Annotationen zu den Zeugen Jehovas

Selbstaufopferung für den Moloch Organisation

Schon in der ersten "Wachtturm"-Ausgabe des Jahres 1914 verdeutlicht die WTG ihren Kurs. Das Mittel dazu ist die Veröffentlichung von Leserbriefen und ihre Kommentierung. So wird ein solches Schreiben mit den Worten zitiert:

"Der Bruder, der uns schrieb, sagte, daß er Landwirt sei, und daß, wenn es sicher sei, daß die Kirche (Herauswahl) vor Oktober 1914 vollendet sein wird, oder daß die große Zeit der Drangsal unmittelbar nach dem Zeitpunkt beginnen wird, er im Hinblick auf jedes dieser Ereignisse dazu neigen würde, die Landwirtschaft aufzugeben und das Jahr in der Kolportage zuzubringen, weil ihm dazu die genügenden Geldmittel verbleiben würden, wenn er sein Besitztum verkaufen oder Hypotheken auf dasselbe aufnehmen wollte.

In unserer Antwort sagten wir dem Bruder, daß wir, wenn er eine Frau oder Familie hätte, für deren Unterhalt er verantwortlich wäre, sein Vorhaben nicht als klug erachten könnten, daß dagegen, wenn er ohne Anhang dastände, nach unserm Dafürhalten sein Gedanke sehr gut wäre. Er würde dem Werke des Herrn nur ein Jahr widmen, und er könnte hoffen, am Schlusse des Jahres vom gesundheitlichem Standpunkt aus jedenfalls fähig zu sein, sein Brot nötigenfalls auf irgend eine Weise zu verdienen. Wir glauben, daß ein in der Kolportage verbrachtes Jahr sich als eine ausgezeichnete Schulung im Ausharren, in der Selbstverleugnung und im Dienste für andere erweisen dürfte."

"Es ist alles so nicht gemeint gewesen"

Noch eine auf Leserbriefe berührende Stellungnahme sei aus jenem Wachtturm-Jahrgang zitiert (1914 S. 7):

"Unsere Behauptung in der Wachtturm-Nummer vom Dezember vorigen Jahres, daß wir den Oktober 1914 niemals als einen unfehlbar gewissen Zeitpunkt bezeichnet hätten, sei es in bezug auf das Ende der 'Zeiten der Nationen', oder sei es hinsichtlich irgend eines besonderen Geschehnisses, ist seitens unserer Leser in Frage gezogen worden. Man weist uns hin auf die folgenden Worte in den Schriftstudien (Band 2, Seite 83) 'Nun behalte man das für den Anfang dieser Zeiten der Nationen gefundene Datum - nämlich 606 v. Chr. - im Sinne, während wir darangehen, den Beweis zu erbringen und zu untersuchen, daß ihre Länge 2520 Jahre beträgt und mit dem Jahre 1914 zu Ende geht.' ....

Ferner werden wir auf die Stelle Band 2, Seite 95 hingewiesen: 'Im Hinblick auf diesen starken biblischen Beweis in betreff der Zeiten der Nationen betrachten wir es als eine feststehende Wahrheit, daß das schließliche Ende der Reiche dieser Welt und die volle Herstellung des Königreiches Gottes um 1914 vollzogen sein wird.'

Wir vertreten den Standpunkt, daß nichts in diesen Zitaten die Unfehlbarkeit der Theorien dartut, die wir in bezug auf 1914 angeführt haben. In diesen Darlegungen haben wir, wie in allen andern, unsern Lesern lediglich Kenntnis gegeben von unsern Ansichten und von unsern Schlußfolgerungen in bezug auf die Heilige Schrift, auf die wir die Aufmerksamkeit lenkten. Wir haben daher jeden Leser aufgefordert, für sich selbst zu denken und zu urteilen und mit uns in seiner Beurteilung der Tatsachen übereinzustimmen oder auch nicht. Man beachte, daß wir in den obigen Ausführungen keine dogmatische Behauptung enthalten ist, daß vielmehr der Leser aufgefordert wird, nach seinem eigenen Verständnis zu urteilen"

1914er Rückblick zur Zeugen Jehovas Geschichte

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