Sklaven? Habe ich nicht mehr als ein halbes irdisches Leben in seinen Dienst gestellt, gekämpft und gelitten?

Nur weil mir einiges unklar gewesen ist in letzter Zeit, kann ich doch nicht das Risiko ewiger Verdammnis auf mich nehmen, wenn ich meinen Verstand weiter so leichtfertig gebrauche und in den Verirrungen unserer Leitenden Körperschaft nach Irrlehren zu suchen beginne. Was, wenn Jehova doch aufräumt im nächsten Jahr vielleicht,. oder 1977, 1978 oder 1979? Was dann?

Was sind eigentlich unsere leitenden. Brüder in Brooklyn? Wenn Gott durch sie spricht, haben sie ja sozusagen das eine Ende des göttlichen Sprachrohres am Ohr. Aber warum sind sie mit diesem Vorrecht nicht in der Lage, uns gehorsamen Schafen das unveränderliche und richtige Verständnis von Jehovas Vorhaben zu vermitteln und verhindern so die Konflikte unter uns Brüdern?

Nein, Schluß mit dem Grübeln
Nein, Schluß mit dem Grübeln, das nur dem Satan Gelegenheit gibt, seine Dämonen bei mir einzunisten. Demütig sein und beten. Und dann das Werk vorantreiben, wie es der Sklave uns aufgetragen hat. Eifriger Dienst hilft beim Vergessen, was man besser vergißt, hilft darüber hinweg. Wie konnte ich nur darauf kommen, den kleinen Fehler der Fehldeutung des letzten Harmagedon-Datums zum Anlaß zu nehmen, unter Zuhilfenahme der Bibel ohne den Wachtturm die Treue zum Sklaven aufs Spiel zu setzen und das Anrecht auf ewiges Leben zu verlieren? Die Einflüsterung, meinen gottgegebenen Verstand auch zum Verstehen der Schrift anzuwenden kann, da das nicht von der Leitenden Körperschaft gutgeheißen wird, also nur einer mit den selbstsüchtigen und geltungssüchtigen Dämonen unter einer Decke steckt. Um uns vor schützen, hat Jehova den Sklaven beauftragt, das Denken und Prüfen für uns zu übernehmen, sodaß wir in allem dort anzufragen haben. Aber jedesmal, wenn ich hierüber nachgrübele, komme ich an einen Punkt, wo man sich gegen die Leitende Körperschaft einfach versündigt, indem man nach ihrer göttlichen Leitung sucht. Aber Körperschaft weiß schon, was sie tut, auch wenn manchmal Verwirrung und Verirrung das Ergebnis sind. Aber wenn ich das so bedenke, müßte Jehova einen Fehler gemacht haben, indem er den Menschen mit eigenem Verstand ausgerüstet hat, sodaß man zu Grübeleien kommt, daß man an dem Sprachrohr Jehovas, der Leitenden Körperschaft zu zweifeln beginnt. Am besten wird sein, wenn ich über nichts mehr kritisch nachdenke und alle solche Gedanken einfach abwürge. Damit entspreche ich auch den Anweisungen des Sklaven. Viele haben sich ja dadurch, daß sie dem Sklaven nicht gehorchten, die Gunst Jehovas selbst versagt. Sie waren nicht in der Lage sich schnell genug auf die neue Situation einzustellen. Sie fragen sich nun nach dem Sinn ihres Lebens in der Organisation. Ja, wenn man infrage stellt, daß der Wille des Sklaven der Wille Gottes ist, muß man sich so fragen.

War es etwa nicht schön in der Gemeinschaft?
War es denn nicht gerade die Gemeinsamkeit, die uns miteinander verband und uns vor der Welt so stark machte? War es denn etwa nicht schön, in dieser Gemeinschaft zu hoffen auf das, was mit Harmagedon über die übrige Welt hereinbricht? Mit dem Ziel 1975 vor Augen war dieses gemeinsame Ausharren wirklich erhebend, so nahe. Ja, es ist jetzt schwieriger. Es sieht jetzt anders aus. Wie war es mit 1975 vor Augen bei den Predigten vor anderen eine Genugtuung, das, was man den Nationen verkündigt hatte, in Kürze selbst erleben zu dürfen. Aber nicht als Betroffener, sondern als Zuschauer unter dem Schutze Jehovas. Das wäre ein unanfechtbarer Beweis der Richtigkeit unseres Glaubens geworden. Beim Beten zu Jehova kann es darum nicht verkehrt sein, wenn man inbrünstig darum bittet, daß sich der Sklave nur um ein paar Monate oder Jahre verrechnet haben möge. Sonst wäre alles furchtbar. Das wäre eine Rechtfertigung, die der Welt die Augen öffnen würde oder besser für immer schließen würde. Zuvor würden sie alle unsagbare Qualen erleiden müssen, sie, die uns alle wegen unseres Glaubens an Jehova verhöhnten und über alle Maßen demütigten, sie würden nun um Gnade winseln. Doch zu spät, Jehovas Engelscharen würden sie vernichten, denn sie haben es nicht anders gewollt. Das Rachedenken? Na, wenn schon! Uns hält damit, auch ein Rachegefühl zusammen? Ja, das muß man zugeben. Sich selbst muß man es zugeben, wenn man auch mit diesen Gedanken niemals an die Öffentlichkeit herantreten kann oder an Bekannte und Verwandte. Aber wie sollte man sonst denken?

Die Älteren in unseren Reihen, was ist?
Die meisten der Älteren unter uns brauchen sich mit Fragen nicht mehr herumplagen. Sie haben es hinter sich und können der Auferstehung entgegensehen. Wenn auch alles bis jetzt ein bißchen anders gekommen ist, als es der Sklave verheißen hat für 1975, so wird die Auferstehung gewiss nicht ausbleiben. Muß ich nicht daran festhalten, komme was da wolle, wenn ich nicht alles aufgeben will? Ich gebe zu, daß dies das schwierigste Problem unter uns ist. Ich gehöre doch selbst zu den Älteren. Ja, ich kann vorher noch sterben, weil ich schon so alt bin, Aber insgesamt können die Älteren nicht alle vorher sterben. Ich selbst sehe diese Bestätigung dann nicht mehr, weil ich tot bin. Aber durch die anderen wird es bestätigt. Es muss bestätigt werden. Ja, sonst war wirklich alles vergebens. Aber das kann nicht sein. An die Öffentlichkeit würde ich aber mit solchen Überlegungen nicht herantreten. -

Nachbemerkung:
Wie einige dieser Ausführungen zeigen, kämpfen die nachdenklichen Älteren in der Organisation bereits mit dem Rücken an der Wand. Weiter in die Enge getrieben, bricht es aus ihnen bereits heraus: wenn die Alten alle dahinsterben, dann hat Jehova gelogen, dann ist er ein Lügner!

