Kommentar zu den eingescannten CV-Ausgaben

CV 1:

Im Oktober 1965 erschien sie also. Die erste gedruckte Ausgabe der "Christlichen Verantwortung" Aus Ihrem Inhalt ist ersichtlich, dass ihr ein sogenannter Briefversand des Herausgebers Willy Müller voranging. Später wird dieses Blatt großsprecherisch darauf verweisen, "1959 gegründet" worden zu sein, womit offensichtlich auf diese "Briefe" als Vorläufer Bezug genommen wurde.

Schon die erste gedruckte Ausgabe macht mit der reißerischen Überschrift auf: "Die WT-Säulen fallen!"

Bezug genommen wird auf Erich Frost und Konrad Franke, die mit dem überzogenen, wenig schmeichelhaften Titel "Gestapo-Handlanger" bedacht werden.

Wo es den Machern "unter den Nägeln brennt" macht auch die Polemik gegen die bekannte Wahlenthaltung der Zeugen Jehovas, anlässlich der 1965-er DDR-"Wahl" deutlich. Auf der gleichen Ebene liegt die Polemik gegen den vermeintlichen "Antikommunismus".

 

CV Christliche Verantwortung

Informationen der Studiengruppe Christliche Verantwortung

Nr. 1 Gera Oktober 1965

 

In der nächsten Ausgabe:

Der politische Sturm auf das WTG Bollwerk bricht los!

Was tat die WT-"Säule" Zweigdiener Konrad Franke1937 bei der Gestapo in Darmstadt?

Du bist ja schlimmer als ein Staatsanwalt Ein Kreisdiener aus Mecklenburg auf politischem Glatteis

Er war dem WT um ein Jahr voraus - Tatsachenbericht aus Westberlin

"Babylon die große ist gefallen!" Das neueste WTG-Buch

 

Die WT-Säulen fallen!

WER IST KONRAD FRANKE?

Vor vier Jahren begann es. Seit dem Hamburger WTG-Kongreß 1961 ist bekannt, daß die größte "Säule" des WTG-Bollwerkes in Europa, der deutsche Zweigdiener und WT-Redakteur Erich Frost, 1937 ein Werkzeug der Gestapo wurde. Alle WTG-Büros wurden davon unterrichtet Internationale Nachrichtenorgane wie Der Spiegel, Hamburg, und der Politisch-Parlamentarische Pressedienst, Bonn, berichteten darüber. Doch man hielt Frost weiter im Dienstamt. In den Versammlungen wurde jede Kritik unterdrückt: Der Teufel wolle "Personen, die eine besondere Verantwortung in der Organisation tragen, die Säulen, aus ihren Stellungen verdrängen" (WT 15.2.62). Erst nach drei Jahren gab man die Richtigkeit der Anklagen gegen Frost zu, indem man ihn stillschweigend entfernte. Der WT vom 1. 7. 1964 war sein letzter. Wie war es möglich, daß Gestapo-Handlanger, also politische Verbrecher, jahrelang sog. theokratische Ämter innehaben können? Weil die diktatorische, sog. theokratische WTG-Ordnung jedes echte Überprüfen verantwortlicher Diener nach 1. Tim. 3:7, 10 für die Zeugen Jehovas unmöglich macht.

Doch die "Säule" Frost ist gefallen. Sein Name ist aus den WT getilgt. Wie wir nun vernehmen, gerät jetzt die nächste "Säule" des europäischen WTG-Bollwerkes ins Wanken, weil es keine göttliche Überwaltung der WTG gibt: Der Nachfolger von Frost, der vom WTG-Präsidenten Knorr/USA eingesetzte deutsche Zweigdiener Konrad F r a n k e, Wiesbaden.

Was tat Konrad F r a n k e, 1937 bei der Gestapo in Darmstadt? Erwartet die nächste Ausgabe von Christliche Verantwortung!

Ein neuer, unentbehrlicher Informator!

Lieber Leser!

Mit Christliche Verantwortung kommt regelmäßig eine ganz außergewöhnliche Schrift ins Haus. Sie repräsentiert einen weiten Kreis von Mitarbeitern, die sich in christlicher und humanistischer Verantwortung mit der Lehre und Tätigkeit der Wachtturmgesellschaft (WTG) der Zeugen Jehovas befassen.

Wahrheitsgemäß und gestützt auf nachweisliche Tatsachen und Materialien untersuchen wir laufend die religiöse und politische Entwicklung, Methodik und Zielsetzung der WTG. Wir weisen nach wie sie die guten Prinzipien des Christentums, des Glaubens an Gott, Christus Jesus und die Bibel und viele psychologische und persönliche Umstände für eine stets der gesellschaftlichen Entwicklung angepaßte und aus politischer Gebundenheit antikommunistisch ausgerichtete religiöse und gesellschaftliche Irreführung mißbraucht, daß sie kein "Werk Gottes", sondern "nur ein Werk von Menschen" ist. Apg. 5:39. Unsere Schrift Christliche Verantwortung ist hierzu in jeder Ausgabe ein Mosaiksteinchen einer bisher einzigartigen objektiven und kritischen Gesamtschau des bisherigen-WTG-Werkes.

Gegründet auf die guten Prinzipien des Christentums auf die unabdingbare soziale Mitverantwortung und eines jeden Christen verfolgen wir das Ziel angesichts des bereits fünfzehn Jahre währenden Verbots der WTG-Tätigkeit - alle guten Bemühungen aufgreifend, Jehovas Zeugen den einzigen Ausweg zu zeigen, den es in der Perspektive gibt. Einen Weg, der dem christlichen Grundsatz "im Verkehr mit den Nichtchristen ehrbar zu wandeln", (l. Thess. 4:11) inmitten der fortschreitenden sozialistischen Entwicklung in Wahrheit entspricht und hilft, festen Halt am wirklichen Leben zu nehmen.

