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Das Vollendete Geheimnis

Einer barmherzigen Vergessenheit ist es zuzuschreiben, daß der Name und das Datum der Urheberschaft des nächsten Glaubensbekenntnisses, der Athanasischen Glaubenslehre, die, sozusagen, die Sahne der Milch der übrigen Glaubenssätze darstellt, in Dunkel gehüllt sind; diese Lehre wurde aber wahrscheinlich etwa um das Jahr 539 von Satan zum allgemeinen Gebrauch dargelegt. Um das Jahr 570 hatte diese Glaubenslehre schon eine große Berühmtheit erlangt. "Dies Glaubensbekenntnis ist von der griechischen, der römischen und der englischen Kirche angenommen, wird aber aus dem Gottesdienst der protestantischen Episkopalkirche in Amerika ausgelassen." Wessen Geistes dieses Glaubensbekenntnis ist, kann aus dem nachstehend hier zum Abdruck gebrachten Auszug aus einer vom Jahre 1855 datierten Ausgabe des "Church of England Quarterly" ersehen werden:

"Das Athanasische Glaubensbekenntnis findet als Teil des öffentlichen Gottesdienstes wenig wirkliche Liebhaber. Niemand glaubt wirklich, daß es das Werk von Athanasius war (Athanasius war der Urheber des Klosterkonvent=Systems. Er war der Bischof von Alexandria und Freund des Kaisers Konstantin, der Arius verbannen ließ.) Niemand hat jetzt, wenigstens unter uns, irgendwelche Gefahr von den Irrlehren, die es verurteilt, zu befürchten; denn niemand glaubt, daß alle Glieder der Griechischen Kirche notwendigerweise zu ewiger Verdammnis verurteilt sind: und so muß jedesmal, wann immer dies Glaubensbekenntnis verlesen wird, der amtierende Geistliche feierlich etwas verkünden, was weder er noch irgendeiner seiner Hörer glaubt. Allerdings hat er dadurch, daß er einen Unterschied zwischen der Glaubenslehre selbst und den Verdammungs=Klauseln macht, es in seiner Hand, sich in seinem eigenen Sinn vor dem Vorwurf zu schützen, daß er eine Unwahrheit verkünde; aber dies ist ganz sicherlich Grund genug, die Verlesung des Glaubens=Katechismus aus unserer Liturgie auszuschalten. Wir haben in unserer Kirche zuviel Erfahrung mit dem Übel im geheimen und stillen Vorbehalts gemacht. Soweit die Lehre von der Dreieinigkeit in Betracht kommt, so ist dieser Glaubenssatz schon stark in dem Apostolischen und Nizäischen Glaubens=Bekenntnis hervorgehoben worden."

Es scheint fast unglaublich, daß irgend jemand in allem Ernst an die folgenden geradezu erstaunlichen Bekenntnisdogmen glauben könnte:

"Wer immer erlöst werden will, der muß notwendigerweise vor allen Dingen den katholischen Glauben haben und daran festhalten; wer diesen Glauben nicht ganz und unverfälscht festhält, wird ohne Zweifel auf immer und ewig zu Grund gehen. Und der katholische Glaube ist dieser: daß wir einen Gott in Dreinigkeit anbeten, und Dreieinigkeit in Einheit; weder die Personen miteinander verwechselnd, noch die Substanz (das eigentliche Wesen) zerteilend. Denn es ist da eine Person des Vaters, eine andere die Person des Sohnes, und eine andere die des Heiligen Geistes. Aber die Gottheit des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes ist alles eins; die Herrlichkeit ist eine gleiche, die Majestät gleich=ewig. So wie der Vater ist, so ist der Sohn, und so ist der Heilige Geist. Der Vater unerschaffen, der Sohn unerschaffen, und der Heilige Geist uner=

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