Auch das wäre natürlich ein Trugschluß, zu dem sie von der WTG verführt sind. Denn nicht Gott wäre dann ein Lügner, sondern die WTG, durch die sie in Wirklichkeit alles nur vermittelt bekommen. Doch hat es die WTG so geschickt gemacht, daß das nicht so gesehen wird, daß alle denken, sie werden von Gott belehrt, Stimmt das darin nicht, dann klagen sie Gott an anstatt die WTG. Die WTG kann dann immer sagen, seht, sie wenden sich gegen Gott! Und sie selbst kommt nicht ins Schußfeld. Das ist dann andererseits die beste Methode zu gewährleisten, daß sie bei der WTG bleiben, koste es was es wolle, weil sie sich nicht gegen Gott stellen wollen. So benutzt die WTG ehrliche Gottesfurcht, um alle weiter auf ihrem Irrweg zu halten. -
E. G.

WAS DU ÜBER DAS NEUE WTG-BUCH
"DIE HERANNAHENDE WELTREGIERUNG GOTTES KÖNIGREICH"
WISSEN MUSST
Jeder trägt persönlich die Verantwortung
Das eine der neuen Bücher der WTG-Kongresse 1977 heißt: „Die herannahende Weltregierung Gottes Königreich". Ganz allgemein sei schon gesagt: Wieder treibt die WTG damit alle Zeugen, sich besserwisserisch in die Fragen der Weltpolitik einzumischen und den Regierungen „die Leviten zu verlesen", ohne auch nur im Geringsten dafür kompetent zu sein. Nun, laßt es uns sehen.

Wir haben dieses Buch besonders im Lichte des vorgerückten Jahres 1977/78 auf Vertretbarkeit und Verantwortbarkeit überprüft, natürlich auch angesichts dessen, daß die WTG dies als „gedruckte Predigt" auch als Untergrund-Material herstellt und verbreiten läßt. Wenn wir sagen, jeder trägt persönlich die Verantwortung, dann steht das hiermit in Zusammenhang. Niemand kann die Verantwortung auf „die Organisation" abwälzen, auf die Leitende Körperschaft, er verbreite es doch nur. Was für ein kindischer Selbstbetrug. Ein erwachsener und nicht unzurechnungsfähiger Mensch hat persönlich zu verantworten, was er Wort oder Schrift annimmt, vertritt, lehrt und verbreitet.

Aufrichtige, noch dazu in dieser vorgerückten Zeit, die uns nun schon nach 1975 in das Jahr 1978 bringt, werden darum gern innehalten, um zu sehen, was sich die Gesellschaft (WTG) wieder einmal ausgedacht hat, um alle zu ermuntern. Wir führen nachstehend einige der verantwortungslosen und haltlosen Stellen des genannten Buches vor Augen, die man  zumindest kennen muß, um über das Buch zu urteilen, Besonders alle Studienleiter sind angesprochen.

Das Weltreichbild auf Seite 4
Mit dem Bild auf Seite 4 wird mittels einer Symbolkette für bisherige „Weltreiche" - Ägypten, Assyrien, Babylon, Medo-Persien, Griechenland, Rom, Anglo-Amerika, Vereinte Nationen, Gottes Königreich - versucht, von vornherein „historisch" zu beweisen, daß nach den Vereinten Nationen von heute das „Weltende" komme. Die WTG vertuscht hiermit u. a. ihre falsche Prophetie für die Generation der Jahrhundertwende, nach dem ersten Weltkrieg, daß der damalige Völkerbund das „wieder heraufgestiegene Tier aus dem Abgrund" sei, daß nach dem Völkerbund das „Verderben", das „Weltende", komme.

N o c h zu Lebzeiten unserer Generation?
Noch zu Lebzeiten unserer Generation wird alles passieren, wird auf Seite 16 gesagt. N o c h ? Wurde der Welt nicht bis vor 2 Jahren gepredigt, 1975 sei die äußerste Grenze der 1914-Generation erreicht? Was bedeutet da, 1977 weiter zu versprechen, n o c h in dieser Generation? Ist damit alles unausgesprochen nicht schon bis ins nächste Jahrtausend weiterverschoben?

Lügen über die Regierung
"Die Männer, die die Menschheit regieren, wissen nicht, welchen Weg sie einschlagen sollen" (S. 17). So bestimmt, so skrupellos ist es eine dreiste Lüge. Nehmen wir nur unser Land, wo du das verbreiten sollst. Unsere Regierung weiß nicht, welchen Weg sie einschlagen soll? Das kann doch wohl nur behaupten, wer unwissend oder nicht ganz ernstzunehmen ist. Jedes verabschiedete Gesetz, jeder Volkswirtschaftsplan - aber wer von Zeugen liest das schon - jeder abgeschlossene Vertrag, die festgelegten Entwicklungspläne der sozialistischen Länder usw., beweisen klipp und klar das Gegenteil! Wie du diese Lügen über die Männer, die unser Land regieren, verbreiten?

Ablenkung von der eigenen falschen Prophetie
Wenn sich eine Prophezeiung, die im Namen Gottes ausgesprochen wurde, nicht erfüllte, erwies sich der Gott als ein Nichtgott. Tatsächlich hing der Beweis für die Echtheit eines Gottes, von seiner Fähigkeit ab, seine Prophezeiung zu erfüllen. Wer hat, sich denn nun, gemessen an diesem kritischen Test der Prophetie, als der lebendige und wahre Gott erwiesen?" (S. 18)

Erstens unternimmt die WTG hier eine ungeheuerliche Bibelverdrehung! Das ist ein selbstgemachter „Test", um von der Jüngsten falschen Prophezeiung von 1975 abzulenken! Die WTG zitiert hier indirekt 5. Mose 18: 20-22. Schlag nach! Ist da die Rede, daß ein Gott als falsch erwiesen würde? Da ist die Rede, daß ein Prophet als falsch erwiesen wird, wenn seine Voraussagen nicht stimmen! Praktisch bedeutet die WTG-Verdrehung dieses Textes, daß Gott für die falsche WTG-Prophetie von 1975 verantwortlich wäre! Was für eine praktische Gotteslästerung, um sich selbst reinzuwaschen! Wie groß muß die WTG-Bibelverdrehung noch werden, bis sie im Halse stecken bleibt?

Name „Zeuge Jehovas" für Christen falsch
Auf Seite 20 und 27 sieht sich die WTG gezwungen, den Namen „Zeugen Jehovas" zu verteidigen. Biblisch ist jedoch allein folgendes richtig. „Zeuge Jehovas", richtiger „Zeuge Jahwes" ist nach Jesaja 43: 10-13 lediglich eine alttestamentliche Benennung, die aber schon damals, niemals die Bedeutung eines allgemeinen oder offiziellen Namens für die Juden oder Israeliten hatte. Sie blieben namentlich immer das „Volk Israel", ihre ganze geschichtliche Existenz hindurch. Christus war zudem des jüdischen Gesetzes Ende. Seither zählen vor Gott nur noch Nachfolger Jesus Christi, und zwar solche, die sich nicht dem Gottessohn gleichmachen, sondern sich ihm unterordnen, seine Gebote halten und in seinen Fußstapfen zu wandeln suchen. Und dieser Jesus Christus sagte im Unterschied zu Jesaja, was die nunmehr gültige Zeugenschaft betrifft: „Ihr werdet m e i n e Zeugen sein … bis an das Ende der Erde". Apostelgeschichte 1 :8. So kann man sich allenfalls Zeuge Jesu Christi nennen.