Gestützt auf gute Beziehungen zu Brüdern und Schwestern aus vielen Versammlungen und auf viele internationale Beziehungen ist Christliche Verantwortung im Blick auf die illegale WTG-Tätigkeit in der DDR und, in anderen Ländern ein aktueller und unentbehrlicher Informator, ein wirksames geistiges Instrument in den hier immer mehr zunehmenden Auseinandersetzungen.

Wir fordern jeden Leser auf, freimütig Stellung zu nehmen, auch anonym, Fragen zu stellen, Kritik zu üben sowie ideelle und materielle Beiträge zu übermitteln und an diesem Werk mitzuarbeiten, wenn er Christliche Verantwortung anerkennt.

In christlicher Verantwortung aufrichtig verbunden

Willy Müller und Mitarbeiter 65 Gera, Lutherstr. 16

Christ und Gesellschaft

Die Stimme "Für Gottes Königreich" abgeben?

Am 10. Oktober 1965 sind in der DDR Kommunalwahlen Es werden wieder Bürger für die örtlichen Verwaltungs- und Regierungsorgane gewählt, Bürgermeister, Stadträte usw. Auch Jehovas Zeugen werden zugeben, daß das lebensnotwendig ist. Wie sollte sonst das gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben in Stadt und Land funktionieren?

Die Wahlrichtlinien der "unterirdischen Zentrale" der WTG an Jehovas Zeugen und alle Menschen guten Willens, die "als geistige Speise im ganzen Land verbreitet" werden sollen, lauten dagegen:

Jehovas Zeugen beteiligen sich in keinem Land an der Politik. Deswegen geben sie bei keiner Wahl ihre Stimme ab … zur Wahlurne gehen und ihren Stimmzettel abgeben, nachdem sie ihn irgendwie ungültig gemacht haben, entweder durch Ausstreichen oder durch eine Bemerkung wie: "Für Gottes Königreich". Das zeigt, wofür sie sind. Dadurch wird ihr Stimmzettel ungültig. (WT 15. 7. 1964, S. 436, 437) Sie wissen, daß die politische Beteiligung nicht nur zu nichts führen würde, sondern ihnen sogar noch Gottes Mißbilligung eintrüge, daß Gottes Königreich dazu bestimmt ist, alle politischen Herrschaften zu vernichten, und daß jene, die Politik treiben, Feinde Gottes sind und dadurch zur Vernichtung in Betracht kommen. (WT 1. 1. 1957)

Was ist Wahrheit? Erstens stimmt nicht, Jehovas Zeugen beteiligten sich nirgends an Politik, sie seien neutral Im WT vom 15.3.1962, Abs. 20, wurde z. B. grundsätzlich erklärt, man sei zum "Angriff, auf die "Bollwerke des Totalitarismus" angetreten. Der WT vom 1. 10. 1960 hatte dazu verleumderisch erklärt, das politische System des Kommunismus sei in Wirklichkeit eine zu bekämpfende "falsche Religion", die sich "als ein soziales und politisches System getarnt" habe. Diese verlogene politische Aggressivität zeigt, daß Jehovas Zeugen auf der Seite des internationalen Antikommunismus einen religiös bemäntelten Kampf gegen die sozialistischen bzw. kommunistischen Bewegungen, Parteien, Staaten und Regierungen führen sollen, daß sie politisch nicht neutral sind.

Und zur Wahlurne gehen und die Stimme grundsätzlich ungültig machen ist - Wahlboykott. Wieso? Stelle Dir vor, alle Menschen guten Willens würden das tun. Es käme zu keinem Bürgermeister, zu keiner Stadtverwaltung oder örtlichen Regierung, weil niemand irgend jemanden wählt. Alles geordnete gesellschaftliche Leben würde zusammenbrechen und sich in Anarchie auflösen. Oder es müßten einige Diktatoren die Macht an sich reißen Die WT-Wahlrichtlinien sind also für alle verantwortungsbewußten Menschen unannehmbar Sie können darum auch nicht der Sinn eines Evangeliums sein, das allen Bürgern als annehmbar gepredigt werden, soll, denn Regierung und Landesverwaltung werden als Obrigkeit mit Gottes Billigung eingesetzt Römer 13:1. Einsetzen oder Wählen politischer Obrigkeiten hat darum nicht Gottes Mißbilligung.

Was, wenn alle Menschen guten Willens gemäß WT-Weisung "für Gottes Königreich" stimmen? Die verantwortlichen Stadtväter müßten zwangsläufig "Gottes Königreich" in ihrer Gemeinde aufrichten. Oder? Regierung und Verwaltung müssen doch fortgesetzt werden Aber sollen nicht "alle, die Politik treiben", vernichtet werden? Man sieht bei einigem Nachdenken, der WT führt sich hier selbst ins Absurde. Oder soll man die WT-Theorien nicht an der praktischen Auswirkung überprüfen?

"Für Gottes Königreich" stimmen würde weiter bedeuten, "Gottes Königreich" in den politischen Wahlkampf zu bringen. Jesus hat dagegen erklärt, sein Reich sei "nicht von dieser Welt", er sei kein Konkurrent zur politischen Obrigkeit, wolle sie nicht ersetzen oder ihre Rechte streitig machen. Joh. 18:36. Jesus und das himmlische Königreich der irdischen Obrigkeit bei politischen Entscheidungen oder Wahlen entgegenzusetzen, wie der WT verlangt, ist in Wirklichkeit eine Methode, wahres Christentum politisch in Verruf zu bringen und das Volk gegen die Obrigkeit aufzuwiegeln Apg. 17:5-9. Kein sog. WT-Licht kann diese biblische Aussage für Christen heute ungültig machen! 1: Kor. 4:6.