Hintergründige antikommunistische Politik
Das Wort Kommunismus wird in dem Buch vermieden. Dafür lesen wir: … mächtige politische Kräfte … was Durchschnittsbürger wünschen, interessiert diese radikalen Kräfte nicht . . . früher jedem noch ein großes Maß an persönlicher Freiheit … eine Gruppe, die einen rücksichtslosen, radikalen Wechsel befürwortet …" (S. 36, 37). Die WTG weiß natürlich genau, wen sie konkret im Auge hat. Es ist lediglich eine etwas „feinere Methode", Kommunisten als menschenfeindlich, freiheitsfeindlich und rücksichtslos politisch zu verleumden und zu schmähen, Titus 3:1,2 mißachtend.

Gott schafft sich selbst seine Probleme
Den Traum von Nebukadnezar hat die WTG schon mehrmals umgedeutet. Nun ist sie bei einer antikommunistischen Auslegung angekommen. Man traut seinen Augen nicht, was man dazu aus dem Munde der WTG erfährt: „Er (Gott, Anm.) schuf ein Problem, das nur ein Gott, der wahre Gott, lösen konnte" (S. 43). Gott schafft sich also selbst seine Probleme? Ist das nicht eine Gotteslästerung? Gott schafft für die Menschen die Probleme, die er aber dann nur selbst lösen kann? Haben sie in Brooklyn den gesunden Menschenverstand verloren? Merken sie nicht, wie sie Gott vor den Menschen damit zu einem Tyrannen machen, der mit den Menschen sein Schachspiel treibt?

Die Alten von 1914 mit Betrug ins: Grab gepredigt
„Unsere Generation, die nach dem Ende der 'Zeiten der Nation' lebt, wird Zeuge davon sein …" (S. 67). Das ist eine ganz neue Formulierung anstelle der 1914-Generation! Prüft das einmal! Mit der Generation, die nach dem „Ende der Zeiten der Nationen" lebt, kann jede Generation nach 1914 gemeint sein! Auch die nach 1975! Auch jede noch spätere! So bekommt das Jahr 1914 ganz allmählich und unmerklich einen ganz anderen Sinn! In der Tat! Das Festhalten an 1914 im bisherigen Sinne wird zum Mühlstein am Halse der WTG und reißt sie, in die Tiefe. Denn die „Millionen", denen nach 1914 gepredigt wurde, sie würden „niemals sterben", sind längst tot! Sie liegen betrogen im Grabe! Ja, die WTG muß von 1914 weg! Wir sehen die ersten Anzeichen! Eines kann jeder mit Bezug auf die WTG versichert sein: Ihre Formulierungen sind genau, bis auf Silbe und Komma genau durchdacht! Mit mehrdeutigen Formulierungen, die in Kürze zu verwerfende Lehren noch mittragen, aber neue Lehren schon ermöglichen, sollst du langsam und unmerklich umgedreht werden, um dich zu deiner eigenen Verblüffung eines Tages da wieder- bzw. vorzufinden, wo du zuvor überhaupt nicht gestanden hast, ja überhaupt nicht hin wolltest! Unmerklich sollen dir ganz andere Krücken in die Hand gedrückt werden, mit denen du dann weitergehen mußt. Die psychologische Taktik und Berechnung der WTG ist nicht ganz unrichtig. Wer an Krücken gewöhnt ist, hat Angst davor, sie wegzuwerfen.

Das schon über 100 Jahre währende Hinhalten einer Generation noch der anderen seit 1874 hat die WTG ohne Zweifel zu einer psychologisch erfahrenen Organisation gemacht, um einfache gläubige Menschen dahin zu bringen, wohin sie sie haben will. Nur, mit dem Geist Gottes hat das absolut nichts zu tun. Es ist vielmehr ein wohldurchdachtes Menschenwerk.
In der nächsten CV-Ausgabe werden diese Überprüfungen fortgesetzt.
F. F.

Auf Grund mehrerer Zuschriften
UNKENNTNIS? ABSICHT? VORSÄTZLICHKEIT? GUTGLÄUBIGKEIT OBERFLÄCHLICHKEIT? ANGST? MANGEL AN ÜBERSICHT?
Aus Anlaß einer Erfahrung in Dresden-Leuben-Zschachwitz
Wie ist es eventuell bei dir?
Es ist einfach unglaublich und unfaßbar, was einige WT-Zeugen sagen, wenn ihnen vorgelegt wird, wie die WTG die Bibel ständig antikommunistisch politisch mißbraucht und auf diese Weise dazu anleitet, mit politischen Verleumdungen und Schmähungen zu arbeiten. Wenn z. B. WTG-Predigten nachgewiesen werden, worin solche politischen Schmähungen verbreitet werden wie „rote Faschisten, wilde Tiere hinter dem Eisernen Vorhang, Koexistenz mit roten Regimen" sei „Hurerei" u. a. m., dann erklären sie freiweg, das seien politische Fälschungen, die Jehovas Zeugen unterschoben werden. Sie seien politisch völlig neutral, völlig unpolitisch. Ohne Zweifel lehrt die WTG, dies zu behaupten.

Aber Jehovas Zeugen sind doch keine kleinen Kinder, die noch nicht richtig urteilen können. Wer diese Neutralitätserklärungen der WTG angesichts solcher politischer Schmähungen vorbringt, ist entweder naiv und oberflächlich, oder er kennt dieses politische Vorgehen der WTG tatsächlich nicht und ist in Unkenntnis darüber. Dann aber wäre es höchste Zeit, sich hier als erwachsener Mensch zu vergewissern, was er in diesem folgenschweren Punkt für die WTG verbreiten und verantworten soll. Oder aber er lügt ganz bewußt und vorsätzlich, wie es die WTG in ihrer „theokratischen Kriegslist" schriftwidrig verlangt (2. Kor. 4:2 NW). Das würde bedeuten, er kennt diese politische Hetze und Schmähung ganz genau, will sie aber; zur Rede gestellt; vertuschen, um sich aus der Affäre zu ziehen.

Die Auguren lächeln
Was die Oberflächlichen, Ängstlichen und Gutgläubigen, auch Unwissenden in diesem Punkt betrifft, die ernsthaft glauben, die WTG sei unpolitisch oder politisch neutral, da muß man sagen: Die WTG kann keine größere Einfalt finden, um ihre Politik, unter die Christen zu bringen, Daraufhin angesprochene „höhere" WTG-Beauftragte haben allenfalls ein Augurenlächeln gezeigt, wie einfältig die unwahren Neutralitätsbehauptungen geglaubt und verteidigt werden.
Auguren-Lächeln bedeutet ein wissendes Lächeln, ein Lächeln aus Wissen um den wahren und wirklichen Sachverhalt, während man etwas anderes behauptet und glauben macht.

Kein Grund, sich zu wundern
Was aber die betrifft, die in sog. „theokratischer Kriegslist" einfach lügen und sagen die fraglichen WTG-Predigten seien politisch gefälscht, obwohl sie genau wissen, daß sie echt sind, ihnen muß man etwas anderes sagen. Sie entlarven sich damit nicht nur als politische Lügner. Sie bringen damit nicht nur ihre Gemeinschaft, ihre aufrichtigen Brüdern und Schwestern, in Verruf. Sie bestätigen damit die Tatsache, daß die WTG unter Mißbrauch des christlichen Glaubens ein übles politisches Geschäft besorgt. Sie brauchen sich dann nicht mehr zu wundern, was man dann von der ganzen Gemeinschaft hält. Sagte doch ein Studiendiener in einer Thüringer Vs. „belehrend" zu einem einfachen Verkündiger, man könne diese politische Hetze doch nicht zugeben, "wir können doch denen nichts in die Hand geben". Also müsse man einfach sagen, wenn man es vorgehalten bekommt, das sei gefälscht und werde der Organisation fälschlich untergeschoben. Das ist doch aber krasseste Verlogenheit!

Die WTG macht mit ihrer unchristlichen „theokratischen Kriegslist" (2, Kor. 4:2 NW) Christen zu den politisch verlogensten Staatsbürgern, die man sich denken kann. „Wende theokratische Kriegslist an", lautet ihre Anweisung im WT vom 1. 7. 1957, S. 413. Wieder verlangt sie: „Kriegslist anwenden", WT vom 1. Juni 1972, S. 330, Abs. 15. Zur Erläuterung wurde dazu gesagt: „Wer der Feind ist, oder wie er angreift, darüber besteht kein Zweifel. Wir sehen, wie weltliche Obrigkeiten, Regierungen und andere Einrichtungen
dem Willen Satans gehorchen". WT 1. Juni 1972, 5. 331, Abs. 20. Damit werden ganz offen Obrigkeit, Regierung und Staat zum Feind erklärt und Christen entsprechend zu Staatsfeinden. Das ist ungeheuerlich. Das ist christlich einfach unmöglich und darum um so furchtbarer. Wer aber von den WTG-Zeugen begreift das?

Die WTG arbeitet mit ungeheuerlichen psychologischen Mitteln, Es ist zum Beispiel ein Erfahrungswert, daß, je dicker und dreister, je verwegener und unverfrorener, je tollkühner und ungeheuerlicher, je rücksichtsloser im Namen der Wahrheit gelogen wird, desto leichter wird das von mangelhaft oder nicht informierten Menschen geglaubt. Weil man es u. a. einfach nicht für möglich hält, daß das gar im Namen Gottes, möglich ist. Eher würden sie an ihrem eigenen Verstand zweifeln.

Wahrheit ist aber, daß die WTG alles wieder einmal im Interesse der Durchsetzung ihrer Politik alles auf den Kopf stellt und verdreht. Wahrheit ist, daß Christen die Obrigkeit nicht zum Feind erklären und auf diese Weise Obrigkeits- bzw. Staatsfeindschaft zu predigen haben. Wahrheit ist, daß die WTG auf diese Weise mit ihrer obrigkeitsfeindlichen, antikommunistischen und haltlosen Weltendeverkündigung der Angreifer ist. Wahrheit ist, daß die „obrigkeitkeitlichen Gewalten" von Gott sind. Selbst „das Schwert", ihre bewaffneten Organe, sind rechtmäßig vor Gott, um Gesetz und Ordnung zu sichern. Wahrheit ist, daß die Menschen vor Gott recht handeln, wenn sie auf Grund der schöpfungsbedingten sozialen Lebensinteressen aller, Christen wie Nichtchristen, in eigener Souveränität, Macht oder Zuständigkeit eine „die Menschen betreffende Ordnung" schaffen, sichern und aufrechterhalten. Lest doch nur ehrlich Römer 13: 1-7 und 1. Petrus 2:13. Das hat mit Satan überhaupt nichts zu tun. Paulus hat in Römer 13: 1-17 überhaupt keinen Satan im Sinn oder Hintergrund mit Bezug auf die Obrigkeit. Die allgemeine Staatsbildung ergibt sich einfach aus dem generellen Schöpfungsauftrag in 1. Mose 1: 28, 29, „sich die Erde untertan zu machen" und sich von ihr zu nähren und zu erhalten. Das geht überhaupt nicht ohne eine „die Menschen betreffende Ordnung" mit entsprechender Regierung und allem was dazugehört.

Sogar Christus zum Staatsfeind gemacht
Die von der WTG für ihre Obrigkeits- bzw. Staatsfeindschaft konstruierte Bibelauslegung besteht darin, daß sie einfach erklärt, der angeblich seit 1914 „im Himmel" regierende Christus sei „der einzig rechtmäßige, Herrscher" für alle Angelegenheiten auf der Erde seit 1914. Weil die Regierungen, Herrscher und Staaten ihre Macht seit 1914 an diesen Christus nicht abgetreten haben und dies bis heute nicht tun, würden sie von Christus vernichtet, den sie darum zum Todfeind haben. Das ist doch purer Unsinn! Das können doch nur soziale Analphabeten glauben! Wir wollen jetzt nicht die Hintergründe für diese WTG-Konstruktion untersuchen. Wir wollen nur feststellen, daß damit die klaren Bibelaussagen in Römer 13: 1-7, 1. Petrus 2:13, 1. Mose 1:28, 29 und viele andere mehr, die die menschliche Ordnung betreffen, einfach außer Kraft und auf den Kopf gestellt werden! Es ist eine ungeheuerliche politische Bibelvergewaltigung! Durchdenkt das selbst einmal! Es geht letztlich nur um den politischen Bibelmißbrauch, den die WTG betreibt, um den politischen Mißbrauch des christlichen Glaubens, um den Glauben selbst geht es gar nicht.

Nun appellieren wir an alle Zeugen Jehovas noch einmal
Hört auf, weiter bedenkenlos den WTG-Bibelerklärungen zu folgen! Hört auf, euch auf diese Weise bevormunden, ja entmündigen zu lassen! Hört auf, euch auf diese Weise zu politischen Lügnern und Heuchlern vor euren Mitmenschen degradieren zu lassen! Hört auf, die, die euch fragen, politisch hinters Licht führen zu wollen! Hört auf, weiter gläubige Mitmenschen in die von der WTG betriebene Obrigkeits und Staatsfeindschaft zu verführen! Hört auf, euch auch nur noch eine einzige Stunde länger als Christen auf diese Weise politisch mißbrauchen zu lassen! Glaubt doch nicht, das könne nicht durchschaut werden. Glaubt doch nicht, wenn ihr selbst hierüber den Kopf in den Sand steckt, daß andere dann auch nichts sehen. Ihr macht euch am Ende unter euren Mitmenschen nur selbst unglaubhaft und unmöglich. Die WTG will das allerdings, damit ihr für alle Zeit gezwungen seid, bei ihr zu bleiben. Denen aber, die in Brooklyn, Wiesbaden und anderswo - sie lesen CV sehr wohl! - wie die Auguren lächeln, sei warnend gesagt: Ihr spielt ein gewissenloses Spiel! Ihr spielt mit Menschen! Ihr spielt mit dem Feuer! Das ist nur noch eine Frage der Zeit!
K. O.