Zwar wurden zur Zeit des Urchristentums die Obrigkeiten nur von einer Minderheit eingesetzt, nicht von einer demokratischen Mehrheit des Volkes. Es waren damals Monarchien. Doch auch damals waren die Christen an der Regierungsbildung und politischen Mitverantwortung in der Landesverwaltung beteiligt. Der Schatzmeister, wir würden sagen Finanzminister, der Königin von Äthiopien war getaufter Christ. Apg. 8:27-39. Christen waren auch der römische Militärkommandeur Cornelius und der politische Statthalter Sergius Apg. 10:1-48, 13:12. Und es wurde nicht verlangt, den Stand, in dem man berufen wurde, zu verlassen. 1. Kor. 7:20. Daraus folgt, daß Christen auch heute politische Mitverantwortung übernehmen müssen, wählen und gewählt werden können. Die Hoffnung auf das "Königreich Gottes" war für die biblischen Urchristen kein Hindernis für politische Mitverantwortung und kann es folglich auch heute nicht sein. Spr. 30:5,6.

Denken ist die erste Bürgerpflicht

"Ihre Leidenschaft ist unbezwinglich…"

-Christliche Besinnung -

Was geht's mich an, das neue Familiengesetz? Nun, es könnte Dir zum Beispiel auch helfen, diese christliche Besinnung nach Hohelied 8:6 auf die sittlichen und sozialen Grundlagen unseres Lebens besser zu verstehen.

Christen müssen ein gutes Ehe- und Familienleben führen. Es gibt aber Christen und "Christen". Gemäß WT vom 1. Juni 1959, S. 329, wurden von 1952-57 jährlich 500 und 1958 sogar 1334 Personen aus den USA Versammlungen exkommuniziert. Sittlichkeit. Das meiste aber wird nicht bekannt. Ist nicht die WT-Forderung, kein Geschlechtsverkehr unter Liebes- und Brautpaaren vor ihrer forrnellen Trauung, woran sich keiner hält, schon der Anfang der sittlichen Heuchelei?

Nun die Liebe unter anderem Blickwinkel. Unbestreitbar ist die Familie die fundamentale menschliche Gemeinschafts- und Existenzform. 1. Mose 1:28. Hast Du aber schon einmal über die sozialen Konsequenzen richtig nachgedacht? Nahrung, Kleidung, Wohnung Arbeit, gesetzlichen und rechtlichen Schutz, Gesundheitsfürsorge und Bildungsforderungen, Industrie, Landwirtschaft, Handel und Wandel usw. Selbstverständlichkeiten Klar, auch für Christen, natürlich.

Jetzt müssen wir aufs Seil gehen. Hoffentlich bist Du sicher. Ist die Befriedigung dieser natürlichen Bedürfnisse ohne eine staatliche Rechts- und Regierungsordnung möglich? Natürlich nicht. Jetzt wird's politisch. Wieso? Gehst Du doch unter die Mitmenschen und predigst, unsere Staatsordnung und Regierung sei unrechtmäßig Christi Regierung im Himmel seit 1914 sei die einzig rechtmäßige Regierung aller Nationen. Kein echter Christ und Mensch guten Willens dürfe darum noch eine staatliche Regierungsordnung wählen. Begreifst Du nicht, daß damit die elementarsten sozialen Lebensrechte angegriffen werden? Alle Leidenschaften der sozialen Selbsterhaltung bringst Du auf die Barrikaden Ohne Regierung geht es doch nicht! ,

Du zahlst doch aber Steuern, sorgst für Deine Familie, und Deine Arbeit dient auch der Gesellschaft? Aber das kannst Du doch bloß, weil Gesellschaft, Staat und Regierung nicht auf Deine Predigt hören! Was nützten denn Deine Steuern, wenn keiner im Staate regieren darf? Sie können doch regieren. Sie können es eben nicht, wenn es nach Deiner Predigt gehen soll. Oder soll es etwa nicht? Was predigst Du das dann? Sei nur froh, daß es nicht danach geht. Deine Familie wüßte nicht ein noch aus. Keine Familie. Weil es dann keine soziale Ordnung gäbe.

Wenn Du schon in solchen großen Kategorien denkst, wie "keine rechtmäßige Regierung" usw., hast Du schon einmal über die großen sozialen Revolutionen unserer Zeit nachgedacht, über die Leidenschaft ihrer Kämpfer? Rußland 1917, Algerien, Lateinamerika u. a. Haben diese Menschen vor Gott und Christus kein Recht, sich aus ihrem sozialen Elend zu erheben? Christi Regierung im Himmel seit 1914 löst diese Fragen? Nicht doch. Darauf war die WTG bis 1925 selbst nicht gekommen Und 1933 starrte sie auf ihren Zweig in Deutschland und meinte, weil sie hier verboten wurde, stehe Harrnagedon vor der Tür. (Dein Name werde geheiligt, S. 319) Und 1942 setzte WTG-Präsident Rutherford "im Namen Jehovas" mit dem Buch "Kinder" der Jugend das Vorbild, Heiraten und Kinderzeugen bis nach Harmagedon zu warten. Heilige Einfalt und Beschränktheit! Jetzt ist 1965, und das Datum 1972 ist auch schon wieder verschoben! Schreite doch nicht wie Parzifal durch die Zeit, den Kopf in den Wolken abstruser, widersinniger und unrealistischer Ideen und Illusionen, nicht begreifend, was vor Dir auf Erden aus der natürlichen Leidenschaft des Lebens geboren vor sich geht!

Weißt Du, daß die Sehnsucht nach Glück in sozialer Sicherheit in Schwarzafrika genauso leidenschaftlich und unbezwinglich ist wie die Liebe der Sulamitin im Hohelied? Weißt Du, wie weh Hunger tut? Schaue in die hungrigen Augen der Kinder Indiens! Wem wolltest Du das Recht auf Liebe, Familie und soziale Sicherheit streitig machen? Das kann man nicht. Sehr richtig. Aber mit Deiner Predigt "keine Regierung rechtmäßig" usw. machst Du diese Rechte streitig, weil es keine soziale Ordnung ohne Bildung von Regierungen geben kann.

Dann gerät die ganze WT-Vision von der heutigen Endzeit ins Wanken? Du wirst staunen, was noch für illusionistische WT-Bibeldeutungen stürzen, wenn man sie vom Standpunkt der unabdingbaren sittlichen und sozialen Forderungen unseres Lebens aus betrachtet. Wirklich biblisch ist alles ganz anders.

Vor einiger Zeit lernte ein junger Bruder bei einem Pioniereinsatz seine Lebensgefährtin kennen. Er schrieb darüber beinahe einen Liebesroman, begreifend, was für eine große und unbezwingliche soziale Konsequenz die Liebe, auch des Christenmenschen, hat. Die WTG exkommunizierte ihn.

Nach dem Obrigkeitsdrama nun Elia-Elisa

Anstöße -

Wieder werden frühere "göttliche Wahrheiten" umgestoßen Was bis 1963 über das Elisa-Werk verkündigt wurde, waren nur "menschliche Erwartungen", sagt jetzt der "kluge Knecht":

In den Jahren nach dem 1. Weltkrieg war das Werk der Elia-Klasse viel länger weitergegangen, als nach menschlichen Erwartungen angenommen worden war. Das Elia-Werk verging 1942 …Fünf Tage nach dem Tode Rutherfords … wählten Knorr einstimmig zum Präsidenten … Elias Geist ruhte jetzt auf der Elisa-Klasse. (Dein Name werde geheiligt, S. 319, 326)

Lies, was man damals wirklich gepredigt hat und jetzt klugerweise nicht zitiert:

Sowohl Elia als auch Elisa stellen dieselbe Klasse dar, die unter verschiedenen Umständen dem Herrn dient … Der erste von 1874-1918 … der zweite das Werk fortsetzend… WT 16/1923, 8/1927, 15.4.1927) Somit bezeichnet die große Trübsal, die im Jahre 1918 über Gottes gesalbtes Volk kam, den Abschluß des durch Elia vorgeschatteten Werkes … Gott hat nach 1919 sein Volk mit einem "doppelten Maß" seines Geistes ausgestattet. Das ist ein weiterer Beweis … Durch die Heilige Schrift wird bewiesen, daß die zweite Gegenwart des Herrn im Jahre 1874 begann… durch Elias Wirken vorgeschattete Wiederherstellungsarbeit setzt ungefähr im Jahre 1878 ein und währte bis zum Jahre 1918 … seit dem Jahre 1918 ganz genau eingetroffen. Einige nahmen Anstoß und wandten sich vom Herrn und seinem Werke ab. (Prophezeiung 1919, S. 77, 205-208).

Am fünften September 1919 wurde diesem Bundesvolk eine klare Vision oder, ein Verständnis über den Unterschied zwischen dem Eliawerk und dem Elisawerk gegeben … Gleichwie die Hand Jehovas über Hesekiel kam, so kam auch der Geist und die Macht des Herrn über sein Volk, als es zum ersten Male das durch Elisas Erfahrungen vorgeschattete Werk erkannte … Versammlungen, die es unterließen oder ablehnten, jene Botschaft zu verbreiten, verloren das Vorrecht … Der Wachtturm warnte die Führer der Versammlungen vor einem widerspenstigen Wege. (Rechtfertigung I, 1931, S. 20, 30, 31)

Das waren alles nur "menschliche Erwartungen", also Spekulationen und eigene Auslegungen? Wie konnte der Herr dann zulassen, daß unter Berufung auf "die Hand Jehovas" und das "doppelte Maß des Geistes Gottes" jeder exkommuniziert wurde, der an diesen "Erwartungen" Anstoß nahm oder "widerspenstig" war? Es war WT-Rechthaberei, wie 1932 bei der Obrigkeitsschwenkung Wieviele unschuldige Opfer!

Jetzt ein echter Beröer-Blick auf die "klaren Visionen" des WT durch den "Geist des Herrn" nach dem ersten Weltkrieg.