URNENFEIER AM 11. 10. 1977 AUF DEM LEUBENER FRIEDHOF IN DRESDEN
Zeugen Jehovas hörten die Worte eines Ältesten der freien Christengemeinde in Dresden
Am 11. Oktober 1977, vormittags 10 Uhr, fand auf dem Leubener Friedhof in Dresden eine Trauerfeier aus Anlaß einer Urnenbeisetzung statt. Es war aus Anlaß des Todes eines lieben Angehörigen, des Schwieger- bzw. Großvaters der Glaubensschwestern W., bekannte Zeugen in Dresden-Leuben. Die Traueransprache hielt Bruder Th., der verantwortliche Älteste der freien Christengemeinden ehemaliger Bibelforscher und Zeugen Jehovas in Dresden.

Die einleitenden Worte der Anteilnahme gründeten sich auf Psalm 8,5: „Was ist der Mensch, daß du sein gedenkst, und des Menschen Kind, daß du auf ihn achtest?" Geboren im Juli 1897 und gestorben im August 1977 würdigte der Älteste in seiner Ansprache ein über 80jähriges Leben, tätig bis ins hohe Alter hinein.

An Hand der Schrift - Psalm 90, 3; Jesaja 25, 8; 26, 19; Hesekiel 13, 14; Johannes 3, 16; 5, 28; 11, 25; Apostelgeschichte 17, 31 ; 26, 8; Römer 5, 12; 6, 23; 1. Korinther 15, 12-14, 19-26; Galater 4,4; 1. Thessalonicher 4, 13-14; 1. Johannes 4,9; Offenbarung 21,1-5 - wurde die biblische Verkündigung über Leben, Tod und Auferstehung dargelegt zum Trost für die Anwesenden, Kinder, Enkeltochter, Angehörige, Freunde und Bekannte, zu denen auch leitende Zeugen gehören.

Der Älteste, Bruder Th., schloß mit den Worten: „Die Zeit arbeitet für Gott und sein Reich. So ist unser lieber Heimgegangener zur Ruhe gekommen und schläft dem großen Auferstehungstag entgegen, den Gott in seiner großen Liebe für alle Menschen verheißen hat. Der Herr wolle seinem Ausgang aus dieser Welt zu seiner festbestimmten Zeit einen reichlichen Eingang in sein ewiges Reich des Friedens und der Gerechtigkeit folgen lassen". Zum Abschluß vereinten sich alle in einem Gebet.

Der besondere Charakter dieser Urnenfeier war die Gemeinschaft aller Anwesenden und Teilnehmenden, auch der Zeugen Jehovas, die sich z. T. sehr beeindruckt von dem biblischen Inhalt der Ansprache zeigten unter dem freien christlichen Wort und Gebet. Sicherlich wird dies seine Aufmerksamkeit und Beachtung finden, besonders im Hinblick auf den Weg der freien Christengemeinden in der Nachfolge Jesu, im Glauben. -
P.

Blick in unser Nachbarland Polen
EINE NEUE MISSION „BIBEL-MENSCH-VERANTWORTUNG" WENDET SICH JETZT NACH 1975 AN DIE ZEUGEN JEHOVAS IN POLEN
Überall entsteht Aufbruchstimmung
CVN. - Seit September 1977 beobachten wir in unserem Nachbarland Polen die Entstehung einer neuen Missionsbewegung. Unter dem Titel „List da Chrzescijan" (Briefe an Christen) werden regelmäßig in polnischer Sprache Briefe herausgegeben. Die Mission wirkt direkt unter den dortigen Zeugen Jehovas. Die Entstehung der Mission vollzieht sich deutlich vor dem Hintergrund der jüngsten falschen Weltendeverkündigung der Zeugen Jehovas von 1975. In den Briefen wird kein Blatt vor den Mund genommen, wie es ein deutsches Sprichwort ausdrückt. „Brooklyn", d, h. die WTG wird als die Hauptverantwortliche schonungslos angegriffen. Die Empörung ist groß. Denn mit falschen Weltenden verspielt man ein für allemal und unwiderbringlich das Vertrauen und die Glaubwürdigkeit. Das ist nun mit 1975 geschehen. Für Ehrliche und Aufrichtige gibt es darum nur noch eine Konsequenz: Heraus aus dieser Organisation. Man kann der ganzen Welt keine falschen Weltenden predigen und dann noch ernst genommen werden. Das kann man nicht ein einziges Mal machen.

Um eine Vorstellung zu bekommen, wollen wir einen Blick in die ersten Missionsbriefe werfen. Wir sehen ein entschlossenes und unverblümtes Vorgehen, ein Zupacken und Rütteln, das die Zeugen Jehovas gleichsam zur Vernunft bringen soll.
Aus dem Brief Nr. 1 vom 1. 9. 1977
Die Überschrift lautet: „Jehovas Zeugen sind falsche Propheten!". Es heißt dazu u. a.:
Die Bibel warne nicht nur einmal vor falschen Propheten, die sich von Haus zu Haus stehlen und nichts mit dem Worte Gottes gemein haben. Diese falschen Propheten seien die Zeugen Jehovas mit irrigen und qualvollen Lehren. Ein ausgerichteter Christ würde nicht als Papagei allen nachsprechen, wie es der WT jeweils lehrte. Er würde sich selbst die Frage stellen, wann denn z. B. Harmagedon (das Weltende) kommen sollte. 1874, 1914, 1918, 1925, 1939, 1945, 1972, oder abends, Freitag den 5. September 1975? Sie würden nach der Geschichte ihrer Organisation fragen. Es sei eine Pleite über die WTG von Brooklyn hereingebrochen. Jetzt stehen sie in Schande, und bestreiten, sie hätten nie so etwas gelehrt. Sollte man diesen falschen Propheten weiterhin Glauben schenken? Dennoch würden sie immer wieder gehen, um Leichtgläubige zu suchen und sie unter den jeweils anderen Lehren in ihre Organisation zu bringen. Aber Christen, deren einziger Wegweiser die Lehre Christi, der Bibel, ist, würden diesen Spekulationen der Brooklyner WTG keinen Glauben mehr schenken. Sie würden die Bibel zur Hand nehmen, und sich daraus unterweisen lassen.

Aus dem Brief Nr. 2 vom 4. 9. 1977
Die Überschrift lautet: „Die Sklaven des Wachtturms". Es heißt dazu u. a.:
Die Bibel sei für alle ehrlichgesinnten, wahrheitsliebenden Christen die einzige Richtschnur ihres Handelns. Es sei nicht so bei der WTG. Dort werde die Bibel nur als Aushängeschild benutzt für Lehren, die ihr sogar entgegengesetzt sind und ihr widerstreben. Die WTG bezeichne dies dann jeweils als Gottes Wege, die wichtiger seien als die Bibel selbst. So sei der WT praktisch wichtiger als die Bibel. Auf diese Weise würden durch Auslegungen, die sich in Wochen, Monaten und Jahren immer wieder ändern, die Glaubenden zu blinden Sklaven gemacht, wie unter einer Suggestion, wo ein freies Denken fehlt.