Im WT vom 15.2.1915 hatte Russell seine falsche Prophezeiung über 1914 zugegeben: "Wir glaubten, daß der 21. September 1914 die Zeit für die Aufrichtung des Königreiches war." Mit dem "doppelten Maß des Geistes" predigte Rutherford darum ein neues Weltende: "Das Jahr 1925 ist ein Zeitpunkt, der klar und bestimmt in den Schriften dargelegt ist, sogar klarer als 1914" (WT 1924, S.259). 1925 würden die Überwinder des Alten Bundes auferstehen und als "Fürsten" die "irdische Phase des Königreiches" herbeiführen. Dazu wurde weltweit verkündet, "Millionen jetzt Lebender werden nie sterben", weil es "vernünftig ist zu schließen, daß Millionen jetzt auf Erden lebender Menschen im Jahre 1925 noch auf Erden sein werden" (Millionenbroschüre 1921, S. 80-88). D a s war der eigentliche "Beweis" und Sinn jener damaligen WT-Millionenbotschaft Die Erwachsenengeneration von 1921 liegt heute nahezu im Grabe. Inzwischen schulte der WT die jetzige "Elisa-Klasse" so, daß sie gehorsam alles vom WT als "Wahrheit von Gott'" annahm, auch wenn es nicht in Einklang mit der Schrift war, wie die nächste weltweite Botschaft: Weil die Überwinder 1925 nicht gekommen waren, kämen sie einige Jahre später. 1930 wurde deshalb für sie in San Diego, Kalifornien, eine Villa gebaut, Beth Sarim, Haus der Fürsten. Vergeblich wartete Rutherford in dieser Villa, in die er selbst eingezogen war! (Die Neue Welt, S. 104, Dein Name werde geheiligt, S. 325) Eine erste Amtshandlung von Knorr nach 1942 war, diese Villa seines Vorgängers, des falschen Elisa, zu verkaufen. Denn auch nach 1933, mit Hitler, war das Weltende nicht gekommen, wie man predigte. (Dein Name werde geheiligt, S. 319)

Das waren die "klaren Visionen der Hand Jehovas über seinem Volk", das "Elisawerk" bis 1942. Knorr hat recht, wenn er das jetzt als "menschliche Erwartungen" bloßstellt. Doch damit ist zugegeben, daß dieses "Panier für die Völker" bis 1942 Irrlehre war! Welcher Staatsführer hätte das ernst nehmen sollen? Das muß man einmal überlegen. 5. Mose 18:20-22. Fürchtet dabei nicht die WT-Drohung, jeden als "selbstsüchtig, unrein und gewinnsüchtig, gierigen Anbeter des eigenen Ichs" hinauszutreiben, der es wagt kritisch die WTG-Geschichte zu untersuchen (Dein Name werde geheiligt, S. 337). Es ist WT-Methode, jeden zu diffamieren, den sie nicht widerlegen kann. Wir zeigen das demnächst besonders am Fall des exkommunizierten WT-Rechtsberaters 0. R. Moyle, Vorgänger - von H. C. Covington, der übrigens auch kürzlich in der Versenkung verschwunden ist. Wir ermitteln hier noch. Und zur Gewlnnsucht wäre zu sagen. 1964 wurde die WTG in Westdeutschland deswegen zu über 2 000 000 DM Steuernachzahlung verurteilt.

Die WTG muß jeden echten Bibelforscher fürchten, um ihre Behauptung, ein "Werk von Gott" zu sein, aufrecht zu erhalten.

Das ist nicht zu verantworten!

- Beröerblicke in den WT

WT vom 1. Mai 1965, Wiesbaden:

Wieder Antikommunismus

Mit dem Artikel "Materialismus, eine zum Tode führende Lebensanschauung", wird Dir wieder antikommunistische Hetze in die Hand gedrückt. Geschickt zitiert der WT amerikanische Journalisten, die der "kommunistischen Lebensauffassung" jeden geistigen, ideellen und sittlichen Inhalt absprechen. Sie sei angeblich nichts als tierisches Trachten nach materiellen Dingen. "Sappeure und Mineure des Weltkommunismus", Lügenkampagne des Kreml" und ähnliches sind die WTG-Schlagworte. Daß der dialektische Materialismus etwas ganz anderes ist als tierisches Trachten nach Materiellem, erörtert der WT verleumderischerweise nicht. Mit allerlei Halbwahrheiten und Bibelversen, die ausschließlich Trachten nach materiellen Dingen verurteilen, werden Kommunisten und Sozialisten schließlich zu "vernunftlosen Tieren" herabgewürdigt.

Dieser WT-Artikel ist wegen politischer Verleumdung, Diffamierung und Schmähung wieder Material für den Staatsanwalt. Wahre Christen verhalten sich anders, denn es heißt, "…niemand zu schmähen, sich friedfertig zu zeigen und nichts als Sanftmut gegen alle Menschen zu beweisen" Titus 3:1,2.

Wir sagen hierzu mit der Schrift: "Wer Warnungen unbeachtet läßt, geht irre" Sprüche 10:17.

Mit fremden Federn geschmückt

Der Artikel "Warum wir auf das prophetische Wort vertrauen" soll das Vertrauen auf den WT festigen. Aus, dem Alten Testament werden zahlreiche Voraussagen zitiert, die sich damals auch erfüllten. So weit so gut. Nun kommt der Sinn der Sache. Im Blick auf die fragwürdigen WT-Verkündigungen "erfüllter Prophezeiungen" in "unserem zwanzigsten Jahrhundert" heißt es:

Von der Echtheit einer Prophezeiung überzeugt man sich am besten dadurch, daß man sie im Lichte der Zeit und der Zeitumstände betrachtet. Die Bibel selbst legt die Regeln, nach welchen eine Prophezeiung geprüft werden sollte, in 5. Mose 18:20-22 und 13:1-3 fest: Erstens muß im Namen Jehovas und in seinem Auftrag gesprochen werden, zweitens muß sie sich erfüllen und drittens muß sie in Übereinstimmung mit den Geboten Gottes sein und damit die wahre Anbetung fördern.