Wahrheitsliebende, freie und treue Christen würden bei der Bibel und der Lehre Christi bleiben und sich von den Fesseln Brooklyns trennen. Um wirklich ein freier Christ zu sein, müsse man sich von diesen sog. Erforschern der Schrift in Brooklyn und ihren Lehren fernhalten. Bibel ohne den Wachtturm.

Das unehrliche Spiel der Wachtturmgesellschaft
Gibt es Sicherheit angesichts der Wirtschaftsmisere (II. Teil)
Im ersten Teil wurde versucht aufzuzeigen, daß die WTG keine religiöse Gemeinschaft, sondern ein kommerzielles Unternehmen ist. Die WTG verfälscht Bibelsprüche und verbreitet in ihren Schriften unwahre Darlegungen, verbreitet seit 1914 ständig falsche Prophezeiungen. Es konnte ein jeder, wenn er den ersten Teil gelesen hat, erkennen, daß die WTG im Jahre 1880 anders geschrieben hat als es heute der Fall ist.

Betrachtet aufmerksam das nachstehend Aufgeführte und ihr werdet abermals bestätigt finden, daß die WTG keine religiöse, sondern eine Geschäftsfirma ist.
Im Leitgedanken des „Wachtturms" steht folgendes: (Auszug)
- Wer auf einem Wachtturm steht, sieht in die Ferne und kann anderen sagen, was kommt. Kann eine Zeitschrift heutzutage ähnliche Dienste leisten?
- Antwort der WTG: Jawohl, die Zeitschrift der „Wachtturm", die von Jehovas Zeugen herausgegeben wird, hat dies seit ihrem Erscheinen im Juli 1897 getan.

Im ersten Teil haben wir aufgezeigt, daß diese Behauptung der WTG nicht stimmt und erlogen ist. Es heißt dann weiter im Vorwort vom „Wachtturm": (Auszug)
- Da die Zeitschrift der „Wachtturm" gewissenhaft an Gottes Wort sich hält, steht sie über den sich widersprechenden religiösen Lehren und menschlichen Philosophien. Sie verhält sich in politischen Fragen streng neutral.
Auch hier wurde im ersten Teil der Beweis erbracht, daß dies nicht stimmt und gelogen ist.

Auch im Vorwort des „Erwachet" können wir folgendes lesen: (Auszug)
- „Erwachet" bringt Berichte über das Weltgeschehen. Außerdem ist die Zeitschrift ihren Lesern noch in ganz persönlicher Weise von Nutzen. Sie bleibt nicht an der Oberfläche, sondern weist auf die tiefere Bedeutung der gegenwärtigen Geschehnisse hin.
Hierauf ist folgendes zu sagen.
Der „Wachtturm" oder „Erwachet" schmücken sich wohl zum größten Teil mit fremden Federn. Sie veröffentlichen Artikel von einseitig interessierten Berichterstattern, wie Einschätzung der wirtschaftlichen Lage usw. In diesen Berichten werden genehme Bibeltexte mit beigefügt und es entstehen solche Artikel, die einer bestimmten sozialen Ordnung dienen. Jeder kann feststellen, daß die WTG diesen geistigen Raub schon von Anbeginn betrieben hat (siehe Schriftstudien usw.).

Stellen wir uns die Frage, wem dient das, wer hat den Nutzen? Sind das nicht nur schöne Worte im Vorwort des "Wachtturm" und „Erwachet"? Ist daraus doch zu erkennen, daß die WTG keine religiöse, sondern eine Geschäftsfirma ist. Eben eine Aktiengesellschaft! Wo liegt denn die tiefere Bedeutung, wie es so schön im Vorwort geschrieben steht. Ist denn das, was im "Wachtturm" und „Erwachet" steht, die reale Einschätzung der gegenwärtigen Lage über die Geschehnisse in der Welt?

Im Band 4 der Schriftstudien 1923, Seite 318 und der Ausgabe von 1897 ist folgendes zu lesen:
- Wir können uns daher nicht mehr täuschen, daß wir vor einer drohenden Revolution stehen. Die Menschen scheiden sich mehr in zwei riesige feindliche Lager, auf der einen Seite das Kapital an Vorrechte gewöhnt und durch Anerkennung übermütig gemacht, an dem alten festhaltend und neu hinzufordernd, auf der anderen Seite die Arbeiterschaft der Städte und der Wildnis - jene durch Lohnkämpfe verbittert und entschlossen, eine Ordnung umstürzen, welche die Reichen stets reicher und die Armen armer macht.
… die sich in Habsucht nicht träumen ließ, den Armen aber keine Zuflucht in seinem Elend läßt, als das Grab, in dieser Arbeit suchend umherzieht und wie schandlose Bettler behandelt wird."

Auf Seite 328 (Auszug)
- „Daß aber diese Ordnung nicht mehr lange bestehen kann, geht nicht nur aus der Prophezeiung der Schrift hervor, sondern ist auch die Überzeugung aller derer, die Augen haben zu sehen und mit der Masse und Unruhe in näherer Berührung stehen."
Welch schöne Worte wurden damals im Band 4 der Schriftstudien geschrieben. Möge die WTG-Leitung ihre Augen weit öffnen und mit der Masse und Unruhe in näherer Berührung stehen, aber statt dessen tut sie heute das Gegenteil!

Im „Erwachet" vom B. B. 1975, Seite 5, steht, daß der Lebensstandard der Arbeiter zu hoch ist und heruntergeschraubt werden muß! Welch „genialer" Einfall, welch geistloses Geschwätz, welcher Unsinn, welche soziale Bösartigkeit! Neuerdings gibt es besonders kluge WT-Schreiber, - zu lesen in „Erwachet" vom 22. 8. 1975 -, man liest ganze Seiten über Unehrlichkeit, dabei sind wiederum die Arbeiter schuld an der Wirtschaftskrise, indem sie ihre Arbeitgeber bestehlen usw. Hinzu kommt: Kein Zeuge darf über den geschriebenen Unsinn etwas sagen, das wäre Kritik und Kritik ist nach den Worten der WTG ja auch, wenn man etwas richtigstellt. Die WTG sagt, Kritik zu üben wäre Zeitverschwendung, WT 1. 8. 1962, Seite 477, (Auszug)

Gottes Wort der Wahrheit recht zu behandeln setzt voraus, daß wir unterscheiden lernen zwischen berechtigten Fragen und unnützen Streitfragen. Daß wir Fragen haben über die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft ist ganz natürlich. Jehova hat dafür gesorgt, daß uns die Bibel Fragen, die uns heute zu Recht beschäftigen mögen, zuverlässig beantwortet. Manches, was uns die Bibel nicht sofort sagt, erfahren wir aus der Geschichte. Es gibt jedoch Fragen, die weder von der Bibel noch von der Geschichte beantwortet werden. Sich mit solchen Fragen auseinanderzusetzen, wäre unvernünftig oder gefährlich für uns.

Warum eigentlich? Hast Du Dir diese Frage einmal gestellt? So sieht es bei der WTG also mit der Kritik aus. Ist es nicht typisch für Organisationen, Gemeinschaften usw., die vieles zu verbergen haben, die sich ihrer Taten schämen müßten - sie lassen sich ungern kritisieren und noch weniger gestatten sie einen Blick hinter die Kulissen!