So soll der Eindruck entstehen, als habe der WT nie anders als in diesem Sinne "prophezeit". Natürlich wurde immer gesagt "im Namen Jehovas, in seinem Auftrag, in Übereinstimmung mit den Geboten Gottes". Nie wurde neues WT-Licht je ohne den Schmuck dieser Attribute gepredigt. Doch laufend werden diese "Erfüllungen von Gott" verworfen und verändert: Wiederkunft Christi 1874, Beginn der Zeit des Ende 1799, Harmagedon 1914, Königreich 1925, Zionismus, Obrigkeit, Beth Sarim, Tier, Nordkönig, Fürsten, Elisa, 1972 und anderes. Davon ist in diesem WT-Artikel allerdings nicht die Rede. Warum nicht? Darauf gibt 5. Mose 18:20-22 Dir Antwort.

Immer im Trab vorwärts

Der Artikel "Verlangt Jehova zuviel?" öffnet ein Ventil "Einige sagen", (es sind viel mehr, sonst würde der WT nicht darauf eingehen) was neben den familiären, häuslichen und persönlichen Verpflichtungen für die WTG verlangt wird, "ist das nicht alles zuviel?" Der WT versucht aus der Bibel umfangreich nachzuweisen, daß Gott die Verkündiger-Wochenprogramme verlange. Immer wird Gott vorgeschoben. Doch da lugt der Pferdefuß:

All das, was Jehova (!) uns gegeben hat - die vielen Aufgaben und Pflichten - ist in Wirklichkeit für uns ein Schutz, weil es uns so beschäftigt hält, daß wir keine Zeit haben, uns mit weltlichen Dingen abzugeben, wodurch wir in Schwierigkeiten geraten könnten.

"Weltliche Dinge" ist nur der Popanz. Es soll verhindert werden, innezuhalten um prüfend zurückzuschauen Denn wer kritisch zurückschaut, z. B. auf den Irrweg der sog. "erfüllten Prophezeiungen", geschmückt mit der Feder "im Namen Jehovas", gerät tatsächlich in Schwierigkeiten, weiter bedenkenlos zu folgen. Mit der herrischen Forderung "mehr tun", "komme deinen Verpflichtungen nach, dann wirst du nie das Empfinden haben, Jehova (!) verlange zuviel", geht der WT über alle Bedenken hinweg und stopft das Ventil wieder zu. Es kann doch sein, daß sonst jemand Zeit findet, z. B. über den Fall Frost oder jetzt über den Fall des Zweigdieners Konrad Franke nachzudenken.

WT vom 15. Mai 1965, Wiesbaden

Den Balken im eigenen Auge

"Wer wird von den Toten auferweckt?" ist der Hauptartikel Man erwartet es gar nicht: das Hauptthema darin ist der "böse Knecht", der zunehmende Abfall. "Die nicht zur Reife vorandrängen, die im Begriff sind, abzufallen, seien auf dem Wege zu Judassen, Menschen der Gesetzlosigkeit, die in die Hände des lebendigen Gottes fallen, ohne Auferstehung. Alle Register werden gezogen. Ein Bombardement der Sinne.

Eins wollen wir auf die Nadelspitze nehmen und genauer besehen. Wie der "böse Knecht" zitiert wird, um das Entstehen eigener Ansichten über das WT-Bibeldeuten zu verhindern. Zitiert der WT (Zweiter Teil, Abs. 6) die beiden "bösen Knechte" Hymenäus und Philetus Hier der WT wortwörtlich:

Diese untreuen Männer hatten ihre eigenen Ansichten über die Auferstehung. Sie lehrten, die "Auferstehung sei (damals) bereits geschehen", indem sie offenbar den Gedanken verbreiteten, die Auferstehung sei lediglich eine geistige, symbolische Auferweckung.

Merkst Du nichts, lieber Leser? Warum schiebt der WT das Wörtchen "damals" in den Bibeltext? Heißt es denn nicht: "Füge nichts hinzu, damit du nicht als Lügner dastehst" Spr. 30:5,6 -? Ohne diese WT-Hinzufügung kann man nämlich darauf kommen, daß auch der WT bereits erfolgte geistige und symbolische Auferstehungen predigt: Fürsten und Überrest! Ein paarmal sollten beide schon auferstehen: 1874, 1914, 1918, 1925, vor Harmagedon, danach, nun seit 1919. Das ist wahrlich wie bei Hymenäus und Philetus. Deshalb das Wörtchen "damals". Man soll glauben, der Vers gelte heute nicht mehr in seiner biblischen Form. Man will die Beröer in den Versammlungen zum Schweigen bringen. Da gibt es nur eine Antwort: 1. Kor. 4:6. Kein wirkliches Argument derer, die der WT heute als "böse Knechte" bezeichnet, wird indessen behandelt. 'Warum nicht? Das zeigen wir praktisch in der nächsten Ausgabe von Christliche Verantwortung am Verhalten des WTG-Kreisdieners Manfred Teller aus Westberlin.

Aktuelle Auseinandersetzungen

Um das von der WTG verwünschte Buch

Ich war Zeuge Jehovas von G. Pape

Drei Jahre hat die WTG dieses Buch mit Schweigen übergangen. Doch es zog seine Kreise. Im Jahresbericht 1964 (Jahrbuch) wurde schließlich Stellung genommen. Die WTG ließ eine Schwester berichten, sie brauche das Buch nicht und habe auch kein Interesse, es zu lesen. In Wirklichkeit ist eine rege Diskussion im Gange. "Die gehässigste, lügenhafteste und verleumderischste Schmähschrift" sagen einige, "zutreffend, der Wahrheit entsprechend, neu und interessant", sagen andere Leser.