Alles, was die WTG in ihren Worten und Schriften verkündet, „ist Wahrheit", auch wenn so vieles falsch war so wie zum Beispiel Harmagedon 1914 - 1925 - 1942 - 1972 und 1975. Den Zeugen wird im gleichen Artikel noch folgendes gesagt: uns mit unnützen Streitfragen auseinanderzusetzen, beraubt uns aber nicht nur unsere Zeit, es kann uns sogar das Leben kosten. -

Man muß sich das überlegen, spätestens von der Taufe an wurde jedem Zeugen eingehämmert, alles zu tun, was die WTG von jedem verlangt, um das ewige Leben zu erhalten. Das ewige Leben ist das echte Wesen der Zeugen und die WTG setzt somit jeden Zeugen unter Druck! Denn wer kritisiert, verliert das Leben - scheinbar!
Es gibt keine Glaubensorganisation, die derartig gewissenlos an ihren Gläubigen handelt, nur die WTG. Jeder vernünftig denkende Mensch muß sich sagen, was ist das für eine Glaubensgemeinschaft, die so handelt.

Einige Fragen an die WTG:
Wer verfaßt solche WTG-Thesen wie die über 1975? Wer befürwortet sie? Warum werden in WT und „Erwachet" Artikel aus kapitalistischen Publikationen übernommen und mit Bibeltexten versehen, die nur der WTG dienen? Warum kommt kein Experte aus einem sozialistischen Land exakt zu Wort?
Warum wird der Zeuge, der etwas richtig stellt oder der sachlich kritisiert, ausgeschlossen? Warum verleugnet die WTG ihre alten Schriften? Warum wurde im Jahr 1975 in keiner Weise mehr Harmagedon erwähnt?
Warum werden in WT und „Erwachet" politische Hetzartikel gegen sozialistische und viele Entwicklungsländer veröffentlicht?
Warum werden aus der DDR Gelder ausgeschleust?

Es sei hier nochmals angemerkt, dies alles ist doch unbiblisch, warum tut ihr das, auf die Dauer kann doch kein Zeuge solche Dinge hinnehmen, Zeugen Jehovas sind doch auch Menschen!
Hat sich die WTG noch keine Gedanken gemacht, daß alles, was in WT und „Erwachet" geschrieben steht, wie die Beschreibung der Verhältnisse in kapitalistischen Staaten erfolgt, für die Zeugen in der DDR und anderen sozialistischen Ländern nicht zutrifft. Hier gibt es keine Arbeitslosen. Hier ist die Zukunft gesichert. Wir sorgen dafür, daß ständig der Lebensstandard steigt, in der DDR werden Arbeitskräfte gesucht, was sollen wir mit diesen WT und „Erwachet" anfangen? Diese Fragen stellen wir an die WTG und an die Verantwortlichen für all diesen Unrat! Warum kommen von der WTG „gute Ratschläge" wider besseren Wissens. Einige Brüder und Schwestern aus Karl-Marx-Stadt erarbeiteten folgende Erkenntnisse:

Grundlage waren solche Fragen wie, warum hat die WTG im Jahre 1887 bzw. 1897 inhaltlich anders geschrieben als heute?
Zum Studium wurden die Schriftstudien sowie andere diverse Bücher und die jetzigen Bücher und Zeitschriften WT und „Erwachet" verwendet.

Die WTG nutzte die auch damals weitverbreitete Not aus. Es gab keine notfreien Länder. Die echte weltweite Krisenangst stellte den Zwang dar, den kleinen Mitgliedern zumindest Theorien zu deren Einschüchterung bieten zu müssen. Eine kommunistische oder eine dritte Welt gab es noch nicht. Der Kapitalismus wurde damals auch deshalb angeprangert, weil man mit dieser Taktik Menschen für die WTG gewinnen konnte. Eine wichtige Methode war es, damals die Arbeiterinteressen zu berücksichtigen.

Man machte sich das sehr einfach, alles, was in der Weltpresse über die wirtschaftlichen Verhältnisse geschrieben wurde und für die WTG geeignet war, Menschen zu gewinnen, wurde aufgegriffen, im Sinne der WTG umgearbeitet. Vergleichen wir die 7 Bände der Schriftstudien, besonders Band 3 und 4, ist ca. 80% vom Inhalt aus der Weltpresse entnommen und nur 20% von der WTG. Schon diese Feststellung beweist, daß die WTG sehr wenig mit religiösen Dingen zu tun hat.

Alle Bücher und Schriften wurden so abgefaßt, den Menschen das zu sagen, was ins Ohr geht, um somit für die WTG viele Menschen zu gewinnen. Von einer echten, hingebungsvollen Geisteshaltung der WTG-Gewaltigen war schon damals keine Rede. Das Geschäft sollte ja blühen! Worum schrieb die WTG im Band 4 der Schriftstudien, daß die Arbeiter nicht in der Lage sind zu regieren, hier die Begründung. Es gab damals kein einziges Land, in welchem die Arbeiter an der Macht waren. Nun mag man zum Kommunismus stehen wie man will, aber eines ist zu erkennen, die Existenz ist nicht zu leugnen und „mörderisch und blutbefleckt" - so definitiv durch den WT gekennzeichnet ist der Kommunismus nun tatsächlich nicht. Aber WT und Wahrheit waren schon immer uneins! Das ist auch der Grund, daß in keiner WTG-Schrift etwas über die Vorzüge gesagt wird oder diese geschweige anerkannt werden. Es darf nicht sein. Man kann doch nicht anerkennen, daß in den sozialistischen Ländern der Lebensstandard ständig wächst. In „Erwachet" vom 8. 8. 1975 schreibt man, der Arbeiter soll seinen Lebensstandard etwas herunterschrauben. Es darf doch nicht sein, daß es einen Weg aus dem Elend gibt, da man jahrelang in den Schriften geschrieben hat, daß es nur einen Weg gibt, nämlich die Schlacht von Harmagedon. Wie kann da etwas existieren, wo die Menschen keine Furcht um ihre Existenz haben.

Wie kann es Länder geben, welchen es keine Arbeitslosen gibt - im Gegenteil - wo es Arbeitssuchende gibt.
Nehmen wir es doch wie es ist: Friedensbemühungen, Verträge, Abkommen - die dem Frieden dienen; sie passen der WTG nicht! Wen wunderts!
Warum wurde schon damals von der WTG gegen den Kommunismus gehetzt. Untersuchen wir auch diese Frage, so stellen wir fest, daß ein großer Teil dieser Frage schon im Vorgenannten beantwortet wurde. Noch zu beantworten ist folgendes. Der Hauptgrund war, daß man alles ablehnen muß, was nicht in Einklang mit der Theorie der Schlacht von Harmagedon war. Stellen wir doch diese Frage: Hat sich die WTG schon einmal Gedanken gemacht, wie ein Christ im Sozialismus lebt und was sagt die WTG, wenn ein Bruder ehrlich über sein Leben im Sozialismus berichtet? Er wäre in den Augen der WTG ein Rebell und dieser Christ würde ausgeschlossen. Jedoch! Dieser Christ würde der WTG nur die Wahrheit mitteilen.
Die WTG hat von 1914 bis 1975 durchweg Harmagedon angekündigt und immer Daten genannt, eingetroffen ist natürlich nichts. Die WTG ist nicht die einzige, die das Weltende ankündigte.

Liebe Brüder und Schwestern, die WTG hat sich mit den Ankündigungen von Harmagedon großen finanziellen Reichtum angehäuft! Ich las vor einiger Zeit die NBI 39/75, auf Seite 28 stand folgender Artikel: USA Trockengemüse für die Arche Noah, schwedische Journalisten glaubten sich unlängst auf einen anderen Stern versetzt, so jedenfalls berichteten nach ihrer Rückkehr aus USA. Der amerikanischen Bevölkerung werde allen Ernstes empfohlen, sich mit dauerhaften Lebensmitteln für mindestens 6 Monate zu versorgen, denn unvermeidliche Sintflut stehe bevor!

Das in Düsseldorf erscheinende „Handelsblatt" schildert in einem Bericht aus Los Angeles, daß in Inseraten der USA-Presse für 414 bis 749 Dollar „vollständige Überlebenspläne" angepriesen werden. Das Geschäft mit der Angst ist höchst profitabel.
Die Firma Reiny Day Foods (zu übersetzen etwa mit Lebensmittel für schlechte Tage) aus Poro im USA Bundesstaat Utah, bezieht einen 100 Pfund Sack Weizen für 18 Dollar, daraus werden 25 Überlebenspackungen zum Preis von 3,75 Dollar angefertigt, so macht die Gesellschaft aus einem 18 Dollar-Sack 93,75 Dollar. Die Firma Instantfoots aus Houston US Staat Texas schlägt bei ihren Waren einfach 42% auf den Großhandelspreis auf, ihren Untervertretern, die ebenfalls durch Annoncen angeworben werden, wird erklärt, daß jedes Überlebenspaket, für welches sie 666 Dollar vorausbezahlen, für 1020 Dollar weiterverkauft werden könne.

Am reellsten bedient sich noch die Heiligen der Tage, Mormonengemeinden im US Bundesstaat Utah und dessen Hauptstadt Salt Lake City. Sie horten Trockengemüse, Milchpulver und Sojabohnen, Fleischersatz, was von den Spezialgeschäften ihrer Gemeinden zu relativ normalen Preisen abgegeben wird. Sie sorgen aber nicht nur für die Sintflut vor, sondern sie stocken ihre Hausvorräte auf, weil sie im Hinblick auf die Krise, die Unsicherheit der Arbeitsplätze und steigenden Lebensmittelpreisen, ihren Glaubensbrüdern nicht zur Last fallen wollen, denn Bohnen und Linsen kosten jetzt bereits 40'% mehr als vor Jahresfrist. Die Firmen jedoch, die sich mit den Überlebenspaketen gesundstoßen, haben 1974 einen Jahresumsatz von mindestens 30 Millionen Dollar gemacht. Diese Unheiligen der letzten Tage verkaufen auch Flaschen mit sterilem Wasser und wie einige Händler insgeheim zugeben, Diät-Dauerlebensmittel, die sie nicht einmal dem eigenen Hund zumuten würden. Auch dieses sogenannte Harmagedon der Mormonen, dient, nur dem Geldbeutel der Sektenleitung.

Auch ich, kann mich erinnern, daß einige übereifrige Versammlungsdiener in der DDR die Zeugen anwiesen, es war in den Jahren 1955/56, Mangelware zu kaufen, das nur nebenbei.
Diese Begebenheit der Mormonen wurde deshalb berichtet, damit ihr, liebe Brüder und Schwestern, begreift, daß nicht nur die Zeugen alleine die Harmagedon-Theorie verbreiten. Wir wissen, daß zuerst die Adventisten es waren und daß diese Harmagedon-Lehre, die WTG übernommen hat und ihr seht, daß die Mormonen das gleiche tun. Dieses Beispiel der Mormonen wurde deshalb mit angeführt, damit ihr begreift, daß Harmagedon nicht kommt.

Die WTG jedoch braucht Harmagedon, um existieren , zu können, um großes Kapital daraus zu schlagen und wenn das Jahr 1975 vorbei ist und man die Krise überwunden hat, wird ein neuer Termin genannt. Das geschieht genauso wie 19 … Einige Verantwortliche werden auserwählt und nennen das neue Datum, vielleicht ist es 1992 oder 1996 oder erst 2045 und damit wird wieder ein großes Geschäft gemacht. Der Umsatz wird wieder groß sein, Zeugen fallen wiederum darauf rein und dann vergehen wieder die Jahre und Harmagedon kommt nicht. Was kommt ist, daß viele Länder sich von dem Kapitalismus befreien und mehrere sozialistische Länder vorhanden sind und in allen sozialistischen Ländern die Zeugen sich von der WTG trennen und nicht auf ihre Betrügereien reinfallen.
Studiengruppe Karl-Marx-Stadt

AN ALLE, DIE SCHON VON DEN WT-BINDUNGEN FREIGEWORDEN SIND
Im Namen aller, denen ebenfalls geholfen werden muß
In vielen Gesprächen haben wir erlebt, wie froh im Herzen geworden ist, wer auf irgend eine Weise von der WTG frei wurde. Wie sich alle nun auch vorgenommen haben, ihr weiteres Leben zu gestalten, sie sollten aus gutem Grund ihre Erfahrungen unter der WTG zur Verfügung stellen. Mit der Studiengruppe Christliche Verantwortung haben wir erstmalig eine Institution für den gesamten deutschen Sprachraum und auch darüber hinaus, die alle diese Erfahrungen umsetzen kann, wie es noch nie möglich war. Wie jemand sich auch nun entschieden hat in religiöser, weltanschaulicher und politischer Hinsicht, die Erfahrungen unter der WTG, die zu solchen Gewissensentscheidungen geführt haben, sind von ganz großer Bedeutung. Wir glauben, daß jeder, der sich schon freigemacht hat, es seinen Mitbrüdern und Mitschwestern und den vielen anderen denen er früher gepredigt hat, einfach schuldig ist, seine Erfahrungen nach Möglichkeit zur Verfügung zu stellen. Jeder kann sich freimütig mit CV in Verbindung setzen. Diskretion ist dabei selbstverständlich. Es besteht kein Grund sich angesichts der endzeitlichen WTG-Unglaubwürdigkeit vor irgendwelchen. WTG Sanktionen zu fürchten. Vor „falschen Propheten"- braucht uns nach der Schrift „nicht bange zu sein". 5. Mose 18:20-22. Ganz im Gegenteil!
In christlicher Verbundenheit
Alle Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen
CV-Leitung Gera/Thüringen
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"Christliche Verantwortung": Monatsschrift der Studiengruppe Christliche Verantwortung. Herausgeber: Wolfgang Daum, DDR 65 Gera, Otto-Dix-Straße 6. Preis: M 0,20. Jahresabonnement M 2.-. Versand auch kostenlos.
Neue Konto-Nr.: 4564-30-1952 Bank für Handel u. Gewerbe

A 5095/78 V 71 748

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