Ein Bruder aus der Nähe von Leipzig wandte sich mit folgenden Ausführungen gegen die Schlußfolgerungen in dem Buch, die WTG sei wegen ihrer Irrungen nur Menschenwerk:

Wenn man nun das Wort Gottes, was Petrus mit einem Licht vergleicht, in einem Lande predigt, wo man von Gott noch nichts weiß, dann fängt es eben erst zu glimmen an, und wenn man weiter predigt, dann wird das Licht immer heller, bis es Tag wird. In dieser Hinsicht kann göttliche Wahrheit nie Irrtum sein. Man kann sich in der Wahrheit Gottes wohl irren, muß aber diesen Irrtum, wenn er von mir bemerkt wird, wieder bereinigen. Man kann sich doch in jeder Sache mal irren. Das geschieht doch aber nicht böswillig, sondern ist durchaus menschlich, und deswegen übertrete ich doch Gottes Gesetz nicht.

Auf diese etwas unbehilfliche WTG-Verteidigung ist konkret folgendes zu antworten:

Niemand würde es der WTG vorwerfen, wenn sie irrt, da irren ganz richtig menschlich ist. Aber der WT erklärt, seine Weisheit sei Licht von Gott, und man müsse dem folgen, wie man dem Herrn folgt WT 15.8.1957, S. 498). Nichtbefolgen sei Rebellion gegen Gott (WT 1.8.1956, S.474). Licht, das Gott gibt, kann nicht später Irrtum sein, sondern ist immer Wahrheit.. "Alle Pfade Jehovas sind Wahrheit" Ps. 25:10. Behaupten, von Gott geleitet zu sein, während man sich laufend irrt, ist Betrug und Selbstbetrug. Entweder man wird von Gott geleitet, dann kann man darin nicht irregehen, oder man ist nicht von Gott geleitet. Das ist die einfache Wahrheit nach 5. Mose 18.21,22. Nach Ps. 25:10 kann Gott sein 'Volk nicht jahrzehntelang durch die WTG irreführen, wie es bezüglich Obrigkeit, Fürsten, Juden, Zeitpunkte u. a. m. gestehen ist. Jesus lehrte keine Irrtümer, die er immer wieder korrigieren mußte wie der WT, so daß Judas gerechten Grund gehabt hätte, sich abzuwenden. Niemand ist darum ein, Judas, der sich wegen der nachweislichen WT-Irrlehren von der WTG abwendet.

Das Buch Ich war Zeuge Jehovas, VEB Deutscher Zentralverlag Berlin 1961, ist weitgehend vergriffen. Es kann jedoch in einschlägigen Büchereien ausgeliehen werden. Das Buch vermittelt eine kritische Gesamteinschätzung der WTG mit Fakten, die besonders für die jungen Brüder neu sind. Das ist die einstimmige Meinung vieler jüngerer Brüder. Man wird natürlich zu verschiedenen Ansichten gelangen. Doch jeder verantwortliche Diener rüste sich jetzt durch umfassende eigene Sachkenntnis für die kommenden Auseinandersetzungen!

Interessante Mitteilungen

Verbot in Tansania

Daressalam, 4 April 1965. Die Regierung von Tansania, Ostafrika, hat die Zeugen Jehovas für illegal erklärt und verboten. Bereits in einer ganzen Reihe afrikanischer Länder sind sie mit den Behörden in Konflikt geraten. Ursache ist ihre Propaganda, wer "an den Plänen, Programmen und Werken" des sozialpolitischen Aufbaus und der Entwicklung teilnimmt, ziehe sich die "Feindschaft Gottes" zu. Diese asoziale Propaganda ist besonders für die aus sozialem Elend aufstrebenden afrikanischen Länder unannehmbar und untragbar.

Auflehnung In Frankfurt/Main-Versanunlungen

Von Frankfurt/Main auf wurde im April/Mai dieses Jahres eine internationale Schriften-Aktion durchgeführt, die sich an alle WTG-Zweigbüros richtet. Man wendet sich gegen ungerechte Gemeinschaftsentzüge, neue WT-Bibelfalschdeutungen und Unterdrückung von Kritik. Wir berichten demnächst ausführlich darüber.

Fall Frost noch nicht erledigt

München, Januar 1965. Die Gesellschaft Jesu (Jesuiten) verbreitet von München aus Traktate "Jehovas Zeugen, Ja oder Nein? Eine katholisdie Antwort". Darin wird der Öffentlichkeit erneut unterbreitet, daß der deutsche WTG-Zweigdiener Erich Frost laut Gestapo-Akten 1937 sämtliche Bezirksdiener und die ganze WT-Organisation in Deutschland der Hitlerregierung verraten hat.

Verhaftungen in Westdeutschland

Wie Die Andere Zeitung aus Hamburg vom 1. 4.1965 berichtet, sitzen ständig etwa 800 Zeugen Jehovas wegen Wehrersatzdienstverweigerung in westdeutschen Gefängnissen. Die WTG bereitet in dieser Frage Kompromisse vor. Wir bringen hierzu noch ausführliche Informationen.

Ernste Probleme in vielen Versammlungen, aber keine Maulwurfshügel, wie der Wachtturm Nr. 14 von 1964 meint!

II. Teil

Der I. Teil schloß mit dem Punkt "Uneinigkeit in Lehrpunkten" Wir werden nun einiges zu dem Thema "den Glauben wechseln?" berichten, in der Hoffnung, daß auch dies zum Nachdenken und zum Lesen des Wachtturms in neuer Art anregen wird.

Unter dieser Frage zitiert der Wachtturrn Nr. 14/1964, Seite 421, verschiedene Eingeständnisse anderer religiöser Führer über Schwächen oder Versagen ihrer Grundsätze. und Lehren. Der WT will den Eindruck erwecken, als könne ein aufrichtiger Mensch wegen dieser Dinge diesen Religionsorganisationen nicht weiter folgen und müsse seinen Glauben ändern, um am Ende sich dann der Neuen Weltgesellschaft anzuschließen.

Der WT schreibt dazu auf Seite 424: "Angesichts dieser Zugeständnisse solltest Du, sofern Du die Wahrheit liebst, Dich gezwungen fühlen, die Lehren und Bräuche Deiner Religion zu prüfen, um festzustellen, ob sie mit der Bibel übereinstimmt."

Es wäre wünschenswert, daß Gläubige aller Richtungen eine solche Prüfung vornehmen. 1. Thessalonicher 5:21 Apostelgeschichte 17:11. Es dürfte wohl kaum eine Kirche geben, die überzeugt ist, auf biblischem Boden zu stehen und es ihren Anhängern übelnehmen würde, ihre Lehren zu prüfen. Aber wir sind der Auffassung, wenn man Christen aller Richtungen auffordert, die Lehren ihrer Kirche zu prüfen ob sie mit der Bibel im Einklang stehen, diese Aufforderung auch an seine Anhänger richten sollte. Dies tut der WT aber nicht, denn man will seine Schwächen, Versagen in Grundsätzen und Lehren nicht zugeben. Die anderen vom WT angeführten Führer taten dies aber frei und offen. Schon einmal ging diese Aufforderung durch den WT vom 15. 1. 57 an die Christen aller Richtungen, aber auch hier vergaß man seine eigenen Anhänger. Warum wohl? Hat man da etwas zu verschweigen?? Hat man versagt, sind Mißstände vorhanden, macht man Fehler, hat man Schwächen?? Der WT zeigt immer nur die Selbstkritik anderer Religionsführer, eigene gibt es nicht, man ist bemüht, nichts ruchbar werden zu lassen WT Nr. 4/1963 verkündet, daß man bei Lehrfehlem gern bereit ist, sich zu korrigieren. bis dato ist dies aber noch nicht geschehen. Mithin ist man weniger wahrheitsliebend als die angeprangerten Gemeinschaften, wer kann da zugunsten der Zeugen seinen Glauben wechseln?? Den NWG-Gliedern rät der WT natürlich "einen Glaubenswechsel gar nicht erst zu erwägen", da Du nicht sicher bist, ob ein anderer Glaube Gottes Wohlgefallen hätte. Ist es aber sicher, daß die Religion der NWG Gottes Wohlgefallen hat? Prüfen wir, ob die Lehren der NWG mit der Bibel im Einklang stehen Warum stehen die Lehren der Apostel, welche doch nach der WT-Lehre so gute "Zeugen Jehovas" waren, nicht im Einklang mit den WT-Lehren? Erwähnen diese nur ein einziges Mal einen "gewählten Präsidenten" oder den Namen ihrer Kirche z. B. als "Jehovas Zeugen, Neue Weltgesellschaft, Theokratische Organisation oder die Leitende Körperschaft, einen Mitteilungs- und Verbindungskanal, die Felddienstquoten oder die Felddienstberichte" und was dergleichen mehr ist, was die NWG als lebenswichtig lehrt?? Wenn man dies mit der Bibel vergleicht, so könnte man denken, die Apostel lehrten aber doch etwas ganz anderes. Tatsächlich ist dies auch der Fall! Möge dieser Hinweis zum Organisatorischen genügen. - Prüfen wir noch kurz einige verkündete Prophezeiungen. 1925, das Jahr des Endes dieser Welt, dies stand mit der Bibel nicht im Einklang, deshalb Fehlprophezeiung, dazu schweigt man bis dato. Dann die daraus sich ergebenden neuen Prophezeiungen in bezug auf das Ende der Welt. Lest das Buch: "Jehovas Zeugen in Gottes Vorhaben", hier werdet ihr viele Unstimmigkeiten finden. Auch die Frage bleibt offen: Warum lehrt die NWG, daß einmal ein Tag gleich 1000 Jahre und ein andermal gleich 7000 Jahre ist? Warum wieder Tage als Jahre und dann Jahre nur als Jahre gerechnet werden? Ihre Berechnungen sind alle herbeigezogen, um ihre eigenen Prophezeiungen damit zu untermauern. Ganz abgesehen davon, warnt die Bibel vor solchen willkürlichen Berechnungen in Apg. 1:7. Mithin ist die ganze Chronologie der NWG unbiblisch. Die WTG hat Bücher herausgegeben, welche sie arg kompromittieren, z. B. "Der Weg zum Paradies", "Trost für die Juden", alle zu nennen, würde zuviel werden. Neuerdings die Obrigkeitslehre Rö. 13. Wir empfehlen Euch, alle Literatur der NWG kritisch zu lesen und mit der Bibel zu vergleichen, Ihr werdet da viel Unstimmigkeiten finden. Lest auch die Literatur anderer Gemeinschaften seid nicht voreingenommen, wie es Euch die NWG-Leitung empfiehlt, prüft alles mit der Schrift. Auch werdet Ihr manche Aufklärung über die NWG in Büchern finden, welche ehemalige Zeugen Jehovas waren und ihre Erfahrungen und Erlebnisse während ihrer Zugehörigkeit Euch darin übermitteln. Ihr werdet erstaunt sein, wie viele sich schon von der NWG abgesetzt haben und wieviele neue Gemeinschaften aus den Zeugen Jehovas sich bereits wieder gebildet haben. Sie hatten alle erkannt, daß es unbedingt nötig ist, seinen Glauben zu wechseln, weil man die Lehren, die der WT ihnen unterbreitete, nicht mehr mit seinem Gewissen vereinbaren konnte.

Fortsetzung folgt

A 1154/65 - 1 - V/15/5 - 567

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